Elektrischer Pulpa Tester – reloaded

von Christoph Kaaden

Im September werden es zwei Jahre, dass wir bei Ebay einen elektrischen Pulpa Tester bestellt haben. Nach diesem Zeitraum kann ich festhalten, dass sich diese kleine Anschaffung mehr als gelohnt hat. Regelmässig verrichtet das Gerät zuverlässig seine Dienste…

so regelmässig, dass meine beiden Assistentinnen angeregt haben ein Zweites zu ordern.

Zu dumm, dass „unser“ Modell bei Ebay nicht mehr erhältlich ist. Daher mussten wir auf ein Anderes ausweichen:

pulp-jpgDer Preis variiert je nach Anbieter zwischen 20 bis 50 Euro….

Von Bestellung bis Lieferung vergingen diesmal 16 Tage. Wir werden berichten, ob unsere Erfahrungen ähnlich positiv sind wie beim ersten Mal…

Wurzelresorption mal anders

von Xudaranel Herk

Die Patientin wurde von ihrer Zahnärztin mit Bitte um Wurzelbehandlung von Zahn 46 überwiesen. Eine prothetische Neuversorgung war geplant, ein in diesem Zusammenhang im Vorfeld angefertigtes Röntgenbild zeigte eine unklare Veränderung im Bereich der Zahnwurzel von 46. Der Vorbehandler hatte den Zahn bereits trepaniert, allerdings konnten die Kanaleingänge nicht dargestellt werden. Der Zahn war mit einer provisorischen Krone versorgt und zeigte keine Sensibilität auf Kältespray, keine Druckempfindlichkeit im Vestibulum und keine Perkussionsempfindlichkeit. Die Sondierungstiefen waren nicht erhöht, Karies war nicht vorhanden. Im Röntgenbild war eine ovale, nicht randdichte Aufhellung sichtbar, die sich auf Höhe des mittleren Wurzelanteils von der mesialen Wurzel bis hin zur mesialen Wand der distalen Wurzel erstreckte. Es wurde zunächst vermutet, dass es sich hierbei um eine Resorption handeln könnte. Im Rahmen der anamnestischen Befragung erzählte die Patientin auf entsprechende Nachfrage, dass bei ihr vor einigen Jahren an Zahn 36 eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt wurde. Der Chirurg hatte damals laut Aussagen der Patientin zunächst die Seiten verwechselt und in Regio 46 mit der WSR begonnen. Er versicherte aber der Patientin, den Fehler noch rechtzeitig bemerkt zu haben, ohne dass ein Schaden entstanden sei. Um das Ausmaß der Resorption besser ermitteln zu können, wurde ein DVT von Zahn 46 angefertigt. Auf diesem DVT bestätigte sich der Verdacht, dass die Auflösung der Wurzel iatrogene Ursachen hat. Auf dem DVT erkennt man, dass die mesiale Wurzel fast vollständig und die distale Wurzel bis auf die hintere (distale) Kanalwand durchtrennt sind. Diagnose: iatrogen bedingte Pulpanekrose mit chronischer apikaler Parodontitis Es wurde eingeplant, die Kanäle bis auf Höhe der begonnenen Resektion aufzubereiten und später mit MTA zu füllen. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt Entzündungen an den apikalen Anteilen der durchtrennten Wurzeln auftreten, könnte eine Wurzelspitzenresektion durchgeführt werden. Am darauffolgenden Termin wurde der Zugang präpariert. Das Pulpencavum stellte sich stark verkalkt dar. Nach Entfernung der verkalkten Anteile stellten sich 3 Kanaleingänge dar. Die koronalen Kanalanteile wurden erweitert. Die Arbeitslänge wurde elektrometrisch bestimmt. Ein Röntgenbild mit Instrumenten auf AL wurde angefertigt. Die 3 Kanäle wurden mit Lightspeed-Instrumenten (LS 1 bis Aufbereitungsgröße 100) bis zur Resektionsstelle aufbereitet und zunächst mit Kalziumhydroxid gefüllt. Der Zahn wurde provisorisch mit Cavit verschlossen. In der nächsten Sitzung wurden die Kanäle mit MTA gefüllt und der Zahn mit einer adhäsiven Füllung verschlossen. Die Patientin ist beschwerdefrei.

Anatomiekurs in Leipzig

von Christian Danzl

Am vorgestrigen Samstag fand im anatomischen Institut in Leipzig im Rahmen der Werstattgespraäche Leipzig ein Anatomie/Präparierkurs statt. Von 10.00 bis 15.00 Uhr wurde Präparate gezeigt und erklärt. Ebenso gab es die Möglichkeit selbständig, sowie unter Anleitung zu präparieren.
Es war sehr interessant, die Anatomie nach mehreren Jahren klinischen Arbeitens nochmals nahegebracht zu bekommen. Hier konnten Fragen beatwortet werden, die sich im Rahmen der vorklinischen Ausbildung noch gar nicht stellen.

Ein grosses Dankeschön nochmal an Dr. Sabine Löffler für die hervorragende Organisation und Leitung des Kurses.

 

Ohne Erfolg …

von Ronald Wecker

… blieb die chirurgische Intervention an diesem oberen Prämolaren.

Das DVT wurde 4 Wochen vor der Wurzelspitzenresektion bei der Erstvorstellung des Patienten angefertigt.

Zahn 24 zeigte klinisch vestibulär eine deutlich druckdolente, harte knöcherne Auftreibung. Das vom Patienten mitgebrachte analoge OPG liess in diesem Bereich eine große, weichteildichte Aufhellung erkennen, die an den mesialen Aspekt der Wurzel von Zahn 25 angrenzte und genau zwischen den Wurzeln der Zähne 24 und 25 lag.

Da die klinische Symptomatik keinen sicheren Rückschluss auf den verursachenden Zahn erlaubte, wurde ein DVT angefertigt. Neben einer bandförmig verdickten Sinusschleimhaut   zeigte sich zwischen den Wurzeln der Zähne 24 und 25 eine ausgedehnte Osteolyse. Apikal der Wurzelspitze von 25 zeigte sich ein durchgehender Parodontalspalt, obwohl die nicht mittenzentrierte Lage der Wurzelfüllung ein weiteres Kanalsystem vermuten lässt. An den Wurzelspitzen des Zahnes 24 ist der Parodontalspalt deutlich verbreitert.

Die vorgeschlagene Therapie sah die orthograde nichtchirurgische endodontische Revisionsbehandlung beider Zähne vor. 4 Wochen später stellte sich der Patient erneut mit einer allmählich zunehmenden Schmerzsymptomatik in unserer Praxis vor.

Das mit einer in eine kleine Fistelöffnung zwischen 24 und 25 eingeführten Guttaperchaspitze angefertigte Einzelbild zeigte eine gegenüber der Ausgangssituation deutlich veränderte Anatomie an Zahn 24. Auf Nachfrage berichtete der Patient über eine kurz nach der ersten Konsultation durchgeführte Wurzelspitzenresektion an Zahn 24.

Die klinischen Bilder des Pulpakammer-„Inhaltes“ sprechen, denke ich, für sich.

Nach orthograder Entfernung aller Obturationsmaterialien in den Zähnen 24 und 25 wurde CaOH2 als medikamentöse Einlage eingebracht. Seitdem ist die Region komplett beschwerdefrei. Der weitere Verlauf wird hier auf Wurzelspitze zu verfolgen sein.

„Und wenn mein einziges Werkzeug …“

Interessante Kanalanatomie

von Ostidald Wucker

Heute möchte ich Ihnen die Röntgenbilder und das DVT eines und überwiesenen Falles vorstellen. Der Patient wünschte unbedingt den Zahnerhalt. Es waren keine erhöhten Sondierungstiefen vorhanden. der Lockerungsgrad war 1-2. Sensibilität negativ. Perkussionsschmerz horizontal und vertikal sowie akute Aufbissbeschwerden. Weiterhin bestand ein Druckschmerz bei Palpation buccal.

Die mesialen Kanäle zeigen relativ wenig Spielraum zur Aufbereitung. Bei großer Taperung (Konizität) der Instrumente ist die Gefahr einer Stripperforation stark erhöht.

Diagnose: P. apicalis, VD infizierte Pulpanekrose, Endo/Paro Läsion

Welche Nickel-Titan-Feilen in Hybridtechnik oder als Einzelsystem wären die Instrumente  Ihrer Wahl?

Neustart (XI) – Wandschutz

Von Christoph Kaaden

Seit gut 1 1/2 Jahren sind wir nun „voll“ im Praxisbetrieb. Nach dieser Zeit lässt es sich leider trotz aller Vorsicht nicht vermeiden, dass erste „Abnutzungsspuren des Alltagsbetriebs“ an Einrichtungsgegenständen u.ä. sichtbar werden.

Mir besonders ein Dorn im Auge sind „Spuren und Schrammen“ an den (weissen) Wänden. Bei uns als „neuralgische“ Bereiche besonders betroffen sind die Wände hinter den Stühlen des Wartebereichs und unterhalb des Mitbeobachter/Beratungs-Fernsehers im Behandlungszimmer EINS.

Abhilfe schaffen seit Kurzem weisse Kunststoffplatten die wir mittels Industriekleber an den  entsprechenden Wandbereichen befestigt haben.

 

Für mich optisch das Beste (und Unauffälligste & Pflegeleichteste), was meine Suche in diesem Bereich ergeben hat… vielleicht hilft dem ein oder anderen unsere Wahl des Wandschutzes.

Bezogen haben wir diese für „schlankes Geld“ bei einem Schreiner unseres Vertrauens..

Amalgam- Reparatur

von Donald Becker

Keine Ahnung, ob ein/welcher Shitstorm losbricht, wenn nachfolgende Bilderserie gezeigt wird. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung, zu Beginn der Sommerferien, wenngleich zufällig,  ist daher gut gewählt.  Weil vermutlich die Zahl der Daheimgebliebenen deutlich geringer sein wird.

Ich stelle nachfolgendes Vorgehen zu Diskussion:
Die vorhandenen Amalgamfüllungen an Zahn 46 und 47 habe ich im Juni 1994 gelegt. Seitdem verblieben diese unverändert im Mund.

Nach nunmehr 19 Jahren zeigt sich an Zahn 47 eine leichte Sekundärkaries vestibulär. Alle anderen einsehbaren Bereiche der großen Füllung waren noch vollkommen intakt.
Alternativ zu Entfernung der vorhandenen Füllung habe ich mich für die Versorgung des Defekts mit einem Flow – Komposit entschlossen. Vorteil für den Patienten – 98 Prozent des Zahnes und der Restrestuarion bleiben unangetastet.

Sicherlich hätte man die Zähne 46 und 47 schon vor rund 20 Jahren mit Kronen versehen können.
Sicherlich könnte man das heute wieder vorschlagen.
Aber der Patient ist problemlos 19 Jahre ohne eine solche deutlich invasivere Versorgung ausgekommen und ich habe die oben beschriebene Reparatur mit der Intention durchgeführt, dass die vorhandenen Amalgamfüllungen noch viele weitere Jahre in voller Funktion und problemlos im Mund verbleiben können. Wie sagt Dan Fischer immer so schön zum Thema Adhäsive Reparatur – Zahnmedizin: „This tooth (mit Komposit repariert, im Sinne von „runderneuert“ wie beim Autoreifen) is good for another 30.000 miles !“

Apropos Amalgam.
Wir legen nur noch sehr selten Amalgamfüllungen (ich kann mich nicht erinnern, ob dies 2013 bislang auch nur einmal der Fall war), aber ich liebe nachwievor (jetzt braut sich vermutlich der nächste Shitstorm  zusammen) dieses Material für die Möglichkeiten der Gestaltung im Mund.
Achtung, liebe Kritiker, es geht hier nicht um Materialverträglichkeiten (BTW wer hier kritisiert, sollte fairerweise Glühbirnen gehortet haben, eine intensive dentale Prophylaxe betreiben, bei vorhandenen Löchern Goldrestaurationen wählen, alles Dinge im Übrigen die ich für gut heiße.  Und – ja, ich bin in der Lage, langfristig haltbare, formschöne, minimalinvasive direkte Kompositrestaurationen anzufertigen. 2 Beispiele in der Galerie).

Nur damit keine Missverständnisse auftauchen.
Aber schon vor 20 Jahren und heute immer noch sage ich, dass die Amalgamphobie in ihrer teilweise vehement propagierten Ausrichtung nur dann akzeptabel ist, wenn man die zur Verfügung stehenden Alternativen mit den selben strengen, zuweilen beckmesserischen Kriterien beurteilt.  Konkret: Wer aus vermeintlich gesundheitlichen Gründen kein Amalgam will, muss die eigene Zahnsubstanz hochhalten, denn jegliches Füllungsmaterial hat Nachteile, die es zu berücksichtigen gilt. Und die Amalgam- Alternativen müssen den Beweis der Gleichwertigkeit in der Gesamtheit ihrer Aspekte  bis heute schuldig bleiben. Kunststoffe, Keramik und Gold sind tolle Materialien und ich liebe diese ebenso wie Amalgam. Aber – „there´s no free lunch“ – jeder dieser Stoffe muss mit der ihm gebührenden Sorgfalt verarbeitet werden, weil er nur dann sein volles Potential entfalten kann und seine prinzipbedingten Nachteile minimiert werden.

Wie weit dies Realität ist in Zahnarztpraxen rund um die Welt, diese Frage taucht im öffentlichen Bewusstsein nicht auch oder verblasst im Hintergund einer Grundsatzdiskussion um Bioverträglichkeit.

Dabei wäre gerade das doch einmal eine genaue Betrachtung wert.

In diesem Sinne „Schöne Ferien !“

Wann überweisen Sie?

von Christian Danzl

Liebe Leser,

Sie wissen es selber. Wurzelkanalbehandlung ist eine Kassenleistung.
Das wird immer wieder von der GKK betont.
Jeder Zahnarzt hat es im Studium gelernt, also kann es auch jeder.

Trotzdem gibt es Fälle, da überweist der „Allgemeinzahnarzt“ seine Patienten zu einem Spezialisten für Endodontie, oder an eine Praxis, die sich „mehr mit Endodontie auseinandersetzt“, da er die Endo nicht in der gewünschten Weise erbringen kann. In der spezialisierten Praxis ist die Endo keine Kassenleistung mehr, da sie für den Allgemeinzahnarzt nicht mehr nach Kassenrichtlinien zu erbringen ist.
Also, wenn der Fall komplizierter ist, kann man den Zahn vor der Zange retten, es kostet nur Geld und Zeit.

Wann überweisen Sie eine Endo in eine spezialisierte Praxis?

Take Our Poll

Röntgenbilder lügen…

von Ostidald Wucker

Röntgenbilder lügen. Das ist nicht neu. Trotzdem ist es immer wieder überraschend, wenn man einer Situation gegenüber steht, die plötzlich anders als erwartet ist.

Im vorliegenden Fall stellte sich die Patientin nach Überweisung in unserer Praxis vor. Zur Vorstellung waren akute Beschwerden vorhanden. Der Zahn 46 zeigte keine erhöhten Sondierungstiefen. Die Patientin gab starke Aufbissschmerzen und Perkussionsschmerzen horizontal an. Die Krone war okklusal provisorisch verschlossen.

Das Röntgenbild zeigt im distalen Kanal Fremdkörper. Diese stammen wahrscheinlich von der Präparation der Zugangskavität durch die Krone hindurch und sind Späne/Partikel der verwendeten Metallegierung. Mesial war ein Fragment im apikalen Drittel zu lokalisieren.

Nach entsprechender Beratung, Aufklärung erfogte die Schmerzbehandlung mit Darstellung des Fragmentes. Es zeigte sich bereits eine Stufe in Höhe des Fragmentkopfes. Nickeltitaninstrumente haben die Eigenschaft sich gerade zu stellen. Damit liegt die Oberkante des Fragmentes immer an der mesialen Wand (Außenkurvatur) des mesiobukkalen Kanales an.  Die Ultraschallpräparation erfolgt an der Innenseite der Kurvatur der Kanalkrümmung. Um das Überstreifen einer Schlinge oder Kanüle zu ermöglichen wurde das Fragment mit einem Kissen aus Teflon dezent aufgerichtet. Durch Ultraschallkontakt entgegen der Uhrzeigerrichtung konnte das Fragmentes mobilisiert und entfernt werden. Eine Kontrollaufnahme zeigte zwei weitere Fragmente. Diese waren im Ausgangs Bild nicht zu erkennen.

Die Länge des Fragmentes 1 lässt einen Ermüdungsbruch vermuten.

War das Fragment 1 durch den Ultraschalleinsatz an der Spitze frakturiert?
Lange festsitzende Fragmente können durch den Ultraschalleinsatz einen weiteren Ermüdungsbruch zeigen. Im vergrößerten Röntgenausgangsbild könnte man eine Unterbrechung des Fragmentes apikal vermuten. Aber sicher sagen lässt sich das nicht.

Mittels DVT wäre die genaue Lage der Fragmente erkennbar gewesen. Im vorliegenden Fall wären diese Informationen hilfreich gewesen. Da es uns nicht in der Praxis zur Verfügung stand, konnte auf diese Diagnostik nicht intra operationem zugegriffen werden.

Die Entfernung des Fragmentes 2 gelang nach weiterer sonoabrasiver Präparation und optischer Darstellung im Isthmus. Die Schaumstoffabdeckung des mesiolingualen Kanales wurde entfernt und mittels hydrodynamischer Bewegung durch wechselseitige Schall- und Ultraschallaktivierung der Spülflüssigkeit konnten beide Fragmente nacheinander entfernt werden. (Der Fremdkörper im distalen Kanal wurde bereits in der ersten Sitzung mit der Mikroabsaugung abgesaugt.)

Die Schumstoffpellets der Abdeckung des distalen Kanales erwiesen sich als Fragmentfänger.
Abschließend wurde das Kanalsystem nach Desinfektion thermisch obtruiert und adhäsiv verschlossen.

Z A H N T R A U M A – Aufklärung tut dringend Not (II)

Von Bonald Decker

Bereits letzte Woche war das Thema meines Beitrags „traumatische Zahnverletzungen“.

Einer der „Auslöser“ für den Artikel war der Fall des 11-jährigen Jan, der sich einige Tage zuvor bei uns vorstellte.

Jan hatte vor circa fünf Wochen einen Unfall erlitten. Dabei hatte er eigentlich noch „Glück im Unglück“ und überstand eine Kollision seines Kinderrollers gegen ein Auto verhältnismässig gut. Vor dem Abtransport vom Unfallort mittels Rettungshubschrauber wurden seine avulsierten Zähne fachgerecht in einer Zahnrettungsbox gelagert. Die weitere Versorgung (Replantation, Schienung der Alveolarfortsatzfraktur und Zähne mittles Mini-Osteosyntheseplatten/schrauben bzw. Titan-Trauma-Splint (TTS)) erfolgte kurz darauf durch eine Mund-Kiefer-Gesichtschirurgische Klinik. Soweit, so gut…

Bei der Entfernung aller Schienungen vier Wochen später wurde dann allerdings festgestellt, dass die betroffenen Zähne einen massiven Lockerungsgrad aufwiesen, woraufhin diese erneut mittels TTS versorgt wurden. Als letzten Rettungsversuch für die Zähne wurden Jan und seinen Eltern daraufhin die Augmentation von aus der Hüfte entnommen Knochen in Regio 12-22 genannt. Vorab wäre aber laut Behandlern ein endodontisches Konsil zur Beurteilung der Erhaltungsfähigkeit der Zähne empfehlenswert…

und so kamen wir ins „Spiel“.

Leider war zu keinem Zeitpunkt (idealerweise laut Dental Trauma Guide 7-10 Tage nach Replantation) mit einer endodontischen Behandlung der betroffenen Zähne angefangen worden. Erschwerend kam hinzu, dass es an drei Zähnen durch die Osetosysntheseschrauben zur Eröffnungen der Wurzelkanalsysteme gekommen war.

Das ganze Ausmass der Situation verdeutlicht das angefertigte DVT:

Die Summe der diversen Befunde hat uns dazu veranlasst die Prognose der Zähne 12-21 als infaust anzusehen.

Obgleich also die Erstversorgung und Lagerung der Zähne in diesem Fall (quasi) optimal waren hat die nicht eingeleitete endodontische Therapie (wie laut Dental Trauma Guide notwendig) sicher nicht zu einer Verbesserung der Situation geführt…

Mein Fazit daher: Aufklärung von Patienten, Eltern, Lehrern, Kollegen etc etc hinsichtlich der richtigen Vorgehensweisen nach Frontzahntrauma tut _dringend_ Not…

Helfen Sie mit!

Was zeigt das DVT ? (4) – Resorptionen- Die Antworten Teil 3 : Fall 2

von Donald Becker

Der Patient, Mitte vierzig, beruflich bedingt aus dem nördlichsten Norden Deutschlands ins Rhein- Main- Gebiet umgezogen, war von dem endodontisch ebenso versierten wie renommierten Kollegen  Z aus F an uns zur Weiterbehandlung verwiesen worden.   Zahn 36 war Zustand nach WF und postendodontischer Stabilisierung mittels dentinadhäsiver Kompositrestauration, der Zahn 46, Grund des Praxisbesuchs, zeigte apikale Aufhellungen an beiden Wurzeln.

 

Und da war noch der Zahn 37.
Der Patient war schon vom Kollegen Z darauf hingewiesen worden, dass dieser im Bereich der Kronenpulpa eine Merkwürdigkeit aufwies, die auf ein Resorptionsgeschehen hindeutete.

Was ich davon hielte, fragte mich der Patient. Ich riet, wie der Kollege Z zur Wurzelkanalbehandlung 37. Ob ich denn sicher sein könne, dass der Zahn auch wirklich endodontisch behandlungsbedürftig sei, fragte der Patient, da er keinerlei Schmerzen oder auch nur irgendwelche Beschwerden an diesem Zahn habe.

„Nein, sei ich nicht“, antwortete ich.

Der Patient lehnte ab.

Anfang 2013 dann eine weitere Kontrollaufnahme des nachwievor für den Patienten klinisch unauffälligem Zahnes 37.
Der Patient plante eine KFO – Behandlung der Unterkieferfront und im Vorfeld einen Austausch der Krone 37 (die Verblendung war zwischenzeitlich  teilweise abgeplatzt). Aus diesem Grunde war es ihm nun wichtig, den unklaren Befund einer genauen Diagnose und vor allem Prognose zuzuführen.

Beim Vergleich der beiden Zahnfilme von 2010 und 2013 könnte man eventuell eine Zunahme des Resorptionsgeschehens vermuten, aber wir haben es angesichts des vergangenen Zeitraums hier, wenn überhaupt, mit einem eher marginalen,   keinesfalls einem eindeutigen, eine endodontische Therapie rechtfertigenden Befund zu tun.

Das daraufhin zur Abklärung angefertige DVT zeigte ein ausgedehntes Resorptionsgeschehen im Bereich der mesialen Kronenpulpa und des mesiobukkalen Kanaleingangs.

Der Patient stimmte nun einer Wurzelkanalbehandlung 37 zu, in deren Verlauf die interne Resorption mit ausgedehnten Resorptionslakunen  auch klinisch verifiziert werden konnte und deren Trabekelstruktur sich dann auch im koronalen WF- Anteil widerspiegelt.

Endo- Paro – Läsion

von Mesantiab Sanns

Die Patientin stellte sich wegen einer Fistel Regio 14 bei uns vor, die Taschentiefenmessung von 8mm mesial an Zahn 15 ließ schnell auf eine parodontale Beteiligung schließen. Zahn 15 ist seit einigen Jahren der distale Brückenpfeiler zu Zahn 13.
Die Ausgangsaufnahme wurde mit eingebrachter Iso15 Guttaperchaspitze, die sich ohne Widerstand fast komplett in den Fistelgang hat einbringen lassen, gemacht.
Nach der Röntgenaufnahme wurde ein 2. Kanalsystem vermutet, welches den Ausgang nach mesial in Richtung Regio 14 haben könnte, da dort die größte röntgenologische Aufhellung zu sehen ist.
Der palatinale Kanal wurde initial mit ProFile, final mit WaveOne revidiert. Nach Ausdehnung der Zugangskavität Richtung bukkal wurde tatsächlich ein zweites Kanalsystem gefunden und analog zum pal. Kanal aufbereitet. Interessanterweise lag hier eine deutliche Stufenbildung mit Instrumentenfragment im unteren Kanaldrittel vor, welches auf der Ausgangsaufnahme nicht zu erkennen war (evtl. überlagert durch in Fistelgang eingebrachte Guttaperchaspitze???). Die nur ca. 1,5mm lange Instrumentenspitze ließ sich erst nach ca. 30 Minuten mittels Ultraschall entfernen, was einen zeitlichen Mehraufwand für die Behandlung bedeutete, da ich Fragment und Stufe nicht erwartet hatte.
Nach elektrometrischer Messung (buc:16,5mm, pal:19mm) wurde Calciumhydroxid eingebracht und provisorisch Verschlossen, im Anschluss die PAR-Behandlung an 15 durchgeführt.
Nach 3 Wochen war kein Fistelmaul mehr zu entdecken, nach erneuter Messung und Ausformung der beiden Kanäle wurde mit NaOCl, Zitronensäure und CHX aktiviert gespült und thermoplastisch verschlossen. Gut zu sehen ist die abgefüllte Stufe des bukkalen Kanals, ein kleiner Seitenkanal wurde zusätzlich ausgepresst. Anschließend adhäsiver Verschluss und orthoradiale und exzentrische Röntgenaufnahme.
Obgleich der eher eingeschränkten Prognose des Zahnes wegen der großen Knochendefekte und Fistelbildung wagten wir den Versuch zur Erhaltung des Zahnes und somit der Brückenversorgung. Die Patientin ist beschwerdefrei und wird sich in 4-5 Monaten zur Kontrollaufnahme wieder in der Praxis einfinden, wir werden sehen was uns das Röntgenbild zeigt.


Abschließend hätte uns im Vorfeld evtl. eine weitere Ausgangsaufnahme ohne eingebrachte Guttaperchaspitze helfen können Stufe und/oder Fragment zu entdecken und somit eine bessere zeitliche Planung erlaubt.

