26, 27 – Ein gutes Gefühl haben, oder auch nicht …

Hier hatten wir erstmals über die Vorgeschichte zu diesem Fall berichtet und hier über die Therapie 46 und hier 47. 36 konnten wir nicht erhalten, wegen einer Längsfraktur.


Diagnosen und Befunde:
26 P. apicalis, externe apikale Resorption pal., erhöhte Sondierungstiefen zirkulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries,

27 (Zufallsbefund DVT) P. apicalis erhöhte Sondierungstiefen zirkulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Sekundärkaries.



Der Zahn 26 war mit einer Krone versorgt. 27 wurde bereits endodontisch anbehandelt. Dies war dem Patienten aber nicht mehr in Erinnerung. Beide Zähne waren symptomfrei. Durch die negativen Sensibilitätsproben an 26 und 27 kam es zur genaueren Untersuchung.
Im Zahnfilm zeigte sich der Verdacht einer P. apicalis am 26. und 27. mesial apikal. Zudem war an 27 die endodontische Zugangspräparation zu vermuten.
Im angefertigten DVT stellte sich die Situation eindeutiger dar. 
26 P. apicalis, externe apikale Resorption pal., 27 P. apicalis, retinierier 28.

Die Prognose für 26 sahen wir als günstig an. Durch die ausgedehnte apikale Resorption palatinal und die Möglichkeit eines persistierenden periapikalen Biofilms entstand die Prognose.
27 sahen wir im Bereich 70–80 %. Die Krümmungen im Bereich der mesialen Wurzel sind erschwerend, aber aus meiner Sicht technisch lösbar. Für den Zahn 26 hatten wir eine entsprechende Langzeitmedikation (ca. 3 Monate) mit CaOH J in der Planung.

Die endodontische Therapie startete mit dem Zahn 26, wie oben geplant. Die Krone wurde entfernt, da eine ausgedehnte Sekundärkaries imponierte. Nach Kariesex und präendodontischem Aufbau, Zugangspräparation, erfolgte die Desinfektion und chem. Reinigung mit 3,5 % NaOCl und Zitronensäure (10 %). Die Instrumentation erfolgte mit Handinstrumenten #8, #10, Profile 15.04 und Wave Gold #20, #25, pal. M2 50.04, 60.04.
Es wurde CaOH J für 3 Monate inseriert.
In diesem Zeitraum erfolgte die endodontische Therapie am Zahn 27. Nach präendodontischem Aufbau (Anmerkung: dieser erfolgt nahezu ausnahmslos, bei uns nach Kariesentfernung, Abdeckung offener Kanalsysteme mit Teflon unter Verwendung eines Sandstrahlers mit AlO 60 µm). Die Desinfektion und chem. Reinigung des Kanalsystems gelang mit 35 % NaOCl und Zitronensäure 10 %. Die Instrumentation erfolgte mit Handinstrumenten #8, #10, #15, Profil 15.04 und Wave Gold #20, #25, #35 (p). Für 14 Tage wurde CaOH eingebracht.
Die Wurzelfüllung an 26 und 27 erfolgte in vertikaler thermischer Obturation mit Guttapercha und Totalfill Highflow. Am Zahn 26 wurde die apikale Resorptionslakune mit MTA weiß und kollagenem Widerlager mit Resorba verschlossen.

Es wurden Röntgenkontrollen nach 6, 12 und 24 Monaten angefertigt.
2025 erfolgte ein DVT zur Darstellung des Zahnes 28 für die chirurgische Entfernung. Im angefertigten DVT ist eine nahezu vollständige apikale Regeneration am Zahn 26 p und 27 zu erkennen.
Offensichtlich hatte der Patient das voraus bereits im Gefüh ….
Nur weiß ich jetzt aus Afrika,dassß ein gutes Gefühl nichts zu sagen ha ….
Eine gewisse Demut muss man unbedingt behalten!





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46 – Ein gutes Gefühl haben, oder auch nicht …

Hier hatten wir erstmals über die Vorgeschichte zu diesem Fall berichtet.
Der Patient wurde uns mit mehreren behandlungsbedürftigen Zähnen überwiesen. Nach langer Vernachlässigung seiner Zahngesundheit hat er jetzt das Bedürfnis alles wieder gut zu machen.

Zahn 46.
Diagnosen:
P. apicalis, erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Wurzelkaries

Befunde:
Der Lockerungsgrad ist 0, es besteht kein Perkussionsschmerz und der Zahn ist symptomfrei.
Die Sensibilität ist negativ.

Nach Kariesentfernung, Gingivektomie und präendodontischem Aufbau erfolgte die endodontische Therapie. Diese Therapie wurde in zwei Sitzungen geplant.
Der approximale distale Bereich von 46 konnte nicht zum Zahn 47 mit einem suffizienten Kontaktpunkt aufgebaut werden. Beim Aufbau von 47 war die Kippung nach mesial eine von mir unterschätzte Schwierigkeit. Deshalb haben wir den Kontakt so gestaltet, dass er mit Interdentalbürstchen schnell reinigbar ist.
Die Aufbereitung des Kanalsystems gelang mit WaveOne-Gold-Instrumenten bis #35. Zuvor wurden mit Handinstrumenten #8, #10 und Profil 15.04 ein Gleitpfad installiert. Die Desinfektion erfolgte schallbasiert mit NaOCl 3 % und zusätzlich mit Zitronensäure 10 % zur Entfernung von Debris und Smearlayer. Die medikamentöse Einlage erfolgte mit Ca(OH)₂ für 4 Wochen. Die thermoplastische WF erfolgte im zweiten Behandlungstermin nach Desinfektionsprotokoll, wie im ersten Termin. Zwischenzeitlich wurde die Behandlung von 47 durchgeführt. Dies im nächsten Beitrag.
Die Röntgenbilder und Verlaufskontrollen sind anbei.

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Elements Obturation Unit

Über dieses Gerät wurde schon viel berichtet.
Wir nutzen es seit Jahren, wenn nicht schon Jahrzehnten. Ich weiß es nicht mehr genau.

Leider gibt es keine Ersatzteile mehr in der EU.
Nun habe ich bei Ebay eine Quelle gefunden, wo noch in begrenzter Anzahl

– New, SybronEndo Elements Obturation Unit – Handpiece Shield

erhältlich sind.

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Blindflug (2)

Der Fall wurde hier vorgestellt und an Hand der Kommentare konnte man sehen, daß die Augen unserer Leser bereits sehr gut geschult sind.
Ich habe die Problematik in diesem Fall glatt übersehen!

Woran erkenne ich in der Behandlung an Hand der klinischen Situation, daß hier eine Besonderheit, wie Radix entomolaris vorliegt?
Zum einen kann ich dies ggf. an Hand der Kronen/Wurzelkontur lingual erkennen. Wenn eine Krone, wie im vorliegenden Fall vorhanden ist, ist dieses Merkmal nicht eindeutig.
Ein andrere Besonderheit ist, daß die Lage des distalen Kanaleingangs nicht mittenzentriert zu den beiden mesialen Kanaleingängen liegt. Zudem sind ggf. am Pulpenboden Dentin/Reizdentinveränderungen zu sehen, die sich in Richtung der Radix entomolaris hinziehen.

Die Patientin stellte sich zum zweiten Termin bei uns vor und gab an, es war fast 2 Wochen schmerzfrei, danach fingen latente Beschwerden an. Deutlich geringer als früher, aber bemerkbar. In der Aufbereitung und Vorbereitung zur Wurzelfüllung wurde endlich auch mit klar, da stimmt etwas nicht. Die Lage des distalen Kanaleingangs, die klar erkennbare Radix entomolaris in der Messaufnahme und die „Reizdentinablagerungen am Pulpenboden“ brachten die Erkenntnis. Ich habe mich entschieden, die bereits aufbereiteten Kanäle zu füllen und danach ein DVT anzufertigen um die Gefahr einer Rekontamination der aufbereiteten Kanäle möglichst gering zu halten. Nach entsprechender Beratung mit der Patientin haben wir den Kanaleingang distolingual dargestellt und diesen stark obliterierten Kanal, wie bereits beschrieben aufbreitet (Profile 15.04, Wave Gold) desinfiziert (NaOCl 3%, Zitronensäure 10%) und mit einer CaOH Einlage versehen.
Im dritten Behandlungstermin war die Patientin völlig schmerzfrei und wir konnten nach WF distolingual den Zahn adhäsiv verschließen.

Eine Bildergeschichte – Endo-Recall 16 Jahre

2020 berichteten wir über diesen Fall erstmals. Leider sind die Bilderverknüpfungen nicht mehr verfügbar, so daß ich diese nochmal hier einstelle.

Der Text von damals:

Der Patient war 2009 auf dem Weg zum Implantologen. 37 und 47 sollten extrahiert werden.
Irgendwie hat er von uns gehört und wollte noch eine Zweitmeinung.
Die Endoparo-Läsion an den unteren 7. Molaren war nicht hoffnungslos in der Behandlung. Allerdings war eine nur endodontische Revision auf Grund der massiven subgingivalen Konkrements, sowie Biofilms nicht ausreichend. Die parodontitische Therapie erfolgte zeitnah zur endodontischen Therapie in unserer Praxis durch eine spezialisierte Kollegin.

Der Verlauf der Behandlungen und parodontalen, wie prothetischen Entwicklung ist in den beiliegenden Röntgenaufnahmen abgebildet.

Und hier die Bilder bis aktuell 2025.

Das täglich Brot in der Endodontie…

Der heutige Fall ist ein Beispiel für die Fälle, welche uns öfters erreichen.
Mehr oder weniger starke Schmerzfälle mit anbehandelten Situationen. Dafür müssen wir sehr häufig Freiräume schaffen um den Patienten zeitnah helfen zu können. Die Diagnostik und Beratung benötigt Zeit und der nachfolgende erste Behandlungstermin wird bei uns mit 2 Stunden eingeplant. Der zweite Termin zum Behandlungsabschluß nach ca. 2-3 Wochen wird ähnlich von der Zeit terminiert.

In diesem Fall waren die Beschwerden gering und wir konnten entspannter planen.
Die Stufen im mesialen Kanalsystem waren im mitgelieferten Röntgenbild bereits erahnbar.
Derartige einwurzelige Zahnanatomien an Molaren sind fast immer schwierig endodontisch zu erschließen und selbst ohne Stufen häufig eine besondere Herausforderung- beispielsweise c-shaped förmige Kanalanatomien.



Der Zahn 46 zeigte keinen Lockerungsgrad, mesial erhöhte Sondierungstiefen. Der Aufbisschmerz war nach der Erstbehandlung zurück gegangen. Die Perkussion lateral zeigt keine Symptomatik. Die vorhandene Krone ist suffizient.



