Klein, aber sehr fein.

Besser kann ich die Jahrestagung der französischen Gesellschaft für Endodontie (SFE), die dieses Mal in Saint Malo stattgefunden hat, nicht beschreiben.

Neben der hohen Qualität und der sehr starken klinischen Relevanz der Hauptvorträge (und hier waren nicht nur die üblichen Verdächtigen eingeladen) hat mich besonders der extrem freundschaftliche und respektvolle Umgang der Mitglieder untereinander beeindruckt .

Begünstigt wird dies sicher auch ein wenig durch den Umstand, dass es nur 470 Mitglieder sind, die miteinander umgehen müssen. Aber die brennen wirklich fast alle für Endodontie.

Das war besonders am Samstag zu merken, wo ein, wie ich finde, sehr interessantes Format als einziger Programmpunkt stattfand. Klinische Fallpräsentationen der Mitglieder.

Die Qualität der gezeigten Behandlungen? Herausragend. Von der Dekompression, über Dens invaginatus (die Behandlung desselben wurde an einem zuvor anhand des DVT im 3D-Drucker erstellten Modell geprobt) bis hin zu wirklich anspruchsvollen mikrochirurgischen Fällen war alles vertreten.

Bild des 3-D-gedruckten Zahnes

Von 9.00h-10.30h und von 11.00 bis 13.00 Uhr gab es für jede Fallvorstellung 5 Minuten und anschliessend 10 Minuten Diskussion. Für einen mit Literatur und ausführlicher Erläuterung der klinischen und radiologischen Befunde gespickten Fallbericht keine wirklich allzu lange Zeit, wie ich selbst am eigenen Leib erfahren durfte.

Noch nie habe ich in einer Diskussion in einem Kongress derart klar ausgesprochene, jedoch immer konstruktive Kritik erlebt, wie in Saint Malo. Dabei blieben alle immer respektvoll. Und freundlich. Eine geradezu familiäre Atmosphäre. Es ging um die Sache und das Persönliche stand hintenan.

Die Hauptvorträge drehten sich um den Sinus maxillaris und chirurgische Endodontie. Jérôme DeLattre, ein HNO-Kollege, brachte uns den Sinus näher. Endoskopische Videos zeigten eindrucksvoll, wie es im Inneren aussieht.

Roderick Tataryn aus den USA zeigte anhand vieler klinischer Fälle den gegenwärtigen Stand endodontischer Mikrochirurgie. Gestochen scharfe 3-D-Rekonstruktionen und exzellent ausgeführte apikale Chirurgie waren die Highlights seines Vortrages.

Und dann kam Byron Tvisos. Statisch und dynamisch geführte retrograde Chirurgie, die diese Behandlungen auf ein neues Niveau bringen. Schnell und extrem sicher. Interessant dabei, dass Byron nach Mobilisierung des Mukoperiostlappens die Reduktion des bukkalen Knochens und die Resektion mit einem Trepanbohrer in einem Arbeitsschrittund nicht mit einer Fräse ausführt. In einem Zug. Mit Tiefenanschlag. Eine, wie ich finde, überlegenswerte Vorgehensweise.

Nicola Grande und Gianluca Plotino rundeten den ersten Tag ab und zeigten, wie intentionelle Implantationen genutzt werden können, um komplexe endodontische Herausforderungen zu vereinfachen. Die Wurzelspitze wird um 2-3 mm gekürzt. Die retrograde Präparation erfolgt aus Zeitgründen (der extrahierte Zahn sollte nach 10 Minuten wieder replantiert sein) mit einem diamantierten rotierenden Instrument. Sind die unteren 3 mm retrograd gefüllt, erfolgt die Reposition und die Schienung. Der koronale Teil der Aufbereitung erfolgt dann 2 Wochen später, wenn die Schienung entfernt wird. Bei tiefen kariösen Defekten wird der okklusale Zahnanteil reduziert und der Zahn koronal versetzt reponiert und geschient.

Am Donnerstag Abend fand die wohl aussergewöhnlichste Mitgliederversammlung statt, die man sich vorstellen kann. In der Produktionshalle des Austernfischers, der 2022 die Medaille d’Or in Cancale gewonnen hat, wurde von Präsident und Schatzmeister, auf einer Bierbank stehend, Rechenschaft über die vergangenen 2 Jahre abgelegt. Dann begann die Verkostung. ;)

Mitgliederversammlung SFE
2022
Austern aus Cancale
Blick aus dem Kongresszentrum
Strand vor dem Kongresszentrum
Lunch am Strand

Nächstes Jahr wir die Jahrestagung in Lyon stattfinden. Ob ich hinfahren werde? Mais bien sûr!

Autogene Zahntransplantation

Von Christoph Kaaden

Nachdem ich gestern Abend auf einem gelungenen Vortrag zum Thema „dentales Trauma und Zahntransplantation“ war, möchte ich die Möglichkeit nutzen für diese Therapieform weiter zu sensibilisieren.

Auf WURZELSPITZE war in der Vergangenheit hier und hier über eine Prämolaren-Transplantation geschrieben worden. Weiterführende Literatur zu dieser Thematik finden Sie u.a hier in einer interessanten Dissertation.

Prof. Nolte hob ferner die Therapieoption einer Milchzahntransplantation hervor. Hier ein Fallbericht, der das Vorgehen näher erläutert.

 

Mein Fazit des gestrigen Abends lautet:

  • Man kann nie genügend Wissen über die dentale Traumatologie sammeln (hier der link zu der DGZMK-Leitlinie)
  • Zahntransplantationen (egal ob Zähne der ersten oder zweiten Dentition) bei verloren gegangenen bleibenden Zähnen sind eine Therapieoption, die mehr Beachtung finden sollte.

 

Mutter aller Fallberichte – Neuauflage (II) – Recall

Von Bonald Decker

 

Vor längerer Zeit hatte ich hier den ersten Teil der Behandlung eines Oberkiefer-Prämolaren mit nicht abgeschlossenem Wurzelwachstum vorgestellt.

Gestern war der mittlerweile 14-jährige Patient mit seiner Mutter zur Nachuntersuchung bei uns.

Hier das bisherige Ergebnis…

Es scheint, als ob die bisherige Entwicklung als positiv bewertet werden kann.

Die nächste Nachkontrolle ist in zwölf Monaten geplant. Das Ergebnis werde ich Ihnen dann wieder vorstellen.

P.S.: Wer sich mit dieser Thematik eingehender beschäftigen möchte hat auf der kommenden Frühjahrstagung (31.3./01.04.2017) der deutschen Gesellschaft für Kinderzahnheilkunde (DGKiz) in Würzburg hierzu Gelegenheit. Hier finden Sie das Tagungsprogramm.

Jahr der Frontzahntrauma-Fortbildungen

Von Christoph Kaaden

Fortbildungen zum Thema Frontzahntrauma sind im Vergleich zu anderen leider rar gesät. Im kommenden Jahr verhält es sich anderes und es bieten sich dem Fortbildungswilligen einige „hochkarätige“ Optionen.

Los geht`s am 09. April 2016. Die Universität Würzburg lädt unter dem Motto:

Frontzahntrauma! Was nun?– herzlich ein.

 

Flyer Traumatagung Würzburg

Unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. G. Krastl (u.a.Zahnunfallzentrum Würzburg) sollen „in diesem Seminar Wege aufgezeigt werden, die die eigene Praxis zu einem Teil eines FZT-Netzwerkes machen, das sich mit allen Aspekten des FZT befasst. Ansprechen werden sollen alle, die aus ihren Bereichen wie Kinderzahnheilkunde, Chirurgie oder Endodontie Erfahrung im Umgang mit FZT haben und für Kollegen/innen in der näheren Umgebung zu einer/einem Ansprechpartin/Ansprechpartner oder der Anlaufstelle für einen professionellen Umgang mit Frontzahntrauma-Patienten/innen werden.“

Sicherlich eine sehr gute Idee, die hoffentlich sehr viel Zuspruch und Unterstützung erfährt.

