In wenigen Wochen wird in München im Rahmen eines Opinion Leader Meetings die 2.Generation der VDW Reciproc -Instrumente vorgestellt werden.
Die Reciproc Blue.
Und es bleibt nicht das einzige neue Instrument bis zum Jahresende.
So hat FKG angekündigt, voraussichtlich noch im September, spätestens bei der DGET -Jahrestagung im November in Frankfurt eine Weltneuheit zum Thema „Aufbereitung“ zu präsentieren.
Komet F6 Reciflow
Dritter im Bunde (bis jetzt) die Firma Komet, die mit R6 ReziFlow ein eigenes reziprokes Instrument präsentieren wird. Während VDW beim bereits gewohnten 3 Instrumente -System 25,40,50) bleiben wird und Maillefer mit dem Wave One Gold System Instrumente in 20er, 25er, 35er und 45er Durchmesser anbietet, fächert Komet die Abstufung noch feiner in 25.06,30,06,35.06 und 40.06 auf.
Man darf gespannt sein.
Falls Sie jetzt nach meinen Erfahrungen fragen.
Fehlanzeige, ich habe mit den Komet – Instrumenten, die wie die anderen Reziprok- Instrumente auch als Instrumente zur Einmalanwendung konzipiert wurden, jedoch ohne einen bei Hitzeeinwirkung aufquellenden Plastikring im Schaft daherkommen, noch nicht am Patienten gearbeitet.
von Hans – Willi Herrmann Ich möchte auch in diesem Jahr die Adventszeit zum Anlass nehmen, Geräte/Instrumente/Materialien, die sich in unserer endodontischen Praxis besonders bewährt haben, auszuzeichnen. Das Augenmerk liegt dabei besonders auf den Newcomern, also denjenigen Dingen, die 2015 erstmalig bei uns zum Einsatz kamen und die wir innerhalb kürzester Zeit so ins Herz geschlossen haben, dass wir nicht mehr darauf verzichten wollen.
Eröffnen möchte ich den bunten Reigen (im Hintergrund läuft gerade im Radio Ponchiellis Tanz der Stunden aus „La Giaconda“; das bewirkt zwangsläufig die blumigen Redewendungen) mit den Wave One Gold – Instrumenten der Firma Maillefer.
Über die Vorzüge dieser Instrumente habe ich im September, unter anderem mit beigefügtem Video hier berichtet und in jenem Artikel auch schon eine Reihe von Gründen genannt, warum ich diese Instrumente so schätze. Seitdem sind weitere 3 Monate vergangen und die Wave One Gold haben ihren Stammplatz im Team weiter ausgebaut. Zu Lasten der VDW MTwo- Instrumente, wohlgemerkt, mit denen ich seit nunmehr bald 12 Jahren standardmäßig arbeite. Und das alleine ist schon einmal eine Ansage.
An zwei Beispielen der letzten Woche möchte ich den besonderen Nutzen herausstellen:
Zum einen behandelte ich einen Unterkieferprämolaren mit einem im zentralen Kanal tiefer intrakanalär abgehenden zweiten lingual gelegenen Kanal. Ich habe ein gelbes Wave One Gold- Instrument vorgebogen und bin dann tastend im Kanal nach unten, bis ich das Instrument mit der Spitze in den Kanaleingang einführen konnte. Bei deutlichem Widerstand erfolgte dann die Betätigung des Anlassers und los ging es mit der maschinellen Aufbereitung. Weitere Instrumente nun einzuführen ist von nun an nach dieser initialen Bearbeitung deutlich einfacher möglich, wenngleich weiterhin die vorgebogenen größeren Wave One – Instrumente von Vorteil sind. Auf konventionellem Wege hätte ich hier deutlich weiter nach vestibulär aufziehen müssen. Auch die maschinelle Aufbereitung wäre deutlich schwieriger gewesen.
Zweiter Fall.
Ein Zahn 27 bei extrem eingeschränkter Mundöffnung und extrem geringer interokklusaler Distanz. Selbst Instrumente von 21 mm Arbeitslänge liessen sich nicht einführen, weder mit Handstück noch von Hand. Hier war guter Rat teuer. Letzendlich war es möglich, die Wave One Gold Instrumente vorzubiegen, um dann unter Sicht die Instrumentenspitze des gebogenen Instrumentes in den Kanaleingang einzulochen. Danach erfolgte wieder die Betätigung des Anlassers und die maschinelle Aufbereitung der Wurzelkanäle. Es ist in diesem Zusammenhang im Übrigen sehr erfreulich , dass die Aufbereitung bis 35/100 mm mit 3 Instrumenten durchgeführt werden konnte. In solche schwierigen Situationen ist jedes Instrument, das nicht benutzt werden muss, ein riesiger Vorteil.
Eingehen möchte ich noch auf folgende Fragen, die ich in diesem Beitrag zur IDS 2015- Neuheit „Wave One Gold“in den Raum gestellt habe:
„Bliebe nun der Acid- Test: Die Bewährung in der tagtäglichen Praxis.
Ist Wave One Gold genauso fehlerunanfällig wie Reciproc ?
Genauso wenig bruchanfällig ?
Was ist in den Fällen, in denen Reciproc nicht/nicht optimal auf Arbeitslänge geht ?
Wird Wave One Gold hier eventuelle Vorteile ausspielen können ?“
Nach mehr als einem halben Jahr tagtägliches Arbeiten mit diesen Instrumenten kann ich sagen: Es kam bislang zu keiner Instrumentenfraktur eines Wave One Gold- Instrumentes. Ich persönlich halte die VDW Reciproc 25- Instrumente für weniger bruchanfällig als die Wave One Gold 20 und 25.
Bislang klinisch zum Tragen kam dies nicht.
Ich rate aber dennoch sicherheitshalber dazu, in schwierigen Kanälen die Instrumente während der Benutzung routinemäßig auf Aufdrehung hin zu untersuchen (kommt immer mal wieder in schwierigen Kanälen vor) und dann gegebenenfalls auszutauschen.
In Fällen, in denen eine VDW Reciproc 25 nicht auf Arbeitslänge geht, leisten die gelben und roten Wave One Gold – Instrumente gute Dienste. Diese Art der Hybrid- Technik ist zur Routineanwendung in unserer Praxis geworden.
Die Patientin brachte letzte Woche zur ersten endodontischen Behandlungssitzung ein Schreiben der Allianz- Krankenversicherung mit.
Es bezog sich auf unseren Heil- und Kostenplan, den wir anläßlich einer WF- Revisionsbehandlung erstellt und der Patientin zur Abklärung der Kostenübernahme ausgehändigt hatten. Das die Notwendigkeit eines DVT´s im Rahmen der endodontischen Behandlung grundsätzlich verneint wurde, ohne dass irgendjemand vorhandene Röntgenbilder begutachtet hatte, ist peinlicher Offenbarungseid des „Nicht Zahlen Wollens“ aber nichts Neues.
Zusätzlich jedoch wurde die Erstattung der VDW Flexmaster- und VDW MTwo- Instrumente negiert. Als Untermauerung dieser Vorgehensweise wurde ein gemeinhin bekanntes, weil in diesem Zusammenhang vor 2012 oft zitiertes Gerichtsurteil von 2004 angeführt. Spätere erlassene Urteile, die die privaten Krankenversicherer zur Erstattung verurteilten, wurden nicht aufgelistet.
Seit Inkrafttreten der GOZ 2012 dürfen anfallende Materialkosten, Nickel- Titan- Einmalinstrumente betreffend, dem Patienten in Rechnung gestellt werden können. Eine begrüßenswerte wie längst überfällige Neuerung, verwende ich in meiner Praxis doch schon seit 2002 alle endodontischen Instrumente als Ein-Patienten- Instrumente.
Dabei ist es unerheblich, ob der Hersteller eine Wiederaufbereitung für dieses Instrument rein technisch als möglich erachtet: Ich verwende alle Instrumente nur bei einem Patienten, weil nur so eine Kreuzkontamination mit Prionen als Auslöser der Creutzfeldt- Jakob- Krankheit sicher ausgeschaltet werden kann.
Des weiteren werden im vorliegendem Fall einer schwierigen Revisionsbehandlung die frakturgefährdeten Nickel- Titan- Instrumente sehr stark beansprucht, so dass insbesondere bei den kleinen Größen gegebenenfalls sogar mehrere Instrumente gleicher Größe zur Anwendung kommen müssen, um das Aufbereitungsziel zu erreichen. Auch dabei spielt keine Rolle, ob der Hersteller das Instrument als Einmalinstrument deklariert hat oder eine Wiederaufbereitung grundsätzlich für technisch möglich hält. Durch die starke Beanspruchung wird das Instrument zwangsläufig im Laufe des Arbeitens zum Einmalinstrument.
Was nun tun, die verweigerte Kostenübernahme betreffend ?
Mit der Versicherung diesbezüglich korespondieren und hoffen, dass – den genannten Argumenten folgend – doch noch eine Kostenübernahme, die Flexmaster- und MTwo – Instrumente erfolgen wird ?
Oder – auf andere, allerdings deutlich teurere, vom Hersteller von vorneherein als Einmalinstrument konzipierte Instrumente zurückgreifen – deren Kostenerstattung aus rein formalen Gründen die Versicherung sich nicht entziehen kann.
Dies wäre der einfachere Weg.
Ich werde beides tun und berichten, für welche Lösung die Allianz sich entscheiden wird.
Der 29 jährige Patient – uns unbekannt – stand zu Praxisbeginn in der Tür.
Extreme Schmerzen.
„Mir vollkommen egal, was Sie tun, ich halt ´s nicht mehr aus, von mir aus ziehen Sie mir den Zahn“, sagte er. Die letzten beiden Nächte hatte er kaum geschlafen.
Von seiner Schwägerin hatte er unsere Adresse. Wir hatten vor Jahren ihr 2 Zähne durch endodontische Behandlungen erhalten, die eigentlich gezogen werden sollten.
Worin lagen nun genau die Schwierigkeiten ?
Nicht in den sehr langen, apikal sehr engen Kanälen.
Das war herausfordernd, aber in der Kombination Handinstrumente – VDW Reciproc R25, Wave One Gold 20 25 35 MTwo 35.06 sicher und vorhersagbar handhabbar.
Die Schwierigkeit bestand darin, diesen Patienten, der sofort eine vollständige und nachhaltige Schmerzausschaltung benötigte, so in den Praxistag einzubinden, das eine erfolgreiche Behandlung möglich wurde, ohne den geordneten Tagesablauf zum Erliegen zu bringen.
Gerade bei einem wie im vorliegenden Fall auf der einen Seite schon stark zermürbten, zudem übermüdeten, gleichzeitig aber extrem dentalphobischen Patienten war die gesamte Palette der Praxiserfahrung gefordert, um die Behandlung erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Unter Zeitdruck, im Rahmen einer konventionellen „Schmerzbehandlung“ mal eben dazwischengeschoben, wäre dies nicht möglich gewesen. Letztendlich war die Behandlung eine enorme Belastung für das gesamte Team, wovon in den Röntgenbildern natürlich nichts mehr zu sehen ist.
Das die Behandlung gelingen und erfolgreich zum Abschluss gebracht werden konnte, freut das gesamte Team nicht weniger als den Patienten selbst.
Nachfolgend Röntgenbilder des Behandlungsverlaufes. Interessant finde ich die exzentrischen Aufnahmen, die eindrucksvoll die Diskrepanz zwischen den „schmalen zierlichen“ Kanälen in der orthograden Abbildung und der tatsächlichen Situation belegen.
Wir haben kürzlich entdeckt, dass wir von einem großen deutschen Dentaldepot (Name des Depot wird nicht genannt, weder hier, noch auf private Anfrage) gefälschte Mtwo-Iinstrumente geliefert bekommen haben.
Die bei uns entdeckten Plagiate waren Instrumente mit 25 mm Länge, Größen 10/04, 25/06, 30/05 und
35/04.
Originalspitze ISO 25 unten und Plagiat oben: die Spitze des Plagiats ist viel zu dick und spatenförmig
Die breite Spitze des Plagiats 25/06 hat viel zu viel Biss, frisst sich leicht fest und hat dadurch eine erhöhte Gefahr von Instrumentenfrakturen und Stufenbildungen.
Die Durchmesser stimmen nicht! Im Bild steckt ein Original 10/04 rechts in dem Loch ISO 20 der Maillefer-Messlehre. Das Plagiat steckt links in dem Loch ISO 25. Trotzdem lässt sich das Original weiter hineinschieben als das Plagiat. Der Durchmesser des Plagiats ist also mehr als 5/100 mm zu dick.
falsche und verkleckerte Farbe und falsche Stopper bei 35/04
Die Stopper sind nicht auf beiden Seiten scharfkantig sondern auf einer Seite etwas abgerundet und haben keine so glatte Oberfläche wie die Originale. Die Schleiftiefe bei den Fälschungen ist deutlich geringer und die Spanräume entsprechend auch.
Seit 2008 ist die Verwendung eines kabellosen Endodontie-Motors aus unserem Praxisalltag nicht mehr wegzudenken. Meine Erfahrungen mit dem von mir sehr geschätzten ENTRAN habe ich in diversen Beiträgen (u.a. auch hier) auf WURZELSPITZE veröffentlicht.
Leider war es diesem Motor (wie auch anderen) nicht möglich neben der vollrotierenden auch die reziproke Bewegung für Nickel-Titan-Instrumente umzusetzen.
Wie für Hans-Willi Herrmann (und viele andere) wird daher in Kürze auch für mich mit der Vorstellung solcher „Kombigeräte „ein Traum“ in Erfüllung gehen . Das von VDW für diesen Zweck entwickelte Gerät wird der breiten Öffentlichkeit erstmals auf der IDS unter dem Namen Connect drive vorgestellt.
VDW Connect drive
In dieser Produktbroschüre finden sie hierzu vorab schon nähere Informationen.
Auf die regelmässige klinische Anwendung und unsere Erfahrungen mit diesem und anderen Kombimotoren bin ich selber maximal gespannt…
Je mehr Jahre an Praxiserfahrung man aufweisen und damit auf bewährte Praxiskonzepte, die Behandlung betreffend, zurückgreifen kann, umso wählerischer wird man vermutlich werden. Neue Geräte, Instrumente, Materialien und auch Techniken betreffend. Und man kommt zu dem Schluß, nicht mehr jedes neue Instrument oder Material, ganz gleich wie vollmundig beworben, ausprobieren zu müssen. Weil man weiß, was die vorhandene „Hardware“ zu leisten vermag.
Gewechselt, ausgetauscht oder neu eingeführt wird demnach nur noch, wenn das – um mit den „Eagles“ zu sprechen – „new kid in town“ handfeste Verbesserungen vorweisen kann.
Der Anteil an Neuzugängen wird demnach im Laufe der Zeit wesentlich niedriger werden und es ist schon ein Qualitätsbeweis per se, falls es neue Instrumente, Geräte, Materialien überhaupt schaffen, sich einen Stammplatz in der Praxis zu erobern.
Für 2014 fallen mir spontan 3 Dinge ein, die ich diesbezüglich hier im Blog auflisten möchte. Den Auftakt machen an dieser Stelle die VDW- MC – Instrumente.
Bis dato für meine Belange unbrauchbar, hat sich die zweite Generation dieser Instrumentenfamilie durch ein Reihe von Modifikationen nun für mich als einsetzbar erwiesen. Wären demnach eine Alternative zu den bislang verwendeten Micro Opener von Maillefer. Aber dies allein würde eine Erwähnung an dieser Stelle noch nicht rechtfertigen. Diesen Beitrag widme ich daher einem ganz bestimmten Instrument aus dem MC- Feilen- Sortiment, das bislang in unserer Praxis überhaupt nicht zum Einsatz kam.
Der VDW MC Hedstroem- Feile.
Einer Hedstroem- Feile am Stiel, sprich am Handgriff. Da sah ich bislang wenig Sinn drin, da Hedstroem-Feilen so gut wie nie verwenden. Warum dann also noch eine zusätzliche Handgriff- Variante ? Die wir noch viel weniger benutzen werden als die ohnehin schon ein Schattendasein fristende konventionelle Variante ????
Heute lieben wir das Instrument. So sehr, dass es bei uns sogar schon einen Spitznamen, einen Kosenamen bekommen hat.
Wir fischen damit bei Revisionen Guttapercha-Reste aus den Wurzelkanälen.
Die zum Beispiel in Isthmen oder auch gern mal periapikal sich befinden. Dafür benutzten wir bislang die Micro Opener. Mit den MC Hedstroem- Feilen – wir verwenden die weiße „ISO“ 15 – Variante – gelingt dies wesentlich schneller, effizienter, vorhersagbarer.
Macht Spass.
Kurzer Nachtrag.
Christoph Kaaden verwendet solche Instrumente schon eine ganze Weile.
Die Ur- Version, die mir persönlich zu nachgiebig war, aber vielleicht hätte ich nicht so schnell aufgeben sollen. Mit der neuen Variante komme ich hingegen hervorragend zurecht. Er wird vermutlich beim Lesen dieses Berichtes sagen, „Hab ich Dir schon vor langer Zeit gesagt“. Recht hat er.
Es gibt nie nur EIN Aufbereitungssystem.
Nie DAS EINZIGE Instrument für eine bestimmte Ausgabe.
Nehmen wir die maschinellen Gleitpfadinstrumente, die Orifice Shaper, die Instrumente zur finalen apikalen Ausformung.
Immer sind es mehrere Systeme, die zur Auswahl stehen.
Und sehr oft ist es vor allem auch eine Sache der persönlichen Vorlieben, ob ich mich nun für das eine oder das andere Instrument entscheide.
Auch von den reziproken Systemen gibt es gegenwärtig zwei Instrumente, die miteinander konkurrieren.
Maillefer Wave One und VDW Reciproc.
Für mich zumindest gab es hier bislang aber kein „sowohl als auch“. Es waren also keine Nuancen, die den Auschlag gaben, warum ich in den letzten Jahren mit Reciproc gearbeitet habe, sondern vielmehr fiel der Unterschied so eklantant zugunsten von Reciproc aus, dass selbst kostenlose Instrumente mich nicht davon hätten überzeugen können, auf Wave One umzusteigen.
Mit VDW Reciproc arbeite ich im Übrigen grundsätzlich sehr gern und in jedem einzelnen Fall. Seit 2011 bis heute.
Es ist damit nach Profile (1996 – 2001), Lightspeed (1997 – 2001), Protaper (2001 – 2004) und MTwo (2004 – heute) erst das 5. System überhaupt, das sich dauerhaft in meiner Praxis etablieren konnte. Und das, obwohl ich vermutlich so gut wie jedes in dieser Zeit in Deutschland erhältliche System getestet habe.
Warum ich das schreibe?
Weil es demnach etwas Besonderes ist, wenn das in der Praxis etablierte System einen Nachfolger erfährt. Die Entstehung von Reciproc und Wave One habe ich von 2008 an intensiv mitverfolgen können. Und war als jemand, der seine persönliche Entwicklung zum Endodontisten Anfang und Mitte der Neunziger ausschließlich mit Maillefer- Instrumenten genossen hat – Maillefer steht für mich als markenprägendes Endo – Synonym wie Tesa- Film oder Melitta – Kaffeefilter – schlichtweg enttäuscht, dass die Schweizer ein meines Erachtens ihrer „Heritage“ nun so gar nicht gerecht werdendes Produkt wie Wave One auf den Markt gebracht haben.
Aber – „RI -CO-LA – wer hat´s erfunden, die Schweizer „- Maillefer wäre nicht Maillefer, wenn diese nicht mit der sprichwörtlichen Schweizer Gründlichkeit sich auf ihren Hosenboden setzen, ihre Hausaufgaben machen würden.
Und jetzt mit einem neuen Produkt zurück sind.
Maillefer Wave One Gold.
Neues Instrumentendesign – an ProTaper Next angelehnt.
Also Quader- Querschnitt, Swagger- Effekt, demnach zwei Schneidekanten.
Variable Taper.
Neue Instrumente (20,25,35,45).
Und eine neue Legierung – wärmebehandelt (goldfarben, daher der Name), plastisch verformbar, hochflexibel.
Ein – zugegeben nur erster Side by Side- Vergleich mit VDW Reciproc (es gab beim OPL- Treffen nur ein Wave One Gold- Instrumentenmuster, daß ich mir für die Praxis aufgespart habe) zeigt mir: Sehr interessantes System.
Hätte möglicherweise das Potential, VDW Reciproc in unserer Praxis abzulösen.
Und das ist – siehe meine Aufzählung von oben – eine bemerkenswerte Aussage.
Eine Ansage.
Bliebe nun der Acid- Test: Die Bewährung in der tagtäglichen Praxis.
Ist Wave One Gold genauso fehlerunanfällig wie Reciproc ?
Genauso wenig bruchanfällig ?