Nach Entfernung des provisorischen Verschlusses der Zugangskavität und Entfernung des Einlagenmaterials mit Zitronensäure 10%, haben wir initial NaOCl 3% mit dem Fotona Skypuls 30 s SWEEPS aktiviert. Nach koronaler Erschließung des Kanalsystems haben wir mit vorgebogenen Handinstrumenten #08,#10,#12, #15 die mesialen Stufen überwunden. Patency konnte etabliert werden.
Die weitere Aufbereitung des Kanalsystems erfolgte apikal bis #25 mit WaveOne Gold Instrumenten. Nach weiterem 30s Sweeps mit NaOCl 3% erfolgte im zweiten Termin die thermische Obturation des Kanalsystems und die koronale Restauration der Zugangskavität.
Das 6 Monatsrecall zeigte eine symptomlose Situation und einen schmerzfreien Zahn 46.

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Wieder mal UK Front (3)

Berichtet hatten wir an diesen Stellen über diesen Fall.

Nach mehreren Behandlungsversuchen zeigte sich keine röngenologisch erkennbare Heilungstendenz. Klinisch konnte man eine nur subjektive erkennbare Verringerung der apikalen Exsudation erkennen.

In Absprache mit dem Überweiser, Oralchirurg haben wir uns für einen kombinierten endodontisch/chirurgischen Lösungsversuch entschieden. Im endodontischen Teil erfolgt die Wurzelfüllung, der apikale Verschluss mit MTA und die koronale Restauration und im chirgeuschen Teil erfolgt die Sanierung der ossären Lyse mit ggf. notwendiger Reduktion er apikalen Wurzelanteiel an 31 und 41.

Die Umsetzung ist schwieriger getan, als geschrieben.
Bei einer vorhandenen apikalen purösen Exsudation führt die PH Wert Absenkung durch das entzündete Gewebe möglicherweise zu einer unzureichenden oder weiter verlangsamten MTA Abbindung und durch die lange Abbindezeit ist Gefahr des Abbschwemmens vom MTA gegeben.
Deshalb habe ich mich entschieden die Zähne 31, 41 apikal mit einem Guttaperchaplug (Pfropfenverschluß) abzudichten um die Exsudation in den Wurzelkanal zu unterdrücken. Nach Desinfektion mit NaOCl 3% erfolgte dann der Verschluss mit ProRoot MTA auf ca. 3-4mm Länge, danach wieder Guttapercha mit BC Sealer Totalfill. Die Zähne wurden nach Sandstrahlung mit AlO 60My adhäsiv aufgebaut und es wurde zur Schrumpfungsporhylaxe des Composite jeweils ein Glasfaserstift inseriert.

Es wurde jeder Einzelschritt röntgenlogisch erfasst und der oralchirurgische Behandler entsprechend persönlich durch mich informiert.
Post OP teilte mir der moralchirurgische Behandler mit, daß der histologische und klinische Befund eine infizierte radikuläre Zyste ergeben hätten.
Abschließend noch die Röntgenbilder und Recallbilder im Verlauf. Es ist nach nunmehr 2 Jahren post OP von einem Behandlungserfolg

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Pulpitis und P. apicalis (2)

An dieser Stelle berichtete ich erstmals über diesen Fall.
Wir haben die Behandlung am Zahn 37 abgeschlossen und das erste Recall.



Die Frage was wird mit Zahn 36.
Der Patient hat im Moment keine Beschwerden an diesem Zahn und 37 ist völlig schmerzfrei.
Im Beratungsgespräch habe ich die Möglichkeit der Zahnerhaltes von 36 erklärt. Allerdings seh ich die Prognose nicht als gut, mit viel Augenwischerei gerade als günstig an.
Warum?
1. Der koronale Substanzverlust ist gravieren, Ferrule wahrscheinlich nicht zirkulär erreichbar.
2. Die interradiculäre Ostelyse kommuniziert mit dem Sulcus gingivae.

Die Option der Behandlung des Zahnes um eine ossäre Regeneration anzuregen für eine später einfachere Implantation ist für den Patienten finanziell nicht vorstellbar. Er tendiert zur Extraktion und Brücke 37-35.

Dens invaginatus Typ II (2)

Die Fragestellung war: Ist der Zahn 22 erhaltenswert?

Was spricht dagegen:
– Zapfenförmiger Zahn -> wird im weiteren Verlauf aus ästhetischen Gründen verändert werden müssen.
– Die Invaigantion ist relativ raumgreifend. Durch die vollständige Entfernung kann die Stabilität des Zahnes leiden.
– Der angedachte kfo Lückenschluß einseitig wäre funktionell nicht unproblematisch und zu häufig entsteht lediglich eine Kippung der Zähne, da auf KFO-Implantatgestütze Therapie verzichtet wird, zudem sehr zeitaufwendig.

Was spricht dafür:
– Kostengünstige Lösung mit der Chance der vollständigen apikalen Knochenregeneration.
– Im Optimalfall wird ein langer Verbleib des natürlichen eigenen Zahnes ermöglicht.
-Ästhetische Korrektur mit Composite möglich.
– Alle weiteren Therapieoptionen beim Verlust des Zahnes bleiben erhalten.

Für die Therapie waren für uns zwei Problemsituationen zu lösen.
1. Krümmung des Zahnes und wahrscheinllich nicht einsahbares apikales Foramen.
2. Durch die ausgedehnte Invaginationsstruktur verbleibt bei deren Entfernung eine geringe Zahnrestsubstanz mit möglicher Infraktur durch die Plymerisationsschrumpfung des eingebrachten Kunststofffes.

Wie kann man diese Probleme lösen:
1. Koronal Zahnsubstanz reduzieren, da diese einfacher ersetzbar ist. Alternativ kann durch endodontische Behandlungsempirie der Apex „blind“ verschlossen werden.
2. Dentinartige Strukturen der Invagination belassen und die vorhandenen infizierten Hohlräume desinfizieren. (Für mich eine Indikation für „SWEEPS“ mit dem ER-Yag Laser.) Dadurch erreichen wir geringere Compositedurchmesser in Verbindung mit Glasfaserstift eine maximal reduzierte Polymerisationsschrumpfung.)

Die Behandlung führten wir wie schon mehrfach beschrieben durch.
Die Krümmung des Zahnes ließ uns zunächst eine Messaufnahme durchführen um die Verbindung, bzw. den Übergang Invagination/Pulpa zu eruieren und zu kontrollieren, daß wir nicht lateral perforiert haben. Die Entfernung der Invagination führten wir mit Langschaftdiamanten und Munce Burs durch. Nach Desinfektion des Kanalsystems mit Natriumhypochlorit 3% und Zitronensäure 10% zur Smearlayer- und Debrisentfernung erfolgte der apikale Verschluss mit ProRoot MTA. Die Wurzelfüllung erfolgte mit Guttapercha und BC Sealer bis und mittlere Wurzeldrittel.
Danach haben wir die Zugangkavität mit Sweeps Cleaning für je 2x 30 Sekunden ( 20 mJ/600mW/15Hz ) / Sitzung mit Zitronensäure 10% und NaOCl 3% unter permanenter Spülung gereinigt und im Anschluß nach Sandstrahlung adhäsiv verschlossen.

Im ersten Recall ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar. Auf den weiteren Langzeitverlauf bin ich gespannt.

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und wieder ein Recall

Heute ein Behandlungsfall, welcher mich an meine Grenzen brachte.

Der Zahn 44 sollte mit allen Mitteln erhalten werden.
44 steht lingual versetzt in der Zahnreihe, zeigt Lockerungsrad 0, keine erhöhten Sondierungstiefen und ist völlig symptomfrei. In Folge einer kariesbedingten Höckerfraktur wurde eine endodontische Behandlung begonnen. Die Wurzelkanaleingang war nicht darstellbar.
Wir Diagnostik und Beratung vereinbarten wir die Behandlungstermine.

Das Röntgenbild des HZA zeigt einen 44 mit kaum erkennbaren Kanalstrukturen. In unserem Ausgangsbild ist eine apikale Aufteilung der Wurzel zu vermuten. Das angefertigte DVT stellt die komplexe Wurzelanatomie dar.
Nach präendodontischem Aufbau erfolgte die Darstellung des Wurzelkanalsystems.
Was so einfach geschrieben ist, stellte sich als schweißtreibendes Unterfangen dar. Die apikale Aufteilung war klinisch nicht sondierbar. Auf Grund der Krümmung der Wurzel war die Teilungsstelle nicht einsehbar. Erschwerend kam die Rotation und Angulation des Zahnes hinzu und ließ die 3dimensionale Orientierung im Wurzelkanal besonders zeitaufwendig werden.
Nach 2 Stunden habe ich im ersten Termin demutvoll aufgegeben.

Vor dem zweiten Behandlunstermin habe ich sehr lange das DVT studiert.
Wieder endete der Versuch des Sondieren mit vorgebogenen Instrumenten ohne Erfolg. Nach Kenntnissen aus dem DVT habe ich die Höhe und Lage des Abzweigs eruiert und vorsichtig mit Ultraschall Substanz abgetragen. Die Endosonorefeile habe ich entsprechend der Kanalanatomie vorgebogen und mittels Edding die Länge markiert. Es stellte sich nach kurzer Zeit eine kleine dunkle Stelle, der fast lateral rechtwinklige Abzweig dar, den ich nun mit Handinstrumenten sondieren konnte. (Rö.-Aufnahme)
Erst nach sonoabrasivem Abtragen des in den Bildern rot gekennzeichneten Bereiches war die Aufbereitung des zweiten Kanals möglich. Die Instrumentierung erfolgte nach Gleitpfaderstellung #8/#10/#12 mit Profile 15.04, WaveOneGold #20/#25. Die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% und Zitronensäure17%. Zur med. Einlage verwendeten wir CaOH.

Zum 3. Behandlungstermin war der Zahn symptomfrei und konnte nach einer abschließenden Desinfektion mit Guttapercha in warm vertikaler Technik (Sealer FKG BC Totalfill HighFlow) gefüllt werden. Anbei die Bilder und das erste Recall.



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Dens invaginatus Fall 3 (2) – Recall

Hier hatten wir über diesen Fall berichtet. Die Patientin ist vollkommen schmerzfrei. Das 12 Monatsrecall zeigt eine deutliche Heilungstendenz.
Zu diesen Fällen habe ich vor einige Zeit mit Kieferorthopäden gesprochen. Diese Entwicklungsstörung im Bereich der Zähne und die entsprechende Therapie war nicht bekannt. Deshalb stelle ich zu diesem Fall noch einmal alle Bilder ein.

Heikle Nummer (2)

Hier haben wir den Fall vorgestellt.