 

Zum Ende des gleichen Monates findet dann eine weitere hochkarätige Fortbildung zum Thema >Treatment Challenges in Dental Traumatology< in Kopenhagen/Dänemark statt. Etliche international renommierte Referenten berichten dann über behandlerische Herausforderungen in der dentalen Traumatologie.

Traumatagung Kopenhagen 2016

Näheres zu den genauen Themen finden Sie hier.

Und das absolute Highlight folgt dann im Zeitraum vom 11.-13 August 2016. Dann lädt die IADT zur internationalen Traumatagung nach Brisbane, Australia ein.

Für uns Europäer nicht gerade der nächste Weg, aber das Programm weiss zu überzeugen…

IADT Tagung in Brisbane

Dies finden sie hier sowie hier nähere Informationen zu den Hauptrednern.

Vielleicht begibt sich ja der ein oder andere von Ihnen nach Down Under.

Ich hoffe also möglichst viele der WURZELSPITZE Leser auf einer dieser tollen Veranstaltungen zu treffen. Sollten Sie noch weitere lohnenswerte Veranstaltungen zu dieser Thematik kennen bitte ich Sie die Kommentarfunktion zu nutzen…

Vorträge bei der ESE, die ich mir gerne anhören möchte

von Hans – Willi Herrmann

Auch nach vielen Jahren und vielen Gelegenheiten, die ich ihm zuhören konnte, bin ich  ein Freund der Vorträge von Cliff Ruddle. Ich bewundere ihn für seine Fälle (die so ausserordentlich sind, dass diese schon mal still und heimlich von anderen Referenten vor großem Publikum gezeigt und als eigene Glanztaten ausgegeben werden). Und darüber hinaus ist er im positiven Wortsinne ein „showman“ alter amerikanischer Schule, ein Wanderprediger der Endodontie, vergleichbar im Deutschsprachigen vielleicht noch am ehesten mit Alexander Gutowski.

Wer also Ruddle noch nicht live erlebt hat, der sollte, falls möglich,  die von Christian Danzl gestern hier angesprochene Möglichkeit wahrnehmen.

Aber – es sind nicht nur die Giganten der Endodontie, die hörenswert sind.

Und gerade bei den ESE – 2 Jahrestagungen wie nächste Woche in Barcelona sind es oft die „kleinen“ Vorträge des Nebenpodiums, die den Reiz der Tagung und einen gegebenenfalls nachhaltigen Wissensgewinn mit sich bringen. Während illustre Namen  allzuoft mit altbekannten und eher trivial- grundsätzlichen Inhalten die Massen in die Haupttagungsräume ziehen, findet hier großteils  im Verborgenen immer wieder „the cutting edge of endodontics“ ihr Podium.

Nachfolgend ein paar Vorträge aus den „kleinen“ Vortragssälen 4 oder 5,  die ich auf meiner Auswahlliste habe:

Donnerstag, 17.09.2015

11:30 Guided Endodontics: Accuracy of a novel method for guided access cavity preparation and root canal location
*Connert T, Zehnder MS, Weiger R, Krastl G, Kühl S
12:10 The effect of ferrule and different reattachment designs on strengthening of the vertically fractured teeth using fiber and adhesive materials
*Kurnaz S, Keçeci AD, Kaya Ureyen B

12:30 Canal and isthmus cleanliness of mesial roots of mandibular molars after Laser Activated Irrigation: a micro-computed tomography study.
*Verstraeten J, Meire MA, Jacquet W, De Moor RJ

15:00 Microsurgical re-treatment of endodontically treated teeth with incomplete vertical root fracture: a clinical case report
Taschieri S, *El Kabbaney A, Tsesis I, Corbella S, Rosen E, Del Fabbro M

15:22 A new technique and a new device to remove broken endodontic instruments from root canals
*Widera N

15:44 Non-surgical root canal treatment of a maxillary lateral incisor with triple dens in dente and five canals
*Amezcua O, Cruz A, Cholico HP, Cabada A

16:06 Contemporary management of a perforated mandibular first molar by a multidisciplinary approach: report of a case with 7-year follow-up
*Tsurumachi T, Tsurumachi N

17:22 Dose reduction and Cone-Beam Computed Tomography accuracy
*Al-Nuaimi N, Patel S, Foschi F, Mannocci F

18:06 Tooth survival following root canal treatments in Sweden. First report from a Scandinavian Endodontic Research Collaboration network (EndoReCo)
*Fransson H, Dawson VS, Frisk F, Bjørndal L, Kvist T

Freitag, 18.09.2015
9:22 Micro-CT Root canal configuration and main foramina number investigation of 302 maxillary molars
*Wolf TG, Paqué F, Willershausen B, Briseño Marroquín B

9:44 Cone-Beam Computed Tomography study of root and canal morphology of mandibular first and second molars in a Spanish population
*Mora Christian J, Abella Sans F, Nuñez Avellaneda A, Roig C M

11:22 A prospective comparative study of root canal treatment using Thermafil and Cold lateral compaction in teeth with periapical lesions
*Kandemir Demirci G, Çalışkan M

12:28 Pastinject: Is it a novel instrument for root canal irrigation?
Kayahan MB, Pamukçu Güven E, Türk T, *Çiftçioğlu E, Küçükay I

12:50 Advances and new approaches in endodontic irrigation procedures
*İriboz E

15:22 Laser-activated irrigation using pulsed erbium lasers: principles and physical basis
*Meire MA, Poelman D, Verschraege A, De Moor RJ

15:44 Laser-activated irrigation using pulsed erbium lasers: value added cleaning and disinfection
*De Moor RJG, Meire MA

16:06 Laser-Assisted Endodontic Treatments: A Paradigm-Shift.
*Martins MR, Martins MA, Gutknecht N

17:00 An ex-vivo study to demonstrate the effect of direct current on the efficacy of 1% sodium hypochlorite
*Logani A, Chahar M, Shah N

17:22 A new alternative for intracanal negative pressure irrigation: The iNP needle. Characteristics and suggestion for the protocol of clinical use
*Adorno CG

17:44 Evaluation of the antibacterial and antifungal activity of benzydamine hydrochloride and conventional antimicrobial agents: an in vitro study
*Kaval ME, Yılmaz FF, Karavana SY, Güneri P

18:06 New perspective for endodontic irrigation: nanodroplets
*Alovisi MA, Pasqualini D, Cavalli R, Cuffini AM, Mandras N, Scotti N, Berutti E

 

Und um das Hauptpodium nicht ganz zu vernachlässigen: Ende des letzten Milleniums habe über das ROOTS- Emailforum die Fälle von Carlos Boveda aus Venezuela kennengelernt und die gezeigten Resultate haben mich ebenfalls tief beeindruckt. Ich bin gespannt, wie nach so langer Zeit sich Carlos Boveda zwischenzeitlich weiterentwickelt hat und werde daher den Vortrag:

How to: preparing minimal access cavities
Carlos Boveda

auf jeden Fall anschauen.

Hat jemand der Leser noch einen Tipp für einen sehenswerten Vortrag, der hier noch keine  Erwähnung fand ?

Dann nutzen Sie bitte die Kommentarfunktion, um dies kundzutun.

Ü- Day 6, Team- Day 7 WURZELSPITZE in Leipzig

von Hans – Willi Herrmann

Am 27. – und 28. März 2015 fand in Leipzig nunmehr schon zum 6. Mal der traditionelle Überweisertag der 5 WURZELSPITZE- Praxen statt. Einmal im Jahr laden wir mit dem  Ü- Day unsere Überweiser zu einem Fortbildungsevent ein, dass an einem der 5 WURZELSPITZE- Praxenstandorte ausgerichtet wird. Nach 2012 war nun Leipzig ein weiteres Mal Zielort des Treffens.

