Bei dem nachfolgenden Patienten (25 Jahre mit Zahntrauma in der Vergangenheit) wurden wir vor einiger Zeit gebeten zwei Unterkiefer-Frontzähne endodontisch zu behandeln.
Unsere klinisch-radiologische Untersuchung zeigte allerdings, dass voraussichtlich nur ein Zahn eine Intervention benötigt…
post-op nach endodontischer Behandlung zweier Kanalsysteme in insgesamt 2 Terminen
knapp 1 1/2 Jahre später scheint sich unsere Einschätzung zu bestätigen…
Heute erreichten mich Recall-Röntgenbilder einer 53-jährigen Patientin, bei der wir vor einem Jahr endodontische Behandlungen an den Zähnen 16 und 37 durchgeführt haben…
beide Zähne wurden in jeweils zwei Terminen (1.: 90 Min; 2.: 60 Min.) behandelt.
Die Präparation der Kanalsysteme erfolgte mit reziprok arbeitenden Instrumenten (R-Pilot, Wave One Gold 20; RECIPROC blue 25 und Wave One Gold 35). Für die Wurzelkanalfüllung wurden Guttapercha und BC Sealer high flow verwendet.
Es sieht so aus, als wäre die Therapie erfolgreich gewesen…
Prä-op vs 1 Jahr post-op
Freu :-)
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Bei der nachfolgenden Patientin war anhand des OPGs u.a. aufgefallen, dass bei Zahn 33 eine apikale Parodontitis bei ausgeprägter Obliteration des Kanalsystems bestand.
Die Hauszahnärztin leitete daraufhin eine endodontische Therapie ein, die allerdings abgebrochen werden musste, da es nicht gelang das Kanalsystem zu lokalisieren
Röntgenaufnahme alio loco
Als sich die Patientin bei uns vorstellte, zeigte sich folgendes Bild.
Prä-OPKanalsuche viel zu weit bukkal
Wie zumeist war die Kanalsuche zu weit bukkal erfolgt…
Mit etwas Erfahrung und dem Wissen der DVT Informationen war das Auffinden kein wirkliches Problem.
Präparation bis ISO 35Blick auf das Wurzelfüllmaterial – die weiteren Kanalabscnnitte wurden schrittweise mit Komposit gefüllt.Post-OP
Trotz unnötigem Substanzverlust schätze ich die Prognose als gut ein…
Im Februar diesen Jahres stellte sich der damals 58-jährige Patient erstmals bei uns vor. In der Oberkieferfrontzahnregion links hatte sich vor einiger Zeit erstmals ein Fistel gebildet.
Das daraufhin vom Hauszahnarzt erstelle Einzelzahnröntgenbild zeigt Folgendes:
Da der Patient maximal am Zahnerhalt interessiert war erfolgte bei uns eine weitere Röntgendiagnostik mittels DVT.
Hier ein Screenshot, der das Außmass der perforierenden internen Resorption zeigt…
Der heute 15-jährige Constantin erlitt 2019 beim Hochlaufen einer Rutsche ein Frontzahntrauma an Zahn 21 im Sinne einer Dislokation mit unkomplizierter Kronenfraktur.
Im Weiteren wurde der Zahn für einige Zeit geschient und der Zahnhartsubstanzdefekt mittels Kompositfüllung restauriert.
Bis zum März 2025 traten keine Probleme auf. Dann jedoch entwickelte der Junge ein ausgeprägtes Schmerzbild inklusive Schwellung, sodass alio loco nach anfertigen eines Röntgenbildes eine endodontische Therapie eingeleitet wurde.
Röntgenbild Regio 21 mit massiver externer Resorption (März 2025)
Wir sollten schliesslich entscheiden, ob ein Erhaltungsversuch Sinn ergab.
Trotz unklarer Prognose entschieden wir uns mit Patient und Eltern für eine endodontische Therapie.
Als medikamentöse Einlage wählten wir Metapex (das beim Einbringen durch die Perforation in das periapikale Gewebe austrat)
Im zweiten Termin wurde die resorptionsbedingt perforierte Apikalregion mit MTA verschlossen und das restliche Kanallumen mit Sealer und Guttapercha aufgefüllt.
MTA Plug und Backfill mit Guttapercha & BC Sealer high flow
Diese Woche stellte sich der Junge zum ersten Recall nach gut sechs Monaten wieder bei uns vor.
Es sieht so aus, als würde die Therapie deutlich anschlagen…
Recall sechs Monate post op (inkl. Resorption des ausgetretenen Metapex)Prä- vs. 6 Monate post-op
Im Sommer 2020 wurde bei dem heute 55-jährigen Patienten eine „alte“ Amalgamfüllung gegen einen Kompositaufbau getauscht.
Prä-Op – alio loco
Schon damals fiel dem behandelnden Zahnarzt eine Infraktur über die mesiale Randleiste auf. In der weiteren Folge zeigte sich eine apikale Parodontits, weswegen eine endodontische Behandlung eingeleitet wurde. ‚
Zustand nach Kompositaufbau und alio loco begonnener endodontischer Therapie Zahn 26
Bei der intrakoronalen Inspektion imponierte die beschriebene Infraktur mesial. Eine weitere Ausdehnung über den Kavitätenboden oder in einen der Kanalsysteme fand sich nicht.
Deutlich ausgeprägte Infraktur mesial
Im Januar 2021 konnten wir die Behandlung abschliessen.
Vor Kurzem erreichte uns das Recall-Röntgenbild. Leider ist seit dem Abschluss keine prothetische Weiterbehandlung erfolgt.
Ich hoffe sehr, dass sich dies zeitnah ändert, damit die Infraktur möglichst keinen weiteren Verlauf nimmt…
Heute kontaktierte uns eine Mutter mit Bitte um einen Termin für ihre 8-jährige Tochter.
Hier die Information zu der Situation von ihr:
„Am 07.08.2025 hatte meine Tochter im Freibad einen Unfall, bei dem ihr linker Schneidezahn vollständig herausgeschlagen wurde. Wir sind anschließend zur Uni-Kinik gefahren, wo der Zahn etwa zwei Stunden nach dem Unfall replantiert wurde. Bis dahin lagerte der Zahn in Milch.
Zur Stabilisierung erhielt sie eine Schiene bis zum 25.08.2025. Im Anschluss wurden Vitalitätstests (Kälte- und Elektrotstests) durchgeführt, bei denen sie jedes Mal eine Reaktion zeigte. Bis heute hat sie keine Beschwerden, jedoch zeigen die Röntgenaufnahmen auffällige Befunde.“
Was soll ich beim Anblick der Bilder und der Vorgeschichte sagen…
Unfalltag Anfang August 2025 – alio locoalio locoalio locoweitere vier Wochen später – alio loco
es ist schlicht zum Heulen…
P.S.: dieser Fall ist wieder ein guter Beleg dafür, warum Prof. Filippi den Kältetest bei der letzten DGET Tagung „verteufelt“ hat…
Vor einigen Tagen erreichet uns nachfolgende Mail. Wir waren im Vorfeld von der Hauszahnärztin gebeten worden eine endodontologische Behandlung an Zahn 46 durchzuführen. Nach der Erstuntersuchung und Beratung erhielt die Patientin, wie üblich alle notwendigen Unterlagen.
Wir haben ihr auf jeden Fall freundlich geantwortet, dass natürlich alle angeführten Positionen für die erfolgreiche Behandlung des Zahnes notwendig sind und wir uns ausser Stande sehen gewisse Positionen wegzulassen, damit die Therapie möglichst günstig wird.