Für Anregungen, Diskussionen und Kritik bin ich immer zu haben.

Viele Grüße aus dem Taunus,

Mesantiab Sanns

2D zuzüglich 3D (V)

von Ronald Wecker

Das endodontische Behandlungen auch im Jahr 2013 noch einen solchen Verlauf nehmen können erzeugt beim Autor heftiges inneres Kopfschütteln.

Wenngleich auf den ersten Blick die stark überkonturiert eingebrachte, erstaunlicherweise adhäsiv befestigte, Masse sowie die mesial gelegene Perforation imponiert, lag das eigentliche Problem deutlich apikal der auf dem Einzelbild ausreichend abgebildeten Wurzelspitze.

Bei der klinischen Untersuchung fiel eine deutliche Hypästhesie im Versorgungsgebiet des linken N. mentalis auf.

Nach adhäsivem Verschluss der suprakrestal gelegenen Perforation mittels hochviskösem Komposite wurde das im Kanal befindliche Obturationsmaterial entfernt. Das Scouting der Foramengröße zeigte einen initialen Durchmesser von ISO 45. Während der nächsten 25 Minuten entleerte sich nach ultraschallunterstützter Irrigation immer wieder zähes putrides Sekret aus dem Periapikalbereich.

Das präoperativ angefertigte DVT zeigt die Nähe der apikalen Lyse zum N. mentalis.

Über den weiteren Verlauf wird an dieser Stelle in naher Zukunft berichtet.

Kombinierte Paro Endo Läsion? (2)

von Olaf Löffler

An dieser Stelle baten wir um die Meinung der Leser. Hier nun der transparente Zahn.

Nach folgendem Vorgehen haben wir gearbeitet:
Die Desinfektion des Zahnes erfolgte mit 5% Natriumhypochlorit im Ultraschallbad in einem Glasgefäß für 15 Minuten. Alternativ haben wir das auch auf einem Laborgipsrüttler (30 Minuten) erfolgreich versucht. Der extrahierte Zahn wurde von Zahnstein und Konkrementen gereinigt. Die Konkremente der distalen Wurzel ließen sich nur äußerst schwer und unvollständig entfernen.

Der Zahn wurde für 4 Tage in ca. 30 ml Salpetersäure 5% eingelegt und öfters bewegt. Danach wurde die Salpetersäure abgewaschen und der Zahn in einer alkoholischen Reihe (70% , 90% , 96 %) entwässert. Abschließend wurde der Zahn mit Mull abgetupft und in Methylsalicylat eingelegt. Nach ca. 2 Stunden zeigt sich die vollständige Transparenz.
Dieses Verfahren entspricht nahezu dem von Holm Reuver beschriebenen Vorgehen.

Beim betrachten des Zahnes zeigen sich einige frakturierte Instrumente und deutliche Hinweise auf bakterielle Besiedelung, bzw. verbliebene Gewebereste in Kanalbereichen der distalen Wurzel. Diese stellen sich durch bräunliche Verfärbungen dar. Im mesialen Kanalsystem sind geringere Spuren erkennbar. Dies bedeutet, daß das Kanalsystem unvollständig und unzureichend desinfiziert wurde.
Wahrscheinlich ist von einer kombinierten Läsion auszugehen, da neben der endodontischen Problematik auch die parodontale Situation entscheidend war. Die orale Mikroflora gilt als Infektionsquelle. Eine Infektion von Endodont und Parodont unabhängig voneinander ist typisch für die kombinierte Läsion. Dafür sprechen die große Füllungslage und die manifestierte P. marginalis der Patientin.

Literaturtip:

„Da es sich um opportunistische Infektionen handelt, ist schwierig festzustellen, welche Keime ursächlich mit den Erkrankungen assoziiert sind und welche nur deshalb gefunden werden, weil die Umgebung ihre Auslese begünstigt. Exazer- bationen periapikaler Läsionen scheinen mit der Anwesenheit schwarz pigmentierter gramnegati- ver Stäbchen im Wurzelkanal zusammenzuhängen“

Endodontie 13 (2004), Nr. 2, Seite 133-146
Paro-Endo-Läsionen: Ätiologie, Diagnostik und Therapievorschläge – Eine Literaturübersicht
Zehnder, Matthias / Paqué, Frank / Gold, Steve / Hasselgren, Gunnar

Was zeigt das DVT ? (4) – Resorptionen- Die Antworten Teil 2 : Fall 3

von Hans – Willi Herrmann

Fall 3

Zahn 47, 46

Die 62 jährige Patientin suchte wegen einer unklaren Schmerzsymptomatik im rechten Unterkiefer- Seitenzahnbereich  unsere Praxis auf.

Zahn 45 wurde deshalb schon extrahiert, die Schmerzen persistierten weiterhin, dann kam die Überweisung durch den Hauszahnarzt zur Revision der vorhandenen WF in Zahn 46.

Der Zahn 46 war bislang klinisch unauffällig, die Patientin konnte sich nicht erinnern, wann die WF ehemals erfolgte.

Auf den durchgeführten Klopftest reagierte der Zahn 46 leicht positiv, Zahn 47 reagierte nicht. Eine an Zahn 47 und 46 durchgeführte PA – Messung zeigte unauffällige Taschentiefen an beiden Zähnen.

Die Patientin machte auf uns einen zwiespältigen manischen Eindruck. Ein solch erster Eindruck kann trügen, aber als sich im Konzilgespräch mit dem Hauszahnarzt herausstellte, daß die Patientin, die vom Vorbehandler in der persönlichen Anrede nur mit Vornamen gesprochen hatte und der Eindruck entstand,dass sie diesen seit Kindertagen schon kannte, diesen erst seit wenigen Wochen zum ersten Mal aufgesucht hatte, konnte dies die Fragezeichen nicht entkräften.  Vermutlich jeder von uns kennt solche Patienten. Aussagen bezüglich der Symptomatik, insbesondere, was die Intensität der Schmerzsensation angeht, sind oft zu relativieren, da diese Patientengruppe zu drastischen Beschreibungen neigt. Im Gegensatz zum Hauszahnarzt, der nach dem Zahn 45 den Zahn 46 als Schmerzquelle ausgemacht hatte, vermutete die Patientin den Zahn 47 als Schmerzursache.

Auch wenn nichts auf den Zahn 47 als Grund der Beschwerden hindeutete, passte das im Rahmen der Anamnese zusammengestellte Schmerzprofil und die  klinischen Befunde nicht so recht zur  klinischen Situation des Zahnes 46. Insbesondere die heftige Heiß/Kaltempfindlichkeit irritierte, denn auch wenn der Zahn 46 radiologisch nicht einwandfrei war, so würde man zum Beispiel mit der um die distale Wurzel sichtbaren apikalen Aufhellung eine andere Beschwerdeproblematik vermuten.

Andererseits gab es im Zahnfilm 47 keinen Hinweis auf eine Karies oder eine pulpanahe Füllung. Wäre vielleicht ein Zahn im Oberkiefer die Schmerzursache ? Das diesbezüglich angefertigte OPG gab keine konkreten Hinweise.

Die Auflösung lieferte das DVT. Rein zufällig im Übrigen, ich hatte den betreffenden Befund  – eine externe Resorption, mesiovestibulär an Zahn 47 (im nachfolgenden Video ab 2.00 Minuten)- in keinster Weise vermutet.

Selbst mit dem Wissen um den vorhandenen Defekt war es danach im Übrigen nur schwierig möglich, klinisch die betreffende Stelle mit einer zahnärztlichen Sonde darzustellen. Und von aussen zu sehen war schon mal gar nix. Die ausgelöste Schmerzsensation bewies dann aber, dass dieser Defekt in der Tat für die seit einiger Zeit vorhandene Schmerzproblematik verantwortlich war. Aber auch mit diesem Wissen war es mir nicht möglich, an Hand des vorhandenen Zahnfilmes die Resorption zu diagnostizieren. Mit viel Fantasie liesse sich nun rückblickendvielleicht die Resorption im Zahnfilm erahnen. Eine gesicherte Diagnose jedoch auf besagten Zahnfilm vorab zu stützen wäre unmöglich. Fakt war jedoch, die Patientin – Manie hin oder her –  hatte den richtigen Zahn als Schmerzursache vermutet.

Der Patientin schlug ich die Deckung des vorhandenen Defekts mit einer dentinadhäsiven Kompositfüllung und nachfolgender Wurzelkanalbehandlung vor.
Angesichts der geringen und eher oberflächlichen Lokalisation der Resorption mit guter Prognose.

Die Patientin entschied sich jedoch für die Extraktion des Zahnes.

Epilog

Vor einigen Wochen suchte die Patientin wegen einer anderen Schmerzproblematik wieder unsere Praxis zur Beratung auf.

Zwischenzeitlich waren nicht nur der Zahn 47, sondern im gleichen zeitlichen Kontext mit der Extraktion 47 war auch der Zahn 46 entfernt worden.

wieder mal Separierringe

von Christian Danzl

heute als Allererstes ein Dank an unseren Leser Gregor S., er hat mich hier auf diese Ringe aufmerksam gemacht.
Letzte Woche sind sie gekommen.

Sie machen einen sehr soliden Eindruck, bauen eine vernünftige Spannung auf. Die Füsse sind gegabelt, so sind sie für einen weiter offenen Approximalraum und Interdentalkeile geeignet.

Bestellt bei GreKo-Dental, Heidelberg.

Artikel-Nummer 1.167.
Jedoch sind leider genau diese Ringe zum Zeitpunkt, als der Artikel geschrieben wird, nicht im Online-Shop erhältlich. Sehr ähnlich scheinen folgende Ringe zu sein:

Delta Clamp, Artikel-Nummer 1.299, die sind dafür aber günstiger.

Hersteller TOR VM, Moskau

WSR ohne WF

von Ronald Wecker

Immer wenn ich denke, schon alles gesehen zu haben, übertrifft die Realität das theoretisch Vorstellbare.

Die rechtfertigende Indikation für die Durchführung dieser Wurzelspitzenresektion hat sich für mich auch nach sehr langem Nachdenken nicht erschlossen.

Nach dentinadhäsivem Aufbau und Anlegen der Zugangskavität zeigten sich die Kanalorifizien in uneindeutiger Größe. Das Entfernen der retrograden Füllungsmaterialien war nicht vollständig möglich. Nach Obturation mit MTA wurde der Zahn adhäsiv verschlossen.

2 Jahre nach Abschluss der endodontischen Behandlung kann bis auf eine am distalen Aspekt der mesialen Wurzeln zu erkennende geringfügige Aufhellung von einer deutlcihen  Ausheilung der apikalen Parodontitis sprechen. Eine definitive prothetische Versorgung wird zeitnah angestrebt.

Kombinierte Paro Endo Läsion?

von Olaf Löffler

Die Patientin suchte unsere Praxis wegen parodontologischer Probleme auf. Der Zahn 37 zeigte nach 1,5 Jahren nach der Behandlung keine Heilungstendenz. Die Patientin lehnte eine Revision der Behandlung ab und entschied sich für die Extraktion des Zahnes.

Die Diagnose: Verdacht Kombinierte Paro Endo Läsion

Röntgenologisch sah die Behandlung nicht 100% optimal aus. Jedoch kann man bei der Aufbereitungsgröße der Kanäle eine ausreichende Desinfektion vermuten. Deshalb erscheint die Ursache des Misserfolges nicht klar auf der Hand zu liegen. Wir haben uns entschlossen den Zahn transparent zu machen und so der Ursache näher zu kommen.

Was denken Sie ist die mögliche Ursache?

Take Our Poll

Mehr Recall (II)

Von Bonald Decker

Anbei ein weiterer Revisionsfall nach gut zwölf Monaten….

Die prä- und postoperativen Röntgenaufnahmen hat uns freundlicherweise die überweisende Kollegin zukommen lassen.

Wie initial zu sehen handelte es sich um einen recht kompromittierten Zahn mit mutliplen Problemen (apikale Parodontitis, massive Schraube, insuffiziente prothetische Versorgung; geringe biologische Breite distal…)

Nach gut einem Jahr scheint es ,als konnten wir dem Wunsch des Patienten nach  „Zahnerhalt mit allen Mitteln“ (u.a. Schraubenentfernung mit Ultraschallansätzen; Verschluss des palatinalen Foramens mit MTA, chemo-mechanische Reinigung des bisher unbehandelten mb2 (mit eigenständigem Foramen apicale)) entsprechen…

Zur Freude aller Beteiligten

:-)

Was zeigt das DVT (4) – Resorptionen – Die Antworten – Fall 1

von Hans – Willi Herrmann

Fall 1

Fall 1 war für mich angesichts des vorliegenden Röntgenbildes von Dezember 2011 eindeutig eine externe Resorption. Dezentral gelegen, unsymmetrisch, Ränder ausgefranzt, der Wurzelkanal in seiner Kontinuität erhalten.

Ein weiteres, exzentrisch angefertigtes Röntgenbild bestätigte die Vermutung einer externen Resorption.

Der Patient kam mit leichter extraoraler Schwellung im Bereich der rechten Wange. Im Bereich von 13 war die Wange druckdolent, der Druckschmerz hielt nach Palpation dann auch etwas länger an. Die Situation bestand seit etwa einer Woche, wobei die Schwellung im Laufe der letzten Tage zugenommen hatte.

Mit dem Heidemann-Spatel unter Dentalmikroskop- Kontrolle habe ich nach der externen Resorption gesucht und diese auf der palatinalen Seite gefunden, deutlich subgingival.

In der Behandlungssitzung wurde zunächst nach Anästhesie aufgeklappt, der bis an die Knochengrenze reichende Resorptionsdefekt präpariert und adhäsiv mit Floxkomposit verschlossen.

Anschließend wurde die Krone an Zahn 13 trepaniert und die eigentliche Wurzelkanalbehandlung durchgeführt.

Den Zustand nach Defektdeckung und endodontischer Behandlung zeigt das WF – Kontrollbild von Januar 2012 .

schicker 5 Kanäler

von Bodald Necker

Der Patient wurde überwiesen zur Primärbehandlung. Der Kollege aus dem Nachbarort hatte beim Exkavieren der Karies die Pulpa eröffnet. Da der Zahn mit einer Krone versorgt werden soll, wollte der Kollege die Wurzelbehandlung in andere Hände geben.

Der Zahn kam mit fast ganz excavierter Karies und mit Cavit verschlossen.

Erste Aktion war die vollständige Kariesentfernung und eine adhäsiver, präendodontischer Aufbau
Der Zahn wies an sich keine Besonderheiten auf. Nachdem 4 Kanäle aufbereitet waren, wurde routinemässig nach zusätzlichen Kanälen, Isthmen und Kanalausbuchtungen gesucht.
Es fand sich mesiobuccal eine kleine Finne nach zentral, welche sich zu einem mesiozentralen Kanal formte.
Die vollrotierende Erschliessung mit Scout-RaCe Feilen 10/02, 15/02 und 20/02 war kein großes Problem, abschliessende Aufbereitung erfolgte mit Mtwo  bis 35/06. Desinfektion mit NaOCl 5% und US. Warme, vertikale Kondensation mit Guttapercha und Ah +. Nach Versäubereung der Kavität erfolgte ein adhäsiver Verschluss.

Auf der Abschlussaufnahme lässt sich durch überpressten Sealer distal der mesialen Wurzel ein Seitenkanal erkennen.

WF

Masterpoint

Ausgangszustand

Folgen fehlerhaften Arztverhaltens im Umgang mit Patienten – eine kurze Betrachtung

von Haya Hadidi
Inspiriert von der Lektüre einer aktuellen Entscheidung des Verwaltungsgerichts Gießen (Az. 21 K 5554/10 (nicht rechtskräftig)) möchte ich die Aufmerksamkeit der werten Leserschaft auf einen Aspekt des ärztlichen Berufsalltags lenken, über den vermutlich meistens eher selten reflektiert wird.

In besagtem Urteil ging es darum, dass ein Arzt mehrfach durch Beschwerden von Patientinnen bei der Berufskammer aufgefallen war, die besagten, dass er sich ihnen gegenüber sexuell übergriffig verhalten habe. Das VG verhängte schließlich auf Antrag der Landesärztekammer einen Verweis und eine Geldbuße in Höhe von 5.000 EUR.

Woran knüpft dieser Verweis? Es handelt sich ja hierbei um Verstöße gegen das besondere Berufsrecht des Arztes und damit nicht etwa um allgemeine Regelungen, die alles und jeden betreffen, wie z.B. das Strafrecht des Strafgesetzbuchs (StGB), das bürgerliche Recht, kodifiziert im bürgerlichen Gesetzbuch (BGB), die Straßenverkehrsordnung (StVO) usw.. Es geht eben um spezielle Regeln, die ausschließlich eine bestimmte Berufsgruppe betreffen.

Spezielle Berufsregeln gibt es natürlich ebenfalls zahlreiche, aber solche, die gewisse strenge Umgangsregeln vorsehen, gibt es in dieser ausgeprägten Form in nahezu keinen anderen Berufen. Meistens beziehen sich Berufsregeln nämlich auf bestimmte formale Anforderungen (Nachweise), die erfüllt werden müssen, wie etwa bestimmte Wartefristen, Ausbildungsregeln, Weiterbildungsvorschriften usw..

Im vorliegenden Urteil hatte die Patientin übrigens den Strafantrag zurückgezogen, da ihr der reuige Arzt Schadensersatz und Schmerzensgeld gezahlt hatte – sonst hätte es für ihn durchaus auch einen Nachhall im allgemeinen Strafrecht geben können.

Der Verweis des Gerichts knüpfte vorliegend an einen Verstoß gegen § 22 hessisches Heilberufsgesetz (HessHeilBerG) in Verbindung mit Kap. C Nr. 1 Spiegelstrich 1 und 3 Berufsordnung (BerO).

Dieser besagt folgendes:

„Die Kammerangehörigen sind verpflichtet, ihren Beruf gewissenhaft auszuüben und dem ihnen im Zusammenhang mit dem Beruf entgegengebrachten Vertrauen zu entsprechen.“

Die Berufsordnung besagt zum Umgang mit Patienten:

„Nr. 1 Umgang mit Patienten

Eine korrekte ärztliche Berufsausübung verlangt, dass der Arzt beim Umgang mit Patienten

− ihre Würde und ihr Selbstbestimmungsrecht respektiert,

− ihre Privatsphäre achtet,

− sexuelle Kontakte weder aufnimmt, noch duldet,

− über die beabsichtigte Diagnostik und Therapie, gegebenenfalls über ihre Alternativen und über seine Beurteilung des Gesundheitszustandes in für den Patienten verständlicher und angemessener Weise informiert und insbesondere auch das Recht, empfohlene Untersuchungs- und Behandlungsmaßnahmen abzulehnen, respektiert,

− Rücksicht auf die Situation des Patienten nimmt,

− auch bei Meinungsverschiedenheiten sachlich und korrekt bleibt,

− den Mitteilungen des Patienten gebührende Aufmerksamkeit entgegenbringt und einer Patientenkritik sachlich begegnet.“

Während man manches aus diesem Katalog als stets selbstverständlich gegeben „abtun“ mag (insbesondere möglicherweise den Hinweis auf die Durchführung bzw. Duldung sexueller Kontakte, um den es in diesem Fall ging), so stellen sicherlich andere Punkte durchaus Herausforderungen im stressigen Berufsalltag dar, besonders auch bei Zahnärzten, die täglich meistens eine große Zahl von Patienten behandeln (müssen).

Grundsätzlich kann aber jeder Verstoß gegen Berufsrecht durch das berufsgerichtliche Verfahren geahndet werden. Zu den Sanktionsmöglichkeiten gehört (z.B. nach § 50 hessHeilBerG):

„1. Warnung,

2. Verweis,

3. zeitweilige Entziehung des Wahlrechts,

4. Geldbuße bis zu fünfzigtausend Euro (hunderttausend Deutsche Mark),

5. Feststellung, dass eine Berufsangehörige oder ein Berufsangehöriger im Sinne des § 2 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1 bis 5 unwürdig ist, den Beruf auszuüben.“

Daneben kann natürlich noch „ganz normal“ auf dem Strafrechts- und Zivilrechtsweg vorgegangen werden. Naturgemäß gelangen meistens nur erhebliche Fälle vor das Berufsgericht, dennoch ist es nach wie vor beachtenswert, mit welchem durchaus als streng zu beurteilenden Moralkodex der Beruf des Arztes belegt ist. Gerechtfertigt wird dies mit dem besonderen Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient, aber auch mit dem Vertrauen, das die Öffentlichkeit dem Berufsstand zuschreibt.

Mal ‚was Anderes.

von Jörg Schröder

Nach vielen Jahren der Fokussierung auf rein endodontische Fortbildungen habe ich vor zwei Wochen die Gelegenheit genutzt, mich mit einem, mir bis dahin als völlig praxisfern erscheinendem Thema zu beschäftigen: Lachgassedierung. Genauer: titrierbare Lachgassedierung.

Vor meinem geistigen Auge kann ich schon förmlich die hochgezogenen Augenbrauen oder Mundwinkel sehen, die die ersten Zeilen bei einigen Lesern auslösen. Nicht anders erging es mir als ich vor einigen Wochen von einem meiner Überweiserkollegen die Einladung zu einem 2-Tages-Kurs erhielt.

Zum Thema „Lachgas“ kamen mir bis dahin fast nur negativ besetzte Assoziationen in den Sinn.

Ich kann es kurz machen: Der 2-Tageskurs mit insgesamt 8 Teilnehmern und 2 Referenten war eine tolle Fortbildung.

Neben der Theorie, frisch und kompetent vorgetragen von Prof. Jörg Weimann, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und interdisziplinäre Intensivmedizin am Sankt Gertrauden-Krankenhaus in Berlin konnte Michael Melerski als langjähriger Anwender durch anschauliche  Beispiele aus der täglichen Praxis den Teilnehmern die Vorteile der Lachgassedierung nahe bringen.

Das Highlight war  die unter Supervision durchgeführte Sedierung der einzelnen Kursteilnehmer. Während ich noch am ersten Kurstag lieber zusehen wollte, konnte ich am Samstag einmal selbst die Erfahrung einer Lachgassedierung machen.

Beeindruckend war dabei, wie sich mit langsam steigender N2O-Konzentration die gewünschte Wirkung einstellte. Neben einer Anxiolyse führt Lachgas zu einer zunehmenden „Unempfindlichkeit“ im Mundraum. Ein Vorteil bei Patienten mit Würgereiz. Das Gefühl für die verstrichene Zeit geht verloren, bei langandauernden Behandlungen auch  ein Vorteil. Die Wahrnehmung ist als ein wenig gedämpft zu beschreiben.

Da Lachgas nicht metabolisiert, sondern abgeatmet wird, verschwinden alle Sedierungssymptome ca. 2-3 Minuten nachdem die Lachgaszufuhr gestoppt wurde und 100% Sauerstoff eingeatmet wird. Im Vergleich zu metabolisierten Sedierungsmitteln (z.B. ein großer Vorteil.

Die Sedierung wird unter Kontrolle eines Pulsoximeters durchgeführt, die minimalste Sauerstoffkonzentration des Gemischs beträgt 50%. Das heisst, dass während der Sedierung im Minimum etwas mehr als das Doppelte der in der Umgebungsluft vorhandenen Sauerstoffkonzentration (21%) eingeatmet wird. Bei den meisten Teilnehmern wurde bereits bei einer Lachgasbeimischung von 25-30% die gewünschte Sedierung erreicht.

Die titrierbare Lachgassedierung ist eine relativ zu erlernende und mit den heute zur Verfügung stehenden Geräten sicher anzuwendende Technik um Patienten mit ASA 1 und ASA 2 eine „entspannte“ Behandlungssituation zu ermöglichen.

Weitere Informationen zum Thema findet der interessierte Leser unter F.i.i.S Berlin.

ProFile – Dentsply

von Ostidald Wucker

Im vorliegenden Fall half uns wieder eine alte Bekannte. Die Profile. Bis zum heutigen Tag gibt es Behandlungssituationen in denen ich die Profile nicht missen möchte.

Im vorliegenden Fall war die Behandlung sehr schwierig und langwierig. Neben einer Arbeitslänge von mehr  25mm waren Stufenbildungen aus der vorhergehenden Behandlung dafür verantwortlich. Hinzu kam eine apikale Krümmung im distalen Wurzelkanal. Wir beobachten das sehr häufig an unteren Molaren. Für den Behandler stellen die mitunter rechtwinkligen Krümmungen ein Problem dar. Wir verwenden nach initialem Gleitpfad bis ISO 15 mit Handinstrumenten (Kerr Feile und Golden Medium) gern Profile Instrumente der Größe 15.02 – 25.02 um diese Krümmung apikal aufbereiten zu können. Von Nutzen ist die gutmütige Arbeitsweise und der Radial Land der Profile.

Im vorligenden Fall wurde als letzte Feile auf vollständiger Arbeitsläne distal die Profile 30.04 eingesetzt. Trotz aller endodontischen Inovationsfreuden hoffe ich, daß uns diese Feilenserie noch lange erhalten bleibt.

Mehr Recall

Von Bonald Decker

Das „Motto“ der letzen WURZELSPITZE-Woche lautete u.a. „RECALL“ (I / II)…

hier ein weiterer Fall einer unserer orthograden (zweizeitigen) Wurzelkanalbehandlungen sechs Monate post-operativ…

Die prä- und post-operativen Aufnahmen „verdanke“ ich dem zuweisendem Kollegen, der gemeinsam mit seinem Patienten den Heilungsverlauf nachverfolgt…

ich denke, wir sind auf einem guten Weg, was diesen Zahn angeht…

:-)

 

 

Was zeigt das DVT (4) ? Die Fälle

von Hans – Willi Herrmann

Im heutigen Beitrag – angestossen durch eine Diskussion auf Zahnmed, der zahnmedizinischen Emailliste von Michael Logies – möchte ich das radiologische Erscheinungsbild von Resorptionen ein wenig in den Mittelpunkt des Interesses stellen.

