Implantat

von Olaf Löffler

Heute eine Frage an die Wurzelspitzeleserinnen und Leser.
Was für ein Implantat ist auf dem Röntgenbild zu sehen. Es scheint kein verschraubtes Abutment zu haben.
Unsere Vermutung: Nobel direct posterior

Vielen Dank  für Ihre Hilfe und Unterstützung.

 

Beyond Endo 3

von Wolfgang Saler

Kronenversorgung auf Einzelzahnimplantaten waren bei uns eigentlich immer zementiert.
Hauptsächlich aus ästhetischer Sicht. Denn wenn der Schraubenkanal mit Komposit zugedeckt ist, entstehen nach einiger Zeit immer dunkle Ränder am Klebespalt.
Erster Versuch hier Abhilfe zu schaffen:
Der Techniker zieht die Verblendkeramik bis in den Schraubenkanal hinein. Anschliessend wird die Keramik innen im Kanal mit Flusssäure geätzt.
Nach dem festen Verschrauben wird die Keramik mit Phosphorsäure gereinigt, silanisiert, gebondet und mit Komposit verklebt. Abdeckung der Schraube vorher mit Teflonband.

Wir werden sehen, ob die Klebefuge auch wieder dunkle Ränder kriegt. Ich werde berichten.

Beyond Endo 2

von Wolfgang Saler

Letztes mal hatte ich einen UK-Fall vorgestellt, diesmal ist es ein Oberkiefer. Und auch keine Neuversorgung, sondern 8 Jahre alt.

Konstruktion seinerzeit auf 6 Teleskopen. Diese Konstruktion ist deutlich teurer als die vor zwei Wochen hier vorgestellte Konstruktion, da die Aufbauten und Teleskope aus Gold dazu kommen.
Ich weiss, Teleskope kann man auch ohne Gold machen oder auf andere „Schnappartismen“ ausweichen, aber die technische Konstruktion funktioniert. Langfristig.
Nachteil dieser Lösung ist, dass die Implantate im 6-er Bereich eher zu Knochenabau neigen sollen, weshalb wir diese Lösung auch nicht mehr anbieten.

Die Patientin kommt regelmäßig zur Kontrolle und auch der Chirurg kontrolliert „seine“ Implantate einmal jährlich, bis jetzt ist kein vermehrter Knochenabbau an den distalen Implantaten zu vermerken. Wir hoffen, dass es noch lange so bleibt.

Die Teleskope sind theoretisch leichter sauber zu halten, als die vor zwei Wochen vorgestellten Stege.
Theoretisch. Praktisch eigentlich auch.
In der Praxis sieht es aber wieder ganz anders aus.
Die Implantate werden meist mehr schlecht als recht sauber gehalten, trotz regelmäßiger Aufklärung und Hinweis auf den erhöhten Pflegebedarf der Implantate.

Es verwundert mich auch nicht groß, denn wer mit 60 Jahren schon (mindestens) einen zahnlosen Kiefer vorweisen kann, hat es mit der Zahnpflege noch nie übertrieben.
Und der wird es auch in Zukunft nicht tun, auch, wenn man den Gegenwert eines Kleinwagens im Mund herum trägt.

 

Tag des Frontzahnes

Von Bonald Decker

Bis zu 50 Prozent aller Kinder und Jugendlichen erleiden ein Frontzahntrauma. Circa 35 Prozent davon betreffen die zweite Dentition. Wie aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen zeigen ist die Zahl stark zunehmend.

Gestern haben wir unseren persönlichen „Praxisrekord aufgestellt“. Bei insgesamt sieben Patienten im Alter vom 7-63 Jahren wurden Direkt- oder Spätfolgen eines ehemals erlittenen Zahntraumas von uns versorgt.

Bei dem ersten Patienten (32 Jahre) ist aufgrund multipler Befunde eine umfangreiche Behandlung in mehreren Terminen vorgesehen. Die Röntgenbilder verdeutlichen, warum:

Alio loco angefertiges Röntgenbild der Regio 11 und 21 mit Guttaperchastiften in vestibulären Fistelgängen

DVT Regio 21 mit erkennbarer apikaler Osteolyse

Gestern starteten wir zunächst mit der endodontischen Therapie des Zahnes 21. Dessen Prognose schätze ich bei normalem Behandlungsverlauf als gut ein.

Masterpoint-Aufnahme von Zahn 21 nach vor ca. 6 Jahren erlittener Dislokation der Zähne 11 und 21

Durch die ungünstige Lage der pulpapenetrierenden externen invasiven zervikalen Resorption erscheint der Erhalt des Zahnes 11 hingegen nicht nur anhand des DVTs als weitaus ungewisser.

Externe invasive zervikale Resorption an Zahn 11 nach Dislokation vor ca. 6 Jahren

Einen Erhaltungsversuch erscheint es uns trotzdem „wert“ zu sein.

Bei der nächsten Patientin schlossen wir im gestrigen zweiten Termin die Revisionsbehandlung ab. Die Erstbehandlung und Überkronung war laut Patientin ursprünglich notwendig geworden, nachdem ein Flaschenkopf gegen den Zahn zu einer komplizierten Kronenfraktur geführt hatte.Bei der Erstbehandlung war jedoch u.a. ein lingual gelegenes Kanalsystem übersehen worden.

„Einpressungen“ von Sealer in die koronalen Anteile gaben uns jedoch vorab einen sehr guten Anhalt für dessen Existenz. Nach Wurzelkanalfüllung wurde ferner einen Glasfaserstift mir adhäsiver Aufbaufüllung platziert

Prä- und post operatives Röntgenbild nach zweizeitiger Revisionsbehandlung eines Unterkieferfrontzahnes mit 2 Kanalsystemen

Die nächste (33jährige) Patientin und ihr Zahn 11 hatten schon eine „bewegtere“ Vergangenheit. Neben einer endodontischen Behandlung war der Zahn in der Vergangenheit bei wiederkehrenden Beschwerden mit Fistelbildung zweimal reseziert worden. Zuletzt vor ca. 18 Monaten. Bei der Erstvorstellung in unserer Praxis imponierte nun erneut eine vestibuläre Schwellung bei apikaler Osteolyse.