Was ist in den Fällen, in denen Reciproc nicht/nicht optimal auf Arbeitslänge geht ?
Wird Wave One Gold hier eventuelle Vorteile ausspielen können ?
Nicht immer ist es sinnvoll oder möglich die Revisionsbehandlung resezierter und mit einem Stift- oder Schraubenaufbau versorgter Frontzähne einzeitig durchzuführen.
Und nicht immer ist es sinnvoll oder möglich die vorhandenen prothetischen Kronen dabei zu belassen.
Um ein unerwünschtes Dezementieren der temporären stuhl- oder laborgefertigten Provisorien und mögliche Frakturen der adhäsiv erstellten Aufbauten mit nachfolgender Kontamination der mühsam gereinigten Kanalsysteme zu verhindern erstellen wir in unserer Praxis temporäre adhäsive Stiftaufbauten. Dazu setzen wir aufgrund der etwas einfacheren Visualisierung die thermosensiblen Quarzfaserstifte DT Illusion von VDW ein.
Diese sind dadurch charakterisiert, dass sie bei Mundtemperatur zahnfarben erscheinen, bei Abkühlung (Wasserkühlung, Luftbläser) einen ihrer Größe entsprechenden Farbumschlag entwickeln. (z.B. Größe 3 = blau).
Um eine vollständige Konditionierung der Zahnhartsubstanz auch im Wurzelkanal zu ermöglichen ohne dass das zuvor eingebrachte Medikament herausgelöst wird, wird zunächst das CaOH2 mit einem kleinen Stück Schaumstoff und anschließend mit einer kleinen Schicht Cavit abgedeckt.
Nun kann die adhäsive Befestigung eines ausreichend dimensionierten Quarzfaserstiftes in gewohnter Weise durchgeführt werden. Der so erstellte Aufbau wird grob präpariert und ein stuhlgefertigtes Provisorium eingegliedert.
In der zweiten Behandlungssitzung bedarf es dann keines präendodontischen Aufbaus mehr um den Kofferdam zu fixieren. Die Entfernung des Quarzfaserstiftes unter dem Mikroskop erfolgt so, dass der Stift im Inneren durch Beschleifen ausgehöhlt und so nach und nach entfernt werden kann. Nach Abschluss der Wurzelfüllung wird dann ein neuer Quarzfaserstift adhäsiv eingegliedert.
Das gezeigte Verfahren sichert das Ergebnis der Desinfektionsmassnahmen und verringert das Auftreten unerwünschter Komplikationen wie Dezementierung oder Fraktur der Frontzahnaufbauten.
Jeder von uns kennt das.
Hat sich schon mal geärgert über eine Unzulänglichkeit im Behandlungsablauf.
Und spontan eine Idee, einen Geistesblitz, wie man mit einem speziell hierfür zugeschnittenen Gerät/Instrument die unbefriedigende Situation verbessern könnte.
Fast immer bleibt es dabei.
Zu schwierig die Umsetzung.
Ganz selten gibt es Kollegen, die ihre Vision soweit vorantreiben, dass diese in dieTat umgesetzt und als fertiges Produkt auf den Markt gebracht werden kann. Vier davon möchte ich mit ihren Erfindungen hier kurz vorstellen. Erfindungen, die sich in unterschiedlichen Phasen der Produktentwicklung befinden, alle entweder kurz vor oder nach Markteinführung. Da wäre zunächst Stephan Gäbler zu nennen, der einen neuartigen Kofferdam- Klapprahmen entwickelt hat. Vermutlich ein typisches „Entweder – Oder“- Produkt.
Entweder man findet es angesichts bereits vorhandener Kofferdamrahmen entbehrlich oder auf Grund seiner Features gegenüber den konventionellen Produkten unverzichtbar. Solche Ideen haben es schwer, einen Industriepartner zu finden. Zu sehr dominieren die „3 D“ („Das haben wir schon immer so gemacht, Das haben wir noch nie so gemacht, Da könnt ja jeder kommen“) in den Köpfen der Entscheidungsträger. Um so größer mein Respekt vor der Leistung Stephan Gäblers, diesen besonderen Kofferdamspannrahmen auf den Weg zu bringen.
Winfried Zeppenfeld konnte hingegen auf professionelle industrielle Unterstützung zurückgreifen. Sein Instrumentenansatz zur Schallirrigation von Wurzelkanälen wird in wenigen Wochen von der Firma VDW als „Eddy“ auf den Markt gebracht werden. Ein industrieller Partner ist de facto von großem Vorteil. Dabei geht es nicht nur um die Entwicklung und Herstellung des neuen Instrumentes per se, sondern darüber hinaus um die Erfüllung und Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Auflagen, die zur Produkteinführung notwendig sind. Immerhin handelt es sich zumeist um ein Medizinprodukt, an dessen Zulassung eine Vielzahl von Reglementationen gebunden sind. Hier ist ein entsprechendes Know How und die zur Abwicklung dafür notwendige Manpower ungeheuer wichtig. Ein „Greenhorn“, und genau zu dieser Personengruppe ist der ideenreiche Zahnarzt zu zählen, wird sich an diesen Formalien extrem schwer tun.
Der Haken an der Sache – eine Beteiligung der Industrie wird umso eher erfolgen, je attraktiver und- machen wir uns nicht vor – damit lukrativer ein neues Produkt erscheinen mag.
Das genau ist das Manko der nächsten Erfindung, die ich vorstellen möchte.
Es ist, um es vorwegzunehmen, eine tolle Erfindung.
Nils Widera und Marcus Leineweber haben sich ein Hilfsmittel erdacht, das in der Tat bislang einzigartig ist. Weil es im Gegensatz zu den beiden zuvor besprochenen Erfindungen nicht nur etwas besser als bisher bewerkstelligt, sondern etwas zu leisten vermag, für das es bislang in dieser Form nichts Vergleichbares gab.
Worum handelt es sich ? Um ein Gerät, mit dem es leichter und vor allem selbst in bislang schier hoffnungslosen Fällen möglich ist, Instrumentenfragmente aus Wurzelkanälen zu entfernen.
Die Gretchenfrage ist: Wieviel Geld kann eine Firma mit einem solchen Gerät verdienen ?Wer kauft so ein Gerät ? Wie groß ist überhaupt der Markt für diese Erfindung? Was darf das Instrument kosten, um Marktakzeptanz zu finden ? Ist der Markt groß genug, dass sich eine solche Entwicklung lohnen würde, den Prozess bis zur Marktreife durchzuführen?
Das kann man unterschiedlich sehen.
Die traurige Wahrheit ist allerdings: Bei mehreren Firmen vorgestellt fand sich kein Industriepartner, der das Wagnis der Produktentwicklung eingehen wollte. Nach vielen frustranen Erfahrungen haben die beiden Zahnärzte- Erfinder letztendlich beschlossen, dass Projekt allein auf den Weg zu bringen. Ich drücke beide Daumen, dass es gelingen mag, denn ich würde das Gerät sofort kaufen. Mehr dazu demnächst hier im Rahmen eines Praxis- Erfahrungsberichtes, basierend auf dem Arbeiten mit einem ersten Prototypen.
Einen Ausweg aus diesem Dilemma, zumindest was eine notwendige Startfinanzierung angeht, zeigt die 4. Erfindung auf, die ich hier heute präsentieren möchte.
Simon Prieß steht hinter der Wawibox, einer Online- Materialwirtschaft und Bestellplattform für die Zahnarztpraxis. Seit Donnerstag letzter Woche wirbt die Wawibox bei der Crowdfunding- Plattform „Seedmatch“ um Kapitalgeber.
Auch hier von unserer Seite zweimal Daumen hoch für die Wawibox, damit das Crowdfunding ein Erfolg wird, denn dies wäre ein positives Signal für andere Erfinder, einen gangbarer Weg zu kreieren, die eigenen Visionen Wirklichkeit werden zu lassen.
Die Revision dieser beiden oberen Frontzähne war aufgrund der Entfernung der beiden gegossenen Stiftaufbauten besonders schwierig. Nbene der langen Friktions-Strecke aufgrund der zylindrischen Grundform wiesen beide Aufbauten noch eine zusätzliche palatinale Rotationssicherung in Form eines Pinledges auf.
Da ein zweizeitiges Verfahren vorgesehen war, wurde nach der ersten Sitzung ein temporärer adhäsiver Aufbau erstellt. Dazu kamen die thermosensitiven DT Illusion Glasfaserstifte von VDW zum Einsatz. Aufgrund ihrer Einfärbung bei Abkühlung ist die erneute Darstellung und Freilegung der Kanaleingänge in der zweiten Sitzung deutlich erleichtert.
Drei Jahre nach Revision ist die Ausheilung der periapikalen Pathologie mehr als zufriedenstellend.
Die „reziproke“ Aufbereitungsweise ist etabliert. Neuester Beweis für diese These: Zwei neue „herstellerunabhängige“ Motoren weisen diese Arbeitsbewegung auf. Die Endostation von ReDent-Nova, dem Erfinder der SAF- Feile und der DentaPort ZX OTR der Firma Morita.
Was mir an der Endostation (die sowohl vollrotierend, aber auch in Ghassan Yared-Technik, also „reziprok“ und mittels SAF- Instrument feilend arbeiten kann) gut gefällt – der automatische Timer, der exakt die Zeit misst, die die SAF-Feile im Kanal arbeitet. Ja, 4 Minuten pro Kanal können sehr, sehr lange sein. Und man ertappt sich immer mal wieder dabei, dass man diese Uhr verflucht. Aber machen wir uns nichts vor. Ohne diese Kontrolle würde man das Reinigungsprotokoll möglicherweise unbeabsichtigt abkürzen.
Die in der Endostation integrierte reziproke Arbeitsbewegung soll im Übrigen exakt den Einstellungen der VDW Reciproc- und Wave One – Instrumente entsprechen, sagt ReDent Nova und beruft sich auf Aussagen des Motoren- Herstellers. Als Reciproc- Anwender der ersten Stunde warte ich sicherheitshalber das Okay von VDW diesbezüglich ab und setze gegenwärtig die Endostation nur mit der SAF- Feile ein und nutze für meine konventionellen NiTi- Instrumente den VDW Gold Reciproc und den Endopiloten von Schlumbohm.
Auch das DentaPort ZX OTR ist ein Gerät mit Dreifachfunktion: Apexlokator, vollrotierende Bewegung und Ghassan Yared- Technik. Allerdings in abgewandelter Form: OTR steht für Optimum Torque Reverse. Soll heißen – solange die Belastung der Instrumente einen bestimmten Grenzwert nicht überschreitet, arbeitet das Instrument vollrotierend. Oberhalb des Grenzwertes macht das Instrument eine 180 Grad- Drehung im Uhrzeigersinn und eine 90 Grad Drehung im Gegenuhrzeigersinn. Das beste zweier Welten, ist man versucht, zu sagen, erlaubt doch die vollrotierende Arbeitsweise den Abtransport der Dentinspäne im Sinne eines Förderschneckenefffektes nach koronal und bei höherer Belastung ist es nicht wie bislang der Motor, der im Sinne eines „Auto Reverse“das Vordringen stoppt und damit den Arbeitsfluß hemmt, sondern er setzt, wenn auch in geänderter Art und Weise instrumentenschonend seine Apikalbewegung fort.
Lässt sich das DentaPort ZX OTR auch mit Reciproc und Wave One – Instrumenten nutzen ?
Man sollte dies annehmen, denn schließlich sind das ja die Instrumente, die den Trend auslösten. Da beide Instrumente jedoch Gewindeschneiden im Gegenuhrzeigersinn besitzen, wäre dies nur möglich, wenn die Arbeitsbewegung gewissermaßen „umpolbar“ ablaufen könnte und dies geht meines Wissens (man mag mich berichtigen) gegenwärtig zumindest nicht.
In meiner Jugend gab es VW – Familien und Opel – Familien.
Wir waren eine VW -Familie. Wir fuhren (nachdem wir es uns leisten konnten, neue Autos zu kaufen) Volkswagen.
Erst Polo. Dann diverse Golfs.
Mein Vater wäre nie auf die Idee gekommen, einen Opel zu kaufen.
Und umgekehrt war es ähnlich. Opelianer, eingefleischte Kadett, Ascona oder gar Rekord- Fahrer wären nie zu Volkswagen gewechselt. Kein Mantafahrer hätte danach sich einen Scirocco gekauft.
Warum ich das schreibe ?
Endodontisch war ich seit Beginn meiner Praxistätigkeit Maillefer – Anwender.
Ein Wechsel zu VDW- , MicroMega- oder Kerr- Produkten ?
Ausgeschlossen.
Maillefer war für mich unverrückbar die Nummer 1.
Dies blieb auch so, als ich 1996 zu rotierenden Nickel- Titan- Instrumenten wechselte. Zunächst benutzte ich ProFile, anschließend, ab 2001 ProTaper. Auch die zusätzlich Nutzung von Lightspeed- Instrumenten (die sprichwörtliche Ausnahme bestätigt die Regel) konnte das nicht ändern.
Dann – 2004 – kam ich mit MTwo von VDW in Kontakt.
Nutzte diese Insturmente, um auch in stärker gekrümmten Kanälen bis 35.06 oder 40.06 sicher aufzubereiten. Und blieb dabei.
Irgendwann in den folgenden Jahren brachte VDW dann vorsterilisierte Handinstrumente (bei MTwo war dies schon länger so) auf den Markt. Für uns ein ganz entscheidender Praxisvorteil. Mit einer besseren Qualität der Instrumente hatte dies nichts zu tun. Aber Maillefer lieferte seine Instrumente nur unsterilisiert. Und da wir die Instrumente als Einmalinstrumente einsetzen, bedeutete dies für unseren Workflow einen riesigen Unterschied.
Wir wechselten.
Was blieb?
Die Maillefer C Plus- Handinstrumente.
Nachwievor für mich unverzichtbar, so dass wir den zusätzlichen Schritt der Vorsterilisation weiterhin in Kauf nahmen. Ich setze diese in Kombination und im Wechsel mit den C Pilot-Feilen von VDW ein. Müsste ich (wer meine Kurse kennt, weiss, was kommt – der „Einsame Insel“ – Test) mich für eines der beiden Instrumente entscheiden, es wären die C Plus -Instrumente, auch wenn beide Instrumente im Wechsel sich synergistisch ergänzen.
Und dann waren dann da noch die MC -Instrumente von VDW.
Auch hier war die Entscheidung bislang klar und ohne jeden Zweifel für mich.
Ich konnte diesen Instrumenten nichts abgewinnen, sie hatten keine einzige der positiven Eigenschaften der Micro Opener und Micro Dehybrider, wie sie Maillefer schon seit jeher anbot.
Die MC- Instrumente waren bislang für mich unbrauchar.
Und genau diese Instrumente gibt es jetzt in einer Neuauflage.
Adäquater Taper, der Handgriff stabil und griffig.
VDW hat also offensichtlich zugehört (mit meiner persönlichen Einschätzung die MC- Instrumente betreffend, stand ich nicht alleine da.)
Wenn jetzt nun auch noch Maillefer endlich alle Instrumente steril verpackt anbieten würde. Die C+ – Instrumente gibt mittlerweile im sterilen Blister. Endlich. Das war schon lange überfällig. Bei der DGET- Jahrestagung in Hamburg werde ich mich informieren, ob das mittlerweile auf alle Instrumente zutrifft. Ich werde berichten. Oder ein informierter Mitleser gibt in den Kommentaren diese Info an die WURZELSPITZE- Leser weiter.
Ausser der Reihe, aus konkretem Anlass, ein eingeschobener Beitrag zum Thema „Neue Instrumente/Geräte/Materialien“. Denn mich erreichte am Wochenende eine Mail, in der ich nach meiner Erfahrung mit diesem „Endo-Simulations- Modell“ (2010 hier vorgestellt) gefragt wurde.
Eigene Erfahrungen ? Fehlanzeige. Ich habe keine.
Aber ich kann zumindest eine Alternative benennen.
Das VDW Endo Training Model Castillo.
Eingespannt sind ein Plastikblock und ein Exemplar des VDW Übungszahnes. Und es scheint so, als ob man auch einen realen Zahn stattdessen einbauen könnte.
Man beachte auch hier den Konjunktiv, denn ich habe auch mit diesem Modell bislang keine praktischen Erfahrungen sammeln können.
Nachfolgend ein paar Fotos des VDW Endo Training Model Castillo.
letzte Woche findet ein Schreiben eines endodontisch tätigen Kollegen aus dem benachbarten Ausland über Umwege zu mir in die Praxis. Im Schreiben bietet er seine endodontischen Dienste an. Dabei waren natürlich Visitenkarten und auch ein Übungszahn von VDW mit einem 006 Reamer als Anschauungsobjekt.
Der hier beschriebene obere Molar hat 3 eingefärbte (mb, db und p), und einen nicht eingefärbten Wurzelkanal (mb2). Der mb2 ist auch nicht ohne weiteres zu finden und auch nicht zu katheterisieren – wie im richten Leben eben auch so oft.
Ich finde die Idee, einem Schreiben zur Akquise von neuen Überweisern, so ein Anschauungsobjekt beizulegen, gar keine so schlechte Idee, da so ein Übungszahn wahrscheinlich nicht so schnell im Papiermüll verschwindet, wie ein Schreiben alleine, und vielleicht noch ein paar Tage auf dem Schreibtisch liegen bleibt.
Und – sollte sogar etwas damit „herumgespielt“ werden – bleibt er vielleicht auch noch ein wenig im Kopf.
Letzte Woche habe ich hier über die Apexlokator- Funktion des Endopiloten geschrieben. In diesem Beitrag möchte ich auf die Aufbereitungsfunktionen eingehen.
Über Jahre hinweg habe ich akkubetriebene Motoren benutzt und bin schweren Herzen mit dem VDW Silver/Gold Reciproc auf einen kabelgebundenen Motor zurückgegangen, da die VDW Reciproc- Instrumente einen in unserer Praxis gegenwärtig nicht wegzudenkenden Anteil an der Aufbereitung leisten.
Im Vergleich zu diesen beiden Geräten fallen die nachfolgenden Unterschiede ins Auge:
1. Der Winkelstückkopf des Endopiloten ist größer als die bislang gewohnten. Wenn man die beiden Köpfe (des Endopiloten und des VDW Reciproc) nebeneinander hält, dann erscheinen die Größenunterschiede eventuell gar nicht so bedeutend. Und wenn ich nicht schon so lange mit besagten Winkelstücken arbeiten würde, dann wäre mir der Unterschied beim Arbeiten unter dem Dentalmikroskop vielleicht gar nicht so ins Auge gefallen. So jedoch waren die ersten Male, was das Arbeiten anging – sagen wir – etwas gewöhnungsbedürftig. Das Sichtfeld ist gegenüber den bisherigen Winkelstücken eingeschränkt.
Fazit: Besser wärs mit einem kleineren Kopf, aber man kann mit leben, insbesondere wenn man das Andere nicht kennt.
2. Das Einspannen der Instrumente in den Winkelstückkopf ist deutlich schwieriger als bisher gewohnt. Während in meinen zuvor genutzten Winkelstückköpfen die Instrumenteschafte förmlich widerstandlos hineingleiten, ist dies bem Winkelstück des Endoplioten deutlich hakeliger und gelingt in einer Reihe von Fällen nicht sofort. Es ist auch kein Gewöhnungseffekt festzustellen. Mittlerweile haben wir unser bisheriges Procedere abgeändert und uns angewöhnt, die Längenbestimmung mittel SIlikonstopper erst nach dem Einspannen vorzunehmen, um ein versehentliches Verstellen während des Einspannens nicht zu produzieren. Das löst die Situation zwar nicht, vermeidet aber zumindest negative Auswirkungen auf das Behandlungsergebnis.
Fazit: Nervig. Und eigentlich das, was mich am meisten stört.
3. Die Eiffizienz des Arbeitens in reziproker Arbetisweise ist geringer als bei den von mir verwendeten VDW Silver Reciproc- und VDW Gold Reciproc- Motoren. Dieses Phänomen lässt sich leicht nachvollziehbar visualisieren, indem man in besagten Kanalanatomien, in denen das VDW Reciproc – Instrument nicht von selbst in den Wurzelkanal voranschreitet, zum Original – Motor wechselt, um dann festzustellen, daß das Instrument nun sehr wohl weiter in die Tiefe vordringt.
Fazit: Ich würde mir wünschen, der Hersteller würde sich der Sache annehmen. Dürfte machbar sein, sofern es nur ein Softwareproblem darstellt und nichts mit der Motorleistung selbst zu tun hat.
4. Für das kombinierte Arbeiten von reziproken und vollrotierenden Instrumenten im Wechsel benötige ich beim Arbeiten mit dem VDW Silver/Gold Reciproc Motor einen Tastendruck zum Wechsel der von mir genutzten Einstellungen. Beim Endo- Piloten sind es 6. Ich würde mir wünschen, man könnte reziproke Instrumente in den System – Profilen frei mit vollrotierenden Instrumenten kombinieren. Bis jetzt werden beide Instrumentengruppen in unterschiedlichen „Bibliotheken“ „aufbewahrt“.