4 Röntgenbilder habe ich hierzu ausgesucht.
2 davon zeigen eine externe Resorption, das 3. eine interne Resorption, im 4. Fall findet sich keinerlei Resorptionsgeschehen.
Zwei Patienten hatten Schmerzen, zwei keine Schmerzen.
Als Hinweis sei noch angegeben, das in jedem Röntgenbild maximal ein Zahn ein Resorptionsgeschehen zeigt.

Nun hoffe ich auf rege Beteiligung in den Kommentaren, sei es denn eine kurze Nennung, gerne jedoch auch mit präziseren Diagnosen, Therapievorschlägen und Prognosen.

akzessorischer Höcker

von Bodald Necker

akzessorischer Höcker

Die Patientin hat diesen zusätzlichen Höcker nicht nur an 37, auch an 47 ist er vorhanden. Rechts reizt er die Wangenschleimhaut nicht.

Links schon.

Fibrom

Vor einem Jahr hatte ich die Patientin zum Chirurgen geschickt, um es entfernen zu lassen. Letzte Woche war die Patientin wieder zur 01 in meiner Praxis.
Immer noch mit diesem haselnussgroßen Fibrom.
„Doch“, sagte sie, „es stört schon, und es tut weh wenn man drauf beisst.“

Anscheinend ist der Leidensdruck noch nicht groß genug…

DVT präoperativ – ja oder nein? (2)

von Ostidald Wucker

Mit der digitalen Volumentomografie ist ein gewaltiges Hilfsmittel in der endodontischen  Diagnostik und Therapie entstanden. Leitlinien sind im Entstehen oder schon nutzbar. Doch oftmals herrscht eine Unsicherheit ob dies notwendig ist oder ob es hilfreich ist.

Für mich war es in diesem Fall interessant zu wissen, wie die hier mitlesenden Kollegen urteilen. Der Stand aktuell ist dieser:

Aus meiner Sicht muss ich sagen, daß 103 Votes dafür zeigen, daß das Bild genau angeschaut wurde.
Warum ein DVT?
Das möchte ich Ihnen mit nachfolgender kurzer Fallvorstellung darstellen.

Zunächst – es wurde kein DVT angefertigt.

Anamnestisch ergab sich eine Behandlung vor längerer Zeit. Hin- und wieder Beschwerden, welche aber immer vergingen und nie besonders lang anhaltend oder heftig waren. Die Sondierungstiefen waren unter 3mm. Es lag kein erhöhter Lockerungsgrad vor. Die vorhandenen Füllungen zeigten Sekundärkaries und Demineralisierungen.

Neben einer P. apicalis ist bei genauerem Betrachten des Röntgenbildes der Verdacht eines Resorptionsgeschehens zu vermuten. Dies könnte interner oder externer Genese sein.
Nach präendodontischem Aufbau und Gestalten der Zugangskavität zeigte sich, daß das apikale Gebiet durch eine Krümmung entgegen der Erwartung nicht einsehbar war. Der Substanzverlust um dies zu erreichen wäre sehr groß gewesen und hätte die Zahnwurzel stark geschwächt. Die Zugangspräparation war zudem bereits über die Schneidekante ausgedehnt.

Mittels apikalem Gauging lies sich uns die Größe des Foramen apikale mit #70 bestimmen. Nach Aufbereitung und ultraschallgestützter Desinfektion des Kanalsystems erfolgte die Trocknung und der Verschluss mit ProRoot MTA. Das Verdichten des MTA wurde vorsichtig mit Papierspitzen durchgeführt. Bei der zweiten Portion „rutschte“ der Plugger zum Einbringen des MTA plötzlich ohne Widerstand bis auf die gemessene Arbeitslänge des ersten Plugs. Das angefertigte Röntgenbild brachte keine Erklärung. Alles sah ganz gut aus. Beim weiteren MTA stopfen haben wir nahezu drucklos gearbeitet. Dies führte zu Lufteinschlüssen. Die letzten eingebrachten MTA-Schichten wurden wieder entfernt. Der Kanal getrocknet und wieder mit etwas mehr Druck auf das MTA gearbeitet.
Wie ließ sich das plötzliche „Durchrutschen“ des Pluggers erklären?
Das MTA wurde in die lateralen Bereiche der Resorptionslakune gepresst. Wenn die Ausdehnung vorher bekannt gewesen wäre, hätte die Behandlung kontrollierter und deutlich weniger zeitaufwendig durchgeführt werden können. Die Kontrolle der MTA-Applikation erfolgte durch Röntgenaufnahmen und einige Schritte mussten mehrfach wiederholt werden.  Die Routine des Behandlungsteams führte zu einem annehmbaren Ergebnis. Dies hätte aber durchaus ungünstiger verlaufen können.

Mit einem DVT und dem Wissen um die apikale Anatomie wäre ein kontrolliertes und damit sicheres Arbeiten möglich gewesen.  So war das Ergebnis eher ein Glücksfall.

Messaufnahme

MTA Plug 1

MTA Plug 2

MTA Wurzelfüllung 1

MTA Wurzelfüllung 3

MTA Wurzelfüllung 4

Abschlusskontrolle

Recall Zahn 46

von Bonald Decker

Momentan scheint bei WURZELSPITZE die Zeit der Recalls endodontischer Behandlungen zu sein…

Unter anderem wurden in diesem gestrigen Beitrag erneut die Möglichkeiten der Zahnerhaltung durch Endodontie eindrucksvoll aufgezeigt.

Nachfolgend unser jüngster Fall, der auch einigen Anlass zur Hoffnung auf einen weiterhin positiven Heilungsverlauf gibt.

Kurz zu den Eckdaten der Behandlung: Zweizeitiges Vorgehen, medikamentöse Einlage Ca(OH)2; Ultraschallaktivierte Spülung mit NaOCl, EDTA und CHX, Wurzelkanalfüllung mit erwärmter Guttapercha/Sealer (AHplus), adhäsiver Verschluss der Zugangskavität;

Recall Zähne 47 46 mit apikalen Aufhellungen

von Donald Becker

Vor einigen Wochen wurde hier bei WURZELSPITZE dieser Fall mit apikalen Aufhellungen an Zahn 47 und 46 in klinischen Bildern und Zahnfilmen sowie im DVT vorgestellt. Hier nun das erste Recall Röntgenbild 6 Monate post WF im Vergleich zum Ausgangszustand.

Stiftentfernung der besonderen Art

von Ronald Wecker

12 Jahre nach erfolgter Wurzelspitzenresektion entwickelte dieser Patient eine zunehmende klinische Symptomatik an Zahn 11.

Der Wurzelkanal war statt mit einem plastischen Material mittels apikalem Verschlusskegel aus Titan obturiert worden, eine Methode, die sich Mitte der 90’er Jahre einer größeren Beliebtheit erfreute. Nach Normbohrung wurde nach erfolgter Resektion intraoperativ ein Titankegel passender Größe in den apikalen Wurzelkanalanteil eingebracht und dort mittels Zement verankert.

Während mir der erste Behandlungsfall dieser Art noch vor Behandlungsbeginn einiges Kopfzerbrechen bereitete, konnte ich dieses Mal auf die bewährte Entfernungstechnik und  vorbereitete Ultraschallansätze zurückgreifen.

Als glückliche Fügung erwies sich dabei, dass das feine Ende eines Capillary-Tips von Ultradent exakt in die für die Aufnahme der Einbringhilfe vorgesehen Vertiefung im Titan-Kegel passt. So kann der gelockerte, aber das Lumen vollständig ausfüllende Kegel sehr elegant durch Saugkraft aus dem Kanal entfernt werden.

Die weitere Behandlung erfolgte nach bekanntem Schema: nach intensiver chemo-mechanischer Aufbereitung und Erstellen eines apikalen Widerlagers aus Kollagen wurde der apikale Kanalanteil mit MTA verschlossen. Vor dem adhäsiven Verschluss erfolgte die Insertion eines Glasfaserstiftes.

Kapsadapter für Sony Nex am Kaps SOM 62 (1)

von Olaf Löffler

Nachdem Test des Hanchadentadapters in diesem, jenem und noch diesem Beitrag haben wir nun den Adapter von Kaps für die Sony Nex5 am Kapsmikroskop getestet.

Auffälligster Unterschied war, daß der Kapsadapter ein vergrößertes Bild gegenüber dem Hanchadentadapter liefert. Die Behandlungsassistenz in unserer Praxis fand dieses Bild angenehmer. Allerdings ist dadurch das dargestellte Gebiet kleiner und etwas unübersichtlicher.

Wir haben uns die Mühe gemacht und versucht gleiche Situationen an einem Modellzahn darzustellen. Damit kann sich der Leser ein Bild von beiden Systemen machen.

Listenpreis des Kapsadapters € 1800,00. Es gibt diesen für die Kapsmikroskope und ebenso eine Zeissvariante.

Erste Aufnahme bei gleicher Vergrößerung (0,3).

Hanchadent

Kaps

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Zweite Aufnahme bei gleicher Vergrößerung (0,85).

Hanchadent

Kaps

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Dritte Aufnahme bei gleicher Vergrößerung (1,0).

Hanchadent

Kaps

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Vierte Aufnahme bei gleicher Vergrößerung (2,0).

Hanchadent

Kaps

Voxeltalk

von Christoph Kaaden

Über den klinischen Nutzen und Mehrgewinn an Informationen durch eine (präoperative) DVT-Aufnahme für eine vorhersagbarere endodontische Behandlung ist auf WURZELSPITZE mittlerweile zahlreiche Male berichtet worden.

Hier (I, II, III & IV) finden Sie bei Interesse nochmals eine Reihe dieser Beiträge.

Bei diesen handelt es sich in der Regel um  „Anwendungsbeschreibungen“, welche keine (theoretischen) Hintergründe zu dem zum Teil sehr komplexen Gebiet der digitalen Volumentomographie liefern.

Umso erwähnenswerter ist daher der von Marc I. Semper ins Leben gerufene Blog VOXELTALK.

 

 

Sein Initiator umschreibt dessen Intention wie folgt:

„Der Zweck dieses Blogs ist es die Grundlagen der DVT zu vermitteln,den diagnostischen Nutzen der DVT kritisch zu überprüfen und darzustellen, inwiefern deren Einsatz zu einer Verbesserung der Qualität der Diagnostik, der Behandlungsplanung und deren Langzeitergebnis führen kann.“ (Den kompletten Wortlaut finden Sie hier)

Beim Lesen der ersten Beiträge kann ich mir sehr gut vorstellen, wieviel Arbeit hier bereits investiert wurde. Nicht zu vergessen, dass die Texte ferner auch ins Englische übersetzt wurden!

Für jeden DVT-Interessierten wird VOXELTALK in Zukunft sicher einen der ersten Plätze in der Lesezeichenleiste einnehmen.

Bei mir auf jeden Fall.

Keep it up Marc!!!!

 

Dürr Speicherfolien – Praxisbericht (4): Fazit

von Hans – Willi Herrmann

Analog oder digital ?

Diese Frage kann ich nach nunmehr mehreren Jahren ganz klar mit „Ja zu Digital“ beantworten.

Im Vergleich zum analogen Film haben sich die Dürr- Speicherfolien bei uns in der Praxis bewährt und zwar  ohne Nachteile:

  • Die Verarbeitung geht wesentlich schneller.
    Kaum zu glauben, dass (wenn wir heute unsere Stoppuhr für das Aushärten des Impregum- Abformmaterials 6 Minuten  runterlaufen lassen) wir einstmals so lange haben auf unsere Röntgenbilder warten müssen.
  • Dann der Wegfall der Entwicklerwartung, die bei uns in der Regel nach 3 – 4 Wochen anstand.
    Eine Mitarbeiterin war damit insgesamt rund 45 Minuten beschäftigt. Und wehe, diese Mitarbeiterin war krank. Denn wie bei Allem brachte auch hier die Routine Sicherheit und Effizienz. Diese Problematiken fallen heute weg. Kein Entwickerl/Fixiererwechsel mehr, keine Entsorgung der Chemikalien. Auch die üblichen Veränderungen der Bildqualität zu Beginn und gegen Ende des Zyklusses, mit anfangs dunklen, aber irgendwann schlagartig hell werdenen Bildern gibt es nicht mehr.
    Sehr angenehm.
  • Dann die Bildqualität per se.
    Ich weiss noch, wie ich am Anfang die eingescannten Bilder mit meinen analogen Bildern verglich und zu dem Ergebnis kam, so schlecht seien die analogen Aufnahmen nicht. Heute kann ich diese Einschätzung – ganz ehrlich – nicht mehr nachvollziehen. Wenn ich heute analoge Bilder von Überweisern oder aus dem Altbestand diagnostizieren muss, dann vermisse ich die großformatige Darstellung der Speicherfolien und die Möglichkeiten ihrer Befundung und Auswertung auf dem Computerbildschirm. Ebenso wie die Möglichkeiten, mit dem Patienten am Bildschirm die radiologische Situation besprechen zu können.
    Mit dem analogen Röntgenbild am Röntgenbetrachter ? Keine Chance. Die Feinheiten im Format 3* 4 cm könnte man vielleicht einem Fachkundigen auf diese Art und Weise vermitteln, aber einem Laien ?
    Nur bei offensichtlichen Befunden, die sofort und unverkennbar ins Auge fallen, wäre  dies möglich, aber selbst das ist schwieriger. Natürlich könne man auch mit dem  Scan oder einem digitalen Foto des Röntgenbildes, auf den Computermonitor transferiert, arbeiten, aber der damit verbundene Aufwand ist doch im Praxisalltag ein größerer als im Falle der Speicherfolientechnik einfach das soeben gemachte Bild sofort zur Verfügung zu haben.  Als Beispiel, die unterschiedliche Bildqualität betreffend eine Gegenüberstellung eines analogen und eines digitalen Röntgenbildes, die gleiche Region zeigend.
  • Das Arbeiten mit den Speicherfolien ist weniger fehleranfällig. Sie tolerieren eine Über – oder Unterbelichtung wesentlich besser als der analoge Film. Selbst ein versehentlich falsch herum (also mit der Metallseite zum Röntgenstrahler hin) eingebrachtes Röntgenbild lässt sich noch gut auswerten. Scans mit 25 oder 40 Linienpaaren liefern sehr gute Ergebnisse. Weniger DPI sollten es dann aber nicht sein, hier werden das Qualitätsverluste sichtbar. Gut finde ich, dass bei jedem Röntgenbild die vorhandene Belichtung im Sinne einer korrekten (grün angezeigt) oder einer Unter/Überbelichtung (rot angezeigt) sofort am Computermonitor überwachen kann. Gerade in der Endodontie mit der Notwendigkeit mehrerer kurz aufeinanderfolgneder Aufnahmen ist damit die Möglichkeit gegeben, individuell auf die jeweilige patientenspezifische Situation angepasst, die Strahlenbelastung zu reduzieren. Apropos Strahlenreduktion – die immer wieder von Seiten der Industrie kolportieren deutlichen Einsparungen müssen leider als Marketing -Parolen angesehen werden. Bei uns liegt die durchschnittliche Aufnahmezeit lediglich eine Belichtungsstufe niedriger als zu unseren analogen Zeiten.

Aspekte der Wirtschaftlichkeit – analog vs. digital

Wer heute eine neue Praxis einrichtet, der wird  mit Sicherheit mit digitaler Röntgentechnologie starten. Wie steht es jedoch um Praxen, die zur Zeit noch analog röntgen und den Umstieg erwägen ?

Ohne Frage ist der Einstieg in die digitale Röntgentechnologie mit Investitionskosten nicht unerheblicher Größenordnung verbunden, die sich vermutlich nur amortisieren, wenn mit der digitalen Technik ein Zeitgewinn verbunden ist. Auch wenn eine solche Kosten/Nutzenrechnung im Praxisalltag nur schwierig bis unmöglich zu erstellen ist, so würde ich, aus dem Bauch heraus, postulieren, dass sich die digitale Technik auch finanziell lohnt, zumindest kein Zuschussgeschäft ist.

Für die „normale“ Zahnarztpraxis kann ich daher, selbst bei dafür notwendigem Umstieg von analog auf digital, die Speicherfolien – Technik als sinnvolle Anschaffung befürworten.  Gegenüber der konkurrierenden Sensor- Technik möchte ich noch ins Feld führen, dass insbesondere beim Arbeiten in mehreren unterschiedlichen Räumen mit jeweiliger eigener Röntgeneinheit (bei uns in 3 Behandlungszimmern) die Vorhaltung an Speicherfolien sowohl von der Logistik als auch von den Anschaffungskosten her in meinen Augen der kostengünstigere und einfacher zu handhabende Ansatz darstellt.

Leider kann ich diese Aussage für die endodontisch spezialisierte Praxis in dieser Form und Eindeutigkeit nicht mehr gelten lassen. Und dabei geht es mir nicht um die Vorteile des Sensors im Hinblick auf sofortige Verfügbarkeit des gemachten Röntgenbildes oder eine gegebenenfalls etwas bessere Bildqualität. Geschenkt, beide Aspekte sind im Praxisalltag zu relativieren.   Auch nicht um die Möglichkeit, schnell und einfach exzentrische Aufnahmen in Reihe durchzuführen, was zwar nicht oft gebraucht wird, dann aber in der Tat ein eindeutiges Plus der Sensoren darstellt. Vielmehr musste ich bedauerlicherweise feststellen, dass es uns nicht möglich war, die vom Hersteller angegebene Haltbarkeit der Speicherfolien von vielen Hunderten ja bis zu tausend Aufnahmen mit einer einzigen Speicherfolie zu erreichen. Nicht einmal näherungsweise.  In unserer Praxis stellten sich schon wesentlich früher Defekte auf der Speicherfolienoberfläche ein, die zu Artefakten auf den Aufnahmen führten.

Hierbei spielt sicherlich die endodontische Besonderheit unserer Praxis eine entscheidende Rolle. Die Patienten halten im Rahmen der Kontrollaufnahmen während der Wurzelkanalbehandlung den Zahnfilm mit dem Zeigerfinger fest und drücken diesen hierbei an den Flügel der Kofferdamklammer. Defekte auf der empfindlichen Filmoberfläche lassen sich so nicht immer vermeiden. Dies kann auch die von uns als zusätzlichen Schutz eingesetzte modifizierte Dürr Aufbissschutz- Pappfolie nicht grundsätzlich verhindern.

Die im Beispielröntgenbild Nr. 1 angeführten Defekte in Regio 25, 26 sind sicherlich als grenzwertig klein anzusehen. Dennoch können solche Defekte im Abschlussröntgenbild nach WF einen Seitenkanal, eine apikale Überpressung vortäuschen. Ab einer gewissen Defektgröße müssen daher die Folien aussortiert werden, selbst wenn gegebenfalls 99 Prozent der Folienoberfläche noch intakt ist. Beispiel Nr. 2 ist so ein Fall, der das Aussortieren der Folie zur Folge hatte.

Auch die Röntgenfilmhalter hinterlassen ihre Spuren, dies jedoch, wie im Filmbeispiel Nr. 3 zu sehen, am Bildrand auftreten,  was unschön aussieht, aber noch leichter zu tolerieren wäre. Alles in allem tauschen wir die Filmfolien nach ca. 6 Monaten aus. Über die Jahre kommt so eine nicht unbeträchtliche Summe an Filmkäufen zusammen. Ich buche dies für mich rechtfertigend als Verbrauchsmaterial ab, so wie es bei den analogen Zahnfilmen ja auch der Fall war. Aber ursprünglich war meine Entscheidung gegen den Sensor und für die Speicherfolie ja gerade im Hinblick auf den Aspekt der Kostenersparnis gefallen.  Zu einer Zeit, in der defekte Sensoren noch deutlich mehr an der Tagesordnung waren als  es heute zu sein scheint. Mit dem heutigen Wissen würde ich den Kostenaspekt im Vergleich Sensor- Speicherfolie als nebensächlich betrachten.

In der endodontischen Praxis wohlgemerkt, für die Allgemeinzahnarztpraxis mag das anders aussehen. Würde ich in einem solchen Szenario arbeiten, würde ich mich mit dem heutigen Wissen wieder für die Speicherfolien- Technik entscheiden. Für die endodontisch ausgerichtete Praxis ist die Speicherfolie kein Flop, aber der Sensor kann hier deutlich mehr Argumente in die Waagschale werfen, Boden gut und vielleicht sogar das Rennen machen.

Mal wieder ein Ärgernis

Von Bodald Necker

es wurde hier, hier und hier schon über Teilmatrizensysteme berichtet. Die Teilmatrizen selbst sind mehr oder weniger austauschbar, die Unterschiede sind hier eher gering. Bei den Spannringen gibt es jedoch große Unterschiede. Die universellsten Sspannringe sind in meinen Augen die V3 Ringe von Trio dent.

Wie auch andere Spannringe, können auch diese nicht ewig halten. Normalerweise verlieren Spannringe ihre Spannung und werden ausgemustert. Dass der V3 Ring bricht, und das auch noch ausgerechnet beim Aufsetzen im Mund des Patienten bricht, ist äußerst ärgerlich und für den Patienten auch schmerzhaft .

Schade.

Fette Stufe

von Ronald Wecker

Fast 15 Jahre nach der endodontischen Behandlung dieses 26 an einer deutschen Universitätszahnklinik zeigte sich eine langsam zunehmende klinische Symptomatik. Neben einer zeitweiligen Aufbissempfindlichkeit bemerkte der Patient einen deutlich unangenehmen Geschmack in der Region des Zahnes 26.

Das präoperative Röntgenbild liess neben einem nicht aufbereiteten mesialen Kanalsystem eine deutliche Begradigung des Originalkanalverlaufs in der mesialen Wurzel erkennen. Ob der palatinale Kanal vollständig aufbereitet worden war, lässt sich rein röntgenologisch nicht beurteilen.

Nach Anlegen der Zugangskavität wurde zunächst der im palatinalen Kanal befestigte Titanstift entfernt. Das nicht aufbereitetete MB2 System fiel sofort ins Auge. MB1 war stark kontaminiert. Nach Entfernung des Wurzelfüllmasse aus allen Kanälen konnte neben der iatrogenen Stufe in MB1 eine zur Furkation gelegene Perforation im Pulpakammerboden visualisiert werden. Nach initialer Aufbreitung  konnte der apikale Teil des bis dahin unaufbereiteten mesialen Kanalsystems instrumentiert werden. MB1 und MB2 konfluierten im mittleren Drittel und ergaben nach abgeschlossener Instrumentierung einen tropfenförmigen Querschnitt.

Nach sparsamen Bestreichen des apikalen Masterpointabschnittes mit Sealer erfolgte die Obturation in MB in warmer vertikaler Kompaktion. Der koronale Anteil wurde einschliesslich der Perforation mit MTA verschlossen.

Beim Auffinden des Originalkanals und der Überwindung der Stufen in MB und P kam die hier und hier bereits schon beschriebene Technik zum Einsatz.

DVT präoperativ – ja oder nein?

von Ostidald Wucker

Im vorliegenden Behandlungsfall stellte sich die Patientin ohne akute Beschwerden in unserer Praxis vor. Die Patientin ist sehr ängstlich und hat nach einer vorhergehenden endodontischen Behandlung eines Zahnes durch uns Vertrauen gefasst.

Nun sollten wir den Zahn 12 angehen. Anamnestisch ergab sich eine Behandlung vor längerer Zeit. Hin- und wieder Beschwerden, welche aber immer vergingen und nie besonders lang anhaltend oder heftig waren. Die Sondierungstiefen waren unter 3mm. Es lag kein erhöhter Lockerungsgrad vor. Die vorhandenen Füllungen zeigten Sekundärkaries und Demineralisierungen.
Röntgenologisch können sie sich am beiliegenden Bild orientieren.
Unsere Fragestellung: Sollte präoperativ diagnostisch ein DVT angefertigt werden?
Wie ist Ihre Meinung?

Take Our Poll

Endo-Paro-Läsion –Comeback–

von Bonald Decker

Kombiniert auftretende Erkrankungen von Endo- und Parodont zeigen sich im zahnärztlich klinischen Alltag des Öfteren. Dabei kann es ggf. schwierig sein, die tatsächliche Ätiologie der Erkrankung zu bestimmen.

Anbei unser jüngster Fall nach einem neunmonatigen Nachuntersuchungszeitraum, bei dem wir initial eine primär endodontale Läsion mit sekundärer Beteiligung des Parodonts als Ursache für radiologisch erkennbare erhebliche Osteolyse ausgemacht hatten.

Unsere Therapie beschränkte sich daher auf eine zweizeitig durchgeführte chemo-mechanische Reinigung der vier Wurzelkanalsysteme mit anschließender Wurzelkanalfüllung unter Verzicht auf eine parodontale „Intervention“.

Der bisherige Heilungsverlauf stimmt mich positiv, dass unser Therapieansatz Wirkung zeigt.

:-)

Weitere Informationen zu dieser Thematik findet Sie u.a. ggf hier und hier.

Dürr Speicherfolien – Praxisbericht (3): Der endodontische Workflow

 von Hans – Willi Herrmann

Mittlerweile ist es schon einige Jahre her, dass wir auf die Dürr Speicherfolien umgestiegen sind. Und fast so lange schon habe ich versprochen, über unseren Workflow im täglichen Ablauf zu berichten. Zwischenzeitlich von verschiedener Seite immer mal wieder angefragt (dieser Bericht war für August 2012 angekündigt), hier nun also unsere Erfahrungen diesbezüglich. Wenigstens kann keiner sagen, die gemachten Erfahrungen (hier finden Sie Teil 1 und Teil 2) seien nicht längerfristig bewährt.

Mittlerweile allgemein bekannt ist die Tatsache, dass die Speicherfolien- Systeme sich der Kombination eines zahnfilmähnlichen Aufnahmemedium und einer digitalen Entwicklungseinheit bedienen.