Ich frage mich, was bei uns (und ggf in der Zahnärzteschaft allgemein) „falsch“ gelaufen ist, dass Patienten diese Gedanken haben. Nach dem Motto: Die schlagen ja sowie so unnötige Positionen drauf um möglichst gut abzurechnen..
So richtig lässt sich die Historie der Regio 41 der kürzlich vorstellig gewordenen Patientin (heute Ende 40) nicht mehr rekonstruieren…
sie gab an, als jüngere Frau ein intraorales Piercing getragen zu haben, dass durch seine stetige „Interaktion mit den Unterkieferfrontzähnen dazu geführt habe, dass der rechte erste Inzisivus eine endodontische Behandlung benötigte…
Behandlung alio loco
trotz dieser Vorgeschichte wäre sie dennoch in der weiteren Folge nicht bereit gewesen auf diesen Schmuck und seiner negativen Wirkung zu verzichten.
Schlussendlich sei der Zahn deswegen verloren gegangen…
was folgte war eine Implantation nach zweimaligem Knochenaufbau (nachdem der erste Anlauf mit Fremdmaterial gescheitert war).
Nun zeigte sich leider, dass Zahn 42 eine progrediente externe Resorption entwickelt…
Behandlung alio loco
beim Anblick der Bilder gehen mir eine Reihe Gedanken durch den Kopf…
unter anderem frage ich mich, ob der „Schmúck mit Nebenwirkungen“ wirklich ursächlich für den Zahnverlust war? Oder könnte etwas „anderes“ zumindest einen Anteil daran gehabt haben?
Heute stelle ich die Behandlung des aktuell neunjährigen Yannick vor.
Bei dem Jungen war im November 2022 in Regio 21 anhand des OPGs der Verdacht einer überzählige Zahnanlage gestellt worden.
Bei dem Versuch der Entfernung (in ITN durch einen Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen) zeigte sich jedoch, dass in Wirklichkeit ein Dens evaginatus vorlag.
Im weiteren OP-Verlauf wurde daraufhin der palatinale Anteil zu zwei Drittel abgetragen, wobei es zu einer kleinflächigen Pulpaeröffnung kam.
Intraoperative Situation – Bild alio loco
Es erfolgte eine direkte Überkappung mit Kerr Life und die Aufklärung der Mutter über die besondere Situation. Es wurde angeraten, den Zahn nun endodontisch behandeln zu lassen.
Soweit die Informationen aus dem uns übermittelten Arztbericht.
Entgegen der ursprünglichen Empfehlung rieten wir Eltern und Patient zu dem Versuch der Vitalerhaltung.
Ausgangssituation November 2022
Dafür wurde unter Lokalanästhesie das Fremdmaterial palatinal entfernt und eine partielle Pulpotomie durchgeführt. Nach Blutstillung mittels NaOCl wurde die Pulpawunde mit Biodentine abgedeckt. Nach vollständiger Aushärtung des Materials folgte eine adhäsive Kompositfüllung.
Nachfolgend die radiologischen Kontrollen, die den Erfolg der Therapie durch das Fortschreiten des Wurzelwachstums zeigen.
Olaf Löffler hat hier vor einiger Zeit über die Wichtigkeit unserer Augen für unserer Tätigkeit berichtet.
Ebenso wichtig sind natürlich unsere Hände.
In diesem Zusammenhang möchte ich für eine Verschleisserkrankung sensibilisieren, die ebenfalls einen grossen Einfluss auf unser tägliches Tun haben kann:
Die Rhizarthrose.
Hierbei handelt es sich eine die Arthrose des Daumensattelgelenks – also ein Verschleiß des Gelenkknorpels, der Schmerzen, Kraftverlust und Bewegungseinschränkungen verursacht. Diese Form der Arthrose gehört zu den häufigsten Gelenkerkrankungen der Hand, betrifft vorwiegend Frauen (Verhältnis 3:1) und kann durch Überbelastung oder genetische sowie hormonelle Faktoren bedingt sein.Die Behandlung erfolgt je nach Stadium mit konservativen Maßnahmen wie Ruhigstellung, Medikamenten und Physiotherapie oder, bei fortgeschrittenem Verschleiß, operativ.
Interessant ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass es mit dem Lipofilling eine weitere Therapieform gibt,
Diese Eigenfetttransplantation scheint laut Studienlage eine vielversprechende Behandlung zu sein. Allerdings ist diese derzeit in Deutschland nicht erlaub, da das Paul-Ehrlich-Institut die Injektion von Eigenfett in Gelenke als „Advanced Therapy Medicinal Product“ (ATMP) einstuft. Forschungsprojekte, wie am LMU Klinikum, untersuchen das therapeutische Potenzial dieser Methode, die bei erfolgreicher Zulassung die Schmerzen lindern und die Funktion des Daumensattelgelenks verbessern könnte. Erste Veröffentlichungen hierzu gibt es aus dem Jahr 2012. Aktuell ist die Behandlung in Deutschland aber nicht möglich, trotz wissenschaftlicher und fachlicher Bestrebungen, sie zu etablieren.
Ggf. ist jedoch der Blick über unsere Landesgrenzen hinaus hilfreich, um hier diese Therapieform „zu finden“…
Screenshot
Wie bei jeder Erkrankung ist es von Vorteil im Frühstadium zu reagieren. Häufig werden die Erstsymptome aber nicht erkannt btw falsch gedeutet.
Die Anfangssymptome umfassen Schmerzen an der Daumenbasis, besonders bei Belastung und Drehbewegungen wie Flaschenöffnen, sowie ein Gefühl von Instabilität und Kraftverlust im Daumen. Weitere Anzeichen können eine leichte Morgensteifigkeit, Schwellungen und hörbare Reibegeräusche (Krepitation) im Daumensattelgelenk sein.
Grundsätzlich erscheint es sinnvoll, dass wir auch (prophylaktisch) physiotherapeutische Übungen in Betracht ziehen. Dazu gibt es von Liebscher & Bracht sehenswerte Videos:
Nachdem ich die Tage schon mit Batman (oder auch Star Wars) im Zahn zu tun hatte ergab sich ein „Treffen“ der anderen Art bei einer unser letzten Behandlungen…
Und hier noch die MTA-Apexifikation in bewegten Bildern…
in solchen Fällen mag ich es, wenn das Material etwas weicher angemischt wird und ich es mit der Papierspitze adaptieren kann. Auf ein Widerlager habe ich hier verzichtet (und findet bei uns auch nur sehr selten Anwendung)
Letzte Woche habe ich hier von unserem Dentapen-Drama berichtet…
gestern nun kam das neue Modell…
endlich.
Die Bestellung muss bei Merz Dental übrigens telefonisch erfolgten.
Preislich liegt der Neue bei 1544,03 (Brutto)
In der Anwendung scheint der Motor ein kleinwenig lauter zu sein… dies mag aber auch nur ein subjektives Gefühl sein…
ein Punkt ist in der klinischen Anwendung hingegen neu. Die automatische Aspiration erfolgt nur noch, wenn man zweimal kurz hintereinander auf den entsprechenden Knopf drückt und nicht generell.
In meinen Augen eine sinnvolle kleine Änderung, da ich zum Beispiel bei einer Infiltration im Oberkiefer normalerweise nicht Aspirieren würde…
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Zu Beginn der letzten Vormittagsbehandlung der Super-GAU…
während der Applikation bricht unser geliebter Dentapen ab und schaltet sich aus…
alle Versuche das Gerät wieder zum Leben zu erwecken scheitern… es scheint, als wäre er defekt…
Ein Anruf bei Septodont bringt die Ernüchterung. Es gibt keinen Support mehr…
als Bezugsquelle für einen neuen Pen werden wir hier fündig…
Auf alle Fälle wohl auch „günstiger“ als bei Aera angeboten…
ich werde berichten
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Diese Woche war der mittlerweile elfjährige Lorenz zur Nachuntersuchung seiner beiden Zähne bei uns. Initial hatte ich hier über zu diesem Fall berichtet…
Es sieht aus, als wäre die Entwicklung weiterhin positiv…
Vor einiger Zeit haben wir den heute zehnjährigen Jo nach Zahntrauma (extensive Dislokation der Zähne 11 und 21) behandelt.
