3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis (4)

2022 haben wir uns für den Kauf eines Er:Yag Lasers von Fotona – SkyPulse Versa- entscheiden. Hier, Hier und hier berichteten wir bereits.

Wie stellt sich die Kostensituation dar?

Neben den Kosten des Gerätes sind folgende Kosten wiederkehrend:
Faserspitzen, je nach Anwendung – hier im Fotona-Shop
Die Spitzen sind bruchanfällig. Anfänglich haben diese bei uns für max. 3–4 Anwendungen gehalten. Einige Vorsichtsmaßnahmen haben dazu geführt, daß die Faserspitzen deutlich länger funktionieren. (Bei täglicher Anwendung sind 2 Monate möglich.)
Die Faser selbst hält lange, aber in dem Metallkörper ist auf der Faser ein kleine, klarglasige Kugel. Diese bricht irgendwann ab und die Faserspitze ist dann unbrauchbar.

Ersatzteile für das Handstück – hier im Fotona-Shop
Pro Jahr und Handstück haben wir ca. 2 Spiegel verbraucht.

Hinzu kommen Kosten für Wartung und Sicherheit – jährlich:
Wartung – STK-Prüfung – ausschließlich durch qualifiziertes Fotona-Servicepersonal –
Der Tausch der Ionisierungskartusche und des Kühlluftfilters erfolgt bei dieser Wartung.
Kosten: ca. 1500 Euro.

Welche Veränderungen gibt es im Zeitmanagement der endodontischen Therapie?

Der Einsatz des Lasers für die LAI in der endodontischen Therapie hat pro Behandlungssitzung einen Mehraufwand.
Dieser setzt sich wie folgt zusammen:
– Ca. 10 Minuten/Sitzung in der Behandlungsphase für den einmaligen Einsatz des Lasers, 15 Minuten für zwei LAI/Sitzung.
(Vorbereitung: Alle Mitarbeiter und Patienten müssen Laserschutzbrillen aufsetzen, die Fenster müssen abgedeckt sein, Laserwarnleuchte muss eingeschaltet werden.)
– Ca. 20 Minuten/Sitzung für die Vorbereitung und Nachbereitung inklusive Sterilisation und Wartung.
Zusätzlich haben sich bei uns die Spülmengen mit NaOCl und EDTA mindestens verdoppelt.
(Zwischen ca. 10–30 ml NaOCl und ca. 10–20 ml EDTA.)

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis (3)

2022 haben wir uns für den Kauf eines Er:Yag Lasers von Fotona – SkyPulse Versa- entscheiden. Hier und hier berichteten wir bereits.

Integration in die Behandlungsergonomie
In der endodontischen Therapie wird bei uns der Laser nur relativ kurz im Verhältnis zur gesamten Therapiesitzung eingesetzt. Trotzdem muss das Gerät immer in Bereitschaft stehen. Wir haben das Cart zum Sky-Pulse-Versa mitgekauft. Dadurch ist der Laser mit geringem Aufwand ortsveränderlich. Benötigt wird lediglich ein 220-Volt-Anschluss.
Der Fotona Sky Pulse Versa hat einen Gelenkarm. Dieser ist weniger flexibel als ein schlauchartiges System. Deshalb muss das gesamte Gerät ggf. etwas in der Stellung verändert werden, um am Patienten angewendet werden zu können. Erschwert wird dies zudem durch das über dem Patienten befindliche Mikroskop. Der Laser wird per Fußpedal ausgelöst, deshalb muss dieses ebenfalls platziert werden.
Für den Lasereinsatz müssen alle im Raum befindlichen Personen Laserschutzbrillen aufsetzen und die Laserwarnleuchte an der Tür muss angeschaltet werden.
Dies unterbricht die gewohnte Behandlungsergonomie und benötigt etwas Zeit, um es in die gewohnten Abläufe fließend zu integrieren.
Für die 6-Handtechnik in der Assistenz sind ebenso Umstellungen notwendig. Die Platzverhältnisse werden eingeschränkter auf der rechten Assistenzseite. Die Anreicherung des Gelenkarmes erfordert einige Übung.
Dieser Aufwand lohnt sich aus unserer Erfahrung heraus.


Aufbereitung und Instandhaltung:
Hier gab es bei uns die meisten Probleme. Diese führten anfänglich zu monatelangen Ausfällen.
Deshalb sollte hierauf besonders Acht gelegt werden.
Es empfiehlt sich, in einer Praxis mit mehreren endodontischen Behandlungen am Tag mindestens zwei Handstücke inkl. Kupplung vorrätig zu haben. Für die LAI ist das Handstück HC 14-N notwendig. Ebenso sind mehrere Faserspitzen (Flat Sweeps 400/9 für SWEEPS und Radial Sweeps 400/9 für PIPS) und genügend Laserschutzbrillen (mindestens 3) notwendig.
Im Handstück ist ein Umlenkspiegel verbaut. Dieser muss regelmäßig kontrolliert werden und ggf. erneuert werden (Umlenkspiegel R0214, HC0214, ON88656).
Die Handstücke und Faserspitzen sind bis 134 Grad mit Sterilverpackung autoklavierbar. Das Handstück muss, obwohl Hohlkörper – das ist Herstelleranweisung – an beiden Seiten verschlossen sein, damit auf dem Umkehrspiegel keine Wasserflecken oder Ablagerungen entstehen. Diese können die Funktion des Laserstrahles verändern.
Die Desinfektion ist mit Thermodesinfektor oder manuell möglich.

Wartungs- und Reinigungsarbeiten
Über die Schaltfläche „Device Maintenance“ werden die Wartungsfunktionen aufgerufen:

1.Gerätewartung – am Gerät
Spray Refill: Startet den automatisierten Vorgang zum Nachfüllen des Wassersprays.
Wassersystem / Spraywasser
Bei Verwendung des integrierten Wasserbehälters empfiehlt Fotona:
A-dec ICX Wasserbehandlungstabletten (Kapazität für 0,71)
Wöchentliche mikrobiologische Überwachung der Wasserqualität
Spülen der Wasserleitungen nach jedem Patienten für 20–30 Sekunden
Verwendung von destilliertem Wasser empfohlen.
2. Reinigung des Kühlluftfilters
Reinigung oder Austausch mindestens 2 × pro Jahr
3. Deionisierungskartusche (Kühlkreislauf)
Austausch mindestens 1 × jährlich
Empfohlen: gleichzeitiger Wechsel der deionisierten Kühlflüssigkeit
4. Reinigung der Außenfläche des Gerätes:
nach jeder Behandlung mit einer nicht ätzenden Reinigungslösung (z. B. Wasser u. Seife)
Nie direkt mit Flüssigkeiten besprühen.

Wartung, die ausschließlich durch qualifiziertes Fotona-Servicepersonal erfolgen muss:

1. Kalibrierung des Leistungszählers: regelmäßig bzw. nach Bedarf
Leckstrommessung & Schutzleiterwiderstand: jährlich,
ausschließlich durch qualifiziertes Fotona-Servicepersonal
2. Sprayfilter
Reinigung oder Austausch mindestens 1 × jährlich
Nur durch qualifiziertes Fotona -Wartungspersonal
Technische Kontrollen

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3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis (2)

2022 haben wir uns für den Kauf eines Er:Yag Lasers von Fotona – SkyPulse Versa- entscheiden. Hier berichteten wir in ersten Teil.

Laser wie funktioniert das?

Der Laser arbeitet wie ein optischer Verstärker, der konzentriertes Licht ausstrahlt. Die Energie wird entweder in einem Gas, einer Flüssigkeit oder einem Kristall bereitgestellt. Das Licht wird an parallelen Spiegeln reflektiert, die sich an beiden Seiten des Lasers befinden. Jedes Mal, wenn das Licht das flüssige, feste oder gasförmige Medium durchläuft, wird es von den Spiegeln erneut reflektiert.
Dieser Vorgang setzt sich so lange fort, bis alle Strahlen in eine einzige Richtung verlaufen und dadurch gebündelt werden. 
 Einer von beiden Spiegeln ist teilweise durchlässig. So wird es möglich, dass das gebündelte Licht als Laserstrahl austritt. In diesem Laserstrahl sind alle Lichtteilchen nicht nur gleich, sondern strömen auch in die gleiche Richtung.
Quelle: Wikipedia

PIPS und SWEEPS

SWEEPS ist eine spezielle Form der laserinduzierten Spülung in der Endodontie und eine Weiterentwicklung des PIPS‑Verfahrens. Sie dient dazu, Wurzelkanäle effektiver zu reinigen und zu desinfizieren.

Grundprinzip
Bei SWEEPS wird die Faserspitze des Er:YAG‑Laser in eine mit Spüllösung gefüllte Pulpakammer gerichtet.
Die Laserimpulse erzeugen sehr schnell entstehende und wieder kollabierende Dampfblasen in der Spüllösung, die starke Flüssigkeitsbewegungen und Schockwellen im gesamten Kanalsystem auslösen.

Unterschiede PIPS und SWEEPS

PIPS („Photon‑initiated Photoacoustic Streaming“) arbeitet ebenfalls mit photoakustischen Schockwellen, nutzt aber eine andere Pulsstruktur und Tip‑Geometrie (Spitze).
SWEEPS verändert Tip‑Design und Pulserzeugung (Adaptive Structured Pulse, ASP), um die Blasenbildung und -implosion noch besser zu steuern und so die Reinigungswirkung weiter zu steigern.

Klinischer Nutzen

Durch die erzeugten Schockwellen und den Aufbau von Scherspannungen (primäre Kavitation) in der Spülflüssigkeit werden auch schwer zugängliche Bereiche, wie Isthmen, laterale Kanäle, Hohlräume etc. besser erreicht und von Biofilm, Geweberesten und Debris befreit.

Literaturtipp zu PIPS und LAI:
International Endodontic Journal
Principle and antimicrobial efficacy of laser-activated irrigation: A narrative review
Maarten Meire, Roeland J. G. De Moor
10. Februar 2024
https://doi.org/10.1111/iej.14042

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Demnächst mehr…

3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis (1)

2022 haben wir uns für den Kauf eines Er:YAG-Lasers von Fotona – SkyPulse Versa – entschieden.

Warum gerade Laser?
Nach dem Ausfall des SAF-Systems (Self-Adjusting File) habe ich versucht, einen möglichst adäquaten Ersatz zu finden, um die Desinfektion und Reinigung des Wurzelkanalsystems zu optimieren. 
Dabei kam nur die LAI – (Laseraktivierte Spülung mit Er:Yag-Laser) als Verfahren in Frage.

Begründung:
Physikalische Grundlagen
Er:YAG-Laser (2940 nm) werden extrem stark in Wasser und Hydroxylapatit absorbiert, erzeugen im Spülmedium ausgeprägte Kavitationsblasen und photoakustische Schockwellen (PIPS/SWEEPS).
​Diodenlaser (ca. 810–980 nm) werden vor allem von Pigmenten (Melanin, Hämoglobin) absorbiert, dringen tiefer in Gewebe ein und wirken primär photothermisch/antimikrobiell, nicht primär hydrodynamisch. Deshalb wird damit wahrscheinlich keine Smearlayer- und Debrisentfernung erreicht.
Spülwirkung / Debris- und Smearlayer-Entfernung
Er:YAG‑LAI, insbesondere PIPS/SWEEPS, erzeugt turbulente Strömungen, die in In‑vitro‑Studien Biofilm und Smearlayer entfernen können.
​Diodenlaser im „klassischen“ Intrakanal-Modus (Faser im trockenen oder nur leicht feuchten Kanal) zeigen deutlich geringere bis keine Smearlayer‑Entfernung; die Dentintubuli bleiben teilweise verschmiert.

Voraussetzungen für Laseranwendung in der Zahnmedizin:
Die Voraussetzungen für die Laseranwendung in der Zahnmedizin umfassen vor allem fachliche Qualifikationen, rechtliche Schutzmaßnahmen und Geräteanforderungen. In Deutschland müssen Zahnärzte spezifische Fortbildungen absolvieren, um Laser rechtssicher einzusetzen. Alle Anwendungen erfordern strenge Sicherheitsvorkehrungen gemäß MPG, OStrV (Arbeitsschutzverordnung zu künstlicher optischer Strahlung) und DGZMK-Richtlinien.
D. h., vor Einsatz eines Lasers in der Praxis sind Fortbildungen und Qualifizierungen notwendig.

Warum Fotona?
Anhand meiner Recherche war die LAI mit PIPS® (Photon Induced Photoacoustic Streaming) und SWEEPS (Shock Wave Enhanced Emission Photoacoustic Streaming) nur mit den Geräten von Fotona umsetzbar.
Andere Dental‑Laser können zwar ebenfalls LAI oder „laseraktivierte Spülung“ anbieten, unterstützen aber typischerweise nicht die proprietären PIPS®‑ oder SWEEPS‑Modi von Fotona.
Ob dies von Bedeutung ist, kann ich bis heute nicht sagen, da ich selbst keine Vergleiche gemacht habe und die Studienlage unzureichend bis fehlend ist.

Erfahrung im Umgang mit dem SkyPulse Versa.
Anfänglich hatten wir größere Probleme mit dem Gerät. Auf Wurzelspitze haben wir berichtet.
Nach nun 3 Jahren Erfahrung müssen wir festhalten, dass die Einweisung durch das Dentaldepot nicht optimal war. Auch war die Unterstützung durch Fotona am Anfang nicht optimal. Die Ausfälle des Geräts waren nun mit Abstand betrachtet zu 80 % Anwender- und Wartungsfehler. Im letzten Jahr hatten wir keine Ausfälle, nach Einhaltung aller Wartungsarbeiten und Pflegeintervalle. Prüfungen des Gerätes müssen nach Wartungs-/STK-Protokoll für Lasergeräte nach § 11 MPBetreib m mindestens alle 24 Monate erfolgen.

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Demnächst mehr…

16 mit Problemen (2)

Hier berichtete ich erstmals über diesen Fall.
Zuletzt war die Patientin bereit, den Zahn 16 entfernen zu lassen, um endlich wieder beschwerdefrei zu sein. Die Beschwerden treten beim Essen auf und klingen erst nach einer Weile wieder ab.

Was tun?

  1. Anamnese prüfen:
    Zunächst sollte die allgemeine Anamnese des Patienten nochmals kontrolliert werden. Traten Veränderungen ein, wie ungewöhnliche Stresssituationen, Ernährungsumstellungen etc.
    Zudem sollten Veränderungen im Zahnbereich, wie neuer ZE oder Schiene, bekannt sein.
  2. Okklusions- und Artikulationsprüfung.
    Auch wenn diese bereits erfolgt sind, sind Veränderungen möglich. Meistens wurde dies unter Anästhesie kontrolliert und zuvor hatte der Patient lange Zeit den Mund geöffnet.Vodafone
    Bei Schmerzsensationen, wie in diesem Fall, prüfe ich, ob ich einen Schmerzpunkt auf der Okklusionsoberfläche identifizieren kann.
    ( Funktionelle Untersuchungstechniken zu möglichen Strukturveränderungen zu erkennen sind wichtig. Einzigste mir bekannte Fortbildung dazu, die ich empfehlenswert finde, ist: https://www.westerburgerkontakte.de/seminare/fdt-2-a-und-b-manuelle-funktions-und-strukturdiagnostik-sowie-therapie-5063.html )
  3. Palpation im Vestibulum und ggf. Lineal oder Polatonal auf schmerzauslösende Bereiche oder spürbare Schwellungen.

Bei der Patientin war der schmerzauslösende Bereich auf dem palatinalen Höcker.
Die Palpation ergab keine schmerzhaften Punkte oder Schwellungen.
In der allgemeinen Anamnese war tatsächlich eine stressbedingte Veränderung eingetreten. Sie hatte ein Schlafdefizit, da ihre Tochter seit einigen Wochen krankheitsbedingt nicht mehr durchschlief.
Aus diesen Daten und dem klinischen Bild des massiven Biofilms in der palatinalen Wurzel war der Verdacht naheliegend, dass die Ursache im palatinalen Bereich liegt. Die geschwollene Kieferhöhlenschleimhaut war ein weiterer Hinweis. Laut HNO liegt es an einer mangelnden Belüftung.

Die Patientin war mit einem weiteren Versuch des Zahnerhaltes einverstanden. Wollte aber aus Kostengründen keine weiteren Behandlungstermine. Deshalb entstand eine Hopp-oder-topp-Situation.
In dieser nachfolgenden Behandlungssitzung habe ich palatinal bis #60 (Mtwo) aufbereitet, da der Spanraum bis #50 nur wenig bis kein Wurzeldentin zeigte. Das apikale Foramen war nach Modifizierung der Zugangskavität einsehbar und mit einem aufgebogenen Microdebrider konnte ich zudem einen Großteil des sichtbaren Sealers periapikal entfernen. Nach Desinfektion mit NaOCl 3 % und Debrisentfernung mit EDTA 17 % erfolgte der apikale Verschluss mit ProRoot MTA. Die Wurzelfüllung erfolgte thermisch vertikal mit Guttapercha und als Sealer wurde BC-Sealer Highflow verwendet.
Zum Recalltermin nach 6 Monaten erschien eine überglückliche Patientin, die seit dem letzten Behandlungstag vollkommen schmerzfrei war. In den letzten 6 Monaten hatte sie auch keine Sinusitis mehr. 
Anbei die Röntgenbilder. 

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16 mit Problemen

Erstmals stellte sich die Patientin im Frühjahr 2024 in unserer Praxis vor.
Sie hatte Beschwerden am Zahn 16. Diese waren latent da. Nichts Dramatisches, sagte sie, aber so, dass sie auf der rechten Seite nichts Festes mehr kauen konnte.
Vor einigen Jahren wurde der Zahn 16 endodontisch behandelt. Dieser konnte als Ursache identifiziert werden.
Der klinische Befund: 
– Kunststofffüllung om, mit Verfärbungen am Füllungsrand, circumferent,
– Lockerungsgrad 0,
– keine pathologisch erhöhten Sondierungstiefen,
– Perkussionsschmerz okklusal.

Röntgenologisch fiel eine unvollständige, nicht randständige Wurzelfüllung auf. Apikal war im 2D Röntgen palatinal ein verbreiterter Desmodontalspalt erkennbar. Zudem periapikal gelegene Sealerreste. Im angefertigten 3D Bild imponierte distal apikal eine hypodense, weichteildichte Struktur im Sinne einer P. apicalis mit trichterförmiger apikaler Veränderung des Foramen apikale. Mesial apikal zeigte sich ebenso eine hypodense, weichteildichte Struktur.

Die Therapie war eindeutig: Revision 16. Die Patientin wünschte den Erhaltungsversuch.
Nach Anästhesie, präendodontischem Aufbau unter Kofferdam und Entfernung des WF-Materials fiel ein Biofilm um die palatinale Guttapercha auf. Nach Desinfektion mit NaOCl 3 % und EDTA 17 % mit Schall und Ultraschall sowie maschineller Aufbereitung bis apikal #25 erfolgte eine CaOH-Einlage.
Zum zweiten Termin nach 14 Tagen berichtete die Patientin über eine geringfügige Besserung. Aber der Zahn war noch nicht belastbar. Es erfolgte keine Wurzelfüllung, sondern die nochmalige Desinfektion mit NaOCl 3 % und EDTA 17 % sowie die apikale Aufbereitung mesial und distal bis #35, palatinal bis #45 und danach die Einlage mit CaOHJ. Die palatinal apikal gelegenen Sealerreste konnten nur dezent orthograd entfernt werden.
Die CaOHJ Einlage sollte 3 Monate verbleiben.
Zur Kontrolle nach 3 Monaten berichtete die Patientin über mehr schmerzfreie Zeiten, aber in den letzten 2 Wochen über eine wiederkehrende lästige Beschwerdesituation.
Der Wunsch zur Entfernung des Zahnes kam nun erstmals auf.

Was nun? Was sollte man der Patientin raten oder tun?


Ein Zahn mit Ansage – Recall

Über diesen Fall habe ich hier berichtet.

Der Patient erschien, wie abgesprochen nach 18 Monaten zum Recall. Der Zahn 25 zeigte sich klinisch symptomlos. Das angefertigte Röntgenbild zeigte eine deutliche voranschreitende Heilungstendenz.

26, 27 – Ein gutes Gefühl haben, oder auch nicht …

Hier hatten wir erstmals über die Vorgeschichte zu diesem Fall berichtet und hier über die Therapie 46 und hier 47. 36 konnten wir nicht erhalten, wegen einer Längsfraktur.


Diagnosen und Befunde:
26 P. apicalis, externe apikale Resorption pal., erhöhte Sondierungstiefen zirkulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries,

27 (Zufallsbefund DVT) P. apicalis erhöhte Sondierungstiefen zirkulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries.



Der Zahn 26 war mit einer Krone versorgt. 27 wurde bereits endodontisch anbehandelt. Dies war dem Patienten aber nicht mehr in Erinnerung. Beide Zähne waren symptomfrei. Durch die negativen Sensibilitätsproben an 26 und 27 kam es zur genaueren Untersuchung.
Im Zahnfilm zeigte sich der Verdacht einer P. apicalis am 26. und 27. mesial apikal. Zudem war an 27 die endodontische Zugangspräparation zu vermuten.
Im angefertigten DVT stellte sich die Situation eindeutiger dar. 
26 P. apicalis, externe apikale Resorption pal., 27 P. apicalis, retinierier 28.

Die Prognose für 26 sahen wir als günstig an. Durch die ausgedehnte apikale Resorption palatinal und die Möglichkeit eines persistierenden periapikalen Biofilms entstand die Prognose.
27 sahen wir im Bereich 70–80 %. Die Krümmungen im Bereich der mesialen Wurzel sind erschwerend, aber aus meiner Sicht technisch lösbar. Für den Zahn 26 hatten wir eine entsprechende Langzeitmedikation (ca. 3 Monate) mit CaOH J in der Planung.

Die endodontische Therapie startete mit dem Zahn 26, wie oben geplant. Die Krone wurde entfernt, da eine ausgedehnte Sekundärkaries imponierte. Nach Kariesex und präendodontischem Aufbau, Zugangspräparation, erfolgte die Desinfektion und chem. Reinigung mit 3,5 % NaOCl und Zitronensäure (10 %). Die Instrumentation erfolgte mit Handinstrumenten #8, #10, Profile 15.04 und Wave Gold #20, #25, pal. M2 50.04, 60.04.
Es wurde CaOH J für 3 Monate inseriert.
In diesem Zeitraum erfolgte die endodontische Therapie am Zahn 27. Nach präendodontischem Aufbau (Anmerkung: dieser erfolgt nahezu ausnahmslos, bei uns nach Kariesentfernung, Abdeckung offener Kanalsysteme mit Teflon unter Verwendung eines Sandstrahlers mit AlO 60 µm). Die Desinfektion und chem. Reinigung des Kanalsystems gelang mit 35 % NaOCl und Zitronensäure 10 %. Die Instrumentation erfolgte mit Handinstrumenten #8, #10, #15, Profil 15.04 und Wave Gold #20, #25, #35 (p). Für 14 Tage wurde CaOH eingebracht.
Die Wurzelfüllung an 26 und 27 erfolgte in vertikaler thermischer Obturation mit Guttapercha und Totalfill Highflow. Am Zahn 26 wurde die apikale Resorptionslakune mit MTA weiß und kollagenem Widerlager mit Resorba verschlossen.