Vestibuläre Schwellung nach zweimaliger WSR und wiederkehrender Entzündungsproblematik

Alio loco angefertiges Röntgenbild Regio 11 mit Zirkonstift

Palatinate Ansicht vor Revisionsbeginn

Mit etwas Mühe (u.a.Einsatz von Endoguide-Instrumenten und Ultraschallansätzen) gelang es (besser als gedacht) den Zirkonstift zu entfernen und das Kanalsystem anschliessend chemo-mechanisch zu reinigen.

Schräg resezierter Zirkonstift nach orthograder Entfernung mittels Ultraschallansätzen. Im ersten Behandlungstermin wurden 90 Minuten eingeplant. Nach 75 Minuten war der erste Termin abgeschlossen.

Gestern erfolgte nun nach erzielter Beschwerdefreiheit und abgeklungener Schwellung der Behandlungsabschluss.

Postoperatives Röntgenbild nach MTA plug und Guttapercha/Sealer-Backfill

Als nächstes war Max an der Reihe. Bei dem Siebenjährigen war es vor einigen Monaten traumatisch bedingt zu einer Avulsion des Zahnes 21 gekommen. Leider ist die Prognose des Zahnes aufgrund multipler Befunde als schlecht einzustufen. Nachuntersuchungen werden den weiteren Verlauf verdeutlichen müssen.

Alio loco angefertiges Röntgenbild (links) sowie nach medikamentöser Ca(OH)2-Einlage

Bei dem neunjährigen Felix haben wir uns aufgrund des weit offenen Apex für die Einleitung einer Revitalisierungstherapie entschieden.

Alio loco angefertigtes Röntgenbild nach ehemals erlittener extrusiver Dislokation mit Pulpanekrose und nicht fortschreitendem Wurzelwachstum bei Zahn 11

In diesem Zusammenhang möchte ich einen Hinweis von Dr. Jörg Schröder weitergeben, der mich vor Kurzem auf die aktuellen Therapieempfehlungen der AAE in solchen Fälle hingewiesen hat.

Als sechster Traumapatient konnten wir im zweiten Termin die Behandlung vom Jan (11 Jahre) abschliessen. Da es u.a. durch die Pulpanekrose zu einer Verfärbung der klinischen Krone gekommen war, ist nun im Anschluss an die endodontische Therapie ein intrakoronales Bleaching vorgesehen.

Prä- und postoperatives Röntgenbild nach traumatisch bedingter Pulpanekrose an Zahn 11

Der siebte und letzte Patient hat bereits eine ähnliche Leidensgeschichte wie die dritte Patientin hinter sich. Mit dem Unterschied, dass ein Zahn bereits durch ein Implantat ersetzt wurde.

OPG vor endodontischer Revision des Zahnes 12

Klinisch wird schnell deutlich, warum der Patient unbedingt einen Erhalt durch Revision des Zahnes 12 nach bereits erfolgter Wurzelspitzenresektion wünscht:

Klinische Situation nach Implantation vor circa sechs Jahren Regio 11 mit deutlicher Infraposition und mässiger Ästhetik

Prä- und intraoperative Situation.

Die insuffiziente Wurzelkanalfüllung konnte mühelos entfernt und das Kanalsystem nachfolgend chemo-mechanisch bearbeitet werden.

Ich halte es für sehr realistisch, dass wir eine weitere Implantation durch die gewählte Therapie vermeiden können.

Über den weiteren Verlauf der heute vorgestellten Behandlungen werde ich Sie zukünftig auf dem Laufenden halten.

Ich bin allerdings froh, dass nicht jeder Tag bei uns von so vielen traumatischen Verletzungen „gepflastert“ ist…

Beyond Endo

von Wolfgang Saler

Die Patientin ist seit relativ kurzer Zeit auch im UK zahnlos. Während sich im OK noch genügend Kieferkamm befindet, ist im UK einfach zu wenig, um mit einer Totalprothese ein für sie befriedigendes Kauergebnis zu erzielen.
Also war eine Implantatlösung Mittel der Wahl.

Hier die von uns favorisierte Lösung, ein, wie ich finde, sehr guter Kompromiss in Bezug auf Preis und Leistung.

4 Implantate, versorgt mit 2 Stegen, einer je Seite, keine Verblockung über die Mitte, um der UK-Spange mehr Bewegungsfreiheit zu geben und die mediane Sutur der Mandibula nicht zu schienen.
Die Stege sind individuell gefräst und direkt auf den Austrittstulpen der Straumannimplantete verschraubt, also ohne Zwischenteil.
An jedem Steg sitzt jeweils mesial und distal ein Preci-Geschiebe.

Nach ein paar Jahren muss erfahrungsgemäss die eine oder andere gelbe Matrize ausgetauscht werden, Unterfütterung (im link die Variante für den OK) ist auch kein Problem.
Ansonsten ist diese Konstruktion wartungsfrei.

Zirkonabutment 2

von Christian Danzl

Nachdem ich hier schon mal ein Zirkonabutment vorgestellt habe, hat sich etliches getan. Auch im Seitenzahnbereich. Nachdem unser Techniker die Zirkonabutments selber fräsen kann, werden sie deutlich preisgünstiger. Sie werden mit einem Titan-Normteil verklebt. Diese Kombination wird dann ganz normal verschraubt, die Krone darauf zementiert.