Diese Fortbildungswochenenden bestehen aus 4 Bausteinen. Dem Get Together, einem Treffen der Überweiser, aller Praxisteams und Freunden von WURZELSPITZE. Dem Teamday, einer internen Fortbildung der Praxismitarbeiter. In diesem Jahr standen 2 Seminare auf dem Programm:

  • „Dental English“  – humorvoll und locker durchgeführt von H. Nathan Smith, einem in der Nähe von New York in New Jersey aufgewachsenen „native speaker“ vom Wall Street English- Team Leipzig – sollte die Sprachkenntnisse der Mitarbeiter im Hinblick auf fremdsprachige Patienten erweitern.
  • Und Pia Schwalm, ehemals Booz & Company, nun  L&D Europe Program Coordinator Strategy, zuvor in erstklassigen Hotels in Europa tätig, beleuchtete im  Seminar“ Wir sind ja nicht im Hotel“ das Thema „Servicequalität“ in der Zahnarztpraxis.

Paralellel dazu widmeten sich die Zahnärzte der WURZELSPITZE- Praxen im von Dr. Sabine Löffler gehaltenen Anatomiekurs am Humanpräparat interessanten, weil behandlungsrelevanten Aspekten der Kopf- Anatomie.  Am Nachmittag gab Dr. Sebastian Riedel Einblicke in seine von Prof. A. Guttowski (in dessen Praxis er als Ausbildungsassistent tätig war)  geprägten Arbeitsabläufe.

Am Samstag dann – im großen Hörsaal des Anatomischen Institutes der Universität Leipzig, einem der schönsten akademischen Hörsäle Deutschlands – zunächst die Vorträge der WURZELSPITZE – Referenten:

 Auf der Agenda standen:

  • Hans – Willi Herrmann – DVT – was nun? Ein Leitfaden für den Schnelleinstieg
  • Olaf Löffler – Update Endodontie (I) Was hat sich in meiner Praxis bewährt, was nicht.
  • Christian Danzl – Reziprok im endodontischen Alltag – Ein kurzes Update
  • Christoph Kaaden – Mythen der Endodontie (II) – Die medikamentöse Einlage
  • Jörg Schröder – Revitalisierung nach Frontzahntrauma

Auch in diesem Jahr stand der Vortrag eines externen Referenten als abschließender Programmpunkt im Mittelpunkt des Interesses:

Prof. Markus Jungehülsing, seit 2007 Leiter des Haut – und Kopfzentrums am Klinikum Ernst von Bergmann, ( Funktionsbereich HNO, Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie, Ophthalmologie, Dermatologie) und seit 2008 Honorarprofessor der Humanwissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Potsdam referierte mit eindrucksvollen Videos unter der Überschrift: „45 cm3 Luft: Der Sinus maxillaris im Focus dreier Fachgebiete“ über die Kieferhöhle, ihre Anatomie, Physiologie und Pathologie sowie der Therapie von Sinuitiden aus HNO – Sicht.

Für das nächste Jahr ist ein weiterer Ü – Day geplant.
Er soll am 30. April 2016 in Bad Kreuznach stattfinden.

Abschliessend noch ein paar fotografische Impressionen vom Event.

 

Dental Cal – die Einfachheit der Fortbildungsplanung

von Dr. Andreas Habash

Vor einiger Zeit hatte ich ein Telefongespräch mit Kollegen Werling.
Dabei ging es um ein neues Projekt welches er gerade mit einem professionellen Programmierer-Team entwickelte.
Als er mir sagte, dass dies ein „weltweiter Dentalkalender“ werden wird war ich erst etwas skeptisch?
Wie soll das gehen? Wie kommen die Inhalte da rein? Und, was interessieren mich die Fortbildungskurse in Indien oder Thailand?
Aber, wenn man sich im www umschaut mit Facebook und Twitter, etc dann ist die Idee gar nicht mehr so verrückt.
Das fängt ja schon damit an, das ich nicht weiß welche Fortbildungen es in Österreich oder der Schweiz gibt?
Dabei wäre eine Fortbildung in Zürich oder auf Mallorca von meinem Wohnort aus besser und schneller zu erreichen, als eine in Hamburg!

Nach dem 2 stündigen Telefonat war ich bereits Feuer und Flamme.
Warum
Ganz einfach
Ich hatte zufällig versucht ein paar Tage vorher einen Fortbildungskurs zu einem bestimmten zahnmedizinischen Thema für mich zu finden – und war – gescheitert.
Sobald es sich um endodontische Fortbildungen handelt ist das für mich einfach weil ich Referenten, Themen etc. gut kenne und sehr schnell die richtigen Worte in die Suchmaschine eintippe.
In meinem Fall ging es um ein anderes Spezialgebiet in dem ich nicht so bewandert bin und so gestaltete sich die Suche über die Suchmaschinenmaske etwas schwierig.
Also – Thema eingeben – dann Zeitraum einschränken – dann die ganzen Ergebnisse über alte Veranstaltungen und Berichte ignorieren – dann auf der 4 Seite der Ergebnisse einen ähnlichen Kurs finden – mit diesen Infos wieder die Suche verfeinern und dann … versuchte ich noch nach einer Veranstaltung in meiner Nähe zu diesem Thema zu suchen … fast unmöglich

Deshalb finde ich das neue Konzept genial.
Ein Fortbildungskalender für den kompletten Dentalbereich und das sogar international
Account anlegen
Fortbildungsprofil als User ausfüllen! (Dadurch erhält man immer spezielle Newsletter nach den eigenen Fortbildungspräferenzen!)
Kurse suchen
Erinnerungen bekommen
Alle Daten auf einer Seite
Verwaltung von eigenen Fortbildungspunkten
Einstellen eigener Kurse

Der Gedanke von „Social- Media“ wird dabei auf Dental-Cal „aktiv“ gelebt: Jeder Zahnarzt, Zahntechniker, Zahnarzthelferin kann dort, ohne grüßen Aufwand und kostenlos, eigene Fortbildungen einstellen. Auch Unternehmen, Fortbildungsgesellschaften, etc. können dort kostenlos ihre Kurse einstellen. Für die Zukunft, habe ich mitbekommen, sind interessante Erweiterungen der Seite geplant. Die Einbindung von Webinaren, e-learning-CMS, und Foren, in welchen man Antworten zu allen dentalen Fragen finden kann, sind nur einige der Projekte, die gerade erarbeitet werden. Solch eine Seite „lebt“ natürlich auch von den Usern. deshalb habe ich dort auch einen Kurs eingestellt! Es wäre super, wenn auch andere die Fortbildungen und Kurse anbieten dort kostenlos ihre Angebote einstellen würden!

Ich hoffe das Projekt hat einen guten Start.

Hier geht es auf die Seite
dental-cal.com

IDS – Neuheiten 2015 (4) – Ein Traum wird wahr (II) – Connect drive

Von Christoph Kaaden

Seit 2008 ist die Verwendung eines kabellosen Endodontie-Motors aus unserem Praxisalltag nicht mehr wegzudenken. Meine Erfahrungen mit dem von mir sehr geschätzten ENTRAN habe ich in diversen Beiträgen (u.a. auch hier) auf WURZELSPITZE veröffentlicht.

Leider war es diesem Motor (wie auch anderen) nicht möglich neben der vollrotierenden auch die reziproke Bewegung für Nickel-Titan-Instrumente umzusetzen.

Wie für Hans-Willi Herrmann (und viele andere) wird daher in Kürze auch für mich mit der Vorstellung solcher „Kombigeräte „ein Traum“ in Erfüllung gehen . Das von VDW für diesen Zweck entwickelte Gerät wird der breiten Öffentlichkeit erstmals auf der IDS unter dem Namen Connect drive vorgestellt.