Es wurden Röntgenkontrollen nach 6, 12 und 24 Monaten angefertigt.
2025 erfolgte ein DVT zur Darstellung des Zahnes 28 für die chirurgische Entfernung. Im angefertigten DVT ist eine nahezu vollständige apikale Regeneration am Zahn 26 p und 27 zu erkennen.
Offensichtlich hatte der Patient das voraus bereits im Gefüh ….
Nur weiß ich jetzt aus Afrika,dassß ein gutes Gefühl nichts zu sagen ha ….
Eine gewisse Demut muss man unbedingt behalten!





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47 – Ein gutes Gefühl haben, oder auch nicht …

Hier hatten wir erstmals über die Vorgeschichte zu diesem Fall berichtet und hier über die Therapie 46.

Der Patient wurde uns mit mehreren behandlungsbedürftigen Zähnen überwiesen. Nach langer Vernachlässigung seiner Zahngesundheit hat er jetzt das Bedürfnis alles wieder gut zu machen.

Zahn 47.
Diagnosen:
Z.n. WKB, P. apicalis, erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries

Nach Kariesentfernung und präendodontischem Aufbau erfolgte die endodontische Therapie in zwei Sitzungen im Abstand von 14 Tagen.
Der Kontaktpunkt wurde, wie bereits beschrieben, reinigbar eröffnet.
Die Aufbereitung des Kanalsystems gelang mit WaveOne-Gold-Instrumenten bis #35. Zuvor wurden mit Handinstrumenten #8, #10 und Profil 15.04 ein Gleitpfad installiert. Die Desinfektion erfolgte schallbasiert mit NaOCl 3 % und zusätzlich mit Zitronensäure 10 % zur Entfernung von Debris und Smearlayer. Die medikamentöse Einlage erfolgte mit Ca(OH)₂ für 2 Wochen. Die thermoplastische WF erfolgte im zweiten Behandlungstermin nach Desinfektionsprotokoll, wie im ersten Termin.
Die Röntgenbilder und Verlaufskontrollen sind anbei.

46 – Ein gutes Gefühl haben, oder auch nicht …

Hier hatten wir erstmals über die Vorgeschichte zu diesem Fall berichtet.
Der Patient wurde uns mit mehreren behandlungsbedürftigen Zähnen überwiesen. Nach langer Vernachlässigung seiner Zahngesundheit hat er jetzt das Bedürfnis alles wieder gut zu machen.

Zahn 46.
Diagnosen:
P. apicalis, erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Wurzelkaries

Befunde:
Der Lockerungsgrad ist 0, es besteht kein Perkussionsschmerz und der Zahn ist symptomfrei.
Die Sensibilität ist negativ.

Nach Kariesentfernung, Gingivektomie und präendodontischem Aufbau erfolgte die endodontische Therapie. Diese Therapie wurde in zwei Sitzungen geplant.
Der approximale distale Bereich von 46 konnte nicht zum Zahn 47 mit einem suffizienten Kontaktpunkt aufgebaut werden. Beim Aufbau von 47 war die Kippung nach mesial eine von mir unterschätzte Schwierigkeit. Deshalb haben wir den Kontakt so gestaltet, dass er mit Interdentalbürstchen schnell reinigbar ist.
Die Aufbereitung des Kanalsystems gelang mit WaveOne-Gold-Instrumenten bis #35. Zuvor wurden mit Handinstrumenten #8, #10 und Profil 15.04 ein Gleitpfad installiert. Die Desinfektion erfolgte schallbasiert mit NaOCl 3 % und zusätzlich mit Zitronensäure 10 % zur Entfernung von Debris und Smearlayer. Die medikamentöse Einlage erfolgte mit Ca(OH)₂ für 4 Wochen. Die thermoplastische WF erfolgte im zweiten Behandlungstermin nach Desinfektionsprotokoll, wie im ersten Termin. Zwischenzeitlich wurde die Behandlung von 47 durchgeführt. Dies im nächsten Beitrag.
Die Röntgenbilder und Verlaufskontrollen sind anbei.

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Fragment im Recall

Hier hatten wir über diesen Behandlungsfall berichtet.
Die Patientin war wieder zum Recall da. 7 Jahre postoperativ.

Blindflug – Recall

Hier und hier hatte ich erstmals berichtet.

Die Patientin war zum 6 Monatsrecall in unserer Praxis. Seit der letzten Behandlung waren die Beschwerden vollständig verschwunden. Die deutliche Heilungstendnez lässt eine positive Prognose für den Zahn 46 zu.

Nach dem Urlaub…

Am ersten Tag nach meinem Urlaub wurde ich mit vielen kollegialen Nachfragen, Telefonrückrufersuchen, Auskunftsersuchen, Schmerzfällen konfrontiert, so viel, wie ich es noch nie in meiner mehr als 35 jährigen Berufstätigkeit wahrgenommen habe.
Zudem funktionierte nach Windows11 Umstellung vor dem Urlaub die Röntgensoftware (Wozu brauchen wir SQL Datenbanken?) nicht richtig, schwierige Patientenfälle waren bestellt und eine langjährige Überweiserpraxis teilte mir mit, daß jetzt abrupt ein Schlussstrich gemacht wird, weil Kostenstrukturen, Bürokratie etc. nicht mehr tolerierbar sind. Ab Mittwoch geschlossen! Unser täglicher Wahnsinn hatte wieder zugeschlagen.

Nach 3 Wochen afrikanischer Gelassenheit und Entschleunigung wollte ich eigentlich gleich wieder gehen…

Aber dann hatte ich noch ein 6 Monats-Recall zu befunden und die Doku zu kontrollieren, welches liegen geblieben war.
Die Bilder möchte ich nicht vorenthalten, denn sie geben in diesem Fall Anlass zur Freude und zeigen die Sinnhaftigkeit unsere Arbeit.

Z.n. Wurzelkanalbehandlung

Die Patientin ist 20 Jahre jung.
Vor 5 Jahren mussten wir den Zahn 37 endodontisch behandeln. Eine Vitalerhaltung war nicht möglich. Die Behandlung war für Patientin und Behandlerteam sehr herausfordernd, da die Patientin extrem ängstlich war. Zu einem Recall kam es nach der Behandlung nicht mehr.
Zudem hatte unsere Beratung zur Senkung des Kariesrisikos wenig Erfolg, wie wir jetzt gesehen haben.

2024 war wieder eine endodontische Therapie notwendig. Diese wurde am Zahn 36 in einer kieferchirurgisch/oralchirurgisch spezialisierten Praxis unter Narkose durchgeführt. Gleichzeitig wurden alle Weisheitszähne entfernt.

Das erzielte endodontische Ergebnis am Zahn 36 war suboptimal. Wahrscheinlich wurde deshalb gleich noch reseziert, oder besser gesagt, teilreseziert.

2025 ist die Patientin wieder bei uns vorstellig geworden, da unsere Behandlung sich bisher als am langlebigsten erwies und laut Patientin, der am schönsten gefüllte Zahn ist…

Jetzt geht es um 46.

Und welche Therapieoptionen 36 noch hat…
Wie sehen sie/ seht ihr den Zahn 36? Erhaltungsversuch oder Extraktion

Jetzt sind es fast 20 Jahre… Z.n. WSR

Hier hatten wir die letzten Recallbilder v vorgestellt.

Nun sind es 19 Jahre, die dieser Zahn trotz WSR und großer apikaler Osteolyse überlebt hat.
Dies war einer unserer ersten Fälle, wo ein resezierter Zahn behandelt wurde.

Damals wussten wir nicht, ob es wirklich gut geht und schon gar nicht, wie lange der Zahn weiter erhalten bleibt. Jetzt wissen wir es und bitten dies weiter zu tragen…

Ein Glücksfall?

Hier hatten wir den Fall erstmals vorgestellt.

Mein geplantes Vorgehen war:
Retainer ab, Karies Ex, Präendodontischer Aufbau, Endo, apikaler Verschluß mit MTA.

In der ersten Behandlung waren 2 Dinge in mein Augenmerk gerichtet.
1. Das große intrakanaläre Lumen des Wurzelkanals bis apikal.
2. Die ungewöhnlich starke Blutung nach EDTA Spülung von apikal ohne über des Foramen gekommen zu sein.

Warum nicht ein ähnliches lichtes Vorgehen, wie bei einer RET (Reparation Endodontische Therapie). Fälle dazu hatte ich gesehen, aber bis dato wenig beachtet.
Die Planung wurde in Absprache und Zustimmung mit dem Patienten geändert:
1. Termin:
Karies ex (Wurde tlw. beim HZA bereits begonnen, da der Retainer entfernt wurde.) Desinfektion, CaOH in erster Therapiesitzung
2. Termin:
CaOH entfernen, EDTA Spülung, Blutung apikal initiieren, MTA Plug, adhäsive Füllung

Mit dem Patienten habe ich dieses Vorgehen abgesprochen. Durch diesen Therapieansatz vergibt man sich nichts und kann im Misserfolg die ursprünglich geplante Therapie durchführen.

Mein Ziel war, die durch Resorption und P. apicalis reduzierte Wurzelsubstanz zu stabilisieren.
Im Optimalfall die Bildung von wurzeldentinähnliche Substanz intrakanalär anzuregen.

Die Behandlung verlief, wie geplant, entsprechend dem Vorgehen RET.
Ersttermin:
– Desinfektion mit Natriumhypochlrit 3%
– keine apikale Instrumentation
– CaOh Einlage für ca. 14 Tage

Zweittermin:
– Anästhesie ohne Adrenalinzusatz
– EDTA Spülung 17%
– Initiieren einer apikalen Blutung
– Parasorbkegel und MTA Abdeckung

Wir haben den Zahn jetzt im Verlauf von 8 Jahren nachkontrolliert und es ist eine apikale Regeneration erfolgt. Diese erfolgte subjektiv gesehen langsamer als gewohnt.
Die apikalen Wurzelkanalstrukturen veränderten sich in der röntgenlogischen Kontrolle im Sinne einer Obliteration. Der Desmodontalspalt zeigt sich 8 Jahre post OP nicht verbreitert.

Dies ist ein Einzelfall und ist nicht als grundlegender Therapieansatz für ähnliche Fälle zu verstehen, da es keine valide mir bekannte Studienlage gibt. Ich habe sehr ähnliche Fälle, die positive Ergebnisse zeigten bei endodontisch tätigen Kollegen gesehen.


Ein Glücksfall?

Diesen Fall habe ich bereits einigen Kollegen vor Jahren vorgestellt und kritische Meinungen zu meinem therapeutischen Vorgehen gehört.

Zum Fall:
Der junge Patient stellte sich 2017 auf Anraten seines HZA vor.
Eine ausgedehnte Sekundärkaries an dem palatinal befestigten Retainer war Ursache der P. apicalis. Im angefertigten Röntgenbild ist die große apikale und koronale Destruktion zu erkennen. Zudem sind apikale Resorptionen an den Frontzähnen zu erkennen. Anamnestisch war ein Fahrradunfall (Alter 6-7 Jahre) mit multiplen Kieferfrakturen zu eruieren. Genauere Angaben waren nicht zu erhalten. Später kam es zu einer längeren KFO Therapie
Der Zahn 21 zeigte Lockerungsrad 0, keine erhöhten Sondiesungstiefen und war symptomfrei.

Mein geplantes Vorgehen:
Retainer ab, Karies Ex, Präendodontischer Aufbau, Endo, apikaler Verschluß mit MTA.

Gegenstimmen?

Recall – Oft stellt sich die Frage: Zahnerhaltungsversuch ja oder nein?

Anbei die aktuellen Bilder des hier und hier vorgestellten Falles.

Inzwischen hat sich die apikale Situation fast vollständig normalisiert.

Es lief nicht… – Guttaperchaentfernung und Lösungsmittel

Zur Guttaperchaentfernung werden nicht selten Lösungsmittel eingesetzt.
In einer Fortbildung kurz nach dem Jahrtausendwechsel lernte ich noch die Empfehlung mit Guttapercha und Chloroform das apikale Foramen „abzuformen“.
Chloroform zur Guttaperchaentfernung war verbreitet und gängig. Mich haben die klinischen Bilder mit verschmierten Kapitänen abgeschreckt. Diese wieder zu reinigen erschien mir sehr aufwendig. Zudem fragte ich mich, wie sieht das danach eigentlich im Wurzelkanal aus. Zusammen mit Debris mussten ein kaum herausspülbarer Pfropf entstehen.
Deshalb habe ich mehr auf Ultraschall und entsprechende mechanische Entfernung gesetzt.
Zudem war Chloroform zu recht nicht mehr zugelassen, auf Grund seiner gesundheitlichen Bedenken.
Die einzige Alternative ohne nachweisliche Gesundheitseinschränkung war Eukalyptusöl.
Eine Studienlage zur Entfernung eines Ölfilms aus dem Wurzelkanalsystem konnte ich nicht finden. Deshalb vermied ich dieses Lösungsmittel.
( Mehr Infos zu Lösungsmitteln findet man übrigens hier: Endodontie 2019, Heft 1, Seiten 61-71, Nonnenmacher, Anna-Lena, Lösungsmittel für Guttapercha und Sealer. )

Dann kam dieser Fall.
Eine junge Patientin (26) mit Beschwerden wurde uns überwiesen. Das Röntgenbild zeigte laut Überweiser ein gute Wurzelfüllung und man plane den Zahn zu entfernen, da er als austherapiert galt.
Die Patientin wollte eine Zweitmeinung und stellte sich bei uns vor.
46 wurde vor 2-3 Jahren endodontisch behandelt und mit einer Krone prothetisch rehabilitiert.
Es waren immer mal latente nicht definierbare Beschwerden vorhanden.
Zur Erstvorstellung imponierten Beschwerden bei Perkussion lateral, Palpationsschmerz im Vestibulum mit Sondierungstiefe interradiculär buccal 11mm. Zirkulär wurden keine weiteren pathologischen Sondierungsteifen gemessen. Der Lockerungsgrad war 0.

Röntgenologisch auffällig war mesial die Extension von WFMaterial und die ausdehnte interradiculäre Osteolyse. Die koronal stark erweiterten Kanäle mit gleichzeitig geringer apikaler Aufbereitungsgröße ließen mich auf eine nicht ausreichende Desinfektion des Kanalsystems tippen. Damit war der Fall nicht hoffnungslos nach meiner ersten Interpretation.

Im erstellten DVT waren gefüllte konfluierende Kanäle mit ausgeprägtem Isthmus mesial zu erkennen. Die Entfernung des WF Materials wurde eine nicht einfache Aufgabe.
Zudem stellte sich in der Behandlung eine extrem feste Guttapercha dar. Nach Erwärmung und Erweichung versuchte ich diese mitten Reziprok #25 zu entfernen. Dies gelang nur mit vorheriger „Plastifizierung“ der Guttapercha mit Ultraschall. Die Konfluation mesial musste weit mit Ultraschall erweitert werden um die Sealer- und Guttaperchareste zu entfernen. Das alles führte dann unweigerlich zu einer Stufe mesiolingual.
Dies war der Auslöser mit einem Lösungsmittel fort zu fahren um weitere Stufen zu vermeiden.
Wir haben Guttasolv verwendet um das weitere Wf Material zu entfernen. Distal apikal gelang dies nicht vollständig. Da dieser Bereich nicht einsehbar war, bzw. dazu die Entfernung von sehr viel Zahnsubstanz notwendig wäre haben wir diese Reste in einem apikalen Splitt belassen müssen.
Die endodontische Therapie erfolgte zweizeitig im Abstand von 14 Tagen.
Wir waren sehr verhalten optimistisch, die Behandlung erwies sich als schwieriger als gedacht und wir hofften auf eine geringere Infektion in den apikalen Bereichen mit dem verbliebenen WF Material. In den beiliegenden Recallbildern zeigte sich ein hoffnungsvoller Verlauf.
Allerdings sehe ich durch die Stufenbildung eine Schwächung der Wurzelsubstanz und dadurch eine erhöhte Gefahr einer Rissbildung.
Setze ich nun Lösungsmittel häufiger ein?

Ja, aber zurückhaltend, immer im Blick auf den Fall und die Eigenschaften der verwendeten WF Materialien.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen. 


Recall – Zahnerhaltungsversuch ja oder nein?

Hier und hier hatten wir den Fall vorgestellt.
Inzwischen haben sind Bilder aus den Recalls vorhanden, die ich gern hier vorstellen möchte.
Der Patient ist völlig Schmerz- und symptomfrei und sagte uns im letzten Besuch letzte Woche, das war eine seiner besten Investitionen…
Das hören wir gerne.

Blindflug (2)

Der Fall wurde hier vorgestellt und an Hand der Kommentare konnte man sehen, daß die Augen unserer Leser bereits sehr gut geschult sind.
Ich habe die Problematik in diesem Fall glatt übersehen!

Woran erkenne ich in der Behandlung an Hand der klinischen Situation, daß hier eine Besonderheit, wie Radix entomolaris vorliegt?
Zum einen kann ich dies ggf. an Hand der Kronen/Wurzelkontur lingual erkennen. Wenn eine Krone, wie im vorliegenden Fall vorhanden ist, ist dieses Merkmal nicht eindeutig.
Ein andrere Besonderheit ist, daß die Lage des distalen Kanaleingangs nicht mittenzentriert zu den beiden mesialen Kanaleingängen liegt. Zudem sind ggf. am Pulpenboden Dentin/Reizdentinveränderungen zu sehen, die sich in Richtung der Radix entomolaris hinziehen.

Die Patientin stellte sich zum zweiten Termin bei uns vor und gab an, es war fast 2 Wochen schmerzfrei, danach fingen latente Beschwerden an. Deutlich geringer als früher, aber bemerkbar. In der Aufbereitung und Vorbereitung zur Wurzelfüllung wurde endlich auch mit klar, da stimmt etwas nicht. Die Lage des distalen Kanaleingangs, die klar erkennbare Radix entomolaris in der Messaufnahme und die „Reizdentinablagerungen am Pulpenboden“ brachten die Erkenntnis. Ich habe mich entschieden, die bereits aufbereiteten Kanäle zu füllen und danach ein DVT anzufertigen um die Gefahr einer Rekontamination der aufbereiteten Kanäle möglichst gering zu halten. Nach entsprechender Beratung mit der Patientin haben wir den Kanaleingang distolingual dargestellt und diesen stark obliterierten Kanal, wie bereits beschrieben aufbreitet (Profile 15.04, Wave Gold) desinfiziert (NaOCl 3%, Zitronensäure 10%) und mit einer CaOH Einlage versehen.
Im dritten Behandlungstermin war die Patientin völlig schmerzfrei und wir konnten nach WF distolingual den Zahn adhäsiv verschließen.

Blindflug


Die Patientin kam mit akuten Beschwerden ( Aufbissschmerz ), möchte den Zahn unbedingt erhalten. Auf Grund der geringen Rente sollten die Kosten überschaubar sein.
Der Zahn 46 zeigte kein Lockerungsgrad, keine erhöhten Sondierungstiefen, eine Krone, welche durchaus bemängelt werden kann, aber nun schon mehr als 20 Jahre auf dem Zahn ist. Was tun?
Das Obliteriertes Kanalsystem ist dank ProFile 15.04 und Morita Tri Auto ZX 2 Plus und OPG2 behandelbar ohne Instrumentenfrakturen. Die Krone wird sicher, wenn keine Sekundärkaries oder Leckage erkennbar sind noch weiter funktionieren. Also haben wir die Behandlung geplant.
DVT, die Kosten konnten wir dank unserer langjährigen endodontischenErfahrung einsparen.
( Zumal ich letztens erst auf dem Bayerischen Zahnärztetag gehört habe, viele DVT sind unnütz – Prof. Gabriel Krastl – den ich als einen Kollegen mit grandiosen Fällen und beeindruckenden Bildern kenne und wertschätze.)
Also los ging’s im Blindflug. Betriebsblindheit macht vor niemanden halt, besonders, wenn man sich ein gewisse Demut nicht erhält und Kraft seiner Wassersuppe nach voraus prescht…

Eine meiner Liebelingssätze zum Thema Röntgen: Es ist zu sehen, was nicht zu sehen ist, traf hier mal wieder zu. Wer sieht das Problem eher als ich es tat?

VD Morbus Paget

Dieser Fall hat bei uns eine Verdachtsdiagnose aufgeworfen, die ich in meinem bisherigen Berufsleben so noch nicht gesehen habe.
Neben dem kollegialen fachlichen Austausch der Behandler innerhalb unserer Praxis war das Memorix von Thomas Weber eine fundierte Sachquelle und Thomas selbst auch. Ein Dank an Thomas Weber an dieser Stelle!

Die in den Röntgenbildern und DVT Screenshots erkennbaren Hyperzementosen ließen den Verdacht auf eine Ostitis deformans Paget aufkommen.
Den Patienten (über 50 Jahre) haben wir informiert und mit der Bitte um diagnostische Abklärung zum Hausarzt überwiesen.
Im Ergebnis dieser Untersuchung hat sich dieser Verdacht nicht bestätigt.

Recall – Z.n. Frontzahntrauma – Reparative endodontische Therapie (5 Jahre)

Vor einiger Zeit hatten wir diesen Fall vorgestellt.

Hier nun das aktuelle 5 Jahres Recall.
Die Patientin ist in einer kieferorthopädischen Therapie. Die apikal verbreiterten Parodontalspalten sind dieser Behandlung geschuldet.

P. apicalis und extrudiertes WF Material (2)

Der Zahn 22 imponierte klinisch mit einer Fistel. Es bestehen kein Lockerungsgrad und keine erhöhten Sondierungstiefen. Im angefertigten DVT konnten wir eine Perforation durch den Stift ausschließen.
Unser Plan war die Krone als Langzeitprovisorium zu erhalten und nach Erkennbarkeit einer deutlichen Heilungstendenz die prothetische Therapie zu beginnen.

Eine Wurzelspitzenresektion ohne Revision ist primär nicht indiziert. Röntgenologisch können wir die Infektion im Wurzelkanalsystem nicht messen oder erfassen. Bei bestehender aktiver Fistel ist jedoch von einer Infektion im Bereich des Kanalsystems auszugehen, da die vorherige endodontishce Therapie mehr als 10 Jahre zurück lag. Die Entfernung des extrudierten WF Materials von orthograd ist in diesem Fall nicht wahrscheinlich. Die Entfernung des selben erscheint nicht zwingend notwendig, wenn es zu einer Regenration der apiakalen Osteolyse kommt. Im schlimmsten Fall rechnen wir mit einer „narbigen Abkapselung“, bzw. bei fortbestehender chronischer P. apicalis, bzw. möglicher infizierter radikalerer Zyste kann die chirurgische Intervention erfolgen.
Dies möchte die Patientin allerdings vermeiden.