Gestern nun erhielten wir nachfolgendes Schreiben:
Hier wird die Anwendung des Oberflächenanästhetikums beanstandet, da es keine rechtliche Grundlage hierfür gäbe. Ferner wird der ausführliche Arztbericht, den wir dem Zuweiser übermittelt haben nicht übernommen, da er der Unfallkasse nicht vorliegt…
Vor einiger Zeit habe ich hier über einige unserer jüngsten Frontzahnbehandlungen berichtet.
Hier ein Blick in das Kanalsystem des Zahnes 11 (Fall IV) bei Zustand nach alio loco erfolgter Revision mit persistierender Fistel.
Nach unseren Bemühungen verheilte die Fistel und es zeigten sich reizfreie periapikale Verhältnisse. Der Neoapex wurde daraufhin mit MTA Angelus verschlossen…
Der heute 40-jährige Patient hatte in seiner Kindheit multiple Zahn-Traumata in deren weiterer Folge u.a. Zahn 11 verloren ging. Die Implantation erfolgte im Alter von 19 Jahren.
Wann die endodontische Therapie an Zahn 21 durchgeführt wurde konnte der Patient nicht mehr angeben. Die spätere Resektion konnte er allerdings auf das Jahr 2019 terminieren.
Aktuell plagen ihn ein vestibulärer Druckschmerz Regio 21(die restlichen Befunde (wie Lockerung und TST etc) )sind ohne Besonderheiten)…
Wie auch andere haben wir gestern nachfolgende Mail erhalten.
wie ich von einem sehr geschätzten Kollegen lernen durfte ist natürlich die BGW (Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, Hamburg) unsere Berufsgenossenschaft und nicht die BGU.
Aktuell häufen sich wieder die Frontzahn-Behandlungen bei uns.
Zumeist handelt es sich dabei um Akut- oder Spätfolgen nach Frontzahntrauma
Nachfolgend möchte ich Ihnen einige kurz vorstellen:
Fall I:
Der 10 Jährige Jonas hatte sich vor einigen Monaten auf dem Schulweg die Zähne 11 und 21 stark dissoziiert. Die Repositionierung und Schienung erfolgte in einer kieferchirurgischen Praxis. Die weitere Behandlung erfolgte bei uns.
Fall II:
Der heute 18-jährige Miguel war laut Anamnese vor ca. 5-6 Jahren auf den Asphalt gestürtzt. Eine gewissenhafte Nachsorge erfolgte seiner Zeit nicht. Vor Kurzem wurde der damals betroffene Zahn 21 schmerzhaft. Bei der Untersuchung zeigte Zahn 22 eine positive Reaktion auf Kältestimulation.
Als medikamentöse Einlage verwendeten wir Metapex, welches zum Teil über das weit offene Formamen in die Periapikalregion austrat. Im zweiten Termin erfolgte eine MTA-Apexifikation.
Fall III:
Der heute 15-jährige Constantin kam im Sommer 2019 leider auch auf die Idee, eine Wasserrutsche hinaufzulaufen. Die Folge war damals ein stark dislozierter Zahn 21, der daraufhin repositioniert und geschient wurde. Eine weitere Nachsorge erfolgte nicht.
Bei der klinisch-radiologischen Untersuchung bei uns imponierte nun eine perforierende Resorption im apikalen Drittel. Eine Ankylose lag nicht vor.
Als medikamentöse Einlage verwendeten wir Metapex, welches über die Perforation in die Periapikalregion austrat. Im zweiten Termin erfolgte nach Abklingen der Symptome eine MTA-Apexifikation.
Fall IV:
Die heute 28-jährige Matea kann von einer längeren Leidensgeschichte berichten. Unter anderem wurde neben der endodontischen Behandlung der Zähne 11 und 21 vor einigen Jahren eine makrochirurgische Resektion an Zahn 11 durchgeführt. Leider bildete sich vor Kurzem wieder eine Fistel an dem betreffenden Zahn. Die alio loco begonnene Revision führte leider nicht dazu, dass die Fistel abheilte. Daher sollte der Zahn entfernt werden. In insgesamt drei Terminen gelang es doch die Entzündung erfolgreich zu therapieren (u.a. heilte die Fistel ab). Auch hier kam Metapex zum Einsatz…
demnächst zeige ich Ihnen die Videos mit dem Blick auf die betreffenden Apikalregionen…
Der heute 9-jährige Felix erlitt beim Trampolinspringen im April 2024 ein Frontzahntrauma in Form einer Avulsion mit zusätzlicher horizontaler Wurzelfraktur. Der Zahn wurde nachfolgend für circa 90 Minuten in einem mit Speichel getränkten Taschentuch „gelagert“. Eine Extirpation der Pulpa erfolgte vor Replantation nicht.
Replantation alio loco
Bis wir den Jungen sahen hatte sich mittlerweile eine kleine Schwellung oberhalb des Zahnes gebildet.
Die „übliche“ Behandlung erfolgte bei uns in zwei Terminen. Aufgrund der Sulkusnähe erfolgte der Verschluss des Neoapex mit Biodentine.
Abschluss-Röntgenaufnahme
Letzte Woche war Felix zur Sechsmonats-Kontrolle bei uns. Der Zahn weisst einen normalen Klopfschall auf. Die Gingiva stellte sich reizlos dar. Auch radiologisch bin ich zufrieden…
Gingiva reizlos – zervikale Plaqueanlagerungen – ungleichmässiger Gingivaverlauf 11 zu 216 Montate post-opprä- vs. 6 Monate post-op
Vor einigen Wochen konnten Sie hier über den ersten Teil der Behandlung nachlesen. Heute also nun das weitere Procedere
Folglich hielt ich im November 2022 Rücksprache mit einer oralchirurgischen Kollegin. Eine kombinierte Behandlung war in meinen Augen die letzte Möglichkeit hier Zeit und Knochen zu gewinnen.
Eine Zahnentfernung erachtete ich im Hinblick auf den knöchernen Defekt als ästhetisch sehr schwer zu lösen. Zwar ist eine Maryland-Brücke generell eine schöne minimalinvasive Lösung, allerdings ist in Zukunft ein massives Knochendefizit in der vertikalen und horizontalen Ebene zu erwarten. Auch ein kieferorthopädischer Lückenschluss ist nur mit ausreichend Knochen möglich, da ansonsten lediglich eine Kippung der zu bewegende Zähne erfolgt. An eine Implantation war mit Blick auf das Alter noch lange nicht zu denken.
Somit folgte Anfang 2023 die Wurzelfüllung mit MTA und kollagenem Widerlager.
Vier Tage danach führten wir die Zystektomie durch. Auf das Einbringen von Knochenersatzmaterial wurde verzichtet.
Die im Sommer 2023 durchgeführte Kontrolle zeigte zunächst röntgenologisch ein erfreuliches Ergebnis bei vollkommener Beschwerdefreiheit.
Allerdings war der Schleimhautbefund weiterhin nicht blande, wenngleich keine Exsudation oder ein richtiges Fistelmaul festgestellt werden konnte.
Eine erneute Kontrolle nach 12 Monaten wurde vereinbart.