Fazit: Man kann damit leben, insbesondere wenn die Einstellung von der Assistenz vorgenommen wird, aber es geht auch anders.
5. Der kabellose Funk- Fußanlasser. Ich liebe ihn. Super praktisch. Endlich kein Generve mehr mit den sattsam bekannten Alternativen. Dieser hier ist frei positionierbar, ist klein, aber bleibt dennoch dort, wo man ihn hinlegt
Fazit: Warum können nicht alle unsere Geräte so ein Teil haben ?
6. Touch- Display, Benutzeroberfläche, Einstellmöglichkeiten, Updatefähigkeit: Hier ist das Gerät bis heute ebenso richtungsweisend wie unerreicht. Wenn man bedenkt, dass nachwievor stetig neue Instrumentensysteme auf den Markt wie zuletzt hier und hier und hier gebracht werden und der Endopilot als offenes, Instrumentenhersteller unabhängiges Gerät in der Lage ist, solche Instrumente zu bedienen, dann ist das ein für die Zahnarztpraxis wertvolles Feature, daß gar nicht hoch genug gewürdigt werden kann.
Mein Tipp im Falle einer bevorstehenden Kaufentscheidung: Prüfen Sie das Gerät (auch im Vergleich zu anderen Geräten im Markt) und entscheiden sie für sich selbst, inwieweit die geschilderten Sachverhalte (allesamt Kleinigkeiten) für ihren Praxisalltag relevant sind oder nicht. Noch mal ins Gedächtnis rufen möchte ich die präzise und zuverlässige Apexlokator – Funktion. Alles in allem ist der Endopilot ein Allrounder, der, auch wenn er in Einzeldisziplinen nicht ganz das Ergebnis der Spitze erreicht, in der Summe der Eigenschaften vermutlich nur schwer zu schlagen ist.
Disclaimer: Der Endopilot in der beschriebenen Form als Aufbereitungsmotor mit integrierter Längenmessung wurde von der Firma Schlumbohm kostenlos für den Praxistest zur Verfügung gestellt.
Rückblickend fallen mir spontan 3 Dinge ein, die sich im Laufe des letzten Jahres als hilfreiche Neuerungen in unserer Praxis bewährt haben. Darüber möchte ich in den nächsten Wochen berichten.
Den Anfang macht der Schlumbohm Endopilot. Und zwar als reiner Aufbereitungsmotor, lediglich in Kombination mit dem integrierten Apexlokator.
Den Endopiloten als kompakte 4 in 1 Endo – Lösung gibt es schon lange. So lange, daß ich mich nicht einmal mehr erinnere, wann dieser auf den Markt kam. Es muss aber auf jeden Fall jedoch nach Einführung des BeeFill- Gerätes zur Wurzelfüllung gewesen sein. Denn seitdem fristet die bis dato in Kombination mit dem System B- Gerät genutzte Obtura- Pistole in unserer Praxis ein Rentner- Dasein.
Das trifft in unserem Behandlungszimmer 1 ebenso auf die in den Behandlungsstuhl integrierte Elements Obturation Unit zu. Auch diese wurde durch die Kombi B&L Alpha + BeeFill ausser Funktion gesetzt und genau dies war der Grund, warum ich bislang aus Platzgründen dort auf den Endopiloten in Vollausstattung (der besagte Obtura- System B Kombi benutzt) verzichtet habe.
Nun gibt es neuerdings von Sybron Endo die TF Adaptive Files.
Ein NiTi- Instrumentensystem, dass vergleichbar mit Maillefer Wave One und VDW Reciproc ebenfalls in einer nicht kontinuierlich vollrotierenden Arbeitsweise eingesetzt wird und- sie vermuten es – eines besonderen Motors bedarf.
Da kam das Angebot von Schlumbohm, den Endopilot „Mini“ (so nenne ich praxisintern das Gerät zur Unterscheidung vom uns schon bekannten „normalen“ Endopiloten, der in Zimmer 2 seinen Dienst verrichtet) auszuprobieren, genau richtig.
Im ersten Teil dieses Anwenderberichtes möchte ich auf die Apexlokator – Funktion des Endopiloten eingehen, bevor ich mich in einem Extrabeitrag den Aufbereitungsfunktionen des Endopiloten zuwende: Vor kurzem hatte ich hier über die kombinierte Anwendung des ROOT ZX Mini und des VDW Raypex 6 berichtet. Und kann nun an dieser Stelle vermelden, dass aus dem „Dynamischen Duo “ Root ZX Mini und Raypex 6 nun ein „Treffsicheres Triumvirat“ geworden ist.
Zunächst jedoch das Procedere: Auch wenn der Endopilot eine simultane Messung im Rahmen der maschinellen Aufbereitung erlaubt, so habe ich das Gerät zunächst einzig zur elektrometrischen Längenbestimmung verwendet.
Die Apex- Messwerte des ROOT ZX Mini wurden als Goldstandard vorausgesetzt und in Bezug dazu der Endopilot zunächst auf seine Synchronität im Bezug zum ROOT ZX Mini überprüft.
Beim Arbeiten unter dem Dentalmikroskop verbietet sich der Blick auf das LCD- Display. Ich orientiere mich daher an den akustischen Feedback- Signale des Endopiloten. Der – leider – wenn ich das von der letzten Begegnung mit Herrn Schlumbohm richtig in Erinnerung habe – systembedingt nicht in der Lage ist, den Apexpunkt analog zum ROOT ZX MIni mittels durchgängigem „Herzstillstand“- Signalton zu quittieren (sie wissen,was ich meine).
Stattdessen produziert der Endopilot zwei unterschiedliche Signaltöne in 2 unterschiedlichen Signalintervallen. Ein höherfrequentes schnellpiepsendes Signal zeigt den Apexpunkt an. Auch wenn ich mir den gewohnten Dauerton gewünscht hätte als Referenzsignal – nach kurzer Eingewöhnungszeit funktioniert die Zuordnung im Praxisbetrieb ohne Kontrollblick auf das Display.
Bleibt die Frage: Wie misst das Gerät denn nun, im Vergleich zum Morita- Goldstandard ?
Einwandfrei, präzise und reproduzierbar, das es eine Freude ist.
Hierzu muss man wissen, dass der Endopilot einen gegenüber dem bewährten Apexlokator- Establishment abweichenden Messalgorithmus benutzt.
Ich gebe zu, dass ich auf Grund dessen in den Vergleich mit einem gewisses Maß an Skepsis herangegangen bin, kann aber heute sagen, dass dies unbegründet war.
Auch der Gegencheck mit dem VDW Raypex 6 ergibt keine Auffälligkeiten im Meßergebnis, besticht lediglich durch die Konstanz der Ergebnisse. Der Endopilot ist, seine Apexlokator- Funktion betreffend, mittlerweile vollständig und vorbehaltlos in unseren Arbeitsablauf integriert.
Noch eine abschließende Bemerkung zum grundsätzlichen Messprocedere: Die erwähnte Doppelmessung mit zwei unterschiedlichen Geräten ist mittlerweile fester Bestandteil unserer Behandlungsroutine und läuft dank eingespielter Teamabläufe flüssig und verzögerungsfrei im Praxisalltag ab.
Disclaimer: Der Endopilot in der beschriebenen Form als Aufbereitungsmotor mit integrierter Längenmessung wurde von der Firma Schlumbohm kostenlos für den Praxistest zur Verfügung gestellt.
Um ehrlich zu sein – bislang hatten andere Apexlokatoren als unser Root ZX- Gerät in unserer Praxis keine reelle Chance.
Dafür hatte ich einfach zu gute Erfahrungen mit diesem Gerät gemacht in den letzten 20 Jahren. Und wenn ich als Crosscheck einmal andere Geräte hatte mitlaufen lassen, so war es Ihnen nie gelungen, dem Root ZX seinen Stammplatz streitig zu machen.
Aber auch beim Root ZX- Gerät gibt es – zugegeben selten – klinische Situationen, in denen die Messung nicht eindeutig ist oder das Messergebnis mit den anderen fallspezifischen Parametern in Widerspruch zu stehen scheint. Zunächst dachte ich, dass eventuell das Alter des Gerätes (wir besitzen es immerhin schon bald 21 Jahre) eine Rolle spielen könnte und tauschte es gegen das Nachfolgegerät, das Root ZX Mini. Aber auch hier gab es ab und an nicht ganz eindeutige Messungen.
In einem solchen Fall habe ich mich des VDW Raypex 6 erinnert.
Und siehe da, der Quercheck mit diesem ergab bei diesem Zahn „sinnvollere“ Werte.
Ein solches Ereignis nimmt man dann zum Anlass, bei der nächsten unsicheren Messung wieder darauf zurückzugreifen. Und so hat sich im Laufe der Zeit als Resümee – aufbauend auf meinen langjährigen Erfahrungen – folgendes Procedere herausgebildet:
Entweder
das verwendete Root ZX Mini weißt eindeutige, verlässliche und reproduzierbare Messungen auf. Dann vertraue ich einzig auf dieses Messgerät und diese Messung.
In den Fällen, in denen keine eindeutigen Messungen erzielt werden können oder die Messungen nicht verlässlich und nicht reproduzierbar erscheinen, setze ich zusätzlich das Raypex 6 – Gerät ein:
Eine Wurzelkanallänge gilt dann als eindeutig, wenn mit beiden Geräte (die unterschiedliche Messverfahren einsetzen) ein identisches Ergebnis erzielt werden kann.
Fazit
Durch den zusätzlichen Einsatz des Raypex 6 in schwierigen Situationen konnte die Präzision der Messungen noch einmal gesteigert werden.
Ausserdem zeigt sich immer wieder, dass in den Fällen mit diskrepanten Messergebnissen mit fortschreitender Aufbereitung sich die abweichenden Messergebnisse der beiden Geräte immer mehr annähern und schließlich übereinstimmen, was dann als Validitäts- Kriterium gewertet werden kann.
Ich möchte auf Grund der gemachten guten Erfahrungen auf dieses Messprocedere nicht mehr verzichten.
Vielleicht kennen Sie das aus der Praxis: Ein Schmerzpatient sucht Ihren Rat, er/sie weiss nicht genau, wo es weh tut. Es sind mehrere Stellen. Oben links UND unten rechts, vielleicht auch noch unten links der letzte Zahn.
Doch nach genauerer Anamnese, Sensibilitätsprüfungen, Perkussions- und Provokationstests ist es meistens doch immer nur ein Zahn, der akut schmerzt.
Also aus „Läusen und Flöhen“ werden dann doch nur „Flöhe“
Meistens.
Hin und wieder sind es aber doch zwei schmerzende Zähne.
Wie in diesem Fall: 16 und 26
Der 20 jährige Patient kam am Freitag Mittag mit großen infusffizienten Füllungen an den oberen 6ern mit Restkaries darunter, beide mit stark überhöhter Sensibilität auf Kälte und Perkussionsempfinglichkeit. Das restliche Gebiss war kariesfrei und füllungsfrei.
Zuerst buccale und palatinale Infiltration am 26. Kariesentfernung, die Pulpa war erwartungsgemäss eröffnet, Kofferdam, VitE, WK, Phys, Med, prov. Verschluss ……. das übliche Spiel.
Dann das gleiche an 16.
WV die Woche darauf. Der Pat. war schmerzfrei, also WF und Füllung.
Aufbereitung erfolgte mit 2-Feilensystem:
Gleitpfad maschinell mit FKG Scout-RaCe 10/02 auf Arbeitslänge, anschliessend VDW Mtwo 25/06 im reziproken Modus auf AL, WF Single-Cone Guttapercha Maillefer 25/06, nur jeweils der palatinale Kanal hatte ein größeres Lumen, hier wurde warm vertikal verdichtet mit anschliessendem backfill.
Der mb2 liess sich jeweils ohne Probleme auffinden, instrumentieren und Füllen.
Die Anwendung eines M4-Winkelstücks in Kombination mit C-Pilot Feilen (Fa. VDW;bevorzugt ISO 006) zum möglichen Management obliterierter Kanalsysteme zählt bei uns zu einer der möglichen „Waffen“ bei solch einer klinischen Problematik. In einem späteren Beitrag werde ich unsere Vorgehensweisen bei verschiedenen klinischen Situationen vorstellen. Deren Anwendung schätze ich (eigentlich) als „sicheres“ Procedere ein und Komplikationen hierbei sind mir (quasi) unbekannt…
Dass diese mit der Technik jedoch (bzw. „natürlich) möglich sind, zeigt ein jüngst überwiesener Patientenfall.
Der Zuweiserin war eine ISO 006 C-Pilot Feile während der Anwendung im M4-Winkelstück auf voller Arbeitslänge frakturiert. Ihre ursprüngliche Freude über das erfolgreiche Auffinden eines zweiten Kanalsystems bei diesem Unterkiefer-Prämolaren währte daher nicht lange.
Frakturiertes Instrument in UK Prämolar mit 2 Kanalsystemen
Nach koronaler Freilegung des Fragmentes mittels Munce Discovery Bohrern und Ultraschallansätzen gelang es uns den Instrumentenanteil mittels „Hülsentechnik“ zu entfernen. Hierzu wurde eine passende Kanüle gewählt und diese nach Befüllung mit dual-härtendem Komposit über den freigelegten Fragmentanteil gestülpt. Nach Polymersation des Materials war dann eine Entfernung mittels Zugbewegung erfolgreich.
Der restliche Teil der zweizeitig durchgeführten Behandlung stellte sich dann als unproblematisch dar…
Als Ursache für die aufgetretene Instrumentenfraktur sehe ich einen zu forcierten und zu frühzeitig gewählten Einsatz der M4-C-Pilot-Kombination an und war nicht den Materialien und Instrumenten zuzuschreiben.
Der VDW Gold Reciproc- Motor wurde mir im Rahmen einer kostenlosen Teststellung im August 2012 zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz zu einem bis dato an seiner Stelle verwendeten VDW Silber Reciproc der ersten Stunde zeichnet sich der neue VDW Gold Reciproc durch zwei bedeutsame Unterschiede aus:
Zum einen durch die Möglichkeit der Nutzung eines in das Gerät integrierten Apexlokators, zum anderen besitzt das Gerät auch im „Reziprok“ – Modus eine Sicherheitsfeature im Sinne eines „Auto Reverse Control“ bei Überbelastung.
Gleich zu Beginn: Über die ELM – Funktion des Gerätes kann ich im Praxisalltag nichts sagen, weil ich diese nicht nutze. Das hat nichts damit zu tun, dass ich (in der Tat) kein Freund der alleinigen maschinellen Aufbereitung bei simultaner Längenmessung bin, sondern ist der Tatsache geschuldet, dass im Gegensatz zum linksseitig montierten Endopiloten von Zimmer 2 der Aufbereitungsmotor in Zimmer 1 auf dem Arztelement auf der rechten Seite des Behandlungsstuhls seinen Platz findet.
Und daher für meinen Weg der separaten und wiederholt immer wieder stattfindenden ELM zu umständlich die benötigten Kabel herbeigeholt und weggelegt werden müssten. Dieses Manko kann selbst die Zweitassistenz und ein Arbeiten in 6 Hand – Technik nicht wettmachen.
Auch den vom Hersteller als RECIPROC REVERSE Komfortfunktion angepriesenen Überlastschutz der Reciproc – Instrumente habe ich für mich zu Beginn als unnötiges Feature angesehen. Schließlich zeichnet sich ja die VDW Reciproc- Feile von vorneherein dadurch aus, dass sie so gut wie „unkaputtbar“ ist. Die bislang 2 Feilenbrüche einer Reciproc- Feile kann ich für meine Person als seit mehreren Jahren nicht aufgetretenes Ausnahmeereignis aus der Testphase mit Prototypen einordnen.
Nach mehr als einem halben Jahr Arbeiten mit dem Gold Reciproc hat sich meine Ansicht, die RECIPROC REVERSE – Funktion betreffend, vollständig gewandelt.
Nicht nur für Anfänger, aus didaktischen Gründen, auch in meinem Praxisalltag hat sich diese Sicherheitsfunktion bewährt.
Ich möchte sie nicht missen und bedauere den Tag, an dem der VDW Gold Reciproc seine Heimreise nach München antreten wird.
Und wer die VDW Reciproc- Feile in der von ihrem Erfinder Ghassan Yared propagierten (ich sach mal „dosiert druckvollen“) Arbeitsweise einsetzt, der sollte auf jeden Fall auf einen Motor mit RECIPROC REVERSE – Funktion zurückgreifen, zu groß sind einfach die Vorteile im Einsatz einer solchen Kombination im Vergleich zur bisherigen Version.
Über die Start- X- Spitzen von Maillefer habe ich schon mal fast auf den Tag genau 2010 hier positiv berichtet und nachdem mittlerweile weitere 2 Jahre vergangen sind, kann ich sagen, dass die von mir verwendeten Spitzen weiterhin einwandfrei ihre Dienste verrichten.
In Verwendung sind die Spitzen Nr. 4 (der Kugelknopf zum Entfernen von metallischen Wurzelstiften ) und die Spitze Nr. 3 (zum Entfernen von provisorischem und definitiven Füllungsmaterialien).
Während die 4er Spitze nur für die entsprechende Indikation bereitgestellt wird (und sich mittlerweile diesen Platz mit der VDW MAXI MPR teilen muss, ist die Start-X Nr. 3 unser Standardinstrument, soll heißen, sie liegt in jedem unserer Endo- Container, wird grundsätzlich vor der Behandlung bereitgestellt und auch fast bei jeder Behandlung eingesetzt. Kaputtgegangen ist im Übrigen von diesen Spitzen in über 4 Jahren keine einzige.
Die Start-X Spitzen waren das erste Produkt überhaupt, das 2010 hier bei WURZELSPITZE 5 Wurzelspitzen bekamen.
Diese Wertung kann ich heute nur noch einmal bestätigen.
Nickel-Titan-Instrumente zur Wurzelkanalpräparation zählen allgemein zu _den_ technischen Fortschritten der Endodontologie der letzten Jahrzehnte. Während deren Auswahlmöglichkeiten zum Einführungszeitpunkt 1997 eher gering waren stehen der Zahnärzteschaft aktuell eine zunehmende Anzahl diverser Systeme zur Verfügung.
Bei uns kommen seit der Markeinführung 2005 in vielen Fällen MTwo Instrumente zum Einsatz.
Bis heute überzeugt mich u.a. deren Flexibilität (mit damit möglich gewordenen Aufbereitungsdurchmessern) gepaart mit Schneidleistung und Abtransport von Debris.
Anbei einige Behandlungsbeispiele der letzten Jahre:
Nach jahrelangem Einsatz zu unserer vollsten Zufriedenheit gibt es daher von mir „so was von“ 5 Wurzelspitzen…!
Auch bei diesem Instrument war ich anfangs sehr skeptisch. Und habe es nur benutzt, wenn ich mit meinen langjährig bewährten Kugelknöpfen (z.B. Maillefer START- X #4) nicht weiterkam.
Und jetzt ?
Erst letzte Woche habe ich wieder 2 Stifte damit rausgeholt, die mich erfahrungsgemäß (man kann es ja nicht beweisen, denn ein Stift geht immer nur einmal raus) mit anderen Ansätzen wesentlich hartknäckiger aufgehalten hätten. Für die Spitze spricht auf jeden Fall, daß, sobald sie in diesem Fall zum Einsatz kam, man fast schon zuschauen konnte, wie die Stifte anfingen, sich zu lockern. Und nach ein paar Minuten damit herausgeschraubt werden konnten, während zuvor, mit den anderen Spitzen sich nichts oder nur wenig getan hatte.
Die Maxi MPR Spitze (die wir in 2 Größen in der Praxis haben, vermutlich wurde irgendwann einmal die Produktion diesbezüglich umgestellt, ich benutze zumeist die kleinere Größe) ist mittlerweile zum Standard- Instrument aufgestiegen, gleichberechtigt neben der oben schon erwähnten START-X # 4 (Feedback zu den START-X Spitzen insgesamt im Übrigen in einem Extra- Blogbeitrag).
Die Kosten für den MAXI MPR- Ansatz sind überschaubar, zumal diese Spitze eigentlich unkaputtbar ist und somit ein Praxisleben lang hält. Ihr Nutzen im konkreten Fällen ? „Priceless“, weil sie den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg (Entfernen des Wurzelstiftes in akzeptablem zeitlichen Rahmen vs. entnervt ausgeben) ausmacht.