Vorteile:

  • Krone und Keramikteil des Abutments sind wie „aus einem Guß“, farblich, wie auch die Form
  • Klebe-/Zementfuge kann in den leicht zugänglichen Bereich gelegt werden, somit sehr gut Kontrolle beim Einsetzen und sehr einfache Zemententfernung
  • deutlich bessere Ästhetik als bei Massivsekundärteilen
  • nicht dramatisch teurer als SynOcta oder Massivsekundärteil

Beispiel Straumann (ich bitte, die suboptimale Qualität der Bilder zu entschuldigen):

Fundstück der Woche

von Noel Schabrack

Ein neuer, frisch zugezogener Patient kam zu uns in die Praxis.
Routineuntersuchung bei meinem Assistenzzahnarzt. Dieser holte mich hinzu, da er etwas „komisches“ gefunden hatte. Denn der Patient klagte über „etwas Lockeres“ an der Implantatkrone an 11, wenn er hinten mit der Zunge rangehe.
Zahn 11, bzw. das Implantat, das an Stelle des 11 inseriert war, hatte einen „Ring“ um den Hals. Und dieser war locker und ein wenig drehbar.

„Was ist das?“, fragte mich der Kollege.
Einen Verdachte hatte ich schon, liess aber noch ein Röntgenbild anfertigen um den Knochen um das Implantatbett zu beurteilen.

Klar war zumindest, dass der Ring um das Implantat dort, wo er war, nichts zu suchen hatte, deshalb wurde er auch entfernt. Und der Verdacht hat sich bestätigt:

Es war eine Draht-Naht.
Beim Implantieren wurde mit der Naht ein Knochenblock augmentiert. Normalerweise verbleibt der Draht an Ort und Stelle und stört nicht, aber dieser hat sich nach koronal verabschiedet und wurde somit für den Patienten mit der Zunge tastbar.

Unterfütterung

von Christian Danzl

In letzter Zeit haben wir viele Totalprothesenträger mit Implantaten versorgt.
Im OK alle mit 6 Implantaten und abnehmbar. Entweder auf 6 Teleskopen oder mit 2 Stegen auf je 3 Implantaten. Als abnehmbare Brücke mit Kunststoffsattel.
Die Patienten sind alle zufrieden, auch langfristig.
Das einzige was sich am Anfang als schwierig herausstellte war die Unterfütterung des Sattels.
Wie unterfüttern, ohne das Unterfütterungsmaterial zwischen Primär- und Suprakonstruktion zu bringen und gleichzeitig den korrekten Sitz zu kontrollieren um eine Bisserhöhung zu vermeiden?

Lösung war, die Suprakonstruktion fest auf zu setzen und das UF-Material seitlich ein zu bringen.

Oral und vestibulär werden Löcher in die „Gingiva“ der Suprakonstruktion gebohrt, von einer Seite wird das Silikon eingespritzt, bis es auf der anderen Seite heraus ausquillt. Die Löcher sollten möglichst gut an die Größe der Kanüle angeglichen sein, damit das UF-Material nicht aus dem Loch wieder herausquillt, in welches es eingespritzt wird.

DVT oder kein DVT?

von Christian Danzl

Hier auf Wurzelspitze erscheinen regelmässig Artikel, die die Vorteile eines Dentalen Volumentomographen im Bereich der Endodontie aufzeigen.
Wir alle hier sind von den Möglichkeiten, die so ein Gerät für die Diagnosenstellung bringt, begeistert. Es lassen sich Behandlungen, bei denen 2D-Röntgenbilder zu wenig Informationen bieten, einfach besser planen – oder eben auch vermeiden.
Neben den Vorteilen gibt es aber auch Nachteile, von denen die Strahlenbelastung mittlerweile eher zu den geringeren Übeln zählt. Ich sehe als den größten Nachteil momentan noch den Anschaffungspreis für ein gutes Gerät – aber auch das wird besser.

Einige Leser jedoch sind der Meinung dass ein DV-Tomogramm für eine Wurzelkanalbehandlung/Revision keine entscheidenden Vorteile bringt, die die Nachteile – welche auch immer – aufwiegen.

Heute nun eine Frage an Sie, liebe Leser, wann halten Sie den Einsatz für ein DVT in der Zahnheilkunde für gerechtfertigt?

Take Our Poll

Endodontie ist der Beweis für die Toleranzfähigkeit des menschlichen Organismus. Aber wie lange noch ?

von Hans – Willi Herrmann

In der Endodontie funktioniert viel.
Eigentlich sogar extrem viel.

Warum dem so ist ? Weil Endodontie  ein Beweis ist für die Toleranzfähigkeit des menschlichen Organismus.

Und genau aus diesem Grund ist die Abwesenheit von Schmerz oder das Fehlen anderer augenfälliger klinischer Symptome aber auch kein Beweis für eine erfolgreiche Therapie, für zielführende Behandlungsansätze.

Leider wurde- in der Vergangenheit und wird – auch heute noch – zu oft genau so argumentierend verfahren.

„Tut nicht mehr weh, freuen wir uns, Stempel drauf, geheilt !“

In der Vergangenheit war eine solche Scheuklappen- Anschauung auch gut vertretbar. Mangels wirklicher Alternativen.
Aber genau das hat sich in den letzten 30 Jahren grundlegend geändert.

Denn der natürliche Feind der Endodontie heutzutage ist nicht länger mehr Zange und Brücke, es ist das Implantat.

Und mehr und mehr in den vergangenen 2 Jahrzehnten, in gleichem Maße in dem die Implantologie Einzug in unsere Praxen gehalten hat,  rächt sich nun diese arrogante Einstellung des „Ich habe ja mein Bestes getan und der Patient hat ja auch keine Schmerzen mehr, quod erat demonstrandum !“

Schmerzfreiheit heißt nicht Heilung.
Nimmt man dies als Kriterium, so birgt dies die  Gefahr, dass mit dem Nichtgelingen einer medioker durchgeführten Behandlung angesichts nun vorhandener „sicherer“ Alternativen eine Therapieform per se ins Abseits gestellt wird:  „Endo ? – Vergiss es- Funktioniert ja doch nicht !“

Die Endodontie – zu Recht oder Unrecht sei zunächst dahingestellt – ist im Begriff, eine Therapieform der Vergangenheit zu werden.