Meine größte Sorge war ein Chipping der Kronen und die damit einhergehenden Probleme als Musiker, welche er durch Veränderungen in der Frontzahnsituation schwer tolerieren kann.
Deswegen kann das eine heikle Nummer werden. Über einen ähnlich gelagerten Fall haben wir hier berichtet.
Da ich selbst viele Jahre ein Blasinstrument spielte bin ich für diese Probleme besonders sensibilisiert.
Wir haben die Behandlung und möglichen Risiken mit dem Patienten zuvor besprochen. Begonnen haben wir mit der endodontischen Therapie am Zahn 11.
Um die Kronen möglichst zu erhalten haben wir eine möglichst kleine Zugangspräparation gewählt. Diese musste allerdings groß genug sein um apikal unter Sicht zu arbeiten.
Zudem haben ist im Röntgenbild ein sehr langer Glasfaserstift zu erkennen.
Nach Anästhesie und Kofferdamapplikation erfolgte die Entfernung des Stiftes mit Munceburs.
Apikal war kein Metall, wie wir vermuteten, sondern ein guttaperchafarbener Kunststoffcone. Diesen haben wir mit einer Hedströmfeile in der hier beschriebenen Kuhfußtechnik entfernen können. Wir haben die Hedströmfeile nur sehr dezent über das apikale Foramen bewegt um das Fremdmaterial möglichst im Ganzen erfassen zu können.
Dies gelang im ersten Versuch. Danach beobachteten wir eine stärkere apikale Blutung in den Wurzelkanal. Nach der Aufbereitung mit Wave One Gold #45, Mtwo Feilen bis #60.04 und Desinfektion mit NaOCl und erfolgte eine Einlage mit CaOH.
Im nächsten Termin erfolgte nach einer abschließenden Desinfektion der apikale Verschluss mit MTA (ProRoot) und zuvor ein Widerlager mit Resorba. Die Wurzelfüllung gelang mit Guttapercha und es wurde ein Glasfaserstift inseriert. Die Krone wurde nach Sandstrahlung der Kavitätenränder, Keramikätzung und Silanisierung adhäsiv verschlossen.

Was wäre wenn?
Bei einem festsitzenden fakturierten Instrumentenfragment, wäre die Zugangskavität nicht so minimal geblieben. Wir verfahren in diesen Situationen immer so, daß wir die Gestaltung der Zugangskavität an die apikale Situation anpassen. Im Fall von metallischen Kronen mit Spanabtrag ist das schwierig zu handeln. Wir dichten den Kanal mit Teflonband ab und verwenden darüber einen Peletim als so eine Art Spanfänger.

Oft stellt sich die Frage: Zahnerhaltungsversuch ja oder nein? (Recall)

Hier hatten wir ausführlich über diesen Fall berichtet.
Der Patient war wieder zum Recall eingestellt und stellte sich vollkommen symptomfrei vor.
Die Röntgenbilder zeigten nun, was wir auch erwarteten…

Endodontie zeitgemäß

Für mich heißt Endodontie zeitgemäß:

Der möglichst substanzschonende Eingriff bei optimaler Desinfektion des Kanalsystems.

Die vorhandener Zahnsubstanz erhalten hat oberste Prämisse.
Darunter verstehe ich nicht unbedingt die ins Extreme verkleinerte Zugangskavität.
Ich bin kein Anhänger des „Ninja-Access“.
Die Substanzschonung im koronalen, mittleren und apikalen Wurzelkanalbereich halte ich für sehr bedeutend. Die Desinfektion und Reinigung der infizierten Kanalwände muss dabei optimal erfolgen.
Das bedeutet möglichst gering invasive Verfahren in der endodontischen Therapie einzusetzen und die Instrumentengröße und Taperung, abhängig vom Aussehen abgetragenen Wurzeldentin im Spanraum, zu wählen.
Es gibt in meinem Konzept einer zeitgemäßen Endodontie keine universellen apikalen Aufbereitungsgrößen.

Die Entwicklung von Schall- und ultraschallgestützter Spülung, die SAF, der Laser mit PIPS und SWEEPS sind wichtige Entwicklungen in diesem Bereich. Keines ist Allheilmittel, aber die Anwendung, ggf Kombination der Desinfektionssystematiken ermöglicht Substanzschonung.

Heute ein Fall, der nach SAF Desinfektion eine apikale Regeneration zeigte.
Die Anwendung der SAF verlangt einen ausreichend dimensionierten Zugang und eine entsprechend gute Mundöffnung des Patienten. In diesem Fall eines 37 gelang das nach notwendiger Abnahme der prothetischen Restauration recht gut. Die apikalen Kanalbereiche distal konnten durch entsprechend vorgebogene Eddyspitzen erreicht werden.
Distal erschien die WF extrudiert, welches sich aber in späteren exzentrischen Aufnahmen nicht bestätigte und mit der elektrische gemessenen Länge auch nicht korreliert hätte.

Das Ergebnis Jahre später zeigt die apikale Heilung.

PS: Ein nicht allzu häufig auftretender Fall, 2 separate mesiale Wurzeln an einem Unterkiefer Molar. (siehe DVT)


Stagnierende Heilungstendenz

Dieser Fall wurde vor einigen Jahren von uns behandelt und zeigt, wie aus einem anfänglich kleinen Problem ein großes werden kann.
Im Ausgangsbefund zeigte sich ein junger Patient mit einem Zahn 36, oklusaler intakter Füllung, ohne erhöhte Sondeirungstiefen. Der Lockerungsgrad ist 0. Es gab keine traumatische Zahnverletzung und keine Attrition am Zahn 36.

Im Röntgenbild zeigte sich apikal an beiden Wurzel ausgedehnte Resorptionen mit größerer apikaler Ostelyse.
Die Anamnese ergab, das mal (unklare Termin, mehr als 5 Jahre her) eine Kunststofffüllung mit einer cp erfolgte. Im Röntgenbild zeigte sich mesial ein ausgedehntes Pulpenhorn, welches während der Füllung eröffnet gewesen sein könnte.
Im angefertigten DVT konnte die resorptionsbedingte Konturveränderung an beiden Wurzeln und die Ausdehnung der Osteolyse dargestellt werden.
Es wurde die endodontische Behandlung des Zahnes 36 geplant.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig.
Nach Füllungsentfernung erfolgte die klinische Darstellung der Pulpainfektion. Erkennbar war eine unterminierende Karies im Dentin in direktem Kontakt zur Pulpa. (Siehe Bilder)
Ursächlich könnte das belassen von erweichtem und infiziertem Dentin sein, ebenfalls denkbar ist eine nicht vollständige Polymerisation des Kunststoffes als Ursache für die Pulpanekrose.
Die endodontische Therapie erfolgte zweizeitig nach dem bewährten Protokoll ohne Laser mit NaOCl und Zitronensäure, Aktivierung mit Eddy und Aufbereitung mit ProFile, Wave One und MTwo bis #35.06.ie Wurzelfüllung erfolgte mit AH Plus und Guttapercha in warm vertikaler Fülltechnik 14 Tage nach CaOH Einlage.
Die anfänglich gute Heilungstendenz nach 6 Monaten stagnierte recht schnell. Der apikale Resorptionsfortschritt stagnierte mit abnehmender Heilungstendenz.
Wir werden den Fall weiter beobachten.
Was würde ich aus dem heutigen Wissen anders machen. CaOH mit Jodanteilen verwenden und über einen 3 monatigen Zeitraum kontrollieren, dann ggf. mit MTA apikal verschließen, wenn die apikalen Foramina größer, gleich Ist 60 sind.




Überzeugungsarbeit (2)

Hier berichteten wir erstmals über diesen Fall.

Der Patient wollte nach einigen Tagen um einen KV für das DVT. Die Beihilfe lehnte die Kostenübernahme ab.
Der Patient bat uns nun nach Rücksprache mit seine HZA um WSR von 43.
Das lehnte ich ohne 3 dimensionale Bildgebung ab. Zudem verwies ich auf den röntgenlogisch auffälligen Befund am Zahn 42 und die damit notwendige Behandlungsnotqwendigkeit von 42 und nicht 43.

Letzendlich wurde nun die 3 dimensionale Bildgebung durchgeführt.
Die apikale Situation am Zahn 42 zeigte eine deutlich erkennbare und zurordenbare Aufhellung. Nach nochmaliger Beratung und Kontrolle Sensibilität 42 (positiv) rat ich zur Probetrepanation am Zahn 42. Die alternative elektronische Sensibilitätsmessung war ebenso immer positiv im Bereich zwischen 11 und 16 (Digitest Parkell).

Die Anästhesiologe Probetrepanation konnte ohne erkennbare Schmerzsensation bis zum Pulpacavum erfolgen. Es stellte sich ein mit einer Flüssigkeit gefülltes Cavum dar.
(Einen ähnlichen Fall, Zahn 21hatten wir bereits vor vielen Jahren vorgestellt.
Offensichtlich wird ein Reiz auf Kälte und Strom übertragen und der Patient gibt dies als positive Reaktion an.)

Die nun folgende endodontische Behandlung wurde analog zum Zahn 43 durchgeführt und im Verlauf der Recalls konnte eine sehr deutliche Heilungstendenz verzeichnet werden.
Der Patient ist inzwischen vollkommen beschwerdefrei.

Mein „härtester“ Patientenfall

im nahezu wörtlichen Sinn.
Bei diesem Patienten erfolgte einer prothetische Therapie mit Veränderung der Bisslage.
Erst im Behandlungstermin musste ich feststellen, daß dies mit NE Stärken von 7-9mm erfolgte.

Der Zahn 45 stellte eine extreme Herausforderung dar. Eine Zugangskavität möglichst minimal durch 8mm Nichtedelmetallelgierung zu bohren hatte bereits die geplante Behandlungszeit um 30 Minuten gesprengt. 120 Minuten waren eingeplant. Das Teil – OPG hatte ich leider nicht beachtet. Ein Fehler, wie ich im Nachhinein feststellen musste.
12 Hartmetaller (Trifft Hawk Talon 12) wurden für die Zugangspräparation vernichtet. (Das passiert in Deutschland wohlgemerkt ohne Honorar. Die Zugangskavität gibt es in keiner Gebührenordnung. Verbrauchsmaterial ist obendrein Gratiszugabe der Praxis und als Krönung wird der vorhandene Zahnersatz noch lange weiter erhalten und erspart eine Neuanfertigung.)

Das nächste Problem ist bei dieser Metalldicke die elektrische Längenmessung ohne Kurzschluss durchzuführen. Mit entsprechendem Aufwand gelang auch dies, über die Messinstrumente wurden Kanülenteile eines Capillarytips gezogen um diese zu isolieren.
(Wie hier 2015 bereits auf Wurzelspitze beschrieben.)
Die Desinfektion und Reinigung des Kanalsystems erfolgte mit NaOCl 3%, Zitronensäure 10% und Aktivierung mit Schall und Ultraschall. Zur Instrumentation verwendeten wir Handinstrumente,Profile und Wave One Gold. Die Wurzelfüllung erfolgte in thermisch vertikaler Obturation mit AH Plus.

Rechtwinkelige Röntgenhalter und unsere Sensoren hatten bei der Länge des Zahnes und der Restauration keine Chance den Zahn apikal abzubilden. Deshalb mussten alle Aufnahmen mit den Carestream Haltern Typ Zahnbürste (2009 beschrieben) erfolgen.

Den Zahn 48 wurde extrahiert da kein Antagonist vorhanden war. Einige Zeit nach Behandlung des Zahnes 45 mussten wir im Recall feststellen, daß der Zahn 47 nun ebenso eine zunehmende apicale Ostelyse ausbildete. In Absprache mit dem HZA wurde nun dieser Zahn ebenso wir 45 behandelt.