Frakturierte Instrumente sind immer ein Ärgernis (vor allem, wenn man sie selbst abgebrochen hat), in jedem Fall aber eine endodontische sportliche Herausforderung . Dieses frakturierte Instrument (etwa 5 mm einer MTwo 04/10) ließ sich leicht darstellen und mit Ultraschall lockern. Schon kurz nach der Freilegung bewegte es sich etwa 0,5 mm auf und ab. Unglücklicherweise war die mesiolinguale Wurzel dieses 46 ausgesprochen stark gekrümmt und das gelockerte Instrument ließ sich nicht aus dem Kanal entfernen, weil es immer wieder an die Außenseite der Kurvatur dieses stark gekrümmten Kanals stieß und sich dadurch seiner Entfernung widersetzte. Straight line access hätte einen subcrestalen Zugang erfordert und war deshalb keine sinnvolle Option. Ich habe versucht, das Instrument um die Ecke zu bugsieren und mit der Schlingentechnik nach Michael Arnold herauszuziehen – leider vergeblich. Mein Versuch mit einem ultrafeinen Draht von Nils Widera war ebenso frustran.
Ein Versuch, das Instrument in eine Kanüle anzukleben und so herauszuziehen scheiterte ebenfalls, weil zwischen der Kanüle und dem Instrument ein so großer Winkel war, dass das die Kanüle sich nicht über das Instrument schieben ließ. Irgendwie hatte ich den Eindruck, dass mir eine Hand fehlte: ich hätte eine Hand gebraucht, um den Spiegel zu halten, eine weitere, um die Schlaufe über das Instrument zu bugsieren und eine dritte, um die Drahtschlaufe beim Herausziehen in Position zu halten.
Als nächsten Versuch habe ich eine Sonofeile von Acteon an der Spitze zu einem „U“ gebogen, dieses U hinter die Instrumentenspitze gemogelt und dann Ultraschall aktiviert. Eine Zehntelsekunde später war das Instrument durch die Vibration draußen, nachdem ich vorher 45 min vergeblich herum getrickst hatte.
Wahrscheinlich würde statt des „U“ auch reichen, die Spitze rechtwinkelig umzubiegen, so dass sie gerade hinter das frakturierte Instrument gedreht werden kann.
Gelockertes frakturiertes Instrument, das gegen die Außenseite der Kurvatur stößt und sich dadurch nicht entfernen lässt
An der Spitze zum „U“ gebogen Sonofeile mit dem entfernten Instrument
Die „Echternacher Springprozession“ ist nach bald 15 Jahren schon so etwas wie Allgemeingut geworden, aber ich bin am Wochenende gefragt worden, ob es eine Möglichkeit gäbe, das im Rahmen des Curriculums der DGET gezeigte Video zum Thema sich noch einmal in Ruhe anschauen zu können und dieser Bitte komme ich gerne nach.
Im Nachfolgenden also ein Video zu maschinellen Bewegungen bei vollrotierenden Nickel- Titan – Instrumenten. Es zeigt pickende und bürstende Bewegungen ebenso wie besagte „Echternacher Springprozession“ und im Vergleich zur Original MTwo- Arbeitsbewegung des „simultanous shaping“ meine Alternative für Fortgeschrittene, den „Echternacher Pinselstrich“.
Nach Aufklärung und Kostenvoranschlag erfolgte Trepanation durch die Krone. Der Stift wurde mit US freigelegt. Der NSK E5 US-Ansatz wurde mit einem Arkansas-Stein „gespitzt“ für einen besseren Abtrag. Trotzdem dauerte die Freilegung noch weit über eine halbe Stunde.
Nachdem der Stift und das Komposit, mit dem er verklebt wurde, entfernt war, wurden die GP-Reste (mehr war es nicht) mit einer FlexMaster 15/06 herausgeholt. Der Kanal war dann bis zum Apex gängig, Patency konnte hergestellt werden.
Aufbereitung erfolgte mit M2 25/06 und 40/06 in Ghassan Yared-Technik (reziproke Bewegung, Pendelbewegung).
Die WF wurde warm vertikal kondensiert und wegen des großen Lumens und einer im Mikroskop erkennbaren Undichtigkeit Richtung Kronenrand, in der selben Sitzung noch ein Glasfaserstift eingeklebt.
Wie hier schon beschrieben, lässt sich beim Endopilot von Schlumbohm seit dem Update die Reziprok-Bewegung leichter programmieren. Die Umdrehung in rpm lässt sich in 50er Schritten eingeben und die Zeit des Recht- bzw. Linkslaufes lässt sich in Millisekunden eingeben (in 10er Schritten).
Rechnen muss man leider immer noch selber. Ich hoffe, dass beim nächsten Update die Programmierung nochmal vereinfacht wird (wie es geht hat Satelec/Acteon vorgemacht mit dem i-Endo Dual. Dort kann neben der Drehzahl auch der Drehwinkel für die Pendelbewegung zwischen 10° und 360° für Recht- und Linkslauf direkt eingegeben werden. Jedoch verfügt der Motor weder über ELM, noch über andere Erweiterungen, wie Ultraschall oder ein Downpack/Backfil-System).
Bei 600 rpm dreht die Feile 10 mal die Sekunde, also einmal in 100 Millisekunden. Somit steht der Wert 10 (entspricht 100 ms) im Display für 360°, also entspricht dem Wert 1 (10 ms) 36° Drehung (bei 600 rpm!).
Entsprechend 3° bei 50 rpm.
Meine Standard-Reziprok-Einstellung ist zur Zeit:
400 rpm, rechts 6 (entspricht 144°), links 2 (macht 48°), Pause 1, bei 2,20 ncm.
So wird momentan die VDW Mtwo 25/06 betrieben. Funktioniert.
Ob die wirklichen Drehwinkel einigermassen mit der Programmierung übereinstimmen, kann überprüft werden, indem man eine alte maschinelle Feile um 90° abknickt (in diesem Fall eine Micro Mega Giro-File) in das Handstück einspannt und laufen lässt. Wenn man direkt auf die Feile schaut fungiert sie gewissermassen als Zeiger. So kann zumindest grob abschätzen, ob die Feile das tut, was man will.
Der Aufbau hat gehalten, der Patient hatte keine Schmerzen.
Gut.
In der zweiten Sitzung re-entry.
Das Anlegen von Kofferdam war diesmal leicht möglich. Die Klammer wurde mit Flow-Komposit gesichert.
Cavit wurde mit Diamant und US entfernt.
Die Revision erfolgte rein maschinell mit einer VDW Flex Master 15/06 bis Apex unter kontinuierlicher ELM mit dem Schlumbohm-Endo Pilot. Anschiessend kamen eine VDW Mtwo 25/06 und 40/06 reziprok zum Einsatz, ebenfalls unter kontinuierlicher Längenkontrolle.
Die Desinfektion erfolgte mit US-aktivierter Spülung nach bewährtem Protokoll:
Nach der Aufbereitung und Desinfektion erfolgte eine medikamentöse Einlage mit Calciumhydroxid für eine Woche. Verschluss mit Cavit. Ohne Watte oder Schaumstoffpellet.
In der Zwischenzeit weder Schmerzen oder noch andere Beschwerden.
In der dritten Sitzung wurde Cavit und Calciumhydroxid wieder entfernt und anschliessend nochmals desinfiziert.
Die WF erfolgte warm vertikal (Endo-Pilot).
Die GP wurde an den Orifizien reduziert. Die Reinigung der Kavität erfolgt mittels Microbrush und Alkohol, anschliessend werden die Wände und der Kavitätenboden nochmals mit einem Rosenbohrer revidiert, zum Schluss mit Phosphorsäure beschickt und mit einem Microbrush „geputzt“.
Bonding, Polymersation.
Die Kanaleingänge mit weissem Flow-Koposit verschlossen (Baseliner, Venus Flow, Heraeus Kulzer).
Auskleiden der Kavität mit Flow.
Auffüllen mit Kompost (GC Gradia), Abschlussaufnahme.
Prognose:
Ich würde sagen, eher „durchwachsen“.
Was spricht gegen eine gute Prognose?
ein Kanal mb2 wurde nicht gefunden, sondern nur ein dünner Ausläufer des mb nach zentral. Dieser konnte nicht adäquat gereinigt und desinfiziert werden, ohne die Wurzel noch mehr zu schwächen
Die Klebestellen des Aufbaus sind nicht optimal, da keine absolute Trockenheit hergestellt werden konnte
die mb-Wurzel ist parodontal stark eingeschänkt
Wie geht es weiter?
Langzeitprovisorium aus Kunststoff, 3D-gefräst vom Labor.
Kontrollaufnahme nach 3 Monaten, sollte die Aufhellung kleiner werden, kann über eine endgültige Versorgung nachgedacht werden.
Lange hat es gedauert, aber Schlumbohm hat endlich das Update für den Endo-Pilot rausgeschickt (für die Kunden, die am Update-Service teilnehmen).
Was ist neu?
Die Feilenbilbliothek ist erweitert worden.
Der Reziprok-Modus ist überarbeitet worden.
Die Programmierung ist einfacher geworden. D.h. Rechts- und Linkslauf sowie Pause wird jetzt in Millisekunden angegeben und die Geschwindigkeit im rpm.
Ein einfaches Verstellen der Geschwindigkeit bei gleichbleibenden Drehwinkeln ist aber leider immer noch schwierig (schön wäre es, wenn die Drehwinkel direkt eingestellt werde könnten, wie beim alten ATR-Motor).
Desweiteren funktioniert jetzt auch die Auto-Stop Funktion im Reziprokmodus.
Die volle Drehmomentkontrolle bei Reziprok ist natürlich geblieben.
Frei programmierbare Feilensequenzen.
Man kann jetzt – wenn man die die vom Hersteller vorgegebenen Feilensequenzen nicht benutzen will – sein eigenes Hybridsystem einprogrammieren, und muss nicht kreuz und quer durch die Systeme springen.Die eigenen Feilenfolgen werden in der „my file“-Bibliothek abgelegt.
Vorgeschlagen sind hier schon:
enge Kanäle
normale Kanäle
weite Kanäle
Spezial
Revision
Pro Kategorie können bis zu 10 Feilen in beliebiger Kombination einprogrammiert werden.
So sind bei mir z.B. unter „enge Kanäle“ die von Michael Arnold vorgeschlagenen Maillefer ProFile 15/06 > Maillefer ProFile 20/04 > VDW FlexMaster 15/06 einprogrammiert.
In „Spezial“ ist die Two-File-Endo mit FKG Scout RaCe 10/02 normal und FKG Easy RaCe 25/06 im Reziprok-Modus (momentan Rechts 12, Links 6, Pause 2 bei 400 rpm) abgelegt (Alternativkombination: Maillefer PathFile 13/02 normal und VDW Mtwo 25/06 reziprok.
Für eine weitere Aufbereitung kann ja noch eine 35/06 bei gleichen Parametern nachgeschoben werden (wenn die 25/06 reziprok nicht leicht auf Länge geht, kann mit einer RaCe 15/02 evtl. 20/02 oder Pathfile 16/02 evtl. 19/02 der Gleitpfad erweitern werden).
Die frei programmierbaren Sequenzen sind sicher für viele das „Killer-Feature“, denn so können bewährte Feilenkombinationen mit den richtigen Drehzahlen und Torsionswerten sehr einfach eingesetzt werden.
Wir werden sehen, ob uns hier einige Vorschläge diesbezüglich erreichen.
Ich glaube, man kann sagen, dass der Endopilot seine einzigartige Vielseitigkeit mit diesem Update noch weiter ausgebaut hat.
Es ist Anfang Januar. Das Jahr hat gerade begonnen. Und schon gibt es Gewinner 2012 ? Sollten wir nicht über die Gewinner 2011 reden ? Werden wir, in einem weiteren Beitrag, aber schon heute scheint festzustehen, wer die Gewinner 2012 sein werden. Es sind die Hersteller von endodontischen Nickel – Titan – Instrumenten, denn in der GOZ 2012 werden die Kosten von Nickel – Titan Einmalinstrumenten als berechnungsfähig genannt. Kaum bekannt, knallten da vermutlich Sektkorken im Hause der NiTi – Hersteller, denn diese Entwicklung wird zwangsläufig den Kauf von Ni -Ti – Instrumenten vorantreiben.
Und der Zahnarzt hat nun beim PKV- Patienten die Möglichkeit, NiTi – Instrumente mehrmals zu verwenden, diese aufwändig zeit- und kostenintensiv wiederaufzubereiten und die Instrumente auch noch aus eigener Tasche zu zahlen oder aber Einmalinstrumente zu verwenden und die Kosten dafür der PKV in Rechnung zu stellen.
Man muss kein herausragender Prophet sein, um die Konsequenzen dieser Entwicklung vorhersagen zu können. Der Absatz an NiTi – Instrumenten wird weiter steigen.
Apropos Prophezeiungen – Hier noch zwei Mutmaßungen, die sich dem „test of time“ stellen müssen. Kann sein, dass ich falsch liege, wir werden sehen.
1. Um die SAF – Feile war es in der letzten Zeit sehr still geworden. Wurde vor und kurz nach Markteinführung den hier bei WURZELSPITZE vorgetragenen kritischen Sichtweisen zur SAF- Feile energisch widersprochen und eine neue Ära der Wurzelkanalaufbereitung herbeibeschworen, so scheint heute vieles von dem, was an möglichen Problemen genannt worden war, in der Tat sich bewahrheitet zu haben.
Ich persönlich sehe weiterhin in der SAF- Feile ein interessantes Mittel zur Reinigung von Wurzelkanälen. Man kommt aber nicht umhin, festzustellen, dass diesem Instrument der große Markterfolg bisher verwehrt blieb. Hier spielt nicht nur, aber auch der hohe Preis dieser Feile von über 40 Euro eine Rolle.
Dieser Pferdefuss ist seit dem 01.01.2012 weggefallen. Es besteht also kein Grund mehr, aus Kostengründen das System abzulehnen. Mal schauen, ob sich dieser Umstand in einer Revitalisierung des SAF- Systems äußert. Ich bin weiterhin zurückhaltend diesbezüglich, am Preis der Feile liegt es aber von nun an jedoch definitiv nicht mehr. Schafft die SAF – Feile nun den Durchbruch ? Wenn nicht, dann wirft dies das System auf längere Sicht nachhaltig zurück.
2. Ursprünglich stand hier etwas ganz anderes. Aber unmittelbar nach Erscheinen des Beitrags hat ein Kollege hat mich in seiner ihm eigenen, ebenso tiefgründigen wie unnachahmlichen Art via Email darauf hingewiesen, man solle nicht die PKV auf Ideen bringen, auf die dort keiner von alleine kommen würde.
Und wie recht er hat, der Kollege.
Ich werde vermutlich schon in Rente sein, bevor bei der PKV irgendjemand sich die GOZ 2012 diesbezüglich einmal genauer anschaut. Die lesen doch die neue GOZ höchstens ganz oberflächlich, jede Wette.
… ich finde nur 2 Kanäle in dem 26. Das waren die ersten Worte eines sehr netten und kompetenten Kollegen.
Natürlich konnten wir schauen.
Es hat mich nicht gewundert, dass der Kollege nur 2 Kanäle gefunden hat, denn das Pulpacavum war grosszügig mit einem Pulpastein zugewachsen. Der distale und der distobuccale Kanal waren schon dargestellt, als der Patient bei mir auftauchte. Nach kurzer Zeit war der mesiobuccale Kanal gefunden und dann ging es auf die Suche des mb2.
Also mit dem Mounce-Discovery-Bur vom mb nach palatinal rübergezogen und geschaut, was sich so zeigt.
Das waren in der mb Wurzel schon mal 4 Eingänge. Das ist nichts besonderes, die reduzieren sich meistens doch auf 2 Kanäle. Also die Kanäle mit Rosenbohrern verfolgt.
Es bleiben 4. Die zwei mittleren werden sich jedoch im Laufe der Aufbereitung mit Sicherheit vereinigen.
Die initiale Aufbereitung erfolgte mit der Sequenz für schwierige Kanäle, die Michael Arnold aus Dresden vor einigen Jahren vorgeschlagen hat:
ProFile 15/04 aktiv – ProFile 20/04 passiv – Flexmaster 15/06 passiv.
Immer wieder wiederholen, bis der Apex erreicht ist.
Immer nass und unter Sicht (Mikroskop!) langsam mit Gefühl in den Kanal einführen, und beim Rausziehen kontrollieren, ob sich die Feile verform hat. Wenn ja, diese verwerfen.
Zum Schluss waren es dann noch 3 mesiale Kanäle. Der mb wurde aufbereitet bis 35/06, mb2 und mb3 bis 25/06.
WF erfolgte warm, vertikal.
Bei 5 Kanälen in einem oberen 6er wird immer fotografisch dokumentiert, die Bilder dem Patienten mit der Aufforderung mitgegeben, er solle sie beim Einreichen der Rechnung gleich mitschicken, da man darauf warten kann, dass der PKV-Sachbearbeiter mit 5 Kanälen überfordert ist, und nur (maximal) 4 Kanäle zur Erstattung freigibt. Den Sachverhalt im Nachhinein zu belegen ist unter Umständen schwierig, wenn, wie in diesem Fall, die WF-Kontrollaufnahme in Rechtwinkeltechnik ausgeführt wurde und mesial nur ein gefüllter Kanal erkennbar ist.
In der letzten Woche erreichte mich eine private Email zu diesem DVT, dass der WURZELSPITZE- Autor Ronald Wecker hier im Blog vorgestellt hatte.
Der Schreiber fragte: „hallo hawi, wäre das vorgehen auch ohne dvt nicht das gleiche gewesen? ohne zusätzliche strahlung, ohne extra-kosten?“
Wenn es nicht er eigene Fall ist, dann ist es schwierig, diese Frage erschöpfend zu beantworten. Ich versuchs trotzdem.
Hätte man diesen Zahn ohne DVT behandeln können ?
Ich denke schon.
Hätte ich gerne hier ein DVT gehabt ?
Vermutlich.
Weil ich weiss, was mir das DVT in einem solchen Falle an zusätzlichen Informationen bringen könnte.
Und ich fühle mich zurückerinnert.
An die Zeit vor gut 10 Jahren.
Mit dem Aufkommen des Dentalmikroskops hatten wir nämlich eine ähnliche Situation. Dem fertigen Röntgenbild nach einer WF sieht man nämlich nicht an, dass der mit dem Mikroskop entdeckte 4. Kanal ohne dieses nicht gefunden worden wäre.
Das Endergebnis, die Wurzelfüllung, mutet unspektakulär an.
Der Weg dort hin war trotzdem steinig.
Auch damals wurde der Ruf laut, für diese Dinge brauche man doch kein Mikroskop.
Der Behandler, der beide Verfahren (mit und ohne Mikroskop) aus eigener Praxis kannte, er wusste, dass dies ein Irrglaube war, dass er den Zahn ohne Dentalmikroskop nie in gleicher Form hätte behandeln können.
Und jetzt das DVT ?
Geht es nur mit oder doch ohne ? Das ist hier die Frage.
Anbei ein Fall von letzter Woche, wo mir das DVT eine entscheidende Hilfe war.
Ohne DVT wäre es mir schwergefallen, diesen Fall so zu behandeln, wie ich es dann letztendlich getan habe.
Die Situation: Symptomatischer Zahn 17, Palatinaler Fistelgang in Regio 16,17. Der Zahn 15 war vor circa einem Jahr wurzelkanalbehandelt worden, der Zahn 16 irgendwann danach auf Grund eines eitrigen Entzündungsprozesses verloren gegangen.
Drohte dem Zahn 17 jetzt das gleiche Schicksal ?
Nach Trepanation zeigen sich die bukkalen Kanäle 18,5 mm bzw. 19 mm lang.
Im palatinalen Kanal ( alio loco vorbehandelt ?) zeigt das ROOT ZX -Gerät ebenso wie das Raypex 6- Gerät bei 14,5 mm Apex.
Vermutet hätte ich hier eher 19 – 21 mm.
Was war hier los ?
Via Falsa ?
Großer Seitenkanal ?
Keine Ahnung ???
Das Kanalumen, mit dem DM gut zu sehen, war ziemlich groß. Überdurchschnittlich groß.
In den Röntgenbildern, die vorlagen, und die im Laufe der Behandung hinzukamen, gab es keine Hinweis auf die Ursache dieses Phänomens.
Auch ein Paperpoint – Test blieb unbefriedigend.
Das durchgeführte DVT (mit röntgenopaker Calciumhydroxid- Einlage nach definitiver Aufbereitung) zeigte dann, dass in der Tat die palatinale Wurzel deutlich kürzer war als die beiden bukkalen.
Vermutlich ein Resorptionsprozess, dessen Knochendestruktion auch in diesem Falle von den Zahnfilmen her in seinem wahren Ausmaß nur zu erahnen gewesen und definitiv in dieser Grösse von mir nicht vermutet worden wäre.