Zum Behandlungstermin wurde die Krone palatinal eröffnet und der Zugang zum Stift präpariert. Wie geplant konnte der Stift entfernet werden und das Kanalsystem revidiert werden. Die Desinfektion erfolgte mit Natriumhypochlorit 3% und Zitronensäure 10% unter Schall- und Ultraschallaktivierung. Es wurde CaOH mit Jod als Langzeiteinlage eingebracht.
Die röntgenlogischen Kontrollen erfolgten nach 4 Wochen und 4 Monaten. Eine deutliche Heilungstendenz nach 4 Monaten war erkennbar.
Der apikale Verschluss erfolgte mit ProRoot MTA. Die apikalen Aufbereitungsgröße war größer #60. Die Wurzelfüllung erfolgte mit Guttapercha und BC Sealer Totalfill High Flow und es wurde ein Glasfaserstift mit Rebilda befestigt.
Es wurde eine provisorische Krone adhäsiv eingesetzt.

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Eine Bildergeschichte – Endo-Recall 16 Jahre

2020 berichteten wir über diesen Fall erstmals. Leider sind die Bilderverknüpfungen nicht mehr verfügbar, so daß ich diese nochmal hier einstelle.

Der Text von damals:

Der Patient war 2009 auf dem Weg zum Implantologen. 37 und 47 sollten extrahiert werden.
Irgendwie hat er von uns gehört und wollte noch eine Zweitmeinung.
Die Endoparo-Läsion an den unteren 7. Molaren war nicht hoffnungslos in der Behandlung. Allerdings war eine nur endodontische Revision auf Grund der massiven subgingivalen Konkrements, sowie Biofilms nicht ausreichend. Die parodontitische Therapie erfolgte zeitnah zur endodontischen Therapie in unserer Praxis durch eine spezialisierte Kollegin.

Der Verlauf der Behandlungen und parodontalen, wie prothetischen Entwicklung ist in den beiliegenden Röntgenaufnahmen abgebildet.

Und hier die Bilder bis aktuell 2025.

Wieder mal UK Front (3)

Berichtet hatten wir an diesen Stellen über diesen Fall.

Nach mehreren Behandlungsversuchen zeigte sich keine röngenologisch erkennbare Heilungstendenz. Klinisch konnte man eine nur subjektive erkennbare Verringerung der apikalen Exsudation erkennen.

In Absprache mit dem Überweiser, Oralchirurg haben wir uns für einen kombinierten endodontisch/chirurgischen Lösungsversuch entschieden. Im endodontischen Teil erfolgt die Wurzelfüllung, der apikale Verschluss mit MTA und die koronale Restauration und im chirgeuschen Teil erfolgt die Sanierung der ossären Lyse mit ggf. notwendiger Reduktion er apikalen Wurzelanteiel an 31 und 41.

Die Umsetzung ist schwieriger getan, als geschrieben.
Bei einer vorhandenen apikalen purösen Exsudation führt die PH Wert Absenkung durch das entzündete Gewebe möglicherweise zu einer unzureichenden oder weiter verlangsamten MTA Abbindung und durch die lange Abbindezeit ist Gefahr des Abbschwemmens vom MTA gegeben.
Deshalb habe ich mich entschieden die Zähne 31, 41 apikal mit einem Guttaperchaplug (Pfropfenverschluß) abzudichten um die Exsudation in den Wurzelkanal zu unterdrücken. Nach Desinfektion mit NaOCl 3% erfolgte dann der Verschluss mit ProRoot MTA auf ca. 3-4mm Länge, danach wieder Guttapercha mit BC Sealer Totalfill. Die Zähne wurden nach Sandstrahlung mit AlO 60My adhäsiv aufgebaut und es wurde zur Schrumpfungsporhylaxe des Composite jeweils ein Glasfaserstift inseriert.

Es wurde jeder Einzelschritt röntgenlogisch erfasst und der oralchirurgische Behandler entsprechend persönlich durch mich informiert.
Post OP teilte mir der moralchirurgische Behandler mit, daß der histologische und klinische Befund eine infizierte radikuläre Zyste ergeben hätten.
Abschließend noch die Röntgenbilder und Recallbilder im Verlauf. Es ist nach nunmehr 2 Jahren post OP von einem Behandlungserfolg

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Wieder mal UK Front (2)

Sollte man in diesem Fall einer 22 jährigen Patientin, ohne den Versuch einer endodontischen Therapie, eine Extraktion empfehlen?
Für mich undenkbar.
Die Messaufnahme des Hauszahnarztes von 2021 zeigt eine deutlich kleinere apikale Veränderung. Diese wurde nicht im Verlauf kontrolliert.
Diese Situation 2023 ist endodontisch durchaus therapierter, wie in vielen Fällen in Wurzelspitze dokumentiert wurde. Die Chancen bewerten wir mit 70-80%, wenn keine Infraktur erkennbar ist.

Wir haben uns mit der Patientin beraten. Die Anamnese ergab keinen konkreten Hinweis auf ein Unfallgeschehen oder ein Trauma. Das Druckgefühl im Kinn bestand allerdings schon lange vor der ersten Behandlung am Zahn 41.

Unser Planung war zunächst endodontische Behandlung 31, falls noch keine Reduktion der apikalen Schwellung und des Druckgefühls Revision 41, CaOHJ Einlage und entsprechende Kontrollen.

Nach Zugangskavität und Darstellung des Kanalsystems 31 erfolgte die Aufbereitung bis #25 und Desinfektion mit NaOCl und Zitronensäure mittels Ultraschall und Eddy. Nach PIPS mit Fotona Skypuls 30 s PIPS NaOCl 3% zeigte sich eine massive apikale puröse Exsudation.
Als Einlage wurde Calcipast J eingebracht.


Die Patientin berichtete uns einige Tage nach der ersten Behandlungssitzung, daß die Schwellung im Bereich 31 deutlich zurück gegangen ist, aber in der Region 41 unverändert ist.
Zur Kontrolle nach 4 Wochen zeigte sich eine Fistelbildung am Zahn 41.
Die endodontische Behandlung des Zahnes 41 erfolgte nun zeitnah. Die Entfernung der Wurzelfüllung gelang mit Ultraschall, die Desinfektion erfolgte analog zum Zahn 31 mit Zitronensäure 10% und NaOCl, aktiviert mit Schall und Ultraschall, sowie mit Lasereinsatz (SWEEPS (600mW) NaOCl 3% mit Fotona Skypuls-30 Sekunden).
Die Aufbereitung erfolgte apikal bis #35, abschließend erfolgte die Einlage von Calcipast J.
(Die Zähne 31, 41 haben jeweils 2 Wurzelkanäle welche durch isthmenartige Strukturen verbunden sind. Am Zahn 41 war der linguale Kanal unbehandelt.)

Zur Kontrolle nach 14 Tagen zeigte sich am Zahn 41 eine persistierende Fistel. Die Schwellung am Zahn 31 war reduziert, aber nicht weg.
In einem dritten Termin wurden die Zähnen 31, 41 vollständig aufbereitet, Zahn 31#40 und Zahn 41 #45. Die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% und Zitronensäure 10% unter Schall und Ultraschalleinsatz. Apikal zeigte sich am Zahn 41 wieder eine massive poröse Exsudation. Wir haben bis zur Reduktion ca. 20 Minuten abgesaugt. Auffällig war, daß beim Absaugen am Zahn 41, ebenso die Spülflüssigkeit aus dem Zahn 31 über die Apices gesaugt wurde.
In Absprache mit der Patientin haben wir die Zähne mit Metapex J gefühlt und adhäsiv verschlossen.

Die Kontrollaufnahmen nach den CaOh Einlagen ohne relevante röntgenologisch erkennbare Heilungstendenz

Nach 6 Monaten zeigte sich röntgenlogisch keine Heilungstendenz, die uns positiv stimmte.
Nach Entfernung der CaOH J Reste wurde wieder eine apikale Exsudation sichtbar. Geringer aber keinesfalls tolerierbar. Und nun?

In Absprache mit dem Überweiser, Oralchirurg haben wir uns für einen kombinierten endodontisch/chirurgischen Lösungsversuch entschieden. Im endodontischen Teil erfolgt die Wurzelfüllung, der apikale Verschluss mit MTA und die koronale Restauration und im chirurgischen Teil erfolgt die Sanierung der ossären Lyse mit ggf. notwendiger Reduktion er apikalen Wurzelanteile an den Zähnen 31 und 41.

Das war der Plan. Wie dann genau ablief schreibe ich nächste Woche.
Der Haken liegt mal wieder im Detail…

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Wieder mal UK Front

Eigentlich dachte ich, daß ich diesen Fall bereits vorgestellt hatte. Trotz langer Suche habe ich keinen Eintrag gefunden. Habe ich die Übersicht verloren? Ich weiß es gerade nicht.

Den Fall einer interdisziplinären Zusammenarbeit möchte ich nicht vorenthalten.
Die Patientin (22 Jahre) wurde uns von einem Oralchirurgen zugewiesen.
Zuvor wurde der Zahn 41 endodontisch vom HZA behandelt. Auf Grund der unveränderten Beschwerdesituation wurde die Patientin einem endodontisch spezialisierten Kollegen vorgestellt. Dieser fertigte ein DVT an und entschied, daß es keine Chancen auf den Erhalt der Zähne 31, 41 gibt. Deshalb die Überweisung zu dem Oralchirurgen mit der Aufgabedie Zähne 31 und 41 entfernen und danach entsprechend implantologisch zu therapieren.

Auf Grund des jungen Alters der Patientin und der ausgedehnten apikalen Osteolyse kam es zur Vorstellung bei uns.

Die Zähne 31, 41 zeigten einen Lockerungsrad II, 32,42 Lockerungsgrad 0. Die Sensibilität 31,41 war negativ, 42, 32 sind positiv sensibel. Klinisch zeigte sich inzisal an den Unterkieferfrontzähnen 31,41 eine Attrition mit teilweisem Verlust der Schneidekante inzisal.
Die Zähne waren symptomfrei. Im Bereich der Umschlagfalte imponierte eine ausgedehnte submuköse Schwellung seit mehreren Monaten.
Hier die Ausgangsbilder.
Sollte man ohne Versuch einer endodontischen Therapie, eine Extraktion empfehlen?

„Googeln“ mit AI…

Künstliche /Artificial Intelligence dringt ob wir es wollen oder nicht in unser Leben ein und wird es verändern. Die warnenden Stimmen geben zu denken.

Nach unseren ersten Versuchen mit Chat GBT und den damit gemachten Erfahrungen habe ich dem Thema weniger Beachtung geschenkt, es aber nicht ganz aus den Augen verloren.
Inzwischen wird die „künstliche Intelligenz“ unter Anderem auch in Suchmaschienen integriert.
Google hat diesen Trend entweder verschlafen oder weniger Aufmerksamkeit geschenkt.
Vor einiger Zeit habe ich Perplexity entdeckt.
Was macht diese Suchmaschine anders? Das beschreibt Perplexity hier selbst.

Meinen zuletzt vorgestellten Fall habe ich mit Perplexity mal erruiert.
Bzw. die Fragestellung für eine Prognose eingegeben: Perforation mit Zugang zum Sulcus.

Ich habe nicht mit einem schlüssigen Ergebnis gerechnet. Überrascht hat mich das Ergebnis meiner zugegeben recht ungenauen Beschreibung. Ich war überrascht. Zudem wurden die Quellen benannt.
Lesen Sie in den angehängten Folien selbst…

Pulpitis und P. apicalis (2)

An dieser Stelle berichtete ich erstmals über diesen Fall.
Wir haben die Behandlung am Zahn 37 abgeschlossen und das erste Recall.



Die Frage was wird mit Zahn 36.
Der Patient hat im Moment keine Beschwerden an diesem Zahn und 37 ist völlig schmerzfrei.
Im Beratungsgespräch habe ich die Möglichkeit der Zahnerhaltes von 36 erklärt. Allerdings seh ich die Prognose nicht als gut, mit viel Augenwischerei gerade als günstig an.
Warum?
1. Der koronale Substanzverlust ist gravieren, Ferrule wahrscheinlich nicht zirkulär erreichbar.
2. Die interradiculäre Ostelyse kommuniziert mit dem Sulcus gingivae.

Die Option der Behandlung des Zahnes um eine ossäre Regeneration anzuregen für eine später einfachere Implantation ist für den Patienten finanziell nicht vorstellbar. Er tendiert zur Extraktion und Brücke 37-35.

Pulpitis und P. apicalis

Der Patient kam mit akuten Beschwerden im Unterkiefer links.
36 wurde 2023 endodontisch behandelt und nach 14 Tagen waren die Beschwerden wieder da. Jetzt war der Schmerz stärker und es kam ein Schmerz auf Kalt dazu.
Klinisch zeigte sich 36 und 37 ohne Perkussionsschmerz, auf Kälte reagierte der Zahn 37 und 36. Die Sondierungstiefen am Zahn 36 sind erhöht, insbesondere buccal interradiculär über 8mm. 37 zeigte erhöhte Sondierunstiefen zwischen 3-5mm. Der Lockerungsgrad betrug 0 an beiden Zähnen.

Im angefertigten DVT zeigte sich an beiden Zähnen als endodontischer Therapiebedarf.
Der elektrische Sensitest ergab am Zahn 36 keine Reaktion und am Zahn 37 eine schmerzhafte Reaktion, die den Beschwerden entsprach.
Wir empfahlen im Beratungsgespräch die zeitnahe endodontische Therapie 37mit guter Prognose.
36 schlossen wir als Ursache für die aktuellen Beschwerden aus.

Die endodontische Therapie erfolgte in 2 Terminen. Nach präendodontischem Aufbau erfolgte im ersten Termin die Erschließung des Kanalsystems unter Verwendung von Sweeps Cleaning für je 2x 30 Sekunden ( 20 mJ/600mW/15Hz ) mit Zitronensäure 10% und NaOCl 3%. Zur mechanischen Erweiterung verwendeten wir Handinstumente bis#10 und reziprok rotierende maschinelle Feilen R-Pilot und WaveOne. CaOH wurde als Einlage verwendet.

Nun die Frage, wie weiter neben endodontischer Therapie 37?
36 Therapieversuch oder Implantat? Wie wäre Eure Entscheidung?

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Dens invaginatus Typ II (2)

Die Fragestellung war: Ist der Zahn 22 erhaltenswert?

Was spricht dagegen:
– Zapfenförmiger Zahn -> wird im weiteren Verlauf aus ästhetischen Gründen verändert werden müssen.
– Die Invaigantion ist relativ raumgreifend. Durch die vollständige Entfernung kann die Stabilität des Zahnes leiden.
– Der angedachte kfo Lückenschluß einseitig wäre funktionell nicht unproblematisch und zu häufig entsteht lediglich eine Kippung der Zähne, da auf KFO-Implantatgestütze Therapie verzichtet wird, zudem sehr zeitaufwendig.

Was spricht dafür:
– Kostengünstige Lösung mit der Chance der vollständigen apikalen Knochenregeneration.
– Im Optimalfall wird ein langer Verbleib des natürlichen eigenen Zahnes ermöglicht.
-Ästhetische Korrektur mit Composite möglich.
– Alle weiteren Therapieoptionen beim Verlust des Zahnes bleiben erhalten.

Für die Therapie waren für uns zwei Problemsituationen zu lösen.
1. Krümmung des Zahnes und wahrscheinllich nicht einsahbares apikales Foramen.
2. Durch die ausgedehnte Invaginationsstruktur verbleibt bei deren Entfernung eine geringe Zahnrestsubstanz mit möglicher Infraktur durch die Plymerisationsschrumpfung des eingebrachten Kunststofffes.

Wie kann man diese Probleme lösen:
1. Koronal Zahnsubstanz reduzieren, da diese einfacher ersetzbar ist. Alternativ kann durch endodontische Behandlungsempirie der Apex „blind“ verschlossen werden.
2. Dentinartige Strukturen der Invagination belassen und die vorhandenen infizierten Hohlräume desinfizieren. (Für mich eine Indikation für „SWEEPS“ mit dem ER-Yag Laser.) Dadurch erreichen wir geringere Compositedurchmesser in Verbindung mit Glasfaserstift eine maximal reduzierte Polymerisationsschrumpfung.)

Die Behandlung führten wir wie schon mehrfach beschrieben durch.
Die Krümmung des Zahnes ließ uns zunächst eine Messaufnahme durchführen um die Verbindung, bzw. den Übergang Invagination/Pulpa zu eruieren und zu kontrollieren, daß wir nicht lateral perforiert haben. Die Entfernung der Invagination führten wir mit Langschaftdiamanten und Munce Burs durch. Nach Desinfektion des Kanalsystems mit Natriumhypochlorit 3% und Zitronensäure 10% zur Smearlayer- und Debrisentfernung erfolgte der apikale Verschluss mit ProRoot MTA. Die Wurzelfüllung erfolgte mit Guttapercha und BC Sealer bis und mittlere Wurzeldrittel.
Danach haben wir die Zugangkavität mit Sweeps Cleaning für je 2x 30 Sekunden ( 20 mJ/600mW/15Hz ) / Sitzung mit Zitronensäure 10% und NaOCl 3% unter permanenter Spülung gereinigt und im Anschluß nach Sandstrahlung adhäsiv verschlossen.

Im ersten Recall ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar. Auf den weiteren Langzeitverlauf bin ich gespannt.

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und wieder ein Recall

Heute ein Behandlungsfall, welcher mich an meine Grenzen brachte.

Der Zahn 44 sollte mit allen Mitteln erhalten werden.
44 steht lingual versetzt in der Zahnreihe, zeigt Lockerungsrad 0, keine erhöhten Sondierungstiefen und ist völlig symptomfrei. In Folge einer kariesbedingten Höckerfraktur wurde eine endodontische Behandlung begonnen. Die Wurzelkanaleingang war nicht darstellbar.
Wir Diagnostik und Beratung vereinbarten wir die Behandlungstermine.

Das Röntgenbild des HZA zeigt einen 44 mit kaum erkennbaren Kanalstrukturen. In unserem Ausgangsbild ist eine apikale Aufteilung der Wurzel zu vermuten. Das angefertigte DVT stellt die komplexe Wurzelanatomie dar.
Nach präendodontischem Aufbau erfolgte die Darstellung des Wurzelkanalsystems.
Was so einfach geschrieben ist, stellte sich als schweißtreibendes Unterfangen dar. Die apikale Aufteilung war klinisch nicht sondierbar. Auf Grund der Krümmung der Wurzel war die Teilungsstelle nicht einsehbar. Erschwerend kam die Rotation und Angulation des Zahnes hinzu und ließ die 3dimensionale Orientierung im Wurzelkanal besonders zeitaufwendig werden.
Nach 2 Stunden habe ich im ersten Termin demutvoll aufgegeben.

Vor dem zweiten Behandlunstermin habe ich sehr lange das DVT studiert.
Wieder endete der Versuch des Sondieren mit vorgebogenen Instrumenten ohne Erfolg. Nach Kenntnissen aus dem DVT habe ich die Höhe und Lage des Abzweigs eruiert und vorsichtig mit Ultraschall Substanz abgetragen. Die Endosonorefeile habe ich entsprechend der Kanalanatomie vorgebogen und mittels Edding die Länge markiert. Es stellte sich nach kurzer Zeit eine kleine dunkle Stelle, der fast lateral rechtwinklige Abzweig dar, den ich nun mit Handinstrumenten sondieren konnte. (Rö.-Aufnahme)
Erst nach sonoabrasivem Abtragen des in den Bildern rot gekennzeichneten Bereiches war die Aufbereitung des zweiten Kanals möglich. Die Instrumentierung erfolgte nach Gleitpfaderstellung #8/#10/#12 mit Profile 15.04, WaveOneGold #20/#25. Die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% und Zitronensäure17%. Zur med. Einlage verwendeten wir CaOH.

Zum 3. Behandlungstermin war der Zahn symptomfrei und konnte nach einer abschließenden Desinfektion mit Guttapercha in warm vertikaler Technik (Sealer FKG BC Totalfill HighFlow) gefüllt werden. Anbei die Bilder und das erste Recall.



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Recall

Dieser Patient wurde uns vor einiger Zeit überwiesen.
Der Zahn 36 zeigte nach begonnener endodontischer Behandlung eine zunehmende Schmerzsymptomatik. Im klinischen Befund sind Sondierungtiefen zwischen 2 und 4mm erkennbar, suffiziente Füllungstherapie und der Lockerungsgrad ist 0.

Die sich röntgebologisch darstellende j förmige apikale Osteolyse an der distalen Wurzel lässt den Verdacht auf eine Infraktur/Riss zu. Deshalb waren wir in der Prognosestellung zurückhaltend obwohl klinisch kein Hinweis auf eine Infraktur erkennbar war.
Der Patient wollte den Zahn trotzdem unbedingt erhalten.

Die endodontische Therapie erfolgte zweizeitig, die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% unter Schall und Ultraschalleinsatz. Die Instrumentierung erfolgte mit R-Pilot, Profile 15.04, Wave One Gold #20-#35. Die thermische Obturation gelang mit Guttapercha und Total Fall BC Sealer HiFlow. Klinisch war keine Fraktur/Riss im mikroskopischen Bild erkennbar.

Im letzten 2 Jahres Recall konnten wir eine nahezu vollständige Regeneration der apikalen Osteolyse erkennen.

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Misserfolg 37

Der Patient wurde uns mit den Zähnen 37/46 mit Fistelbildung und vorhandenem suffizientem Zahnersatz überwiesen.
Die Fistelbildungen bestehen laut HZA bereits seit mehr als 6 Monaten.
Der Patient war mit einer Therapie zurückhaltend, da er keine Beschwerden hatte.
Die klinische Situation zeigt folgende Befunde:
37 Lockerungsgrad 0, erhöhte Sondierungstiefen zirkulär bis 4mm, Fistel vestibulär, keinen Aufbiss- oder Perkussionsschmerz.

Nach entsprechender Beratung zur geplanten endodontischen Therapie.
Die vorhandene Restauration wurde belassen und eine koronale Zugangskavität geschaffen. Die Aufbereitung des Kanalsystems erfolgte mit nach handinstrumentell erstellten Gleitpfaden mit Profile 15.04 und Wave One Gold #21-35. Zur Desinfektion wurde NaOCl 3,5% und Zitronensäure 10% mit Schall und Ultraschall eingesetzt. Die thermische Obturation erfolgte thermisch vertikal mit Guttapercha und AH Plus. Auf Grund einer bestehenden apikalen Extension von purider Flüssigkeit im zweiten Behandlunstermin wurde nochmals CaOH inseriert. Im 3. Behandlungstermin konnte die Obturation erfolgen. Die Fistel schloß sich nach dem 1. Behandlungstermin.