Die Recallbilder zeigen eine deutliche Heilöungstendenz und sind Belohnung für die im wahrsten Sinne Schinderei des roten Winkelstückes bei der Zugangspräparation…

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Ein Zahn mit Ansage

Dieser Zahn 25 wurde laut Aussage des Patienten zuletzt vor ca. 20 Jahren behandelt.
Seit dem ist er schmerzfrei.
Nach Wechsel des HZA kam als Zufallsbefund die apikale Veränderung des Zahnes zum Vorschein.
In unserer bildbegebenden und klinischen Diagnostik zeigte sich eine laterale Kanalstruktur in der bukkalen Wurzel. Das ist eine Ansage.

Nach der ersten Behandlung mit Aufbereitung bis ISO25 mit Wave One Gold, Desinfektion mit NaOCl 3% und Zitronensäure 10% unter Einsatz des Eddy konnte die medikalmentöse Einlage die Kanalstruktur nicht erreichen. Den Fotona Laser (Skypulse Versa) hatten wir eingesetzt, allerdings kam nach 20 Sekunden eine Fehlermeldung und wir konnten die Behandlung damit nicht fortsetzen. In der Röntgenkontrolle der medikamentösen Einlage zeigte sich keine vollständig erfasste Kanalstruktur.

Im zweiten Termin konnten wir mit unserem Sweeps Protokoll 2×30 Sekunden mit fortlaufender NaOCl 3% Spülung wieder behandeln. Nach Applikation des CaOHJ Präparates zeigte sich dieses mal im Röntgenbild eine erfasste laterale Kanalstruktur.

Ist das Zufall? Keine Ahnung. Die apikale Aufbereitungsgröße wurde von 25.04 auf 25.07 erweitert und das CaOHJ entfernt. Die Desinfektion fand unter den selben Bedingungen statt.
Die Applikation des Medikamentes erfolgte ebenfalls gleich mit einer Kunststoffkanüle und Transport mit Eddy auf Arbeitslänge.
Über den weiteren Verlauf werde ich berichten.

Recall eines Problemzahnes

Ein Fall aus der Reihe „Erst hatte sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.“
Die Patientin suchte unsere Praxis 2021 auf Rat Ihres Ehemanns (nach Überweisung, Behandlung 2020 bei uns) auf, nachdem es größere Problem und schmerzhafte Momente in der endodontischen Behandlung am Zahn 15 gab.

Die Patientin gab an mit pulpitischen Beschwerden am Zahn 15 den zahnärztlichen Notdienst aufgesucht zu haben. In der endodontischen Behandlung wurden keine Wurzelkanäle gefunden. Der Zahn wurde offen gelassen. So stellte sich die Patientin ihrem HZA vor. Die Schmerzen bestanden unverändert. Da auch der HZA keine Kanäle finden konnte erfolgte die Einlage eines nervtötenden Medikaments laut Patientin.
Nach kurzer Zeit kam es zu noch stärkeren Schmerzen. Der HZA entfernte das Medikament und es trat eine Linderung ein. Nun kam der Ehemann ins Spiel und verwies auf uns.

Nach dieser Vorgeschichte war die Patientin sehr angespannt und ängstlich.
In der Beratung haben wir die vorhandenen Probleme mit der Patientin erörtert. Hauptproblem der starke interradikuläre Substanzverlust und nahezu vollständiger Verlust der Papille mesial mit nekrotischen Knochenresten.
Auf Grund eines Schwangerschaftsverdachtes haben wir die röntgenlogische Diagnostik verschoben und zunächst den Zahn adhäsiv mit Beautifill in sequentielle Matritzentechnik aufgebaut, die „Fastperforation“ adhäsiv mit EverX Flow repariert, die Kanaleingänge dargestellt und mit CaOH abgedeckt.
Nach dem fest stand, daß keine Schwangerschaft besteht erfolgte die Röntgendiagnostik.
Die endodontische Behandlung verlief wie geplant und verlief durch die mikroskopische Kontrolle problemlos.
Der Zahn ist seit der Erstbehandlung symptomlos. Der Verlust der Papille und des Alveolarknochens sind auf Grund des einwandigen Knochendefektes verloren.

Z.n. WSR und „Verbolzung“

Die Patientin suchte unsere Praxis auf um den Zahn 26 unbedingt zu erhalten.
Seit Jahren traten immer wieder Beschwerden an dem Zahn auf, die sie in ihrer Leistungsfähigkeit einschränkten. Ab und zu entstehe auch eine kleine „Beule“, die aufplatzt und wieder verschwindet.

Der Zahn 26 war mit einer Keramikteilkrone suffizient prothetisch rehabilitiert. Der Lockerungsrad ist 0 und die Sondierungstiefen sind nicht erhöht.
Röntgenologisch imponierten die „ausgeschachteten“ Kanäle. Im DVT waren apikale Osteolysen an allen 3 Wurzel erkennbar und ebenso, daß dies ein seltenes Exemplar eines ersten oberen Molaren ohne zweiten mesiobukkalen Kanal war.
Als Nebenbefund kam noch die P. apicalis am 22 als Z.n. Wurzelspitzenresektion zu Tage.
Dieser Zahn war beschwerdefrei.
In der Behandlung des 26 kam die befürchtete resezierte Metallwurzelfüllung unbekannten Fabrikates zu Tage. Durch die nahezu sealerfreie Verbolzung waren die Stifte relativ gut mit Ultraschall entfernbar. Nach minimaler Aufbereitung (Gates), Desinfektion mit NaOCl (3%) und Zitronensäure (10%) erfolgte eine CaOH Einlage. Die Patientin gab an, nach 2-3 Tagen deutliche Beschwerden an dem Zahn 26 zu haben. Nach 4 Tagen gingen die Beschwerden vollkommen zurück. Im 2. Behandlungstermin erfolgte nach Einbringung eines Kollagenwiderlagers die Wurzelfüllung mit MTA und Guttapercha. Die Krone wurde adhäsiv nach Silanisierung verschlossen. Es wurde zuvor ein Glasfserstift palatinal inseriert.
Zum 2 Jahrerecall berichtete die Patientin glücklich über vollständige Beschwerdefreiheit nach der Behandlung. Dank der Beschwerdefreiheit hatte sie einen Ultramarathon in Angriff nehmen können und durchlaufen können.
Palatinal am 26 ist die Heilungstendenz erkennbar. Mesial und distal ist es nicht beurteilbar.
Am Zahn 22 ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar.

Saving hopeless teeth (37) – Recall 8 Jahre

Wieder ein Recall. Besonders intensiv versuchen wir die sogenannten „hopeless teeth“ nachzuverfolgen. Diese Fälle mit einem schwer progonostizierbarem Behandlungserfolg geben uns Hinweise auf die Möglichkeiten und Grenzen in der endodontischen Therapie.

Hier nun die aktuelle Entwicklung in dem 2015 vorgestellten Fall.
Für die Planung einer Behandlung im 1. Quadranten ergab sich die Notwendigkeit eines DVT.
Es war möglich, die Zähne 21, 22 in dieser 3D-Aufnahme mitzuerfassen.
Röntgenologisch zeigte sich eine apikal entzündungsfreie Situation.
Auffällig ist die Spaltbildung am MTA-Verschluß apikal am Zahn 21.

Wie ist das zu erklären?
Wahrscheinlich kam es durch die Ultraschallkompression auf das MTA zu einer Verformung des apikalen Widerlagers und einer Extrusion des MTA Plugs. Seit 2019 ist eine Resorption dieses MTA Plugs erkennbar. Klinisch zeigen sich die Zähne symptomlos, ohne Lockerungsgrade.

Fälle – Fotona SkyPulse Versa (5)

Der Patient kam mit latenten Beschwerden. Der Zahn 45 wurde mit einer suboptimalen Kronenversorgung prothetisch rehabilitiert. Klinisch zeigten sich kein Aufbißbeschwerden und keine Schmerzen auf horizontale und vertikale Perkussion. Der Lockerungsggrad ist 0-1. Die Sondierungstiefen sind erhöht und lagen im Bereich 3-4mm.
Der HZA hatte den Zahn bereits anbehandelt und Ledermix als Med eingebracht.
Wir sollten den Zahn unbedingt erhalten.
Der Fall schien nicht besonders schwer zu sein – vom Schreibtisch aus betrachtet.

In diesem Fall hatten wir das Problem, daß der Patient an Morbus Parkinson leidet und dazu eine eingeschränkte Mundöffnung hat.
Ein angefertigtes DVT war auf Grund von Bewegungsartefakten nicht befundbar. Wir hatten dies in der Behandlung versucht, da multiple Kanalstrukturen sondierbar waren.

Durch den Parkinson typischen Tremor war das Sondieren mit vorgebogenen Instrumenten sehr schwierig, ebenso gelang es nur sporadisch den Eddy und die Spülkanüle „einzufädeln“. Die Sweeps Spitze des Skypulse ließ sich einfacher zusammen mit der Natriumhypochlritspülung in der Zugangskavität halten.
Wir hofften hier auf die Wirkung von Sweeps. Wir setzten Sweeps Cleaning für je 2x 30 Sekunden ( 20 mJ/600mW/15Hz ) / Sitzung mit Zitronensäure 10% und NaOCl 3% ein.

Die Aufbereitung gelang mit Wave One Instrumenten, der Gleitpfad wurde handinstrumentiert.
Die apikale maximale Aufbereitungsgröße betrug #25.
In diesem Fall haben wir auch bereits das erste Recall. Der Patient ist völlig beschwerdefrei.



Fälle – Fotona SkyPulse Versa (4)

Die Patientin wurde uns zum Erhalt des Zahnes 26 überwiesen. Sie hatte akute Beschwerden.
Diese äußerterten sich in einem äußerst unangenehmen Kaltgefühl und Schmerzen beim Kauen.
Die röntgenlogische und klinische Diagnostik bestätigte, daß es sich um zwei verschiedene Zähne handelte. Der Zahn 27 zeigte pulpitische Beschwerden. 26 imponierte mit einer P. apicalis als Z.n. Wurzelkanalbehandlung, mesial apikal ein Instrumentenfragment und palatinal die direkte Lagebeziehung zum Sinus maxillaris.
Die Lockerungsgrade sind 0, die Sondierungstiefen nicht erhöht.

Im angefertigten DVT konnte die Beteiligung des Sinus max. über die palatinale Wurzel dargestellt werden. Die Patientin wünschte einen unbedingten Erhaltungsversuch.

Der HZA bat uns den Zahn 27 mit zu behandeln, da kein zeitnaher Termin, wegen anstehendem bei ihm Urlaub möglich war. 27 wurde nach Kariesexkavation, CaOH Lineraplikation mit einem Composite adhäsiv aufgebaut.

Nach präendodontischem Aufbau am Zahn 26 erfolgte unter mikroskopischer Kontrolle die Darstellung des Instrumentenfragmentes. Dieses konnte mit Ultraschall gelockert werden.
Danach setzten wir den Er:Yag Laser mit Sweeps Cleaning für 2x 30 Sekunden ( 20 mJ/600mW/15Hz ) ein. Im zweiten Sweeps Cleaning Einsatz zeigte sich das Fragment im koronalen Bereich und konnte einfach entnommen werden.