Die im Januar 2024 durchgeführte Kontrolle zeigte röntgenologisch ein erfreuliches Ergebnis.
Der Schleimhaut-Befund war hingegen beunruhigend. Die Fistel war wieder aktiv.
Aus diesem Grund riet ich erneut zur chirurgischen Intervention. Von einer Resektion wurde abgesehen. Lediglich das Granulationsgewebe wurde entfernt und die Wurzeloberfläche gereinigt sowie ausgiebig gespült.
Ende Januar 2025 erfolgte eine erneute Kontrolle.
Der Patient war weiterhin beschwerdefrei und auch der klinische Befund war unauffällig. Auch der Schleimhautbefund war erstmals erfreulich.
In der Regio der ehemaligen Fistel ist weiterhin noch eine kleine Einziehung und eine verstärkte Vaskularsierung zu erkennen.
Vor gut einem Jahr haben wir die Revision eines Zahn 46 bei einem heute 61-jährigen Patienten durchgeführt.
OPG alio loco mit retiniertem/verlagerten Zahn 48 sowie apikaler Parodontitis nach endodontischer Vorbehandlung Zahn 46Rö alio loco mit retiniertem/verlagerten Zahn 48 sowie apikaler Parodontitis nach endodontischer Vorbehandlung Zahn 46
In insgesamt zwei Terminen konnten wir nachfolgendes Ergebnis erzielen. Maximal erfreut war ich darüber, dass wir scheinbar der apikalen Anatomie gerecht werden konnten…
die Präparation hierfür erfolgte mit RECIPROC und Wave One Gold Instrumenten und einem apikalen Präparationsdurchmesser von ISO 025 bzw. 035…
Abschluss-Röntgenaufnahme nach Revision Zahn 46
Gestern nun war der Patient zum Einjahres-Recall bei uns… es sieht aus, als hätte unsere Behandlung Wirkung gezeigt…
Heute stelle ich die Behandlung der 17-jährige Maja vor. Bei der jungen Frau war bei einer Routineuntersuchung aufgefallen, dass Zahn 11 eine asymptomatische Pulpanekrose bei sehr ungewöhnlicher Wurzelanatomie entwickelt hatte.
Das anfertige DVT gibt noch einen besseren Eindruck über die anatomischen Verhältnisse des Zahnes…
An ein Trauma in der Vergangenheit konnte sich Maja nicht erinnern.
Die Erschliessen und Präparation des „Hauptkanalsystems“ bereitete keinerlei Probleme.
Apikale Präparation bis ISO 40 (R 40 blue)
Etwas tricksiger war es den zweiten Bereich aufzufinden und zu bearbeiten. Dies gelang schliesslich mittels C-Pilot- (006-010) und reziproker Instrumenten (R-Pilot und Wave One Gold small)
Nachfolgendes Ergebnis konnten wir in zwei Behandlungen erreichen.
Prä-op vs. post-op
Die Nachsorge in sechs Monaten muss zeigen, ob wir der Anatomie dieses ungewöhnlichen Zahne (inklusive Infektion) gerecht werden konnten…
Der heute 65-jährige Patient stellte sich erstmals im Januar 2019 bei uns vor.
Einige Tage zuvor war an Zahn 46 alio loco eine endodontische Therapie eingeleitet worden.
Zustand nach alio loco begonnener Behandlung Zahn 46
Wir wurden mit der Aufgabe betreut, diese Behandlung weiterzuführen.
In insgesamt zwei Behandlungsterminen a 90 Minuten konnten wir nachfolgendes Ergebnis erzielen. Als kleine Besonderheit wies dieser Zahn fünf Kanalsysteme auf…
Aufgrund des ausgeprägten Substanzverlustes rieten wir dem Patienten zu einer Überkronung des Zahnes.
Sechs Jahre später wurden wir nun abermals damit beauftragt eine endodontische Behandlung weiterzuführen. Diesmal ging es um Zahn 45, was uns ermöglichte den vormals therapierten Zahn 46 nachzukontrollieren.
Alio loco angefertigtes OPG mit „Schwerpunkt“ Regio 45Nachkontrolle der fünf Kanalsysteme des Zahnes 46 nach sechs Jahren und Ausgangssituation von Zahn 45
Leider war der Patient unserer Empfehlung bisher nicht nachgekommen, eine prothetische Versorgung anfertigen zu lassen.
Es bleibt zu hoffen, dass dies nun nach Abschluss des Zahnes 45 erfolgte.
Bei mir überwiegt zunächst die Freude über das positive Recall…
Im April 2017 stellte sich die heute 54-jährige Patientin erstmals bei uns vor.
Das alio loco angefertigte OPG liess vermuten, dass einige endodontische Fragestellungen zu klären wären.
In der weiteren Folge führten wir die Revisionsbehandlungen an 16 und 13 durch.
Insbesondere die Geschichte von 13 hinterliess mich fragend, weil damals eine Resektion durchgeführt wurde, obwohl das WF-Material durch den Verlust der Deckfüllung der Mundhöhle ausgesetzt war.
Gut zwei Jahre später war die apikale Parodontits an dem Zahn verheilt…
heute nun stellte sich die Patientin erneut bei uns vor.
Dieses Mal ging es um Zahn 22, der eine ähnliche Vorgeschichte zu erzählen wusste.
Die Resektion liegt ca. 5 Monate zurück und nun kam es vor einigen Tagen zu einer lokalen Fistelbildung…
das daraufhin angefertigte DVT der Oberkiefer-Frontregion zeigt neben dem erfreulichen Befund für 13 apikale Osteolysen an 22 und 23 (nach Veneer-Versorgung)…
Und nun?
Sollen wir eine Revision an 22 wagen, obgleich die Voraussetzungen durch den Stift und den Verlust an koronaler Substanz schlechter ist als seiner Zeit bei Zahn 13?
Der damals gerade 13-jährige Patient wurde im April 2022 zur endodontologischen Beratung von Zahn 22 aus einer chirurgischen Praxis überwiesen.
Im Beratungsgespräch berichtete die Mutter, dass ihre Zahnärztin die Schleimhautveränderung in Regio 22 bereits seit einem Jahr beobachte und sich den Befund nicht erklären konnte. Folglich veranlasste sie sehr verspätet die Überweisung in eine chirurgische Praxis, welche den Patienten weiter zur endodontischen Beratung überwiesen hat.
Am Tag der Beratung lagen folgende Bilder aus der chirurgischen Praxis vor:
Der Patient war beschwerdefrei und der Zahn 22 wies weder eine axiale noch eine laterale Perkussionsempfindlichkeit auf bei physiologischen Sondierungstiefen.
Die bukkale Palpation war schmerzfrei, ließ jedoch einen großen knöchernen Defekt vermuten.
Der Zahn 12-21 sowie 23 reagierten positiv auf Kälte. Überraschenderweise war die Zahnbeweglichkeit nicht erhöht.
Die Schleimhaut stellte sich wie folgt dar:
Da ich bereits klinisch und röntgenologisch eine Invagination des Zahnes 22 vermutete, überwies ich den Patienten zur weiteren 3D-Diagnostik zu Dr. Jörg Schröder.
Das DVT bestätigte die Verdachtsdiagnose (Dens invaginatus Typ II n. Oehlers) und zeigte eine ausgedehnte apikale Osteolyse bei Fehlen der bukkalen Lamelle.
Die im Mai 2022 gestartete Wurzelkanalbehandlung erzielte leider nicht den gewünschten Erfolg.
Nach wiederholten Medikamentenwechseln mit Calciumhydroxid verschloss sich die Fistel nicht.
Auch die Einlage einer dreifach antibiotischen Paste (Metronidazol, Ciprofloxacin und Cefurexim) brachte keinen Erfolg.