Dies könnte man als evolutionäre Entwicklung werten, als survival of the fittest im Sinne eines „Einfacher, sicherer, zuverlässiger“ der Wurzelkanalbehandlungs – Alternativen.

Und wenn dem so wäre, dann hätte es die Endodontie auch verdient, als – nennen wir es „intrakanaläre Goldhämmerfüllung des neuen Milleniums“- als ein als nicht mehrzeitgemäßes Therapeutikum vereinzelter, nur noch historisch bedeutsamer Wurzelkanal – Dentisten, als Fußnote der Zahnerhaltung, ein Randdasein im Kuriositätenkabinett der Zahnmedizin zu fristen.

Das Problem ist, dass wie allzuoft auch hier Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Es gibt sie nicht „DIE Endodontie“, das universelle Abziehbild einer  Wurzelkanalbehandlung, als Blaupause des Wurzelkanal – Prototyps per se.

  • Haben wir es mit einer Erstbehandlung zu tun oder einer Revision ?
  • Ist es ein vitaler oder devitaler, möglicherweise hochgradig infizierter Zahn ?
  • Ein Traumafall ?
  • Wie alt ist der Patient ?
  • Wie ist seine medizinische Allgemeinsituation, wie der generelle Zustand seiner Zähne, der Nachbarzähne, der Antagonisten, wie die Situation des den Zahn umgebenden Knochens ?
  • Welche der unzähligen endodontischen Therapieoptionen sollte im individuellen Einzelfall der Vorzug gegeben werden ?
  • Und welchen Einfluss auf den Behandlungserfolg hat der Behandler ?
  • Wie steht es um die Fähigkeiten des Zahnarztes auf diesem schwierigen Teilgebiet, wie ist seine Ausstattung, was steht ihm an Gerätschaften und Hilfsmittel zur Verfügung, und last but not least wie schätzt er die klinische Situation ein und was ist er bereit, im konkreten Fall an Massnahmen einzusetzen ?

Fakt ist: Die endodontische Behandlung ist die schwierigste und komplizierteste Teilbehandlung im Rahmen der Zahnmedizin.

Insofern kann man es grundsätzlich keinem Behandler verdenken, wenn er sich, auf Grund negativer Erfahrungen auf diesem Gebiet und andererseits positiver Erfahrungen im Hinblick auf die Therapieoptionen „Zahnersatz“und „Implantologie“, gegen eine Wurzelkanalbehandlung entscheidet.

Zumal von Seiten der Wissenschaft keine Evidenz aufgezeigt wurde, welche der vielen, so unterschiedlichen endodontischen Therapiekonzepte denn nun zu favorisieren seien.

Das allerdings wird sich in den nächsten Jahren drastisch ändern.

Mit dem DVT steht uns in der Endodontie ein Medium zur Verfügung, dass in viel viel größerem Maße als bisher den Erfolg einer Wurzelkanalbehandlung beweisen oder in Frage stellen kann.

Die Folge: In den nächsten Jahren wird uns eine apikale Aufhellung nach der anderen um die Ohren gehauen werden.

Wenn wir nicht aufpassen, sind wir auf dem Weg in einen neuen Exodontismus.

Warum dem so sein wird ?

Weil es der Wirklichkeit entspricht.

Machen wir uns doch nichts vor – die Wurzelkanalaufbereitung ist seit Einführung der rotierenden Nickel – Titan – Instrumente vor fast 20 Jahren  in einem Stadium, das als vorhersagbar handhabbar gelten kann. Und der Erfolg einer  Wurzelkanalfüllung  muss nicht an der Anzahl gefüllter  Seitenkanäle oder der Temperatur des Hitzepluggers und der Phasenkonsistenz der verwendeten Guttapercha festgemacht werden.

Soll heißen – Endodontie kann schwierig und kompliziert sein, dies ist aber keine Grundvoraussetzung in jedem Falle.

Sie muss daher auch nicht von vorneherein zum Scheitern verurteilt sein.
Wie es von verschiedenen Seiten aus ganz unterschiedlichem Antrieben heraus postuliert wird.

Es bedarf zu erfolgreichen Handhabung von Wurzelkanälen auch nicht als conditio sine qua non einer mehrjährigen postgradualen Spezialistenausbildung.

Endodontie bedeutet, auf den Kern heruntergebrochen,  die Handhabung einer bakteriellen Infektion in einem extrem schwerzugänglichen Bereich.

Und deshalb ist es  eben nicht damit getan, einzig Wurzelkanäle aufzubereiten und abzufüllen.

Das ist beileibe keine neue Erkennntis. Die endodontische Trias (Aufbereiten,Desinfizieren, Füllen)  ist uns allen seit über 100 Jahren bekannt, aber die Desinfektion wird nachwievor stiefmütterlich behandelt.

Teilweise wird ihre Notwendigkeit, negiert, teilweise wird, guten Willen zeigend, sich in skurrilen Alibi – Handlungen verkünstelt, deren nicht gesicherter Nutzen auch nicht von markigen Marketing-Claims ala „Tsunami-Endodontics“ kompensiert werden kann.

Ist ein Wurzelkanal eines devitalen Zahnes, wenn er  trocken ist, bakterienfrei ?
Genügt die Spülung mit NaOCl oder welcher anderen desinfizierenden Lösung auch immer –  aus einer dünnen Spülkanüle heraus, maximal 1 -2 mm apikal der Kanülenöffnung hinausreichend,  um eine adäquate Desinfektion zu erreichen ?