Die weitere Behandlung erfolgte im Standardprozedere NaOCl 3% und Zitronensäure 10%, möglichst geringe apikale Substanzreduktion unter Beachtung der im Spanraum dargestellten Dentinsubstanz. Palatinal apikal wurde das weit offene Foramen mit ProRoot MTA ohne apikales Widerlager verschlossen.



Fälle – Fotona SkyPulse Versa (3)

Der Patient wurde uns überwiesen auf Grund einer Blockierung distal.
Der Revisionsversuch des HZA endete an dieser Stelle. Im angefertigten Röntgenbild zeigte sich eine metalldichte hyperdense Struktur im mittleren Wurzeldrittel.
Die klinischen Diagnostik zeigte folgende Befunde:
– erhöhte Sondierungstiefen zirkulär bis 4mm als Folge einer palqubedingten Gingivitis,
– Lockerungsrad 0,
– Perkussionsschmerz lateral und vertikal, dezente Aufbissempfindlichkeit,
– insuffiziente Füllung od.

In der 3 dimensionalen Bildgebung konnte die metalldichte Struktur distal deutlicher dargestellt werden. Mindestens ein schlangenförmig verformtes Handinstrumentfragment war erkennbar.
Das erste Fragmentteil wurde bereits bei der Darstellung mit dem Endochuck nach koronal transportiert. Danach waren weiter Fragmentteile erkennbar. Im Bereich der Konfluation der distalen Kanäle steckte noch eine Instrumentenspitze im 90Grad Winkel.
Mittels Sweeps Cleaning® ( 20 mJ/600mW/15Hz ) ließ sich das Fragment und ein noch vertikal steckendes kleines Bruchstück relativ leicht herausspülen, oder sagt man „sweepen“?
Bisher haben wir den Er:Yag Laser mit NaOCl 3% in der Desinfektion eingesetzt. Olivi zeigt in seinem Spülprotokoll die Anwendung ebenso mit EDTA.

Die Aufbereitung und Wurzelfüllung erfolgte in der bekannten Weise mit Profile und Wave One Instrumenten. Als Spüllösungen waren NaOCl 3% und Zitronensäure 10% im Einsatz.
Die thermische Obtuartion erfolgte mit Guttapercha.

Die Entfernung von festsitzenden Fragmenten mittels Sweeps Cleaning® ist eher unwahrscheinlich. Jedoch ist nach Ultraschalllockerung die Entfernung der Fragmente mittels Spülflüssigkeit gut denkbar und in meinen Händen mehrfach gelungen. In gekrümmten, schwer oder nicht einsehbaren Kanälen kann dies helfen Substanz zu schonen.



Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Saving hopeless tooth – Hoffnungsloser Fall? (3)

Nach dem wir mit der Patientin den Fall, wie hier und hier bereits geschildert besprochen haben, kontaktieren wir in solchen Fällen den Hauszahnarzt und besprechen dies ebenso mit ihm.
Die Patientin zeigte sich mit dem Vorgehen einverstanden.
Die Behandlung soll in 2 Schritten erfolgen:
1. Perforationsverschluß, initiale Desinfektion des Kanalsystems im Perforationsbereich
2. Wurzelkanalbehandlung, Wurzelfüllung und Aufbau des Zahnes zum vorhandenen Außenteleskop mit Kunststoff als temporäre Maßnahme.

Der erste Schritt, Darstellung der Perforation, Kanaleingangsdarstellung der 2 Wurzelkanäle gelang, wie geplant.
Die akuten Beschwerden waren zum zweiten Termin nahezu vollständig verschwunden.
Die Patientin zeigte uns plötzlich stolz das verloren geglaubte Innenteleskop.
Dieses konnte problemlos suffizient auf den Zahn gesetzt werden. Leider war eine Spaltbildung zur Preparationsgrenze erkennbar mit eingesetzter Prothese.
Die Stellung des Zahnes 33 hat sich wahrscheinlich etwas verändert. In diesem Fall bleibt noch der Versuch den Zahn mit der eingesetzten Teleskopprothese und dem darin befindlichen Innenteleskop in die Ausgangslage zu bewegen.
Deshalb haben wir nach der Wurzelkanalbehandlung und Wurzelfüllung den Zahn provisorisch adhäsiv verschlossen und die Patientin nach wenigen tagen wieder einbestellt.
Nach anfänglicher Druckdolenz hatte sich der Zahn schmerzfrei und „reintegriert“ gezeigt.
es erfolgte der adhäsive Aufbau mit Galsfaserstiften und dualhärtendem Komposit (Rebilda).

Das Innenteleskop wurde zur Formgebung genutzt. Wir isolieren das Innen- und Außenteleskop mit Vaselineöl. Dadurch ist das Innenteleskop nicht fest verankert und löst sich in der Regel nach wenigen Tagen. Danach ist eine Zementierung nach Reinigung des Innenteleskops problemlos möglich. Dem Hauszahnarzt empfehlen wir unbedingt die zeitnahe Unterfütterung der Prothesensättel, sowie eine Remontage zur optimalen Belastung des Zahnersatzes.

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Extraktion angeraten

Der Fall war unspektakulär für uns, also Routine.
Etwas erstaunlich war, daß der jungen Patientin (18) die Extraktion des Zahnes 46 vom Kieferorthopäden empfohlen wurde.
Der HZA der Patientin sendete uns das Ausgangsbild zu und fragte, welche Chancen wir sehen würden? Auf Grund des Alters der Patientin sahen wir keinen Grund den Zahn zu entfernen ohne einen Erhaltungsversuch zu unternehmen.
Unsere Diagnose: Pulpanekrose, P. apicalis, externe apikale Resorption distal
Nach eingehender Beratung haben wir die Behandlung terminiert. Geplant waren zwei Termine. Im ersten Termin der präendodontische Aufbau und die Ausbreitung im zweiten Termin die abschließende Desinfektion und Füllung des Kanalsystems.
Unsere Planung ging nicht ganz auf. im zweiten Termin konnten wir den Zahn noch nicht verschließen, da distal apikal ein wässriges Exsudat in das Kanalsystem eindrang. Nach einer weiteren jodhaltigen CaOH Einlage konnten wir distal mit MTA ohne apikales Widerlegen füllen.
Der schnelle Heilungsverlauf mit einer deutlichen Heilungstendenz hat uns nach einem halben Jahr überrascht.


Persistierende Fistel (2)

Hier berichteten Wir erstmals über diesen Fall.
Mit dem jungen Patienten und seinen Eltern hatten wir den Therapieplan abgestimmt.
Die Eltern setzten alle Hoffnung in uns. Der junge Patient war therapiemüde und wenig optimistisch. Er versprach sich von einem Implantat endlich Ruhe vor den endlosen Behandlungsversuchen.

Deshalb hatten wir den Plan so vorgestellt:

  1. Revision – Versuch der orthograden Enterfenung des extrahierten WF Materials
    CaOH Einlage
  2. Wenn Fistel weiter besteht CaOHmit Jod
  3. Gegebenenfalls mit extraradikuläre CaOHJ-Überpressung
  4. Abstimmung für eine ggf. apikale Kürettage/WSR


Die Behandlung führten wir nach Plan durch. Die Entfernung des periapikalen WF Materials gelang nicht von Orthograd. Wir konnten es bewegen, aber nicht entfernen. Keines der applizierten Kalziumhydroxide konnte die bestehende Fistel beeinflussen. Selbst unsere sonst fast immer helfende Therapieoption der Überpressung des CaOHJ führte zu keiner Veränderung.
Letztendlich haben wir uns auf die mikrochirurgische Lösung verständigt.
In diesen Fällen wir der Zahn apikal ca. 4-5mm mit ProRoot MTA gefüllt und anschließend mit Guttapercha thermoplastisch gefüllt. Koronal haben wir den Zahn adhäsiv aufgebaut.

Der mikrochirurgischen Eingriff, welche in unserer Praxis immer durch meine Kollegin Doreen Schubert durchgeführt wird, bestätigte unseren Verdacht auf eine zystische Veränderung, da operativ gelbliche, kristallartige Partikel auffielen.


Zahnerhalt oder Implantat (4)

Berichtet hatten wir über diesen Fall hier, hier und hier.

Nun stand die Frage, nochmal revidieren, teilrevidieren, apikale Kürettage oder doch extrahieren?

Was wäre Ihre/Eure Entscheidung?

In der letzten Endodontieausgabe (Endodontie 2022;31 Seite 23-29 ist ein sehr schöner Artikel zu dieser Frage erhalten.
Herrmann, Hans-Willi
Die Teilrevision einer vorhandenen Wurzelkanalfüllung
Unter welchen Voraussetzungen ist einer solchen Vorgehensweise zuzustimmen?

Unsere Entscheidung mit dem Patienten bestand in einer Teilrevision der distalen Wurzel.

Warum?
1. Die apikale Läsion schien im Lauf der letzten 4 Jahre größer, statt kleiner zu werden.
2. Die apikale chirurgische Lösung wollte der Patient nicht.
3. Die Extraktion und Implantation wollte der Patient noch immer vermeiden.

Was spricht für die Teilrevision:
Die Restauration war vollständig intakt und bakteriendicht.
Die mesiale Wurzelfüllung war homogen und die P. apicalis ausgeheilt. Der Perforationsverschluß klinisch und röntgenlogisch o.p.B..

Die Zugangskavität haben wir möglichst minimal gestaltet und zu keiner Zeit die mesiale WF dargestellt. Im Rahmen der Revision erschienen im Spanraum der Mtwo Instrumente apikal ein Dentin-Blutgemisch. Die Aufbereitungsgröße bis zum klinisch sauberen Dentinspan im Spanraum betrug #60. Deshalb haben wir uns für einen apikalen Verschluss mit ProRoot MTA entschieden. Zur Spülung und Desinfektion verwendeten wir Zitronensäure 10% und NaOCl in 3%iger Lösung.

Zahnerhalt oder Implantat? (2)

Wir haben uns mit dem Patienten für die Behandlung des Zahnes mit dem Ziel des Erhaltes entschieden.
Der Patient ist ca. 35 Jahre jung. Die koronale Zahnsubstanz ist gut erhalten. Die Überbelastung auf Grund funktioneller Probleme kann durch eine entsprechende Therapie mit Schiene reduziert werden. Es gibt keine Hinweise auf eine Infraktur.
Für mich gab es keine Indikation für eine Implantation. Der Patient wollte nach implantologischer Beratung einen unbedingten Erhaltungsversuch.

Die Behandlung erwies sich als lehrreich und leider nicht komplikationsfrei, wie wir in den weiteren Beiträgen erfahren werden.

Nach Füllungsentfernung zeigte sich mesial eine Infraktur. Für uns das KO Kriterium. Es ist keine vorhersagbare langfristige halbwegs sichere Prognose darstellbar.

Nach entsprechender Beratung wollte der Patient trotz der infausten Prognose, den Erhalt des Zahnes mit allen Mitteln. Wir haben die Infraktur mit Ribbond/Beautifil adhäsiv intrakoronal geschient und die endodontische Behandlung zu beginnen.