Aktuell mehren sich bei uns wieder die Behandlungen nach dentalem Trauma…
Zustand nach Reitunfall mit multiplen unkomplizierten Kronenfrakturen und Dislokationsverseltzungen bei einer 14-jährigen Patientin (Foto alio loco)Zustand nach Rollersturz und „Wundversorgung“ der Kinnregion eines 11-Jährigen alio loco
In diesem Zusammenhang möchte ich auf die Sonderausgabe des Dental Traumatology verweisen, die aktuell kostenfrei zugänglich ist.
Hier finden sich zahlreiche interessante Artikel zur Traumatologie
Heute wurde uns erstmalig von einer Kollegin ein Patient zur endodontischen Behandlung überwiesen.
Zahn 26 hatte bereits vor der kürzlich erfolgten Überkronung zunehmende Beschwerden verursacht. Leider hatten diese nun in den letzten Tagen massiv zugenommen (zunächst zunehmende Kälteempfindlichkeit; nun zusätzliche Auslösung der Schmerzen durch Wärme).
Als ich den Patienten heute um 16:30 erstmalig sah gab er einen Schmerzgrad von 8 an.
Trotz mehrmaligen Novalgin-Einnahmen seien die Schmerzen zunehmend massiver.
Hier die Zuweisung der Kollegin.
Klinisch und radiologisch stellte sich die Situation wie folgt dar.
Sensibilitätstest : Zahn 26 + ; Zahn 25: schwach positiv mit dann schmerzauslösender „nachhallender“ Wirkung
Perkussion: Zahn: 26 – ; Zahn 25: ++
Aufbiss: Zahn 26: – ; Zahn 25: +
Blick auf den vestibulären Anteil der Krone 26Radiologische Situation: laut Patient war die Füllung an Zahn 25 bereits vor Jahren bei einem anderen Zahnarzt gemacht worden
Aufgrund der Befunde (und der Tatsache, dass die Praxis morgen geschlossen ist) haben wir den Patienten nach dem regulären Behandlungsschluss um 18:30 für die „Feierabend-Trepanation“ einbestellt.
Intrakoronal/kanalär fanden sich an Zahn 25 alle Anzeichen einer Pulpitits im Endstadium…
ich hoffe, dass der Patient damit möglichst gut geholfen ist…
Kurz vor Jahresende erhielt ich von meiner liebsten Zuweiserin das 16-Jahres-Recall unserer allerersten – Reparativen Endodontischen Therapie – überhaupt.
Zu den Hintergründen:
Im Sommer 2008 entwickelte der damals 8-jährige Leander einer dezente Schwellung inklusive Fistelbildung Regio 22. Ursächlich für die Nekrose war eine Invagination, die zu einer bakteriellen Infektion der Pulpa geführt hatte.
Der konsultierte Notdienst hielt den Zahn für nicht erhaltungswürdig und verwies Eltern und jungen Patienten an einen niedergelassenen Zahnarzt zur weiteren Therapie.
Die daraufhin konsultierte Kollegin hatte jedoch just zuvor das TEC Endo-Curriculum absolviert und hier durch hochrangige Referenten (Trope und Kim) von der Möglichkeit der „Revitalisierung“ erfahren. Statt den Zahn also zu entfernen, verwies sie Leander an uns…
Das damalige Behandlungsprotokoll unterschied sich in einigen Schritten von dem heutigen.
Wir verwendeten NaOCl, EDTA und CHX in allen Sitzungen und ein resorbierbares Widerlager kam nicht zum Einsatz.
Insbesondere der letzte Punkt verdeutlicht, warum dies jedoch definitiv sinnvoll ist.
Das eingebrachte MTA ist für meinen heutigen „Geschmack“ zu weit apikal geraten (da das Koagulum unter dem MTA Gewicht abgesunken war). Somit war in der weiteren Folge keine Dickenzunahme der Wurzelwand im zervikalen Bereich möglich…
obgleich ich den Zahn also in einigen Punkten heutzutage anderes behandeln würde bin ich mit dem langjährigen Recall zufrieden.
P.S.: Die Röntgenästhetik lässt ferner Luft nach oben
Hier eine Mail, die mich heute früh von einer Patientin erreicht hat.
Wir haben gestern an den Zähnen 15 und 16 eine Revisionsbehandlung weitergeführt, die alio loco gestartet wurde…
Wie soll ich mich verhalten? Bin für Ratschläge dankbar…
„Guten morgen Praxisteam,
Nach der gestrige Behandlung verlief der Nachmittag schmerzfrei, über Nacht hat sich einen Schmerz aufgebaut ( ich vermute dass ich die Zähnen zusammenbeiße) sodass vor Schmerzen heute früh bereits ein Ibuprofen genommen habe, ich bin auch mit einen steifen Nacken bis zum Schulterblatt rechts ziehende Schmerzen aufgewacht, bitte sein Sie so freundlich und senden sie mir per Post ein Rezept für die Physiotherapie, ich werde meine Kollegen aufsuchen müssen.
Bitte am besten soll auf dem Rezept um mit meine PKV abrechnen zu können folgendes verordnet werden : 10x MT mit CMD ( manuelle Therapie mit Craniomandibulären Behandlung), 10x Massage, 10x KG (Krankengymnastik), 10x Naturmoor.
Nächste Woche steht wieder die DGET-Jahrestagung an.
Auch dieses Mal wird es in einem Nebenforum Kurzvorträge zu diversen Themen geben.
Ich habe mich diesmal auch „aufgerafft“ und einen Abstract eingereicht, der schliesslich angenommen wurde.
In denen mir (und allen anderen) zugewiesenen stolzen V I E R Minuten (+ fünf Minuten Diskussion) werde ich unser Vorgehen bei ausgeprägtenapikalenOsteolysenunterschiedlicherGenesenbei jungen Patienten vorstellen…
hier ein erster Eindruck der drei Fälle, die ich ausführlich präsentieren werde…
be there or be square…
PS: Alle Abstracts zu den Kurzvorträgen findet man hier
Im Oktober 2016 stellte sich die damals 10-jährige Emma erstmals bei uns vor.
Sie bzw. Ihre Eltern gaben an, dass sie circa vier Jahre zuvor ein Frontzahnunfall erlitten hatte.
Nun war in Vorbereitung auf eine kieferorthopädische Behandlung aufgefallen, dass sich eine eine apikale Parodontitis mit Fistel an Zahn 21 bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum manifestiert hatte.
In „üblicher“ Manier führten wir daraufhin eine RE-Therapie durch.
Nachfolgend das Abschlussergebnis und die entsprechenden Recalls.
alio loco
Zu meiner grossen Freude erreichte mich vor einigen Tagen die Mail eines Endodontologen der gebeten worden war, den Zahn von Emma nun nachzuuntersuchen.
Einen Screenshot des dort angefertigten DVTs sehen sie nachfolgend…
alio loco
Das nennt man wohl eine biologische „Wurzelfüllung“…
Der heute fast zwölfjährige Luis erlitt im Herbst 2022 ein Frontzahntrauma im Sinne einer unkomplizierten Kronenfraktur an Zahn 11 und Dislokation von Zahn 12.
Rö alio loco
Bei der Erstvorstellung in unserer Praxis im November 2022 zeigten sich neben einer apikalen Pathologie bereits infektionsbedingte Resorptionen; insbesondere an Zahn 12.
Aufgrund des unterschiedlich weit fortgeschrittenen Wurzelwachstums entschieden wir uns für eine MTA-Apexifikation an 11 und eine RE-Therapie für 12 (in insgesamt drei Terminen).