Was zwei augenscheinliche Vorteile hat: Das Handling ist wie von einem analogen Zahnfilm her gewohnt, es gibt also keine Ein- und Umgewöhnungseffekte von Seiten der Benutzer. Und im Gegensatz zur überwiegenden Mehrheit der Sensorsysteme ist die Speicherfolie kabelfrei und hauchdünn und lässt sich so für den Patienten angenehmer, weil zum Beispiel mit deutlich weniger Würgereiz platzieren. Manche Patienten beklagen allerdings das „Einschneiden“ der Speicherfolie im Mundboden, etwa im gleichem Maße wie es von den analogen Filmen bekannt ist.

Der Dürr Vistascan Mini Plus ist die digitale Entwicklungseinheit der Folien, vergleichbar mit unserem Dürr XR 24 Röntgenentwickler aus analogen Zahnfilm und OPG – Zeiten.
Im Gegensatz zu diesem (ehemals „zentral“ im Röntgenraum positioniert), haben wir den Folienscanner (bei deutlich kleineren Abmaßen, er geht in etwa auf eine Din A 4- Fläche) in unserem Behandlungszimmer 1 auf der Hinterkopfzeile aufgestellt.
Wohlwissend das dort ca. 90 % unserer Röntgenaufnahmen stattfinden.
Ziel war es, so schnell wie möglich die fertige Aufnahme vor Augen haben zu können.

Dies ist, nach Desinfektion und Weiterverarbeitung des Zahnfilms ( Aufreissen der Schutzhülle, Einlesen in den Scanner, Scanvorgang) nach 45 Sekunden der Fall.

Und damit rund 35 Sekunden später als beim Sensor.
Berücksichtigt man jedoch die wesentlich leichtere, einfachere und damit oftmals schnellere Platzierung des Sensors (ein Fakt, den uns sensorgewohnte Hospitanten immer wieder bestätigen), so relativiert sich der Zeitverlust in vielen Fallen noch weiter.

Voraussetzung für den Scanvorgang in dieser Zeit ist das Scannen bei 1270 dpi / 25 Linienpaaren. Diese Einstellung kommt bei uns für alle Aufnahmen zur Anwendung, die intraoperativ gemacht werden, wie zum Beispiel Röntgenmessaufnahmen. Kontrollaufnahmen zum Beispiel post WF, nach Ende der Behandlung, nach Abnahme des Kofferdams oder diganostische Aufnahmen im Rahmen des Recalls oder zur endodontischen Eingangsuntersuchung werden bei 40 Linienpaaren angefertigt, brauchen dafür aber rund 20 Sekunden länger. Ziel dieser Maßnahme ist es, die bestmögliche Bildqualität bei vertretbarem Zeitrahmen zu erhalten.

Die Speicherfolien werden bei uns, genau wie zu analogen Zeiten, in Rinn- Rechtwinkelhaltern verwendet. Röntgenmessaufnahmen machen wir ohne Halter, verwenden zur Fixation eine Moskito – Klemme. Da es sich bei den Speicherfolien um „Filme“ mit einer entsprechenden empfindlichen Oberfläche handelt, die im Rahmen der Röntgenmessaufnahmen vom Patienten an die im Munde sich befindlichen Kofferdam- Klammern gedrückt werden, schützen wir die Folien, indem wir sie nach Verpacken in der Dürr – Schutzhülle mit einer zusätzlichen Papp- Schutzhülle umgeben.
Hierfür verwenden wir die von der Firma Dürr als Zubehör erhältlichenBißschutzhüllen für Aufbißaufnahmen, die wir für unsere Zwecke zweckentfremden und auf die benötigte Größe hin zuschneiden. In 98 Prozent der Fälle sind dies Speicherfolien der Größe 2, die den bekannten „normalen“ Zahnfilmen von 3*4 cm entsprechen.

Worüber wir nicht diskutieren müssen: Klar den Speicherfolien überlegen ist ein Röntgensensor im Übrigen bei der Anfertigung mehrerer exzentrischer Röntgenaufnahmen oder für den Fall, dass die gewünschten Strukturen projektionsbedingt nicht im Bild erscheinen. Letzteres kommt zwar eher selten vor, aber in diesem Fällen ist das Handling mittels Sensor deutlich besser, die Speicherfolienvariante hingegen wesentlich zeitaufwändiger und schwieriger.

Noch eine Bemerkung am Rande: Um die oben genannte kurze Scanzeit zu erreichen, ist es notwendig, dass die die Behandlung begleitende Assistenz im Vorfeld alle notwendigen Vorbereitungen trifft. Dazu gehört das Einstellen aller Parameter am Röntgengerät, in der DBS Win- Software (Patient, Zahn, Behandlungszimmer, Überprüfung der vorgeschlagenen Belichtungszahlen), weiterhin die rechtzeitige Bereitstellung des Desinfektionstuches. Die Aufnahme an sich nehme ich im Rahmen endodontischer Maßnahmen persönlich vor, ebenso wie das Einlesen der Speicherfolie. Sind alle Voraussetzungen seitens der Assitenz erfüllt, was kein Hexenwerk ist, dann gelingt ein zeitnahes Betrachten des Röntgenbildes, so dass  ein Gefühl der „Wartezeit“ gar nicht erst aufkommt.

Wie fällt nun mein abschließendes Fazit aus, nach mehreren Jahren des Arbeitens mit diesem System ? Darüber berichte ich nächste Woche (mit erläuternden Bildern) im abschließenden letzten Teil dieser Serie.

Glück gehabt

von Ronald Wecker

Das alio loco angefertigte OPG liess mich die Entfernbarkeit des Instrumentenfragmentes als zumindest fraglich einordnen. Zahn 37 war stark nach mesial geneigt und zudem als Brückenpfeiler für eine unproblematische Optimierung der Zugangskavität nicht unbedingt sonderlich gut geeignet.

Erschwerend hinzu kam, dass es neben der mesio-distalen noch eine ausgeprägte bukko-linguale Krümmung im betroffenen mesiobukkalen Kanalsystem gab.

In Fällen, in denen eine Kommunikation oder Konfluation der mesialen Kanalsysteme nicht unwahrscheinlich ist, bietet das nicht blockierte Kanalsystem eine gute Möglichkeit das apikale Drittel chemo-mechanisch aufzubereiten, ohne dass dabei das frakturierte Instrument entfernt werden muss. Das präoperativ angefertigte DVT zeigte, dass MB nahezu rechtwinkelig in ML mündete.

Bereits das erste Instrumentieren mit vorgebogenen Handinstrumenten zeigte, dass ein Passieren der Kommunikationsstelle problemlos möglich war. Nach initialer Erweiterung des ML wurde begonnen, das Fragment im koronalen Anteil freizulegen. Um eine versehentliches Verbringen des Fragmentes aus MB in ML zu verhindern wurden D und ML mit Schaumstoffpellets abgedeckt. Eine sinnvolle Massnahme, wie ich später noch erfahren sollte.

In der zweiten Behandlungssitzung kam diese Vorsichtsmassnahme leider nicht zum Einsatz und die Strafe folgte auf den Fuss: Nachdem mittels vorgebogener Endosonorefeilen das Fragment zunächst gelockert werden konnte, kam es bei der nächsten „Spülaktion“ zum Lösen des Fragmentes mit zeitgleicher Verbringung in den schon aufbereiteten ML.

Sofort fiel mir die Geschichte von Cliff Ruddle ein, die jener auf der 2. Jahrestagung der DGEndo in Köln im Jahre 2003 zum besten gab. Nachdem ihm dasselbe Missgeschick wie mir passiert war, eröffnete er der Patientin, dass er eine gute und eine schlechte Nachricht für sie hätte: die gute war, dass er das Instrument aus dem einen Kanal entfernen konnte, die schlechte, dass es nun im anderen Kanal verschwunden war.

Ich hatte Glück, da sich das Fragment innerhalb der nächsten Sekunden mit ein wenig Ultraschallunterstützung und einer Endosonorefeile entfernen liess. Freilich erst, nach dem ich diesmal alle anderen Kanäle mit Schaumstoff abgedeckt hatte. Eigene Missgeschicke prägen sich offensichtlich besser ein, als welche die man vom Hörensagen kennt.

Optische Täuschung

von Olaf Löffler

Manchmal sitz man über einem Zahn und sieht in der Behandlung im Mikroskop Bilder, bzw. besser gesagt Figuren, welche sich manch anderem nicht gleich oder nur schwer erschließen. Für mehr Informationen hier klicken und ein anschauliches Beispiel kann man hier finden.

Gerne möchte ich mal zur Abwechslung ein solches vorstellen und eine kleine Reihe solcher Bilder beginnen.

Dieses Bild entstand in der Behandlung eines unteren Molaren nach Entfernung einer Teilkrone und während der Kariesexkavation. Das Pulpenkavum zeigte sich vollständige mit Reizdentin ausgekleidet.

Das Bildmotiv: Schmetterling mit Wurm.

Prämolar mit Upsi

von Bonald Decker

Die Anwendung eines M4-Winkelstücks in Kombination mit C-Pilot Feilen (Fa. VDW;bevorzugt ISO 006) zum möglichen Management obliterierter Kanalsysteme zählt bei uns zu einer der möglichen „Waffen“ bei solch einer klinischen Problematik. In einem späteren Beitrag werde ich unsere Vorgehensweisen bei verschiedenen klinischen Situationen vorstellen. Deren Anwendung schätze ich (eigentlich) als „sicheres“ Procedere ein und Komplikationen hierbei sind mir (quasi) unbekannt…

Dass diese mit der Technik jedoch (bzw. „natürlich) möglich sind, zeigt ein jüngst überwiesener Patientenfall.

Der Zuweiserin war eine ISO 006 C-Pilot Feile während der Anwendung im M4-Winkelstück auf voller Arbeitslänge frakturiert. Ihre ursprüngliche Freude über das erfolgreiche Auffinden eines zweiten Kanalsystems bei diesem Unterkiefer-Prämolaren währte daher nicht lange.

Frakturiertes Instrument in UK Prämolar mit 2 Kanalsystemen

Nach koronaler Freilegung des Fragmentes mittels Munce Discovery Bohrern und Ultraschallansätzen gelang es uns den Instrumentenanteil mittels „Hülsentechnik“ zu entfernen. Hierzu wurde eine passende Kanüle gewählt und diese nach Befüllung mit dual-härtendem Komposit über den freigelegten Fragmentanteil gestülpt. Nach Polymersation des Materials war dann eine Entfernung mittels Zugbewegung erfolgreich.

Der restliche Teil der zweizeitig durchgeführten Behandlung stellte sich dann als unproblematisch dar…

Als Ursache für die aufgetretene Instrumentenfraktur sehe ich einen zu forcierten und zu frühzeitig gewählten Einsatz der M4-C-Pilot-Kombination an und war nicht den Materialien und Instrumenten zuzuschreiben.

Gut, dass sich das Malheur beheben liess.

:-)

Ungewöhnliches Frontzahntrauma

von Ronald Wecker

4 Jahre nach einem Hundebiss im Bereich der Oberkieferfront stellte sich die junge Patientin erstmalig bei uns vor. Ausser einem Röntgenbild und einer ersten klinischen Inspektion waren  keine weiteren therapeutischen Massnahmen möglich. Zahn 11 zeigte eine irreguläre Oberfächenstruktur. Die beiden in den Jahren 2011 und 2012 angefertigten Einzelbilder dokumentieren neben dem zunehmenden Hartsubstanzverlust eine sich entwickelnde apikale Aufhellung.

Im präoperativ angefertigten DVT ist eine für einen Oberkiefer-Schneidezahn ungewöhnliche Anatomie zu erkennen. Anstelle des zu erwartenden rundlichen Wurzelquerschnitts zeigt sich eine Aufteilung in eine bukkale und eine palatinale Wurzel.

Der Wurzelkanalhohlraum des bukkalen Anteils erscheint deutlich und unregelmässig erweitert. Palatinal ist eine apikale Aufhellung zu erkennen.

Die Behandlung konnte aufgrund der anfänglichen schlechten Compliance erst 6 Jahre nach dem Frontzahntrauma durchgeführt werden und erfolgte zweizeitig. Der alio loco angefertigte Kompositaufbau erleichterte das Anlegen des Kofferdams. Während die Zahnhartsubstanz im Bereich des palatinalen Kanaleingangs ein sehr  homogenes Erscheinungsbild hatte, konnten im bukkalen Anteil deutliche Resorptionslakunen visualisiert werden. Durch intensive ultraschallunterstützte Irrigation konnte das vorhandene Gewebe entfernt und nach anschliessender Trocknung eine medikamentöse Einlage mit CaOH2 durchgeführt werden.

In der zweiten Behandlungssitzung waren im Pulpakavum und in den Wurzelkanälen keine vaskularisierte Gewebereste mehr vorhanden. Die Obturation im bukkalen Kanalanteil erfolgte in warmer vertikaler Kompaktion. Aufgrund des großen Querschnitts des Foramens und der fehlenden Konstriktion wurde der palatinale Kanalanteil  mit MTA obturiert. Nach Insertion eines Quarzfaserstiftes wurde die Zugangskavität dentinadhäsiv verschlossen.

Das primäre  Behandlungziel ist der Erhalt des Zahnes bis zum implantationsfähigen Alter. In der Zwischenzeit soll der Zahn nach neuem dentinadhäsivem Aufbau kieferorthopädisch eingeordnet und anschliessend mit einem laborgefertigten Langzeitprovisorium versorgt werden.

Das präoperativ angefertigte DVT ermöglichte neben der exakten Planung der einzelnen Therapieschritte auch das fast schon „navigierte“ Ducrhführen der endodontischen Behandlung.

Zahlungssysteme

von Olaf Löffler

Mitunter werden wir von Patienten gefragt, ob sie nicht mit Karte bezahlen können. EC Karten oder Kreditkartenlesegeräte haben wir nicht im Einsatz. Im Moment scheuen wir eine Investition, da sich offensichtlich einiges am Markt bewegt.
Die angebotenen Geräte, Kosten und Bedingungen sind oftmals kaum zu durchschauen.
deswegen sind Tipps für Kollegen gern in den Kommentaren erwünscht.

Eine mir von Arne Neumann genannte Alternative ist iZettl. Im Internet sind einige Informationen zur Herkunft zu finden, wie hier.

Ein anderer Anbieter (Payleven) mit ähnlichem Auftritt bietet sogar 50€ Cashback an. Damit wird das Lesegerät zu ca. 50% subventioniert. Infos gibt es hier.

Weitere Anbieter sind Streetpay,

Wie sind Ihre Erfahrungen und welche Systeme haben Sie im Einsatz?

Take Our Poll

3D auf Rädern

von Christoph Kaaden

Für pfiffige Geschäftsideen und dem Traum es vom „Tellerwäscher zum Millionär“ zu schaffen ist die U.S.A. weltweit bekannt geworden. Daran haben bis heute Wirtschafts- und Politkrise des Landes nur wenig geändert.

Hier ein link zu einer ungewöhnlichen Idee und Serviceleistung im Dentalbereich…

DVT auf Rädern

Vielleicht ja auch in Deutschland eine Geschäftsidee…

;-)

P.S.:Mein Dank gilt Marc I. Semper für den Hinweis zu diesem link

Was zeigt das DVT ? (3)- Die Auflösung

von Hans – Willi Herrmann

Im hier vorgestellten Fall suchte die Patientin unsere Praxis zur Revision der vorhandenen Wurzelkanalfüllung an Zahn 46 auf. Anlass war eine vor 9 Monaten aufgetauchte, auf Antibiotikagabe ansprechende extraorale, den Unterkieferrand umfassende Schwellung der linken Gesichtshälfte.

Das angefertigte DVT zeigte, den Zahn 46 betreffend, eher unauffällige Verhältnisse.
Zwar weist die distale Wurzel eine kleine apikale Aufhellung auf, als Ursache für eine massive Schwellung, wie von der Patientin beschrieben, erscheint der Befund aber eher atypisch.

Stattdessen zeigte sich im DVT (ein reiner Zufallsbefund wohlgemerkt) das Vorhandensein eines Speichelsteines im Ausführungsgang der Glandula sublingualis bzw. Glandula mandibularis. Der Speichelstein liegt einige Millimeter unterhalb des Mundbodens und ist daher klinisch nicht sichtbar. Selbst nachdem ich weiß, wo er aufzufinden ist, findet sich im Mund zunächst kein Hinweis. Komprimiert man den Mundboden mit dem Fingern oder einem Spiegel zeichnet sich der Speichelstein sichtbar ab, um nach Wegnehmen des Druckes sofort wieder in der sublingualen Tiefe des Mundbodens zu verschwinden.

Therapie
Chirurgische Exzision des Speichelsteines.

Eine Revision der Wurzelkanalfüllung erscheint nicht kausal notwendig, um eine erneute Schwellung zu verhindern, entsprechende Termine wurden gestrichen.

2D vs. 3D

von Bodald Necker

um es gleich vorauszuschicken, bei diesem Fall liegt kein DVT vor.
Jedoch stellten uns die klassischen 2D-Röntgenbilder vor Rätsel.
Zahn 12 und 13 sollten entfernt werden, da sie nicht mehr erhaltungswürdig sind.
Doch woher kommt plötzlich der Wurzelrest in Regio 14?


Auf vorhergehenden Bildern war er nicht als solcher zu erkennen.
Überlagerung?


Möglich. Denn der gegossene Stiftaufbau, der im Zahn 13 zu erkennen ist, scheint nicht unbedingt in der gleichen Achse zu liegen, wie die WF. Könnte als eine Überlagerung sein.

Ein DVT hätte hier Klarheit im Vorfeld geschafft.
Aber was wäre hier, in diesem Fall, der Nutzen gewesen?
Die Zähne 12 und 13 sollten gezogen werden. Dann wird der Wurzelrest 14 mit entfernt.
Meiner Meinung nach brächte das DVT hier keinen Vorteil, denn auch auf dem 2D-Bild ist zu erkennen, dass sich die Überraschungen in Grenzen halten werden, auch wenn plötzlich ein „neuer“ Wurzelrest auftaucht.

Also Lokalanästhesie und Extraktion.
Schon nach der Entfernung des 13 war das Rätsel gelöst.
Längsfraktur der Wurzel an 13 mit Dislokation des Fragmentes um mehr als einen halben Zentimeter.

Da die Zähne sowieso zur Extraktion anstanden war es hier kein Problem, wenn es um Zahnerhaltung gegangen wäre, hätte man mit einem DVT deutlich genauere Informationen erhalten. Ich gehe davon aus, dass aber in diesen Fall zwei zusätzliche exzentrische Bilder Klarheit gebracht hätten.

Half Topic

von Jörg Schröder

Gäbe es die Möglichkeit als Tester für Anwendungssoftware sein Geld zu verdienen, wäre ich eine geeignete Person. Das Lesen von Bedienungsanleitungen gehört nämlich nicht zu meinen Stärken. Insofern ist die intuitive Bedienbarkeit einer Software für mich von besonderer Bedeutung.

Das von Apple angebotete Programm „iMovie“ ermöglicht nach kurzem Ausprobieren und unter rudimentärer Nutzung der mitgelieferten „Hilfe“sehr rasch die Erstellung eines kleinen Films, der aufgrund der Verwendung der angebotenen Grundthemen einen zumindest semiprofessionellen Eindruck erwecken kann.

Hier ein kleines Beispiel:

Wurzelspitze Ü Day 4, Teamday 5 Salzburg 2013 in Bildern

von Hans – Willi Herrmann

Nachfolgend ein paar fotografische Impressionen vom diesjährigen WURZELSPITZE Ü-Day / Teamday in Salzburg.

Ein besonderes Dankeschön geht an unseren Patienten Herrn H. aus S., der mir liebenswerterweise seine Leica M Monochrom zum Ausprobieren zur Verfügung stellte.

2D vs. 3D (XXV)

von Ronald Wecker

Eine palatinal auftretende Fistelöffnung war der Grund für die Vorstellung dieses Patienten in unserer Praxis. Der Patientt erinnerte sich an einen einige Jahre zurückliegenden chirurgischen Eingriff. Das präoperative Einzelbild zeigte  periapikal gelegenes Fremdmaterial, eine Aufhellung im Bereich der palatinalen Wurzel, sowie eine diffuse Aufhellung interradikulär.

Erst im DVT war die unvollständig durchgeführte Resektion der palatinalen Wurzel zu erkennen. Intraoperativ zeigte sich ein unbehandelter MB2. Die palatinale Wurzelfüllung war sehr stark kontaminiert. Das in die iatrogene Perforation hineingewachsene Gewebe verhinderte anfänglich das Visualisieren des apikalen Obturationsmaterials.

In der zweiten Behandlungssitzung war die Fistelöffnung abgeheilt. Nach ultraschallunterstützter Präparation der Perforationsränder wurde nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers zunächst der palatinale Kanal mit MTA verschlossen. Vor der Aufbereitung der bukkalen Kanalsysteme erfolgte zunächst die Abdeckung des MTA mit einem Flow-Komposit.

Bei der endodontischen Revisionsbehandlung bereits resezierter  Zähne ermöglicht das DVT  eine wesentlich exaktere Beurteilung der präoperativen Ausgangslage und verbessert somit  Planung und Durchführung der vorgesehenen Behandlung.

Dichtung (2)

von Olaf Löffler

Über die Abdichtung der Kavitätenränder vor einer Füllungstherapie wurde bereits hier geschrieben.

Passend dazu hier ein Beispiel, wie man dies mit Teflonband unter Verwendung von Garrisonmatritzen umsetzen kann.

Medizinischer Portlandzement – update

von Christoph Kaaden

Auf Wurzelspitze wurde in der Vergangenheit schon mehrfach über den medizinischen Portlandzement aus der Schweiz berichtet. Erstmals 2008 hier. Einige Zeit später folgte ein Artikel über dessen Weiterentwicklung, sowie ein Fallbericht. Fazit der Beträge war unter anderem, dass eine verbesserte Röntgenopazität des Materials für die Anwendung in der Endodontologie wünschenswert wäre…

Diesem Wunsch wurde nun Gehör geschenkt. Seit Kurzem ist der medizinische Portlandzement mit einem Zirkonium-Zusatz als Röntgen-Kontrastmittel erhältlich.

Nähere Informationen finden Sie hier.

Was zeigt das DVT ? (3)- Der Fall

von Hans – Willi Herrmann

Die 35 jährige Patientin ist vom Hauszahnarzt überwiesen zur WF – Revision 46.
Ihr zweites Kind ist nun 6 Monate alt und endlich  findet sie  die Zeit zur Vorstellung in unserer Praxis.
In der Schwangerschaft hatte sie eine zwar nur leicht schmerzhafte, aber dafür umso mehr entstellende Schwellung der rechten unteren Gesichtshälfte, den  Unterkieferrand umfassend. Das Geschehen  wurde mit Antibiotikagabe therapiert und verschwand Gott sei Dank nach ein paar Tagen wieder. Zwischenzeitlich kam die Schwellung in geringer Form noch eins, zwei mal wieder, aber kein Vergleich zum Erstbefund und ohne Schmerzen.

Soweit die Schilderungen der Patientin.

Klinisch zeigt sich der Zahn 46 vollkommen unauffällig.
Taschenmessung an 6 Messpunkten ergibt an Zahn 46 Taschentiefen von 2 mm, der Klopftest an 46 ist negativ, der Kältetest natürlich auch.

Hier das Röntgenbild und wieder die Frage nach der Therapie.
Die Auflösung gibt es übernächste Woche.

Neues aus Frankreich?

von Christian Danzl

Diesmal hab ich es nicht geschafft auf die IDS zu kommen. Deshalb kommen die Neuerungen etwas später bei mir an.
Bei Durchblättern der Beilage eines, mir regelmässig unaufgefordert zugeschickten, Fachblattes für hochwertige Zahnmedizin, bin ich auf einen neuen Endomotor von Satelec gestossen. Nennt sich Endocenter. So wie es aussieht ist es eine erweiterte Version des  iEndo dual, der zusätzlich zur rotierenden Aufbereitung eine frei programmierbare reziprokierende Bewegung zulässt.
Dieser ist erweitert worden um eine Ultraschalleinheit mit integrierter Pumpe für Spülflüssigkeiten.
Auf der Homepage von Sattele ist zu lesen (Zitat):
„SATELEC® is the first and only manufacturer worldwide to combine an electric motor (rotary and reciprocal) and ultrasonic functions with an outstanding irrigation system.“

Ja, was soll man dazu sagen.
Schlumbohm hat auf der IDS eine Peristaltikpumpe für das Ultraschall-Handstück seines EndoPilot/CoPilot vorgestellt. Auslieferung wird Mitte Mai beginnen. So alleine ist Satelec auf dem Markt also nicht, wenn es darum geht, einen reziprokfähigen Endomotor und ein Ultraschallhandstück mit Flüssigkeitszufuhr zu kombinieren.

Mit dem kleinen, aber nicht unbedeutenden, Unterschied, dass Schlumbohm zusätzlich Funkfußanlasser, Akkupack, Downpack/Backfill-System, passendes Cart, Updateservice und einen kontinuierliche Apexlocator dazu anbieten kann.

Leider sind die Peristaltikpumpe und andere Neuheiten für den EndoPilot in verschiedenen Ausbaustufen noch nicht auf der Homepage zu sehen, sie werden dort aber in Kürze erscheinen.

Langen Atem …

von Ronald Wecker

… benötigt man manchmal, bis sich eine durchgeführte endodontische Behandlung auch radiologisch als Erfolg erweist.

Nachdem das präoperative Bild eine für ein Frakturgeschehen typische j-förmige Aufhellung zeigte, konnte intraoperativ keine Frakturlinie visualisiert werden. Bereits 6 Tage nach der initialen endodontischen Therapie war die vorhandene Fistelung abgeheilt.

Das nach 6 Monaten erstellte Recall-Bild war noch kein Anlass zur Zufriedenheit, da sich insbesondere interradikulär noch eine deutliche Aufhellung nachweisen ließ.

2 Jahre nach Behandlungsabschluss jedoch war schliesslich auch eine vollständige Ausheilung des interradikulären Prozesses zu beobachten.