Der Zahn 37 stellte sich im weitern Recallverlauf symptomlos dar. Im Röntgenrecall musste nach 2 Jahren eine externe/ DD interne Resorption interradiculär an der mesialen Wurzel im mittleren Wurzeldrittel diagnostiziert werden. Diese zeigte in den weiteren Kontrollterminen eine Stagnation. In Absprache mit HZA und Patienten wird der weitere Verlauf röntgnologisch kontrolliert. Die Prognose für 37 ist kritisch.
Der Patient möchte den Zahn so lange behalten wie irgend möglich.

Zur Pathogenese sehe ich folgende Möglichkeiten:
1. unerkannte Stripperforation in der endodontischen Therapie
2. Infraktur
3. chronische P. apicalis interrradiculär
4. funktionelle Überbelastung

Was wäre Ihr Verdacht?

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Grund zur Freude (2)

hier hatten wir erstmals über den Grund zur Freud berichtet.
Auch in dem heutigen Fall war ich sehr erfreut als sich zeigte, daß alles genau so lieft, wie es gedacht und geplant war.
Diese Dinge geben die Kraft das tägliche Chaos zu überstehen und zumindest etwas gelassener in die Zukunft zu schauen.

In diesem Fall handelt es sich um einen sehr jungen Patienten (15 Jahre). Der Befund am Zahn 46 fiel im OPTG zur kieferorthopädischen Planung auf.
Nun stand die Frage kieferothopädischer Lückenschluß und Extraktion des Zahnes 46 oder Erhalt und endodontische Therapie.
In diesem Fall sind der koronale Substanzverlust durch Karies überschaubar und die Chancen auf Ausheilung der apikalen Veränderung bei dem jungen Patienten gut möglich. Ich habe den Eltern und dem Patienten zum Erhalt des Zahnes geraten.

Was mich an diesem Fall optisch stört sind die Lufteinschlüsse im Composite.

Im ersten Recall ist zu sehen, daß die Entscheidung nicht falsch war. Wenn das Kariesrisiko verringert wird ist die Prognose für 46 gut.




Grund zur Freude

ist in den letzten Jahren im Berufsleben deutlich weniger geworden, oder wie man heute sagt die Freude ist nicht mehr so nachhaltig…
Die tägliche Arbeit wird von immer mehr Sorgen begleitet, mal fehlen Mitarbeiter, mal ist Material nicht lieferbar, fast ständig gibt es IT Probleme ( Telematik, Röntgensoftware, hängende Updates usw. ).

Und doch gibt es Tage, wo trotz oben genannter Probleme Patienten im Recall bestellt sind und alles genau so läuft, wie es gedacht und geplant war. Das ist ein Grund zur Freude in meinem Berufsleben, den ich nicht missen möchte. Schade nur, daß dies durch o.g. Gründe relativ schnell aus dem Bewusstsein gelöscht wird.

Vielleicht schreiben wir auch zu wenig Positives…
Deswegen möchte ich die zwei Fälle kurz vorstellen.

Beginnen wir mit dem Fall einer Patientin, welche unsere Praxis mit immer wieder kehrenden Beschwerden aufsuchte. Dar Zahn wurde bereits wurzelkanalbehandelt. Laut Aussage der Patientin wurde ihr immer mitgeteilt es sei alles in Ordnung. Der Zahn ist wetterfühlig, das ist immer mal bei wurzelkanalbehandelten Zähnen.
Sie wechselte den HZA und dieser überwies sie zu uns. 46 zeigte eine unvollständige WF und eine P. apicalis. Die Krone ist suffizient, der Zahn hat keine erhöhten Sondierungstiefen und der Lockerungsgrad ist 0.
Nach entsprechender Beratung haben wir uns für die Revision und den Erhaltungsversuch des Zahnes 46 entschieden.
Im angefertigten Röntgenbild sieht man nicht vollständig gefüllte Kanalstrukturen mit deutlich sichtbaren apikalen Veränderungen im Sinne einer P. apicalis. Die ZE Versorgung ist suffizient.
Der Zahn 46 hat Lockerungsgrad 0 und zirkular Sondierungstiefen zwischen 3 und 4mm.
46 ist zum Beratungstermin nicht perkussionsempfindlich. Die Patientin gibt an, immer mal einen Schmerz beim längeren Kauen zu verspüren.
Für endodontische Revision des Zahnes 46 haben wir die Patientin beraten. Die Stufenbildung mesial und distal und das apikale Erschließen der Kanalstruktur ist mit Risiken (Instrumentenfraktur, Perforation, etc.) verbunden. Die Patientin wollte unbedingt den Zahnerhalt versuchen. Nach Entfernung des WF Materials im koronalen Bereich mit der R25 erfolgte die weitere Entfernung mit Guttasolv und Wave One Gold Small. Die apikale Erschließung gelang wie hier schon oft beschrieben. (Suche: Pick, Pick). Die weiter Aufbereitung erfolgte mit Wave One Gold #25, #35. Die Wurzelfüllung erfolgte thermisch vertikal im modifizierter Schildertechnik.
Anbei die Röntgenaufnahmen und das Recall.

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Dens invaginatus Fall 3 (2) – Recall

Hier hatten wir über diesen Fall berichtet. Die Patientin ist vollkommen schmerzfrei. Das 12 Monatsrecall zeigt eine deutliche Heilungstendenz.
Zu diesen Fällen habe ich vor einige Zeit mit Kieferorthopäden gesprochen. Diese Entwicklungsstörung im Bereich der Zähne und die entsprechende Therapie war nicht bekannt. Deshalb stelle ich zu diesem Fall noch einmal alle Bilder ein.

Wie ging es weiter… Recalls zu Extraktion angeraten

Hier haben wir den Fall vorgestellt.

Nun haben wir das 12 Monats und 24 Monatsrecall und können den Patienten aus unserem Recall in das des HZA überlassen. Die prothetische Therapie haben wir nochmals dringest angeraten.

Hier die Bilder des Falls.

Ein Zahn mit Ansage (Recall)

Über diesen Fall habe ich hier berichtet.

Der Patient erschien, wie abgesprochen nach 6 Monaten zum Recall. Der Zahn 25 zeigte sich klinisch symptomlos. Das angefertigte Röntgenbild zeigte eine deutliche Heilungstendenz.

Oft stellt sich die Frage: Zahnerhaltungsversuch ja oder nein? (Recall)

Hier hatten wir ausführlich über diesen Fall berichtet.
Der Patient war wieder zum Recall eingestellt und stellte sich vollkommen symptomfrei vor.
Die Röntgenbilder zeigten nun, was wir auch erwarteten…

Kein schöner Fall (2)

Da die Längenmessung und das Sondieren keine verwertbaren Ergebnisse zeigten um die apikale Kanalstruktur zu erreichen beschloß ich mich an Wesselink zu halten.
(Wu, Min-Kai/Wesselink, Paul R., Überlegungen zum apikalen Endpunkt der Wurzelkanalbehandlung. Endodontie 01/2001, SEITEN: 9-18 )
20% Misserfolg sind bei diesem Vorgehen möglich.

Nach Absprache mit dem Patienten haben wir uns für dieses Vorgehen entschieden.
Die Einlagen mit CaOHJ zeigten einen positiven Einfluss, geringere apikale Exsudation und die Fistel schloss sich. Auf Grund der nicht vollständig aufgelösten apikalen Exsudation erfolgte nach 14 Tagen nochmals eine Einlage für 3 Monate.
Im Wurzelfüllungstermin war keine apikale Exsuadation vorhanden.
Die Desinfektion erfolgte mit NaOCl3% und Aktivierung mit Schall und Ultraschall, Debris und Smearlayer wurden mit Zitronensäure 10% entfernt.
Distal apikal wurde das weit offene apikale Foramen mit ProRoot MTA und Kollagenen apikalen Widerlager mit Parasorb verschlossen.
Die mesiale Wurzelfüllung erfolgte mit Guttapercha im warm vertikaler Obturationstechnik und als Sealer kam BC Totalfill zum Einsatz.

Anbei die Bilder aus der Behandlung und die anschließenden Recallbilder.


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Kein schöner Fall

war mein erster Gedanke, als der Patient bei uns auf Überweisung vorstellig wurde.

Er hatte bereits einige Zeit Probleme mit dem Zahn 47 und hatte gehofft die Zeit wird es heilen. Seit der Fistelbildung hatte er aber keine Beschwerden mehr. Das war schon einige Monate her. Seit einem Jahr hatte der Patient das Gefühl, daß sich die Krone erhöht hat.
Klinisch zeigte sich der Zahn mit einer Teilkrone versorgt. Die Sondieungstiefen waren circumferent erhöht zwischen 4-5mm. Es bestand kein Perkussionsschmerz, der Lockerungsgrad war 0 und buccal bestand eine Fistel.

Nach der klinischen Untersuchung, Röntgenaufnahme, fertigten eine DVT an, um die apikale Situation mesial genau zu erkennen und die Ausmaße der Osteolyse m/d und die damit verbundenen apikalen Resorption darzustellen.
Im 3D Röntgen zeigte sich mesial apikal eine technisch kaum lösbare Situation. Der mesiobuccale Kanal konfluierte mit dem mesiolingualen Kanal und verlief danach in einem Knick wieder nach mesial. Eine exakte elektronische Längenbestimmung ml ist kaum möglich und die Sondierung des weiteren mb Kanalverlaufes und anschließende Instrumentierung wäre in meiner Hand ein ausgesprochener Glücksfall.
Der Patient wollte trotzdem den Erhaltungsversuch.

Meine bedeckten Prognosen schreckten ihn nicht ab.
Es kam, wie ich es befürchtete. mb ließ sich die Kanalstruktur nicht sondieren, zudem kamen immer vom Längenmessgerät immer die Info sich nicht mehr im Zahn mit der Instrumentenspitze zu sein. Nach 30 Minuten habe ich das Handtuch geworfen. Mir war die Gefahr zu groß apikal noch mehr Schaden anzurichten.
Nach einer Einlage mit CaOH mit Jod hofften wir trotz der Umstände auf eine Heilungstendenz…

Nächste Woche geht es weiter…

Erst hatte er kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu…(Recall)

2020 haben wir den Patienten behandelt. Hier haben wir dazu geschrieben und den Fall vorgestellt.
Nun war der Patient zum Recall da und schon beim Betreten des Zimmers sprach er voller Dankbarkeit von seinen zwei von uns behandelten Zähnen (45, 46). Sie hätten nie wieder Probleme gemacht.
Ihm war inzwischen bewusst, daß die postendodontische, also zweite prothetische Rehabilitation unglücklich gelaufen war.
Nun wollte er von mir eine Lösung, die ich leider nicht bieten kann.

Bestellt und lange nicht genutzt…

Das Benexsystem hatte bei Wurzelspitze Antonio Renatus vorgestellt.
Wir haben das System umgehend bestellt und dann passiert das, was so oft geschieht, aus den Augen aus dem Sinn.
Und urplötzlich kam der Fall der danach verlangte.
Der Patient hatte seinen Zahn 45 etwas vernachlässigt. Nach Fraktur der Krone hatte er keine Schmerzen und sich schnell an die Lücke gewöhnt.
Nach einem Jahr suchte er doch einen Zahnarzt auf.
Klinisch zeigte sich 45 auf Gingivahöhe frakturiert mit Sekundärkaries, freiliegender Wurzelfüllung und keine erhöhten Sondierungstiefen. Ferrule von 2mm für eine erneute Kronentherapie war nicht darstellbar.
Die Therapievarianten Extraktion und Implantation oder alternativ Zahnerhalt mittels Extrusion und späterer Kronenversorgung wurden dem Patienten vorgestellt. Im DVT war keine starke Krümmung der Wurzel erkennbar, so daß die Extrusion eine gute Prognose hatte.
Der Patient entschied sich für den Zahnerhalt.


Nach Kariesentfernung, präendodontischem Aufbau und Revision und wurde die Wurzelfüllung am Zahn 45 nur adhäsiv mit einem Flow verschlossen. Um die Extrusionsschraube des Benexsystems einzuschrauben muss auf die Insertion eines Glasfaserstiftes zunächst verzichtet werden. Nach Extension wurde der Zahn mit Everstick und Composite an den Nachbarzähnen für 6 Wochen geschient. Danach erfolgte der postendodontische Aufbau mit einem Glasfaserstift.
Die größte Schwierigkeit bei der Extension war die Entfernung der Extrusionsschraube aus dem gelockerten, extrahiertem Zahn. Empfehlenswert ist die Entfernung der Schraube nach Schienung des Zahnes. Anbei die Röntgenaufnahmen aus der Behandlung.

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Endodontische Behandlung am Zahn 34 und nachfolgende Berufsunfähigkeit. (Recall)

Hier, hier und hier berichteten wir über diesen Fall.
Jetzt haben wir das erste Recall in unserer Praxis. Der Zahn zeigt sich klinisch vollständig symptomlos. Der Patient ist sehr erleichtert, daß er nach einer langen Ausfallszeit, wieder problemlos als Hornist spielen kann.

Endodontie zeitgemäß

Für mich heißt Endodontie zeitgemäß:

Der möglichst substanzschonende Eingriff bei optimaler Desinfektion des Kanalsystems.

Die vorhandener Zahnsubstanz erhalten hat oberste Prämisse.
Darunter verstehe ich nicht unbedingt die ins Extreme verkleinerte Zugangskavität.
Ich bin kein Anhänger des „Ninja-Access“.
Die Substanzschonung im koronalen, mittleren und apikalen Wurzelkanalbereich halte ich für sehr bedeutend. Die Desinfektion und Reinigung der infizierten Kanalwände muss dabei optimal erfolgen.
Das bedeutet möglichst gering invasive Verfahren in der endodontischen Therapie einzusetzen und die Instrumentengröße und Taperung, abhängig vom Aussehen abgetragenen Wurzeldentin im Spanraum, zu wählen.
Es gibt in meinem Konzept einer zeitgemäßen Endodontie keine universellen apikalen Aufbereitungsgrößen.

Die Entwicklung von Schall- und ultraschallgestützter Spülung, die SAF, der Laser mit PIPS und SWEEPS sind wichtige Entwicklungen in diesem Bereich. Keines ist Allheilmittel, aber die Anwendung, ggf Kombination der Desinfektionssystematiken ermöglicht Substanzschonung.

Heute ein Fall, der nach SAF Desinfektion eine apikale Regeneration zeigte.
Die Anwendung der SAF verlangt einen ausreichend dimensionierten Zugang und eine entsprechend gute Mundöffnung des Patienten. In diesem Fall eines 37 gelang das nach notwendiger Abnahme der prothetischen Restauration recht gut. Die apikalen Kanalbereiche distal konnten durch entsprechend vorgebogene Eddyspitzen erreicht werden.
Distal erschien die WF extrudiert, welches sich aber in späteren exzentrischen Aufnahmen nicht bestätigte und mit der elektrische gemessenen Länge auch nicht korreliert hätte.

Das Ergebnis Jahre später zeigt die apikale Heilung.

PS: Ein nicht allzu häufig auftretender Fall, 2 separate mesiale Wurzeln an einem Unterkiefer Molar. (siehe DVT)


Und wieder ein 10 Jahres Recall

Dieser Fall wurde hier vorgestellt.

Nun sind einige Recallkontrollen dazu gekommen, welche ich nicht vorenthalten möchte.
Der Zahn ist schmerz- und symptomfrei, zeigt keine erhöhten Sondierungstiefen und der Lockerungsgrad ist 0.

Stagnierende Heilungstendenz

Dieser Fall wurde vor einigen Jahren von uns behandelt und zeigt, wie aus einem anfänglich kleinen Problem ein großes werden kann.
Im Ausgangsbefund zeigte sich ein junger Patient mit einem Zahn 36, oklusaler intakter Füllung, ohne erhöhte Sondeirungstiefen. Der Lockerungsgrad ist 0. Es gab keine traumatische Zahnverletzung und keine Attrition am Zahn 36.

Im Röntgenbild zeigte sich apikal an beiden Wurzel ausgedehnte Resorptionen mit größerer apikaler Ostelyse.
Die Anamnese ergab, das mal (unklare Termin, mehr als 5 Jahre her) eine Kunststofffüllung mit einer cp erfolgte. Im Röntgenbild zeigte sich mesial ein ausgedehntes Pulpenhorn, welches während der Füllung eröffnet gewesen sein könnte.
Im angefertigten DVT konnte die resorptionsbedingte Konturveränderung an beiden Wurzeln und die Ausdehnung der Osteolyse dargestellt werden.
Es wurde die endodontische Behandlung des Zahnes 36 geplant.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig.
Nach Füllungsentfernung erfolgte die klinische Darstellung der Pulpainfektion. Erkennbar war eine unterminierende Karies im Dentin in direktem Kontakt zur Pulpa. (Siehe Bilder)
Ursächlich könnte das belassen von erweichtem und infiziertem Dentin sein, ebenfalls denkbar ist eine nicht vollständige Polymerisation des Kunststoffes als Ursache für die Pulpanekrose.
Die endodontische Therapie erfolgte zweizeitig nach dem bewährten Protokoll ohne Laser mit NaOCl und Zitronensäure, Aktivierung mit Eddy und Aufbereitung mit ProFile, Wave One und MTwo bis #35.06.ie Wurzelfüllung erfolgte mit AH Plus und Guttapercha in warm vertikaler Fülltechnik 14 Tage nach CaOH Einlage.
Die anfänglich gute Heilungstendenz nach 6 Monaten stagnierte recht schnell. Der apikale Resorptionsfortschritt stagnierte mit abnehmender Heilungstendenz.
Wir werden den Fall weiter beobachten.
Was würde ich aus dem heutigen Wissen anders machen. CaOH mit Jodanteilen verwenden und über einen 3 monatigen Zeitraum kontrollieren, dann ggf. mit MTA apikal verschließen, wenn die apikalen Foramina größer, gleich Ist 60 sind.




Überzeugungsarbeit (2)

Hier berichteten wir erstmals über diesen Fall.

Der Patient wollte nach einigen Tagen um einen KV für das DVT. Die Beihilfe lehnte die Kostenübernahme ab.
Der Patient bat uns nun nach Rücksprache mit seine HZA um WSR von 43.
Das lehnte ich ohne 3 dimensionale Bildgebung ab. Zudem verwies ich auf den röntgenlogisch auffälligen Befund am Zahn 42 und die damit notwendige Behandlungsnotqwendigkeit von 42 und nicht 43.

Letzendlich wurde nun die 3 dimensionale Bildgebung durchgeführt.
Die apikale Situation am Zahn 42 zeigte eine deutlich erkennbare und zurordenbare Aufhellung. Nach nochmaliger Beratung und Kontrolle Sensibilität 42 (positiv) rat ich zur Probetrepanation am Zahn 42. Die alternative elektronische Sensibilitätsmessung war ebenso immer positiv im Bereich zwischen 11 und 16 (Digitest Parkell).

Die Anästhesiologe Probetrepanation konnte ohne erkennbare Schmerzsensation bis zum Pulpacavum erfolgen. Es stellte sich ein mit einer Flüssigkeit gefülltes Cavum dar.
(Einen ähnlichen Fall, Zahn 21hatten wir bereits vor vielen Jahren vorgestellt.
Offensichtlich wird ein Reiz auf Kälte und Strom übertragen und der Patient gibt dies als positive Reaktion an.)

Die nun folgende endodontische Behandlung wurde analog zum Zahn 43 durchgeführt und im Verlauf der Recalls konnte eine sehr deutliche Heilungstendenz verzeichnet werden.
Der Patient ist inzwischen vollkommen beschwerdefrei.

Überzeugungsarbeit

Der Patient erschien vor einige Jahren auf Überweisung in unserer Praxis.
Er hatte im Unterkiefer rechts Beschwerden und ein starkes Druckgefühl. Lange Zeit hat er dieses toleriert, nun wurde es immer aufdringlicher, wie er sagte.
Einen Unfall oder anderweitiges traumatisches Geschehen gab es nicht.

Der HZA hatte den Zahn 43 bereits behandelt und bat um Behandlung 42.
Im exzentrischen Röntgenbild zeigte sich ein zweiwurzeliger 43 mit einer apikalen Parodontitis.
Ein wiederholter Sendetest am Zahn 42 zeigte eine positive Reaktion und war füllungsfrei.
Das angeratene DVT lehnte der Patient ohne Angaben von Gründen rundweg ab.
Wir empfahlen die Revision von 43, danach unbedingte röntgenlogische Kontrollen in 6 /12 / 24 Monaten und verwiesen, daß bei unklarem Befund ein DVT unausweichlich sein wird.
Die Zähne 43, 42 zeigten einen Lockerungsgrad 0 und waren nicht auf Perkussion empfindlich.
Die Sondierungen gastiefen waren im Sinne einer Gingivitis erhöht.

Die Revision erfolgte nach präendodontischem Aufbau unter mikroskopischer Kontrolle.
Die Aufteilung des Kanalsystems ließ sich unter mikroskopischer Kontrolle einfach darstellen und entsprechend weiter behandeln. Die Aufbereitung gelang mit Handinstrumenten, Reziprok 25 und Wave One Gold Instrumenten, die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% /Zitronensäure 10% und Eddyaktivierung.
Die Sensibilität am Zahn 42 prüften wir nach 14 Tagen, 4 Wochen und 3 Monaten. Immer zeigte sich eine positive Reaktion. Das Druckgefühl ließ nach.

Nach 6 Monaten erfolgte die Röntgenkontrolle. Das Druckgefühl hatte weiter nachgelassen, war aber noch vorhanden. Der Patient gab am Zahn 42 zeigte wiederum eine Reaktion auf Kalt und elektrischen Reiz an.
Wir empfahlen auf Grund der röntgenlogisch nun erkennbaren apikalen Veränderung an 42 und dem entgegenstreckenden klinischen Befund ein DVT zur Abklärung.
Der Patient wollte nochmals Bedenkzeit…
Weiter geht es demnächst.


Interdisziplinäre Zusammenarbeit – KFO

Die Zusammenarbeit mit Kieferorthopäden ist in unserer Praxis über die letzten Jahre immer mehr zusammen gewachsen.
Nicht selten erhalten wir Überweisungen, die Auf Grund KFO Röntgenaufnahmen als Zufallsbefunde auftreten. Die Behandlungen treffen häufig Frontzähne im Unterkiefer und Oberkiefer. Im letzten Jahr mehrten sich die Fälle mit einem Dens invaginatus.