Die weitere Aufbereitung erfolgte mit Profile und Mtwo Instrumenten. Dies erwies sich als suboptimal im Bereich der mesialen apikalen internen Resorption. Warum?
Die Gleitpfaderstellung gelang mit vorgebogenen Handinstrumenten. Danach haben wir die NiTi Instrumente eingesetzt und ohne Druck eine Perforation an der mesialen Wand der Resorptionslakune geschaffen.
Was wäre die Lösung?
Vorgebogene Handinstrumente zur Aufbereitung des apikalen Bereiches nutzen, oder vorgebogene NiTI Instrumente in Handaufbreitung verwenden. Feilen mit einem reduziertem Formgedächtnis ( Wave One Golf, Pro Taler Universal, etc..) sind dafür nichtgeeignet, da sie sich im Kanal wieder an die Kanalstruktur anpassen und in den Resorptionslakunen Stufen oder Perforationen erzeugen können.

Nach einer abschließenden Desinfektion erfolgte der Verschluss der Perforation mit ProRoot MTA und die Wurzelfüllung in thermisch vertikaler Obtruationstechnik mit Guttapercha und AH+.
Die Applikation des MTA mesial erfolgte mit einem individualisierten Guttaperchacone ohne Widerlager, da die Perforation nicht einsehbar war. Zuvor erfolgte im lingualen Kanal das Downpack.
Das Recall sah nach „läuft“ aus. Schon wir mal weiter…

Outcome – (mehr als) 10 Jahre später…

oder heute sagt man ja, ten years later. Anglizissmen verwende ich ungern. Deshalb bleibe ich bei dem deutschen Titel.
Es kommen inzwischen viele Fälle mit 10 Jahren Recalls in meiner Praxis zusammen. Auf Grund der Umstellung unseres Recallsystems wird es dies in Zukunft deutlich weniger geben.

Deswegen möchte ich jetzt die Fälle nutzen und im 10 Jahresverlauf vorstellen. Heute wieder ein Fall aus der Reihe Outcome.
Dieser 35 wurde von uns 2010 behandelt. Der Patient kam zum Recall und dies ließ einen optimalen Heilungsverlauf erwarten. Nun nach mehr als 10 Jahren wurde der Patient wegen einem anderen Zahn vorstellig. Wir nutzen die Chance und haben 35 kontrolliert.

Klinisch war kein Lockerungsgrad erkennbar, die Krone zeigte Spuren von Attrittion.
35 ist seit der Behandlung völlig symptomfrei.

Im Röntgenbild stellte sich distal ein Verbreiterung des Desmodontalspaltes dar. Dies zeigte sich bereits auf dem Ausgangsröntgenbild. Im 12 Jahrerecall könnte man eine geringe Verbreiterung vermuten.
Der Zahn 36 wurde vor mehr als 5 Jahren entfernt. Es wurde kein ZE angefertigt.
Dir funktionelle Belastung erscheint uns keine Ursache für die röntgenlogische Pathologie zu sein. Wir vermuten einen Artefakt. Ein DVT würde sicher Klarheit bringen. Dem war der Patient abgeneigt.

Wir haben dem Patienten zu einer entsprechenden funktionellen Kontrolle und ggf. Erweiterung der Stützzonen durch ein Implantat und weitere Röntgenkontrollen des Zahnes 35 in 2-jahresabständen geraten.

Wunder gibt es immer wieder …


Die Patientin suchte unsere Praxis für eine Zweitmeinung auf.

Vor einem Jahr hatte sie eine Krone bekommen und ein Jahr davor erfolgte eine Wurzelkanalbehandlung. Nach dieser hatte Sie immer wieder Beschwerden. Ihre Bedenken zur Kronenversorgung wurden mit dem Hinweis kommentiert, ohne Krone wird der Zahn nie zur Ruhe kommen.

Jetzt wurden die Bedenken immer größer, kongruent zur Zunahme der Beschwerden. Der Zahn kam eben nicht zur Ruhe.
Im Beratungsgespräch habe ich der Patientin nach der DVT Aufnahme nicht viel Hoffnung auf einen erfolgreichen Behandlungsversuch gemacht.

Die ausgedehnte apikale Parodontitis mit externer Resorption mesial ist der Grund. Die vollständige Entfernung des WF Materials kann problematisch sein und ein möglicher periradikuläerer Biofilm kann entstanden sein. Trotzdem wollte die Patientin unbedingt den Erhaltungsversuch.

In der Behandlung erwies sich die Entfernung der Guttapercha als sehr schwierig. Die WF Stifte zerbrachen sofort. Dadurch konnten im Kuhfußworkflow das Material nicht bis zum Apex erfasst werden und die apikalen Reste extrudierten. In einem weiteren Behandlungstermin konnten wir die Reste nicht entfernen und verschlossen die apikalen Bereiche bis ins koronale Drittel der mesialen Wurzel mit ProRoot MTA ohne apikales Widerlager.
Ansonsten gelang die Behandlung wie gewohnt, Desinfektion und Spülung mit NaOCl 3%, Zitronensäure 10% unter Schall- und Ultraschalleinsatz. Die Wurzelfüllung erfolgte mit thermisch vertikaler Obturation mit Guttapercha und AH Plus.

Die Patientin berichtete bei der CaOH Einlage über eine Zunahme der Beschwerden. Nach apikalem Verschluß mit ProRoot MTA stellte sich rasch ein vollständige Beschwerdereduktion ein. Im 3. Termin erfolgte die abschließende Obturation.
Anbei die Röntgenaufnahmen und das Recall, welches die Zukunft des Zahnes positiver erscheinen lässt.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Outcome…

Das Ergebnis nach endodontischen Therapien ist für mich ein sehr spannendes Thema. Shimon Friedmann hatte mich erstmals mit diesem Thema in einem Vortrag aufmerksam gemacht. Damals war ich erstaunt, was er als „Healing“  im Vortrag zeigte. Das war für mich keine Heilung, wie ich sie sehen wollte.
Friedmann ist Autor der Torontostudie.

Ich sage bewusst sehen wollte.
Immer häufiger beobachte ich Fälle, wenn ich auf meine mehr langjährige endodontische Tätigkeit zurück schaue,  die ähnlich gelagert sind. Deshalb möchte ich diese vorstellen. 
Deren Outcome kann unterschiedlich interpretiert werden.
Gerne kann dazu die Kommentarfunktion genutzt werden.

Der heutige Fall hat zwar noch „etwas Zeit“ zur endgültigen Beurteilung, wenn wir uns auf die Wissenschaftliche Stellungnahme des Endodontie-Beirates der DGZ „Good clinical practice: Die Wurzelkanalbehandlung“ beziehen.

Im 3 Jahresrecall sehen wir eine stagnierende Heilungstendenz zum 1 Jahresrecall, nachdem es anfänglich einen guten Heilungsverlauf gab.
Der Zahn ist völlig symptomlos.

Zähne mit derartigen Verläufen behalten wir weiter im Recall und kontrollieren dies 2 jährig weiter. Bei auftretenden Symptomen instruieren wir den Patienten vorher einen Termin bei uns auszumachen.

Kurze Informationen zu dem Fall. Die Patientin mittleren Alters hatte die Empfehlung zur WSR 35, 36. Zur Zweitmeinung kam sie zu uns. Die Zähne waren latent symptomatisch und 35 reagierte auf vertikale Perkussion und verursachten Aufbissbeschwerden. Die Lockerungsrade waren 0. Die Sondierungstiefen waren nicht erhöht.
Der Substanzverlust im Im koronalen Wurzeldrittel mesial ist erheblich und wurde von uns als erhöhte Infrakturgefahr eingestuft. Patency konnte integriert werden und es ließ sich alles WF Material entfernen. Die apikalen Aufbereitungsgrößen am Zahn 36 mesial waren #40.06. Die Desinfektion und Spülung erfolgte mit NaOCl 5% und EDTA 17% und unter Einsatz der SAF.
Unsere Entscheidung mit der Patientin – aggressives Abwarten.

Wir sehen Sie/Ihr den Fall?

 

Krampf und Kampf

Im letzten Beitrag hatte ich die Logi Blöcke vorgestellt.
Ohne diese wäre der heutige Fall in meinen Händen nicht lösbar gewesen.
Wie schon geschrieben, der Patient hatte noch einer Dysganathie-OP erhebliche Einschränkung in der Mundöffnung. Es wurde im Rahmen dieser OP und für eine Implantatplanung mehrere DVT anfertigt.
Die letzte Sidexis-Aufnahme des Patienten versuchten wir zu verwenden. Beim Einlesen von der mitgelieferten CD wird ein Viewer installiert. Bisher hatten wir damit noch keine Probleme. Nach Umstellung auf Windows 10 mit der X800 Integration und einer neuen Workstation mit neuester I-Dixel-Software brach die Sidexisinstallation bei einer Runtime „Schlagmichtot „Installationsroutine ab.
Danach ging nichts mehr.
Wir konnten weder i-Dixel noch eine andere Röntgensoftware starten. Cosi Dental konnte uns zeitnah helfen.
Für Installationsroutinen anderer Systeme ohne DICOM Daten haben wir nun einen separaten Rechner aktiviert auf dem wir solche Test machen können.

Im Sidexis-DVT konnten wir erkennen, was wir aus unseren Röntgenaufnahmen bereits vermutet hatten, 37 hat ein C-förmiges Kanalsystem.
Der Zahn ist mit einer geschätzten Arbeitslänge von 25mm bei eingeschränkter Mundöffnung eine Herausforderung. Für die Gleitpfadgestaltung nutzen wir sehr gern neben Handinstrumenten die Profile 15.04 in 21mm Länge. Diese konnten wir in diesem Fall nicht einsetzen, da durch den längeren Schaft keine Möglichkeit bestand das Instrument „irgendwie“ in die Kanaleingänge mesial einzufädeln. Wir haben uns letztendlich für die Handinstrumentation mit Kerrfeilen und C- Pilotfilmen zur Gleitpfaderstellung entschieden.
Damit haben wir die in der Erstbehandlung entstandenen Stufen überwinden können. Weiterhin haben wir Wave One Gold Instrumente verwendet. Durch die Möglichkeit des Vorbiegens war ein einfädeln in die Wurzelkanaleingänge von lateral und anterior gut möglich.
Der gelbe Logi Block hat uns für die recht zeitaufwendige Instrumentierung durch Handinstrumente den nötigen Spielraum gegeben. Die apikalen Krümmungsradien waren eine weitere Herausforderung.
Am Ende war nicht ganz klar ob Patient oder Zahnarzt nach der Behandlung froher waren als diese endlich abgeschlossen war.

Grenzen der Physik

Der Patient wurde uns mit der Diagnose Stiftfraktur an 21 überwiesen. Der Zahn war mit einem Provisorium versorgt.
„Die Krone war aus heiterem Himmel beim Essen weggebrochen.“
Die Anamanese ergab, daß der Zahn nach einem Sportunfall erstmals mit einer größeren Füllung versorgt werden musste. 11 zeigte in der Diagnostik keine Sensibilität. Die Sondierungstiefen waren nicht erhöht und die Zähne 11 und 21 symptomfrei. Klinisch imponierrte eine Kopfbißlage. Die daraus resultierende Überbelastung zeigte die mundgeschlossene Aufnahme des DVT eindrucksvoll.
Zusätzlich bestätigte sich im DVT eine apikale Parodontitis am Zahn 11.
Der Patient wünschte den unbedingten Zahnerhalt und Behandlung beider Zähne.