VDW Connect drive

In dieser Produktbroschüre finden sie hierzu vorab schon nähere Informationen.

Auf die regelmässige klinische Anwendung und unsere Erfahrungen mit diesem und anderen Kombimotoren bin ich selber maximal gespannt…

ich werde sicher weiter berichten!

Wurzelspitze Ü-Day 5 2014 München – Nachlese

von Hans – Willi Herrmann

Am 11. und 12. April 2014 fand in München der 5. WURZELSPITZE Ü- Day, der Überweisertag der WURZELSPITZE – Praxen statt.

Nach dem traditionellen freitagabendlichen „Get Together“, dieses Mal im Paulaner- Braukeller am Kapuzinerplatz abgehalten, referierte am Samstag vormittag Jörg Schröder zum Thema Trauma- Erstversorgung, Christoph Kaaden zur Anästhesie in der Endo, Olaf Löffler zur Post- Endo – Versorgung, während ich zum Thema „gesetzeskonforme endodontische Patientenaufklärung und Dokumentation“ vortrug.

Unser besonderer Dank gilt Prof. Reinhard Hickel, der es ermöglichte, dass die Veranstaltungen im großen Hörsaal und Kons- Phantomsaal der LMU München stattfinden konnten. Und unserem externen Referenten Dr. Jan Hajto, der praxisnah das Thema vollkeramische Restaurationen beleuchtete und dabei sogleich einen kritischen und dennoch  unterhaltsam kurzweiligen Blick auf das Reizthema „Werkstoffkunde“ und „Keramikfrakturen“ legte.

Dem Ü- Day angeschlossen war der mittlerweile schon zum 6. Male ausgerichtete WURZELSPITZE- Teamday, welcher der internen Weiterbildung der WURZELSPITZE – Praxen – Mitarbeiter dient.
Während die ersten Jahre Vorträge zum QM und Praxisabläufen im Mittelpunkt des Teamdays standen, wurden beim letzten Teamday in Salzburg zum ersten Mal im Kreise aller Praxen praktische Übungen (Notfallmaßnahmen in der Zahnarztpraxis) durchgeführt. Und in diesem Jahr konnte ein lang gehegter Wunsch der Praxismitarbeiter in die Tat umgesetzt werden, nämlich (am Phantomkopf und mit Frasaco – bzw.extrahierten Zähnen) zahnärztliche Behandlungen einmal selbst vorzunehmen. Insgesamt 4 verschiedene Stationen waren eingerichtet, an denen endodontische Behandlungen unter dem Dentalmikroskop, Composite- Füllungstherapie, sowie  Provisorienherstellung durchgeführt werden konnten. Aus meiner Sicht des Endo- Stations- Betreuer kann ich berichten, dass das angestrebte Ziel, die endodontischer Behandlung aus Behandlerwarte mit allen Höhen und Tiefen (spektakuläre Aufbereitungsergebnisse, Instrumentenbrüche) näherzubringen, als voll und ganz gelungen bezeichnet werden kann. Das die vorgesehenen Frühstückspausen nur rudimentär genutzt wurden, kann als starkes Indiz für das Interesse und den Eifer der Teilnehmer gewertet werden.

Parallel zu den Übungen am Phantom gab es für die administrativ tätigen Mitarbeiter  einen Erfahrungsaustausch, den Verwaltungsworkflow der Endo- Behandlung betreffend.

Mit 93 Teilnehmern erzielte der diesjährige Teamday einen neuen Teilnehmerrekord.
Einige  Impressionen der Veranstaltung liefert die nachfolgende Bilder- Galerie.
Auch für 2015 ist wieder ein Ü- Day/Team-Day vorgesehen.
Er soll am 27. und 28. März 2015 in Leipzig stattfinden.

 

In eigener Sache – Berliner Zahnärztetag 2014

von Hans – Willi Herrmann

Am vergangenen Freitag und Samstag fand der 28. Berliner Zahnärztetag statt. Wie immer hervorragend besucht, hatte er  in diesem Jahr die Endodontie zum Thema. Und- um es vorwegzunehmen-das Ganze wurde inhaltlich sehr gut umgesetzt.  Für mich innerhalb von wenigen Wochen nach der Wintertagung in Braunlage  der Zahnärztekammer Niedersachsen die zweite Veranstaltung auf Kammerebene, die sich durch ein sehr hohes Niveau und viele renommierte Referenten – in Berlin zumeist als Zweierteams – auszeichnete. Ich teilte mir mit Dr. Helmut Walsch die Bühne zum Thema „Wurzelkanalfüllung – Material und Methoden – Fälle und Fakten“.

Am Ende des Vortrags kam ein mir unbekannter Kollege aus dem Auditorium ans Mikrophon, sprach öffentlich seinen Dank für den Vortrag aus und fügte dann an, dass er sich ausserdem ganz besonders für den Blog „WURZELSPITZE“ bedanken wolle. Er lese täglich mit und hätte durch den Blog mehr gelernt als in seinem gesamten Studium.

Es ist ein nicht zu unterschätzender Aufwand, diesen Blog, wie wir es nun schon im 6. Jahr tun, Wochentag für Wochentag mit Inhalten zu füllen.
Um so mehr freut es uns, wenn dieses Engagement entsprechend gewürdigt wird.
Ein tolles Lob!

Gerne hätte ich mich auch im Namen meiner Mitautoren Christian Danzl, Christoph Kaaden, Olaf Löffler und Jörg Schröder persönlich bei dem Kollegen bedankt, aber im Trubel des Kongresses bei geschätzt mehr als 500 Teilnehmern im Raum ergab sich nicht die Gelegenheit dazu, weshalb ich diesen Weg wähle, in der Hoffnung, dass sich der betreffende Kollege zur persönlichen Kontaktaufnahme mit mir in Verbindung setzt. 

Penn Endo Global Symposium Vienna 2014

von Christian Danzl

Ich gebe zu, es dauert noch ein wenig, bis dieses Event stattfindet.
Das Penn Endo Global Symposium Vienna 2014.
Die Österreichische Gesellschaft für Endodontie veranstaltet ihre Jahrestagungen abwechselnd in Salzburg und Wien. Am vergangenen Wochenende fand die Tagung in Salzburg statt.
Nächstes Jahr ist wieder Wien dran.
04. bis 06. Dezember 2014, Palais Ferstel.
Dann das erste Mal in Zusammenarbeit mit der University of Pennsylvania.
Mit sehr interessanten Referenten.

Frühes Weihnachtsgeschenk

von Hans – Willi Herrmann

Es ist Ende September und ich habe keine Ahnung, ob es bereits Lebkuchen und Spekulatius in den Supermärkten gibt.
Aber das erste Weihnachtsgeschenk lag schon am 24. September bei mir in der Post.

Der VDZE hat mit dem Elsevier- Verlag eine Übereinkunft erzielt, seinen Mitgliedern den Zugang zur Onlineausgabe des JOE zu ermöglichen.
Für 20 Euro im Jahr.
Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass die Druckversion 180 Euro kosten würde.

Heute stehen demnach dem endodontischen Interessierten an wissenschaftlichen Journalen die „Endodontie“, das IEJ, das JOE und die ENDO Endodontic Practice Today zur Verfügung, zu einem Bruchteil des Preises, den man noch vor ein paar Jahren hierfür zahlen musste.

Und WURZELSPITZE gibts sogar noch als Zugabe umsonst obendrein.
In diesem Sinne – schon jetzt eine schöne Vorweihnachtszeit.

Neue Instrumente bei der ESE (2) – Maillefer Proglider

von Hans – Willi Herrmann

Als VDW 2005 in Deutschland das MTwo – System vorstellte und dessen Erfinder, Prof. Malagnino, den Verzicht auf Handinstrumente und die rein maschinelle Erschließung von Wurzelkanälen vorschlug, war in der Endoszene der kollektive Aufschrei groß.