Achtzehn Monate später war Luis gestern zur Nachkontrolle bei uns…
Freu
:-)
sieht aus, als wäre die Therapiewahl nicht die Schlechteste gewesen…
Der heute achtjährige Felix erlitt Ende April 2024 beim Trampolinspringen (Knie gegen Zahn) ein kompliziertes Frontzahntrauma.
Neben der Avulsion des Zahnes 21 kam es zusätzlich zu einer horizontalen Wurzelfraktur. Das apikale Fragment verblieb hierbei in der Alveole.
Alio locoAlio loco
45 Minuten nach dem Unfall wurde der Zahn nach bis dahin unphysiologischer Lagerung (Taschentuch) in eine Zahnrettungsbox überführt. Nachdem ein (vorsichtiger) Versuch der Fragmententfernung nicht gelang, würde der Zahn (ohne retrograde Extirpation ) reponiert und mittels TTS geschient.
Als sich Felix in Begleitung seiner Mutter gut 14 Tage später bei uns vorstellte zeigte sich eine deutliche Fistel oberhalb des Zahnes.
Alio loco
Trotz der widrigen Umstände entschieden wir uns mit Felix und Mutter für einen Versuch der Zahnerhaltung.
Nach eingeleiteter endodontischer Behandlung bis zum Bruchspalt (Med: Ca(OH2) heilte die Fistel innerhalb von einigen Tagen ab. Die Schienenentfernung erfolgte nach vier Wochen.
Vier Monate später stellt sich die Situation bisher recht erfreulich dar. Insbesondere klinisch gibt es (bisher) keinen Anhalt für eine Ersatzresorption.
Bei weiterem planmässigen Verlauf ist der vorläufige Abschluss der Therapie mittels MTA-Apexifikation in vier Wochen geplant…
Sicher ein Fall für die Kategorie: Heldenhafte Bemühungen…
Heute mal wieder ein Recall einer Reparativen Endodontischen Therapie
Bei dem damals 7-jährigen Justin hatte eine komplizierte Kronenfraktur an Zahn 11 zu einer Pulpanekrose geführt.
Nach unserem „üblichen“ Protokoll stellte sich die Situation so dar:
Das uns vom Hauszahnarzt drei Jahre später übermittelte Recallbild bestärkt mich wieder einmal darin, diese Therapie bei weit offenem Apex gegenüber einer Apexifikation zu präferieren…
Heute stelle ich den ersten Schritt einer Primärbehandlung an einem Zahn 27 vor.
Bei der alio loco begonnenen Behandlung war es nicht gelungen die Kanalsysteme aufzufinden…
Ausgangssituation – der palatinale Anteil des Pulpakammerdachs war ein einer Stelle eröffnet
mit entsprechender Vergrösserung und etwas anatomischen Wissen war dies jedoch kein wirkliches Hexenwerk.
Ausgangssituation und initiale Darstellung palatinal mit Dentineinpressungen
Sehr interessant finde ich die ungewöhnliche Lage des mb2. Befindet sich dieser doch in der Regel ca. 2mm entfernt von mb1, war er in diesem Fall in unmittelbarer Nähe zu dem palatinalen Kanaleingang…
Die beiden mesio-bukkalen Kanalsysteme konfluieren in einem sehr spitzen Winkel
Zwölf Jahre ist es her, dass ich hier intial über die Mutter aller Fallberichte geschrieben.
Gestern durfte ich die Behandlung eines Zahnes weiterführen, der eine identische Ursache für die Pulpanekrose des Zahnes 25 aufwies.
Bei der heute 26-jährigen Asiatin war ebenfalls ein Dens evaginatus dafür verantwortlich, dass es vor vielen Jahren zu einer Infektion der Pulpa gekommen war.
Die behandelnde Zahnärztin erkannte recht schnell, dass sie ohne Mikroskop nicht in der Lage sein würde, den weit offenen Apex adäquat verschliessen zu können.
„Messaufnahme“ alio locoDens evaginates kontralateral
Sie verwies sie die Patientin zu uns.
Aufgrund des Alters der Patientin entschied ich mich statt einer RE-Therapie zu einer Apexifikation.
Ausgangssituation
Aufgrund des sehr grossen apikalen Durchmessers kam nach dem kollagenen Widerlager Biodentine zum Einsatz.
Biodentine als apical plugPost-op
Ich bin guter Dinge, dass wir einen positiven Heilungsverlauf sehen werden.
Hier ein paar Details in bewegten Bildern…
Hätte sich jemand hier aus der Runde für eine RE-Therapie entschieden?
Vor fünf Jahren kontaktierte mich ein Zuweisen (MKGler und (Studien-)Freund) mit der Bitte um Behandlung einer seiner sehr geschätzten Mitarbeiterinnen.
An Zahn 36 hatte sich eine ausgeprägte apikale Osteolyse mit nun stark zunehmenden Schmerzen manifestiert. (TST bukkal 9mm; Fistel zervikal; IKD: keine Fraktur intrakoronal/-kanalär)
Sommer 2019
In insgesamt zwei Terminen konnten wir dieses Ergebnis erzielen:
Abschluss Herbst 2019 – Präparationsdurchmesser mes&dis ISO 35 – WF mit BC Sealer&GP
Mich würde an dieser Stelle interessieren, wie es die WURZELSPITZE Leser in solchen Fällen mit der Abrechnung der Leistungen halten?
Bekommt die Mitarbeiterin einen „normalen“ Kostenplan oder erfolgt die Behandlung komplett kostenfrei?
Wenn nicht, kommt man der Patientin in einer anderen Form entgegen und wenn ja, wie?
Welche Erwartung hat wohl der Zuweiser und sollte einen das tangieren?
Vor einigen Tagen erhielten wir nun eine Terminanfrage der damaligen Patientin mit Bitte um Weiterbehandlung des mittlerweile auch nekrotisch gewordenen Zahn 37…
Wie jetzt verhalten?
Höre ich Stimmen, Meinungen und Vorschläge ?
5 Jahre post op Endo 36 – leider scheint keine proth. Neuversorgung der Teilkrone erfolgt zu sein
PS: Erfreulich, dass Zahn 36 auf die Behandlung von damals angesprochen zu haben scheint…
Leider stellt sich die Situation diesmal nicht so erfreulich dar.
Zu den Hintergründen in Kurzform:
Der heute 10-jährige Laurenz erlitt in den Osterferien 2022 ein Frontzahntraum an Zahn 11 (Sturz auf Eisenstange, unkomplizierte Kronenfraktur + starker Lockerungsgrad)
Die weiteren Schritte:
– Notfallzahnarzt (Italien) Erstellung eines OPGs; keine weitere Therapie – 10 Tage später Vorstellung bei ÜW – Vipr negativ – LG III -Zahn leicht intrudierbar, zudem schmerzhaft – Schienung für 2 Wochen – CP-Behandlung -> Ktr. nach 2 Wochen – Schiene ex – beschwerdefrei, Zahn gefestigt – Vipr weiter negativ /jetzt grau verfärbt
– Mai 2022 ausgeprägte Schwellung. s.h. Handyfoto der Mutter
Bei uns erfolgte die RE-Behandlung in zwei Terminen und konnte im Juli 2022 abgeschlossen werden.
Im Mai 2023 zeigte sich folgendes Bild:
Im Juni 2024 nun so:
Wie schätzen Sie die Situation ein und wie soll die weitere Therapie aussehen?