Heute möchte ich einen Fall aus 2022/2023 vorstellen. Die Ausgangssituation zeigt bei dem 14 jährigen jungen Patienten eine großräumige apikale Osteolyse am Zahn 41.
In der Vergangenheit sind solche Fälle nicht selten zuerst beim Kieferchirurgen gelandet.
Der Patient hatte keine Beschwerden. An einen Unfall konnte er sich selbst nicht erinnern, die Mutter schloß dies aber nicht aus, da es wohl, daß eine oder andere Sturzgeschehen gab.
41 war symptomfrei, Lockerungsrad 0 und ohne erkennbare Verfärbung koronal. Inzisal ist ein Schmelzverlust erkennbar. Dieser kann attritionsbedingt (Laterotrusion re.) oder traumatisch bedingt sein.
Im DVT ist eine großlumiges, sich auf einen Kanal beschränkendes Wurzelkanalsystem erkennbar. Sehr gut erkennt man im Schnittbild, daß das apikale Foramen lingual der Wurzelspitze liegt.
Die Therapie erfolgte in bereits öfters beschriebener Vorgehensweise, minimalinvaisve Zugangskvität, Desinfektion und Aufbereitung des Kanalsystems mit NaOCl 3% und Zitronensäure 10%, Sweeps 2x30s und CaOH Einlage. Klinisch ist in der Behandlung ein starke apikale puride Exsudation erkennbar.
In diesen Fällen ist es nicht ausgeschlossen, daß noch zu den geplanten zwei Behandlungsterminen ein dritter Termin notwendig ist.
Die apikale puride Exsudation ist eine Kontraindikation zur Wurzelfüllung in unserem Behandlungsprotokoll.

Bei diesem jungen Patienten konnten wir jedoch im zweiten Termin das Wurzelkanalsystem in warm, vertikaler Obstruktion mit Guttapercha und BC Sealer Totalfill HiFlow nach vorheriger Desinfektion verschließen. Die Nachkontrollen zeigen den erfreulichen Heilungsverlauf und den Fortgang der KFO Behandlung.

Vital und Nekrose

Dieser Fall hatte einige Herausforderugen parat.
Zahn 46 mit chronischer Fistelung und großer apikaler Osteolyse und der Zahn 47 mit einer akuten Pulpitis und Caries profunda im distobukkalen, zervikalen Bereich.
Lockerungsgrad 0 – 47, Lockerungsgrad 1 – 46. Die Sondieungstiefen sind zirkulär am Zahn 46 und 47 erhöht ohne vertikalen Einbruch.
Diagnose 47: akute Pulpitis, Sekundärkaries.
Diagnose 46: Z.n. WKB begonnen, P. apicalis

Für alle Kofferdamanwender ist 47 db zervikal eine ungeliebte Situation, da die Kofferdamklammer meistens in der Präparation oder Präparationsgrenze liegt, oder der Kofferdam in der Kavität aufliegt und nicht abdichtet, etc.
Lässt man den Kofferdam weg ist das Risiko von Speichel in der Kavität drastisch höher und die Gefahr eines Leakage stark erhöht.
Unser Vorgehen sieht immer das Anlegen von Kofferdam vor. Sollte es unmöglich sein mit Kofferdam die Kavität zu therapieren, entschließen wir uns ohne Kofferdam, mit relativer Trockenlegung zu arbeiten. Das hat allerdings einen Nachteil, es kann sein, daß durch die Kofferdamklammer die Gingiva traumatisiert wird und eine Blutung dazu kommt.
Dann wird es spannend.

In diesem Fall wurde es spannend, so spannend, daß Fotos nicht gemacht wurden, bzw. vollkommen aus dem Fokus des Behandlers verschwanden. Deshalb haben wir nur Röntgenbilder in diesem Fall.

Zum Fall selbst.
47 wurde auf Grund der akuten irreversiblen Pulpitis zu erst behandelt. Wir haben die Isolation mit modifizierter Butterfly-Klammer Nr. 6 und Teflonband nach Gingivektomie mit dem Elektrotom erreicht. Danach erfolgte der präendodontischer Aufbau mit Beautifil BW, das Gestalten der Zugangskavität, die initiale WK mit NaoCl 3% und Zitronensäure 10%, Sweeps 2x30s und CaOH Einlage.
Der Zahn 46 wurde ebenso (Präendodontischer Aufbau mit Beautifil BW, Gingevektomie m/d, Zugangskavität, WK mit NaoCl 3% und Zitronensäure 10%, Sweeps 2x30s und CaOH Einlage) behandelt. Auf Grund einer puriden Exsudation distal wurde CaOHJ für 4 Wochen in die Kanäle appliziert. Die Wurzelfüllung erfolgte in beiden Zähnen in thermischer vertikaler Kondensation mit Guttapercha und BC Sealer Totalfill.

Die Recalls in 6 Monaten zeigten einen erstaunlichen Heilungsverlauf, den wir in dieser Schnelligkeit am Zahn 46 nicht erwartet hatten. Auf Grund der chronischen apikalen, puriden Exsudation waren wir zurückhaltend in der Prognose.
Auffallend an beiden Zähnen ist die Sealerüberpressung d in die apikalen Gefäße. Wir führen das auf den Einsatz des Lasers mit Sweeps zurück. In beiden Fällen wurde die gleiche Zeit Dauer und „Energiemenge“ eingesetzt. Ein Zeichen, daß es im Einsatz bei vitalen und neurotischen Fällen wohl keinen Unterschied in der „Aktivierung“ des NaOCl durch den Lasers, bei ähnlicher Anatomie gibt.
In der Behandlung des Zahnes 46 im distoapikalen Bereich, ist es uns nicht gelungen die lateralen Kanäle zu sondieren. Obwohl im DVT erkennbar konnten wir trotz ausgiebiger circumferenter Sondierung mit vorgebogenen Handfeilen in #8 und #10 keine laterale Kanalstruktur finden.

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Mein „härtester“ Patientenfall

im nahezu wörtlichen Sinn.
Bei diesem Patienten erfolgte einer prothetische Therapie mit Veränderung der Bisslage.
Erst im Behandlungstermin musste ich feststellen, daß dies mit NE Stärken von 7-9mm erfolgte.

Der Zahn 45 stellte eine extreme Herausforderung dar. Eine Zugangskavität möglichst minimal durch 8mm Nichtedelmetallelgierung zu bohren hatte bereits die geplante Behandlungszeit um 30 Minuten gesprengt. 120 Minuten waren eingeplant. Das Teil – OPG hatte ich leider nicht beachtet. Ein Fehler, wie ich im Nachhinein feststellen musste.
12 Hartmetaller (Trifft Hawk Talon 12) wurden für die Zugangspräparation vernichtet. (Das passiert in Deutschland wohlgemerkt ohne Honorar. Die Zugangskavität gibt es in keiner Gebührenordnung. Verbrauchsmaterial ist obendrein Gratiszugabe der Praxis und als Krönung wird der vorhandene Zahnersatz noch lange weiter erhalten und erspart eine Neuanfertigung.)

Das nächste Problem ist bei dieser Metalldicke die elektrische Längenmessung ohne Kurzschluss durchzuführen. Mit entsprechendem Aufwand gelang auch dies, über die Messinstrumente wurden Kanülenteile eines Capillarytips gezogen um diese zu isolieren.
(Wie hier 2015 bereits auf Wurzelspitze beschrieben.)
Die Desinfektion und Reinigung des Kanalsystems erfolgte mit NaOCl 3%, Zitronensäure 10% und Aktivierung mit Schall und Ultraschall. Zur Instrumentation verwendeten wir Handinstrumente,Profile und Wave One Gold. Die Wurzelfüllung erfolgte in thermisch vertikaler Obturation mit AH Plus.

Rechtwinkelige Röntgenhalter und unsere Sensoren hatten bei der Länge des Zahnes und der Restauration keine Chance den Zahn apikal abzubilden. Deshalb mussten alle Aufnahmen mit den Carestream Haltern Typ Zahnbürste (2009 beschrieben) erfolgen.

Den Zahn 48 wurde extrahiert da kein Antagonist vorhanden war. Einige Zeit nach Behandlung des Zahnes 45 mussten wir im Recall feststellen, daß der Zahn 47 nun ebenso eine zunehmende apicale Ostelyse ausbildete. In Absprache mit dem HZA wurde nun dieser Zahn ebenso wir 45 behandelt.

Die Recallbilder zeigen eine deutliche Heilöungstendenz und sind Belohnung für die im wahrsten Sinne Schinderei des roten Winkelstückes bei der Zugangspräparation…

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Guttapercha Schneider (2)

In diesem Beitrag hatten wir erstmals über den Woodpecker R1 Plus berichtet.
Wir hatten diesen jetzt mehrfach im Einsatz.
In der Beschreibung / Beipackzettel steht, daß das Gerät auf 500 Anwendungen ausgelegt ist.
Das hat mich überrascht. Das sind ca. 125 Molare. Das reicht nicht weit, zumal die Klinge nicht wechselbar ist.

Beim genauen Betrachten des Schneidvorganges ist erkennbar, daß der GP Point dezent nach dem Schneidevorgang übersteht. Das entspricht dem Spalt zwischen Messlehre und Schneide. Dabei kann eine Schneidfahne am GP Point entstehen. Deshalb hat sich bewährt die Schneide in einer Ritsch/Ratsch Bewegung hin und her zu führen.

Die Schnittflächen sind mit der o.g. Bewegung akzeptabel, jedoch nicht immer ohne Nasen.
Lästig ist die dadurch notwendige mikroskopische Kontrolle der Points.

Empfehlung kann ich auf Grund der geringen Nutzungsdauer und nicht wechselbarer Schneide nicht geben.

Ein Zahn mit Ansage

Dieser Zahn 25 wurde laut Aussage des Patienten zuletzt vor ca. 20 Jahren behandelt.
Seit dem ist er schmerzfrei.
Nach Wechsel des HZA kam als Zufallsbefund die apikale Veränderung des Zahnes zum Vorschein.
In unserer bildbegebenden und klinischen Diagnostik zeigte sich eine laterale Kanalstruktur in der bukkalen Wurzel. Das ist eine Ansage.

Nach der ersten Behandlung mit Aufbereitung bis ISO25 mit Wave One Gold, Desinfektion mit NaOCl 3% und Zitronensäure 10% unter Einsatz des Eddy konnte die medikalmentöse Einlage die Kanalstruktur nicht erreichen. Den Fotona Laser (Skypulse Versa) hatten wir eingesetzt, allerdings kam nach 20 Sekunden eine Fehlermeldung und wir konnten die Behandlung damit nicht fortsetzen. In der Röntgenkontrolle der medikamentösen Einlage zeigte sich keine vollständig erfasste Kanalstruktur.

Im zweiten Termin konnten wir mit unserem Sweeps Protokoll 2×30 Sekunden mit fortlaufender NaOCl 3% Spülung wieder behandeln. Nach Applikation des CaOHJ Präparates zeigte sich dieses mal im Röntgenbild eine erfasste laterale Kanalstruktur.

Ist das Zufall? Keine Ahnung. Die apikale Aufbereitungsgröße wurde von 25.04 auf 25.07 erweitert und das CaOHJ entfernt. Die Desinfektion fand unter den selben Bedingungen statt.
Die Applikation des Medikamentes erfolgte ebenfalls gleich mit einer Kunststoffkanüle und Transport mit Eddy auf Arbeitslänge.
Über den weiteren Verlauf werde ich berichten.

Recall eines Problemzahnes

Ein Fall aus der Reihe „Erst hatte sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.“
Die Patientin suchte unsere Praxis 2021 auf Rat Ihres Ehemanns (nach Überweisung, Behandlung 2020 bei uns) auf, nachdem es größere Problem und schmerzhafte Momente in der endodontischen Behandlung am Zahn 15 gab.

Die Patientin gab an mit pulpitischen Beschwerden am Zahn 15 den zahnärztlichen Notdienst aufgesucht zu haben. In der endodontischen Behandlung wurden keine Wurzelkanäle gefunden. Der Zahn wurde offen gelassen. So stellte sich die Patientin ihrem HZA vor. Die Schmerzen bestanden unverändert. Da auch der HZA keine Kanäle finden konnte erfolgte die Einlage eines nervtötenden Medikaments laut Patientin.
Nach kurzer Zeit kam es zu noch stärkeren Schmerzen. Der HZA entfernte das Medikament und es trat eine Linderung ein. Nun kam der Ehemann ins Spiel und verwies auf uns.

Nach dieser Vorgeschichte war die Patientin sehr angespannt und ängstlich.
In der Beratung haben wir die vorhandenen Probleme mit der Patientin erörtert. Hauptproblem der starke interradikuläre Substanzverlust und nahezu vollständiger Verlust der Papille mesial mit nekrotischen Knochenresten.
Auf Grund eines Schwangerschaftsverdachtes haben wir die röntgenlogische Diagnostik verschoben und zunächst den Zahn adhäsiv mit Beautifill in sequentielle Matritzentechnik aufgebaut, die „Fastperforation“ adhäsiv mit EverX Flow repariert, die Kanaleingänge dargestellt und mit CaOH abgedeckt.
Nach dem fest stand, daß keine Schwangerschaft besteht erfolgte die Röntgendiagnostik.
Die endodontische Behandlung verlief wie geplant und verlief durch die mikroskopische Kontrolle problemlos.
Der Zahn ist seit der Erstbehandlung symptomlos. Der Verlust der Papille und des Alveolarknochens sind auf Grund des einwandigen Knochendefektes verloren.

Z.n. WSR und „Verbolzung“

Die Patientin suchte unsere Praxis auf um den Zahn 26 unbedingt zu erhalten.
Seit Jahren traten immer wieder Beschwerden an dem Zahn auf, die sie in ihrer Leistungsfähigkeit einschränkten. Ab und zu entstehe auch eine kleine „Beule“, die aufplatzt und wieder verschwindet.

Der Zahn 26 war mit einer Keramikteilkrone suffizient prothetisch rehabilitiert. Der Lockerungsrad ist 0 und die Sondierungstiefen sind nicht erhöht.
Röntgenologisch imponierten die „ausgeschachteten“ Kanäle. Im DVT waren apikale Osteolysen an allen 3 Wurzel erkennbar und ebenso, daß dies ein seltenes Exemplar eines ersten oberen Molaren ohne zweiten mesiobukkalen Kanal war.
Als Nebenbefund kam noch die P. apicalis am 22 als Z.n. Wurzelspitzenresektion zu Tage.
Dieser Zahn war beschwerdefrei.
In der Behandlung des 26 kam die befürchtete resezierte Metallwurzelfüllung unbekannten Fabrikates zu Tage. Durch die nahezu sealerfreie Verbolzung waren die Stifte relativ gut mit Ultraschall entfernbar. Nach minimaler Aufbereitung (Gates), Desinfektion mit NaOCl (3%) und Zitronensäure (10%) erfolgte eine CaOH Einlage. Die Patientin gab an, nach 2-3 Tagen deutliche Beschwerden an dem Zahn 26 zu haben. Nach 4 Tagen gingen die Beschwerden vollkommen zurück. Im 2. Behandlungstermin erfolgte nach Einbringung eines Kollagenwiderlagers die Wurzelfüllung mit MTA und Guttapercha. Die Krone wurde adhäsiv nach Silanisierung verschlossen. Es wurde zuvor ein Glasfserstift palatinal inseriert.
Zum 2 Jahrerecall berichtete die Patientin glücklich über vollständige Beschwerdefreiheit nach der Behandlung. Dank der Beschwerdefreiheit hatte sie einen Ultramarathon in Angriff nehmen können und durchlaufen können.
Palatinal am 26 ist die Heilungstendenz erkennbar. Mesial und distal ist es nicht beurteilbar.
Am Zahn 22 ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar.

Guttapercha Schneider

Wie es so ist, es gehen Dinge kaputt, die man täglich verwendet und die plötzlich nichteinfach zu ersetzen sind.
Unser Sybron Endo Guttapercha Cutter Tip Snip ist nicht mehr lieferbar.
In allen benachbarten EU Ländern das selbe Ergebnis.
Warum wollten wir gerade diesen. Er ist nicht beschränkt auf bestimmte Konizitäten und man kann damit sehr gut auch Durchmesser messen.

Zum Glück haben wir noch Ersatz. Allerdings wird das Problem wiederkommen. Wir brauchen also eine Alternative.
Nach einigem recherchieren sind wir auf den Woodpecker R1 Plus gekommen. Bestellt haben wir diesen im Internet auf einer englischen Seite – Toothsaver/London.

Das Gerät macht einen sehr soliden Eindruck. Es ist sterilisierbar. Was zwar die Klingenschärfe im Laufe der Zeit reduziert, aber hygienisch vorbildlich ist. Die Klinge ist leider nicht tauschbar. Das ist ein Minus. Ebenso fällt auf, das auf die Messskala nur in ganzen Millimeterschritten angegeben ist. Unterteilungen in Halbmillimeterschritten, wie auf dem Carrspiegel sind genauer für die Längenbestimmung des Cone. Allerdings hatte der Tip Snip gar keine Längenmessskala.

Nun werden wir die Praxistauglichkeit testen und weiter berichten.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Saving hopeless tooth – Hoffnungsloser Fall? (Recall)

Zum ersten Recallltermin erschien die Patientin vollkommen schmerzfrei. Den Fall vorgestellt haben wir an dieser Stelle.
Der Zahn 42 wurde im selben Zeitraum behandelt als Z.n. röntgenlogischem Zufallsbefund.

Zusammen mit Ihrem HZA wird die angeratene Pfeilervermehrung umgesetzt.

Hier die Aufnahmen des 6 Monatsrecalls.


Oft stellt sich die Frage: Zahnerhaltungsversuch ja oder nein? (2)

Vorgestellt haben wir den Fall an dieser Stelle.

Der Patient möchte den Zahn, bzw. die Zähne unbedingt erhalten. Im Beratungsgespräch musste ich ihm mitteilen, daß dies in seinem Fall nicht so sicher ist, wie er hofft. Der grösste Pluspunkt bestand in der Abgeschlossenheit der Osteolyse ohne Verbindung zum Sulcus oder Sinus.
Meine angegebene Prognose lag bei 60-70%.

Gerne untermale ich die Prognose mit dem Vergleich zum Roulette. Ein Eins-zu-eins-Einsatz, wie beispielsweise Rot/Schwarz hat eine Gewinnchance in Prozent ausgedrückt, von ca. 47,37 %.

Trotzdem möchte der Patient unbedingt den Zahn erhalten.
Die Diagnose: infizierte Pulpanekrose, P. apicalis, externe apikale Resorption palatinal – DD radikalere Zyste.

In der ersten Behandlungssitzung kam nach Präparation einer geeigneten Zugangskavität und initialem Erschließen des Wurzelkanalsystems eine große Menge an Bus aus dem palatinalen Kanal. Auch nach mehr als 30 minütigem Absaugen war noch eine apikale puride Exsudation erkennbar. Es war keine Zystenflüssigkeit oder kristallartige Anteile erkennbar.
Das Kanalsystem desinfizierten wir mit NaOCl 3%, Debris und Smearlayer entfernten wir mit Zitronensäure. Dazu setzen wir den Eddy ein. Zur Einlage verwendeten wir CaOH. Nach 14 Tagen hatten wir den Patienten wieder einbestellt. Die Fistel zeigte sich narbig verschlossen. Im klinischen Bild unter Kofferdam und Mikroskop konnte noch immer eine apikale Exsudation beobachtet werden. Nach weiterer Aufbereitung pal #60, b #35 und Desinfektion erfolgte die erneute Einlage mit J CaOH. Das Präparat wurde mit dem Eddy genau auf die gemessene Arbeitslänge transportiert und danach palatinal noch (mindestens) 0,5-1mm weiter forciert.
In der Beobachtung früherer Fälle stellten wir einen positiven Einfluß für eine apikale Regeneration fest. Das von uns verwendete Calcipast +I (Cerkamed) wird vollständig resorbiert.
( Bis zum Februar 2023 konnten wir dies noch in Deutschland kaufen. Jetzt ist es leider nicht mehr lieferbar. )

Den Patienten bestellten wir 3 Monate später wieder ein.
Eine Coronainfektion mit anschließendem Longcovid führte zu einer ungeplanten Verlängerung des Zeitraums. 9 Monate nach dem zweiten Termin fertigten wie wieder Röntgenkontrollen an. Diese zeigten einen positiven Heilungsverlauf.
Weitere Monate später erfolgte die Wurzelfüllung nach Desinfektion des Kanalsystems mit NaOCl 3% und Zitronensäure 10%.
Das palatinal weit offene Forman wurde nach orthograd eingebrachtem kollagenen Widerlager mit ProRoot MTA verschlossen. Eine apikale Exsudation bestand nicht. Buccal wurde mit warm vertikaler Wurzelfülltechnik mit Guttapercha gefüllt. Die postendodontische Versorgung erfolgte nach Sandstarhlung der Kavität mit einem Glasfeserstift und Rebilda. Okklusal wurde die Krone nach Silanisierung mit Composite verschlossen.

Neben der Langzeitapplikation, wie Dr. Hans-Willi Herrmann es beschrieben hat, sehe ich im EINZELFALL, nach entsprechender Indikation (persistierende apikale puride Exsudation) und Entscheidung (Achtung Jodallergie und Hashimoto-Thyreoiditis, M. Basedow) einen weiteren Vorteil der jodhaltigen Präparate, wenn sie resorbierbar sind.

Das dies in meinen Händen nicht immer funktioniert zeigte übrigens bereits dieser Fall.

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Dens invaginatus Fall 3 (2)

In diesem Beitrag hatten wir 3 Fälle und Literaturhinweise zum Dens invaginatus vorgestellt.

Nach der erfolgten Schmerzbehandlung, welche wir hier beschrieben haben erfolgte im zweiten Behandlungstermin die vollständige Entfernung der Invagianation.
Die Patientin war vollkommen schmerzfrei.
Zur Entfernung von Debris verwendeten wir Zitronensäure 10% und die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% in Schall- und Ultraschallanwendung.
Apikal wurde nach Applikation eines kollagenen Widerlagers das Foramen mit ProRoot MTA verschlossen. Nach der Wurzelfüllung mit Guttapercha erfolgte der postendodontische Aufbau mit EverX Flow, Beautifil BW Plus und einem Glasfaserstift.

Dens invaginatus Fall 3 (1)

In diesem Beitrag hatten wir 3 Fälle und Literaturhinweise zum Dens invaginatus vorgestellt.

Die Patientin kam mit akuten Problemen von einem Kieferchirurgen. Es sollte den Zahn möglichst erhalten. Er kannte solche Fälle und hat sofort weiter überwiesen…

Am Zahn 22 war ein beginnendes Abszeßgeschehen mit einer Schwellung labial entstanden. Der Zahn war stark aufbissempfindlich und ebenso perkussionssenibel. Der Lockerungrad war 0. Es bestanden keine erhöhten Sondierungstiefen.
Das angefertigte Röntgenbild zeigte eine große periapikale Aufhellung und die Invagination (Klasse 2 nach Oehlers). Im angefertigten DVT ist apikal am Zahn 22 eine Konturveränderung der Wurzelspitze im Sinne einer externen apikalen Resorption erkennbar. Kontralateral am Zahn 12 sind eine Invagination Klasse 1 nach Oehlers mit einer beginnenden Karies zu erkennen.