Keiner von uns kann mit Sicherheit die Antworten auf diese Fragen geben.

Demzufolge kann man im Umkehrschluss aber auch povokant die Frage stellen: Erzielen wir eine Heilung durch oder unabhängig von oder trotz unserer Massnahmen ?

Konkret, kritisch gefragt:

1. Inwieweit ist das Ergebnis der Schmerzfreiheit und einer im Zahnfilm oder OPG sichtbaren apikalen Ausheilung das Resultat eines Fließgleichgewichts, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers – unterstützt durch endodontische Massnahmen des Zahnarztes – gegenwärtig zu Gunsten des Patienten verschoben haben ?

Wenn dem so wäre, und es gibt nichts, was angesichts der Mikroanatomie des Wurzelkanals und der Submikroanatomie des Wurzeldentins grundsätzlich dagegen argumentierend angeführt werden könnte, dann ist die von uns so freudig begrüßte Heilung bakteriell infizierter Zähne nur eine Polaroid- Foto eines längerfristig in seinem Ausgang unbestimmten Prozesses, der eine Restitutio ad integrum nur suggeriert, aber vermutlich zu keiner Zeit erreicht hat.

2. Inwieweit ist die apikale Aufhellung nur eine scheinbare, nur auf den Unzulänglichkeiten des 2 D- Röntgens begründet ?

In solchen Fällen besteht die Möglichkeit, dass wir es nicht mal mit einer temporären, vielmehr mit einer vorgespiegelten Heilung zu tun haben.

Wo die Evidenz fehlt, muss der gesunde Menschenverstand her.
Und der sagt, seit dem Jahr der endodontischen Zeitenwende 1917, seit den Präparaten Walter Hess, dass es ungeachtet der großen Erfolge in der Endodontie noch viel zu tun gibt.

Und, angesichts der frustralen Erkenntnis, dass man offensichtlich in vielen Fällen nicht einmal bereit ist, dass essentiell Notwendige zu tun (sonst gäbe es nicht so viele schlechte Wurzelkanalbehandlungen)  auch getan werden muss. Grundsätzlich.

Damit die Endodontie kein Auslaufmodell wird.

Das bedeutet im ersten Schritt: Dokumentation des Status Quo, Analyse der Ist- Situation, Überprüfung unterschiedlicher Therapievarianten, vorbehaltlos.

Und hier haben wir mit dem DVT ein neues Hilfsmittel, dass es uns erlauben wird, den Erfolg unserer Behandlungen viel viel präziser, vielleicht zum ersten Mal überhaupt nachvollziehbar belegen zu können.

Darauf freue ich mich.

Das DVT ist nicht nur ein möglicher Nagel zum Sarg der Endodontie, sondern die Chance, diese Behandlungsform auf ein neues Level zu bringen. Ich bin gespannt, inwieweit sich die Endodontie dadurch in den nächsten 2 Dekaden verändern wird.

Eines muss aber klar sein. Mit dem DVT werden die Karten neu gemischt.  Und deshalb müssen auch liebgewonnene und bequeme Gewohnheiten des „Das haben wir doch immer so gemacht“  hinterfragt werden. NaOCl, CaOH2 ? Ab auf den Prüfstand. Und vermutlich fast alles andere auch.
Das ist mühsam.
Aber tun wir es nicht, werden wir verlieren.
Und die Patienten Zähne.

Ungarn. Gelobtes Land?

von Christian Danzl

Wenn man zum Zahnarzt muss, wird es teuer.

Die Zahnärzte verdienen zu viel.

Das sind hinlänglich bekannte „Wahrheiten“.
Auch etliche Krankenkassen springen auf diesen Zug auf und empfehlen ihren Patienten Zahnersatz aus den Ausland oder bezuschussen sogar Zahnbehandlungen im Ausland, um Kosten zu sparen.
Ich empfehle den Patienten, die mit so einem Schreiben zu mir kommen, sofort eine billigere Krankenkasse, denn da spart man sicher jeden Monat, und nicht nur im Falle einer aufwändigen Zahnbehandlung.

Ja, Zahnbehandlung im Ausland.

Wo?

Ungarn!

Genau. Für Österreicher immer schon der Geheimtipp, wenn’s um „Zahnsparen“ geht. Auch für Deutsche nicht uninteressant. Ein 14 tätiger Urlaub in einem Hotel mit gehobenem Standard, eine Zahnarztpraxis ist gleich angegliedert, so dass man nicht noch lange suchen muss.
DAS all-in-one Paket. Man fährt in den Urlaub und kommt nach 14 Tagen mit einem neuen Lächeln zurück, ohne dass man sich in der Nachbarschaft mit Provisorien hätte blicken lassen müssen.

Und die neuen Zähne incl. der Implantate (sie wurden während des 14-tägigen Aufenthaltes gesetzt und auch mit dem endgültigen Zahnersatz versehen) sind so viel billiger als daheim in Deutschland, dass auch der Hotelaufenthalt finanziell nicht ins Gewicht fällt.

Sagenhaft!

Und jetzt die entscheidende Frage:

Ist das wirklich so?

Auszuschliessen ist es nicht.