3 Jahre später, mit der Einführung der Pathfile- Instrumente durch Maillefer war diese zunächst hart kritisierte Idee dann schon „mainstream“ geworden, wenngleich offiziell eine Handinstrumentation bis zur ISO Größe 10 vorgeschrieben und nur hinter vorgehaltener Hand die rein maschinelle Erschließung propagiert wurde.

Mit dem proglider – Instrument, bei der ESE – Zweijahrestagung in Lissabon vorgestellt, bringt nun demnächst Maillefer ein weiteres „maschinelles Gleitpfad“- Instrument auf den Markt. Die initiale Erschließung bis zu einer ISO 10 – Feile wurde am Stand nachwievor als notwendig benannt, wenngleich die Produktbroschüre schon die Vorteile der rein maschinellen Erschließung hervorhebt.  Der Spitzendurchmesser des proglider beträgt 16/100 mm. Darüber hinaus besitzt das Instrument  einen vom ProTaper – Instrument her bekannten progressiven  Taper. Und – richtig gelesen –  der Singular ist korrekt, ein einzelnes Instrument soll die Arbeit der 3 bisherigen  PathFile – Instrumente schultern, was am Plexiglas- Block vollkommen unproblematisch, ja sanft und dennoch effizient gelingt.

Leider kann ich bislang von praktische Erfahrungen, die über den berühmt-berüchtigten  Plexiglasblock hinausgehen, nicht berichten, die am Stand vorhandenen Instrumente waren limitiert und für die ESE – Teilnehmer beschränkt.

Die Markteinführung ist für November 2013  Frühjahr 2014 geplant.

Neue Instrumente bei der ESE: FKG BT- Race

von Hans – Willi Herrmann

Maschen wir uns nichts vor: Nachdem vermutlich mittlerweile das zweihundertfünfzigste „neue“ Nickel – Titan – System vorgestellt wurde (welches natürlich jedes Mal mit dem Marketing Claim, Feuer und Rad gleichzeitig erfunden zu haben, beworben wird), fällt es schwer, noch wirklich innovative  oder zumindest andersartige NiTi – Lösungen zu finden. Reziprok /Wave One  wie auch die SAF- Feile , 2010 bzw 2009 vorgestellt, waren zuletzt solche Lösungen.

Und seitdem ?
Im Westen nichts Neues, um mit Remarque zu sprechen.

Auf der letzte Woche stattgefundenen ESE 2 Jahrestagung in Lissabon hat nun FKG ein neues System vorgestellt, welches das Thema maschinelle Aufbereitung um eine weitere, bislang in dieser Form noch nicht da gewesene Variante bereichert. Das BT – Race System besteht aus 3 vollrotierenden Instrumenten, von denen allerdings nur das mittlere wirklich neu ist. Dieses jedoch kann für sich in Anspruch nehmen, in dieser Form so noch nicht auf dem Markt gewesen zu sein. Nachfolgend eine kurzer Abriss der klinischen Anwendung: Nach Handinstrumentation bis minimal zu einer ISO 10- Handfeile (der Hersteller empfiehlt sicherheitshalber die Gleitpfadherstellung mit einer ISO 15- Handfeile) kommt zunächst mit der BT 1 eine 10.06 Scout Race – Feile auf Arbeitslänge zum Einsatz.

Danach erfolgt die eigentliche Innovation: Das zylindrig-spiralige BT2 – Instrument besitzt einen apikalen Durchmesser von 0.35 mm und einen Taper von 0 Prozent. Am ehesten vergleichbar ist es damit mit einer S-Apex – Feile, ebenfalls aus dem Hause FKG, die wiederum Bezug genommen hat auf das Lightspeed – Instrument  der ersten Generation. Nur benötigte dieses System, um auf den Durchmesser von 35/100 mm zu kommen immerhin 7 Instrumente.

Wie also schafft es das BT 2 – Instrument, die Arbeit dieser 7 Instrumente zu schultern ? Das Geheimnis liegt in der namensgebenden Instrumentenspitze. BT steht für „Booster Tip“  und darunter versteht der Hersteller eine Fasung der Instrumentenspitze, die aus den 3 Scheidekanten der Instrumentenschneide 6 Kanten werden lässt. Dadurch schneidet die Spitze nicht nur effizienter, sondern darüber hinaus bereits entsprechend einer konventionellen 15/100 mm- Spitze.

Die finale Aufbereitung erfolgt mit dem BT 3 – Instrument. Dieses entspricht einer Race 35.04, der jedoch ebenfalls ein Booster Tip spendiert wurde.

Wer apikal weiter aufbereiten möchte, dem stehen  mit dem BT-Race XL BT 40 (40.04) und BT 50 (50.04) weitere Instrumente mit Booster Tip zur Verfügung, wie alle BT-Race – Instrumente single use, mit (endlich) zwei Farbringen für Spitzendurchmesser/Konizität versehen und einzeln steril verpackt. Umdrehungszahl ist 800 rpm und als Torque- Emfehlung nennt FKG einen Wert von  1.5 Ncm.

Die Markteinführung des BT Race- Systems ist für November 2013 geplant.

Jahrestagungen der DGmikro und DGET

von Hans – Willi Herrmann

Unsere Gastautor Tomas Lang hat mich in seiner Eigenschaft als Vizepräsident der Gesellschaft gebeten, auf die Jahrestagung der DGmikro am 27. und 28. September an der Uni Witten hinzuweisen. Das tue ich mit einem Link auf das Tagungsprogramm gerne und erwähne in diesem Zusammenhang auch gleich die diesjährige 3. Jahrestagung der DGET, die vom 10. – 12.Oktober erstmalig als Gemeinschaftstagung der DGZ und der DGET mit der DGPZM und der DGR2Z in Marburg stattfindet.

 

Mal ‚was Anderes.

von Jörg Schröder

Nach vielen Jahren der Fokussierung auf rein endodontische Fortbildungen habe ich vor zwei Wochen die Gelegenheit genutzt, mich mit einem, mir bis dahin als völlig praxisfern erscheinendem Thema zu beschäftigen: Lachgassedierung. Genauer: titrierbare Lachgassedierung.

Vor meinem geistigen Auge kann ich schon förmlich die hochgezogenen Augenbrauen oder Mundwinkel sehen, die die ersten Zeilen bei einigen Lesern auslösen. Nicht anders erging es mir als ich vor einigen Wochen von einem meiner Überweiserkollegen die Einladung zu einem 2-Tages-Kurs erhielt.

Zum Thema „Lachgas“ kamen mir bis dahin fast nur negativ besetzte Assoziationen in den Sinn.

Ich kann es kurz machen: Der 2-Tageskurs mit insgesamt 8 Teilnehmern und 2 Referenten war eine tolle Fortbildung.

Neben der Theorie, frisch und kompetent vorgetragen von Prof. Jörg Weimann, Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und interdisziplinäre Intensivmedizin am Sankt Gertrauden-Krankenhaus in Berlin konnte Michael Melerski als langjähriger Anwender durch anschauliche  Beispiele aus der täglichen Praxis den Teilnehmern die Vorteile der Lachgassedierung nahe bringen.

Das Highlight war  die unter Supervision durchgeführte Sedierung der einzelnen Kursteilnehmer. Während ich noch am ersten Kurstag lieber zusehen wollte, konnte ich am Samstag einmal selbst die Erfahrung einer Lachgassedierung machen.