Nachdem feststand, dass die palatinale Wurzel in der Tat deutlich kürzer war als die beiden anderen, wurde in der auf das DVT folgenden Behandlungssitzung die WF durchgeführt.
Der Zahn war seit unserer Erstbehandlung beschwerdefrei, die Fistel war zwischenzeitlich verschwunden.
Vor einiger Zeit wurde ich gebeten, einen im Sortiment von Acteon und VDW befindlichen Ultraschallansatz zu beurteilen, welcher der Entfernung von Wurzelstiften dienen soll.
Ich hab ihn interessiert zur Kenntnis genommen und anschließend zur Seite gelegt.
Was, ich muss gestehen, vermutlich vorrangig der Tatsache geschuldet ist, daß ich seit vielen Jahren mit den von mir verwendeten Maillefer – Ansätzen (ProUltra Endo 1, Start-X 4) zur Wurzelstift – Entfernung sehr zufrieden bin. Und darüber hinaus vom martialischen Design des MAXI MPR- Ansatzes abgeschreckt wurde, zumal empfohlen wurde, den Wurzelstift am Stiftkopf von okklusal zu belasten, um so die Zementfuge aufbrechen zu können.
Da lag er dann, der neue Ansatz, im „Mohrschen Schrein“ der Baischschrank- Schublade und fristete ein unbeachtetes Exotendasein.
Bis zu dem Tag, an dem ein renitenter Wurzelstift sich allen Entfernungsversuchen widersetzte, ich aber nicht zum Äußersten, sprich zum Einsatz des Ruddle PRS- Kits schreiten wollte.
Da erinnerte ich mich. Holte den MAXI MPR aus der Versenkung hervor, liess ihn vorbehaltlos, jedoch ohne konkrete Erwartungshaltung losvibrieren und – siehe da – innerhalb von weniger als 60 Sekunden war der Wurzelstift locker, der Rest schnell durchgeführte Routine.
Und dann letzte Woche.
Gleiche Konstellation, der Wurzelstift in Zahn 25 will partout nicht raus.
Ich mühe mich ab mit den gewohnten Hilfsmitteln, dünne Ultraschallspitzen für die Zementfuge, intermittierend der Start-X Ansatz Nr. 4. Aber wider Erwarten will der Stift, der zunächst gar nicht so schwierig erschien, sich nicht lockern lassen.
Schließlich lasse ich mir den MAXI MPR- Ansatz aus dem Schrein holen. Der Stift, individuell gegossen, mit Glasoinomerzement eingesetzt, scheint einen Versuch prinzipiell zuzulassen. Das Resultat: es gelingt nicht ganz so schnell wie beim ersten Mal, aber doch innerhalb von 1-2 Minuten, den Wurzelstift loszuvibrieren.
Moment, hör ich sie sagen: Hätte ich nicht vielleicht auch das gleiche Ergebnis erzielt, wenn ich den Start-X 4 – Ansatz noch 2 Minuten weiter eingesetzt hätte ?
Kann sein, ist aber – aus meiner langjährigen Erfahrung heraus mit den Kugelkopf – Ansätzen – eher unwahrscheinlich.
Ich glaube eher, dass ich auch noch weitere 10 Minuten mit den mir vertrauten Ansätzen hätte arbeiten können, ohne das sich was gerührt hätte.
Ich werde auf jeden Fall zukünftig bei nicht geschraubten Wurzelstifte den MAXI MPR – Ansatz intermittierend mit meinen gewohnten Kugelkopf- Ansätzen von Anfang an zum Einsatz kommen lassen.
Der Platz im Schrein ist leergeräumt, der MAXI MPR ein neuer und zusätzlicher wertvoller Pfeil im Köcher der Stiftentfernungswerkzeuge.
Mit neuen Visionen & Möglichkeiten möchte Michael Arnold zusammen mit zahlreichen Autoren über neue Möglichkeiten in der Endodontologie auf der Basis aktueller Forschung informieren.
Dies gelingt nicht nur aufgrund der optisch ansprechenden zwölf Kalenderseiten, sondern insbesondere durch spannende und sehr versiert gelöste Behandlungsfälle eindrucksvoll.
Auf der IDS 2009 habe ich zum ersten Mal das Root ZX Mini in Augenschein genommen. Ganz ehrlich, ich hätts nicht gebraucht, denn ich war und bin restlos zufrieden mit meinem ROOT ZX.
Aber selbst bei einer im positiven Sinne konservativen Firma wie Morita war vermutlich irgendwann die Entscheidung getroffen worden, man müsse nach all der Zeit seit Markteinführung des Root ZX endlich mal was Neues in Sachen Apex Lokator auf den Markt bringen, weil genauer jener nach Innovationen, und seien es auch nur scheinbare, verlange.
Aber was bitte soll das neue Root ZX mini denn besser machen, als es das alte seit vielen Jahren schon tut, nämlich höchst präzise und zuverlässig zu messen.
Und genauso so ist es auch im Praxistest. Das neue misst identisch zum alten.
Und so könnte ich zumindest, sollte irgendwann mal mein Gerät den Geist aufgeben, guten Gewissens zur aufgehübschten Design – Generation wechseln. Allerdings stört mich die neue Soundkulisse des Gerätes. Warum hat man es nicht bei den altbekannen Piepstönen des Originals gelassen ? Das neue Sounddesign nervt. Ich habe keinen Weg gefunden, den Ton zu ändern und – solange mein altes Gerät funktioniert – keine Lust, mich an die neue Akustik zu gewöhnen.
Ein Plus hat das Gerät jedoch zweifelslos und das ist die Einbindung des Morita Akku- Winkelstücks. Dieses ist klein und handlich und die Kombination von beiden im Handling ein Gewinn gegenüber dem Tri Auto ZX, jenem Akku- Handstück- Vorreiter. Diesbezüglich seiner Zeit weit voraus, aber auch ein sperriger Klotz.
Ist das also die neue Kombi, ein Dreamteam also ?
Nicht so richtig, denn es fehlt beim neuen wie beim Original – Motor ein – nennen wir es – „Fortgeschritten“- Modus, der es erlaubt, die Apical Stop Funktion von der ELM Messung zu trennen. Ich bin es nämlich nicht gewohnt, das der Motor automatisch nach eigenem Gusto die maschinelle Rotation stoppt, sobald er glaubt, der apikale Endpunkt sei erreicht. Um mit Hape Kerkeling zu sprechen: „Ich möchte das nicht !“.
Ich möchte diese Entscheidung selbst treffen.
Apropos Rotation – die Drehbewegung ist im Übrigen eine rein vollrotierende. Reziprokes Arbeiten ist also nicht möglich.
Zwei Drawbacks also und ein Fazit – die bewährte Root ZX VDW Silver Reciproc- Kombi und der Schlumbohm Endopilot haben in der Summe Vorteile, ich bleibe vorerst weiter beim bewährten Vorhandenen.
Das muss nicht für ewig so sein, aber noch ist es so.
Ein halbes Jahr nach seiner Vorstellung auf der IDS ist er nun lieferbar, der Raypex 6- Apexlokator von VDW.
Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich mit den diversen Raypex Vorgängern nicht warm geworden bin. Es gab Abweichungen (zumindest in meinen Händen) in den Messergebnissen zum bewährten ROOT ZX und Berichte über Interferenzen mit anderen elektrischen Geräten im Bereich der Behandlungseinheit. Grund genug für mich, nicht vom Bewährten abzuweichen, auch wenn die berichteten Vorkommnisse vermutlich nicht die Regel, eher die Ausnahme waren.
Umso positiver überrascht bin ich nun vom neuen Raypex 6, das im schicken Design und mit moderner Touchscreen- Benutzeroberfläche mit hoch auflösendem Farbdisplay daherkommt.
Es sei hingestellt, ob so etwas wirklich bei einem Apexlokator zwingend notwendig ist, ich neige dazu, dies zu verneinen. Einem intuitiven Bedienen auch all derer, die mit dem Gerät nicht vertraut sind, kommt dieser Umstand auf jeden Fall entgegen und das „sexy“ Design wird zumindest die erste Aufmerksamkeit potentieller Käufer auf das Produkt lenken, eine positiv augenfällige Veränderung, verglichen mit dem eher biederen und altbackenen äußeren Auftritt der VDW- Geräte früherer Jahre.
Wichtig für mich hingegen ist, dass das Gerät genau und zuverlässig misst.
Und hier kann ich bislang sagen, dass sich die Messgenauigkeit in keinster Weise von unserem Root ZX unterscheiden, wie bislang durchgeführte permanente Crosschecks gezeigt haben. Und noch ein weiterer Punkt ist für mich wichtig. Die akustische Anzeige der jeweiligen Feilenposition ist eindeutig zuordbar, sofort erkennbar und mit der Soundkulisse der Root ZX kompatibel, so dass es auch hier keine Umgewöhnung gibt und der Blick während des Arbeitens nicht vom Dentalmikroskop abgewendet werden muss.
Gerade der letzte Punkt war auffällig beim Einsatz des Root ZX Mini (über dass ich nächste Woche berichten werde), einer ROOT ZX Alternative aus dem Hause des ELM – Marktführers, bei welchem der vertraute Signalton nicht übernommen wurde.
Ich arbeite schon sehr lange mit den „Reciproc“ – Feilen von VDW, sie gehören zu meinen Standardwerkzeugen bei der Wurzelkanalbehandlung und ich habe mich gut drauf „eingeschossen“.
Die Maillefer „Wave One“ habe ich nur in einigen präfinalen Entwicklungsstufen testen können, mit dem endgültigen Feilen jedoch bislang (von ein paar extrahierten Zähnen abgesehen) nicht arbeiten können.
Was vorrangig an mir lag.
Die Wave One sind ja nun schon seit der IDS dieses Jahre offiziell auf dem Markt, aber angesichts meiner guten Erfahrungen mit den VDW Reciproc hatte ich wenig Intention, die Wave One auszuprobieren.
Kürzlich sind mir ein paar Blisterpackungen in die Hände gefallen und ich nahm dies zum Anlass, die „Wave One“ zu testen.
Mein erster Eindruck: Sehr angenehm.
Im Gegensatz zu den VDW Reciproc, denen man das Voranschreiten im Wurzelkanal anmerkt, scheinen die „Wave One“ im Kanal kaum spürbar zu arbeiten, was bitte nicht mit ineffizient verwechselt werden darf, denn sie kommen sehr wohl gut voran, nur eben, wie soll ich sagen, „harmonischer, glatter“ als die VDW Reciproc.
Ich habe es schon früher geschrieben, aber wiederhole mich gerne: Es ist erstaunlich, dass die beiden Firmen, Maillefer und VDW, es geschafft haben (im Hinblick auf eine eigentlich nivillierende Aufbereitungsbewegung) zwei so grundsätzlich verschieden agierende Instrumente zu entwickeln.
Welches System ist besser ?
Das kann ich nicht sagen, dafür habe ich zu lange mit dem einen und zu wenig mit dem anderen gearbeitet. Aber sehr gefallen hat mir die 20er, die gelbe Wave One, die in Kanälen, in denen die VDW Reciproc 25 nur langsam ihren Weg findet, eine sich problemloser ihren Weg bahnende Alternative sein können.
Andererseits gibt es Kanäle, in denen die Wave One- Instrumente weniger effizient zu sein scheinen. Und an der VDW Reciproc mag ich ihre Fähigkeit, sich automatisch den Weg nach apikal zu bahnen. Solange das Instrument sich (drucklos) weiter nach apikal bewegt, ist alles gut und narrensicher problemlos. In dem Moment, in dem dies nicht mehr passiert, weiss, ich was zu tun ist, stattdessen: Instrument rausnehmen, anschauen, reinigen, Kanal spülen. Und wenn dann, beim nächsten Durchgang, es wieder nicht weitergeht, raus aus dem Kanal und Plan B oder C anwenden.
Was hier so unscheinbar niedergeschrieben wird, ist eine wesentliche Sicherheits- Eigenschaft der VDW „Reciproc“ die das Arbeiten einfacher, weil fehlerunanfälliger macht. Im Zweifelsfall wäre nämlich ein konventinell rotierendes NiTi – Instrument an gleicher Stelle längst abgebrochen oder hätte eine kapitale Stufe produziert.
Ob es eine ähnliche Rückmeldung auch bei Wave One gibt, kann ich nicht sagen, weil, siehe oben, ich zu wenig Erfahrung damit habe. Meine Blister sind leer, was bleibt ? Das Gefühl, dass die Wave One- Instrumente ihre Anhänger finden werden und dass ich vermutlich auch dazu gehören würde, wäre da nicht der real existierende Vorsprung an Erfahrung in meinen Händen mit den VDW „Reciproc“, der – „no need to change a running system“ – weitere Experimente zunächst vermutlich auf Eis legt.
Sollte sich an dieser Situation was ändern, werde ich an dieser Stelle berichten.
Ein endodontisches Modewort. Seit ein paar Jahren immer und immer wieder im Gespräch.
Dabei ist der Begriff „Gleitpfad“ eigentlich selbsterläuternd.
Umso merkwürdiger, dass die allgegenwärtige Diskussion schon jetzt zu den endodontischen Dauerbrennern zählt, vergleichbar mit anderen klassischen „wirklich wichtigen existentiellen Fragen der Endodontie“:
„Einzeitige oder zweizeitige Behandlung ?
Bis zu welchem Durchmesser muss ich einen Wurzelkanal aufbereiten ?
Warme oder kalte WF – Verfahren, was ist besser ?
Was ist nun ein „Gleitpfad“ ?
Das Spoerlche Feuerbowlenzangen – Physikunterricht – Axiom des „Ganz Dumm Stellen“ befolgend definiere ich das Vorhandenseins eines Gleitpfades als Zustand eines Wurzelkanals, der es einem rotierenden Nickel – Titan – Instrument ermöglicht, im kleinen dunklen Loch bis auf Arbeitslänge zu gelangen und dabei nicht zu frakturieren.
Das klingt banal, trifft aber dennoch das Problem auf den Kopf. Denn in der Praxis war beim Einsatz rotierender Nickel- Titan – Instrumente bislang die Frage, ob ein solcher Gleitpfad existiert, mitunter ergebnisentscheidend, da bei Nichtvorhandensein eine Instrumentenfraktur oder eine kapitale Stufe die Folge sein konnte. Mit entsprechend suboptimalen Ergebnissen, deren schlimmster Verlauf die Extraktion des Zahnes nach sich zog.
Reziproke Systeme wie Maillefer Wave One oder VDW Reciproc haben diesbezüglich viel viel weniger Probleme, weshalb in vielen Fällen auf das Vorhandensein eines Gleitpfades bzw. die Überprüfung der Existenz eines solchen verzichtet werden kann. Und damit sind solche Instrumente in der Hand des Anfängers weniger fehleranfällig als ihre vollrotierenden Pendants.
Was aber, wenn ich weiterhin mit konventionellen Ni – Ti- Instrumenten arbeite ?
Wie stelle ich vor dem maschinellen Einsatz fest, ob ein Gleitpfad vorhanden ist ?
Hier ein einfacher und sicherer Weg, gewissermaßen eine Lebensversicherung für RNTI – Anwender: Ein für den Einsatz rotierender Nickel- Titan – Instrumente notwendiger Gleitpfad ist vorhanden, wenn es möglich ist, mit der dünnstmöglichen Nickel – Titan- Feile von Hand auf Arbeitslänge gehen.
In der Vergangenheit habe ich dafür eine VDW Flexmaster 15.02 Feile oder eine Maillefer PathFile lila verwendet, jetzt ist es eine 10.02 RACE Feile von FKG die zum Einsatz kommt.
Ich arbeite also mit ISO 006, 008, 010 Handfeilen und benutze danach eine RACE 10.02 Feile, manchmal auch eine RACE 10.04 Feile von Hand, um zu schauen, ob ich damit auf Arbeitslänge gelange.
Sobald eine solche Feile auf Arbeitslänge gelangt, ist der schwierige Teil der Wurzelkanalaufbereitung absolviert. Ich weiss nun, dass ich vollrotierend maschinell arbeiten kann. Jetzt bedarf es nur noch einer individuell an die jeweilige Kanalanatomie optimal angepassten Kombination nächstgrößerer Feilen, um sicher und effizient die Wurzelkanalaufbereitung abzuschliessen.
Das es dann noch zu Frakturen und Stufenbildung kommt, ist nie gänzlich auszuschliessen, aber extrem unwahrscheinlich.
Die Patientin, Ende 30, kam zu uns, weil ihr 4 Zähne (48,47,46 und 16) gezogen werden sollten. Einer davon, der Zahn 48, sollte zuvor noch wurzelkanalbehandelt und dann, nachdem die Bezuschussung der Krankenkasse zum Zahnersatz erfolgt sei, entfernt werden. Die Patientin sah keinen Sinn darin, warum der Zahn erst wurzelkanalbehandelt und dann entfernt werden sollte und auch nicht, warum alle Extraktionen und die Wurzelkanalbehandlung innerhalb der nächsten 2 oder 3 Tagen erfolgen sollte. In ihrem Bekanntenkreis wurde ihr geraten, sie solle uns für eine Zweitmeinung aufsuchen. So kam die Patientin zu uns.
Die Schmerzanamnese ergab Beschwerden im linken Unterkieferseitenzahnbereich, seit mehreren Monaten, mal mehr, mal weniger. Es war naheliegend, zu vermuten, dass der kariöse vitale Zahn 48 für diese Beschwerden verantwortlich sei.
Ich kam mit der Patientin überein, zunächst den Zahn 48 zu behandeln, um die seit Monaten währende subakute Schmerzproblematik zu beseitigen. So könne man den zeitlichen Druck aus dem Geschehen nehmen, um dann in Ruhe zu schauen, ob die anderen 3 Zähne zu erhalten seien oder sinnvollerweise entfernt und durch Implantate ersetzt werden sollten.
Weisheitszähne stellen nicht selten besondere Herausforderungen an die Wurzelkanalbehandlung und dieser Zahn 48 bildete keine Ausnahme. Schon im Hinblick auf das Ausgangsröntgenbild wäre es töricht, zu glauben, daß man hier, im Sinne einer One-File-Endo mittels Maillefer Wave One oder VDW Reciproc ein adäquates Ergebnis erzielen könne.
Denoch war auch hier die VDW Reciproc von Nutzen. Ein solches Instrument zeigt nämlich schnell und unproblematisch auf, an welchem Punkt des Wurzelkanalverlaufs die Schwierigkeiten auf Grund einer starken Krümmung zu erwarten sind.
Wie sollte man nun konkret verfahren ?
Hier meine Vorgehensweise im Telegrammstil:
Erschließung der Wurzelkanäle bis zum Ende des Kanals mit ISO 006- Handfeilen
VDW Reciproc 25 bis zum Punkt des „apikal nicht weiter Vordringen Könnens“
006, 008 010 auf Wurzelkanallänge
RACE 10.02, 15,02 20.02 auf Wurzelkanallänge
VDW Reciproc 25 – wieder soweit wie möglich
MTwo 15.05, 20.06 auf Arbeitslänge
VDW Reciproc auf Arbeitslänge
Entgegen meiner „normalen“ Vorgehensweise habe ich hier, angesichts der starken Krümmungen, auf eine Aufbereitung bis zur MTwo 35.06 verzichtet.
Endpunkt der Aufbereitung war also eine VDW Reciproc 25.08 auf Arbeitslänge, als Mastercones wurden apikal justierte Protaper F2 – Guttaperchastifte verwendet.
„Matchwinner“ waren in diesem Fall die RACE 02- Feilen, die auf Grund ihrer Effizienz und Flexibilität die Erschließung der sehr schwierigen Wurzelkanäle ermöglichten bis zu einem Zeitpunkt, an dem stärker getaperte Instrumente überhaupt erst zum Einsatz gelangen konnten.
Für mich eine schöne Ergänzung meines Instrumenten – Portfolios.
Ich gebe offen zu, dass ich nie erwartet hätte, daß das offensichtliche Billiggerät wirklich was taugt. Ein Kollege hatte mir vor einigen Monaten den von einer Schanghaireise mitgebrachten 150 Dollar China No Name Apexlokator zum Testen gegeben, Zitat „weil ich mich mit so was auskenne“.
Dann die Überraschung. Das Gerät zeigte so verblüffend genau die gleichen Werte wie unser hochgeschätztes Root ZX, dass man vermuten musste, die Chinesen hätten nur das Gehäuse verändert und das Innenleben 1: 1 kopiert.
Soweit die Vorgeschichte. Auf der IDS fand ich in Halle 11.3 ein „chinesisches Viertel“ mit vielen kleinen Firmenbuden, darunter auch der Hersteller von besagtem Apexlokators.
Ich berichtete bei LI TION am Stand zu großen Freude des anwesenden Präsidenten der Firma über meine Erfahrungen.
Worauf er mir ein Endohandstück in die Hand drückte und fragte, ob ich dieses nicht auch testen wolle.