Drei Dinge dazu:

  1. Ein befreundeter Zahnarzt südöstlich von München (also nicht im Grenzgebiet zu Tschechien), nähe Rosenheim, der viel und gut Implantiert wurde von einem Bekannten gebeten, er solle bitte den Zahnersatz seiner Frau reparieren. Dieser ist zwar aus Ungarn, aber als „Freundschaftsdienst“ könne er das ja wohl machen, weil man wegen einer Reparatur nicht noch mal nach Ungarn fahren wolle (eigentlich der Klassiker).
    Er willigte ein. Aber nur unter der Bedingung, dass er Einsicht in alle Rechnungen aus Ungarn bekommt. Rein interessehalber.
    Ergebnis: Der Zahnersatz incl. mehrerer Implantate war in Ungarn lediglich um 500,- billiger als bei ihm.
  2. Ein langjähriger Patient kam zu mir in die Praxis, er brauche eine neue OK-Totale. Er war in Ungarn und hatte sich einen implantatgetragenen ZE machen lassen. Schon nach 3 Wochen waren die Implantate wieder draußen. Er bekam dann eine Totale im OK. Die sah aus, als hätte sie der ZA noch in der Schublade gehabt und passte auch so. Ihm war klar, dass ich ihm keine neue Totale umsonst machen würde.
    Im Unterkiefer sassen de Implantate noch.
    Noch.
    Aber auch denen gebe ich keine 2 Jahre. Dann kommt auch da die Totale. Insgesamt gesehen eine 28er für viel Geld.

    Verstehen sie mich nicht falsch: Ich sage nicht, dass die ungarischen Zahnärzte schlechter sind, auch nicht, dass die Deutschen besser sind.
    SO eine Implantatversorgung bekommen sie in Deutschland auch, aber da haben sie wenigstens einen Gewährleistungsanspruch vor Ort.

  3. Hier die Preisliste einer ungarischen Zahnarztpraxis.
    Machen Sie sich bitte selbst ein Bild.
    Bekommen Sie diese Honorare von der GKK in Deutschland? Verlangen Sie mal 40,- € von einem Kassenpatienten für eine „Erstbesprechung“ mit dem Hinweis, er solle sich seinen Zuschuss danach von der Kasse holen.
    Versuchen sie es einfach nur einmal.
    In etlichen Praxen in Deutschland wird der Patient laut schimpfend die Praxis verlassen, und die Worte „Wucher“ und „Abzocke“ gebrauchen.

    „Analyse ästhetisch“ 260,-
    Wurzelbehandlung, 3-Kanäle 500,-

    Verlangen sie es einfach nur mal, und schauen sie, wie die Patienten reagieren.

    KFO Keramikbrackets, selbstligierend, 2 Jahre Dauer, 4.800,-

    Viele Kieferorthopäden in Deutschland nehmen sie mit Kusshand.

    In Ungarn wird das gerne bezahlt, da ist es ja billiger……Krone und Brücken sind billiger als bei uns?
    Stimmt!
    Beziehen Sie aber die Zahntechnik zum selben Preis, wie der ungarische Kollege, werden sie keine Probleme haben die Preise zu halten.

Fazit:

Wenn die deutschen Krankenkassen weiterhin so mit den Behandlern umgehen, muss man die Praxis nicht immer die Schweiz verlegen, um in Ruhe und ohne Gängeleien seinem Beruf nachgehen zu können.
Auch Ungarn kann die Lösung sein.
Billiges Personal, billige Zahntechnik und Patienten, die während der Gewährleistungszeit mit relativer Sicherheit nicht mehr auftauchen, weil ihnen der Weg zu weit ist (und der „Preisvorteil“ dann weg ist), aber dafür schon bar bezahlt haben. Und zwar einen Preis, der sich oft nicht deutlich vom deutschen Preis unterscheidet.
Und wenn mal was schief läuft, holt schliesslich der deutsche Kassenzahnarzt die Kohlen aus dem Feuer bzw. die Implantate aus dem Eiter. Muss er ja.

Zugegeben, diese drei Punkte sind nicht repräsentativ, zeigen aber, dass der billige Zahnersatz im Ausland nicht unbedingt billiger als in Deutschland sein muss

Wurzelkanalbehandlung 48 mit RACE 02, MTwo und VDW Reciproc

von Donald Becker

Die Patientin, Ende 30, kam zu uns, weil ihr 4 Zähne (48,47,46 und 16)  gezogen werden sollten. Einer davon, der Zahn 48, sollte zuvor noch  wurzelkanalbehandelt und dann, nachdem die Bezuschussung der Krankenkasse zum Zahnersatz erfolgt sei, entfernt werden.  Die Patientin sah keinen Sinn darin, warum der Zahn erst wurzelkanalbehandelt und dann entfernt werden sollte und auch nicht, warum alle Extraktionen und die Wurzelkanalbehandlung  innerhalb der  nächsten 2 oder 3   Tagen erfolgen sollte. In ihrem Bekanntenkreis wurde ihr geraten, sie solle uns für eine Zweitmeinung aufsuchen. So kam die Patientin zu uns.

Die Schmerzanamnese ergab Beschwerden im linken Unterkieferseitenzahnbereich, seit mehreren Monaten, mal mehr, mal weniger. Es war naheliegend, zu vermuten, dass der kariöse vitale Zahn 48 für diese Beschwerden verantwortlich sei.

Ich kam mit der Patientin  überein, zunächst den Zahn 48 zu behandeln, um die seit Monaten währende subakute Schmerzproblematik zu beseitigen. So könne man den zeitlichen Druck aus dem Geschehen nehmen, um dann in Ruhe zu schauen, ob die anderen 3 Zähne zu erhalten seien oder sinnvollerweise entfernt und durch Implantate ersetzt werden sollten.

Weisheitszähne stellen nicht selten besondere Herausforderungen an die Wurzelkanalbehandlung und dieser Zahn 48 bildete keine Ausnahme. Schon im Hinblick auf das Ausgangsröntgenbild wäre es töricht, zu glauben, daß man hier, im Sinne einer One-File-Endo mittels Maillefer Wave One oder VDW Reciproc  ein adäquates Ergebnis erzielen könne.

Denoch war auch hier die VDW Reciproc von Nutzen. Ein solches Instrument zeigt nämlich schnell und unproblematisch auf, an welchem Punkt des Wurzelkanalverlaufs die Schwierigkeiten auf Grund einer starken Krümmung zu erwarten sind.

