Diese Fälle sind sehr speziell, zeigen lediglich welche Möglichkeiten die LAI bieten kann. Es gibt keine Evidenz dafür. Wir werden die Fälle weiter verfolgen und hier einstellen, insoweit wir es möglich ist.
Der erste Fall.
Uns wurde ein Patient geschickt, wir sollten das fakturierte Instrument entfernen und den Patienten wieder zurück überweisen zur Fortsetzung der Behandlung.
Dies lehnen wir ab. Wenn ein Fragment entfernt wird, dann ist die entsprechende weitere Aufbereitung und Wurzelfüllung meistens besonders schwierig, weil Stufen und ggf. Blockierungen die weitere Behandlung extrem erschweren oder unmöglich machen.
Nach dem Telefonat mit dem HZA haben wir uns aufgrund einer finanziell angespannten Lage des jungen Patienten entschieden, die Instrumentenentfernung zu versuchen und die Kanalstruktur (Radix entomolaris) nach Desinfektion zu füllen. Der Patient gab ständig latente Beschwerden an.
Bei dem Instrument handelte es sich um ein Reciproc-Instrument, wahrscheinlich eine R25.
Auf Grund der Lage und Wurzelanatomie ist an der Innenkurvatur wenig bis gar kein Substanzabtrag möglich, ohne die Wurzel zu perforieren. Damit ist eine problemlose Entfernung des Fragmentes fraglich.
Klinisch stellte sich die Situation, wie vermutet, dar. Das Instrument ließ sich mit Ultraschall lockern, eine Entfernung war nicht möglich. Für eine Schlaufentechnik fehlte der Platz.
Ein Passieren des Fragmentes mit Handinstrumenten war nicht möglich.
Letztendlich blieb nur der Versuch, mit mehr Substanzabtrag, das Fragment entfernt zu bekommen. Das hat aber eine Perforation mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Folge.
Alternativ
es ist ein Versuch, um das Fragment herum die Desinfektion zu erreichen.
Wir haben uns für Letzteres zusammen mit dem Patienten entschieden.
Mittels LAI haben wir zunächst versucht, das Fragment „herauszuspülen“. Das gelang nicht.
Aber das Fragment ließ sich nun deutlich bewegen. Mittels Handinstrument #08 habe ich dieses Fragment in der koronalsten Position fixiert und nochmals mit LAI (Sweeps) desinfiziert.
Anschließend wurde Ca(OH)₂ eingebracht und der Zahn provisorisch verschlossen.
Nach 14 Tagen gab der Patient an, sofort nach der Behandlung schmerzfrei gewesen zu sein.
Nach abschließender Desinfektion mittels LAI und Fragmentpositionierung mittels Handfeile erfolgte die Füllung der Kanalstruktur in einer Squirtingtechnik mit erwärmter Guttapercha und Totalfill-BC-Sealer.
Im Recall nach 6 Monaten war der Patient weiterhin schmerzfrei und die Radix entomolaris unauffällig.
Anbei die erklärenden Bilder.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.