Auf Grund der durch die Beißlage verursachten Belastung des Zahnes 21 wurde die erweiterte palatinale Präparation notwendig. Warum die Grenzen der Physik versucht wurden zu brechen, in dem eine Art „Stiftveneer“ hergestellt wurde, war für mich nicht nachvollziehbar.

Ferrule konnte labial nur eingeschränkt erreicht werden. Das ist der Faktor der zur Prognoseneinschätzung günstig führte.

Die Überraschung war der Zirkonstift, der vom HZA nicht erwähnt wurde. Zum Glück konnte dieser ohne Substanzverlust mit Ultraschall entfernt werden.
Für den präendodontischen Aufbau verwendeten wir nach Sandstrahlung, Ätzung und Bonding EverXFlow und Beautifil BW. Als Distanzhalter zur Erstellung der Zugangskavität haben wir ein Navitipp eingepasst und nach den präendodontischen Aufbau entfernt.
Zur besseren Darstellung der Füllungsgrenzen haben wir ein Composite (Beautifil BW) mit farblichem Kontrast (weiß) verwendet.
Nach einer abschließenden Desinfektion wurde das Kanalsystem gefüllt und ein Glasfaserstift adhäsiv inseriert.
Dem Patienten und HZA haben wir eine Front/Eckzahngeführte Schiene für die nacht empfohlen um Belastungsspitzen am Zahn 21 abzufangen.

Das neue Jahr fängt gut an …

Manchmal frage ich mich ob die Digitalisierung nicht uns beherrscht, statt andersherum.
Immer wieder mal verändert WordPress seinen Editor und dazugehörigen Module. Das führt zu plötzlichen nicht erwarteten Problemen bei der Beitragserstellung.
Da sich dadurch der Zeitaufwand zumindest bei mir stark erhöht, stört mich das sehr.

Keiner Ahnung warum man die Kunden verärgert und Frust erzeugt. Das scheint aber heute zum Geschäftsprinzip zu gehören. Oder man möchte die Leute so beschäftigen, daß diese keine Zeit haben, sich nach Alternativen umzuschauen. Ich möchte an dieser Stelle nur um Verständnis bitten, warum jetzt vielleicht das eine oder andere Bild, bzw. Erklärung nicht an der richtigen Stelle platziert ist.

So nun genug herumgenörgelt…

Im heutigen Fall stelle ich einen Fall mit einem Fehler vor, wie ich ihn bisher noch nicht hatte. Da man aus Fehlern mehr lernt, als von toll anzuschauenden Fällen halte ich diese Beiträge für nicht unwichtig.
Eigentlich lief bei der Patientin alles nach Plan.
Akute Beschwerden beginnend in der Adventszeit mit submukösem Abszess.
Der HZA schickte die Patientin umgehend zu uns und die Ursache war röntgenlogisch gut erkennbar. Distal apikal imponierte ein weiter Seitenknanal und ein ausgedehnte P. apicalis.

Die mesial unvollständige Wurzelfüllung ließ eine ausgeprägte Stufenbildung vermuten, was sich klinisch auch so darstellte. Die Überwindung der Stufen gelang mit vorgebogenen Handinstumenten in einer Balance Forced Technik. Die apikale Krümmung war sehr aprupt.
Die maschinelle Aufbereitung mesial erfolgte bis #35.04.
Im Kontrollbild der Wurzelfüllung dann plötzlich die Überraschung. Obwohl die Guttaperchapoints bis zur Markierung entsprechend der Masterpointaufnahme eingebracht wurden, fehlte ein erheblicher Teil der WF apikal.
Wir hatten die Downpackaufnahme eingespart. Es hätte uns Einiges an Arbeit erspart, nicht darauf zu verzichten. Nun erfolgte die Revision der mesialen Kanäle.
Wir verwendeten den Hitzeplugger der Obturation Unit und konnten die weitere GP mit Hedströmfeilen entfernen. Dabei zeigte sich, daß beide apikale Bereiche der GP-Points umgeknickt waren.
Um dies zu vermeiden, werden die Points von uns mit Alkohol benetzt und durch die dabei entstehende Verdunstungskälte etwas stabiler beim Einbringen mit dem Sealer.
Genau das haben wir in diesem Fall versäumt und wurden sofort bestraft. Durch die beschriebenen Fehler haben wir unsere Behandlungszeit um 60 Minuten verlängert.

Frontzahn 22 (4)

Überwiesen Fall berichteten wir bereits hier,  hier und hier.

Unser Plan ging auf. Die Patientin war fast beschwerdefrei.
Sie schilderte ein Taubheitsgefühl bei dem Zahn. Soll heißen er hat nicht mehr auf Manipulation geschmerzt.
Unsere Behandlungstrategie haben wir eingehalten und nach einer abschließenden Desinfektion Mitt Natriumhypochlrit das apikale Foramen mit ProRoot MTA verschlossen.
Nach der Wurzelfüllung mit Guttapercha erfolgte der adhäsive Aufbau mit Composite und einem Glasfaserstift.
14 Tage nach Behandlung berichtete die Patientin, das Sie beschwerdefrei ist.

Wenn wir auf die Leistungen schauen, dann muss ich feststellen, daß die Honorierung völlig an betriebswirtschaftlichen Anforderungen vorbei geht.
Selbst erhöhte Steigerungssätze können nicht der notwendigen betriebswirtschaftlichen Honorierung gerecht werden.
Im Jar 2021 waren knapp ein Drittel aller Überweisungen Frontzähne.

Zahnerhaltung ist im Frontzahnbereich mit viel Idealismus verbunden.
Damit können wir unsere Mitarbeiter nicht bezahlen. Beifall klatschen zählt nicht, das haben wir aus der Coronazeit gelernt.
Die Praxiskosten sind eklatant gestiegen. Wir müssen unseren Idealismus begraben und auf eine betriebswirtschaftlich notwendige Honorierung umstellen.

 

 

Frontzahn 22 (2)

Hier haben wir über diesen Fall erstmals berichtet.

Nach 4 Wochen kam die Patientin wieder.

Sie klagte weiter über die Beschwerden. Wir empfahlen noch weitere 6 Wochen ab zu warten.
Auch nach dieser Zeit zeigte sich keine Änderung der Symptome. Die Patientin wurde inzwischen vom HZA zu einem Implantat beraten.
Dem Ersatz des Zahnes durch ein Implantat konnten wir nicht zustimmen.
Wir haben die Patientin nochmals ausführlich beraten und verwiesen darauf, daß auch nach einer endodontischen Behandlung die Symptome weiter bestehen könnten.

Es wurde ein DVT erstellt. Im DVT konnte man eine Obliteratioin des Kanalsystems erkennen. Im koronalen Wurzeldrittel ist eine kleine lakunenartige Vergrößerung des Kanalsystems zu erkennen.

Für die endodontische Behandlung zu stimmen, habe ich mich schwer getan. Letztendlich habe ich mich dazu entschlossen.

Das ist ein Fehler:
Niemals unter Druck des Patienten oder des Überweisers eine Behandlung beginnen, ohne die klaren und eindeutigen Symptome, bzw. Diagnose zu kennen.

Die Behandlung verlief relativ unkompliziert als Single-Visit. Die Wurzelfüllung war durch das apikal ampullenartige Kanalsystem etwas schwieriger. Da der Extruder der Obturationunit nicht bis zum Downpack reichte habe ich mich hier entschlossen zwei Downpack nacheinander zu machen und danach mit dem Extruder das Backfill.

Hartnäckig

Dieses Attribut kann in vorliegendem Fall gleich zweimal vergeben werden.

Zum einen an die Vorbehandlerin/den Vorbehandler.

Um in einem Kanalsystem 5 Instrumente zu fakturieren bedarf es einer großen Portion Hartnäckigkeit. Denn die jeweils vorangegangenen Instrumente mit weiteren Instrumenten entfernen/passieren zu wollen macht niemand, der schnell aufgibt.

Zum anderen an des letzte der fünf Fragmente.

Diese lag zunächst einladend vor mir, um nach dem nächsten Eddy-Einsatz in Teilen nach periapikal zu rutschen und sich dorthin meinen Bemühungen zu widersetzen, es aus dem MB1 herauszulösen. Bis es dann mittels Microopener zurecht gelegt und nachfolgend mit der Drahtschlinge im ersten Anlauf entfernt werden konnte.

Die Anzahl der Fragmente hatte ich nach 2D- und 3D-Bildauswertung auf mehr als zwei, aber niemals auf fünf eingeschätzt. Umso erstaunter war ich, als ich bei der allfälligen Röntgenkontrolle ein Fragment sah, welches klinisch nicht visualisierbar war. Ich hatte geglaubt, dass das letzte Fragment aus dem MB1herausgeschleudert worden war und ich es nur nicht gefunden hatte. Merke: Immer schön skeptisch bleiben, solange das Fragment nicht gefunden wurde.

Unzufrieden bin ich am Ende nur mit der deutlichen Sealerextrusion im palatinalen Kanal. Der stellte eigentlich so überhaupt keine Schwierigkeit dar. Um so ärgerlicher die Extrusion, die sich trotz sehr gutem Tug-Back ereignete.

 

Informant Papierspitze

von Jörg Schröder

Obere mittlere Schneidezähne? Kindergeburtstag. No-Brainer. Selbstläufer.

So, oder so ähnlich sind gemein hin die Äußerungen, die man auf die Frage zu hören bekommt, welche Zähne nun wirklich einfache Behandlungsfälle darstellen.

Warum finden sich dann so viele Misserfolge im Bereich oberer 1er? Apikale Aufhellungen, erfolglos durchgeführte Resektionen, unvollständige Wurzelfüllungen.

Eine mögliche Ursache sind endodontische Behandlungen die an Zähnen ausgeführt werden müssen, deren Wurzelanwachstum nicht vollständig abgeschlossen ist. Die besondere Weite des Kanalhohlraums und das weite apikale Foramen können durchaus eine Herausforderung darstellen. Vom jungen Lebensalter der Patienten und der damit manchmal einhergehenden geringeren Compliance einmal ganz abgesehen.

In vorliegendem Fall kam es in Folge zweier im Abstand von 6 Wochen erfolgten Frontzahntraumata zu einer Pulpanekrose an Zahn 21. An Zahn 11 wurde alio loco zunächst die freiliegende Pulpa im Sinne einer Pulpotomie behandelt.

Da sich die Blutung nicht stillen ließ wurde eine Vitalexstirpation durchgeführt. Die Obturation konnte aufgrund einer nicht reproduzierbaren Endometrie nicht ausgeführt werden. Es erfolgte die  Überweisung in unsere Praxis, da eine Horizontalfraktur vermutet wurde.