Wie sollte man nun konkret verfahren ?
Hier meine Vorgehensweise im Telegrammstil:

  • Erschließung der Wurzelkanäle bis zum Ende des Kanals mit ISO 006-  Handfeilen
  • VDW Reciproc 25 bis zum Punkt des „apikal nicht weiter  Vordringen Könnens“
  • 006, 008 010 auf Wurzelkanallänge
  • RACE 10.02, 15,02 20.02 auf Wurzelkanallänge
  • VDW Reciproc 25 – wieder soweit wie möglich
  • MTwo 15.05, 20.06 auf Arbeitslänge
  • VDW Reciproc auf Arbeitslänge

Entgegen meiner „normalen“ Vorgehensweise habe ich hier, angesichts der starken Krümmungen, auf eine Aufbereitung bis zur MTwo 35.06 verzichtet.

Endpunkt der Aufbereitung war also eine VDW Reciproc 25.08 auf Arbeitslänge, als Mastercones wurden apikal justierte Protaper F2 – Guttaperchastifte verwendet.

„Matchwinner“ waren in diesem Fall die RACE 02- Feilen, die auf Grund ihrer Effizienz und Flexibilität die Erschließung der sehr schwierigen Wurzelkanäle ermöglichten bis zu einem Zeitpunkt, an dem stärker getaperte Instrumente überhaupt erst zum Einsatz gelangen konnten.

Für mich eine schöne Ergänzung meines Instrumenten – Portfolios.

0 – 800 – ENDO

von Hans – Willi Herrmann

Achtung.
Dieser Blogbeitrag ist kein vorgezogener Aprilscherz.
Besagte Anekdote habe ich letzten Freitag gehört, bei einem OPL – Treffen in der Schweiz. Der Kollege, der sie wiedergab, es ging bei unserem Gespräch um die in den letzten 5 – 7 Jahren sich verschärfende Situation der Endodontisten in USA,  hat lange Jahre dort gearbeitet und nachwievor gute Kontakte dorthin, die Story spielt in  Californien und geht so:

Ein Schmerzpatient sitzt im Behandlungsstuhl der Zahnarztpraxis, irgendwo im Raum Los Angeles.

Der Zahnarzt wählt 0- 800 – ENDO und kündigt bei der freundlichen Dame am Telefon den Patienten an, mit Angabe der Praxisadresse.

„Vielen Dank, dass sie mit uns zusammenarbeiten wollen. Wir rufen sie gleich zurück, sobald ich Genaueres weiss“, sagt die angenehm klingende Stimme am anderen Ende der Leitung.

Keine 5 Minuten später klingelt das Telefon.
„Dr. Muller ist auf dem Weg zu Ihnen , er wird in voraussichtlich 30 Minuten bei Ihnen sein“.

Der mobile Endodontist erscheint nur wenig später.
In seinem Van hat er alles dabei, was man für die Wurzelkanalbehandlung braucht, einschließlich Operationsmikroskop.

„Hello Mrs. Smith, I am your root canal specialist and will do the treatment right now.“

Los geht ´s.

Und weils so schön passt zum Thema, hier noch ein Ausschnitt aus einer Mail von Rob Kaufmann, als Endodontist niedergelassen in Winnipeg/Kanada, ebenfalls über die Änderung der Verhältnisse in den USA in den letzten Jahren.

„After many years on ROOTS, watching it wax and wane,  I am rapidly and sadly losing respect for what is happening on here.

The simplification of our specialty is killing us.  Combine that with the Christensen opinion of endodontics and what you get is „This Endo stuff is TOO HARD….lets just extract and place the implant. Or at LEAST make Endo simpler, faster and easier so that ANYONE can do it after a weekend at the Holiday Inn.“ And as for retreatment?  Its a waste of time…that’s even HARDER ? Why bother? I can keep the money in MY office and not make the endodontist rich.“

Think this isn’t happening NOW?  Check what’s going on in Endo practices in the US. Retreatment practices are down, some as much as 40%. I know guys that have holes in there days that have NEVER had this happen in 20 years. Now Endodontists are scrambling to get into the implant biz. They see the writing on the wall.  And it sure as shit isn’t because they are part of any fancy ‚Endo-Implant Algorithm“. Its survival.“

p.s: Eigentlich sollte an dieser Stelle der Beitrag 69 Prozent (Teil 3) erscheinen.  Er ist leider nicht rechtzeitig fertig geworden, ich hoffe es ist nächste Woche soweit.

Implantat versus Zahn

von Bonald Decker

Die Implantologie stellt eine großartige Bereicherung des Therapiespektrums in der Zahnheilkunde dar. Obwohl es sich vielmals um einen chirurgischen „Routineeingriff“ handelt birgt dieser jedoch auch bei penibler Planung immer gewisse Risiken und mögliche Nebenwirkungen.

In dem vorliegenden Fall kam es während der alio loco durchgeführten Implantation Regio 36/37 zu einer möglichen Verletzung des Zahnes 35. Die wohl daraus resultierende irreversible Pulpitis machte eine endodontische Intervention zur Zahnerhaltung unumgänglich.

Warum eine Implantation in dieser Region überhaupt notwendig wurde liess sich leider auch durch die Befragung des Patienten nicht mehr klären.

Vielleicht hätte aber auch eine im Vorfeld sorgsam durchgeführte endodontische Behandlung der Molaren eine Implantation und die daraus resultierenden Folgen vermeiden können…

PS: Eine Neuanfertigung der Krone von Zahn 35 erscheint radiologisch ebenfalls indiziert

;-)


„Was bin ich ?“ – 2 Implantat – Bilddatenbänke

von Hans – Willi Herrmann


Ich glaube, der Aufruf kam letzte Woche in „Zahnmed“, der dentalen Internet – Newsgroup des Wallenhorster Kollegen Michael Logies.