Klinisch zeigte sich am Zahn 22 eine Zapfenform. Inzisal imponierte eine Caries profunda bis zum Zahnschmelz mit Rissbildung im Schmelz. Laut Patientin war dieser Zustand bereits seit Jahren so.

Zum Erhalt des Zahnes muss die Zahnsubstanz der Invagination geopfert werden und nach Desinfektion und Reinigung des Kanalsystems das apikal weit offene Foramen mit MTA und kollagenem Widerlager verschlossen werden.

Auf Grund der akuten Beschwerden der Patientin erfolgte in einer Schmerzbehandlung zunächst die Entfernung der Karies, die die teilweise Entfernung der Invagination und die Desinfektion des Kanalsystems mir NaOCl 3%. Den Invaginationshohlraum hatten wir zuvor mit Sweeps Cleaning für je 2x 30 Sekunden ( 20 mJ/600mW/15Hz )  desinfiziert um möglichst wenig infiziertes Material nach apikal zu transportieren. Der Zahn wurde nach CaOH Einlage adhäsiv verschlossen. Röntgenologisch kontrollierten wir nach Perforation des Invaginationsbodens die Lage des geschaffenen „Durchbruchs“.
Anbei die Bilder.

Dens invaginatus Fall 2.

Die Patientin hatte gerade eine neue Krone am Zahn 12 erhalten. Kurz nach Eingliederung dieser traten pulpitische Beschwerden auf. Ein Ziehen auf Kalt und Probleme beim Abbeißen gab die Patientin an.
Das angefertigte Röntgenbild zeigte eindeutig die klinische Situation. Der HZA hatte präprothetisch ein OPG aufgenommen. Durch die Überlagerung der HWS im Frontzahnbereich hatte er die Problematik nicht erkannt.
Für die röntgenlogische Diagnostik war das Entfernen der Zirkonkrone unvermeidlich.
Im angefertigten DVT sieht man, daß die Präparation der Pulpa sehr nahe kommt. Klinisch zeigt der Zahn 12 eine pulpitische Reaktion bei kalt. Warm löst keine Reaktion aus.
Klinisch konnte nach Kronenentfernung kein Perkussionsschmerz ausgelöst werden. Die Sondierungstiefen waren nicht pathologisch erhöht und der Lockerungsgrad war 0.

Unser Therapieplan sah vor die Invagination zu eröffnen, zu reinigen und zu desinfizieren und danach zu füllen. Sollten Pulpaausläufer eröffnet sein muss man klinisch entscheiden ob man eine Wurzelkanalbehandlung durchführt oder man im Sinne einer cp / P Therapie agiert.

Das DVT im Volumen 4x4cm wurde so eingestellt, daß man den Zahn 22 ebenso befunden kann. Dieser zeigte sich anatomisch und röntgenlogisch unauffällig.

Die Behandlung erfolgte wir geplant.
Die Reinigung und Desinfektion der Invagination erfolgte analog einer Wurzelkanalbehandlung.
Mit Zitronensäure 10% und NaOCl 3%, schallaktiviert erfolgte die Desinfektion.
Abschließend wurde die Invagination mit ProRoot MTA gefüllt und koronal mit Composite adhäsiv verschlossen.
Die nachfolgende prothetische Therapie besteht in der Insertion eines Langzeitprovisoriums. Die Beschwerden sind rückläufig. Eine eventuelle Wurzelkanalbehandlung mit kompletter Entfernung der Invagination ist noch nicht ausschließbar. Der damit verbundene, hohe Substanzverlust kann für die langfristige Prognose des Zahnes kritisch sein. Um dies zu vermeiden erfolgte diese mit der Patientin abgestimmte substanzschonende Therapie.

Anbei die klinischen und röntgenlogischen Bilder.

Z.n. Frontzahntrauma – Reparative endodontische Therapie – 4 Jahres Recall

Diesen Fall haben wir hier vorgestellt.
Das letzte Recallbild ist vom Mai 2023. Der Zahn ist symptomfrei und wird jetzt in die KFO Therapie eingebunden.

Kombinierte Paro-Endo Läsion

Der Patient hatte den Hauszahnarzt (HZA) nach Jahren gewechselt. Sein neuer HZA stellte neben eine schweren P. marginalis auch apikale Veränderungen an mehreren Zähnen im OPTG fest. Der Patient wurde uns zur Therapie des Zahnes 36 überwiesen.
Der Zahn war ohne Beschwerden, lediglich die immer wieder auftauchende Schwellung distal am Zahnfleischrand empfand er als unangenehm. Aus dieser entleerte sich spontan immer wieder mal Pus, laut Patient.
Klinisch stellte sich folgende Situation dar:
Kariesfreier Zahn 36, okklusal Attrition und Spuren einer radikalen Einschleiftherapie, Schmelzrisse, Lockerungsgrad 2-3, keine Schmerz auf Perkussion. Die Sondierungstiefen waren erhöht und lagen distal über 11mm, db 3mm Gingivarezession. Die Sensibilität ist negativ.
Allg. Erkrankungen: Insulinpflichtiger Diabetes mellitus
Diagnose: kombinierte Paro-Endo-Läsion

Dem Patienten haben wir eindringlich eine Behandlung der P. marginalis geraten. Die Extraktion von 48, 18 und 17 wurde ihm bereits empfohlen. Das Implantat 14 hatte er vor einiger Zeit bekommen, weil der Zahn plötzlich wackelte und entfernt werden musste.
36 sollte nach seiner Meinung ebenso ersetzt werden. Der befragte Implantologe lehnte die Behandlung in diesem Zustand ab und empfahl den endodontischen Erhaltungsversuch.
Die Prognose haben wir mit günstig eingeschätzt.

Die Behandlung des Zahnes 36 verlief komplikationslos.
Das Kanalsystem (5WK) haben wir mit aktivierten Spülungen (Ultraschall und Schall) NaOCl 3% und Zitronensäue 10% desinfiziert und gereinigt. Die Wurzelfüllung erfolgte in thermischer Obturation angelehnt an Herbert Schilder mit Guttapercha.

Die Recalls zeigten einen schmerzfreien Zahn 36, der Lockerungsrad ist 0-1. Die knöcherne Regeneration erfolgte apikal im Bereich der Bifurcation ist keine Regeneration zu erwarten.
Die Sondieungstiefen lagen zwischen 4 und 6mm.
Der Empfehlung zu einer spezialisierten PA- Praxis sind HZA und Patient nicht gefolgt.

Wurzelfrakturen im Recall 24 Monate nach Behandlungsende

An dieser Stelle hatte ich über diesen Fall berichtet.
Das letzte Recall vor 12 Monaten finden sie hier und 2023 stellte sich das ganze so dar.
Keine Symptome, keine Lockerungsgrade der Zähne 22-12, 22 zeigt eine unverändert positive Sensibilität auf Kalt.
22 zeigt im Zahnfilm ein dezent vergrößertes Pulpenlumen apikal, das sehen wir als projektionsbedingt an, da wir von 2020 ein Rö.-Bild mit einer ähnlichen Pulpaabbildung haben.

Z.n. Frontzahntrauma von 1984

Die Patientin wurde in unserer Praxis ohne Beschwerden vorstellig.
An dem Zahn 21 wollte niemand mehr etwas machen, die Patientin hatte keine Beschwerden. Erstaunlich was unser Körper aushalten, bzw. kompensieren kann.
An diesem Fall ist (mal wieder) zu sehen, daß die koronale Pulpa nicht vollständig entfernt wurde und und als nekrotisch infizierter Rest verblieb.
Diagnose: infizierte Pulpanekrose, P. apicalis, externe apikale Resorption
Klinische Befunde: keine erhöhte Sondierungstiefen, Lockerungsgrad 0, Sekundärkaries, insuffiziente Füllung.
Die Entfernung der koronalen Pulpareste war unter mikroskopischer Sicht problemlos möglich.
Im apikalen Bereich war ein ausgeprägter Biofilm und gallertartiges Gewebe erkennbar.
nach der Reinigung und Desinfektion ( Zitronensäure 10%, NaOCl 3%, NaCl – Eddy, PIPS mit NaOCl und NaCl ) erfolgte das Einbringen eines Kollagenwiderlagers gegen welches ProRoot MTA appliziert und mit Ultraschall verdichtet wurde.
Die Wurzelfüllung erfolgte mit Guttapercha und koronal wurde der Zahn mit everX Flow Composit und einem Glasfaserstift aufgebaut. Die palatinale Deckfüllung erfolgte mit Beautifil – Composit.


Fälle – Fotona SkyPulse Versa (5)

Der Patient kam mit latenten Beschwerden. Der Zahn 45 wurde mit einer suboptimalen Kronenversorgung prothetisch rehabilitiert. Klinisch zeigten sich kein Aufbißbeschwerden und keine Schmerzen auf horizontale und vertikale Perkussion. Der Lockerungsggrad ist 0-1. Die Sondierungstiefen sind erhöht und lagen im Bereich 3-4mm.
Der HZA hatte den Zahn bereits anbehandelt und Ledermix als Med eingebracht.
Wir sollten den Zahn unbedingt erhalten.
Der Fall schien nicht besonders schwer zu sein – vom Schreibtisch aus betrachtet.

In diesem Fall hatten wir das Problem, daß der Patient an Morbus Parkinson leidet und dazu eine eingeschränkte Mundöffnung hat.
Ein angefertigtes DVT war auf Grund von Bewegungsartefakten nicht befundbar. Wir hatten dies in der Behandlung versucht, da multiple Kanalstrukturen sondierbar waren.

Durch den Parkinson typischen Tremor war das Sondieren mit vorgebogenen Instrumenten sehr schwierig, ebenso gelang es nur sporadisch den Eddy und die Spülkanüle „einzufädeln“. Die Sweeps Spitze des Skypulse ließ sich einfacher zusammen mit der Natriumhypochlritspülung in der Zugangskavität halten.
Wir hofften hier auf die Wirkung von Sweeps. Wir setzten Sweeps Cleaning für je 2x 30 Sekunden ( 20 mJ/600mW/15Hz ) / Sitzung mit Zitronensäure 10% und NaOCl 3% ein.

Die Aufbereitung gelang mit Wave One Instrumenten, der Gleitpfad wurde handinstrumentiert.
Die apikale maximale Aufbereitungsgröße betrug #25.
In diesem Fall haben wir auch bereits das erste Recall. Der Patient ist völlig beschwerdefrei.



Osterrätsel – Auflösung

Hier hatten wir den Fall erstmals vorgestellt.

Diagnose: reversible Pulpitis als Folge einer Infektion über eine Invagination Typ II nach Oehlers.

Therapie: Entfernen des Schmelzeinschlusses, Pulpaabdeckung und adhäsiver Verschluß.

Interessante Fallbeschreibungen findet man auf Wurzelspitze, auf der Seite vom Swissdentaljournal und in der Endodontie.

Die Behandlung verlief nach Plan. Um eine Verfärbung des Zahnes möglichst zu vermeiden, haben wir Neo MTA verwendet. Leider war das Handling dieses MTA Derivates in der kleinen Kavität etwas problematischer als das gewohnte Produkt ProRoot MTA.
Im eingebrachten Kunststoff war ohne das wir das in der Behandlung klinisch sahen ein Lufteinschluß. Diese zu korrigieren, damit es sich röntgenoloisch besser darstellt, hätte einen weiteren Substanzverlust bedeutet. Gegebenenfalls kann das durchaus später korrigiert werden.

Im Kontrolltermin zeigte sich der Patient glücklich. Der Zahn ist symptomfrei und reagiert normal auf Kältereiz.

Warum nur?

Diese Frage drängte sich mir auf, als ich den Bericht des 20-jährigen Patienten gehört hatte.

Nach einem Dislokationstrauma vor 3 Jahren erfolgte zunächst die endodontische Behandlung dieses 11.

Leider war die Obturation nicht geeignet, das sehr weite Kanallumen suffizient zu füllen. Zudem wurde auf den Einsatz von Kofferdam verzichtet, was in einer unzureichenden Desinfektion endete. So kam es, wie es kommen musste: die apikale Aufhellung persistierte. Es trat eine Fistelung auf und es wurde zu einer chirurgischen Intervention geraten.

Warum nur wurde auf eine retrograde Obturation verzichtet? Warum nur wurde die inhomogene Obturation nicht erkannt? Und warum wundert sich niemand, dass die Fistelung wieder auftrat. Stattdessen -ja, es ist noch zu toppen – wurde zweimal zur systemischen Antibiose geraten. Die Fistelung persistierte weiter.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Nachdem die im Sealer schwimmende Guttapercha mit dem BTR-Pen entfernt werden konnte, wurde nach einer ausgiebigen Irrigation CaOH2 eingelegt und der Zahn nach Abheilen der aktiven Fistelung 14 Tage später nach Anlegen eines kollagenen Widerlagers mit MTA gefüllt.

Bleibt die Frage „Warum nur?“

Fälle – Fotona SkyPulse Versa (4)

Die Patientin wurde uns zum Erhalt des Zahnes 26 überwiesen. Sie hatte akute Beschwerden.
Diese äußerterten sich in einem äußerst unangenehmen Kaltgefühl und Schmerzen beim Kauen.
Die röntgenlogische und klinische Diagnostik bestätigte, daß es sich um zwei verschiedene Zähne handelte. Der Zahn 27 zeigte pulpitische Beschwerden. 26 imponierte mit einer P. apicalis als Z.n. Wurzelkanalbehandlung, mesial apikal ein Instrumentenfragment und palatinal die direkte Lagebeziehung zum Sinus maxillaris.
Die Lockerungsgrade sind 0, die Sondierungstiefen nicht erhöht.

Im angefertigten DVT konnte die Beteiligung des Sinus max. über die palatinale Wurzel dargestellt werden. Die Patientin wünschte einen unbedingten Erhaltungsversuch.

Der HZA bat uns den Zahn 27 mit zu behandeln, da kein zeitnaher Termin, wegen anstehendem bei ihm Urlaub möglich war. 27 wurde nach Kariesexkavation, CaOH Lineraplikation mit einem Composite adhäsiv aufgebaut.

Nach präendodontischem Aufbau am Zahn 26 erfolgte unter mikroskopischer Kontrolle die Darstellung des Instrumentenfragmentes. Dieses konnte mit Ultraschall gelockert werden.
Danach setzten wir den Er:Yag Laser mit Sweeps Cleaning für 2x 30 Sekunden ( 20 mJ/600mW/15Hz ) ein. Im zweiten Sweeps Cleaning Einsatz zeigte sich das Fragment im koronalen Bereich und konnte einfach entnommen werden.

Die weitere Behandlung erfolgte im Standardprozedere NaOCl 3% und Zitronensäure 10%, möglichst geringe apikale Substanzreduktion unter Beachtung der im Spanraum dargestellten Dentinsubstanz. Palatinal apikal wurde das weit offene Foramen mit ProRoot MTA ohne apikales Widerlager verschlossen.



Endodontische Behandlung am Zahn 34 und nachfolgende Berufsunfähigkeit. (3)

Hier und hier berichteten wir zuvor.
Für den Entfernungsversuch der periapikal verbliebenen Guttapercha benutzten wir die Guttaperchaentferner von Hartzell&Sons, EPGR und einen modifizierten Microopener.
Microdebrider erscheinen zwar durch ihre hedströmartiges Arbeitsteil besser geeignet, sind aber zu flexibel.
Der Plan war die Guttapercha im ersten Schritt mit dem Microopener zu luxieren und danach mit dem Hartzell Guttaperchaentferner nach koronal zu bewegen. Leider ging der Plan nicht ganz auf. Die Guttapercha brach erneut ab.
Auf Grund der Nähe zum N. mentalis haben wir keine weiteren Versuche unternommen, das verbliebene Guttaperchafragment zu entfernen.
Der Patient war damit einverstanden. Das weit offene apikale Foramen wurde mit ProRoot MTA ohne apikales Widerlager verschlossen. Die Wurzelfüllung erfolgte mit Guttapercha und der Zahn wurde mit Composite adhäsiv verschlossen.
Das letzte Röntgenbild erfolgte 3 Monate post OP. Der Patient ist inzwischen schmerzfrei, die Parästhesie ist vollständig verschwunden und es gibt keine Einschränkungen bei der Intonation seines Instrumentes.
Die krankheitsbedingte Ausfallzeit des Patienten zog sich über 5 Monate hin.

Endodontische Behandlung am Zahn 34 und nachfolgende Berufsunfähigkeit. (2)

Hier berichteten wir zuvor.
Der Patient hatte sich nach der Beratung für die Behandlung und den Erhaltungsversuch des Zahnes 34 entschieden. Durch die Extraktion von 36 hatte er bereits größere Probleme gehabt mit der Lücke wieder, wie gewohnt sein Instrument zu spielen. Ein Verlust des Zahnes 34 würde wahrscheinlich zu ähnlichen Probleme führen.

Nach der ersten Behandlung muss eine deutlich Reduzierung der Symptome erkennbar sein. Bei Progression der Symptome wird die Extraktion des Zahnes unvermeidlich.

Im ersten Behandlungsschritt ist die Entfernung des WF Materials geplant. Das extrahierte WF Material soll von orthograd versucht werden zu entfernen. Die Gefahr ist, daß die Guttapercha sich ggf. nicht ein einem Stück entfernen lässt.
Nach präendodontischem Aufbau und Gestaltung eine gut einsehbaren Zugangskavität erfolgte die Entfernung des WF Materials. Mit der hier bereits beschriebenen „Kuhfuß-Technik nach Schröder“ gelang die vollständige Entfernung nicht. Die Guttapercha riß im Bereich des Apex ab.
Genau das wollten wir vermeiden. Dafür entleerte sich spontan ein blutig/eitriges Exsudat über den Wurzelkanal. Nach der Reinigung und Desinfektion des Kanals saugten wir noch weiteres Exsudat ab. Die medikamentöse Einlage erfolgte mit einem Jodhaltigen CaOH.

Der Patient berichtete uns in der Folgezeit, daß die Beschwerden sich deutlich verringerten. Das Taubheitsgefühl hatte sich ebenfalls stark reduziert.
Nun war eine erneute Beratung notwendig.

Fragestellung: Sollte weiter versucht werden das WF Material von orthograd zu entfernen oder sollte es belassen werden?
Für einen Entfernungsversuch benötigen wir ein neues DVT.
Der Patient entschied sich für einen noninvasiven Eingriff. Das heißt wir versuchen das Guttaperchafragment mittels eines entsprechenden Instrumentes im Ganzen zu entfernen ohne Ultraschall- oder Schallanwendung im periapikalen Bereich.
Beispiele und Hilfsmittel findet man hier, hier und hier.

Demnächst mehr.


Endodontische Behandlung am Zahn 34 und nachfolgende Berufsunfähigkeit. (1)

Der Patient stellte sich nach einer Odyssee in unserer Praxis vor.
Zum einen hatte er Beschwerden, zum anderen konnte er seinen Beruf nicht mehr ausüben, da er nach einer Wurzelkanalbehandlung am Zahn 34 deutlich Sensibilitätsausfälle in der linkem Unterlippe, Wange und Kinn hat. Der Patient ist Musiker und bestreitet als Blechbläser seinen Lebensunterhalt.

Im Röntgenbild war die überextrudierte WF am Zahn 34 mit einer P. apicalis erkennbar. Als Verdachtsdiagnose stellten wir eine apikale externe Resorption inflamatorischer Genese fest.

Die Anamnese ergab, daß der Zahn 34 in mehreren Sitzungen endodontisch behandelt wurde und abschließend mit einer Wurzelfüllung versehen wurde. Nach der Wurzelfüllung kam es innerhalb weniger Tage ((2-3) zu den o.g. Symptomen ( Schmerz auf Belastung und Sensibilitätsausfälle ). In einer kieferchirurgischen Praxis wurde ein großvolumiges DVT angefertigt. Dem Patienten wurde dann unsere Praxis empfohlen, alternativ die Entfernung des Zahnes 34 angeraten.

Die klinische Untersuchung ergab 34 zeigt eine Perkussionsempfindlichkeit auf Horizontale und vertikale Belastung, dezent erhöhte Sondierungstiefen im Rahmen einer plaqubedingten Gingivitis, Lockerungsrad 2-3 und die oben erwähnten deutlichen Sensibilitätsausfälle.
Durch die Sensibilitätsqausfälle war der Ansatz stark gestört. Es sind keine kontrollierten Lippenspannungen aufbaubar und somit ist das Spielen, Intonieren des Horns unmöglich.
Der Patient war auf Grund der Plötzlichkeit des Auftretens dieser Symptome sehr besorgt.
Weiterhin berichtete der Patient über starke Schmerzen im Unterkiefer die bis ins Ohr ausstrahlten.

Welche Ursachen können dafür vorliegen?
In der Regel ist ein Verletzung/ Druckdolenz des N. mentalis als sensible Endast des N. alveolaris inferior die Ursache. Da dies nicht im zeitlichen Zusammenhang mit der Anästhesie in der endodontischen Behandlung entstand, ist die Anästhesie als Ursache nicht wahrscheinlich.

Eine Einpressung von Wurzelfüllmaterial in den Mandibularkanal war nicht erkennbar.
( Link: Differentialtherapie nach Läsionen des N. alveolaris inferior und N. lingualis )

Im also loco angefertigten großvolumigen DVT kann man die enge Lagebeziehung zwischen N. mentalis und dem Zahn 34 erkennen.
Diagnose: Vincent-Syndrom
Wir empfahlen dem Patienten als sofortige Behandlunsgmaßnahme die Entfernung der WF des Zahnes 34 und die Desinfektion des Wurzelkanalsystems, ggf. Absaugen eines Exsudates als Therapie.
Alternativ bleibt nur die sofortige Entfernung des Zahnes.
Wie es weiter ging demnächst an dieser Stelle.

Weitere Literatur/Links:

Endodontie 03/2020
Mortsch, Florentine-Susanne
Parästhesie des Nervus mentalis durch eine apikale Parodontitis
Das Vincent-Syndrom

https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0033-1358010?lang=de&device=desktop


Fälle – Fotona SkyPulse Versa (3)

Der Patient wurde uns überwiesen auf Grund einer Blockierung distal.
Der Revisionsversuch des HZA endete an dieser Stelle. Im angefertigten Röntgenbild zeigte sich eine metalldichte hyperdense Struktur im mittleren Wurzeldrittel.
Die klinischen Diagnostik zeigte folgende Befunde:
– erhöhte Sondierungstiefen zirkulär bis 4mm als Folge einer palqubedingten Gingivitis,
– Lockerungsrad 0,
– Perkussionsschmerz lateral und vertikal, dezente Aufbissempfindlichkeit,
– insuffiziente Füllung od.