Beeindruckend war dabei, wie sich mit langsam steigender N2O-Konzentration die gewünschte Wirkung einstellte. Neben einer Anxiolyse führt Lachgas zu einer zunehmenden „Unempfindlichkeit“ im Mundraum. Ein Vorteil bei Patienten mit Würgereiz. Das Gefühl für die verstrichene Zeit geht verloren, bei langandauernden Behandlungen auch  ein Vorteil. Die Wahrnehmung ist als ein wenig gedämpft zu beschreiben.

Da Lachgas nicht metabolisiert, sondern abgeatmet wird, verschwinden alle Sedierungssymptome ca. 2-3 Minuten nachdem die Lachgaszufuhr gestoppt wurde und 100% Sauerstoff eingeatmet wird. Im Vergleich zu metabolisierten Sedierungsmitteln (z.B. ein großer Vorteil.

Die Sedierung wird unter Kontrolle eines Pulsoximeters durchgeführt, die minimalste Sauerstoffkonzentration des Gemischs beträgt 50%. Das heisst, dass während der Sedierung im Minimum etwas mehr als das Doppelte der in der Umgebungsluft vorhandenen Sauerstoffkonzentration (21%) eingeatmet wird. Bei den meisten Teilnehmern wurde bereits bei einer Lachgasbeimischung von 25-30% die gewünschte Sedierung erreicht.

Die titrierbare Lachgassedierung ist eine relativ zu erlernende und mit den heute zur Verfügung stehenden Geräten sicher anzuwendende Technik um Patienten mit ASA 1 und ASA 2 eine „entspannte“ Behandlungssituation zu ermöglichen.

Weitere Informationen zum Thema findet der interessierte Leser unter F.i.i.S Berlin.

Wurzelspitze Ü Day 4, Teamday 5 Salzburg 2013 in Bildern

von Hans – Willi Herrmann

Nachfolgend ein paar fotografische Impressionen vom diesjährigen WURZELSPITZE Ü-Day / Teamday in Salzburg.

Ein besonderes Dankeschön geht an unseren Patienten Herrn H. aus S., der mir liebenswerterweise seine Leica M Monochrom zum Ausprobieren zur Verfügung stellte.

2. DGET Jahrestagung 2012 in Leipzig

von Stefan Klinge

Vom 1.- 3. November fand die zweite Jahrestagung der DGET in Leipzig statt. Eine erfolgreiche Veranstaltung. Denn nicht nur hochkarätige Vortragende, sondern auch eine schier nicht enden wollende Zahl an Teilnehmern bescherten nicht nur fachlich, sondern auch menschlich einen regen Austausch. Die Tagung begann am Donnerstag nachmittag mit sieben Workshops, die sich neben verschiedenen Feilensystemen auch mit dem Einsatz des DVT in der Endodontie beschäftigten. Berichten kann ich von dem Kurs über WaveOne, der von Dr. Josef Diemer gehalten wurde. Mal abgesehen von der professionellen Abhandlung des Themas, vermittelt Dr. Diemer das Gefühl als ob er jeden Teilnehmer schon jahrelang kennen würde. Insgesamt ein hervorragender Kurs, der mein Behandlungskonzept mit Protaper / Profile und Pathfiles bestätigte. Das Single File Konzept des WaveOne Systems wurde von Dr. Diemer mit dem Einmalgebrauch der Feilen erklärt, welche als Teil einer hybriden Aufbereitungstechnik zu sehen sind. Dieser erste Kongresstag klang mit der Mitgliederversammlung aus, in der unter anderem über die Arbeit der DGET im Zusammenhang mit der neuen GOZ 2012 berichtet wurde. Hervorgehoben wurde dabei die Arbeit der GOZ AG, bei deren Mitgliedern sich der der Vorstand bei dieser Gelegenheit bedankte. Am Freitag beeindruckte mich der Vortrag über Milchzahnendodontie und Endo nach Trauma im bleibenden Gebiss von Dr. Hubertus van Waes / Zürich. Insbesondere wurde die Rolle des CaOH2 als Stimulation einer Hartgewebsbrücke kritisch hinterfragt und MTA im Vergleich als bessere Alternative empfohlen. Und dies nicht nur bei VitA oder kleinfächiger Eröffnung der Pulpa, sondern insbesondere bei der Behandlung des nicht abgeschlossenen Wurzelwachstums als Folge eines Traumas. Da es aber bei MTA immer wieder zu Zahnverfärbungen käme, wurde eine Alternative dazu entwickelt, die allerdings bis jetzt nicht röntgenopak war. Dies soll sich nun ändern, da eine neue, röntgensichtbare Variante des MED-PZ ( Medizinischer Portlandzement ) in Kürze über eine in der Schweiz ansässige Firma erhältlich sein soll. Es folgte der Vortrag von Prof. Dr. Löst / Tübingen über das Phänomen der Längsfrakturen bei endodontisch behandelten Zähnen. Eine allgemeingültige Aussage über die Ursache einer VRF läßt sich nach heutigem Wissensstand nicht formulieren. Sicher sei allerdings, dass eine vertikale Wurzelfraktur in den wenigsten Fällen bei vitalen Zähnen und bei avitalen Zähnen ohne endodontische Versorgung auftrete. Prof. Dr. Thomas von Arx / Bern brillierte mit einem fesselnden Vortrag über apikale Chirurgie. Mit eindrucksvollen Fallbeispielen konnte er vermitteln, dass eine chirurgische Intervention oftmals durch eine gründliche, präoperative Diagnostik vermeidbar sei. Hierzu zählten nicht nur das DVT sondern in erster Linie auch simple klinische, wie auch radiologische Untersuchungen, wie eine Taschentiefenmessung oder eine exzentrische Zahnfilmaufnahme. Nicht zuletzt sollte man die eigene Diagnose immer nochmals kritisch hinterfragen. Der Vormittag des Samstags wurde komplett vom Vortrag von Prof. Dr. Ove Peters / San Francisco eingenommen. Zum einen ist aus seiner Sicht nicht geklärt, weshalb eine endodontische Therapie gelingt oder misslingt. Denn nichts Wesentliches habe sich seit ca. hundert Jahren geändert, was er mit einem Film über eine endodontische Behandlung aus dem Jahre 1917 untermauerte. Zum anderen liege die Zukunft der Endodontie weniger in der Entwicklung neuer technischer Instrumentarien, als vielmehr im Verständnis komplexer, biologischer Zusammenhänge, wie er am Beispiel der Revaskularisierung verdeutlichte. Dr. Frank Paqué konnte nachfolgend in seinem Vortrag über anatomische Strukturen erneut beeindrucken. Seine Visualisierung des endodontischen Systems mittels MikroCT, läßt staunen und zweifeln zugleich. Insofern unterstützt sein exzellenter Vortrag die Ausführungen seines Vorredners, mehr auf die Biotechnik als auf neue Feilentechnik zu setzen. Der Nachmittag wurde dann durch Dr. Johannes Mente / Heidelberg und Thomas Clauder / Hamburg in einem gemeinsamen Vortrag bestritten. Mit schier unendlichen, aber packenden Fallbeispielen konnten beide Redner ausführlich die Einsatzgebiete von MTA ( Mineral Trioxide Aggregate ) in der Endodontie darlegen. Obwohl auf MTA schon mehrfach in den vorangegangenen Vorträgen eingegangen wurde, konnten beide das Auditorium bis zum offiziellen Ende der Tagung am späten Nachmittag begeistern. Insgesamt zeichnete sich diese Tagung nicht nur durch eine gelungene Auswahl an Vortragenden und Themen aus, sondern auch durch eine fast familiäre Atmosphäre. Ob in den Pausen, abends an der Bar oder zum abendlichen Event in Auerbachs Keller, es fand immer ein reger Austausch statt – ob nun auf fachlicher oder privater Ebene. Ein ganz besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hinter den Kulissen, die mit beispielhaftem Einsatz für einen reibungslosen Ablauf der Tagung sorgten. Im nachfolgenden Video habe ich versucht, zumindest ein paar wenige Impressionen festzuhalten.