Alle Mitleser seien aufgerufen, Röntgenbilder von Implantaten einzustellen, damit man eine Datenbank aufbauen könne.

Gute Idee, denn bei der Vielzahl der mittlerweile existierenden Systeme ist nicht auszuschließen, dass ein Patient mit einem Implantatproblem im Behandlungsstuhl sitzt und es sich bei  besagtem Implantat  um ein Implantat handelt, das man noch nie vorher gesehen hat.

Der Patient hat natürlich auch  keine Ahnung, um welches Implantat es sich handelt. Die Behandlung ist Jahre her, der Behandler praktiziert nicht mehr und die Rechnung, auf der das Implantat vermerkt sein könnte (man beachte den Konjunktiv), ist seit dem letzten Umzug oder Hochwasser verschollen.

Da wäre eine solche Datenbank eine große Hilfe.

Aber warum das Rad neu erfinden ?
So eine Datenbank gibt es schon, sogar mehrere.

Hier und hier die URLs zweier Datenbanken, die eine große Zahl von Implantattypen bereits katalogisiert haben.

Im Falle des Falles sicherlich eine große Hilfe. Und für mich wieder einmal  der Zeitpunkt, zu bemerken: Das Internet ist die vierte epochale Erfindung der Menschheit nach dem Feuer, dem Rad und der Buchdruckkunst.

4 Jahres Follow up – apikale Aufhellung (14)

von Bodald Necker

Vor ca. 4 Jahren kam eine neue Patientin zu mir in die Praxis, sie wurde überwiesen vom MKG-Chirurgen zur Wurzelkanalbehandlung.

Die Patientin bekam von ihrem Hauszahnarzt im 4. Quadranten 5 neue Kronen eingesetzt. Soweit so gut. Doch sie konnte nie ohne Schmerzen darauf kauen. Nach einem halben Jahr empfahl ihr der Zahnarzt die Extraktion von 44 – 47 mit anschliessender Implantatinsertation.

Die Begeisterung der Patientin hielt sich in Grenzen. Selbständig suchte sie einen MKG-Chirurgen auf, und fragte, ob man mit einer Wurzelspitzenresektion noch etwas könne, oder ob es noch andere Alternativen gäbe.

Die Antwort war eine Überweisung zur Wurzelkanalbehandlung.

Nach der ersten Sitzung – Trepanation des 44  mit anschliessender WK und Med – war die Patientin für’s erste schmerzfrei. Aber auch die anderen neu überkronten Zähne schmerzten nach und nach. So wurden nach und nach die Zähne 44 bis 46 wurzelbehandelt und der 47 revidiert. Nach einer Wartezeit von ca. 6 Monaten wurden die Zähne wieder überkront.

Seitdem verrichten sie ihren Dienst ohne Probleme.

In meinem diesjährigem Urlaub konsultierte die Patientin die Vertretungspraxis wegen Schmerzen auf der rechten Seite. Röntgenbilder  vom 1. und 4. Quadranten wurden angefertigt. Der Verdacht fiel auf den 17. Dieser wurde – da er noch vital war – erst mal aus der Okklusion genommen.

Wieder bei mir in der Praxis folgte die Endo an 17.

Durch die Bilder vom Kollegen hatten wir wieder ein follow-up vom 4. Quadranten nach ca. 4 Jahren.

Saving hopeless teeth (VII), apikale Aufhellung, Regeneration des Septums,

von Bodald Necker

Die 35-jährige Patientin kam zur Routine-Untersuchung.
„Da unten links ist das Zahnfleisch ab und zu ein wenig komisch“, sagte sie zu mir.
Am 36 war nichts groß auffällig auf den ersten Blick. Buccal im Bereich der Furkation war die Gingiva leicht verdickt und gerötet.
Sondierungstiefen alle unauffällig bis 3 mm.
Nur bukkal an der veränderten Gingiva „fiel“ die Sonde drucklos bis 13mm.
Sensibilitätsprüfung auf Kältespray negativ.

Die Röntgenaufnahme zeigte dann das ganze Mass des Knochenabbaus:
Deutliche Aufhellung an beiden Wurzeln, röntgenologisch kompletter Verlust des interradikulären Septums

Nach Aufklärung über den Zustand und die Überlebenswahrscheinlichkeit die alles entscheidende Frage an die Patientin:
Erhaltungsversuch oder Implantat ?

Die Patientin  wollte den Versuch des Zahnerhaltes.
Und auch ich war der Meinung, das dieser Zahn erhaltungswürdig und erhaltungsfähig ist.

Es folgten maschinelle Aufbereitung, reichlich Spülung mit den entsprechenden Desinfizientien, Kontrolle auf Frakturen oder Cracks mit dem Dentalmikroskop, medikamentöse Einlage mit Calciumhydroxid, provisorischer Verschluss mit Cavit.

Nach einer Woche nach wie vor keine Schmerzen oder andere Beschwerden. Die Gingiva hatte sich bukkal normalisiert.
Die Sondierungstiefe hatte sich erstaunlicherweise von 13mm auf 3mm  reduziert (allerdings wollte ich das nicht mit aller Kraft wissen).
Medwechsel.
Wieder Calciumhydroxid, Cavit und jetzt Harvardzement  oben drauf.

Nach einem Vierteljahr – bei der nächsten Kontrolle  – wie gehabt – keine Schmerzen, keine auffällige Sondierung. Die Kontrollaufnahme liess eine Heilungstendenz erkennen.
WF mit SystemB und koronalem adhäsivem Verschluss.

Letzte Woche, ein halbes Jahr nach WF, ist durchaus eine deutliche Knochenregeneration zu erkennen.
Die Furkation ist noch nicht ganz knöchern regeneriert, wir werden aber dennoch zur Überkronung schreiten.