In der 3 dimensionalen Bildgebung konnte die metalldichte Struktur distal deutlicher dargestellt werden. Mindestens ein schlangenförmig verformtes Handinstrumentfragment war erkennbar.
Das erste Fragmentteil wurde bereits bei der Darstellung mit dem Endochuck nach koronal transportiert. Danach waren weiter Fragmentteile erkennbar. Im Bereich der Konfluation der distalen Kanäle steckte noch eine Instrumentenspitze im 90Grad Winkel.
Mittels Sweeps Cleaning® ( 20 mJ/600mW/15Hz ) ließ sich das Fragment und ein noch vertikal steckendes kleines Bruchstück relativ leicht herausspülen, oder sagt man „sweepen“?
Bisher haben wir den Er:Yag Laser mit NaOCl 3% in der Desinfektion eingesetzt. Olivi zeigt in seinem Spülprotokoll die Anwendung ebenso mit EDTA.

Die Aufbereitung und Wurzelfüllung erfolgte in der bekannten Weise mit Profile und Wave One Instrumenten. Als Spüllösungen waren NaOCl 3% und Zitronensäure 10% im Einsatz.
Die thermische Obtuartion erfolgte mit Guttapercha.

Die Entfernung von festsitzenden Fragmenten mittels Sweeps Cleaning® ist eher unwahrscheinlich. Jedoch ist nach Ultraschalllockerung die Entfernung der Fragmente mittels Spülflüssigkeit gut denkbar und in meinen Händen mehrfach gelungen. In gekrümmten, schwer oder nicht einsehbaren Kanälen kann dies helfen Substanz zu schonen.



Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Fälle – Fotona SkyPulse Versa (2)

In unserer Praxis sind Revisionsbehandlungen in der Anzahl aller endodontischen Behandlungen mit weitem Abstand führend.
Der heutige Fall ist bei der Betrachtung des Ausgnangsbildes sicher kein Fall um den man sich schlägt. Die sicher vorhandenen Blockierungen und Stufen sind oftmals nur mit sehr hohem Zeit- und Instrumentenaufwand passierbar.
So war es dann in der klinischen Situation auch. Mesial und distal imponierte ein sehr harte und schwer eindringbare Guttapercha. Die Gefahr der Kanalverlagerung/Stufenbildung ist dadurch noch höher. In diesem Fall konnte ich die Guttapercha nur mit dem Einsatz von Eukalyptusöl (Guttasolv) erweichen und damit entfernbar machen. Mein Instrument der Wahl ist dabei die ProFile mit ihrem Radialland.
Nach Guttaperchaentfernung konnte mesial und distal keine weitere apikale Kanalstruktur sondiert werden. Die Aufbereitung der lingualen Kanäle gelang mit Wave One Gold und Profile. Distal konnte Patency nicht erreicht werden.
Ich habe mich dann entschieden mittels Sweeps und Zitronensäure entsprechend dem Spülprotokoll von Olivi vor zu gehen. 2 x30 Sekunden SWEEPS Cleaning® ( 20 mJ/600mW/15Hz ) mit Zitronensäure im Abstand von ca. 1 Minute. Danach nochmals Spülung mit Zitronensäure und Eddy. Nach dem Einsatz des ER:Yag Lasers war mesial eine Konfluation der beiden Kanäle erkennbar. Distal hatte sich die Situation nicht sonderbar verändert. Die im DVT zu vermutende Kanalstruktur war nicht deketierbar. Nach 30 Minuten intensiver Sondierung habe ich abgebrochen.

In der zweiten Behandlungssitzung erfolgte nochmals nach der CaOH Entfernung 30 Sekunden SWEEPS Cleaning® ( 20 mJ/600mW/15Hz ) mit Zitronensäure. Ein nochmaliges Sondieren war erfolglos.
Da auch dies keine erkennbare Veränderung brachte erfolgte nach 2 x30 Sekunden SWEEPS Cleaning® ( 20 mJ/600mW/15Hz ) mit NaOCl 3% die Wurzelfüllung und der adhäsive postendodontische Aufbau.
Die Recallaufnahmen werde ich einstellen.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Fälle – Fotona SkyPulse Versa (1)

Einer der ersten Fälle, welche wir neben unserer gewohnten endodontischen Vorgehensweise zusätzlich mit SWEEPS®* behandelt haben, konnten wir nun auch im 6 Monats Recall verfolgen.
Für die Spülung des Kanalsystems verwendeten wir Zitronensäure 10% (10ml) und Natriumhypochlorit 3% (20ml). Beide wurden mit dem Eddy im Kanalsystem auf Arbeitslänge bewegt.
Zum Abschluss der ersten Sitzung erfolgten 30 Sekunden SWEEPS Cleaning® ( 20 mJ/600mW/15Hz ) mit NaoCl.
In der zweiten Sitzung kam SWEEPS® Cleaning mit NaOCl mit den selben Werten für 30 Sekunden zum Einsatz. Abschließend wurde das Kanalsystem mit Papierspitzen getrocknet.
Die Wurzelfüllung erfolgte thermisch vertikal mit Guttapercha und Total Fill BC Sealer HiFlow.



*SWEEPS® (Shock Wave Enhanced Emission Photoacoustic Streaming) als Weiterentwicklung von PIPS®

Die SWEEPS® Er:YAG-Lasermodalität verwendet synchronisierte Paare ultrakurzer Laserimpulse, die ein beschleunigtes Kollabieren von laserinduzierten Blasen erreichen, dies führt zu einer verstärkten Stoßwellenemission in engsten Wurzelkanälen.

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Fotona SkyPulse Versa (3)

Der Laser hat uns etwas, wie hier und hier beschrieben, in Bewegung gehalten.
Zudem tauchten plötzlich Probleme auf, daß die Ansätze für SWEEPS und PIPS zu schnell kaputt gingen. Fehler in der Aufbereitung (Utraschalldesinfektion) waren die eine Ursache.
Die extreme Stoßempfindlichkeit der Spitzen, die andere Ursache.
Den Thermodesinfektor überstehen diese im Gegensatz zur Ultraschaldesinfektion.

An dieser Stelle muss man ganz klar festhalten, der Einsatz dieses Lasers mit einem Laserzuschlag von max. 22,05 Euro für die Wurzelkanalaufbereitung wirtschaftlich unlösbar ist.
Ergonomisch passt der Skypuls, obwohl auf einem Rollfuß, nicht in unser Konzept. Noch ein Cart, noch ein Fussanlasser. „Schlangengleich“ muss man sich an den Geräten zum Röntgen aus der Behandlerposition herauswinden.

Es stellt sich die Frage, brauch man den Laser nun wirklich?

Als Antwort möchte ich mal diplomatisch sagen, nach der kurzen Zeit des Einsatzes in unserer Praxis möchte ich ihn nicht mehr missen.
Angeschafft haben wir den Laser als Alternative zur SAF.
Die Reinigung von Isthmen wurde mit der SAF angegangen, von der technisch-physikalischem Voraussetzung konnte dies in feineren Strukturen nicht erreicht werden. Ebenso problematisch sind extrem durchmessergroße Kanalstrukturen.
SWEEPS, bzw. PIPS scheint da möglicherweise ein Lösungsansatz zu sein.
Effect of preparation size on the removal of accumulated hard-tissue debris from the mesial root canal system of mandibular molars using SWEEPS technology; Tina Rödig, Valerie Westbomke, Franziska Haupt, Marc Münster & Steffi Baxter
Clinical Oral Investigations (2023)Cite this article

In unseren Behandlungen konnten wir feststellen, daß häufiger gefüllte laterale Kanalstrukturen erkennbar waren. Ebenso konnten Konfluationen, die im DVT erkennbar/vermutbar waren und in der klinischen Sicht, sich nicht durch einen sich ausgleichenden Flüssigkeitspegel darstellten, nach SWEEPS sehr oft wieder konfluierend waren. D.h. durch Absaugen der Flüssigkeit in einem Kanal, reduziert sich im konfluierenden Kanal ebenso der Flüssigkeitsstand.

Für mich ein erstes Zeichen, daß wir an dem Thema dranbleiben werden. Die „Konfluationsgewinnung“ konnte ich in dieser Form und Häufigkeit in der Revision nicht bei Eddy oder PUI beobachten.

Fest an der Wurzeloberfläche anhaftendes WF Material konnte mittels SWEEPS / PIPS nicht entfernt werden. Instrumentenfragmente, die mit Ultraschall gelockert wurden, ließen sich einfach mittels SWEEPS im Flüssigkeitsstrom heraus transportieren.
Demnächst einige Fälle.

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Saving hopeless tooth – Hoffnungsloser Fall? (3)

Nach dem wir mit der Patientin den Fall, wie hier und hier bereits geschildert besprochen haben, kontaktieren wir in solchen Fällen den Hauszahnarzt und besprechen dies ebenso mit ihm.
Die Patientin zeigte sich mit dem Vorgehen einverstanden.
Die Behandlung soll in 2 Schritten erfolgen:
1. Perforationsverschluß, initiale Desinfektion des Kanalsystems im Perforationsbereich
2. Wurzelkanalbehandlung, Wurzelfüllung und Aufbau des Zahnes zum vorhandenen Außenteleskop mit Kunststoff als temporäre Maßnahme.

Der erste Schritt, Darstellung der Perforation, Kanaleingangsdarstellung der 2 Wurzelkanäle gelang, wie geplant.
Die akuten Beschwerden waren zum zweiten Termin nahezu vollständig verschwunden.
Die Patientin zeigte uns plötzlich stolz das verloren geglaubte Innenteleskop.
Dieses konnte problemlos suffizient auf den Zahn gesetzt werden. Leider war eine Spaltbildung zur Preparationsgrenze erkennbar mit eingesetzter Prothese.
Die Stellung des Zahnes 33 hat sich wahrscheinlich etwas verändert. In diesem Fall bleibt noch der Versuch den Zahn mit der eingesetzten Teleskopprothese und dem darin befindlichen Innenteleskop in die Ausgangslage zu bewegen.
Deshalb haben wir nach der Wurzelkanalbehandlung und Wurzelfüllung den Zahn provisorisch adhäsiv verschlossen und die Patientin nach wenigen tagen wieder einbestellt.
Nach anfänglicher Druckdolenz hatte sich der Zahn schmerzfrei und „reintegriert“ gezeigt.
es erfolgte der adhäsive Aufbau mit Galsfaserstiften und dualhärtendem Komposit (Rebilda).

Das Innenteleskop wurde zur Formgebung genutzt. Wir isolieren das Innen- und Außenteleskop mit Vaselineöl. Dadurch ist das Innenteleskop nicht fest verankert und löst sich in der Regel nach wenigen Tagen. Danach ist eine Zementierung nach Reinigung des Innenteleskops problemlos möglich. Dem Hauszahnarzt empfehlen wir unbedingt die zeitnahe Unterfütterung der Prothesensättel, sowie eine Remontage zur optimalen Belastung des Zahnersatzes.

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Saving hopeless tooth – Hoffnungsloser Fall? (2)

An dieser Stelle hatten wir den Fall vorgestellt und Sie um Ihre Behandlungsempfehlung gebeten. Vielen Dank für die umfangreichen Kommentare.
Backward planing – sollte vor dem Therapiebeginn stehen.

Die endodontische Therapie ist durchaus in einem vorhersagbaren Rahmen lösbar.
Die Fragen, die sich mir in so einem Fall stellen sind diese:

  1. Welche Prognose hat der Zahn als prothetischer Pfeilerzahn?
  2. Wie könnte man die Prognose als prothetischer Pfeilerzahn „aufwerten“?
  3. Was möchte der Patient?
  4. Welche Alternativen gibt es?

Zu 1.

Die Gingivaresilienz und der lange Hebel durch die Freieindlücken ab 34 / 45 sind für die bereits kompromittierten Zähne 33, 44, 43 kritisch. Eine alleinige endodontische Therapie an 33 wäre nur in einem eng begrenzten Zeitrahmen erfolgreich.
Die Fraktur am Zahn 33 ist Folge dieser chronischen Traumatisierung und wird wieder auftreten ohne die entsprechende prothetische Therapie.

Zu 2.

Die Möglichkeit der „Aufwertung“ der Pfeilerwertigkeit von 33 besteht in einer Pfeilervermehrung. In diesen Fällen ist die Implantation das Mittel der Wahl.
Dies haben wir dem Patienten als Bedingung für eine endodontische Therapie am Zahn 33 gestellt.

(https://www.online-zzi.de/archiv/ausgabe/artikel/zzi-2-2021/2489-103238-zzi202100840090-hybridgestuetzte-doppelkronen/)

Zu 3. und 4.

Die Patientin sah sich nicht in der Lage einen neuen Zahnersatz zu finanzieren.
In diesen Fällen bleibt uns, wenn machbar, die Reparatur des vorhandenen ZE. Aus Erfahrung in ähnlich gelagerten Fällen haben wir die „strategische“ Implantation eines kurzen Implantates in der Region 35-36/ 45-46 empfohlen und die Auflagerung des ZE nach Unterfütterung und ggf. Remontage. Das Implantat wird lediglich mit einer Einheilkappe verschlossen und die entsprechende Auflage in der Kunststoffbasis des ZE eingearbeitet. (Beispielfall in der beiliegenden Folie)
Es kommt in diesem Fall noch erschwerend hinzu, daß das Innenteleskop fehlt.
In diesen Fällen empfehle ich dem Patienten immer nochmals genauestens zu suchen, da ansonsten die Neuanfertigung von Außen- und Innenteleskop notwendig wird.
Ferrule ist vorhanden.

Interessante Kanalanatomie – Recall (5)

Hier berichteten wir zuletzt über den Fall.
Schade dachte ich damals. Den Fall hätte ich gerne weiter verfolgt. Der Patient kam nicht mehr zum Recall.
Plötzlich war er wieder da. Ich sollte mir einen anderen Zahn an schauen.

8 Jahre ist das her.
Eine weitere Kippung des Zahnes war nicht zu erkennen.

36 ist symptomlos, Lockerungsgrad 0, zeigt allerdings erhöhte Sondierungstiefen.
Nochmals haben wir dem Patienten die weiterführenden Behandlungsschritte von anno dazumal angeraten.

Extraktion angeraten

Der Fall war unspektakulär für uns, also Routine.
Etwas erstaunlich war, daß der jungen Patientin (18) die Extraktion des Zahnes 46 vom Kieferorthopäden empfohlen wurde.
Der HZA der Patientin sendete uns das Ausgangsbild zu und fragte, welche Chancen wir sehen würden? Auf Grund des Alters der Patientin sahen wir keinen Grund den Zahn zu entfernen ohne einen Erhaltungsversuch zu unternehmen.
Unsere Diagnose: Pulpanekrose, P. apicalis, externe apikale Resorption distal
Nach eingehender Beratung haben wir die Behandlung terminiert. Geplant waren zwei Termine. Im ersten Termin der präendodontische Aufbau und die Ausbreitung im zweiten Termin die abschließende Desinfektion und Füllung des Kanalsystems.
Unsere Planung ging nicht ganz auf. im zweiten Termin konnten wir den Zahn noch nicht verschließen, da distal apikal ein wässriges Exsudat in das Kanalsystem eindrang. Nach einer weiteren jodhaltigen CaOH Einlage konnten wir distal mit MTA ohne apikales Widerlegen füllen.
Der schnelle Heilungsverlauf mit einer deutlichen Heilungstendenz hat uns nach einem halben Jahr überrascht.


Pulp Tester

Vor einiger Zeit haben wir den Pulp Tester bei Ebay bestellt. Damals hatten wir diese Bestellung notgedrungen gematätigt, da nirgends ein elektronischer Pulptester erhältlich war.

Unser bisheriger Tester Parkell, vor Jahren bei ADS gekauft war plötzlich defekt. Wie sich später heraus stellte, waren lediglich die bestellten 9V Block-Batterien nicht leistungsstark genug. Darüber haben wir hier berichtet.

In der Zwischenzeit haben wir den Pulptester aus chinesischer Produktion getestet.

Und als sofortiges Fazit – Kaufen, ist kein Fehler.
Der Tester unterscheidet sich zum von uns bisher einzig verwendeten Parkell-Tester, den wir mal bei ADS in München gekauft hatten, darin, daß er bei Kontakt zum Zahn sofort mit der Messung beginnt. Es gibt als keinen Starknopf.
Die anderen Unterschiede sind:
– Es gibt drei, statt zwei Stufen für die Geschwindigkeit der Messung und die Zahlenskala ist gespreizter bei chinesischen Modell.
– Beim Parkell wird die Intensität des Impulses bis 64 angegeben, beim chinesischen Modell bis 80. Die Anzeige beim chinesischen Modell wechselt auf rot im Bereich von 40-80. In diesem Bereich wird eine Nekrose der Pulpa vermutet.
– Es wird leider keine hygienisch akzeptable Verpackung für das Gerät zur Lagerung in der Praxis mitgeliefert.

Anwendung:
Zur Messung verwenden wir immer CHX Gel, welches wir auf die Messende des Gerätes aufbringen. Die Messung gelingt nur an natürlicher Zahnsubstanz.
Die Messung startet nur, wenn die Hakenelektrode im Mundwinkel eingehängt ist.

Sobald der Patient eine Wahrnehmung anzeigt (bei uns Klicken mit dem früher Schmerzkrokodil genannt, heute Analogkommunikator Beins), die Taste loslassen.
Das Gerät stoppt sofort, die Zahlen bleiben für ca 2- 3 Minuten in der Anzeige stehen.

Auf unserem Gerät ist ein CE Kennzeichen.


Persistierende Fistel

Dieser Fall wurde uns von einem selbst auf Endodontie spezialisierten Kollegen überwiesen.
Er sah keine Möglichkeiten mehr den Zahn weiter zu behandeln.

Bei dem jungen Patient (13) entstand im Laufe einer KFO Therapie am Zahn 22 ein Fistel. Daraufhin wurde der Zahn mehrfach endodontisch behandelt ohne, daß es zu einer positiven Veränderung kam.
Im letzten Revisionsversuch wurde Wurzelfüllmaterial extrahiert.
Nun sollten wir den Zahn retten. Patient und Eltern wollten unbedingt den Zahn erhalten, was ein nachvollziehbarer Wunsch war.
Wir konnten anamnestisch keine Ursache erkennen, welche zu der endodontischen Behandlung führte. Kein Trauma, keine Füllung, keine Furche oder Invagination.
Der massive intraradikuläre Substanzverlust durch die Revisionen sehen wir als größtes Problem für die langfristige Erhaltung des Zahnes 22.

Klinische Befunde:
keine erhöhten Sondierungstiefen, Zahnbeweglichkeit Grad 2, buccal Fistelgang mit Exsudatentleerung


Unser Therapieansatz war folgendermaßen:

  1. Revision – Versuch der orthograden Entfernung des extrahierten WF Materials
    CaOH Einlage
  2. Wenn Fistel weiter besteht, medikamentöse Einlage CaOH + Jodid
  3. Gegebenenfalls mit intentioneller extraradikulärer CaOHJ-Überpressung

Was wäre Ihr Therapievorschlag?

Gott gebe, daß es klebe…

unter diesem Motto haben wir früher in sozialistischen Zeiten mit einem tschechoslowakischen Produkt „Evicrol“ Frobtzähne therapiert. Das Pulver wurde mit einer öligen Flüssigkeit angerührt und härtete nach Schmelzätzung chemisch am Zahn aus. Es war etwas Geschick gefragt, da das Material besser an Matritzen und Spateln klebte als am Zahn. Zu jeder Füllung gehörte bei mir ein kleines Stoßgebet. Ästhetik war nebensächlich.

Wenn ich das mit den heutigen Zeiten vergleiche, dann erscheint mir das, was wir jetzt an Zähnen modellieren und reparieren mit und ohne Kofferdam extrem.

Heute nun die Fortsetzung dieses bereits hier und hier vorgestellten Falles.

Zunächst wurde das Zahnfragment entfernt und intraoperativ der Defekt mit Composite aufgebaut. Das Fragment war nicht wieder implementierbar.


Der präendodontische Aufbau konnte in der Erstsitzung der endodontische Behandlung nicht erfolgen, da die Patientin ihre Schiene vergessen hatte. Im nächsten Behandlungstermin des Zahnes 11 erfolgte dann der Aufbau. Um die adjustierte Schiene, ohne die unsere Patientin auf Grund eines offenen Bisses und einhergehender Kiefergelenksbeschwerden nicht mehr „leben“ kann, wieder weiter nutzen zu können, haben wir den adhäsiven Aufbau der Schneidekante ohne Kofferdam durchgeführt und an die Schiene angepasst. Den Zahn 21 konnten wir daher auch nicht ästhetisch anpassen. Trotzdem war die Patientin überglücklich.
Weiterhin kam es kurz nach dem Erstbehandlungstermin am Zahn 11 zu akuten Beschwerden am Zahn 21. Wie bereits berichtet, konnte keine Sensibilität auf Kälte, bzw. elektronisch gemessen werden. In der Schmerzbehandlung erfolgte bis zum vermeintlichen Bruchpsalt (frühere Wurzelfraktur 21) ein CaOH-Einlage. Ich wollte möglichst kein CaOH in diesen einbringen. Leider passiert es trotzdem. Es gelang uns trotz US und Eddy keine Entfernung des CaOH.

Und wieder ein UK Frontzahn (Recall)

An dieser Stelle bereichteten wir letztmals über den Fall. Die Patientin war zum Recall nach 4 Jahren bei uns.

Hier das aktuelle Röntgenbild und Verlaufsbilder.

Zahnerhalt oder Implantat (4)

Berichtet hatten wir über diesen Fall hier, hier und hier.

Nun stand die Frage, nochmal revidieren, teilrevidieren, apikale Kürettage oder doch extrahieren?

Was wäre Ihre/Eure Entscheidung?

In der letzten Endodontieausgabe (Endodontie 2022;31 Seite 23-29 ist ein sehr schöner Artikel zu dieser Frage erhalten.
Herrmann, Hans-Willi
Die Teilrevision einer vorhandenen Wurzelkanalfüllung
Unter welchen Voraussetzungen ist einer solchen Vorgehensweise zuzustimmen?

Unsere Entscheidung mit dem Patienten bestand in einer Teilrevision der distalen Wurzel.

Warum?
1. Die apikale Läsion schien im Lauf der letzten 4 Jahre größer, statt kleiner zu werden.
2. Die apikale chirurgische Lösung wollte der Patient nicht.
3. Die Extraktion und Implantation wollte der Patient noch immer vermeiden.

Was spricht für die Teilrevision:
Die Restauration war vollständig intakt und bakteriendicht.
Die mesiale Wurzelfüllung war homogen und die P. apicalis ausgeheilt. Der Perforationsverschluß klinisch und röntgenlogisch o.p.B..

