Von Dr. Jana Hüsch
Der damals gerade 13-jährige Patient wurde im April 2022 zur endodontologischen Beratung von Zahn 22 aus einer chirurgischen Praxis überwiesen.
Im Beratungsgespräch berichtete die Mutter, dass ihre Zahnärztin die Schleimhautveränderung in Regio 22 bereits seit einem Jahr beobachte und sich den Befund nicht erklären konnte. Folglich veranlasste sie sehr verspätet die Überweisung in eine chirurgische Praxis, welche den Patienten weiter zur endodontischen Beratung überwiesen hat.
Am Tag der Beratung lagen folgende Bilder aus der chirurgischen Praxis vor:

Der Patient war beschwerdefrei und der Zahn 22 wies weder eine axiale noch eine laterale Perkussionsempfindlichkeit auf bei physiologischen Sondierungstiefen.
Die bukkale Palpation war schmerzfrei, ließ jedoch einen großen knöchernen Defekt vermuten.
Der Zahn 12-21 sowie 23 reagierten positiv auf Kälte. Überraschenderweise war die Zahnbeweglichkeit nicht erhöht.
Die Schleimhaut stellte sich wie folgt dar:
Da ich bereits klinisch und röntgenologisch eine Invagination des Zahnes 22 vermutete, überwies ich den Patienten zur weiteren 3D-Diagnostik zu Dr. Jörg Schröder.
Das DVT bestätigte die Verdachtsdiagnose (Dens invaginatus Typ II n. Oehlers) und zeigte eine ausgedehnte apikale Osteolyse bei Fehlen der bukkalen Lamelle.
Die im Mai 2022 gestartete Wurzelkanalbehandlung erzielte leider nicht den gewünschten Erfolg.
Nach wiederholten Medikamentenwechseln mit Calciumhydroxid verschloss sich die Fistel nicht.
Auch die Einlage einer dreifach antibiotischen Paste (Metronidazol, Ciprofloxacin und Cefurexim) brachte keinen Erfolg.
Demnächst lesenSie hier, wie es weiterging…