Durch ROOTS bin ich vor vielen Jahren auf die Wurzelkanalfüllmethode mittels thermomechanischer Kompaktion gestoßen. Die von Dr. Jerry Avillion vorgestellte Methode (auch System A genannt) nutzt einen PAC MAC zur Erhitzung der Guttapercha/Sealer-Masse bei circa 30.000 U/min (Blaues Winkelstück)
Bei Bedarf kamen solche PAC MACs bei mir immer wieder mal zu Einsatz. Leider hat der Hersteller die Produktion eingestellt.
Hat jemand der hier Mitlesenden ggf noch Restbestände, die er mir gegen finanziellen Aufwand überlassen möchte ?
Aus aktuellem Anlass auch von uns einen Beitrag zu dieser Thematik…
Zu den Hintergründen.
Bei dem heute 60-jährigen Patienten (Arzt) wurde vor circa 15 Jahren eine endodontische Behandlung an Zahn 26 durch einen Münchner Endo-Spezialisten durchgeführt.
Damaliges Kontrollröntgenbild des Endodontologen
Bis zum Januar 2024 verhielt sich der Zahn absolut symptomlos. Seit Anfang des Jahres verspürte der Patient aber nun eine zunehmende Aufbißempfindlichkeit.
Die Hauszahnärztin fertigte aktuelle Einzelzahnaufnahmen an und verwies den Patient mit der Fragestellung einer Erhaltbarkeit des Zahnes durch Revision zu uns.
Die klinisch-radiologische (DVT FOV 5x5cm) Untersuchung ergab u.a. kleine apikale Aufhellungen an allen drei Wurzelspitzen.
In insgesamt zwei Terminen wurde der Zahn wie üblich therapiert, Das Beschwerdebild verschwand einige Tage nach dem ersten Behandlungstermin und einige Wochen danach erfolgte die neuerliche Wurzelkanalfüllung.
Anfang dieser Woche erhielten wir ein Schreiben des Patienten, in dem er uns bat, eine „bessere“ Begründung für die Versicherung zu verfassen, da diese die DVT Positionen abgelehnt hatte.
Wir verweisen den Patienten daraufhin an die Abrechnungsgesellschaft um die gewünschte „Unterstützung“ zu erhalten…
Hier seine Antwort darauf.
Hier im Übrigen die Begründungen, die wir in der Rechnung für die klinisch-radiologische Erstuntersuchung angeführt hatten:
Was würden Sie also antworten?
PS:
Hier im Übrigen noch das Abschlussergebnis der (/meiner ersten) Resilon-Revision
Die heute achtjährige Amelie erlitt im Frühling 2023 ein Frontzahntrauma (Rollersturz) in Sinne einer geringfügigen Intrusion an Zahn 21. In der weiteren Folge entwickelte der Zahn eine Pulpanekrose bei nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum, weswegen die junge Patientin zu uns verwiesen wurde.
In „bekannter“ Manier führten wir in zwei Terminen eine reparative endodontische Therapie durch.
In ein paar Wochen ist es 25 Jahre her, dass ich mein zahnmedizinisches Staatsexamen abgelegt habe.
Naturgemäß bin ich also in meiner Berufslaufbahn mit zum Teil kuriosen Situationen, Diagnosen, Behandlungsvorschlägen etc. etc. konfrontiert worden…
ein Fall, wie bei der nachfolgenden 32-jährigen Patientin ist mir allerdings bisher noch nicht „untergekommen“..
die junge Frau gab an, dass sie sich im Alter von sieben Jahren den Zahn 21 avulsiert hatte. Der Zahn war in der weiteren Folge damals reponiert und „beobachtet“ worden.
Eine weitere Behandlungsnotwendigkeit ergab sich laut Patientin in den nächsten Jahrzehnten nicht. Erst seit einigen Jahren (circa fünf) wurde der Zahn nun zunehmend dunkler.
Mittlerweile störte die Patientin das optische Erscheinungsbild zunehmend, weswegen sie ihren Zahnarzt auf die möglichen Behandlungsoptionen ansprach…
und was empfahl der Kollege der Patientin nach Anfertigung dieser Röntgenbilder…?
die ENTFERNUNG des Zahnes mit nachfolgender Implantation…
von der Möglichkeit einer endodontischen Therapie (und mehr) war keine Rede…
ich war sprachlos.
Gut nur, dass die Patientin dieser Empfehlung nicht gefolgt war und über Umwege zur endodontischen Behandlung mit nachfolgendem Bleaching zu uns kam…
hier das vorläufige Ergebnis vor weiterer Versorgung der Schneidekante…
beim Anblick der Bilder bleibe ich aber immer noch fassungslos, was der Patientin alio loco als Therapie empfohlen wurde. Einen so drastischen Therapievorschlag habe ich in fast 25 Jahren Tätigkeit noch nicht erlebt…
Erstmalig stelle sich die heute 55-jährige Patientin bei uns im Dezember 2021 vor. An Zahn 46 hatte sich vor einiger Zeit erstmals eine vestibuläre Fistel gebildet. Radiologisch stellte sich die Situation wie folgt dar.
Prä-op
Nach insgesamt zwei Terminen könnte die Behandlung im Februar 2022 wie folgt abgeschossen werden.
Post-op
Die Wurzelkanalfüllung erfolgte mit Guttapercha und BC Seiler high flow.
Die erste Nachkontrolle sechs Monate später zeigte nachfolgendes Bild.
Heute nun war die Patientin zur weiteren Nachsorge bei uns…
dieses Ergebnis zeigt sich gut ein Jahr nach Therapieabschluss…
Die Woche stellte sich der fast 15-jährige Alex erstmals bei uns vor.
Bei dem Jugendlichen war gerade zum zweiten Mal innerhalb der letzten achtzehn Monate eine Schwellung mit Fistel Regio 12 aufgetreten. Das letzte Mal bestand die Therapie in der wiederholten Spülung der Fistel bis diese abheilte…
als Ursache für die Schwellung war ursprünglich einmal die laufende KfO-Behandlung genannten worden. Da beim zuletzt angefertigten Röntgenbild das nicht abgeschlossene Wurzelwachstum des Zahnes bei nicht unerheblicher Osteolyse augenscheinlich wurde, erfolgte die Zuweisung zu uns.
Hier das alio loco angefertigte Röntgenbild und unser DVT.
Welche Therapie würden Sie wählen? Käme eine reparative endodontische Therapie (in „diesem Alter“) für Sie in Frage?
Der 13-jährige Paul erlitt vor einigen Wochen ein Frontzahntrauma, bei dem multiple Zähne der oberen Zahnreihe betroffen waren. Diverse Zahnfragmente fanden sich daraufhin in der penetrierenden Wunde der Unterlippe.
„Zahntechnisch“ hatte es den 23 am „schlimmsten“ erwischt.
Hier wurde alio loco eine komplizierte Kronenfraktur diagnostiziert. Da die Pulpa seit mehr als 12h der Mundhöhle exponiert war, wurde dort die Therapie einer partiellen Pulpotomie mit Biodentine-Deckung und Komposit-„Wundverband gewählt.
Es gelang zu dieser Zeit nicht, ein wirklich aussagekräftiges Röntgenbild anzufertigen. Das uns übermittelte stellte sich wie folgt dar…
Unsere Röntgenaufnahme während der Erstvorstellung sehen sie nachfolgend…
Aufgrund der veränderten Diagnosestellung folgte ein eine kleinvol. DVT-Aufnahme…
Wie wäre ihr weiteres Vorgehen? Was empfehlen Sie Patient und Eltern?
Zahn 26 der heute 53-jährigen Patientin wurde vor weit mehr als zehn Jahren von einem Endo-Spezialisten behandelt.
In all den Jahren war der Zahn (klinisch) unauffällig. Zuletzt berichtete die Patientin jedoch über ein gewisses „Missempfinden“.