Natürlich wollte ich, denn das zierliche Gerät (und rein äußerlich ebenfalls ein Morita – Clone) hatte es offensichtlich in sich.
Es ist ein Akku – Endohandstück, dass sowohl vollrotierend wie programmierbar reziprok arbeitet und sogar mit integrierter Längenmessung, die laut Aussage des Herstellers dem mir bekannten Standgerät in nichts nachstehen soll.
Keine Ahnung wie die chinesischen Techniker es geschafft haben, die Reziprok – Funktion in das Gerät zu pressen zu einem Zeitpunkt, zu dem im gleichen Augenblick zwei Stockwerke tiefer die offizielle IDS Vorstellung von Maillefer Wave One und VDW Reciproc gerade eben erfolgt war. Mit einem stationären kabelgebundenen Motor wohlgemerkt.
Und das Beste kommt noch. Der Motor kommt ohne störende Kabel aus, die ELM – Lippenklemme hängt an einem kleinen, streichholzschachtelgroßen Satelliten und sendet via Bluetooth an das Handstück.
Was mir ein Mitarbeiter sofort an sich selbst demonstrierte, in dem er die Klemme in seinen Mundwinkel hängte und mit dem Kopf des Endohandstücks an die Zungenspitze drückte.
Ich nahm den LI TION 2 BT mit nach Hause, nicht ohne dem Chef den voraussichtlichen Verkaufspreis abgefragt zu haben.
598 US – Dollar und damit rund 200 Dollar teurer als das Modell ohne Reziprok- Funktion und ohne Blue Tooth ELM.
Für chinesische Verhältnisse demnach sogar überraschend teuer. Meines Erachtens ein Zeichen für das immer stärker aufkommende Selbstbewußtsein der Produzenten aus der Mitte und dass man sich sehr wohl ganz genau bewußt ist, welchen Knüller man da nach Köln gebracht hatte.
Wie sich das Gerät nach einer Woche in der Praxis geschlagen hat, darüber morgen hier an dieser Stelle.
Endodontisch sicherlich die meiste Beachtung fanden auf der diesjährigen IDS die Maillefer Wave One – Feile und die VDW Reciproc – Feile.
Wir haben hier im Vorfeld schon des öfteren berichtet über diese Feilen, nichts Neues also und so habe ich, die Zeit war knapp, beide Systeme bei meinem Messerundgang ausgelassen. Für mich neu hingegen war die HyFlex CM – Feile von Coltene.
Eine Feile der 4. Generation, also mit Wärmebehandlung des Nickel – Titan – Ausgangsmaterials.
Und mit einer neuen Variante dieser „Veredelung“ des Materials.
Hatten wir bisher enorme Flexibilität (Twisted Files) und hohe Ermüdungsbruchresistenz (GTX, Wave One, RECIPROC) so weist (Zitat aus der Werbebroschüre) die HyFlex CM NiTi-Feile Dank eines speziellen Produktionsverfahrens im Gegensatz zu handelsüblichen NiTi-Feilen fast keinen Rückstelleffekt auf und ist deshalb extrem flexibel. Somit kann sich die Feile optimal an die Kanalanatomie anpassen und reduziert die Risiken einer Via Falsa, Verlagerung des Kanalzentrums oder Perforation des Kanals erheblich.
Nun gut, dass war jetzt bislang auch nicht gerade das Problem mit NiTi – Instrumenten, aber 2 Aspekte an diesen Feilen sind sehr wohl interessant. Zunächst, ich zitiere noch einmal den Werbetext…
Dieser kontrollierte Rückstelleffekt (Controlled Memory) erlaubt auch ein Vorbiegen ähnlich wie bei Edelstahl-Feilen. Speziell bei extrem gekrümmten Wurzelkanälen ein entscheidender Vorteil, der eine Stufenbildung vermeidet.
Ich sehe das ein wenig anders. Die Feile hat im Gegensatz zu den üblichen NiTi – Feilen keinen Rückstelleffekt, dass heißt, wenn ich sie verbiege, bleibt sie verbogen und stellt sich nicht wieder gerade. Möglicherweise ist diese nicht vorhandene Rückstellung im stark gekrümmten Wurzelkanal von Vorteil. Was zu beweisen ist. Mit Sicherheit jedoch erlaubt uns die Feile, damit um Stufen drumherumzuarbeiten. Also – die vorgebogene Feile über die Stufe bringen, und dann – idealerweise das Instrument auf den Motor aufpoppen und maschinell weiterarbeiten. Wenn ich das in der Vergangenheit gemacht habe, dann immer unter Adrenalin und auf ein glückliches frakturfreies Ende hoffend. Ich bin gespannt, ob dies in solchen Situationen mit der HyFlex nun stressfrei durchgeführt werden kann.
Und da wäre noch ein Killer – Feature, verspricht zumindest die Coltene – Werbung: HyFlexTM CM NiTi-Feilen reagieren bei extremem Widerstand mit Verlängerung der Spiralen, was eine Verblockung im Kanal vermeidet und die Bruchfestigkeit massiv verbessert.
Ganz ehrlich, da glaub ich erst dran, wenn ich es mit eigenen Augen sehe, denn es widerspricht allem, was wir bislang von RNTI wissen.
Was man allerdings sehen kann, ist, dass ein Aufdrehen des Instrumentes schnell rückgängig gemacht werden, indem man die HyFlexTM CM NiTi-Feile erwärmt, sei es durch Autoklavieren oder im Glasperlensterilisator. Die Feile nimmt sofort ihre ursprüngliche Form wieder an. Bleibt die Feile nach der Wärmebehandlung verbogen oder aufgedreht, so ist das als Signal zu werten, die Feile nicht mehr einzusetzen und auszutauschen. Sagt Coltene.
Ich bin gesapnnt, wie sich die Feile im Wurzelkanal schlägt. Bisherige Erfahrungen mit ähnlichen Feilen haben gezeigt, dass diese sich gegenüber den konventionellen Feilen unter Belastung im Wurzelkanal wesentlich schneller aufdrehen und damit unbrauchbar werden.
Vielleicht macht die HyFlex CM durch ihre Möglichkeit der Reaktivierung eine Ausnahme, wer weiss ? Ich werde auf jeden Fall am Montag als Erstes überprüfen, ob unser seit mehr als 15 Jahren nicht mehr benutzter Glasperlen – Sterilisator noch in der Praxis vorhanden ist. Ich befürchte, wir haben ihn weggeworfen….
Letztes Jahr in München zum ersten Mal durchgeführt, ging in Leipzig am vergangenen Wochenende der 2. Ü – Day der 5 WURZELSPITZE – Praxen über die Bühne. Die Idee – eine zahnmedizinische, vorrangig endodontische Fortbildung für die Überweiser der Praxen in Bad Kreuznach, Bad Reichenhall, Berlin, Leipzig und München. Und – parallel dazu, der nun schon 3. Team- Day für unserer Praxismitarbeiter, ein interner Erfahrungsaustausch unter Leitung von Sebastian Riedel und Doreen Schubert, diesmal unter anderem mit praktischen Übungen am Dentalmikroskop.
Auftakt für die Vorträge am Samstag war ein Abendessen im historischen Ratskeller als gemütliches, informelles Get Together, das später dann an der Hotelbar ausklang.
Praktische Erfahrungen mit der reziproken Aufbereitung (Hans – Willi Herrmann) und der SAF – Feile (Olaf Löffler), ein Praxisleitfaden bei dentalen Traumata (Christoph Kaaden, Jörg Schröder) sowie nicht alltägliche Fallbeispiele unter dem Motto „Saving Hopeless Teeth“ (vorgetragen von Christian Danzl, Hans – Willi Herrmann, Christoph Kaaden, Jörg Schröder und Doreen Schubert) standen auf der Agenda des Ü – Days.
Das Resultat: Sehr gute Stimmung bei allen Teilnehmern und Ausführenden.
Die Konsequenz.: Wir freuen uns auf den nächsten 3. Ü – Day 2012, der am 20. und 21. April 2012 in Berlin stattfinden soll und bedanken uns herzlich bei Olaf Löffler und seinem Team, namentlich bei Mandy Möller, Kathrin Schimmel, Anja Hakelberg, Christin Büttner und Dr. Doreen Schubert für die tolle Aufnahme und Gastfreundschaft.
letzten Donnerstag kam der Anruf von einem Kollegen vor Ort, mit der Bitte, ein frakturiertes Instrument zu entfernen.
Dieser Bitte komme ich selbstverständlich gerne nach – sofern es möglich ist.
Es war ein Mtwo-Instrument im mesio-buccalen Kanal eines 37. Das ist sicher nicht der Zahn, bei dem ich gerne eine Feile entferne, aber in diesem Fall war die Zugänglichkeit gut, da der Zahn stark nach mesial inkliniert ist.
Das Orificium wurde mit Gates-Glidden Bohrern erweitert, um Sicht auf die Feile zu erhalten. Danach Erweiterung des Kanals bis zum Instrument mit GG. Anschliessend wurde mit dem Komet Zeigerbohrer aus dem Endo-Rescue-Kit ein Plateau um des Instrument herum geschaffen.
Sobald das Instrument zu sehen war, wurde mittels Ultraschall das Dentin circulär um das Instrument herum abgetragen. Im Gegenuhrzeigersinn. So wurde die Mtwo gleichzeitig gelockert und letztlich dann auch entfernt.
Die Ultraschallspitzen werden – sollten sie stumpf sein – mit einem Siliciumcarbid- oder Arkansas-Steinchen gespitzt, somit kann der Dentinabtrag auf das notwendige Mass beschränkt werden.
Wenn man nun das Ausgangsröntgenbild ansieht, sieht man, dass der Kanaleingang vom Erstbehandler nicht weit genug nach mesial erweitert wurde. Dies war mit Sicherheit ein Faktor von mehreren, dass die Feile abgebrochen ist.
Dauer der ganzen Sache, alles in allem knapp eine Stunde.
Auf Wurzelspitze wurde zu dem Thema Reziprok um Ghassan Yared bereits einiges geschrieben. Seit gestern ist die VDW Reciproc-Feile im Handel erhältlich. Nun können die klinischen Bilder das Geschriebene bestätigen oder kritisch betrachten lassen.
Wichtig zu wissen ist, diese Feile funktioniert in keinem umprogrammierten ATR Motor. Für die Reciproc ist der VDW Reciproc Motor notwendig, da die Schneidrichtung entgegen der Uhrzeigerrichtung gerichtet ist.
Hier nun ein klinischer Fall aus meiner Praxis. Instrumentiert wurde mit 25.08 Reciproc, 30.05, 35.04 Mtwo. Patencyfeilen waren #08 und #10.
Ausgangsbild
WF Kontrolle
WF Kontrolle exzentrisch
Kanaleingänge mesial
Kanaleingänge mesial nach Instrumentation mit Reciproc
Am letzten Freitag hatten im Rahmen eines „Dentsply Deutschland“ OPL – Treffens rund 60 Zahnärzte, allesamt erfahrene Wurzelkanalbehandler, die Möglichkeit, nach Einführung durch Prof. Pierre Machtou die neue reziproke Maillefer – Feile „Wave One“ am Plastikblock und am natürlichen Zahn auszuprobieren.
Das am Ende vom Veranstalter abgefragte Stimmungbild war ausgesprochen positiv.
Ich hatte es in dieser Ausprägung so deutlich nicht erwartet. Denn das Verfahren, dass nach der Erschließung des Wurzelkanals mit einer ISO 10 Handfeile auf Arbeitslänge die definitive Aufbereitung mit einer einzigen 25.08 NiTi – Feile vorsieht, war bislang eher mit großer Skepsis beäugt worden. Verständlich, denn zu groß scheint die Diskrepanz zur bisherigen Vorgehensweise, zu etabliert nach bald 20 Jahren die vollrotierende Aufbereitung, als das man radikal damit brechen wollte.
Für mich jedoch noch interessanter als das Urteil der Experten: 3 Tage zuvor hatte in Köln ein Arbeitskurs stattgefunden, bei dem 20 Kolleginnen und Kollegen (darunter eine Reihe von absoluten NiTi – Neulingen) die Gelegenheit hatten, VDW Reciproc – und Maillefer Wave One – Instrumente auszuprobieren, ebenfalls am Kunststoffblock oder Kunststoffzahn, vor allem aber an natürlichen Zähnen.
Das Ergebnis: Die Behandler waren auf Anhieb in der Lage, mit den VDW Reciproc – Feilen Plastikblöcke ideal formgebend zu präparieren.
Selbst unter dem Dentalmikroskop war es nicht einfach, den angefertigten Musterblock des Referenten von den Blöcken der Teilnehmer zu unterscheiden.
Wer es stattdessen konventionell versuchte – mit vollrotierend eingesetzten Nickel – Titan – Instrumenten – hatte es viel viel schwerer.
Stufen und apikales Zipping war die Folge.
Instrumentenfrakturen tauchten übrigens bei keinem der 20 Kollegen, die mit VDW Reciproc arbeiteten, auf. Eine Frakturrate von 0,0 Prozent also und eine ideale Situation demnach, wie sie nicht einmal den WK – Profis 3 Tage später gelang, die allerdings die Instrumente teilweise bis zum Äußersten forderten und aufzeigten, das NiTi – Instrumente nachwievor brechen können, dies aber mit der neuen Vorgehensweise deutlich schwieriger geworden ist.
Kritische Stimmen in Mainz ?
Die gab es, aber nicht gegen das Prozedere per se, sondern der deutliche Hinweis, dass mit der schnellen Aufbereitung eine adäquate Desinfektion des Wurzelkanals einhergehen müsse.
Eine solche Forderung ist nichts Neues, aber vielleicht besteht mit dem neuen Verfahren die Möglichkeit, nachdrücklich die Behandler darauf hinzuweisen, dass die bei der Aufbereitung eingesparte Zeit sinnvollerweise in effiziente zusätzliche Desinfektionsmassnahmen investiert werden sollte.
In den Wurzelspitze-Praxen wird – wie in vielen anderen Praxen auch – nach Möglichkeiten gesucht, die Endo besser, sicherer, einfacher, schneller und auch preiswerter zu machen. Ziele, die nicht mit jeder Neuerung funktionieren. Leider.
Ein großer Schritt in diese Richtung war die, von Ghassan Yared vorgestellte, Reziprok-Technik. Mit den, von VDW und Maillefer vorgestellten Reziprok-Systemen „Reciproc“ und „Wave One“, ist ein weiterer Schritt in diese Richtung gemacht worden.
Momentan wird von mir eine neue Kombination getestet:
Eine rein maschinelle Aufbereitung, die sich auf zwei Feilen beschränkt.
Nach Darstellung der Kanaleingänge wird der Kanal bis zum Apex erschlossen mit einer FKG Scout-RaCe 10/02. Durch die spezielle Geometrie der Race-Feile und die hohe Drehzahl katheterisiert diese Feile die Kanäle – nach meinem subjektiven Empfinden – noch geschmeidiger als die Maillefer PathFile.
Wenn der Kanal bis zu Apex mit der 10/02 RaCe gängig gemacht ist, wird mit einer Easy RaCe 25/06 (sehr flexibel und schneidfreudig) in Reziprok-Technik erweitert.
Als Antrieb fungiert der Endo Pilot von Schlumbohm, er bietet Längenmessung während der Aufbereitung mit programmierbarem Endpunkt sowie freie Einstellung der Parameter im Reziprok-Modus.
Momentan von mir genutzte Reziprokeinstellung (rein empirisch) für die Easy-RaCe 25/06 im Endo-Pilot:
L 16, S 80, P 18, R 24 (Linksdrehung, Drehgeschwindigkeit, Pause, Rechtsdrehung).
Torque auf mindestens 2,0 Ncm, da sonst der Motor nicht rückwärts dreht.
Mit zwei verwendeten Feilen, die nach der Behandlung verworfen werden, halten sich bei diesem System die Ausgaben im Rahmen.
Klar, diese „Zweifeilenendo“ ist nicht in jedem Zahn optimal, es ist auch keine High-End-Aufbereitung und auch nicht für jeden Zahn ausreichend. Aber mit welchem System, welches weniger als 10 Feilen braucht, ist das schon so?
In der Vielzahl der Fälle funktioniert dieses System gut. Es ist schneller und billiger durch den Einsatz von nur zwei Feilen und der ELM während der Erschliessung und Aufbereitung. Und durch das, mit der Reziproktechik einhergehende, geringere Frakturrisiko, ist dieses System einfacher und sicherer.
Eine gewisse Einarbeitungszeit wird trotzdem notwendig sein.
Auch die Parameter für die Reziprokeinstellung sind sicher noch nicht.
Selbstverständlich können auch andere Feilen für diese two file endo verwendet werden. Ich komme momentan mit dieser Kombination am besten zurecht.
Anbei die Bilder eines 26, der mit diesem System aufbereitet wurde.
Die Masterpointaufnahme dient zur Verifizierung der ELM, WF mit üblichem System.
Gestern habe ich auf die Wave One Feile hingewiesen. Via ROOTS kam noch am selben Tag der Hinweis auf entsprechende Infos und Videos zur VDW Reciproc im Netz.
Seit ein paar Tagen finden sich auf der Homepage von Maillefer detaillierte Informationen zum Wave One – Instrument, welches ebenso wie das VDW Reciproc – Instrument die von Ghassan Yared vorgestellte nichtkontinuierliche, teilweise rückgeführte Rotationsbewegung verwendet.
Sieht nach einer runden Sache aus. Und das mein ich jetzt nicht allein bezogen auf den Aufhänger der Werbe -Broschüre.
Ich bin zuversichtlich, dass viele Anwender, sobald sie sich mit dieser Technik erst einmal vertraut gemacht haben, den Nutzen und die Vorteile der reziproken Arbeitsweise für ihre endodontische Aufbereitung entdecken werden.
Das wird nicht über Nacht sein, weil schon so viele Leute mit konventioneller rotierender NiTi – Aufbereitung arbeiten und für die neue Technik ein spezieller Antrieb erforderlich ist, dessen Anschaffung man zunächst scheuen wird.
Aber diejenigen, die sich darauf einlassen, werden sukzessiv den Anteil an Aufbereitungsarbeit vom konventionellen Verfahren an die reziproke Vorgehensweise übertragen.
Falls der Preis stimmt, denn eins ist klar. Unterm Strich müssen die Vorteile (die Synthese aus Aufbereitungsergebnis, Zeitaufwand und Preis) überwiegen, sonst wird diese neue Technik, ungeachtet ihres tatsächlichen Potentials, wieder vom Markt verschwinden.
Wie wird es letztendlich ausgehen ?
Keine Ahnung, wird sicherlich spannend sein, die weitere Entwicklung zu verfolgen, ich für meine Person kann nur sagen, nach mehr als 2,5 Jahren Arbeiten mit der GYT würde ich es sehr bedauern, wenn ich wieder auf die konventionelle Technik umsteigen müsste.
Auf der exzellent gemachten Maillefer -Homepage findet sich neben einer Vielzahl von Informationen auch ein ausführliches Video zur Wave One.
Dort auch zu finden eine weitere Neuheit, der Thermaprep 2 Ofen.
Das Jahr neigt sich dem Ende entgegen. Anlass, zu überlegen, was sich in 2010 in der Praxis an Veränderungen ergeben hat.
Die VDW Reciproc – Feile habe ich an dieser Stelle schon erwähnt. Noch eine weitere Feile ist hinzugekommen. Genauer gesagt mehrere RACE – Feilen (FKG) in den Größen 10 und 15.
Seitdem VDW 2005 mit den Mtwo – Feilen das Arbeitskonzept einer initialen apikalen Aufbereitung mittels rotierender Nickel – Titan – Feilen offiziell in die Zahnmedizin einbrachte (und dafür viel Kritik hinnehmen musste) hat sich viel getan. Heute ist eine solche Vorgehensweise etabliert, was nicht heisst, dass man in jedem Falle so verfahren muss.
Aber – es gibt Situationen, in denen der Einsatz solcher Instrumente Sinn macht und nützlich ist.
Ich habe hierfür von 2004 bis 2008 Mtwo 10.04 (VDW) – und Flexmaster 15.02 (VDW) – Feilen eingesetzt, seit 2008 verwende ich dafür zumeist Pathfiles (Maillefer).
Und nun also RACE Feilen, die es in den Größen 10 und 15 mit Konizitäten von 2, 4, und 6 Prozent gibt. Es ist wirklich erstaunlich, wie diese Feilen (FKG spricht bei den 2 Prozent – Feilen von den Scout – RACE – Feilen, ein offizieller Anwenderhinweis des Herstellers findet sich am Ende des Blog – Beitrags) ihren Weg finden. „Mühelos“ ist wohl das Wort, dass die Art und Weise am Besten beschreibt.