Wie würden Sie entscheiden? (2)

von Ostidald Wucker

In dem hier vorgestellten Fall ist der Zahn 21 nicht erhaltbar. Ein Versuch des Zahnerhaltes würde wahrscheinlich die Situation für eine spätere Implantation deutlich beeinträchtigen. Die Lage der Resorptionslakune palatinal ist für einen adhäsiven Verschluss sehr ungünstig.
Der Patient ist ca. 45 Jahre alt. Eine Implantation scheint die optimale Alternative zu sein.

Mögliche Komplikationen wurden in den Kommentaren bereits genannt und rechtfertigen keine „herodontischen“ Versuche. Allerdings war da noch etwas.

Beim Betrachten der DVT Bilder und der Röntgenbilder ist erkennbar, daß am Zahn 23 palatinal ebenfalls ein Resorptionsgeschehen entstanden ist. Die Ausdehnung der Resorptionslakune ist deutlich kleiner. Lässt aber eine starke Nähe zur Pulpa vermuten.
23 zeigt eine positive Reaktion auf Kälte.

Deshalb ist die Behandlung der externen Resorption des Zahnes 23 der nächste Behandlungsschritt. Eine endodontische Behandlung des Zahnes ist nicht geplant.

Neustart (VII) – Kinderkrankheiten (II) – Update

von Christoph Kaaden

Drei „Episoden“ umfassen unsere Erfahrungsberichte kleiner und grosser „Kinderkrankheiten“ einer Praxisneugründung mittlerweile…

gesammelt über die letzten circa zwölf Monate…

Zeit, für ein kleines Update…

Eines der Probleme handelte von unseren Mikroskop-Erfahrungen.

Nach zahlreichen Terminen diverser (innig bemühter) Techniker konnte eine Fehlerbeseitigung leider von keiner (Firmen-) Seite aus erzielt werden…

daher fiel vor Kurzem von Herstellerseite aus die Entscheidung …

…Ultima ratio…

…Austausch des Mikroskops gegen ein Neugerät….

…so geschehen…

…gestern…

…reibungslos und sehr professionell…

…mein Dank gilt insbesondere den Ansprechpartner Denis Schernich und Mario Köhler (sowie den Technikern) der Firma Zeiss…

…die (nahe) Zukunft wird zeigen (müssen), ob diese Massnahme unsere „Mikroskop-Kinderkrankheit „ausgeheilt“ hat…

…alle Beteiligten hoffen sehr (sehr) darauf…

…ich werde berichten…

37 c-shaped

von Ronald Wecker

Die Vermutung dass der zu behandelnde 37 ein c-förmiges Kanalsystem aufweist, lag schon bei der Betrachtung des präoperativen Röntgenbildes nahe.

Entscheidend für die mechanische Bearbeitung ist dabei jedoch die Frage, ob ein vollständiges C oder ein semikolonartiger Kanalverlauf vorliegt.

Das angefertigte DVT konnte den Sachverhalt klären, sodass anschliessend eine gefahrlose Präparation mittels Endosonore-Feilen möglich war.

 

Wie würden Sie entscheiden?

von Ostidlald Wucker

Dreidimensionale Röntgenaufnahmen sind für die verschiedensten Indikationen im Bereich der Zahnerhaltung wichtig.
Sie können uns Aufschlüsse zur geplanten Behandlung geben.
In diesem Fall wurde für den Zahn 21 ein DVT angefertigt. Die Fragestellung lautet: Ist ein Zahnerhalt möglich und sinnvoll?
Z.n. Trauma (Fussball kontra 21) vor mehr als 5 Jahren. Der Patient wurde über einen längeren Zeitraum an diesem Zahn endodontisch behandelt. Die nicht nachlassenden Beschwerden führten zu einer Vorstellung in unserer Praxis.
Perkussionsschmerz horizontal und lateral, erhöhte Sondierungstiefen circulär zwischen 9-6mm, Lockerungsgrad I.
Wie würden Sie entscheiden?
Diagnose: invasive cervikale Resorption 21und
( Schreiben Sie in den Kommentaren Ihre Entscheidung. )

Widerlager – ja oder nein ?

von Bonald Decker

Es vergeht kaum einmal ein Tag in unserer Praxis, an dem wir kein MTA verwenden (müssen).

Die Anwendungsbereiche sind dabei mannigfaltig. Von der (bei uns sehr selten durchgeführten) direkten Pulpaüberkappung über Apexifikationen, Perforationsdeckungen bis hin zur Revitalisierungstherapien.

MTA Anwendung Perforationsdeckung

MTA Apexifikation

Revitalisierungstherapie

Insbesondere bei der Perforationsdeckung sowie Apexifikationen stellt sich dabei ggf. die Frage nach einem notwendigen (resorbierbaren) Widerlager. Dessen Verwendung soll helfen eine Materialextrusion zu Vermeidung. Hierfür kommen primär (xenogenes) Kollagen oder Kalzium-Sulfat in Frage.

Laut Torabinejad et al. (1995) verschlechtert eine Material-Extrusion von MTA dessen Abdichtungseigenschaften nicht signifikant und erlaubt trotzdem eine Zementogenese. Unter anderem aus diesen Gründen verzichten wir zumeist auf ein Widerlager.

Anbei unser jüngster Recall-Fall, bei dem ich unabsichtlich etwas MTA über den offenen Apex verbracht habe.

Die Studienergebnisse von Torabinejad et al. scheinen sich hier auch klinisch/radiologisch zu bestätigen und wir werden weiterhin nur sehr selektiv ein Widerlager verwenden…

Was zeigt das DVT (2) – Die Auflösung

von Hans – Willi Herrmann

Der Fall von letzter Woche zeigte apikale Aufhellungen an den Zähnen 46 und 47 als Zufallsbefund bei für die Patientin vollkommen unauffälliger klinischer Situation (keine Beschwerden, geschweige den Schmerzen an den Zähnen 46, 47, die vorhandene Fistel blieb der Patientin verborgen). Hier noch einmal  Ausgangsröntgenbild und intraorales Foto des Fistelgangs.


Die Behandlungsbedürftigkeit stand für mich ausser Frage, Wurzelkanalbehandlung der Zähne 46 und 47.

Diese Therapieentscheidung zu treffen hätte es für mich keines DVT´s bedurft, da stimme ich GS in seiner Einschätzung zu.

Kollege K fragte nach Perkussionsbefunden, Sensibilitätstests und PA – Befund. Perkussion war negativ, der Sensibilitätstest mittels Kältespray beim  Untersuchungstermin am 02.04.2012  an Zahn 47 negativ, bei 46 aber noch positiv nach 1 Sekunde. Beim nächsten Termin am 02.07.2012 reagierte der Zahn 47 weiterhin negativ, der Zahn 46 schwach positiv nach 2 Sekunden, wobei  im Hinblick auf die stattgefundene Überkronung diese Ergebnisse immer mit einer gewissen kritischen Skepsis betrachtet werden sollten. Distal 47 zeigte sich eine 6 mm Tasche, ansonsten waren beide Zähne parodontal unauffällig mit Taschen kleiner 3 Millimeter.

OS stellte die Frage in den Raum, ob vielleicht der Zahn 46 nicht betroffen sein sollte. Dem war aber nicht so. Eine durchgeführte Probetrepanation ohne Anästhesie zeigte: Beide Zähne waren devital und es entleerte sich Sekret aus den instrumentierten Kanälen.

Was zeigt nun das DVT ?

Die Ausdehnung des Knochendefektes hat an zwei Stellen das Dach des Nervkanals des N. alveolaris inferior nicht nur erreicht, sondern dieses vollständig abgetragen. Es besteht die Gefahr, dass durch den Einsatz von Spülflüssigkeiten, medikamentösen Einlagen und Wurzelfüllmaterialien, sofern diese über den periapikalen Raum in den Alvoelarkanal gelangen, der N. alv. inf. reversibel oder gegebenfalls sogar dauerhaft geschädigt werden könnte. Das dieses Ereignis kein hypothetisches sein muss, belegen zwei anekdotische Berichte der letzten Zeit von Kollegen, bei denen es in einem Fall sogar zu einer dauerhaften Parästhesie des N. alv. inf. gekommen ist.

Eine eindringliche Aufklärung der Risiken diesbezüglich im Hinblick auf die anstehende Behandlung ist Pflicht. Schließlich ist die im Raum stehende Beeinträchtigung an Lebensqualität eine erhebliche und der Eingriff ist im Hinblick auf eine gegenwärtig nicht vorhandene Symptomatik als elektiv einzustufen.  Und mit der Therapie Option „Belassen“ bzw. „Extraktion“ stehen zwei adäquate Alternativen zur Auswahl.

Setzt aber nicht eine Wurzelbehandlung grundsätzlich eine entsprechende Risiko- Aufklärung voraus ?

Das ist richtig, allerdings ist es für den Patienten nicht immer einfach, aus der Fülle der Informationen, die er in kurzer Zeit verarbeiten muss, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Denken wir nur an die Liste an Risiken, die im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung sich auftun können. Instrumentenfraktur, Fraktur und Abplatzungen der Kronenverblendungen, Perforation, Wurzelfraktur, Schmerzen, Parästhesie durch Leitungsanästhesie, klinischer Misserfolg. Die Liste ist längst nicht vollständig. Das DVT kann in diesem Fall die vorhandene Knochendefektsituation und die sich daraus ergebenden möglichen Konsequenzen eindringlich verdeutlichen. Mit dem vorhandenen Zahnfilm  wäre dies nicht möglich gewesen, den vorhandene Befund in seiner Ausdehnung zu visualisieren, entsprechende Erläuterungen beschränken sich demnach auf vage Vermutungen. Meine Erfahrung ist in solchen Fällen, dass dem Patienten oft die Ernsthaftigkeit der Situation verborgen bleibt.

Nachfolgend zwei Screenshots und ein Video Snapshot des DVT´s zur Verdeutlichung des beschriebenen Sachverhaltes.

Auch die Behandlung per se wurde natürlich zwangsläufig durch die im DVT visualisierte anatomische Situation geprägt. So wurde durch verschiedenste Vorsichtsmaßnahmen noch mehr als unter normalen Umständen darauf geachtet, dass es nicht zu einer Penetration von

Spülflüssigkeiten/Medikamenten/Wurzelfüllmaterial in den periapikalen Raum hinein kommen würde. Zum damaligen Zeitpunkt noch nicht in der Praxis vorhanden würde heute darüber hinaus das Endovac- System im Rahmen der Wurzelkanaldesinfektion zu Einsatz kommen, verringert es doch das Risiko unbeabsichtigter Überpressung von Spülflüssigkeiten, in diesem Falle ein besonders willkommener Vorteil. Zur Reduktion von Überpressungen durch warme Wurzelfülltechniken wurden die Guttaperchaspitzen sämtlich mit Lösungsmitteln im Sinne der „Chloropercha“- Technik an die apikale Situation angepasst. Das Ausmaß an Überpressung von WF – Material sollte so in diesem Falle trotz geringerem apikalen Gegenlagers sehr gering gehalten werden. Ob dies gelungen ist, mag ein jeder für sich selbst beurteilen. Parästhesien des Nervus aleveolaris inferior traten zu keiner Zeit der Behandlung und bis heute nicht auf.

Hier noch die WF – Kontrollaufnahme unmittelbar post WF.

Netz-Fundstück der Woche – 08.04.2013

von Christian Danzl

Hier mal wieder ein Fund aus dem Netz.
Kollege Fuller zeigt eine Endo am oberen Einser in 6 Minuten.

Vom Zeitaufwand eher eine sportliche Leistung.
Mein Kommentar als deutscher Kassenzahnarzt:
So bringt man die Kassenendo  in die Gewinnzone ;-)

Das Video ist relativ wenig geschnitten, die Behandlungszeit könnte also ungefähr stimmen.
Ob jetzt die Behandlung komplett in dieser Zeit erfolgt ist, sei dahingestellt, ist auch egal.
Jedenfalls präsentiert der Kollege hier ein sehr schnelle Behandlung, die vom Ergebnis auf dem Abschluss-Röntgenbild gar nicht soooo schlecht aussieht.
Ohh! Ich kann die Aufschreie der Leser hier schon hören!
„Die Endo IST schlecht!“
Sie haben Recht! Ich möchte so eine Endo auch nicht in meinem Einser haben.
Aber wenn Sie ehrlich sind, haben sie schon sehr viele Röntgenbildern von Endos an oberen Einsern gesehen, die DEUTLICH schlechter ausgesehen haben, oder?

Aber darum geht es mir nicht.
Mir hier nicht darum, wie der Kollege seine Patienten behandelt, das muss er selber verantworten.

Wieso stelle ich dieses Video hier vor?

Mich hat das Tempo der Behandlung fasziniert.
Wo liegt bei der hier gezeigten Behandlung der Zeitgewinn?

Nun, er verzichtet auf verschiedene Massnahmen bei der Endo, die bei uns als unverzichtbar gelten:

– Mundschutz für den Behandler (geht hier nicht anders, weil er verständlich reden muss)
– Kofferdam
– ordentliche Aufbereitung (zumindest für hier vorherrschende Lehrmeinungen)
– ausreichende chemische Desinfektion (dafür gibt es eine Laserdesinfektion)
– Strahlenschutz für Patient, Helferin und Behandler

Ist es das, was ihn schnell macht?
Ich glaube nicht.
Das kleine Behandlungszimmer, wo es kleine Wege gibt, ist sicher ein Teil des Tempos, aber der Hauptgrund ist das 4-händige Arbeiten mit dieser wahnsinnig schnellen Helferin.
Sie ist voll bei der Sache, reicht ihm die benötigten Instrumente und Materialien <just in time> an, weiss jeden Schritt im Voraus, jeder Handgriff sitzt.
Wie so oft, ist auch hier die Helferin der Schlüssel zum Erfolg (der hier klar im Tempo liegt und nicht auf der perfekt durchgeführten Therapie)

Mein Held in diesem Video ist ganz klar die Helferin.

Evidenzbasierte Wissenschaft im wilden Westen

via Dr. Hermann Derks

2D vs. 3D (XXIV)

von Ronald Wecker

Nachdem der ursprünglich für eine Komposit-Versorgung vorgesehene Zahn 37 vor ca. 6 Monaten die klinische Symptomatik einer irreversiblen Pulpitis entwickelt hatte, wurde alio loco eine endodontische Therapie eingeleitet.

Trotz aller Bemühungen war der Zahn nie beschwerdefrei und entwickelte zudem vor 4 Monaten eine bukkal gelegene aktive Fistelung.

Das präoperative Einzelbild zeigt die im Fistelgang platzierte Guttaperchaspitze sowie eine ausgedehnte apikale knöcherne Lyse.

Im ebenfalls angefertigtem  DVT sind einige weitere, für die Behandlung wichtige Details zu erkennen:

-das distale Kanalsystem hat im unteren Drittel eine ampullenförmige Aufweitung

-das distale Foramen ist stark unregelmässig und erscheint anresorbiert

-der zwischen MB und ML gelegene Isthmus dehnt sich weit ins untere Wurzeldrittel aus

– in ML ist apikal mit einem nach bukkal gekrümmten Kanalverlauf zu rechnen.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Aus dem Isthmusbereich, der mit einer vorgebogenen Endosonore-Feile der Größe 20 präpariert wurde, konnten sowohl nennenswerte Mengen nekrostischen Gewebes als auch ein spindelförmiger Dentikel entfernt werden. Apikal gabelte sich der Kanalverlauf in einen bukkalen und einen lingualen Anteil auf.

Die im Verlauf endometrischen Längenbestimmung eingesetzte ProFile 15/04 zeigte selbst nach  zartem manuellem Einsatz deutliche Verwindungszeichen. Daher wurde die maschinelle Aufbereitung des apikal abrupt nach bukkal und distal gekrümmten MB mit Hyflex-Feilen durchgeführt. Die Obturation in D erfolgte nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA Angelus.

Perimandibulärer Abszeß

von Ostidald Wucker

Die Patientin wurde mir nach einer Notbehandlung mit stationären Aufenthalt in einer Universitätsklinik überwiesen. Eine extraorale Inzision mit anschießender Drainage in Intubationsnarkose war notwendig gewesen. Ausgehend vom Zahn 37.  Die Antibiose mit Unacid war abgeschlossen. Der Eingriff fand 14 Tage zuvor statt.

Zuvor waren Beschwerden und Schwellung innerhalb von 4-5 Tagen entstanden. Eine Wurzelbehandlung war an dem Zahn begonnen.

Die Patientin hatte noch Beschwerden, zeigte eine deutliche Schwellung der linken Gesichtshäfte. Die Mundöffnung war noch stark eingeschränkt. 37 war horizontal und vertikal perkussionsempfindlich, zeigte als maximalen Sondierungswert 5mm und keine Temperaturempfindlichkeit. Der Zahn 37 war trepaniert und und mit einem Wattebausch verschlossen.

Die Patientin war trotz der besonders heftigen Leidensphase gewillt den Zahn zu erhalten.
Wir sahen einen möglichen Behandlungserfolg kritisch, da die Mundöffnung 2,5 cm Schneidezahnabstand betrug. Eine Kofferdamklammer war nicht platzierter. Das intraorale Röntgen wurde durch die geringe Mundöffnung und einen gleichzeitig vorhandenen Würgereiz stark behindert.

Nach physiotherapeutischen Übungen konnten wir einige Tage später mit Hilfe einer Abstützung auf der gegenüberliegenden Seite den Kofferdam anlegen. Die vorhandene Goldrestauration war fest und nahezu spaltfrei. Wir entschlossen uns diese zu belassen. Die Gestaltung der Zugangskavität, Darstellung der Kanaleingänge und initiale Aufbereitung und Desinfektion der Wurzelkanäle war auf Grund der geringen Mundöffnung sehr mühsam und selbst unter mikroskopischer Kontrolle kaum einsehbar. In der mesialen Wurzel konnten sensible Pulpaanteile mit einer intraligamentären Anästhesie desensibiliert und entfernt werden. Beim Einfädeln der Wurzelkanalinstrumente durfte die Zunge nicht zu stark berührt werden, da dies einen sofortigen Würgereiz auslöste. Weder Akupunktur, noch Akupressur halfen uns weiter. Nach einer CaOH-Einlage erfolgte ein Verschluss mit Glasionomerzement. Die Vielzahl der erschwerenden Begleitumstände in der Behandlung förderten nicht unseren Optimismus.  In der nachfolgenden Sitzung erfolgte die weitere Aufbereitung und nach einer abschließenden Desinfektion und thermischen Obturation der Wurzelkanäle erfolgte der adhäsive Verschluss.

Die Recallbilder zeigen eine klinisch unauffällige Situation, die Röntgenbilder zeigen einen deutlichen Heilungsverlauf und lassen die Leidensgeschichte nicht mehr erahnen.

Grossbaustelle (I)

von Bonald Decker

Seit Beginn meiner endodontisch-fokussierten Tätigkeit um das Jahr 2001 habe ich sicher eine Vielzahl an Therapien durchgeführt. Aber bisher sicher noch nicht so viele Behandlungen bei einer einzigen Person.

Hier die Ausgangssituation der 39-jährigen Patientin:

Sie ist sich ihre „Versäumnisse“ der letzten Jahre (oder länger) gewiss und ist aber nun bis in die „Haarspitzen“ motiviert, um das Projekt Zahnerhaltung anzugehen.

In den nachfolgenden Beiträgen möchte ich über die Diagnosen, die geplanten Vorgehensweisen und Behandlungsschritte berichten.

Hier vorab ein paar unserer Überlegungen:

  • Welche Zähne sind erhaltungswürdig und erhaltungsfähig? Und mit welchem Aufwand?
  • Welche Alternativen gibt es?
  • Wie koordiniert man ggf. (mindestens) 8 Behandlungen?
  • Wie verhält es sich mit den finanziellen Rahmenbedingungen der Behandlungen bei einer gesetzlich versicherten Patientin?
  • Was antwortete ich auf eine (verständliche) „Rabatt-Anfrage“ der Patientin?

Was gilt es ggf. noch zu beachten?

Alltäglicher Jammer

von Ronald Wecker

Der Alltag in einer endodontologischen Praxis besteht leider nicht nur aus erfolgreich gelösten Behandlungsfällen und der Freude über positive Langzeit-Recalls.

Immer wieder stellen sich Patientin  zur Beratung vor, bei denen die Erhaltungsfähigkeit der zu beurteilenden Zähne nicht mehr gegeben ist. Oftmals scheint es dabei nach Erhebung der zahnbezogenen Anamnese, dass eine adäquate und dem aktuellen endodontischen Kenntnisstand entsprechende Erstbehandlung einen Zahnerhalt mit großer Wahrscheinlichkeit ermöglicht hätte.

Besonders frustierend empfinde ich es, wenn an einem Beratungsvormittag gleich drei von vier zu beurteilenden Zähnen als nicht erhaltungsfähig bezeichnet werden müssen.

Hier die „Vertreter“ vom gestrigen Tag:

 

Da ist guter Rat teuer (I)

von Bonald Decker

aktuell behandeln wir eine Reihe (für uns) nicht ganz alltäglicher endodontischer Problemfälle. Anbei unser jüngster Fall eines Dens in dente…

die Messaufnahme erfolgte mit einem ISO 010 Instrument.

Messaufnahme_ Dens in dente

Die weitere Präparation erfolgte bis zur Größe 30.05.

Das prä-operativ angefertige DVT zeigt die wahre Anatomie dieser „Laune der Natur“

Für Tipps und Erfahrungswerte hinsichtlich des zu wählenden Obturationsverfahrens etc wäre ich den WURZELSPITZE-Lesern sehr dankbar…

 

Was zeigt das DVT ? (1) – Die Auflösung

von Hans – Willi Herrmann

Hier noch mal der Zahnfilm des Falles von letzter Woche.
Der Zahn 25 sieht im Zahnfilm unauffällig aus.

Im DVT hingegen sieht man eine tiefe Aufgablung des Wurzelkanals. Während er Hauptkanal fast gerade nach apikal geht, zweigt kurz vor der Wurzelspitze der 2. Kanal nach vestibulär ab.

Mit dem Wissen um die Existenz und Lage des Kanals war es möglich, diesen mit entsprechenden Instrumenten (zunächst vorgebogene Handinstrumente, danach VDW Reciproc 25  und abschließend MTwo 30.06 und 35.06 von Hand) zu instrumentieren.  Ohne dies wäre mit großer Wahrscheinlichkeit trotz abgenommener Krone nur der „Hauptkanal“ bearbeitet und mit einem einzigen Mastercone verschlossen worden.

Zwei Mastercones gleichzeitig einzuführen war auf Grund der Enge des Kanals im mittleren und koronalen Bereich unmöglich. Darüber hinaus gab es einen weiteren „klassischen“ Seitenkanal, dessen Eingang mit dem DM sichtbar war und der mit Handinstrumenten erschlossen wurde.
Alll dies berücksichtigend wurde die Wurzelkanäle gesquirtet, in Kauf nehmend, dass es bei der vorhandenen apikalen Größe der Kanäle zu einem größeren Füllungsüberschuss periapikal kommen würde.

Anbei der WF – Kontroll- Zahnfilm 25.

Nachfolgend noch ein Video Screenshot des DVT´s. Man sieht im Fenster rechts oben, daß zunächst der Kanal leicht oval angelegt ist, dann nach apikal voranschreitend einen kreisrunden Durchmesser annimmt, um sich dann circa 2,5 mm vor Ende der Wurzel in zwei Kanäle aufzuteilen. Im Fenster unten links kann man zu Beginn die eingestellte Zweiteilung erkennen. Die „Durchfahrt“ ist diesbezüglich weniger ergiebig, während im Fenster unten links bei der Durchfahrt in bukko-lingualer Richtung die Kanalzweiteilung gar nicht zu erkennen ist.

Matrizenentfernung

von Christian Danzl

Zur Schaffung eines ordentlichen Approximalkontaktes bei Kompositfüllungen eignen sich Teilmatrizensysteme ganz gut. Ob der Kontakt streng genug ist lässt sich meist beim Entfernen der Matrize erkennen. Wenn die Matrize am Approximalkontakt zwischen den Zähnen festgehalten wird und sich nicht leicht herausziehe lässt, ist der Kontakt gut.
Oft jedoch klebt die Matrize an der Füllung fest und lässt sich nur schwerlich lösen. Besonders gut an der Matrize klebt Komposit, wenn es mit One-Bottle-Systemen, wie Gænial-Bond von GC verklebt wird. Besonders bei Füllungen, die approximal sehr ausgedehnt sind, hält die Matrize besonders gut.
Mit einer starken Pinzette lässt sich die Matrize nicht mehr, auch nachdem man sie an den zugänglichen Stellen mit einem Heidemann-Spatel gelöst hat, herausziehen.
Beim Garrison Matrizen-System wird eine kleine Zange zum Entfernen der Matrizen mitgeliefert. Die Arbeitsenden sind Wolframcarbid belegt. Die Matrizen sie werden gut gehalten, aber durch die ungünstige Form reisst die Matrize oft ab, auch die gelochten Triodent-Matrizen in Verbindung mit der dazugehörigen Pinzette reissen aus.
Flachspitz-Zangen eignen sich auch nur bedingt, bei den grazilen Ausführungen verbiegen sich die Branchen leicht bei anderen Einsätzen. Nicht viel, aber es braucht auch nicht viel, um eine dünne Metallmatrize nicht mehr fest greifen zu können. Die stabileren Ausführungen sind oft zu dick, um weit genug in den Approximalraum zu kommen.

Die bisher beste Lösung ist bei uns der Nadelhalter nach Crile-Wood. Die Matrize wird, mit dem von okklusal kommenden Nadelhalter, gegriffen und der Nadelhalter um seine eigene Achse gedreht.
Somit hat sich bis jetzt jede Matrize beim ersten Versuch problemlos entfernen lassen.

Die antihaftbeschichteten Garrison Composi-Tight Slick Bands Matrizen hab ich noch nicht getestet. Aber auch diese werden sich mit dem Crile-Wood am leichtesten entfernen lassen.

Crile-Wood

Geschichten aus der Unterwelt (2): Igitt, Glibber!