Die Zugangskavität haben wir möglichst minimal gestaltet und zu keiner Zeit die mesiale WF dargestellt. Im Rahmen der Revision erschienen im Spanraum der Mtwo Instrumente apikal ein Dentin-Blutgemisch. Die Aufbereitungsgröße bis zum klinisch sauberen Dentinspan im Spanraum betrug #60. Deshalb haben wir uns für einen apikalen Verschluss mit ProRoot MTA entschieden. Zur Spülung und Desinfektion verwendeten wir Zitronensäure 10% und NaOCl in 3%iger Lösung.

Zahnerhalt oder Implantat (3)

Im weiteren Recall zeigte sich röntgenlogisch im 2D Bild mesial eine vollständige ossäre Regeneration. Hier und hier hatten wir bereits über diesen Fall berichtet.
Die schwierig zu therapierende Perforation wurde zeitnah mit Pro Root MTA verschlossen, was laut Studienlage ja alt bekannt ist. Damit hatten wir trotzdem nicht unbedingt gerechnet, da mesial auch eine Infraktur zu erkennen war.
Wider unseres Erwartens sahen wir distal apikal keine Regeneration. Der Zahn war zwar symptomfrei und der Patient glücklich. Auch nach einiger Beobachtungszeit zeigte sich keine Heilungstendenz. Nun stand die Frage, nochmal revidieren, teilrevidieren, apikale Kürettage oder doch extrahieren?

Was wäre Ihre/Eure Entscheidung?

Zahnerhalt oder Implantat? (2)

Wir haben uns mit dem Patienten für die Behandlung des Zahnes mit dem Ziel des Erhaltes entschieden.
Der Patient ist ca. 35 Jahre jung. Die koronale Zahnsubstanz ist gut erhalten. Die Überbelastung auf Grund funktioneller Probleme kann durch eine entsprechende Therapie mit Schiene reduziert werden. Es gibt keine Hinweise auf eine Infraktur.
Für mich gab es keine Indikation für eine Implantation. Der Patient wollte nach implantologischer Beratung einen unbedingten Erhaltungsversuch.

Die Behandlung erwies sich als lehrreich und leider nicht komplikationsfrei, wie wir in den weiteren Beiträgen erfahren werden.

Nach Füllungsentfernung zeigte sich mesial eine Infraktur. Für uns das KO Kriterium. Es ist keine vorhersagbare langfristige halbwegs sichere Prognose darstellbar.

Nach entsprechender Beratung wollte der Patient trotz der infausten Prognose, den Erhalt des Zahnes mit allen Mitteln. Wir haben die Infraktur mit Ribbond/Beautifil adhäsiv intrakoronal geschient und die endodontische Behandlung zu beginnen.

Die weitere Aufbereitung erfolgte mit Profile und Mtwo Instrumenten. Dies erwies sich als suboptimal im Bereich der mesialen apikalen internen Resorption. Warum?
Die Gleitpfaderstellung gelang mit vorgebogenen Handinstrumenten. Danach haben wir die NiTi Instrumente eingesetzt und ohne Druck eine Perforation an der mesialen Wand der Resorptionslakune geschaffen.
Was wäre die Lösung?
Vorgebogene Handinstrumente zur Aufbereitung des apikalen Bereiches nutzen, oder vorgebogene NiTI Instrumente in Handaufbreitung verwenden. Feilen mit einem reduziertem Formgedächtnis ( Wave One Golf, Pro Taler Universal, etc..) sind dafür nichtgeeignet, da sie sich im Kanal wieder an die Kanalstruktur anpassen und in den Resorptionslakunen Stufen oder Perforationen erzeugen können.

Nach einer abschließenden Desinfektion erfolgte der Verschluss der Perforation mit ProRoot MTA und die Wurzelfüllung in thermisch vertikaler Obtruationstechnik mit Guttapercha und AH+.
Die Applikation des MTA mesial erfolgte mit einem individualisierten Guttaperchacone ohne Widerlager, da die Perforation nicht einsehbar war. Zuvor erfolgte im lingualen Kanal das Downpack.
Das Recall sah nach „läuft“ aus. Schon wir mal weiter…

Zahnerhalt oder Implantat?

Der Patient wurde uns überwiesen mit der Bitte Abklärung des Zahnerhaltes und Prognoseneinschätzung 36.
Nach Untersuchung, Röntgenaufnahmen und DVT kamen wir zu folgeder Einschätzung:
Diagnose: P. apicalis, interne Resorption mesial bei funktioneller Überbelastung mit offenem Kreuzbiß ohne funktioneller Therapie/ Kontrolle.
Die Prognose des langfristigen Zahnerhaltes schätzen wir durchaus kritisch ein. Der Patient wollte eine Zweitmeinung zu einer implantologischen Lösung haben, da er mit seinen Zähnen immer wieder Ärger hat…
Die klinischen Befunde: Gingivitis, keine erhöhten Sondierungstiefen, Sekundäkaries, Zahnhalskaries, Lockerungsgrad 0.
Wir schätzt die geneigte Leserschaft die Prognose des Zahnes ein?

Wunder gibt es immer wieder …


Die Patientin suchte unsere Praxis für eine Zweitmeinung auf.

Vor einem Jahr hatte sie eine Krone bekommen und ein Jahr davor erfolgte eine Wurzelkanalbehandlung. Nach dieser hatte Sie immer wieder Beschwerden. Ihre Bedenken zur Kronenversorgung wurden mit dem Hinweis kommentiert, ohne Krone wird der Zahn nie zur Ruhe kommen.

Jetzt wurden die Bedenken immer größer, kongruent zur Zunahme der Beschwerden. Der Zahn kam eben nicht zur Ruhe.
Im Beratungsgespräch habe ich der Patientin nach der DVT Aufnahme nicht viel Hoffnung auf einen erfolgreichen Behandlungsversuch gemacht.

Die ausgedehnte apikale Parodontitis mit externer Resorption mesial ist der Grund. Die vollständige Entfernung des WF Materials kann problematisch sein und ein möglicher periradikuläerer Biofilm kann entstanden sein. Trotzdem wollte die Patientin unbedingt den Erhaltungsversuch.

In der Behandlung erwies sich die Entfernung der Guttapercha als sehr schwierig. Die WF Stifte zerbrachen sofort. Dadurch konnten im Kuhfußworkflow das Material nicht bis zum Apex erfasst werden und die apikalen Reste extrudierten. In einem weiteren Behandlungstermin konnten wir die Reste nicht entfernen und verschlossen die apikalen Bereiche bis ins koronale Drittel der mesialen Wurzel mit ProRoot MTA ohne apikales Widerlager.
Ansonsten gelang die Behandlung wie gewohnt, Desinfektion und Spülung mit NaOCl 3%, Zitronensäure 10% unter Schall- und Ultraschalleinsatz. Die Wurzelfüllung erfolgte mit thermisch vertikaler Obturation mit Guttapercha und AH Plus.

Die Patientin berichtete bei der CaOH Einlage über eine Zunahme der Beschwerden. Nach apikalem Verschluß mit ProRoot MTA stellte sich rasch ein vollständige Beschwerdereduktion ein. Im 3. Termin erfolgte die abschließende Obturation.
Anbei die Röntgenaufnahmen und das Recall, welches die Zukunft des Zahnes positiver erscheinen lässt.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Krampf und Kampf

Im letzten Beitrag hatte ich die Logi Blöcke vorgestellt.
Ohne diese wäre der heutige Fall in meinen Händen nicht lösbar gewesen.
Wie schon geschrieben, der Patient hatte noch einer Dysganathie-OP erhebliche Einschränkung in der Mundöffnung. Es wurde im Rahmen dieser OP und für eine Implantatplanung mehrere DVT anfertigt.
Die letzte Sidexis-Aufnahme des Patienten versuchten wir zu verwenden. Beim Einlesen von der mitgelieferten CD wird ein Viewer installiert. Bisher hatten wir damit noch keine Probleme. Nach Umstellung auf Windows 10 mit der X800 Integration und einer neuen Workstation mit neuester I-Dixel-Software brach die Sidexisinstallation bei einer Runtime „Schlagmichtot „Installationsroutine ab.
Danach ging nichts mehr.
Wir konnten weder i-Dixel noch eine andere Röntgensoftware starten. Cosi Dental konnte uns zeitnah helfen.
Für Installationsroutinen anderer Systeme ohne DICOM Daten haben wir nun einen separaten Rechner aktiviert auf dem wir solche Test machen können.

Im Sidexis-DVT konnten wir erkennen, was wir aus unseren Röntgenaufnahmen bereits vermutet hatten, 37 hat ein C-förmiges Kanalsystem.
Der Zahn ist mit einer geschätzten Arbeitslänge von 25mm bei eingeschränkter Mundöffnung eine Herausforderung. Für die Gleitpfadgestaltung nutzen wir sehr gern neben Handinstrumenten die Profile 15.04 in 21mm Länge. Diese konnten wir in diesem Fall nicht einsetzen, da durch den längeren Schaft keine Möglichkeit bestand das Instrument „irgendwie“ in die Kanaleingänge mesial einzufädeln. Wir haben uns letztendlich für die Handinstrumentation mit Kerrfeilen und C- Pilotfilmen zur Gleitpfaderstellung entschieden.
Damit haben wir die in der Erstbehandlung entstandenen Stufen überwinden können. Weiterhin haben wir Wave One Gold Instrumente verwendet. Durch die Möglichkeit des Vorbiegens war ein einfädeln in die Wurzelkanaleingänge von lateral und anterior gut möglich.
Der gelbe Logi Block hat uns für die recht zeitaufwendige Instrumentierung durch Handinstrumente den nötigen Spielraum gegeben. Die apikalen Krümmungsradien waren eine weitere Herausforderung.
Am Ende war nicht ganz klar ob Patient oder Zahnarzt nach der Behandlung froher waren als diese endlich abgeschlossen war.

Grenzen der Physik

Der Patient wurde uns mit der Diagnose Stiftfraktur an 21 überwiesen. Der Zahn war mit einem Provisorium versorgt.
„Die Krone war aus heiterem Himmel beim Essen weggebrochen.“
Die Anamanese ergab, daß der Zahn nach einem Sportunfall erstmals mit einer größeren Füllung versorgt werden musste. 11 zeigte in der Diagnostik keine Sensibilität. Die Sondierungstiefen waren nicht erhöht und die Zähne 11 und 21 symptomfrei. Klinisch imponierrte eine Kopfbißlage. Die daraus resultierende Überbelastung zeigte die mundgeschlossene Aufnahme des DVT eindrucksvoll.
Zusätzlich bestätigte sich im DVT eine apikale Parodontitis am Zahn 11.
Der Patient wünschte den unbedingten Zahnerhalt und Behandlung beider Zähne.

Auf Grund der durch die Beißlage verursachten Belastung des Zahnes 21 wurde die erweiterte palatinale Präparation notwendig. Warum die Grenzen der Physik versucht wurden zu brechen, in dem eine Art „Stiftveneer“ hergestellt wurde, war für mich nicht nachvollziehbar.

Ferrule konnte labial nur eingeschränkt erreicht werden. Das ist der Faktor der zur Prognoseneinschätzung günstig führte.

Die Überraschung war der Zirkonstift, der vom HZA nicht erwähnt wurde. Zum Glück konnte dieser ohne Substanzverlust mit Ultraschall entfernt werden.
Für den präendodontischen Aufbau verwendeten wir nach Sandstrahlung, Ätzung und Bonding EverXFlow und Beautifil BW. Als Distanzhalter zur Erstellung der Zugangskavität haben wir ein Navitipp eingepasst und nach den präendodontischen Aufbau entfernt.
Zur besseren Darstellung der Füllungsgrenzen haben wir ein Composite (Beautifil BW) mit farblichem Kontrast (weiß) verwendet.
Nach einer abschließenden Desinfektion wurde das Kanalsystem gefüllt und ein Glasfaserstift adhäsiv inseriert.
Dem Patienten und HZA haben wir eine Front/Eckzahngeführte Schiene für die nacht empfohlen um Belastungsspitzen am Zahn 21 abzufangen.

Ergebnis 3:3

Es steht Unentschieden.

Nein kein Fussballspiel, das sind die Ergebnisse unserer ersten Woche, oder besser 3 Tagen mit dem DentaPen.
3 Patientinnen und Patienten empfanden dies angenehmer als die bisherige Lokalanästhesie und 3 Patienten konnten keinen Unterschied feststellen. Einige gaben an, daß der Einstich unangenehmer war.
Das hing aber eher mit meiner Ungeschicktheit zusammen, da der Dentalen etwas anders in der Hand liegt als die Zylinderampullenspritze und ich den vorher abgegebenen Lokalanästhesietropfen an anderer Stelle platzierte als den Einstich.
So hat es sich bis heute in der Patienteneinschätzung weiter hingezogen.

Vorgestellt wurde der DentaPen in Wurzelspitze hier.
Gestern hat HaWi bereits etwas dazu berichtet und nun zeitnah sozusagen, mein Kommentar.

Eigentlich wollte ich den DentaPen erstmal testen und bat um eine Leihstellung per Mail. Dazu ist es aber nicht gekommen und ich habe den Dentalen selbst bestellt. Die Lieferzeit betrug 4 Wochen.

Wir haben den DentaPen jetzt 3 Wochen im Einsatz.
Leider fehlen uns jetzt die Hygieneschutzhüllen. Der Lieferant unseres DentaPen Netdental, hat diese (noch) nicht vorrätig und es wurde auch noch nicht nach diesen nachgefragt.
Bei Septodont habe ich die Herstellernummer 0015J erfahren.
In AERA ist diese Herstellernummer bisher nirgendwo gelistet.

Schade, mal sehen, wie schnell wir weiter damit arbeiten können.
Zusammenfassend muss ich sagen, ich hätte mir etwas mehr versprochen. Das Handling, bzw. das design ist noch optimierbar. Die konstante langsame Anästhetikaabgabe empfinde ich als Behandler durchaus sehr hilfreich und werde den Dentalen weiter einsetzen.

Da meine Rechtschreibkorrektur unerbittlich DentaPen zu Dentalen machte habe ich das P einfach groß geschrieben.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Das neue Jahr fängt gut an …

Manchmal frage ich mich ob die Digitalisierung nicht uns beherrscht, statt andersherum.
Immer wieder mal verändert WordPress seinen Editor und dazugehörigen Module. Das führt zu plötzlichen nicht erwarteten Problemen bei der Beitragserstellung.
Da sich dadurch der Zeitaufwand zumindest bei mir stark erhöht, stört mich das sehr.

Keiner Ahnung warum man die Kunden verärgert und Frust erzeugt. Das scheint aber heute zum Geschäftsprinzip zu gehören. Oder man möchte die Leute so beschäftigen, daß diese keine Zeit haben, sich nach Alternativen umzuschauen. Ich möchte an dieser Stelle nur um Verständnis bitten, warum jetzt vielleicht das eine oder andere Bild, bzw. Erklärung nicht an der richtigen Stelle platziert ist.

So nun genug herumgenörgelt…

Im heutigen Fall stelle ich einen Fall mit einem Fehler vor, wie ich ihn bisher noch nicht hatte. Da man aus Fehlern mehr lernt, als von toll anzuschauenden Fällen halte ich diese Beiträge für nicht unwichtig.
Eigentlich lief bei der Patientin alles nach Plan.
Akute Beschwerden beginnend in der Adventszeit mit submukösem Abszess.
Der HZA schickte die Patientin umgehend zu uns und die Ursache war röntgenlogisch gut erkennbar. Distal apikal imponierte ein weiter Seitenknanal und ein ausgedehnte P. apicalis.

Die mesial unvollständige Wurzelfüllung ließ eine ausgeprägte Stufenbildung vermuten, was sich klinisch auch so darstellte. Die Überwindung der Stufen gelang mit vorgebogenen Handinstumenten in einer Balance Forced Technik. Die apikale Krümmung war sehr aprupt.
Die maschinelle Aufbereitung mesial erfolgte bis #35.04.
Im Kontrollbild der Wurzelfüllung dann plötzlich die Überraschung. Obwohl die Guttaperchapoints bis zur Markierung entsprechend der Masterpointaufnahme eingebracht wurden, fehlte ein erheblicher Teil der WF apikal.
Wir hatten die Downpackaufnahme eingespart. Es hätte uns Einiges an Arbeit erspart, nicht darauf zu verzichten. Nun erfolgte die Revision der mesialen Kanäle.
Wir verwendeten den Hitzeplugger der Obturation Unit und konnten die weitere GP mit Hedströmfeilen entfernen. Dabei zeigte sich, daß beide apikale Bereiche der GP-Points umgeknickt waren.
Um dies zu vermeiden, werden die Points von uns mit Alkohol benetzt und durch die dabei entstehende Verdunstungskälte etwas stabiler beim Einbringen mit dem Sealer.
Genau das haben wir in diesem Fall versäumt und wurden sofort bestraft. Durch die beschriebenen Fehler haben wir unsere Behandlungszeit um 60 Minuten verlängert.

Frontzahn 22 (4)

Überwiesen Fall berichteten wir bereits hier,  hier und hier.

Unser Plan ging auf. Die Patientin war fast beschwerdefrei.
Sie schilderte ein Taubheitsgefühl bei dem Zahn. Soll heißen er hat nicht mehr auf Manipulation geschmerzt.
Unsere Behandlungstrategie haben wir eingehalten und nach einer abschließenden Desinfektion Mitt Natriumhypochlrit das apikale Foramen mit ProRoot MTA verschlossen.
Nach der Wurzelfüllung mit Guttapercha erfolgte der adhäsive Aufbau mit Composite und einem Glasfaserstift.
14 Tage nach Behandlung berichtete die Patientin, das Sie beschwerdefrei ist.

Wenn wir auf die Leistungen schauen, dann muss ich feststellen, daß die Honorierung völlig an betriebswirtschaftlichen Anforderungen vorbei geht.
Selbst erhöhte Steigerungssätze können nicht der notwendigen betriebswirtschaftlichen Honorierung gerecht werden.
Im Jar 2021 waren knapp ein Drittel aller Überweisungen Frontzähne.

Zahnerhaltung ist im Frontzahnbereich mit viel Idealismus verbunden.
Damit können wir unsere Mitarbeiter nicht bezahlen. Beifall klatschen zählt nicht, das haben wir aus der Coronazeit gelernt.
Die Praxiskosten sind eklatant gestiegen. Wir müssen unseren Idealismus begraben und auf eine betriebswirtschaftlich notwendige Honorierung umstellen.

 

 

Erst hatte er kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu…

Wieder ein Fall für diese traurige Überschrift.

Bei der Betrachtung der in unserer Praxis auftauchenden Fälle sind manchmal nicht vermeintlich erklärbare Dinge zu sehen. Wir halten uns mit Urteilen vollkommen zurück. Meine Ansicht ist: Niemand macht mit Absicht etwas schlecht.

In diesem Fall kam der Patient mit akuten Beschwerden und nach Abszeßinzision, Kronenex und offener Trepanation zu uns. Der Zahn 45 sollte entfernt werden und ein „schönes neues Implantat“ gesetzt werden.
Der Zahn 45 hat keine Chance mehr. Er ist austherapiert.
Wir haben die Prognose für den Zahn als gut eingestuft und das verwunderte den Patienten. Er hat sich für den Erhalt entschieden. Wie er mir zum ersten Recall mitteilte, hatte er aber dem Vorhaben keine Chance eingeräumt und niemals an einen Erhalt geglaubt. Der Zahn 36 musste nach einer „solchen Wurzelbehandlung“ über 6 Monate trotzdem nach starken Beschwerden extrahiert werden.

Die endodontische Behandlung des Zahnes war nicht wirklich schwierig. Schwierig war die Darstellung der Präparationsgrenze. Durch die ungünstige extrem konvexe Gestaltung der Mesialfläche der Krone 46 war es unmöglich eine Krone bis zur Präparationsgrenze zu inserieren. 
Den meisten Zeitaufwand benötigten wir für die Provisoriumsherstellung. Dank Thomas Seitners Tipp mit der Liquid Strip Isolation hatten wir nach einigen Verrsuchen ein nichtzerbrochenes Provi. Die Einschubrichtung war von lingual nach bukkal kippend und die Präpgrenze konnten wir mit einem Flow (leider nicht radioopak) nur unvollständig abdecken.
Im vorliegendem DVT war am Zahn 46 ein verbreiterter Desmodontalspalt zu erkennen und anamnestisch traten in der Vergangenheit öfters pulpitische Beschwerden am Zahn 46 auf.
Deshalb riet ich dem Patienten nach der Behandlung des Zahnes 45 noch etwas mit der Kronentherapie an 45 abzuwarten. Die Schwiergikeit hatte ich ihm im Röntgenbild gezeigt.

Bis zum Recall nach 6 Monaten mussten wir nicht warten. Der Patient kam schon eher.
Die Behandlung am Zahn 46 war nicht außergewöhnlich schwierig und wir rieten dem Patienten dann zur Erneuerung beider Kronen.
Zum nächsten Recall war wieder alles überkront.
Schwierig war es für mich die Röntgenbilder dem Patienten gegenüber zu kommentieren.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

 

Entscheidungen

Den Fall hatte ich bereits als Recall vorgestellt.

Zufällig bemerkten wir, daß der Zah 14 nicht extrahiert wurde, wie wir vor knapp10 Jahren empfohlen hatten. Nun mussten wir unsere damalige Empfehlung überdenken.
Im Röntgenbild war allerdings der Zahn 15 auffällig und es wurde ein DVT angefertigt.

Die Befunde des DVT möchte ich nun vorstellen und zur Diskussion stellen. 14 zeigt apikal einen verbreiterten Desmodontalspalt und 15 lässt eine P. apicalis mit unvollständiger WF vermuten. Distocoronal imponiert eine Sekundäkaries, buccal eine Karies oder Resorption.

15 ist nicht eihaltbar und damit ist die Zukunft von 14 abhängig von der nun neu zu erstellenden ZE Planung.
Hier die Bilder des DVT.

Als Nebenbefund ist ein P. apicalis am Zahn 21 zu erkennen. Die Patientin erwähnte, daß bereits 2013 oder 14 ein DVT erfolgte, in dem man diesen ´Zahn sah. Nun haben wir nach 7 Jahren eine Verlaufskontrolle. Die apikale Osteolyse zeigt sich dezent vergrößert. Die Patientin hat keine Beschwerden, es besteht kein Lockerungsgrad und die Sondierungstiefen sind nich erhöht. Die Kronenversorgung ist suffizient und optisch nicht zu bemängeln. Wir haben der Patientin die Situation vorgestellt, an Hand der zwei DVT die Entscheidung an heim gestellt, die Therapie der P. apicalis von orthograd durchzuführen oder die Situation unter Beobachten mit jährlichen Röntgenkontrollen zu behalten.

Nun meine Frage:
Wer würde angesichts der Befunde und Zeitverläufe zu einer Behandlung sofort plädieren und wer wäre für ein abwartende Haltung?

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