Und wie sieht es mit der Sicherheit aus ? Ich habe ein gutes Gefühl, wenn ich mit diesen Instrumenten arbeite. Wichtig: Initialer Einsatz von Handfeilen bis zur ISO 10 ist zwar keine Conditio sine qua non, fällt aber definitiv unter die Rubrik „vertrauensbildende Massnahmen“. Im Zweifelsfalle also besser „mit“.
Und – bei 600 Umdrehungen pro Minute bedarf es keiner Druckausübung.
Man lässt die Instrumente lediglich durch das Eigengewicht von Arbeitshand und Winkelstück von selbst nach apikal vordringen. Die „Echternacher Springprozession“ als Arbeitsbewegung ist auch hier sinnvoll.
Jegliche Rückmeldung aus dem Kanal sollte ein Zeichen sein dafür, das Instrument aus dem Kanal zu ziehen, es auf seine Integrität hin zu untersuchen und mit einem Handinstrument die Durchgängigkeit und den Verlauf des Wurzelkanals zu prüfen.
„Mechanical Glide Path“ – Feilen sind keine Wunderwaffen und eine gesunde Skepsis im Einsatz ist wichtig. Wer sich aber mit Sinn und Verstand auf die Instrumente einlässt, diese, wie oben beschrieben, vorsichtig verwendet, der wird vermutlich wie ich sehr angenehm überrascht sein und die Scout – RACE sowie ihre größer getapeteren Varianten zukünftig häufiger einsetzen. Ob es im Einzelfall als Erstes eine 10er oder 15er ist und welche der drei Koniziäten ich initial einsetze, dass entscheide ich von Zahn zu Zahn wurzelkanalspezifisch.
Letzten Samstag war die Bayerische Fachdental. In München, wie jedes Jahr.
Was gibt es Neues zu berichten?
Hier eine nicht-repräsentative Auswahl:
Schlumbohm
Der Endo-Pilot von Schlumbohm hat mir immer schon gefallen. Aufbereitung, simultane Längenmessung und Warmabfülltechnik (Downpack und Backfill) in einem kompakten Gerät ist eine äusserst interessante Sache. Es reduziert die Geräte, die rumstehen, gewaltig und es gibt auch nur einen Fussanlasser.
Interessant ist auch die Möglichkeit verschiedene Endo-Boxen zu verwalten, der Endo-Pilot misst für jede ihm einprogrammierte Feile, die aufgetretene Belastung und rät bei Überschreitung der programmierten Lebenszeit zum Feilenwechsel (Feilenalarm).
Die Bedienung und Programmierung des Endo-Pilot erfolgt einfach und angenehm über Touch-Screen.
Zur DG-Endo JT in Berlin wird Herr Schlumbohm noch den Co-Pilot vorstellen. Dieser soll ein Akku-Pack beinhalten um von der Steckdose unabhängig zu werden und noch zusätzlich ein US-Gerät.
Leica Microsystems
Das neue Leica-Mikroskop M320 F12b hab ich mir angesehen. Die Verarbeitung ist teilweise (Arm), wie von Oscar von Stetten hier schon beschrieben (momentan) sehr durchschnittlich, allerdings seien es – wie mir bei KaVo und Henry Schein versichert wurde, Protptypen. Die „richtigen“ Exemplare sollen auf dem gewohnt hohen Standard sein.
Die Optik hat mir ganz gut gefallen, auch bei hohen Vergrößerungen
Das LED Licht ist nicht viel dunkler als die Xenon-Lichtquelle des Zeiss-Pico (zumindest im Vergleichsaufbau auf den Henry Schein-Stand), allerdings hatte das Xenon für mich im direkten Vergleich eine angenehmere Farbtemperatur
Die Feinfokussierung fand ich im Gegensatz zu OvS sehr gut, weil sie mit einem Finger funktioniert.
Die integrierte Video/Foto-Lösung in Kombination mit dem LED-Licht (kein Lichtleiter) gibt es keine störenden Kabel. Foto und Video (Mpeg 4) werden auf einer leicht zugänglichen SD-Karte gespeichert. Über eine Eye-Fi-Karte dürften die Daten auch ohne Umstecken schnell auf dem Rechner zur Weiterverarbeitung sein.
VDW
hat das Mtwo Feilensortiment um 4 Feilen erweitert. Neu sind 30/.06, 45/.04, 50/.04 und 60/.04.
Wenn etwas besser, oder genausogut und schneller oder kostengünstiger vonstatten geht.
Vielleicht haben wie demnächst das Glück, von einem bedeutsameren Fortschritt in der Entwicklung der Endodontie in der letzten Dekade zu sprechen, weil eine neue Methodik bessere und einfacher zu erzielende Ergebnisse ermöglicht.
Wird dem so sein ? Das werden die nächsten Jahre und unabhängige Untersuchungen zeigen.
Wir werden sehen.
Hier der Weg, die neuartige Vorgehensweise, welche eine einfache und sichere maschinelle Aufbereitung mit einer verbesserten Reinigungswirkung verbindet sowie den Einsatz bewährter Wurzelfüllmaterialien in einfacher „kalter“ Anwendung gestattet.
Schritt 1
Aufbereitung
1. Aufbereitung in GYT mit einer VDW Reciproc Feile 25.08.
Variante A: Initiale Erschließung mit ISO Handfeilen und Längenbestimmung, anschließend VDW Reciproc 25.08 in GYT
Variante B: Aufbereitung mit VDW Reciproc 25.08 in GYT mit simultaner elektrischer Längenmessung
Schritt 2
Reinigung und Desinfektion
Einsatz der SAF Feile
Schritt 3
Trocknung der Kanäle
Abschlussspülung mit höchstprozentigem Alkohol
Zur VDW Reciproc 25.08 Feile passende Papierspitzen zur Trocknung verwenden
Kavo Fine Air Luftpuster an die Papierspitze halten um durch Dochtwirkung eine zusätzliche Trocknung zu erreichen.
Optional Endox – Gerät zur Desinfektion und Trocknung zusätzlich einsetzen
Schritt 4
Wurzelkanalfüllung
Mit VDW 2 Seal Easymix (ein mit AH Plus vergleichbares Epoxy – Material) in einer Skini Syringe (Ultradent) mit Navi Tip – oder Capillary Tip- Kanülen die Wurzelkanäle auffüllen.
Einen zur VDW Reciproc 25.08 – Feile passenden Guttaperchastift in den Wurzelkanal einbringen. Die Passung und Taperung des Guttaperchastiftes presst den Sealer in vorhandene Isthmen und Ramifikationen des Wurzelkanals, ohne dass komplizierte und verfahrenstechnisch aufwändige thermoplastische Verfahren hierfür zwingend notwendig wären.
Natürlich geht es immer besser.
Die Frage sei aber erlaubt, ob dem Patienten bei oben skizzierter Vorgehensweise nicht eine adäquate Behandlungsform zur Verfügung steht.
Die entscheidende Frage ist: Wie werden sich die beiden neuartigen Systeme in der Praxis bewähren ?
Zur VDW Reciproc – Feile werde ich demnächst einen Praxisbericht hier einstellen. Und zum praktischen Arbeiten mit der SAF – Feile wird schon an diesem Wochenende ein ausführlicher zweiteiliger Report von Oscar von Stetten erscheinen.
Exakt 4 Wochen sind es noch bis zur Jahrestagung 2010 der DG Endo in Berlin, die dieses Mal im Rahmen des Vortragsprogramms gleich mit 2 Innovationen für den Bereich Wurzelkanalaufbereitung aufwartet: Über die eine, die neue „Reciproc“ – Feile, von Ghassan Yared und VDW entwickelt, ist noch so gut wie nichts bekannt. Ihre Markteinführung erfolgt in dieser Woche bei der IFEA 2010 in Athen.
Das zweite neue Instrument, die SAF -Feile, ist schon etwas länger im Markt zu finden und so liegen auch schon deutlich mehr Informationsmaterial und sogar erste Studien vor. Und zur SAF – Feile gibt es auch eine Digitalpräsentation, die einen ersten Einblick in die Arbeitsweise des Instrumentes gewährt, das offensichtlich mit der Bezeichung „Feile“ treffend beschrieben ist.
Wer darüberhinaus mehr wissen will, der sei auf den Vortrag von Prof. Zvi Metzger am 05.11.2010 in Berlin verwiesen.
Endodontische Arbeitskurse sind in aller Regel stark von Abschnitten geprägt, in denen praktische Schulungen eine zentrale Rolle einnehmen.
Speziell bei Übungen zur maschinellen Präparation von Wurzelkanälen muss jedoch häufig auf Kunststoffblöcke ausgewichen werden, da natürliche, extrahierte Zähne zumeist garnicht bzw. nur im begrenzten Mass zur Verfügung stehen.
Jeder, der mit diesen jedoch schon Erfahrungen sammeln „durfte“, erkennt schnell die Limitationen dieser artifiziellen Wurzelkanäle, da hier u.a. das Schneidverhalten der Instrumente je nach Typ mehr oder minder stark von der tatsächlichen klinischen Realität abweicht.
Für Anfang Juli ist in diesem Zusammenhang jedoch eine Neuerung zu erwarten.
Gemeinsam mit Teilnehmern eines Workshops hatte ich beim Roots Summit in Barcelona die Möglichkeit, Eindrücke und Erfahrungen mit diesen neuen artifiziellen Oberkiefer-Molaren von VDW zu sammeln.
Mein Fazit, wie auch das der Teilnehmer, stand schnell fest. Dieser Übungszahn kommt dem Natürlichen bisher am Nächsten (bei genauem Suchen findet sich „sogar“ ein mb2) und stellt hierfür eine sinnvolle Alternative dar. Für einen Stückpreis von 12,50 Euro kann man sie zukünftig hier beziehen. Rechnet man 4 Plastikblöcke, die ein solcher Zahn ersetzen kann, gegen, so wird der Mehrwert um so deutlicher.
die Ghassan-Yared-Technik wurde auf diesem Blog schon öfters beschrieben. Einer der Vorteile dieser Aufbereitungstechnik ist das geringere Frakturrisiko der Feilen. Durch die diskontinuierliche Drehung ist die Anzahl der Umdrehungen insgesamt geringer, was weniger Ermügungsbrüche nach sich zieht. Durch die regelmässige Rückwärtsdrehung wird ein Festfressen der Feile meist vermieden. Die Gefahr eines Torsionsbruches wird geringer, weil sich die Feilenspitze durch die Rückwärtsdrehung wieder lösen kann.
Genau das, ein vereitelter Torsionsbruch, ist wahrscheinlich hier in diesen Bildern zu sehen.
Woher weiss ich eigentlich, wann ich einen Wurzelkanal apikal genügend aufbereitet habe und zur WF übergehen kann ?
Wenn man mit Endodontisten spricht, dann fällt an dieser Stelle das Stichwort „Apical Gauging“.
Ein endodontischer Mythos. Genau wie „Patency“ oder „Tug Back“.
Unter Apical Gauging versteht man das näherungsweise Ausmessen des Wurzelkanaldurchmessers am apikalen Endpunkt der Aufbereitung.
Möglichkeit 1: Man verwendet Lightspeed – Instrumente.
Damit habe ich 1997 angefangen.
Heute mache ich das nur noch selten.
Und Lightspeed – Instrumente hat kaum einer in der Praxis.
Also besser Möglichkeit 2 ? Einsatz von ISO – Handinstrumenten ?
Das mache ich so gut wie gar nicht. Dann doch lieber Lightspeed. Wobei, auch das kann man nicht so pauschal sagen, das hängt vom Durchmesser ab. Egal, wie ist nun die Vorgehensweise ?
Machen wir es fest an einem Beispiel. Ich habe mit der Basissequenz der Mtwo – Instrumente den Wurzelkanal bis zu einem 25/.06 -Instrument aufbereitet und will nun wissen, ob ich mit der Aufbereitung hin zu höheren Durchmessern noch fortfahren muss oder nicht.
Dann könnte ich vorgehen, wie im nachfolgenden Flussdiagramm beschrieben. Welche Variante man wählt, hängt vom Gusto des Anwenders ab.
Achja, dann gibt es noch Möglichkeit 3. Die ist zwar noch etwas arbiträrer, kommt aber bei mir am häufigsten zum Einsatz.
Doch dass an einem anderen Tag.
Wie lange arbeite ich eigentlich schon mit rotierenden Nickel – Titan – Instrumenten ?
14 Jahre. Zu Beginn, 1996, 1997 kannte ich 4 unterschiedliche Systeme.
ProFile, Quantec, Lightspeed, Miti Rotofile.
Wieviele verschiedene RNTI – Instrumentensysteme gibt es heute auf dem deutschen Markt ?
Keine Ahnung, aber sicherlich mehr als 30.
Wieviele davon habe ich bereits getestet ?
Fast alle.
Soweit sogut.
Aber nur ganz ganz wenige davon habe ich auf einer wiederkehrenden Basis längere Zeit benutzt.
Eigentlich nur 4 Stück.
ProFile.
Damit habe ich angefangen.
Und – ich finde es immer noch gut und setze es – zumindest in bestimmten Fällen – nach 14 Jahren immer noch und gerne ein.
Zeitweilig habe ich ProFile und Lightspeed – Instrumente miteinander kombiniert.
1997 habe ich damit begonnen, bis 2001 so gearbeitet. Zu einer Zeit also, da Hybrid – Technik noch kein feststehender und allgemeingültiger Begriff war, geschweige denn es alle“immer schon so gemacht haben“.
2001 kam Protaper auf den Markt und hat einen großen Teil der Aufbereitungsarbeit der Kombi /ProFile und Lightspeed übernommen.
Lightspeed wurde fast immer hinfällig.
Ich nutzte nach 2001 die Lightspeed – Instrumente nur noch selten zur Aufbereitung, aber noch – immer mal wieder – als Apical Gauging – Instrument.
Die Anwendung von ProFile wurde auf die initiale koronale und apikale und die finale apikale Aufbereitung reduziert.
2004 dann kam ich in Kontakt mit Mtwo.
Und setzte die Instrumente zunächst in der Kombi ProFile und ProTaper, mit Auftauchen der Mtwo 35/.06 und 40/.06 dann weitestgehend allein ein.
Und dabei ist es bis heute geblieben.
Für irgendein anderes der Systeme gab es nie eine ausgeprägte individuelle Indikation. Kein besonderes Qualitäts- oder sogar Alleinstellungsmerkmal, dass es gerechtfertigt hättte, dieses System zusätzlich aufzunehmen oder gar eines der bewährten Systeme dagegen einzutauschen.
Das ist keine Wertung per se und soll keines der nichtgenannten Instrumentensysteme abwerten.
Viele Wege führen nach Rom , aber in meiner Arbeitsumgebung muss ein neues System besser sein als das bestehende, sonst macht es keinen Sinn, zu wechseln.
Und warum schreibe ich das ?
Weil es für RNTI – Einsteiger sicherlich nicht das dümmste ist, mit einem dieser bewährten Systeme anzufangen.
Ganz gleich mit welchen Marketing-Getöse Hersteller für ihre neuen, innovativen Produkte werben.
ProTaper. Mtwo.
Damit würde ich als Einsteiger meine ersten Erfahrungen sammeln.
Wenn etwas über viele Jahre vorne dabei war, dann kann es nicht ein totaler Fehlgriff sein.
Ich hatte mich schon geoutet. Die C – Pilot Feilen in 19 mm Arbeitslänge sind offensichtlich viele Jahre an mir vorbeigegangen und erst der Hinweis von Frau Corinna Ludwig, Senior Produktmanagerin bei VDW und zuständig für den Geschäftsbereich „Stahlinstrumente“ veranlasste mich, diese Instrumente erstmals einzusetzen.
Das ist gerade mal ein paar Monate her und schon jetzt zählen diese Instrumente in vielen Fällen für mich zur Grundausstattung.
Wie kommt´s ?
Weil ich, wegen der Fälle, die mir so tagein tagaus überwiesen werden, mich überproportional oft (und das ist noch untertrieben) mit Wurzelkanälen beschäftigen muss, die entweder durch iatrogene Massnahmen verschlossen oder aber von sich aus schon sehr sehr eng sind.
Und da sind die „19er“ einfach besser für die initiale Penetrierung. Denn sie sind steifer und biegen sich daher nicht so leicht um.
Wo ist der Haken ?
Er ist vor allem darin zu sehen, daß natürlich im Laufe der Behandlung fast immer auf längere Instrumente umgestiegen werden muss. Doppelte Kosten also und damit ein Grund, gleich mit den längeren Instrumenten anzufangen. In der Realität sieht es aber meist so aus, dass die längeren Instrumente auf dem Weg zum Apex auf Grund der Situation im Wurzelkanal sich umbiegen und damit für die weitere Penetration unbrauchbar werden.
Die Kürzeren sind also oft die Besseren und man spart Zeit und Geld.
Eigentlich sollte das Ganze ja schon zwischen den Jahren über die Bühne gehen, aber dann kam der Notdienst an Weihnachten und seine „literarische“ Aufarbeitung dazwischen.
Daher, hier nun, zu Beginn von 2010 die Tops 2009 in meiner Praxis.
Die Fragestellung lautete: Was hat sich bei mir nachhaltig verändert in meiner Praxis? Was habe ich 2009 im Laufe des Jahres begonnen und tue es Ende 2009 immer noch? Was hat einer meiner bisherigen Routinen, Arbeitstechniken, Geräte / Instrumente ersetzt?
Fangen wir an mit … naja ich muss weiter ausholen.
Seit 2004 arbeite ich mit Mtwo – Feilen, sie sind mein Hauptarbeitswerkzeug in der Endo.
Relativ schnell habe ich die 10.04 aussortiert.
Geniales Arbeitskonzept, dass Prof. Malagnino hier eingeführt hat: In Stichworten -effiziente maschinelle initiale Aufbereitung auf Arbeitslänge durch Erzeugung eines größeren Tapers, als es das Instrument eigentlich hergibt.
Allerdings – das Instrument ist mir zu fragil.
Ich habe stattdessen bis 2009 eine Flexmaster 15.02 Feile angewendet zur initialen Penetrierung.
Änderung A 2009
An deren Stelle ist nun eine Pathfile getreten. Der Grund: deren quadratischer Querschnitt macht das Instrument noch stabiler als es die Flexmaster 15.02 ist.
Änderung B 2009
wurde initiiert durch Christoph Zirkel, Köln. Seit Jahren, wenn wir darüber reden, sagt er immer: Probier doch mal die Flexmaster 15.04 statt der 15.02. Ich denke dann immer an Thomas Mayer, München. Wir saßen 2000 bei einem Key Opinion Leadertreffen in Manchester angesichts der bevorstehenden Markteinführung des AET – Systems (Ultradent) zusammen und schon damals arbeitete er mit einer Flexmaster 15.04 – Feile direkt auf Arbeitslänge. Ein unerhörtes Vorgehens, mit dessen öffentlicher Verbreitung man vorsichtig sein musste, denn die heftige Kritik des NiTi – Mainstreams wäre einem sicher gewesen, galt zu dieser Zeit doch eine strikte Crown Down Vorgehensweise zunächst mit großen Instrumenten als der einzig gangbare Weg. Thomas Mayer, ebenso wie John Mc Spaaden, ihrer Zeit voraus.
Naja, aber wie´es so ist. Die eigene Methode funktioniert ausgesprochen gut. Never change a running system.
Das ist Quatsch, aber ich sage: „Why change an excellent setting“. Und – „Mein Leidensdruck dies zu tun, geht gegen Null.“
Durch Zufall kamen mir im Dezember Flexmaster 15.04 – Instrumente in die Hände.
Ein Zeichen ? Okay, Christoph, das war das Zeichen.
Jetzt probiere ich es aus.
Und … funktioniert.
Auf den ersten Blick nicht besser, nicht schlechter als die Flexmaster 15.02. Und auch nicht in jedem Fall. Allerdings – in 80 Prozent der Fälle vermutlich sinnvoller und effizienter, weil, das Instrument auf Grund seines Tapers stabiler ist und einen größere Aufbereitung ermöglicht.
Also bleib ich dran. Fürs neue Jahr 2010 sieht es also so aus, dass ich beide Feilen (FM 15.04 und Pathfile) vorrätig habe und im Einzelfall entscheide, ob ich die eine oder die andere (oder keine von beiden) verwende.
Ich bin gespannt, wie diese Entwicklung sich Ende 2010 darstellt.
Das Jahr 2009 ist noch nicht ganz zu Ende, aber da schon eine Vielzahl an Jahresendzeit – Rückblick Specials im Fernsehen laufen hier unsere Liste der 10 meistgelesenen Wurzelspitze -Seiten des Jahres 2009.
Gestern habe ich das „neue“ Thomas Endo Cart in Augenschein nehmen können.
Ich fand s gut. War positiv überrascht.
Zwar kann man nicht von einem „designten“ Gerät sprechen. Hier ist das Cart 2 Dekaden hinter dem heutigen Standard zurück. Und die Oberflächen / Materialgestaltung ähneln US – Produkten ala Obtura oder ASI.