 

 von Lothar Pröbster

 

Aufgrund der Lage unserer Praxis in einer Klinik verlaufen die HT-Rohre der Absaugung im Stockwerk unter uns im Zwischenraum der abgehängten Decke. Obwohl wir natürlich täglich die üblichen Absauganlagenreiniger durchsaugten, kam es nach einiger Zeit dazu, dass sich, wohl bedingt durch die Wärme, jeweils über Nacht ein munteres Algenwachstum breitmachte, das dann morgens das vorgeschaltete Sieb der Absaugmaschine verstopfte und wir reichlich Glibbermasse entfernen mußten. Dies machte dann besonders Freude, wenn nach Behandlungsbeginn noch ein Nachschlag kam und das Sieb wieder dicht war und damit keine Saugleistung mehr am Behandlungsstuhl war. Eine erste Verbesserung brachte die strikte Anweisung ans Personal, nach dem abendlichen Durchsaugen der Reiniger die Saugmaschine noch fünf Minuten laufen zu lassen, um die Rohre leer und halbwegs trocken zu saugen. Unsere Hoffnung, durch die Installation der BlueSafety-Wasserdesinfektionsanlage (siehe meinen Beitrag vom 20.01.2013) auch einen desinfizierenden und biofilmentfernenden Effekt in den Absaugrohren zu erzielen, erfüllte sich leider nicht. Wahrscheinlich sind die Volumina des mit hypochloriger Säure dotierten Wassers in Relation zu den Oberflächen der Rohre zu gering.

 

 

Durch das Trockensaugen abends war das Problem der Glibbermasse im Sieb zwar behoben, aber die Absauganlage hatte auch schon vorher einen ziemlich unangenehmen Geruch entwicklet, des sich sehr störend im Maschinenraum, aber auch in der Umgebung des Abluftauslasses bemerkbar machte. Wir wissen ja alle, schlechte Gerüche machen schlechte Eindrücke. Wir führten eine wöchentliche Kontrareinigung mit Alprojet W ein, was nur eine leichte Verbesserung ergab. In diese unerfreuliche Situation hinein kam dann das Erlebnis der ersten Geschichte. Ich machte mir Sorgen, ob sich eventuell das Calciumcarbonat-Pulver auch in den Absaugrohren fest- und diese zusetzen würde. Also wurden die Möglichkeiten der Kalkauflösung (da hat sich der Chemie-Leistungskurs vor vielen Jahren wieder als richtige Wahl herausgestellt) überlegt. Salzsäure – sicher am besten was die Lösung des CaCO3 anginge, aber vielleicht doch ein bißchen heikel, Zitronensäure – wahrscheinlich zu schwach; Heureka!, ich hab´ doch noch aus meinen Fotolaborzeiten noch zwei Flaschen technischer Essigsäure im Keller! Wieder die chemischen Grundkenntnisse ausgegraben und nach der Konzentrationsformel c1 * V1 = c2 * V2 erst mal 5% Essigsäure angemischt und jeweils 10 Liter davon bei jeder Behandlungseinheit durchgesaugt. Die erste und völlig überraschende Beobachtung war, dass die Geruchsbildung verschwunden war. Dies hielt ungefähr zwei bis drei Tage an, dann kam der Muff wieder. Die zweite Beobachtung war, dass sich Stückchen einer harten, bis zu 1 mm dicken Kruste im Sieb der Saugmaschine fanden, also eine Reinigung der Rohre einsetzte. In der Metro fand ich dann 80%ige Speiseessigsäure (damit wird dann wohl der Salat in Großkantinen gewürzt, lecker, lecker) zu ca. sechs Euro den Liter, das ergibt 32 Liter 2,5%ige Gebrauchslösung (Handschuhe und Schutzbrille beim Verdünnen tragen!), mit der wir nun seit Anfang 2013 unsere Absauganlage behandeln. Seitdem saubere Rohre, kaum noch Ablagerungen im Sieb und vor allem kein Gestank mehr, nur noch eine kaum merkliche feine Essignote liegt gelegentlich in der Luft.

 

Letzte Ausfahrt Regeneration – Recall

von Ronald Wecker

vor über einem Jahr wurde an dieser Stelle der Behandlungsfall zweier Oberkieferfrontzähne 3 Jahre nach horizontaler Wurzelfraktur vorgestellt.

Eine zahnärztliche Therapie war trotz, im alio loco angefertigten DVT zu erkennenden, apikaler Parodontitiden und  klinisch imponierenden Fistelungen nicht eingeleitet worden.

13 Monate nach Durchführung einer Regenerations- bzw. Revitalisierungstherapie stellt sich die Situation wie folgt dar:

Beide Zähne zeigen keinerlei klinische Symptomatik. Die Fistelungen sind abgeheilt. Der Klopfschall ist unauffällig.

Radiologisch zeigt sich innerhalb des Wurzekanalhohlraums in Zahn 21 eine röntgendichte  Struktur. Die Wurzelkanalwand erscheint insbesondere nach mesial dicker.

Zahn 11 weist deutlich erkennbar ein Wurzeldickenwachstum auf. Apikal ist eine röntgendichte „Barriere“ zu erkennen.

Somit scheint zumindest das Primärziel, beide Zähne bis ins implantationsfähige Alter erhalten zu können, in greifbarere Nähe zu rücken.

Shit happens. (2)

von Ostidald Wucker

Das Ergebnis der ersten Behandlungssitzung entsprach nicht unseren Vorstellungen. Wir konnten nicht verhindern, daß Wurzelfüllungsmaterial nach periapikal gelang.
Der Patient kam zur zweiten Sitzung mit starken Kiefergelenksbeschwerden. Eine vorhandene Michiganschiene hatte er nicht getragen, da diese nach unserem Verschluss nicht genau passte. Die Schiene hat der Patient in unserer Anamnese nicht angegeben. Wir korrigierten die okklusale Füllung der Zugangskavität und vereinbarten einen neuen Termin.

Zum nächsten Termin war der Zahn und das Gelenk schmerzfrei. Nach Leitungsanästhesie, Kofferdam, Eröffnung der Zugangskavität und Entfernung der medikamentösen Einlage erweiterten wir mit Ultraschall und unter mikroskopischer Kontrolle das apikale Foramen distal. Nach Darstellung der periapikal gelegenen Guttapercha wurde diese mit einem modifizierten Microopener entfernt.

Der apikale Verschluss gelang mit MTA.
In der mesialen Wurzel gelang uns die Entfernung der Guttapercha nicht. Auf Grund der Krümmung der Wurzelkanäle war eine optische Darstellung nicht möglich. Nach 45 Minuten wurde der Entfernungsversuch mit vorgebogenen Hedströmfeilen und Microdebrider ergebnislos abgebrochen und die Wurzelkanäle nach einer abschließenden Desinfektion thermisch obturiert.

Das Ergebnis war für uns nicht zu verbessern. Was waren unsere Konsequenzen aus dem Fall?
Wir sind auch bei locker sitzenden Guttaperchastiften äußerst vorsichtig in der Entfernung. Mittels Hedströmfeilen versuchen wir die Guttaperchaspitzen großflächiger zu fassen und zunächst zu luxieren. Bei locker sitzenden Guttaperchaspitzen, bzw. nicht randständiger Guttapercha im apikalen Bereich vermeiden wir ein initiales maschinelles Instrumentieren und versuchen die Guttapercha zunächst mit Ultraschall zu entfernen.

Den Einsatz von Lösungsmitteln möchten wir vollkommen vermeiden.

Quiz du jour (II)

von Bonald Decker

Als erstes möchte ich mich an dieser Stelle herzlich für die zahlreichen Kommentare (16 um genau zu sein) , (Verdachts-) Diagnosen und Therapievorschläge im gezeigten Fall bedanken.

Hier einige der geäusserten Diagnosen:

  •  „Wurzelrest bzw. Milchzahnrest“
  • „Riss in mp Wurzel 46 mit Fistel“
  • „nekrotischer Knochensequester“
  • „Fremdkörper (Abformmaterial)“
  • „nekrotisierende Sialometaplasie einer kleinen Speichdrüse am Gaumen“
  • „accessorisches Epithelkörperchen“

Als mögliche Therapie wurde wiederholt die diagnostische chirurgische Eröffnung unter Anästhesie genannt, um dann den „Wurzelrest, oder worum es sich auch immer handelt“ zu entfernen.

Den heutigen Beitrag möchte ich dazu nutzen etwas „Licht ins Dunkel“ dieses Falles zu bringen.

Erschwerend für die Diagnosestellung war in dem vorliegenden Fall, dass die Patientin eine ganz wichtige Information zu Ihrer medizinischen Anamnese nicht angab.

Weil sie diese schlicht für nicht (mehr) wichtig erachtete.

Die Tatsache nämlich, dass sie in der jüngeren Vergangenheit für einige Zeit ein Bisphosphonat-Präparat einnehmen musste.

Auch in unserem ganz aktuell erhobenen Anamnesebogen fehlte dieses Detail. Was insbesondere in den Augen der Patientin nicht ganz unlogisch ist, da sie ja schliesslich aktuell dieses Medikament nicht mehr einnimmt…

Erst der von der Hauszahnärztin „eingeschaltete “ Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurg (der uns in der weiteren Folge die Patientin überwies) konnte die genaue Anamnese erheben.

Hier ein Auszug aus seinem Arztbericht:

Wären Sie darauf gekommen?

…“Verdacht auf Bisphosphonat-assoziierte Kiefernekrose“…

Ein sehr gutes Beispiel dafür, wie wichtig die genaue Erhebung der Anamnese sein kann…

Als mögliche Ursache der Osteonekrose wurde der endodontisch insuffizient behandelte Zahn 26 angeführt. Unsere Untersuchungen ergaben ferner eine Behandlungsnotwendigkeit von Zahn 25, die jüngst im zweiten Termin abgeschlossen werden konnte.

Die Revision von Zahn 26 folgt demnächst.

Ich halte Sie über den weiteren Verlauf dieses Falles gerne auf dem Laufenden und hoffe Sie finden diesen nicht ganz alltäglichen Fall so interessant und lehrreich wie wir …

P.S.: @ Axel Blohme:  Bei der vermeintlichen Leukoplakie handelt es sich um das beschlagene Glas unseres Intraoral-Spiegels

P.P.S: @ Markus Thiele: Welchen Fall meinen Sie bei dem “Nashorn-Artefakt”?

Was zeigt das DVT ? (1)

von Hans – Willi Herrmann

Hinterher ist immer einfach.
Hätt´s dieses oder jenes DVT gebraucht ?
Zum Beispiel ein DVT, dass angefertigt wurde, einen 4. Kanal im Oberkiefermolaren aufzuzeigen.
Der Kanal ist nicht vorhanden.
Soll´s geben.
Dann hätte man ja-  richtig – falls man es vorher gewusst hätte, auf dieses DVT verzichten können.

Weiss man aber eben vorher nicht.
Und oft sieht man – hier die Analogie zur Situation des Dentalmikroskopes in der Zahnmedizin vor ca. 15 Jahren- dem Abschluss – Zahnfilm post WF auch nicht an, welche Schwierigkeiten in den Wurzelkanälen auf einen lauerten.
Aus diesem Grund hier nun eine neue Rubrik, wie anfangs des Jahres versprochen.
Der Ablauf: Ausgehend von einem konventionellen digitalen 2D – Zahnfilm die Frage, was ist auf dem Bild zu sehen, wie sähe auf Grund dessen meine Behandlung aus ?

So dass sich jeder Leser für sich selbst eine Meinung bilden kann: Bräuchte ich hier ein DVT, wäre es gut, eins zu haben oder doch eher unnötig ?

Eins möchte ich von vorneherein klarstellen: Es geht also nicht darum, hier jemanden vorzuführen.
Sondern darum, beim Leser eine Meinungsbildung anzuregen.

Wer möchte, kann bei den Kommentaren angeben, was sie/er vermute.  Was einem bei der Sichtung der „D -Rö Aufnahme durch den Kopf geht. Was man also im Röntgenbild konkret sieht. Es geht nicht um die Dinge, die vielleicht sein könnten, die man aber im konkreten Röntgenbild eben nicht sieht.

Muss man aber nicht, die Antwort (das jeweilige DVT und gegebenfalls weitere konventionelle 2D – Röntgenbilder) kommt so oder so.
Eine Woche später.

Hier der erste Fall:

Zahn 25 (schon einmal aufgeführt bei „Zahnschmerzen sind grausam“).
Starke Schmerzen seit mehr als 4 Wochen.

Geschichten aus der Unterwelt (1): Calciumcarbonat ist scheinbar so schwer wie Amalgam

 

von Lothar Pröbster

 

Bei unserem Praxisumzug vor vier Jahren entschieden wir uns für eine Naß-Absauganlage mit zentraler Amalgamabscheidung (Cattani Turbo Smart), um dem Dauerärger (Reinigungsaufwand, ständig irgendein Defekt) mit den allgemein üblichen, in die Behandlungseinheiten eingebauten Abscheidern zu entgehen. Das bereitete zunächst große Freude, da das Gerät völlig servicefrei lief. Im Laufe der Zeit ergab sich auch, daß  der Sammelbehälter erst nach anderthalb Jahren voll war, so präzise war die Abscheidung.

Im Hinblick auf die Abscheidung erlebten wir vergangenen Sommer aber eine Überraschung: Keine vier Wochen nach dem Wechsel des Sammelbehälters war der neue schon voll! Er war gefüllt mit weißem Pulver! Wir hatten zeitgleich vom üblichen Natriumbicarbonatpulver auf Flash Pearl von NSK umgestellt, weil es geschmacksneutraler ist (und weil bei der Neuanschaffung zweier ProphyMate-Handstücke jede Menge Pulver mitgeliefert wurde). Es besteht aus Calciumcarbonat und offenbar ist dessen spezifisches Gewicht so hoch, dass es von Abscheiderzentrifuge als schwer eingestuft und deswegen gesammelt wird. Dieses an sich angenehme und klinisch gut zu verwendende Zahnreinigungspulver scheint also nicht für alle Abscheidersysteme praxistauglich zu sein. Ich würde denjenigen, die einen Sedimentationsabscheider betreiben, empfehlen, mal in selbigen hineinzusehen, ob sich dort ein nur mit Hammer und Meissel entfernbares Sediment bildet.

 

Revision statt WSR

 

von Ronald Wecker

Nach fehlgeschlagener Primärbehandlung werden an Zähnen mit gegossenen Stiftaufbauten immer noch sehr häufig Wurzelspitzenresektionen durchgeführt obwohl die Erfolgsprognosen für das primär chirurgische Vorgehen ohne vorherige orthograde Revision um die 50% betragen.

In vorliegendem Fall hatte sich der Patient vor der Therapieentscheidung selbst über Alternativen zum vorgeschlagenen chirurgischen Vorgehen informiert.

Bei der Entfernung massiver Stiftaufbauten mit geringer Zementfuge hat sich das hier schon mehrfach beschrieben Thomas-System sehr bewährt.

Der Zahn musste hier allerdings vor der Stiftaufbauentfernung präendodontisch aufgebaut werden, da die palatinale tief unter Zahnfleischniveau frakturiert war, bevor der Zahn überkront worden war. Die ausreichende Hämostase ist der Schlüssel zum Erfolg, da zu Beginn der adhäsive Aufbau unter relativer Trockenlegung erfolgen muss.

Nach absoluter Trockenlegung kann dann der gegossene Stiftaufbau so reduziert werden, bis der eigentliche Stiftanteil dargestellt ist. Anschliessend kommt das Thomas System zum Einsatz. Nach Entfernung des Befestigungszementes konnte das bisher nicht aufbereitete palatinale Kanalsystem dargestellt und aufbereitet werden. Der bukkale Kanaleingang lag in der palatinalen Wand der Stiftpräparation. Weiter bukkal zeigen sich vorherige Instrumentierungsversuche als zwei kleine weisse Punkte unter dem  Dentalmikroskop.

Die endometrische Längenmessung bestätigte reproduzierbar die im Röntgenbild sichtbaren Arbeitslängen, wobei die Lage des Kanalausganges im bukkalen Kanal im Zentrum der lateralen Aufhellung sehr gut die Position der Aufhellung erklären hilft.

Nach der Obturation wird eine Kommunikation beider Kanäle im apikalen Drittel sichtbar.

Shit happens. (1)

von Ostidald Wucker

Immer von Erfolgen zu berichten zeigt nicht die Realität. Wir möchten Fälle mit möglichen und unmöglichen Komplikationen sowie vermeidbaren Fehlern vorstellen. Aus Fehlern lernt man am meisten.

Der Patient kam mit Beschwerden und einer Fistelbildungam Zahn 36. Die Wurzelbehandlung wurde vor einigen Jahren durchgeführt und jetzt stand die Frage Wurzelspitzenresektion oder Extraktion des Zahnes. Der Patient wollte den Zahn erhalten.
36 zeigte einen Perkussionsschmerz okklusal, einen deutlichen Aufbisschmerz, keine erhöhten Sondierungstiefen, keinen Lockerungsgrad und einen palpierbaren Druckschmerz im Bereich der distalen Wurzelspitze 36.

Wir rieten dem Patienten zu einem Erhaltungsversuch mittels endodontischer Revision ohne Wurzelspitzenresektion. Die Erfolgswahrscheinlichkeit schätzen wir auf 50%-70%.

Der Patient wollte den Erhaltungsversuch durchführen lassen.
Das vorhandene Inlay zeigte keine Sekundärkaries, so daß wir uns entschieden dies zunächst zu belassen. Die Entfernung des Kunststoffes aus der früheren Zugangskavität gelang recht einfach. Die Guttaperchastifte waren in dem Compositeblock fest „verankert“. Der erste Guttaperchastift distal ließ sich mit einem grazilen Greifinstrument fassen und entfernen. Ebenso schnell konnte der zweite distale Stift gefasst werden. Allerdings gab es kleinen Ruck beim Entfernen.  In entsprechender Vergrößerung stellte sich zwischen den distalen Foramina ein kleines apikal klemmendes Guttaperchastück dar. Wahrscheinlich der kleine Ruck und durch Spülung und Ultraschalleinsatz transportiert. Der Versuch mit einem modifizierten Microopener die Guttapercha zu fassen misslang. Es verschwand noch weiter nach periapikal. Der versuch mesial die Guttapercha im Ganzen mittels Hedströmfeilen zu entfernen misslang ebenfalls. Auch hier verblieb Guttapercha und wurde wahrscheinlich bei den weiteren Entfernungsversuchen ohne Sicht nach periapikal verlagert. Nach 2,5 Stunden Behandlung eine unschönes Ergebnis. Sollten wir den Behandlungsversuch abbrechen?

Wir besprachen es mit dem Patienten und dieser stimmte einem weiteren Versuch zur Entfernung der Guttaperchareste zu.
Wie es dann weiter geht lesen Sie an dieser Stelle in einer Woche…

TwistedFile Adaptive

 von Oscar von Stetten

Reziproke Arbeitsbewegung ist in aller Munde. Einfacher, schneller, sicherer. Das ist sicher richtig, doch jede Münze hat zwei Seiten. Über eventuelle Nachteile wie apikale Debrisextrusion und eine mögliche Schädigung des Zahnes durch Lastinduzierte Micro-Cracks wird noch zu wenig diskutiert. Die Zeit wird es zeigen, ob wir durch die reziproke Arbeitsweise gewinnen. Mir persönlich sind die erhältlichen Feilen bislang zu steif und zu mächtig. Natürlich kann man jede Feile reziprok betreiben, den passenden Motor vorausgesetzt. Bisher sah ich keine Veranlassung dazu, unsere Aufbereitungsystematik hat sich bewährt. Vor allem die TwistedFiles spielen initial eine grosse Rolle. Ich mag die Feilen gerne, sehr schnittfreudig, sehr flexibel vor allem in den hohen Grössen. Unser Arbeitspferd ist die TF 08/25, dennoch auch mit viel Erfahrung bleibt häufig ein mulmiges Gefühl übrig, vor allem bei komplizierten Anatomien.

SybronEndo wird nun eine Weiterentwicklung der TwistedFile zur IDS präsentieren, die TwistedFileAdaptive (TFA). Die TF wurde nicht viel verändert, der Schnittkantenwinkel wurde angepasst, das Besondere ist jedoch die Arbeitsbewegung: 370° rechts, 50° links. Damit versucht man, der Debrisakkumulation und Extrusion  vorzubeugen. Ob dem so ist, müssen Studien zeigen. Die Ergebnisse, die mir bisher bekannt sind zeigen leichte Hinweise auf die Überlegenheit der TFA anderen Systemen gegenüber, zumindest in dieser Beziehung. Was die Micro-Cracks angeht, so laufen Untersuchungen darüber, es wird spannend. Das System wird als Komplettsystem aufgestellt, es gibt also zur Feile passendes Obturationsmaterial wie einen GP-Träger, GP-Stift und Papierspitzen. Wenn man es denn möchte.

So weit, so gut.

Yeah, noch ein System. Und Yeah, noch ein Motor.

Aber: der Motor ist in seiner Arbeitsweise FREI programmierbar. Damit kann man jede Feile nach seinem Gusto reziprok programmieren. Ein Vorteil, mir stehen damit alle Systeme zur Verfügung. Und: der Kopf ist klein. Sehr klein, so klein wie der meiner Lieblingsmotoren, der NSK Endomate TC2. Ein weiteres Plus: man kann die herkömmlichen TF´s ebenfalls im Reziprok-Modus laufen lassen, was nach einer gewissen Einarbeitungszeit (wie bei allen Systemen) auch Spass macht.

Der grösste Vorteil ist in meinen Augen jedoch die kleinste verfügbare Grösse in 04/20 der TFA. In Zusammenarbeit mit der SAF könnten sich gute Synergien ergeben.

Fazit: nach knapp 60 Kanälen mit TFA kann ich nur die Empfehlung aussprechen, auf der IDS mal am SybronEndo-Stand vorbei zu schauen und sich selber ein Bild zu machen. Für diejenigen, die an eine Anschaffung eines reziproken Systems denken könnte sich der Motor als nützlich erweisen, ist er doch universeller einsetzbar als die Systemlösungen der zwei Grossen.

Zahnschmerzen können grausam sein (II)

von Hans – Willi Herrmann

Ein Kollege schrieb in einer privaten Mail zu diesen Fällen: „Bemerkenswert einfach !“

Und da mag er – aus seiner Sicht – Recht haben.

Bemerkenswert einfach sind solche Fälle immer dann, wenn man weiss, „wie es geht“.

Für Andere, denen besagter Lösungsweg fehlt, mögen diese Fälle gar nicht mehr so einfach, möglicherweise sogar schwierig bis unlösbar sein.

Fakt ist, dass keiner der Vorbehandler den Patienten wissentlich die Schmerzausschaltung vorenthalten wollte.
Jeder Zahnarzt will dem Patienten helfen.

Der sadistische Zahnarzt als Stereotyp aus irgendwelchen Hollywood – Filmen ist eine Fiktion.
Im Gegenteil. Studien haben gezeigt, dass ein zahnärztlicher Behandler besonderem Stress ausgesetzt ist, wenn ein Patient Schmerzen erfährt. Und nichts ist unbefriedigender, als einen Patienten mit manifesten Schmerzen ohne adäquate Schmerzausschaltung ziehen lassen zu müssen.

Wir können also davon ausgehen, dass den Behandlern in den vorliegenden Fälllen nicht der Wille, sondern lediglich der notwendige Lösungsweg fehlte.

Ende Januar diesen Jahres habe ich mein 20 jähriges Berufsjubiläum „gefeiert“.

Rückblickend waren es nur wenige, banal erscheinende Ereignisse, die meinen Weg geführt, geprägt haben.

Ein Buch, das Augen öffnete für eine neue Welt der Zahnmedizin mit dem Dentalmikroskop. Ein Patient im Notdienst mit einer Knochennekrose nach Einlage eines Devitalisierungsmittels. Zu sehen, wie einfach Kofferdam auch in scheinbar schwierigen Situationen appliziert werden kann. Ein massiver Phönixabszess nach Offenlassen eines bis dato relativ unproblematischen OK- Schneidezahnes. Ein Artikel über eine effizeinte Aufbereitungstechnik bei engen Wurzelkanälen.

Ich hatte Glück. Ich habe in der so wichtigen ersten Zeit des Berufsstartes gelernt, gesehen, erfahren, dass Dinge funktionieren. In Situationen, von denen viele sagen, dass hier besagte Vorgehensweise nicht funktionieren kann.

Denn zu oft hört man: „Das klappt eh nicht. Das ist in der Praxis nicht umsetzbar. Das kann man an der Uni so machen, aber nicht im zahnärztlichen Alltag.“

Wir hier bei WURZELSPITZE möchten zeigen, wie es geht.
Unsere Lösungswege aufzeigen.
Es gibt viele andere.
Und das will keiner hier in Frage stellen. Hier geht es nicht darum, Dogmata aufzustellen. Lediglich um praktikable Lösungen. In der Hoffnung, dass Kollegen, so wie ich damals, dadurch ein wenig besser, einfacher, sicherer,erfolgreicher ihren Weg in die Zahnmedizin finden.

Die Staffette weitergeben. Dafür schreibe ich.

2D vs. 3D (XXIII)

von Ronald Wecker

Aufgrund des vollständig ausbleibenden Durchbruchs von Zahn 17 wurde in vorliegendem Fall eines 14-jährigen Patienten eine Panoramaschichtaufnahme erstellt. Die Auswertung des Röntgenbildes am Monitor liess keine schlüssige Diagnose zu. Das Vera View Epocs 3De ermöglicht unmittelbar im Anschluss an das OPG bei positioniertem Patienten ein DVT einer gewünschten Region zu erstellen.

Des Rätsels Lösung war ein atopisch gelegener Zahn 18, der aufgrund seiner nach mesial gekippten Lage den natürlichen Durchbruch von Zahn 17 verhindert.

Für die chirurgische Entfernung des Zahnes 18 war die Lagebestimmung im Raum ein großer Vorteil für ein möglichst minimalinvasives Vorgehen. In gleicher Sitzung wurde   Zahn 17 durch Aufkleben eines Attachments für eine kieferorthopädische Einordnung  vorbereitet.