Roots Summit 2012 Brasilien – Eindrücke abseits der Kongresssäle

von Hans – Willi Herrmann

Auch von meiner Seite ein paar fotografische Impressionen, abseits der ROOTS Summit Kongresssäle, sowohl in Farbe, als auch in Schwarz Weiss.

 

Roots Summit 2012

von Jörg Schröder 

Nach zweijähriger Pause fand das mittlerweile 10. ROOTS Summit in diesem Jahr in Brasilien statt. Das Team um Carlos Murgel und Gustavo de Deus hatten ins im Länderdreieck Brasilien, Argentinien und Paraguay gelegene Foz de Iaguaçu eingeladen.

Den mehr als 600 Teilnehmern aus über 30 Ländern wurde während der dreitägigen Veranstaltung ein abwechslungsreiches Programm geboten. Neben Vorträgen vieler internationaler Top-Referenten aus Wissenschaft und Praxis ( M. Versiani, M. Haapasalo, G. Yared, J. Vera, J. Dovgan, J. Munce, A. Chaniotis, L. Pereira, R. Cristescu, H.W. Herrmann , G. Debelian S. Nallapati, R. Michiels) konnten Workshops zu einer Vielzahl verschiedener endodontischer Themen belegt werden. Eine Posterpräsentation mit neuen Ergebnissen wissenschaftlicher Studien rundete die Veranstaltung ab.

Die Organisation des Events war vorbildlich und braucht den Vergleich mit Großveranstaltungen in Europa nicht zu scheuen. Was mir besonders in Erinnerung bleiben wird, ist die fast familiäre Atmosphäre in der alles ablief. Ob früh am Morgen beim Frühstück – es ging an jedem der drei Tage um 8.30 los – oder beim gemeinsamen Abendessen – um 17.30 Uhr war Schluss – immer fanden sich neue Tischzusammensetzungen mit interessanten Gesprächen.

Als Referent wird man selbst am nächsten Tag noch zum Vortragsthema angesprochen und befragt. Die Scheu Fragen zu stellen ist bei den Teilnehmern deutlich geringer als hierzulande ausgeprägt. Zustimmung aber auch kritische Anmerkungen werden gleich nach dem Vortrag im persönlichen Gespräch geäußert.

Am Donnerstag bot sich die Möglichkeit die zuvor von Dr. José Vega im Zusammenhang mit der Irrigation des Wurzelkanals erläuterten physikalischen Zusammenhänge  des laminaren Flows und des akustischen Streamings durch eine Exkursion zu den weltbekannten Iguaçu-Wasserfällen zu vertiefen.

Wenn es unter den vielen hervorragenden Präsentationen einen zu nennen gibt, der mir besonders gefallen hat, dann ist es der Vortrag von Rafäel Michiels aus Belgien.

Mit seiner unnachahmlichen und sympathischen Art Dinge beim Namen zu nennen ließ er in 45 Minuten die Entwicklungen der Endodontie chronologisch Revue passieren und setzte sich dabei sehr kritisch mit den schon fast inflationär um sich greifenden „Revolutionen“ in der Endodontie auseinander.

Würde sein  Motto „PPC“ Compare the Present with the Past and think Critical“ regelmäßiger zur Anwendung kommen und das bekannte Wissen konsequent in die Behandlung einfliessen, könnte der endodontische Behandlungsstandard mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch ohne monatliche Revolutionen erheblich verbessert werden können.

Das Roots Summit 2012 war für mich einmal mehr Gelegenheit,  alte Freunde zu treffen, neue Freunde zu finden und mit einigen neuen Ideen im Gepäck motiviert nach Hause zurückzureisen.

Neben eigenen Bildern, Fotos von Roberto Cristescu und Rafäel Michiels.

Bose® QuietComfort® 15 Acoustic Noise Cancelling® Kopfhörer – ein kurzer Erfahrungsbericht

von Hans – Willi Herrmann

Bis zum Jahr 2006 bin ich regelmäßig, teilweise mehrmals im Jahr, beruflich bedingt an die Westküste der USA geflogen. Die lange Reise hat mich zusehends davor zurückschrecken lassen. Grund waren die lange Flugdauer und der Umstand, dass ich im Flugzeug – wenn überhaupt –  schlecht und dann auch nur kurz schlafen kann. Von Jahr zu Jahr  länger anhaltende jet lags  waren die Folge und damit einhergehend immer stärker der  Wunsch, mir solche Situationen nicht mehr aufbürden zu wollen.

Mit Unbehagen sah ich daher meinem 12 Stunden Flug nach Brasilien zum ROOTS Summit 2012 entgegen. Und das gab den Ausschlag, mir einen Bose® QuietComfort® 15 Acoustic Noise Cancelling® Kopfhörer zuzulegen. Über diese Kaufentscheidung hatte ich als Technik – Interessierter  schon immer mal wieder in der Vergangenheit spekuliert. Da ich , wie oben beschrieben, beruflich bedingt öfters weitere Strecken mit Flugzeug und Bahn zurücklegen musste. Aber letztendlich habe ich das Ganze als „Verdammt viel Geld und wer weiss ob´s überhaupt funktioniert und deshalb muss ich es nicht unbedingt haben“ eingestuft und immer wieder verworfen.

Denn auch ein Test im Bose-Shop konnte letztendlich nicht ausreichend klären, ob der Kopfhörer wirklich seinen Zweck wie erwartet würde erfüllen können. Von vorneherein war klar, daß lediglich tiefe und mittlere Frequenzen zuverlässig unterdrückt wurden, Flugzeugturbinenlärm zum Beispiel. Aber hatte mich das im Flugzeug eigentlich so sehr gestört ? Zumal dauerhaft gleichbleibend und damit vom Kopf ohnehin nach kurzer Zeit ausgeblendet. Waren es nicht vielmehr laut sich mitteilende Sitznachbarn, schlagende Flugzeugtoilettentüren und schreiende Babys, die einem die Nachtruhe raubten ?

Weiterhin stand die Frage im Raum, ob es unbedingt das Kopfhörer Top – Modell von BOSE sein müsste ? Von einer  Firma, die in der Vergangenheit es immer schon verstanden hatte, einen möglicherweise sogar nur vermeintlichen Vorteil marketingmäßig aufzublasen und mit einem Premiumpreis  zu versehen. Noice cancelling Kopfhörer gibt es immerhin schon für rund 100 Euro. Von  renommierten Anbietern wie Sennheiser, AKG, Panasonic, Sony. Und dann die Optik des BOSE QC 15 ? Schon zu seiner Markteinführung langweilig, würde ich das Design heute wohlwollend als „attraktiv für Rentner“ einstufen, ehrlich befragt als häßlich und spiessig obendrein einordnen.

Bewertungen bei Amazon und ein Kurztest im Apple Store haben mich letztendlich bewogen, mir Anfang September aller negativer Stimmen zum Trotz den BOSE QC 15 zuzulegen. Zwischenzeitlich hatte ich dann auf Kurzflügen nach Moskau und Budapest, die Möglichkeit,  den Kopfhörer anzutesten. Die Nagelprobe war dann der Flug nach Rio de Janeiro und zurück.

Kurz und knapp. Das Teil funktioniert.
Und nicht nur im Flugzeug, sondern auch in „normalen“ lärmbelasteten Bereichen, wie den Flughafenterminals. Sogar Stimmen werden weit besser als erwartet herausgefiltert. Es ist immer wieder erstaunlich, wie stark die Lärmbelastung im Flugzeug ist, sobald man den Kopfhörer ausschaltet, um sich  zum Beispiel mit dem Sitznachbarn zu verständigen. Was den Tragekomfort angeht, habe ich den Kopfhörer nicht als unangenehm empfunden. 12 Stunden Tragezeit waren kein Problem. Für mich war der Erwerb kein Fehlkauf, im Gegenteil, eine Bereicherung und Erleichterung, was das Reisen angeht. Daran mag auch die ausladende Reisehülle nichts ändern. Die bei Amazon von verschiedener Seite als unzureichend beschriebene Klangqualität kann ich für mich, trotz diesbezüglich von Jugend an hohen Ansprüchen, nicht bestätigen.