Die klinische Untersuchung ergab keinerlei Besonderheiten (Taschensondierung, Lockerungsgrad etc.)
Das daraufhin angefertigte Einzelzahnröntgenbild zeigte jedoch eine Aufhellung an der mesio-bukkalen Radix. Rein radiologisch erschien die Präparation der dazugehörigen Kanalsysteme ggf. als „zu kurz“
Das wahre Ausmass der Problematik zeigte sich jedoch (mal wieder) erst im DVT…
DVT Regio 26 FOV 5x5cm
Bei der daraufhin durchgeführten intrakanalären Diagnostik (IKD) könnte die interradikuläre Aufhellung einem (sehr dezenten) Riss zugeschrieben werden.
Erstaunlich finde ich jedes Mal wieder, wie unterschiedlich der Ausprägungsgrad eines solchen Risses ausfallen kann. In diesem Fall erst etliche Millimeter nach dem Kanaleingang ersichtlich und nur durch Anfärbung mit Kariesdetektor sicher detektierbar…
ein weiterer Zahnerhalt erscheint leider nicht möglich zu sein…
Seit Praxisgründung verwenden wir Winkelstücke von NSK und sind mit diesen sehr zufrieden. Leider kommt es natürlich vor, dass diese irgendwann kaputt gehen. Der Kostenvoranschlag für die Reparatur belief sich auf ca 440 EUR…
über die Facebook Gruppe -Dentalfamilie- bin ich auf ein Video gestossen, das erklärt, wie man eine solche Reparatur ggf. selber vornehmen kann…
Nachfolgend zeige ich unsere beiden letzten Fälle einer Fragmententfernung.
Unser Vorgehen ist dabei zunächst die „unproblematischen“ Kanalsysteme zu präparieren, bevor ich mich um das Fragment kümmere.
Bei diesem Schritt präpariere ich das Kanalsystem dann zunächst in der Regel bis zu einer Größe von ISO 45 (Wave One Gold). Nachfolgend kommen dann Ultraschallansätze der ISO-Größe 25 und ggf. 15 zur Anwendung (Cave: Abdeckung der anderen Eingänge mittels Wattepellet).
Wichtig ist mir hierbei dem Patienten keine „Wasserstandsmeldungen“ hinsichtlich der Fortschritte abzugeben. Getreu dem Motto: “ Es bewegt sich schon, jetzt haben wir es gleich“…
leider ist so ein Umstand nämlich kein sicherer Garant dafür, dass das Instrument tatsächlich gleich entfernt ist…
raten Sie, woher ich das weiss
;-)
Sollte die Spitze des Instrumentes beim entfernten Fragment nicht erkennbar sein empfiehlt es sich zu diesem Zeitpunkt ein Röntgenbild anzufertigen, um das Erreichte zu kontrollieren. Ggf. ist das Fragment nämlich in sich nochmals frakturiert. Dies passiert meiner Meinung nach am ehesten bei NiTi-Fragmenten…
In unseren beiden Fällen handelte es sich um ein Niti- bzw. Stahl-Fragment. Der zeitliche Aufwand lag bei 30 bzw. 20 Minuten…
der restliche Ablauf war dann „Routine“….
Erkennbare Fragmentspitze als Anhalt, dass das Fragment (MTwo?) in toto entfernt werden konnteLeider war es mir nicht möglich einen distalen Approximalkontakt zu gestallten
Mit einer Häufigkeit von 0,01 bis 1 % tritt eine interne Zahnresorption sehr selten auf. Sie manifestiert sich in der Regel auf Basis einer chronischen Pulpaentzündung. Voraussetzungen sind Defekte im Bereich des Odontoblastensaumes und Prädentins, Entzündungsreize aufgrund einer bakteriellen Pulpainfektion sowie vitales Pulpagewebe apikal der Resorptionslakune.
Als Ursachen kommen u.a. das Vorliegen einer traumatischen Zahnverletzung, Dentinfrakturen und kieferorthopädische Behandlungen infrage. (S.h.:hier)
Bei der heute vorgestellten 14-jährigen Hanna kann neben der vormals durchgeführten kieferorthopädischen Behandlung ggf. die zusätzlich vorhandene Invagination mit daraus resultierender chronischer Pulpainfektion als Ursache herangezogen werden…
Die eigentliche Behandlung erfolgte einzeitig und verlief ohne Besonderheiten.
Die Wurzelkanalfüllung erfolgte mittels Guttapercha & BC Seiler high flow. Der Resorptionsprozess war dabei größtenteils mittels Mikroskop einsehbar…
Auch wenn es noch knapp zehn Monate dauert, bis der 65. bayerische Zahnärztetag wieder in München stattfindet möchte ich schon jetzt auf dieses Event aufmerksam machen.
Immerhin widmet sich dieser Kongress ausschliesslich dem Thema Frontzahntrauma.
Als Organisatoren fungieren Prof. Einwag und Prof. Krastl.
Diese Kombination verspricht ein interessantes Programm…
Vor gut einem Jahr stellte sich die heute 20-jährige Marcella bei uns vor.
Bei ihrem Unterkiefer-Frontzahn (mit Traumahistorie) war alio loco trotz massiver Obliteration vergebens versucht worden, eine endodontische Behandlung durchzuführen.
Ausgangs-Röntgenbild Zahn 31 mit apikaler Parodontitis bei massiver Obliteration
Trotz dentalmikroskopischer Vergrösserung war es dort nicht möglich, der Anatomie gerecht zu werden.
Zustand nach alio loco durchgeführter endodontischer „Therapie“; es konnte bei Kanalsystem gefunden werdenAusgangssituation im kleinvol. DVT
Alle Beteiligten waren höhst erfreut, dass es uns trotz aller Widrigkeiten (u.a. zahnfarbenes Komposit in kompletter Zugangskavität) (scheinbar) gelang, dem Problem die Stirn zu bieten…
Post-op Röntgenbild nach zweizeitiger endodontischer Behandlung (MAF: Wave One Gold 35)
leider stellte sich Marcella diese Woche mit wiederkehrenden, stärkeren Beschwerden an dem Zahn bei uns vor…
wie die Radiologie zeigt waren unsere konservativen Bemühungen nicht erfolgreich die apikale Pathologie zu bekämpfen….
alio loco angefertigtes Röntgenbild bei wiederkehrenden Beschwerden an Zahn 31aktuelles DVT 1 Jahr post-op – Nachbarzähne klinisch und radiologisch o.B.Zustand nach Abschluss der Behandlung vs. 1 Jahr post-op
leider schlägt unsere Therapie nicht in 100% aller Fälle an…
Bei der nachfolgenden Patientin war die vormalige Restauration an Zahn 22 frakturiert und es stand eine Neuanfertigung an.
Leider zeigte das Röntgenbild, dass der vormals endodontisch behandelte Zahn bei unauffälligen apikalen Verhältnissen ein Instrumentenfragement bereithielt… was also tun?
Gemeinsam entschieden wir uns mit der Patientin für eine Revision. Intraoperativ zeigte sich, dass es sich nicht um ein Hedströminstrument handelte, sondern (wohl) um einen Kompaktor zur thermohydraulischen Verdichtung des Wurzelkanalfüllmaterials. Dieser war wahrscheinlich während der Anwendung frakturiert.
Klinisch bedeutete dies ein extrem festsitzendes Fragment. Die DREI Versuche mittels BTR Pen scheiterten, weil der Draht (0,5mm) beim Zugversuch jedes Mal riss…
erst der zweite Anlauf mittels Hülsentechnik (+Rely X Unicem) führte schliesslich zum Erfolg.
So ein derart festsitzendes Fragment habe ich bisher noch nicht erlebt…