Hier hatten wir den Fall erstmals vorgestellt.
Mein geplantes Vorgehen war:
Retainer ab, Karies Ex, Präendodontischer Aufbau, Endo, apikaler Verschluß mit MTA.
In der ersten Behandlung waren 2 Dinge in mein Augenmerk gerichtet.
1. Das große intrakanaläre Lumen des Wurzelkanals bis apikal.
2. Die ungewöhnlich starke Blutung nach EDTA Spülung von apikal ohne über des Foramen gekommen zu sein.
Warum nicht ein ähnliches lichtes Vorgehen, wie bei einer RET (Reparation Endodontische Therapie). Fälle dazu hatte ich gesehen, aber bis dato wenig beachtet.
Die Planung wurde in Absprache und Zustimmung mit dem Patienten geändert:
1. Termin:
Karies ex (Wurde tlw. beim HZA bereits begonnen, da der Retainer entfernt wurde.) Desinfektion, CaOH in erster Therapiesitzung
2. Termin:
CaOH entfernen, EDTA Spülung, Blutung apikal initiieren, MTA Plug, adhäsive Füllung
Mit dem Patienten habe ich dieses Vorgehen abgesprochen. Durch diesen Therapieansatz vergibt man sich nichts und kann im Misserfolg die ursprünglich geplante Therapie durchführen.
Mein Ziel war, die durch Resorption und P. apicalis reduzierte Wurzelsubstanz zu stabilisieren.
Im Optimalfall die Bildung von wurzeldentinähnliche Substanz intrakanalär anzuregen.
Die Behandlung verlief, wie geplant, entsprechend dem Vorgehen RET.
Ersttermin:
– Desinfektion mit Natriumhypochlrit 3%
– keine apikale Instrumentation
– CaOh Einlage für ca. 14 Tage
Zweittermin:
– Anästhesie ohne Adrenalinzusatz
– EDTA Spülung 17%
– Initiieren einer apikalen Blutung
– Parasorbkegel und MTA Abdeckung
Wir haben den Zahn jetzt im Verlauf von 8 Jahren nachkontrolliert und es ist eine apikale Regeneration erfolgt. Diese erfolgte subjektiv gesehen langsamer als gewohnt.
Die apikalen Wurzelkanalstrukturen veränderten sich in der röntgenlogischen Kontrolle im Sinne einer Obliteration. Der Desmodontalspalt zeigt sich 8 Jahre post OP nicht verbreitert.
Dies ist ein Einzelfall und ist nicht als grundlegender Therapieansatz für ähnliche Fälle zu verstehen, da es keine valide mir bekannte Studienlage gibt. Ich habe sehr ähnliche Fälle, die positive Ergebnisse zeigten bei endodontisch tätigen Kollegen gesehen.

Was ein cooler Fall
Chapeau