Soll heißen, wenn wir bei einem Auto wären – Kunstleder, Billig Wurzelholz – Imitat auf dem Armaturenbrett und aussen noch „Woody“ – Plastikfolie in Holzimitat aufgeklebt.
Wollen wir das ? Beim Auto nicht.
Und beim Cart ?
Ich will es so sagen – ich habe die zwei Vorgänger des Thomas – Carts kennengelernt.
Auch diese eine gute Sache dahingehend, dass sich endlich auch bei uns in Deutschland ein Hersteller gefunden hat, der den Endodontisten eine auf ihr Aufgabengebiet abgestimmte Lösung angeboten hat. Allerdings sahen diese Carts zusammengestückelt aus. Funktion einwandfrei, professionelle Erscheinung nein.
Und sogesehen ist dieses Cart ein gewaltiger Schritt vorwärts.
Dieses Cart ist professionell, soll heißen „aus einem Guss“. Nicht zusammengenagelt, sondern fugenlos zusammengefügt. Bestückt mit soliden Geräten, die sich im Praxisalltag schon längere Zeit bewährt haben.
Und damit die erste wirkliche Möglichkeit in Deutschland, einen bestehenden Behandungsstuhl zum Endostuhl umzurüsten, upzudaten.
Ich habe bislang keine Ahnung , was das Cart kostet.
Ich werde nachfragen und Herrn Thomas bei der Gelegenheit mitteilen: „Ich finds gut“.
Gute Ideen bleiben nie lange alleine.
AH Plus in der Automix – Spritze gibt es schon eine ganze Weile. Wir berichteten.
Jetzt hat auch VDW eine solche Applikationsvariante für ihren Epoxid-Amin-Polymer – Sealer „2seal“ im Angebot.
VDW spricht von optimaler Viskosität, die eine schnelle und einfache Anwendung erlaubt, einer Verarbeitungszeit von 4 Stunden und höchster Röntgensichtbarkeit.
Ich kann dazu nichts sagen, denn ich habe noch nie mit dem Material gearbeitet, werde es aber ausprobieren, sobald es im Handel erhältlich ist, was Anfang November der Fall sein soll.
Man wird so alt wie eine Kuh und lernt noch immer was dazu.
Vor ein paar Wochen habe ich mit einer Produktmanagerin von VDW gesprochen. Es ging um enge Kanäle und darum, dass kürzere Instrumente in solchen Situationen von Vorteil sind.
Bis dato bin ich davon ausgegangen, dass die normalen Feilensortimente in den Längen 21 mm und 25 mm und dann 28 mm und/oder 31 mm erhältlich sind.
Was ich nicht wusste – die C Pilot – Feilen von VDW gibt es in einer noch kürzeren Version von 19 mm.
In besonders schwierigen Kanälen (und damit meine ich nicht eine eingeschränkte Mundöffnung) sind solche Instrumente von Vorteil, selbst wenn man bei längeren Wurzeln nach dem initialen Einsatz der „19er“ noch einmal längere Instrumente im Anschluss einsetzen muss.
Ich habe jetzt in einer Reihe von Fällen mit diesen Instrumenten gearbeitet, wann immer ich mit obliterierten Kanälen zu tun hatte. Die 19 mm Feilen haben sich für die initiale Penetrierung gut bewährt, wobei „gut“ heißt „besser als die längeren Varianten gleichen Instrumententyps“.
Schwierige Wurzelkanäle sind ja unser täglich Brot, aber der erste Kanal von heute morgen hatte es richtig in sich. Es war der wohl am schwierigsten zu instrumentierende Kanal (per se, also ohne Fremdeinwirkung) seit langem.
Ein Zahn 27.
Brückenpfeiler, der Überweiser erhofft den Zahnerhalt, denn die Brücke ist neu und beim Verlust wäre die Verstimmung des Patienten vorprogrammiert.
Wenig interokklusale Distanz.
Handinstrumente müssen vorgebogen werden, um überhaupt in die Kanäle eingeführt werden zu können.
Der distobukkale Kanal ist so eng, dass es nicht möglich ist, auch nur ein ISO 010 – Instrument mehr als 2 mm einzuführen. Also maschinell erweitern ? Immerhin geht ein ISO 006 – Instrument 6 mm tief.
Aber wie ?
Ein ProFile 25.04 dringt nicht weit genug vor, ein Mtwo 25.06 in GYT frakturiert unmittelbar nach initialem Einführen.
Danach erst mal 23 Minuten (für die Kanalaufbereitung unproduktive) Fragmententfernung.
Dann ist der Kanal wieder frei.
Nun aber stellt sich die Frage – Wie weiter vordringen ?
Zunächst der Versuch der GYT mit einer ProTaper F2, wie es Yared propagiert.
„Bricht nicht“, sagt Ghassan.
Mag sein.
Aber es gibt auch kein Vorankommen. Nicht einmal annähernd auf Arbeitslänge.
Nächster Versuch: Single Length.
3 Instrumententypen stehen zur Auswahl: Mtwo, Flexmaster und PathFile.
Ich wähle eine PathFile, weil diese mir am wenigsten bruchgefährdet erscheint.
Sie erreicht mühelos ihr Ziel.
Wie weiter ?
Bei der Mtwo 10.04 oder 15.05, mit denen ich gut koronal erweitern könnte, ist mir das Frakturrisiko in diesem Fall zu groß.
Eine Mtwo 20.06 muss schon relativ weit oben schwere Aufbereitungsarbeit leisten.
Ich breche ab und wechsele zu Bio Race. Dieser Zahn erscheint mir ideal, um die verschiedenen Systeme miteinander zu vergleichen.
Wie werden sich die Race – Instrumente im Kanal schlagen ?
Feile 1 geht gut auf Arbeitslänge.
Feile 2 dringt nicht automatisch auf Arbeitslänge vor.
3 mm vor dem Ende müsste ich abrupt deutlichen Druck aufwenden, ein größerer Widerstand ist spürbar.
Zu groß.
Ich ziehe das Instrument zurück.
Und kehre zurück zu Mtwo.
Und siehe da, die 15.05 und 20.06 läuft, zwar nachhaltig im Kanal arbeitend, aber ohne Schwierigkeiten bis auf Arbeitslänge. Danach ist alles kein Problem mehr. Mtwo 25.06 und 30.05 vollrotierend, Mtwo 35.06 reziprok in GYT.
Fazit:
1. Die PathFiles haben wie nicht selten in der letzten Zeit bewiesen, dass sie eine Erweiterung des Instrumentensortiments sind und in bestimmten Fällen eine entscheidende Erleichterung sein können. Sie sind mittlerweile fester Bestandteil meines Erschließungskonzeptes in den entsprechenden Fällen.
2. GYT schützt nicht grundsätzlich vor Instrumentenbruch und kann in sehr engen Kanälen ineffizient sein.
3. Die Mtwo – Feilen haben letzendlich den Erfolg gebracht. Ihre Effizienz ist auch nach der langen Zeit, in der ich mit diesen Instrumenten arbeite, noch beeindruckend und es zeigt sich nachwievor die Ausnahmestellung dieser Instrumente. Die Race – Feilen konnten im vorliegenden Fall die Chance nicht nutzen, sich gegenüber den Mtwo -Instrumenten vorteilhaft in Szene setzen.
Neue RNTI – Instrumentensysteme werden nicht selten zunächst vom Hersteller mit einer „überschaubaren“ Instrumentenauswahl auf den Markt gebracht.
Ist ein Instrumentensystem erfolgreich im Markt etabliert, so werden dem Einführungssortiment oft nach und nach ergänzende Instrumente zur Seite gestellt, die das Angebot in verschiedene Richtungen abrunden. So geschah es schon vor mehr als 10 Jahren mit den ProFile – Instrumenten, ebenso mit den ProTaper – Instrumenten und zuletzt mit den Twisted Files.
Auch das Mtwo – System wurde im letzten Jahr erweitert, um Instrumente der Größen 35.06 und 40.06.
Je mehr Instrumente im Sortiment sind, umso zahlreicher sind die Auswahlmöglichkeiten.
Wie also diese Instrumente sinnvoll auswählen, einsetzen, kombinieren ? Nachfolgend ein Therapieschema, ein Entscheidungsbaum für die Mtwo – Instrumente.
Keine Frage, es gibt sicherlich viele andere Möglichkeiten. Der grün markierte Weg hat sich in meinen Händen bewährt, darum habe ich ihn exemplarisch aufgeführt.
Noch eine Ergänzung. Immer mal wieder werde ich gefragt, warum ich nicht nach der Mtwo 30.05 die Mtwo 35.04 einsetze ? Wird die Mtwo 35.06 in einem solchen Fall nicht zu großen Belastungen ausgesetzt ?
Meines Erachtens spricht nichts grundsätzlich dagegen, noch eine Mtwo 35.04 sicherheitshalber zwischenzuschalten und es gibt Situationen, in denen ich so verfahre. Aber in der weit überwiegenden Zahl der Fälle kann ich auf die Mtwo 35.04 verzichten und bin in der Lage, unmittelbar nach der Mtwo 30.05 die Mtwo 35.06 einzusetzen, ohne eine Instrumentenfraktur oder Qualitätseinbußen riskieren zu müssen.
Der enorme Erfolg überraschte vermutlich sogar die Macher.
Die Erstauflage der VDW – Broschüre „Meine Zähne – ein Leben lang“ war schon nach weniger als 2 Wochen nach Erstveröffentlichung vergriffen.
Zwischenzeitlich ist die nächste Druckauflage vorrätig, in deutlich höherer Anzahl, um der großen Nachfrage gerecht zu werden.
Zu beziehen über die Aussendienstmitarbeiter von VDW oder direkt bei VDW, München.
Auf der IDS 2009 hat VDW ein carrierbasiertes Wurzelfüllverfahren vorgestellt.
Ein Thermafil – Derivat.
VDW GuttaMaster.
Und oft, wenn über carrierbasierte Füllverfahren am Zahnärztestammtisch gesprochen wird, ist das Urteil schnell gefällt: Solche WF – Verfahren sind schlecht.
Und bei vielen Endo- Spezialisten fällt das Urteil nicht besser aus.
Thermafil, vor über 20 Jahren von Ben Johnson erfunden, sei keine den klassischen warmen Verfahren adäquate Füllmethode, wird verächtlich herabgeblickt.
Interessanterweise sagt die wissenschaftliche Literaturlage zu Thermafil genau das Gegenteil.
Zum Beispiel, das man damit mehr laterale Kanäle abfüllen kann als mit den so hoch angesehenen Original – Methoden.
Oder, dass bei Thermafil man sicher sein kann, dass die Guttapercha, die apikal ankommt, plastisch ist, im Gegensatz zu manch anderer Vorgehensweise, die sich, ohne die rosarote Brille des vermeintlich versierten Wurzelkanalbehandlers betrachtet, in der Realität leider oft nur als apikale Zentralstift -Technik herausstellt.
Woher also der vermeintlich schlechte Ruf eines solchen Wurzelfüllverfahrens ?
Ironischerweise zum nicht unbeträchtlichen Teil auf Grund der Tatsache, dass Thermafil/GuttaMaster vergleichsweise einfach durchzuführen ist.
Das ist ja mal per se nichts Schlechtes.
Eigentlich sogar mal erfreulich gut, denn bis dato erforderten warme Guttapercha – Verfahren einen, vorsichtig formuliert, nicht unbeträchtlichen Aufwand.
Allerdings verleitet das natürlich auch sehr leicht dazu, dass dieses Verfahren in Wurzelkanälen eingesetzt wird, deren Aufbereitung den Einsatz warmer Verfahren gar nicht zulässt.
Ich formuliere es jetzt einmal provokativ.
Weil das Verfahren es zulässt, das jeder Wald- und Wiesenzahnarzt nun meint, mit warmer Guttapercha arbeiten zu können, heißt das noch lange nicht, dass die Wurzelkanalpräparation dies auch hergibt.
Allzu oft ist in der Vergangenheit eine grottenschlechte Wurzelkanalbehandlung und mangelhafter Desinfektion mit einer Thermafil -Füllung abgeschlossen worden, weil der Behandler meinte, dem Patienten damit etwas Gutes zu tun und sich plötzlich in der Lage sah, seine endodontischen Fähigkeiten mit dem Begriff 3D – Wurzelfüllung zu adeln.
Mal abgesehen davon, das jede Wurzelkanalfüllung, gleich ob warm oder kalt, eine 3D- Wurzelfüllung darstellt, kann eine Thermafil oder jetzt GuttaMaster – Füllung die Fehler, die im Vorfeld im Rahmen der Aufbereitung und Desinfektion bereits gemacht wurden, nicht rückgängig machen.
Der zwangsläufig dadurch entstehende Misserfolg wurde natürlich nicht dem Unvermögen des Behandlers, sondern der Carrier – WF zu geschrieben.
Nur so am Rande: An die komplizierte klassische Schilder – Technik hätte er sich nie dran getraut, aber einen Carrier in den Wurzelkanal einzuschieben, dass ist einfach und deshalb hat er es ausprobiert.
Gescheitert ist er aber nicht am Carrier -System, sondern an seinem eigenen Unvermögen, denn es gibt eine ganze Reihe exzellenter Praktiker, die mit Thermafil arbeiten und herausragende Ergebnisse erzielen.
Auf der anderen Seite ist möglicherweise Thermafil zu einfach, für all diejenigen, die sich im Laufe der Jahre auf die konventionellen warmen Techniken eingeschossen haben.
Gemäß des Mottos:“ Was einfach ist, kann nicht gut sein“.
Denn dann müsste man sich ja möglicherweise schmerzhaft eingestehen, dass man sich all die Jahre umsonst gequält, eventuell sogar einem Phantom nachgejagt ist und es viel viel leichter hätte haben können. Da ist es einfacher und besser für sein Seelenheil, sich gar nicht mit Carrierverfahren zu beschäftigen, auch wenn diese sehr wohl einige Vorteile gegenüber etablierten und renommierten Vorgehensweisen aufweisen können.
Und noch ein wichtiger Aspekt: Nur weil Thermafil einfach zu applizieren ist, heißt das noch lange nicht, dass man nicht ein paar wichtige Dinge beachten muss, um mit dieser Methode den bestmöglichen Erfolg zu haben. Aber da geht es Thermafil/Guttamaster nicht anders als jedem anderen Verfahren in der Endo.
Leider ist in der Vergangenheit dieser Aspekt zu wenig kommuniziert worden.
Auch dies kann dem Verfahren per se nicht angelastet werden, höchstens der Marketing – Abteilung der betreffenden Firmen, die diese Produkte im Markt zu platzieren versuchten, in dem sie suggerierten, dass eine WF mit warmer Guttapercha jetzt kinderleicht sei.
Ganz so ist es nämlich nicht.
Fakt ist: Es gibt ein paar Dinge, die beachtet werden müssen mit Thermafil/GuttaMaster, um das System adäquat einsetzen zu können.
Und es gibt Eigenarten, die man genau wissen sollte (wie bei jedem anderen WF – System auch).
Pünktlich zur IDS präsentiert VDW eine neue Patientenbroschüre zum Thema „Endodontie“.
In moderner optisch ansprechender Form erklärt die Broschüre kurzgefasst, aber dennoch auch für den Nichtfachmann gut nachvollziehbar, die Gründe für die Durchführung und die Abläufe im Rahmen einer Wurzelkanalbehandlung.
Anschauliche Grafiken und Fotos illustrieren und verdeutlichen die Sachverhalte.
Im Wartezimmer ausgelegt oder dem Patienten zur Vorabinformation mitgegeben stellt der Info – Flyer mit dem Titel „Meine Zähne – mein Leben lang“ ein nützliches Hilfsmittel zur Patientenaufklärung dar, in der auch der Hinweis nicht fehlt auf Kosten, die gegebenenfalls von Krankenkassen nicht übernommen werden.
Interessierte Zahnärzte können die Broschüre für einen geringen Unkostenbeitrag bei VDW erwerben.
Ausserdem besteht in Kürze die Möglichkeit, sich die Broschüre im Internet von der VDW – Homepage als PDF – Dokument herunterzuladen.
Kleine Ergänzung aus aktuellem Anlass. Ich habe gestern morgen eine Revision an einem Zahn 17 durchgeführt.
Der berühmte MB2 war relativ schnell zu finden, aber sehr eng.
Eine initiale Sondierbarkeit war mit Handfeilen der Größen 010, 008.006 auf den ersten Millimetern gegeben, zeigte aber an, dass zur Erzielung einer apikalen Durchgängigkeit einige Minuten geduldiger Handarbeit benötigt werden würden.
Durch den Einsatz der kleinsten Path – File (lila) war es möglich, innerhalb von wenigen Sekunden die apikale Durchgängigkeit herzustellen.
Ein Riesenschritt im Hinblick auf Effizienzsteigerung.
Mtwo 10.04 Feile und Path – File verhalten sich im Übrigen deutlich unterschiedlich.
Jede dieser Feilen hat ihre besondere Arbeitscharakteristik.
Im gestrigen Fall habe ich mich bewußt für die Path – File entschieden und damit einen schnellen Aufbereitungserfolg erzielen können.
Bei nachfolgender Bilderreihe (Zahn 27, MB1 und MB2 enden getrennt voneinander) wurde hingegen zur initialen Erschließung eine Mtwo 10.04 Feile eingesetzt.
Kanal MB2 – Zustand nach vollständiger Aufbereitung
Kanal MB2 – nach initialer rotierender Aufbereitung
Kanal MB2 – unter hoher Vergrößerung gerade eben auszumachen
Kanal MB2 – extrem eng und nur mit dem Dentalmikroskop auffindbar
Maillefer bringt zur IDS 2009 neue Produkte in Deutschland auf den Markt.
Darunter einen neuen kabellosen Endo – Motor, neue Ultraschallspitzen und zwei neue rotierende Nickel – Titan – Systeme.
Eines davon, die sogenannten Path -Files, rundet die maschinelle Aufbereitung nach unten hin ab. Bewußt wurde für die 3 Feilen dieses Systems ein viereckiger Querschnitt für die Instrumente gewählt, um auch bei kleinen Instrumentendurchmessern eine möglichst hohe Torsionsbruchsicherheit gewährleisten zu können.
Nach initialer Erschließung des Wurzelkanals bis zu einer 10er Handfeile ist es damit möglich, in rotierender Aufbereitung zu arbeiten. Im Anschluss an die Path -Files können dann ProTaper -Feilen eingesetzt werden. Der bereits geschaffene Gleitpfad ermöglicht anschließend den sicheren Einsatz der initialen Shaping Files aus der Pro Taper – Reihe.
Damit scheint zumindest klar, dass das Prinzip, möglichst frühzeitig mit entsprechend grazilen Instrumenten rotierend zu arbeiten, im endodontischen Establishment angekommen zu sein scheint.
Vito Malagnino, der Erfinder des Mtwo – Systems, war für eine solche Vorgehensweise noch vor wenigen Jahren heftig kritisiert worden. Nun scheint die Zeit reif zu sein, eine solche Vorgehensweise auf breiter Basis zu propagieren.
Seit mehreren Jahren ist das Mtwo – System der Firma VDW (München) auf dem Markt.
Es hat neben den ProFile und ProTaper -Instrumenten (Maillefer, Ballaigues, Schweiz) seinen festen Platz in unserer Praxis erobert und ist aus unserem täglichen Arbeiten nicht mehr wegzudenken.
Bislang vermisst habe ich die Möglichkeit, mit Mtwo im Rahmen der Wurzelkanalaufbereitung auch bei größeren apikalen Durchmessern von über 0.25 mm einen Konus mit einem Taper von 6 Prozent oder mehr präparieren zu können. Eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz warmer Guttapercha – Füllmethoden, wie wir sie in der Praxis anwenden.
Bisher mussten wir zum abschließenden Finishing auf ProFile und ProTaper – Instrumente ausweichen.
Im Oktober 2008 wurde nun das Mtwo – System um 2 Feilen erweitert, die genau diese Lücke schließen, nämlich die Feilen 35/.06 und 40/.06.
Das Instrumentendesign der Mtwo – Instrumente, das mit hoher Flexibilität und sehr guter Effizienz einhergeht, ermöglicht, korrekt angewandt, den vorhersagbar zuverlässigen Einsatz dieser Instrumente auch in stärker gekrümmten Wurzelkanälen.
Sowohl bei der Anwendung warmer Guttapercha – Techniken, aber auch beim Einsatz eines zur durchgeführten Präparation formkongruenten Guttaperchastiftes im Sinne einer Einstift – Technik lassen sich durch diese Instrumente Präparationen erzielen, die der vorhandenen Kanalanatomie Rechnung tragen bei gleichzeitiger Reduktion des Risikos der Stufenbildung oder der Instrumentenfraktur.