Und was das Schlafen im Flugzeug angeht – für mich war der BOSE QC 15 auf  meinem Rio- Flug eine Erleichterung, verbesserte die Nachtruhe. Mein Geld war also gut investiert und der BOSE QC 15 gehört jetzt, wenn möglich, zum Reisegepäck dazu.

ROOTS auf Facebook

von Christoph Kaaden

Im Zuge des gestrigen Beitrags ist es bereits erwähnt worden…

seit ein paar Wochen ist das (internationale) Online-Endodontie-Forum ROOTS in seiner bisherigen Form vom Netz genommen worden…

Leider !

Ich persönlich habe hier eine Menge lernen dürfen.

Obgleich ich mir von ROOTS-„Veteranen“ habe sagen lassen, dass die besten Zeiten des Forums, in dem internationale Grössen der Endodontologie (u.a Gary Carr, John Stropko u.v.a.m)  bereitwillig ihr Wissen mit anderen „Endothusiasten“ teilten, schon länger (bzw. lange) der Vergangenheit angehörte…

aber es scheint trotzdem weiter zu gehen…

Ein „Nachfolger“-Forum findet sich unter der Regie des neuen Administrators Freddy Belliard (ganz zeitgemäß) hier auf Facebook…

die Zeit wird zeigen, ob ROOTS auf Facebook an „die guten alten Zeiten“ anknüpfen kann…

ESMD-Kongress in Berlin – ein Kurzbericht

von Bernard Bengs

Praxisbedingt konnte ich leider erst ab Freitag Nachmittag, also ab der zweiten Hälfte am diesjährigen ESMD-Kongress teilnehmen. Gerade rechtzeitig zur Live-Demo:

Parallel wurden zwei Behandler gezeigt, Behnam Shakibaie demonstrierte einen Sinuslift am Schweinekiefer-Präparat, während Jörg Schröder im Nachbarraum an einer Patientin eine orthograde Revision an einem bereits resezierten Unterkiefer-Molaren durchführte. Beide Behandlungen konnten im Auditorium in 3D mitverfolgt werden.

Leider kamen durch hektisches Schalten zwischen den Behandlern interessante Details oft zu kurz, man kann auch durchaus den Sinn einer „Live-Op.“ am Schweinekiefer hinterfragen. Ein Vortrag mit kommentierter Video-Einspielung zum Sinus-Lift wäre wohl weniger aufwändig, dafür ergiebiger gewesen und hätte der „echten“ Live-Behandlung der Revision mehr Raum gegeben.

Beeindruckend waren die Präsentationen von Jason Smithson (direkte Composite-Restaurationen) und Paul Gerloczy (Kronen- und Veneerpräparationen), beide zeigten, welch enorme Präzision das Mikroskop in der restaurativen Zahnheilkunde ermöglicht. Das gilt in gleichem Maße für Rino Burkhardt (Parodontologie/Implantologie), dessen Vortrag die Möglichkeiten und Grenzen der Rezessionsdeckung auslotete.

Und der Rest? Leider einige  „Verkaufsvorträge“ zum Thema Cerec oder Laser etc. und viel Enttäuschendes, z.B. ein weit hinter den legendären Präsentationen seines Vaters zurückbleibender, staubtrockener Ergonomie-Vortrag von Richard Hilger.

Hätte Oscar von Stetten nicht zum Schluß noch eine knackige Präsentation zur Dokumentation mit dem OPM gehalten, das Fazit würde recht dürftig ausfallen.

Angesichts der kernigen Kongressgebühren und der sehr dürftigen Teilnehmerzahl muß man nach dieser Veranstaltung  trotz einiger hervorragender Referenten das Konzept seitens der ESMD möglicherweise noch einmal ein wenig nachjustieren, wenn man mehr Erfolg haben will.

Dentales Trauma Symposium 2012 in Kopenhagen

von Christoph Kaaden

Fortbildungen zum Thema „Dentale Traumatologie“ (insbesondere mit Beiträgen international renommierter Referenten) sind sehr rar.

Um so erfreulicher, dass am 26. und 27.10 2012 eine solche unter der Schirmherrschaft von Professor Jens Ove Andreasen  (dem Initiator des Dental Trauma Guide) in Kopenhagen stattfindet.

Näheres Informationen findet der Interessierte (und ggf. Kurzentschlossene) hier

Gesunder Menschenverstand

von Hans – Willi Herrmann

Wenn ich innerhalb Deutschlands als Referent zu Fortbildungen muss, dann fahre  ich, wenn möglich, mit der Bahn.

Wenn möglich –  heißt, dass der Zeitbedarf den der Anreise via Flugzeug nicht deutlich überschreitet. Bis nach München oder Hamburg spart man in der Regel mit dem Flieger, wenn überhaupt, nur wenig Zeit. Lediglich nach Berlin oder Dresden macht für mich das Fliegen Sinn.

Merkwürdige Welt.
Mittlerweile ist Fliegen oft günstiger als Bahnfahren.
Zumindest solange man keine Bahncard 50 besitzt.

Ich habe seit ein paar Jahren diese Bahncard. Sie kostet 482 Euro. Privat nutze ich diese Card eigentlich nicht, mit der Familie bin ich fast ausschließlich  mit dem Auto unterwegs. Für die   Institutionen, in deren Auftrag ich Fortbildungen halte, lohnt sich die Karte aber auf jeden Fall.
Neulich war in Erfurt. Die Bahnfahrt kostete dank Bahncard 50 117 Euro. Anteilsmäßig habe ich 25 Euro für die Bahncard  in Rechnung gestellt. Macht eine Kostenersparnis für die Landeszahnärztekammer von 92 Euro gegenüber dem regulären Preis.  Leider sieht sich die Kammer ausserstande, den 25 Euro- Kostenanteil zu übernehmen.

Haben Sie sich schon gedacht ?
Dann wissen Sie ja auch, was die Konsequenz für mich ist. Das Kündigungschreiben an die Bahn ist soeben raus (hilfreich hierbei war die Internet – Seite Aboalarm, denn die Homepage der DB gibt sich hinsichtlich Kündigungsmöglichkeiten sehr zugeknöpft).
Leider ein paar Tage zu spät, das Bahncard -Abo verlängert sich automatisch bis September 2013.

Bis dahin werde ich nun vorab jedesmal anfragen, ob ich die Bahncard einsetzen soll oder nicht.
Mal sehen, ob die Landeszahnärztekammer Thüringen ein Einzelfall bleibt oder ob sich noch mehr Institutionen ausserstande sehen, eine für ihre Mitglieder und Kunden kostensparende Lösung einzugehen.

ESMD 2 Jahres- Tagung in Berlin

von Hans – Willi Herrmann

Der Herbst ist immer die heiße Zeit der Fortbildungen und Kongresse. Den Startschuss in diesem Jahr macht die ESMD (European Society of Microscope  Dentistry) – Zwei – Jahrestagung in Berlin.

Ich habe es aus Zeitgründen bislang noch nicht geschafft, an einem ESMD – Kongress teilzunehmen und 2012 bildet keine Ausnahme, aber wenn diese so gut sind wie jeder der AMED – Kongresse, die ich vor einigen Jahren besucht habe, dann lohnt sich die Teilnahme, zumal das Treffen gewissermaßen in unserem Wohnzimmer stattfindet.

Eine PDF des Tagungsprogramms finden sie hier: ESMD_2012_FA_0423