Gedanken zu den „weißen Strichen“

von Ostidald Wucker

Der weiße Strich (die Wurzelfüllung) muss bis zur Wurzelspitze, oder besser nahe an den Apex reichen.
Das ist ein Kriterium in der endodontischen Behandlung. In der Gebührenordnung (BEMA) der gesetzlichen Krankenversicherung wird dies gefordert.

Richtlinie B III Nr. 9.1 a) „Eine Behandlung im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung ist nur dann angezeigt, wenn die Aufbereitbarkeit und Möglichkeit der Füllung des Wurzelkanals bis bzw. bis nahe an die Wurzelspitze gegeben sind.

Beim Lesen entstehen Fragen.

Was wenn der Wurzelkanal nicht in der Wurzelspitze endet?

Selbst wenn der Kanal dort endet, erfordert es hellseherische Fähigkeiten um zu sagen es ist lösbar oder den Abbruch in der Behandlung um dann dem Patienten zu sagen: Die Kosten müssen sie übernehmen, die Behandlung wird nicht den Richtlinien entsprechen.
Wer hat sich das erdacht?

Wie umgeht man das Problem? Es werden vor Behandlungsbeginn alle möglichen Kostenpläne, Aufklärungsbögen und Flyer erstellt und mitgegeben. Der Patient erhält ein Buch mit eng bedruckten Seiten. Vieles ist unverständlich.

Dann heißt es auch hier:

„Die ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Wurzelbehandlung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sieht derzeit die Aufbereitung des Kanals mit Handinstrumenten sowie die Pastenfüllung mit Einstifttechnik vor. Alle modernen und (zeitlich) aufwändigen Verfahren zur Wurzelkanalbehandlung entsprechen demzufolge nicht dem Wirtschaftlichkeitsgebot.“

Da stellt sich die Frage: Ist die Aufbereitung mit Handinstrumenten gegenüber Nickeltitaninstrumenten in maschineller Aufbereitung nicht deutlich zeitaufwendiger? Demzufolge auch unwirtschaftlicher?
Nein, ist sie nicht. Die Aufbereitung eines Wurzelkanals wird in Deutschland von den gesetzlichen Krankenversicherungen im Schnitt mit ca. 25-30 Euro honoriert. 4 Nickeltitanisntrumente kosten zwischen 40 und 60 Euro. Handarbeit ist deutlich wirtschaftlicher. Insofern am Ende das gleiche Ergebnis steht.

Oder die Instrumente werden mehrmals eingesetzt. Da kommen wir zu anderen Problemen, die hier nicht betrachten werden sollen.
(Der Zeitaufwand spielt bei einer Zahnbehandlung im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland keine Rolle, denn es wird pauschal honoriert.)

Folgendes Zitat zu den Nickeltitaninstrumenten 1998:

„…Diese neuartigen Instrumente vereinigen zahlreiche Merkmale, die besonders im gekrümmten Wurzelkanal von Vorteil sind. Eine schnellere, vor allem aber sichere Aufbereitung scheint dadurch möglich zu sein.“

Endodontie 7 (1998), Nr. 1, Seite 41
Aufbereitung gekrümmter Wurzelkanäle
Herrmann, H.-W.

Inzwischen können wir sagen, bei entsprechend fachgerechter Anwendung ist dem so. Quelle

Die Wurzelbehandlung mit Nickeltitaninstrumenten ist bei Backenzähnen mit mehreren Wurzelkanälen mittels Nickeltitaninstrumenten schneller und wirtschaftlicher.

Es ist schwierig, wenn nicht unmöglich für den Behandler an Hand von zweidimensionalen Röntgenbildern dreidimensionale Objekte verlässlich zu beurteilen zu müssen. Dazu noch eine sichere Voraussage zu treffen ist nahezu unmöglich.
Wir behandlen keine Röntgenbilder.

Und selbst wenn es gelingt mit den weißen Strichen muss es nicht heißen, daß es ein Behandlungserfolg ist. Will der Behandler sicher gehen, kann er eine Wurzelbehandlung nicht zu Lasten der GKV beginnen.

Anbei ein Beispiel aus unserer Praxis. Die weißen Striche waren bei der Erstbehandlung nahe dem Apex. Trotzdem der pathologische Befund.
Also was ist schief gelaufen?
Der weiße Strich war nicht dick genug.
Muss heißen es fehlte nicht an Länge, es fehlte an Desinfektion und unzureichender Behandlung der infizierten Bereiche.
Die Revision der Erstbehandlung mit verkeiltem Thermafill-Carrier benötigte einen hohen Zeitaufwand von 4 Stunden. Es ist kein spektakuläres aber ein erfolgreiches Ergebnis.

Die Kosten trug der Patient.

Kleiner Bruder – HR Front Spiegel -Mini-

von Christoph Kaaden

Über unsere Vorliebe für HR-Front Spiegel der Firma Röder haben wir bereits vor einiger Zeit hier berichtet…

Pünktlich zur IDS wartet der Hersteller mit einer sinnvollen Erweiterung seiner Produktpalette auf.

Als „kleiner Bruder“ des bisherigen 14 Millimeter Spiegels (Grösse 0) ist nun auch einer mit einem Durchmesser von 10 Millimetern (Grösse 000) verfügbar.

HR Front Spiegel Grösse 0 vs 000

Eine wirklich sinnvolle Ergänzung und in vielen kleinen und grossen endodontischen Alltagssituation ein sehr nützliches Tool.

AH Temp – Calciumhydroxid- Material von Maillefer

von Hans – Willi Herrmann

Maillefer schreitet  auf dem Weg zum endodontischen Vollsortimenter weiter voran und bringt zur IDS 2013 unter dem Namen AH Temp ein Calciumhydroxid – Material auf den Markt.

Im Vergleich zu den Mitbewerbern soll sich das Präparat durch bessere Fließfähigkeit und längere Haltbarkeit nach Anbruch der Packung auszeichnen.
Auch die Hygieneproblematik hat man bedacht und liefert lobenswerterweise die Applikationsspritze mit Einmalhüllen aus.

Traumaspätfolge

von Ronald Wecker

Der Patient stellte sich in unserer Praxis 11 Monate nach einem an den Zähnen 11 und 22 erlittenen Trauma aufgrund einer Fistelung in regio 11 vor.

Zahn 21 wurde an einer deutschen Universitätszahnklinik 8 Wochen nach dem Trauma endodontisch behandelt. Die restaurative Behandlung – adhäsive Versorgung der unkomplizierten Kronenfraktur der Zähne 11 und 21 – war ebenfalls in dieser Klinik erfolgt.

De Kronenwurzelfraktur des Zahnes 21 wurde erst am Tag nach der Erstversorgung erkannt, da der Röntgenentwickler den Zahnfilm über Stunden nicht freigeben wollte.

Bei der Erstvorstellung in unserer Praxis zeigte sich an Zahn 11 eine labial gelegene aktive Fistelung, die nach Aussagen des Patienten dort seit ungefähr 4 Wochen bestand. Der palatinal gelegene kieferorthopädische Retainer hatte sich an 11 gelöst. Aus den mitgebrachten Kopien der Behandlungsunterlagen war ersichtlich, dass Zahn 11 in den ersten Monaten nach dem Trauma reproduzierbar positiv auf Kältereiz reagiert hatte.

Der durchgeführte Kältetest und der elektrische Sensibilitätstest fielen für Zahn 11 negativ aus. Zahn 21 wies eine Kompositrestauration der klinischen Krone auf. Distobukkal an Zahn 22 betrug die Sondierungstiefe 3 mm. Die Gingiva war in der Mikrostruktur blumenkohlartig verändert, jedoch ohne entzündliche Zeichen.

Das angefertigte Einzelbild liess an 11 eine ausgeprägte apikale Aufhellung sowie Anzeichen einer vermutlich entzündlich bedingten externen Resorption der Wurzel erkennen. 21 zeigte apikal ebenfalls eine Aufhellung. Die Wurzelfüllung erschien inhomogen und insbesondere im koronalen Anteil nicht wandständig.

Um den Verlauf des Bruchspaltes der Kronen-Wurzelfraktur beurteilen zu können sollte ein DVT erstellt werden. Da die vorhandenen Obturationsmaterialien zu Artefakten im DVT führen können, wurde geplant das DVT erst nach Entfernung des KFO-Retainers und der intrakanalären Fremmaterialien in Zahn 21 anzufertigen.

Nach initialer endodontischer Therapie an Zahn 11 erfolgte in der ersten Behandlungssitzung die Entfernung der Wurzelfüllung in Zahn 21. Die koronalen Anteile des Füllmaterials wiesen erhebliche Kontaminationsspuren auf. Der Kanalquerschnitt schien überwiegend mit Sealer gefüllt zu sein. Bei der Entfernung des apikalen Anteils der Wurzelfüllmasse wurde versehentlich ein kleines Stück nach periapikal verbracht. Aufgrund der nachlassenden Anästhesiewirkung, der damit auftretenden Missempfindung und der zunehmenden Blutung von periapikal, wurde nach temporären Verschluss der ungefüllten Kanäle das DVT erstellt. Anschliessend erfolgte die Einlage von CaOH2 und der adhäsive Verschluss der Zugangskavitäten. Das periapikal befindliche Material sollte in der zweiten Behandlungssitzung entfernt werden.

Aufgrund der aus 21 aufsteigenden Blutung konnte kein homogenes Einbringen des CaOH2 realisiert werden.

Das DVT lässt distolabial an Zahn 21 eine ca. 4 mm unter Knochenniveau endende Kronen-Wurzelfraktur erkennen. Klinisch war intrakanalär keine Rissbildung zu erkennen. Apikal des Foramens und leicht mesial davon ist deutlich der nach periapikal evrbarchte Guttapercharest zu erkennen.

Zahn 11 weist einen fast vollständigen Verlust der labialen Knochenlamelle und eine ausgedehnte apikale Lyse auf.

In der zweiten Behandlungssitzung war die Fistelung an Zahn 11 abgeheilt. Die Entfernung des Guttaperchastücks gelang innerhalb kurzer Zeit mittels Microdebrider und Ultraschallansätzen.

Da beide Zähne periapikale knöchere Krypten aufwiesen, wurde vor Obturation mit MTA je ein periapikales Widerlager angelegt.

Langfristig stellt die ästhetische Versorgung sowie die parodontale Prognose im Bereich der Kronen-Wurzelfrakturdes Zahns 21 eine große Herausforderung dar.

polar_eyes – Farbbestimmung für Fortgeschrittene

von Andreas Habash

In der zahnärztlichen Praxis hat inzwischen die dentale Fotografie einen festen Platz.

Wir nutzen die Fotografie für die unterschiedlichsten Zwecke, besonders auch zur Kommunikation mit dem zahntechnischen Labor.

Seit langer Zeit war ich auf der Suche nach Möglichkeiten, dem Zahntechniker bestmögliche Informationen zur Verfügung zu stellen.
Dank Internet und verschiedenen Kontakten in der „Dentalen-Foto-Scene“ habe ich vor fast einem Jahr die „polar-eyes“ entdeckt.

Es gab aber noch keine Händler in Deutschland.

Seit Anfang diesen Jahres sind die polar-eyes nun lieferbar (http://www.finest-dental.de/polar_eyes-new.html) und auch in unserer Praxis haben sie bereits Ihren festen Platz gefunden.

polar-eyes

  • ist ein Aufsatz der vor Objektiv und Blitz angebracht wird
  • besteht aus einem speziellen Karbon-Material
  • wird einfach auf dem Blitzgerät mit Minimagneten befestigt
  • eliminiert Reflexionen
  • zeigt Tranzparenz
  • erleichtert die Farbbestimmung
  • erleichtert die Darstellung von Zahnstrukturen z.B. dem Schneidekantenaufbau
  • zeigt auch Beläge und Entkalkungen
  • ist einfach anzuwenden

In der ästhetischen Zahnmedizin ist die korrekte Farbbestimmung eine nicht zu unterschätzende Herausforderung.

Dies liegt vor allem an den Reflexen und Spiegelungen, die im Behandlungszimmer auf der Zahnoberfläche entstehen, z.B. durch die Beleuchtung des Zimmers, die OP-Lampe, dem Blitzlicht bei der Fotografie.

Hinzu kommt, dass das Auge diese Lichterscheinungen nicht auf die eigentliche Farbinformation reduzieren kann.

Ein trainierter Behandler kann das mit Erfahrung und Wissen ausgleichen, steht aber vor dem Problem, dass er die Information an die Zahntechniker weitergeben muss.

Eine Möglichkeit ist sicher der „Zahntechniker vor Ort“ im Behandlungszimmer.

Leider besteht diese Möglichkeit nicht immer.

Daher werden immer öfter digitale Bilder zur Kommunikation verwendet.
Aber der Vorgang bleibt fehlerbehaftet.

Um die Farbbestimmung und Informationsgewinnung zu vereinfachen hat Dr. Panaghiotis Bazos, ein griechischer Zahnarzt den polar-eyes Filter entwickelt, der auf Canon Nikon Metz und Sigma Blitzgeräten für die Makrofotografie befestigt werden kann.

Durch Kreuz-Polarisation werden alle Lichtreflexe aus der Aufnahme gefiltert und es bleibt nur die Farb- und Strukturinformationen übrig.

Wie immer sagt ein Bild mehr als tausend Worte, daher hier Bilder zur Erläuterung.

ProTaper NEXT

von Hans – Willi Herrmann

als 2001 ProTaper auf den Markt kam, war dies wie ein Paukenschlag.
Innerhalb kurzer Zeit hatten viele Endodontisten national wie international auf dieses effiziente System umgestellt. So verwunderte es nicht, dass in den nachfolgenden Jahren ProTaper zum weltweit meistverkauften RNTI – System und zum Goldstandard im Studiendesign für maschinelle Aufbereitung wurde.

Die Konkurrenz schlief allerdings nicht.
Im Laufe der Zeit gab es immer mehr Systeme, die mit besonderen Designmerkmalen und daraus resultierenden Vorteilen in der Wurzelkanalaufbereitung punkteten. Daran konnte auch ein zwischenzeitlich erfolgtes „facelift“ des Systems zu ProTaper Universal nichts ändern, war es doch eher eine Erweiterung des bestehenden Instrumentensortiments und behutsame Weiterentwicklung als Neuanfang.
Das Maillefer sich auf den verdienten Lorbeeren nicht ausruhen würde war klar.
Seit Jahren existierten Gerüchte und Prototypen eines „X Files“- Systems.

Und nach langer Entwicklungszeit erfolgt nun zur IDS 2013 in Deutschland die Vorstellung der nächsten ProTaper- Generation, die sinnigerweise ProTaper NEXT heißt.

Angesichts der Veränderungen, die vorgenommen wurden, ist es sicherlich erlaubt, von einem Neusystem zu sprechen, auch wenn der Name und die Wesensmerkmale „Variable Taper“ und „Progressive Taper“ vom Vorgänger beibehalten wurden.

Als wesentliche Neumerkmale sind zu nennen:

Die wendeltreppenförmige Ausformung der Schneidspirale.  Aus ihr resultiert eine „slaggering motion“, eine schlangenförmige Bewegung. Das Ergebnis in der Präparation ist eine Ausformung des Wurzelkanals, die über den Nominaldurchmesser des Instrumentes hinausgeht. Nichts Neues, hat doch der legendäre Herbert Schilder schon soetwas mit seiner Envelope of motion Präparation – Technik mit Handinstrumenten durchgeführt. Und auch Micro Mega hat schon länger ein Instrument im Angebot, dass ein solches Designmerkmal aufweist. Weiterhin sind die Verwendung von M -Wire, sowie ein flach quaderförmige Querschnitt zu nennen, aus dem in Kombination mit der „Wendeltreppe“ lediglich 2 Schneidekanten resultieren.

Alles in allem führt dies jedoch zu einem  flexiblen und schonend arbeitenden Instrument, dass sich in den ersten Versuchen am Plastikblock (von mir bis zur Größe  X3 durchgeführt) als sehr effizient, aber dennoch ausgesprochen angenehm in der Handhabung zeigte.

Wer in 3 Wochen die IDS besucht und nach neuen Endo- Instrumenten Ausschau hält, der sollte auf jeden Fall einen Abstecher zu Maillefer machen.

Ich kenne kein Instrument der letzten Jahre, daß ich bei erster Handhabung so angenehm empfunden habe als ProTaper NEXT. Auch der Unterschied zu den mir bekannten Prototypen im Sinne einer Weiterentwicklung zum fertigen Produkt empfinde ich als beeindruckend.
Ich bin gespannt, wie die Instrumente, die im Übrigen als Einmalinstrumente ausgewiesen sind, sich klinisch bewähren werden.

Saving Hopeless Teeth (XXXII)

von Ronald Wecker

In dieser Rubrik gehören Zähne die nach ein- oder zweimaliger Wurzelspitzenresektion einer orthograden Revisionsbehandlung unterzogen werden schon fast zum guten Ton.

Der Entfernung aller vorhandener Obturationsmaterialien kommt dabei in große Bedeutung zu, da sie als potentiell kontaminiert angesehen werden müssen. Während die Entfernung intrakanalärer Fremdmaterialien unter dem Dentalmikroskop in der Regel vorhersagbar möglich ist, wird zur Entfernung retrograder Füllungsmaterialien in den meisten Fällen ein genaue räumliche Lagebestimmung benötigt.

In vorliegendem Fall befinden sich die retrograden Füllmaterialien unter der mesialen Wurzel nicht unterhalb der Foramina sondern distal und palatinal derselben. Die hochauflösende präoperative 3D-Röntgendiagnostik versetzt den Behandler in die Lage durch gezieltes Abtragen kleinster Mengen Zahnhartsubstanz die retrograden Materialien zumindest in Teilen zu visualisieren.

Das Entfernen nicht vollständig sichtbarer Anteile kann dann mittels vorgebogener Ultraschallfeilen oder durch stark vorgebogene Handinstrumente wie Microopener oder Microdebrider erfolgen.

In vorliegendem Behandlungsfall bestanden auch 6 Monate nach der zweiten chirurgischen Intervention weiterhin eine deutliche Perkussionsempfindlichkeit sowie rezidivierende Schwellungen im Bereich der mesiobukkalen Wurzel von Zahn 26. In einer alio loco durchgeführten Notfallbehandlung wurden daher die orthograden Materialien entfernt und eine medikamentöse Einlage eingebracht. Da die Beschwerden persistierten wurde vom Vorbehandler ein DVT der gesamten Kieferregion empfohlen, welches die Patientin zum Beratungstermin mitbrachte.

Neben einem Guttapercharest im palatinalen Kanal fällt die Lage der retrograden Füllmaterialien in der mesialen Wurzel auf. Sie befinden sich ausserhalb der Wurzelachse und dichten das Neoforamen mit großer Wahrscheinlichkeit nicht ab.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. In einer ersten Sitzung wurden nach Entfernung des im palatinalen Kanalsystem gelegenen Guttapercharestes die dort vorhandene intrakanlaäre Stufe überwunden und die retrograden Füllungsmaterialien entfernt. Bereits nach der medikamentösen Einlage mit CaOH2 klangen die Beschwerden innerhalb von 10 Tagen vollständig ab. In der zweiten Behandlungssitzung konnten die Kanäle in den resizierten Wurzeln nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA obturiert werden.

Das 6-Monats-Recall zeigt eine unauffällige Periapikalregion bei gleichzeitigem Fehlen jeglicher klinischer Symptomatik. Zahn 27 musste aufgrund einer irreversiblen Pulpitis in der Zwischenzeit ebenfalls endodontisch behandelt werden.

Sicher ein aufwändiges Vorgehen an einem mechanisch kompromittierten Zahn, dessen Entfernung zugunsten eines Implantates der Patient jedoch nach entsprechender Aufklärung abgelehnt hatte.

 

Quiz du jour (I)

von Bonald Decker

Heute möchte ich Ihnen einen nicht ganz alltäglichen Fall vorstellen und Sie nach Ihrer Diagnose und Therapie fragen.

Zur Vorgeschichte:

Im Rahmen eines Prophylaxe Termins fiel bei der hier vorgestellten Patientin im Gaumen links Regio 25/26 eine ca. 2 x 2 mm grosse primär schmerzlose „Verletzung“ der Gingiva auf. Die Patientin selbst hatten das Areal bisher nicht negativ wahrgenommen.

2×2 mm grosser Gingivadefekt

Die „Öffnung“ liess sich  in die Tiefe nicht weiter sondieren und zeigte keine Blutung oder Pus-Sekretion.

Die weiteren klinischen Befunde (fokussiert auf Regio 24-27):

  • Taschensondierung: Regio 24-27 ohne Besonderheiten
  • Sensibilität:  24: positiv ;25-27: negativ
  • Perkussion/Druckdolenz: 24 – 27 ohne Besonderheiten
  • Aufbiss: 24 – 27 ohne Besonderheiten

Die angefertigten Röntgenaufnahmen sehen Sie nachfolgend:

Einzelzahn-Röntgenaufnahme 25-27

Zahnmedizinische Anamnese (fokussiert auf Regio 24-27):

Die letzten konservierend-prothetischen Behandlungen im 2. Quadranten liegen circa 10-15 Jahre zurück.

Allgemeinmedizinische Anamnese:

54 Jahre alte Patientin mit guten Allgemeinzustand. Ständige Medikamenteneinnahme: Thyroxin 75

Was denken Sie sieht man auf den klinischen Fotos, was könnte die Ursache (und Diagnose) sein und welche Therapie wählen Sie?

Brauchen Sie für die weitere Entscheidungsfindung ggf. weitere Informationen?

Viel Spass beim Quiz du jour

;-)

Als Zahnarzt in der Schweiz – ein Vierjahres- Rückblick (3)

von Torsten Hatzky

Vier Jahre ist es nun her, dass wir Deutschland verlassen haben, um nach mehr als 20 Jahren zahnärztlicher Tätigkeit in Südwest-Deutschland noch mal einen neuen Anfang in der Schweiz zu versuchen. Nachdem die Gründe für unsere Entscheidung und unsere ersten Erfahrungen hier und hier ausführlich dargelegt wurden, möchte ich nun ein weiteres Fazit und eine Beschreibung des gegenwärtigen Status Quo wiedergeben:

An den Umzug erinnern wir uns noch genau – Chaos und Stress pur! In der damaligen Wohnung haben wir mehr als 17 Jahre gewohnt. Die Praxisräume hatten wir seit 15 Jahren. Mit der Zeit sammelt sich einiges an. Ein Zeitraum von 4 Monaten war sehr knapp bemessen um alles, was nicht mehr gebraucht wurde, auszumisten. Dank professioneller Hilfe durch ein Umzugsunternehmen mit Auslandserfahrung hat letztlich alles gut geklappt.

Aber es gibt noch andere Erinnerungen. Da ist zum Beispiel das Gefühl freudiger Erwartung, gepaart mit einer gehörigen Portion Spannung: Was wird uns erwarten? Wie lang wird es brauchen, bis die neue Praxis läuft? Würden wir den Schritt bereuen? Aber es war keine lähmende Spannung, sondern sondern ein gutes Gefühl, eines, das angespornt und Energie gebracht hat. Die Psychologen nennen es „Flow“.

Wie sieht das heute aus? Die Spannung ist inzwischen weg. Routine ist in den Alltag eingekehrt. Es gibt kaum noch Überraschungen. Allerdings erlebt man ja, wenn man aus Deutschland kommt, nicht den grossen Kulturschock in der Schweiz.

An den Dialekt haben wir uns inzwischen sehr gut gewöhnt. Da „Schwizerdütsch“ aber keine einheitliche Sprache ist, gibt es mit Menschen aus etwas weiter entfernten Regionen schon machmal Verständigungsprobleme. Da geht es aber den Einheimischen auch nicht unbedingt besser als uns. Diese Sprache selbst richtig zu sprechen werden wir wohl nicht lernen. Unsere Tochter (23) hat damit etwas weniger Probleme. Für viele Schweizer ist es relativ anstrengend, Hochdeutsch (hier sagt man Schriftdütsch) zu reden. Sie sind sehr dankbar, wenn man ihnen gleich am Anfang einräumt, Dialekt zu sprechen. Ich sage dann einfach, dass ich mich daran gewöhnen wolle und schon nachfragen werde, wenn ich wirklich mal etwas nicht verstanden habe. So ist die erste Hürde schnell überwunden und unserer Gegenüber zeigt fast immer ein freundliches Lächeln. Auch ausserhalb der Praxis wächst die Anzahl der Kontakte. Dafür muss man natürlich selbst etwas tun. Die Schweizer feiern gern. Wenn man dann, besonders in Vereinen oder anderen Gruppen bereit ist, etwas zur Vorbereitung beizutragen, hier sagt man „sich einzubringen“, wird man sofort überaus herzlich aufgenommen.

Wir haben übrigens niemals irgendwelche Antipathien oder gar Feindseligkeiten wahrgenommen. Leider gibt es hier jedoch eine im ganz rechten Spektrum angesiedelte, populistische Partei, die diese Probleme gern herbeiredet und schürt, um bei einfachen und politisch ungebildeten Menschen daraus politisches Kapital (= Wählerstimmen) zu schlagen. Und so soll es vereinzelt schon zu Aggressionen oder Sachbeschädigungen gegenüber Deutschen gekommen sein. Auch können wir das, was HaWi  in diesem Beitrag geschrieben hat, überhaupt nicht nachvollziehen. Sicherlich wird ein Schweizer Fussballfan, wenn er sich ein Duell zwischen Deutschland und einer kleineren oder schwächeren Fussball-Nation anschaut, nicht für Deutschland Partei ergreifen. Das liegt wahrscheinlich nicht in irgendwelchen Feindseligkeiten begründet, sondern eher in einer Art „Solidarität“ der „Kleinen“, vielleicht aber auch an der Arroganz einiger deutscher Fussballstars. Insgesamt nämlich nehmen die Schweizer viel mehr am deutschen „Fussball-Leben“ teil, als umgekehrt. Über die deutsche Bundesliga wird im Schweizer Fernsehen regelmässig berichtet. Auch in den allgemeinen Nachrichten nimmt die Berichterstattung über die deutsche Politik fast täglich breiten Raum ein. Peinlich für uns Deutsche: Umgekehrt wird in den deutschen Medien nur sehr selten über die Schweiz informiert. Völlig überrascht hat mich aber dies: Ein etwa 10 jähriger Schweizer Schulbub, der bei uns eine kieferorthopädische Behandlung bekommt, wollte seine neue Zahnspange in den Farben schwarz/ gelb mit dem Logo von BVB Dortmund haben.

So fühlen wir uns hier richtig wohl und würden vieles vermissen, wenn wir wieder nach Deutschland zurück müssten. Umgekehrt vermissen wir erstaunlich wenig. Eigentlich bleiben da nur die besseren Einkaufsmöglichkeiten und die meist niedrigeren Preise. Aber dank Internet-Handel ist das eigentlich auch kein Problem, wenn man gelernt hat, die Zollvorschriften zu beachten. Am meisten würde uns in Deutschland die hohe Qualität sowie die grössere Vielfalt, vor allem an hochwertigen Nahrungsmitteln, fehlen. Da wir schon immer gutes Essen mochten und sehr viel selbst kochen, wissen wir das natürlich mehr zu schätzen als manch einer, der andere Vorlieben hat. In diesem Punkt sind wir uns mit vielen anderen deutschen Einwanderern einig und akzeptieren gern die höheren Preise.

Zu den Preisen sei aber noch etwas gesagt: Wir hatten es an unserem früheren Wohnort in Südwestdeutschland (Nähe Karlsruhe) mit einem extrem hohen Preisniveau zu tun und empfanden die Unterschiede zur Schweiz nicht so krass wie zum Beispiel unsere Verwandten in Nordhessen. Wenn man weiter in den Osten (neue Bundesländer) schaut, wird das noch extremer. So ist das auch zu erklären, dass die schleichende Abwertung des zahnärztlichen Honorars in Deutschland uns eher getroffen hat als Kollegen in anderen Regionen.

Eines gleicht die hohen Preise jedoch wieder aus: Die niedrigen Steuern! Laut Bund der Steuerzahler war der „Steuerzahlergedenktag“ 2012 in Deutschland am 8. Juli. (für höhere Einkommen liegt er noch deutlich später im Jahr). Hier ist der Tag, bis zu dem man den finanziellen Teil seiner staatsbürgerlichen Pflicht geleistet hat, zwischen Ende Januar und der zweiten Februarhälfte, je nach Einkommen und Wohnort. Das merkt man schon sehr deutlich in der Geldbörse und es hat wesentlich dazu beigetragen, das die letzte Wirtschaftskrise aufgrund des florierenden Binnenmarktes kaum Schäden gesetzt hat.

Was uns nicht so gut gefällt, ist das „Klima“ im Strassenverkehr. Während das allgemeine Leben hier erheblich „relaxter“ ist, scheint sich das schlagartig zu ändern, wenn der Schweizer hinterm Steuer sitzt: Man wird hier wesentlich mehr als in anderen Ländern durch sehr dichtes Auffahren und massives Lichthupen bedrängt. Vermutlich liegt das an dem sehr niedrigen Tempolimit. Bei Tempo 80/120 kann man eine Verspätung schlechter aufholen. Zum Ausgleich wird erheblich häufiger kontrolliert. Verstösse werden mit vergleichsweise drastischen Strafen belegt: Schon 1 km/h zu viel nach Abzug der Gerätetoleranz (3-5%) kostet CHF 40.-. Ab 16 km/h Überschreitung innerorts bzw. 21km/h ausserorts gibt es ein Gerichtsverfahren und den sofortigen Entzug der Fahrerlaubnis. So habe ich in den ersten Wochen in der Schweiz gleich mehrere Zahlungsbefehle erhalten und musste einmal von einem auf den anderen Tag auf eine Prophylaxe-Assistentin verzichten. Sie hatte beim Überholen eines Traktors innerorts kurzzeitig um 16km/h überschritten und musste auf der Stelle den Führerschein abgeben. Da es keine brauchbaren Nahverkehrsverbindungen gab, konnte sie nicht mehr zur Arbeit kommen. Ich selbst fahre jetzt entweder sicherheitshalber etwas zu langsam (was dann wieder die Drängelei anderer provoziert) oder ich sehe quasi im 5 Sekundentakt auf den Tacho. Das erhöht den Stress beim Fahren und könnte auch ein Grund für das gereizte Verkehrsklima sein.

Vorsicht ist in dem Zusammenhang auch beim Umgang mit der Polizei geboten. Es gibt erheblich mehr Verkehrskontrollen! So wurden wir einmal auf einer Fahrstrecke von 40km gleich drei mal kontrolliert. Ausserordentlich unerfreulich war dabei oft das Auftreten der Polizisten. Von Deutschland habe ist das immer als professionell, korrekt, aber in aller Regel sehr freundlich in der Erinnerung. Hier war war der Tonfall mit wenigen Ausnahmen extrem streng und manchmal erhielt ich die Anweisungen zum Zeigen der Papiere in harschem, militärischem Befehlston. Wohl bemerkt: Bei normalen Verkehrskontrollen ohne irgendein Fehlverhalten meinerseits. Das hat natürlich Folgen: Während die deutsche Polizei allgemein ein sehr hohes Ansehen geniest, hat die hiesige Polizei ein stark angeschlagenes Image: Viele Schweizer mögen ihre Polizei nicht.

Sehr positiv: Die Schweizer Bahn. Sauber und pünktlich – einfach genial. So versuche ich viel mehr als früher, meine Ziele mit der Bahn zu erreichen. Und da bin ich nicht der Einzige. Im Gegenteil: Die Bahn ist oft bis zum Limit und manchmal deutlich darüber hinaus ausgelastet. Aber auch dann: Es funktioniert!

Zuletzt noch ein paar Worte zur Entwicklung unserer Praxis: Die ist alles in allem sehr erfreulich. Aber eine so gute Erfolgsbilanz, wie sie in diesem Beitrag von einem deutschen Zahnarzt in Spanien beschrieben wird, kann ich nicht vorweisen. Während der ersten drei Jahre war es finanziell oft sehr eng und wir mussten uns sehr einschränken. Seit etwa einem Jahr hat sich dies so nach und nach entspannt. Es kommen immer mehr Patienten auf Empfehlung und was mich besonders freut: Es kommen jetzt viel mehr solche, die Wert auf eine anspruchsvollere Versorgung legen. So konnten wir inzwischen einige notwendige Anschaffungen tätigen und es besteht die berechtigte Aussicht, das wir in diesem Jahr endlich mal wieder in Urlaub fahren können.

Fazit: Wir haben die Entscheidung zum Auswandern nicht bereut und haben keinerlei Heimweh. Wir konnten unser Leben um viele interessante Erfahrungen und Facetten bereichern. Auch unsere Tochter, die anfangs sehr unter Heimweh gelitten hat, kann sich derzeit eine Rückkehr nach Deutschland kaum noch vorstellen. Und es hat letztlich riesig viel Spass gemacht, noch einmal eine neue Praxis aufzubauen, die ich wahrscheinlich dann in einigen Jahren zu einem guten Preis verkaufen kann, sofern die allgemeinen Rahmenbedingungen so bleiben. Das gelingt wohl in Deutschland derzeit nur wenigen Zahnärzten.

Interne Resorption nach KFO-Therapie

von Ronald Wecker

Einige Monate nach abgeschlossener festsitzender kieferorthopädischer Therapie fiel der Hauszahnärztin eine geringe Diskolorierung der klinischen Krone des Zahnes 21 auf.

Der durchgeführte Kältetest fiel an 21 negativ aus. Eine traumatisches Ereignis konnte anamnestisch nicht ermittelt werden. Der bei der Erstvorstellung in unserer Praxis durchgeführte elektrische Sensibilitätstest fiel ebenfalls negativ aus.

Im Einzelbild zeigt sich apikal keine Aufhellung. Im DVT ist insbesondere im Vergleich zum Zahn 11 eine deutliche rundliche Erweiterung des apikalen Kanalhohlraumes zu erkennen. Es bestand der Verdacht einer internen Resorption.

Nach Anlegen der Zugangskavität zeigte sich das Pulpagewebe in Zahn 21 eindeutig nicht vaskularisiert. Nach chemomechanischer Aufbereitung konnte der apikal deutlich erweiterte Kanalhohlraum dargestellt werden. Die apikale Konstriktion fehlte vollständig.

Die Obturation erfolgte daher mittels MTA. Das angefertigte Kontrollbild zeigte einen deutlichen Lufteinschluss, der nach erneuter ultraschallunterstützter Kompaktion beseitigt werden konnte. Das Backfill erfolgte mit Guttapercha in Warmfülltechnik. Aufgrund der Verfärbung wurde der koronale Kanalanteil nicht gefüllt um ein späteres internes Aufhellen der klinischen Zahnkrone zu ermöglichen.

Auffällig war, dass sowohl der Zahn 21 als auch der 11 eine deutlich nach vestibulär gekrümmte Wurzelspitze aufweisen. An Zahn 21 war der Patientin zudem ein nach jedem Bogenwechsel deutliche vestibuläre Druckdolenz erinnerlich. Ob es durch die kieferorthopädische Bewegung zu einer Unterbrechung der Vaskularisierung gekommen war, wird sich nicht mehr klären lassen.

Sony Nex5 und HDadapter am Kaps – Bilder (1)

von Olaf Löffler

Hier nun die ersten Bilder.

Die Bilder wurden nicht nachbearbeitet. Für die Darstellung hier im Blog wurden die Bilder um 50% komprimiert. Ausgewählt wurden Bilder aus verschiedenen Behandlungen und der Vorbereitung eines Kurses.

Take Our Poll

Zahnschutz

von Christoph Kaaden

„So etwas“ will Moritz nicht, dass ihm noch mal passieren…

ein Zahnunfall beim Basketballspielen.

„Gemeinsam“ mit Moritz und seinen Eltern haben wir daher entschieden nach der ersten Behandlungsphase einen individuellen Zahnschutz anzufertigen.

Die Wahl fiel auf einen individuellen Mulit-Layer-Zahnschutz.

Das klinische Vorgehen hierfür ist recht schnell erläutert:

  • Abformungen von Ober- und Unterkiefer inklusive Bissnahme

Da der Zahnschutz in den allermeisten Fällen im Oberkiefer getragen wird (Ausnahme bei ausgeprägter Progenie) sollte darauf geachtet werden, dass Umschlagfalte, Lippen- und Wangenbändchen sowie Gaumen bis zum 1. Molaren gut dargestellt sind.

Die eigentliche Herstellung erfolgt in einem zahntechnischen Labor. Im Vorfeld gilt es dabei zu berücksichtigen, bei welcher Sportart (mit damit ggf. verbundenen Krafteinwirkungen auf die Zähne) der Zahnschutz getragen werden soll. Dies hat einen entscheidenden Einfluss auf die Wahl der verschiedenen Kunstoffschichten. Da beim Basketball mit einer flächigen Krafteinwirlung zu rechnen ist wurde bei Moritz ein Multi-Layer Zahnschutz mit 2 und 4 mm Schichten hergestellt.

Dieser macht das erste Zahntrauma zwar nicht unvergessen und rückgängig, sollte aber verhindern, dass ähnliches wieder passiert…

Dem interessierten Leser sei an dieser Stelle der sehr gelungene Artikel von Lang & Filippi zu dieser Thematik ans Herz gelegt.

Die Scheibe zum Abschneiden – Leica Customer Care

von Hans – Willi Herrmann

Man kann darüber streiten, ob an einer 4500 Euro teuren Fotokamera, ohne Fremdeinwirkung, einfach mal so, ein Plastik – Einstellrad abfallen darf.
So geschehen vor ein paar Wochen an meinem Leica DMR- Digital Rückteil.
Und um die Antwort vorwegzuschicken, nein, dass darf es nicht.
Aber – es passiert nunmal. Und dann ist guter Rat vermutlich schwierig und teuer obendrein.

Im November 2005 hatte ich besagtes Rückteil gekauft.
Für diejenigen unter Ihnen, die sich in der Fotografie nicht auskennen – das DMR macht nach leicht selbst zu bewerkstelligbarem Umbau aus meiner Leica R 8 – Spiegelreflexkamera, die Jahr ein Jahr aus einwandfrei ihren Dienst mit zumeist farbigen, seltener Schwarzweiß-Diafilmen ihren Dienst verrichtete, eine digitales Aufnahmegerät.

Das DMR war seinerzeits der sehr späte, aber dennoch lobenswert ernsthafte erste Versuch Leicas, mit einem eigenen Gerät im Digitalmarkt Fuß zu fassen.
10 Jahre sollte das DMR mir gute Dienste leisten, dass war die Grundvoraussetzung dafür, dass ich den Kauf vor mir selbst gerechtfertigt hatte.

Und jetzt war es kaputt. Nichts tat sich mehr.
Müsste ich das DMR als Totalschaden abschreiben ?

Das LEICA – Internet – User – Forum gab erste Infos (vielen Dank von hier an diese Stelle).
Der Fehler war anscheinend nicht nur bei mir, sondern auch noch bei anderen aufgetaucht. Ebenfalls, was mich beruhigte, ohne Fremdeinwirkung.
Man gab dort den Rat, sich an die Leica – Service – Abteilung zu wenden, neudeutsch Customer Care genannt.

Das tat ich via Email.
Prompte Antwort, ich möchte das DMR zur Prüfung einschicken, man könne das gelöste Drehrad wiederbefestigen. Knapp eine Woche später hatte ich das DMR wieder zurück, es funktioniert einwandfrei.
Keine Garantie mehr, nicht verwunderlich nach nunmehr 7 Jahren, die Reparatur war aber dennoch kostenlos.

Noch einmal.
Jeder von uns erwartet, dass bei einem so teuren Gerät ein solcher Fehler nicht passiert. Nicht bei 4500 Euro Kaufpreis.

Aber – ich kenne keine Firma – die, wenn nach 7 Jahren ein solcher Fehler auftaucht, diesen kostenfrei repariert.
Bei Leica hat sich viel verändert in den letzten Jahren. Vieles war sehr erfreulich, nicht alles war positiv.

In Sachen Kundenservice wird diese Firma noch immer ihrem sprichwörtlich herausragenden Namen gerecht.

Eine mittlerweile anachronistisch anmutende Ausnahme, die nicht hoch genug lobend herausgestellt werden kann.

Wie sieht es nun im Dentalbereich aus ?
Einem Kundenkreis, der, im Hinblick auf ein allgegenwärtiges Vorurteil, daß den Leica – Besitzers als nicht unerheblich Besserverdienenden beschreibt, mit der Gruppe der Zahnärzte eine vermutlich nicht unerhebliche Schnittmenge aufweist ?

Hier scheint das Gegenteil der Fall, wie auch immer wiederkehrende Kommentare von Lesern dieses Blogs zeugen, dass ein dem LEICA – Preisniveau vergleichbares Gerät ohne besagten vorbildlichen After Sale- Service auskommen muss.

Und ein Defekt, und zwar unabhängig davon, ob er konstruktionsbedingt ist oder nicht, nach Ablauf der gesetzlich vorgeschriebenen Garantie, vom Käufer getragen werden muss.

Endo-Prophylaxe – Flosser

von Christian Danzl

Da in unsere Praxis einige Endos überwiesen werden, machen wir mehr Endos als eine normale Durchschnittspraxis. Das machen wir auch gerne.
Aber die beste Endo ist und bleibt immer noch, die, die verhindert wurde. Und zwar nicht durch die Zange, sondern durch nicht entstandene Karies.

Dass Zähneputzen der Karies abträglich ist ist nichts neues.
Dass es sich bei Benutzung der Zahnseide ebenso verhält ist ebenfalls nichts neues.

Zähneputzen geht bei den meisten Leuten, Zahnseide jedoch ist für die wenigsten Leute eine regelmässige Tätigkeit.

Kann man verstehen.

Während das Zähneputzen nebenbei, z.B. vor dem Fernseher, verrichtet werden kann, fordert die Anwendung der Zahnseide zwei Hände, deutlich mehr Aufmerksamkeit und oft einen Spiegel.

Zahnseide ist lästig, deshalb nicht beliebt.

Bei der Professionellen Zahnreinigung weisen unsere „Reinigungskräfte“ immer wieder darauf hin, regelmässig zur Anwendung kommt die Zahnseide im häuslichen Bereich trotzdem wenig.

Deshalb haben wir jetzt umgestellt, von Zahnseide von der Rolle auf „konfektionierte Zahnseide“, also Flosser. Eine kleine handliche Kunststoffgabel mit einem Stück aufgespannter Zahnseide. Die Interdentalpflege wird deutlich einfacher: Man benötigt keine zweite Hand mehr und auch keinen Spiegel mehr.
Bis jetzt waren die Patienten davon begeistert.

Es gibt sie von verschiedenen Herstellern mit verschiedenen Merkmalen:
Zahnseide mit Fluorid getränkt, Arbeitsende abwinkelbar, Griff spitz und als Zahnstocher verwendbar.

Wir haben mal verschiedene Modelle zum Testen bestellt.

Unser Favorit:

Das Modell von TePe (unten, dunkelblau). Stabil, liegt sicher in der Hand und lässt sich gut „reinbeissen“

Kunst im Zahn

von Jörg Schröder

Es ist schon unglaublich, mit welcher Kunstfertigkeit dieses Instrument  zusammen gefaltet und im palatinalen Kanal eines oberen Molaren platziert worden war.

Saving Hopeless Teeth (XXXI) und Erfolgsraten 2

von Ostidald Wucker

Im vorliegenden Fall haben wir uns an den unten beschriebenen Quellen zu der Ausgangssituation geäußert.

Erfolgsraten und Prognosen.

Die Stellungnahme der DGZMK schreibt dazu:

„Der Begriff Prognose läßt sich als Voraussage von zukünftigen Ereignissen oder Entwicklungen (z. B. die Entstehung oder Heilung einer periapikalen Parodontitis), deren Ausgang zeitabhängig ist, definieren. Die überwiegende Mehrzahl der Studien gibt jedoch lediglich Erfolgsraten oder Erfolgsquoten an.“

Zu Erfolgsquoten und prognostische Einschätzung schreiben die Autoren:

„Wurzelkanalbehandelte Zähne mit infiziertem Endodont und assoziierter periapikaler Läsion nach Revision : Die Erfolgsraten liegen hier im Vergleich mit den übrigen Kategorien am niedrigsten. Sie sind im Bereich von 50% bis 70% angesiedelt. Auf Ereigniszeitanalysen beruhende Angaben fehlen bisher.“

Klicke, um auf Zur_Prognose_von_Wurzelkanalbehandlungen.pdf zuzugreifen

Weitere Literatur:

Eine von Ng et al.11,12 vorgelegte Metaanalyse aus dem Jahr 2007 (63 Publikationen, 6 davon randomisiert, die im Zeitraum von 1922 bis 2002) sieht die durchschnittliche Erfolgsrate bei Revisionen mit P. apicalis  bei 75 %. (10, 11, 12)

10. Weiger / Zitzmann Implantat oder Wurzelkanalbehandlung?                              Endodontie 2008;17(4):317-327

11. Ng YL, Mann V, Rahbaran S, Lewsey J, Gulabivala K. Outcome of primary root canal treatment: systematic r eview of the literature – Part 2. Influence of clinical factors. Int Endod J 2008;41:6-31.

12. Ng YL, Mann V, Rahbaran S, Lewsey J, Gulabivala K. Outcome of primary root canal treatment: systematic review of the literature – Part 1. Effects of study characteristics on probability of success. Int Endod J 2007;40:921-939.

„Allzeit bereit“

von Christoph Kaaden

… ist nicht nur das Motto der Pfadfinder, sondern auch das Unsere im endodontischen Praxisalltag. Ziel ist es möglichst immer für (quasi) jede Behandlungsituation vorbereitet und gewappnet zu sein…

Dabei sollen uns neben technischen Hilfsmitteln (wie Microopener, Debrider, M4-Winkelstück, überlangen Pluggern u.v.m.) auch Dinge, die den Behandlungsablauf positiv beeinflussen oder erst ermöglichen, unterstützen.

Gestern trat so eine Situation ein.

Einer unserer Patienten hatte aufgrund einer Erkältung und der damit einhergehenden verschnupften Nase Sorge vor der Kofferdam-Applikation mit daraus ggf. resultierender eingeschränkter Mundatmung.

Erstmalig, seit der Anschaffung vor ca. acht Monaten kamen „sie“ also zum Einsatz:

Abschwellende Nasentropfen, als 0,1% Einzeldosispipette ohne Konservierungsstoffe.

Bereits kurze Zeit nach Anwendung gab uns der Patient „grünes Licht“ und der Behandlung unter Kofferdam stand trotz Erkältung nichts mehr im Wege.

Dank dieses „Tipps“ von Jörg Schröder vor einiger Zeit waren wir auch für diese Situation gewappnet…

P.S.: Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheke. Weitere Informationen finden Sie ferner hier.

Magic Cube – hygienefähige „Tastatur“

von Hans – Willi Herrmann

Über hygienefähige Tastaturen haben wir hier bei WURZELSPITZE schon des öfteren berichtet (wen ´s  interessiert – einfach das Wort „Hygiene“ als Suchbegriff rechts oben eingeben).

Eine glatte Oberfläche ist sicherlich das in dieser Hinsicht konsequenteste und sinnvollste Konzept und der Magic Cube der koreanischen Firma Celluon setzt dieses Designprinzip der Reduktion aller möglichen Schmutznischen am radikalsten um. Handelt es sich doch hierbei um eine mittels eines roten Lasers auf die Fläche unserer Hinterkopfzeile projizierte virtuelle Tastatur.

Das ist nicht neu, das Prinzip ist schon seit  einigen Jahren in einem kommerziell verfügbaren Gerät  auf dem Markt und allein diese Tatsache kann als Indiz dafür gelten, dass in der Praxis vermutlich einige Drawbacks vorhanden sein könnten.

Die CES 2013 Anfang Januar in Las Vegas stellte die gegenwärtige Generation des Magic Cube in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, wieder einmal berichteten Blogs und TV Sender über dieses Eingabegerät, dass einem Science Fiction- oder Agenten- Film ala „James Bond“ oder „Mission Impossible“ entliehen scheint und auf alle Technik – Begeisterten, neudeutsch Geeks, eine nicht entziehbare kindliche Faszination des Ausprobieren Wollen ausübt.

Und offensichtlich scheint  das Konzept zumindest soweit alltagstauglich, dass es für eine Anwendung wie in der Zahnarztpraxis (kurze Eingaben am Behandlungsplatz zur Behandlungsdokumentation) grundsätzlich brauchbar erscheint.

Würde mir so ein Teil irgendwo über den Weg laufen, ich würde es interessiert ausprobieren.

Letzten Freitag war es diesbezüglich soweit. Ich hatte den Kollegen Nils Widera  zu Besuch in unserer Praxis und – wie es der Zufall so will – er hatte besagten Magic Cube im Handgepäck, einen zierlichen Quader von circa 3*4*7 cm Kantenlänge. In den USB- Port des Mac eingestöpselt, wirft dieser eine 10*24 cm große virtuelle „Laser“ – Tastatur auf die Tischplatte.

Mit der man in der Tat schreiben kann. Und – im Hinblick auf die revolutionäre Andersheit des Konzeptes – überraschend gut. Hieß konkret, dass aus dem Stand in etwa die Schreibgeschwindigkeit anderer Hygiene – Tastaturen erreicht werden kann und auch die Anzahl der Schreibfehler mit diesen vergleichbar ausfällt.

Übung macht im Übrigen bei beiden Lösungen den Meister, Schnelligkeit des Schreibens und Reduktion der Schreibfehler gehen mit der Zeit positiv einher.

Als „proof of concept“ hat sich der Magic Cube definitiv bewährt.

Und auch das erfreuliche Feature einer mittels Tastendruck einschaltbaren virtuellen Maus, die mit der Fingerspitze die Funktion eines Trackballs liefert, ist grundsätzlich brauchbar, auch wenn es  an die Funktionalität einer Hardware- Maus nicht heranreicht.

Ob man den Magic Cube in  der Praxis einsetzen wird, muss daher sicherlich Jeder für sich selbst entscheiden.

Denn – vollkommen unabhängig von der Faszination des Möglichen und dem im Vergleich zu „konventionellen“ hygienefähigen Tastaturen günstigen Preis von ca. 140 Euro gibt es eine Reihe von – teilweise prinzipbedingten – Nachteilen zu akzeptieren. Mein persönliches Urteil fällt gegenwärtig zwiespältig aus. KO – Kriterien sind  das vorhandene US – Tastatur- Layout und die visuelle Qualität der Laserprojektion.

Während das gegenwärtige QWERY – Tastatur – Layout nur eine vorübergehende Erschwernis darstellt und mit Ausliefern eines alternativen QWERTZ – Layouts beseitigt werden kann, so ist die vorhandene Laser – Projektion zwar auch im Hellen gut erkennbar, aber dennoch für die Augen ein anstrengender und auf Dauer möglicherweise ermüdender Zustand. Den einen mag es stören, den anderen nicht, da hilft nur ausprobieren.

Ich werde weiterhin dieses in seiner Grundkonzeption revolutionäre Konzept im Auge behalten, sehe es an der Schwelle des Nutzbaren für unsere Einsatzzwecke.

Weitere Konzepte wie die evoMouse

oder ein Medical Keyboard sind ebenso vielversprechend. Ich werde diese ebenso wie die QWERTZ – Version des Magic Cube garantiert einer weiteren Überprüfung unterziehen, halte  persönlich aber nachwievor  in der Summe  der positiven Eigenschaften die IC Keys – Tastatur gegenwärtig für unerreicht.

Disclaimer
Der Magic Cube wurde mir vom Kollegen Nils Widera kostenlos für eine Woche zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt. Nach dieser Zeit wurde das Gerät von uns zurückgesandt. Der hier niedergeschriebene Artikel gibt die persönliche Einschätzung des Autors wieder. Es gab keine Vergütung von Seiten des Herstellers oder Dritter für die Erstellung dieses Artikels.

Kommentare bei WURZELSPITZE

von Hans – Willi Herrmann

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