Klinisch imponierte am Erstuntersuchungstag bei uns eine deutliche Perkussionsempfindlichkeit des Zahnes 21. Das zur Detektion einer möglichen horizontalen Wurzelfraktur an 11 erstellte DVT ließ am 21 eine deutliche apikale Aufhellung erkennen. Der alio loco mit Ledermix versorgte 11 zeigte entzündungsfreie periapikale Strukturen und keinen Hinweis auf eine Wurzelfraktur.

Daher sollte zunächst die endodontische Behandlung es 21 erfolgen. Bei der Trepanation fand sich in den oberen vier Fünftel des Kanalsystems nur nekrotisches Gewebe. Nur im apikalen Fünftel wies die dezente Blutung beim initialen Instrumentieren auf (rest-)vitales Gewebe hin.

Die endometrische Längenbestimmung zeigte reproduzierbar an. Dennoch habe ich sterile Papierspitzen zur Verifizierung der Arbeitslänge eingesetzt. Dazu wird die Papierspitze 0,5 mm länger als die ermittelte Arbeitslänge eingestellt und dann für einen kurzen Moment bis auf volle Länge in den Kanal eingebracht. Dieser Vorgang wird mehrere Male mit jeweils neuen Papierspitzen wiederholt. Bei korrekter Länge sieht der dezente Blutungspunkt dann immer gleich aus.

Auch bei der Obturation mittels MTA kommt die Papierspitze zum Einsatz. Nun wird die Papierspitze 1 mm kürzer als die 0,0 Länge eingestellt und solange kleine MTA-Plugs eingebracht, bis die Papierspitze erst auf und nach dem nächsten Plug gerade nicht mehr auf Arbeitslänge eingebracht werden kann. Nun kann das Auffüllen des apikalen Wurzelanteils mit dieser Technik kontrolliert erfolgen, bis der koronale Teil des MTA Plus visualisiert werden kann. Denn dieser 21 ließ aufgrund der apikale Krümmung und einer Arbeitslänge von 25 mm kein Einbringen des MTA unter Sicht zu.

Das mittlere Drittel wurde anschliessend mittels warmer vertikaler Kompakten mit Sealer und erwärmter Guttapercha, das koronale Drittel adhäsiv mit Komposit gefüllt.

Erschreckend dabei, wie nachlässig mit der Dentinwunde am 21 „umgegangen“ wurde. Seit dem Trauma bis zur Erstvorstellung bei uns mehr als 3 Monate später unterblieb eine Abdeckung derselben. Nicht auszuschliessen, dass eine Pulpanekrose hätte vermieden werden können, denn der 21 reagierte die ersten Wochen nach dem ersten Trauma laut Überweisern reproduzierbar positiv auf den Sensibiltätstest.

 

 

Großer Dentikel, tiefer Split.

Für einen Oberkiefermolaren weist dieser Zahn 27 eine eher ungewöhnliche Anatomie auf.

Ein massiver Dentikel füllt einen schmal-ovalen Kanalquerschnitt aus. Es gibt immer wieder seitliche Aussackungen zwischen den unregelmässigen Dentinstrukturen, die jedoch keine nach apikal gerichtete Präparation zuließen.

Somit wurde der Dentikel mittels Endosonore-Feile zerkleinert und die einzelnen Partikel herausgespült. Nach einer Erweiterung mittels Gates-Glidden-Bohrern der Größe 1 und 2 konnte der apikale Kanalabschnitt visualisiert werden.

Wie im DVT erkennbar gabelte der weite Kanal dort in zwei kleine Kanalabschnitte auf. Diese wurden initial erweitert, sodass eine Obturation mittels Squirting-Technik durchgeführt werden konnte.

Welch ein Unterschied zum Behandeln ohne DVT. Die Hindernisse sind vorher bekannt und können zielgerichtet adressiert werden. Auch die Obturationstechnik kann vorher ausgewählt werden. Vorhersagbarkeit pur.

Erst hatte er kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu…

Wieder ein Fall für diese traurige Überschrift.

Bei der Betrachtung der in unserer Praxis auftauchenden Fälle sind manchmal nicht vermeintlich erklärbare Dinge zu sehen. Wir halten uns mit Urteilen vollkommen zurück. Meine Ansicht ist: Niemand macht mit Absicht etwas schlecht.

In diesem Fall kam der Patient mit akuten Beschwerden und nach Abszeßinzision, Kronenex und offener Trepanation zu uns. Der Zahn 45 sollte entfernt werden und ein „schönes neues Implantat“ gesetzt werden.
Der Zahn 45 hat keine Chance mehr. Er ist austherapiert.
Wir haben die Prognose für den Zahn als gut eingestuft und das verwunderte den Patienten. Er hat sich für den Erhalt entschieden. Wie er mir zum ersten Recall mitteilte, hatte er aber dem Vorhaben keine Chance eingeräumt und niemals an einen Erhalt geglaubt. Der Zahn 36 musste nach einer „solchen Wurzelbehandlung“ über 6 Monate trotzdem nach starken Beschwerden extrahiert werden.

Die endodontische Behandlung des Zahnes war nicht wirklich schwierig. Schwierig war die Darstellung der Präparationsgrenze. Durch die ungünstige extrem konvexe Gestaltung der Mesialfläche der Krone 46 war es unmöglich eine Krone bis zur Präparationsgrenze zu inserieren. 
Den meisten Zeitaufwand benötigten wir für die Provisoriumsherstellung. Dank Thomas Seitners Tipp mit der Liquid Strip Isolation hatten wir nach einigen Verrsuchen ein nichtzerbrochenes Provi. Die Einschubrichtung war von lingual nach bukkal kippend und die Präpgrenze konnten wir mit einem Flow (leider nicht radioopak) nur unvollständig abdecken.
Im vorliegendem DVT war am Zahn 46 ein verbreiterter Desmodontalspalt zu erkennen und anamnestisch traten in der Vergangenheit öfters pulpitische Beschwerden am Zahn 46 auf.
Deshalb riet ich dem Patienten nach der Behandlung des Zahnes 45 noch etwas mit der Kronentherapie an 45 abzuwarten. Die Schwiergikeit hatte ich ihm im Röntgenbild gezeigt.

Bis zum Recall nach 6 Monaten mussten wir nicht warten. Der Patient kam schon eher.
Die Behandlung am Zahn 46 war nicht außergewöhnlich schwierig und wir rieten dem Patienten dann zur Erneuerung beider Kronen.
Zum nächsten Recall war wieder alles überkront.
Schwierig war es für mich die Röntgenbilder dem Patienten gegenüber zu kommentieren.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

 

Zugang, Zugang, Zugang.

von Jörg Schröder

Apikale Probleme entstehen koronal. Marginale Probleme auch.

Angesichts der Ausdehnung der bei der Erstbehandlung erstellten Zugangskavität könnte das Wirken des Kollegen beinahe bewundernswert genannt werden, lag er doch beim Versuch, die Kanalsysteme zu erschließen nur knapp daneben.

Mesiobukkal bestand eine iatrogene Perforation, die jedoch kurioserweise in einem ausgedehnten keilförmigen Defekt mündete und von extrakoronal visualisiert werden konnte. Nachdem dieser Defekt, nebst der Perforation, präoperativ adhäsiv verschlossen wurde, konnten nach Modifizierung der Zugangskavität die vorhandenen Kanaleingänge dargestellt werden.

Kurios war der bereits im DVT erkennbare, abrupt nach distobukkal abzweigende Seitenkanal in D.

Die Behandlung der apikalen Pathologie an Zahn 45, die sich als Zufallsbefund zeigte, wird in getrennter Sitzung erfolgen.

Herausgeschält

von Jörg Schröder

Nicht immer verfügen Patienten über ausreichend finanzielle Mittel, um neben der endodontischen Behandlung auch gleich eine mehrgliedrige Brücke erneuern zu lassen. Daher kann es ab und zu notwendig sein, gegossene Stiftaufbauten förmlich aus der Krone herauszuschälen, sofern der Kronenrandschluss akzeptabel ist.

Das zweidimensionale Röntgenbild und der sagittale Schnitt im DVT liessen ein nach distal mündendes Foramen oder einen dort mündenden Seitenkanal vermuten. Die endodontische Herausforderung erschien überschaubar. Die Schwierigkeit bestand darin, den koronalen Anteil des gegossenen Stiftaufbaus so zu reduzieren, dass im Anschluss der sehr kurze und konische Stiftaufbau unter Erhalt der prothetischen Krone entfernt werden konnte.

Zunächst wurde der Stiftaufbau von Korona so reduziert, dass die Zementfuge zwischen Aufbau und Krone zirkumferent sichtbar wurde. Anschliessend war es einfach, den kurzen und konischen Aufbau aus dem Zahn herauszulösen.

Das pastöse Wurzelfüllmaterial war deutlich kontaminiert und konnte schallunterstützt entfernt werden.

Nach Obturation in warmer vertikaler Kompaktion wurden die metallischen Kronenanteile vor der adhäsiven Restauration mit einem opaken Liner abgedeckt. Anschliessend wurde die Kaufläche mit einem Hybridkomposit restauriert. Das Abschluss-Bild zeigt (leider) den Zustand vor der okklusalen Ausarbeitung und Politur.

Insgesamt ein Behandlungskompromiss, aber unter Umständen einer, der viele Jahre funktionieren wird.

Tiefe apikale Aufgabelung

Solange tiefe Aufgabelungen unter dem Mikroskop visualisierbar sind, ist es nur eine Frage der Geduld, bis ich die einzelnen Kanalsysteme gezielt instrumentieren und nachfolgend desinfizieren und füllen kann.

In nachfolgendem Behandlungsfall lag die tiefe Aufgabelung weit jenseits einer deutlichen Krümmung nach distal.

Selbst nach Aufrichten der Zugangskavität gelang es nicht, die Teilungsstelle einzusehen oder sie mit vorgebogenen Handinstrumenten taktil zu erfassen.

Der mesiobukkale Kanal ließ sich bis zum Foramen instrumentieren. Die Aufbereitung des MB2 erfolgte mittels schall- und laserunterstützter Irrigation.

Schön zu sehen, dass es mit entsprechend aktivierten Spüllösungen und einer entsprechender Obturationstechnik möglich ist auch nicht einsehbare Kanalabschnitte zu reinigen und zu füllen.

Blue(s)

Die Farbe Blau steht bei rotierenden Nickel-Titan-Feilen für besonders flexible und bruchresistente Legierungen. Was nicht heißen soll, dass diesen „Blauen“ sich klaglos um jede Ecke bewegen lassen.

So hat der überweisende Kollege sicher den Blues bekommen als zunächst die rNiTi und nachfolgend die zur „Rettung“ eingesetzte Hedströmfeile im MB1 dieses 16 fakturierten.

Die Ursache? Suboptimale Zugangskavität bei abrupter Krümmung des MB1 nach distopalatinal. Und vielleicht war der ausgewählte Querschnitt der Feile, der Kanalanatomie nicht perfekt angepasst.

Meine Vorgehensweise war aufgrund der Auswertung des DVT klar:

Zunächst den nicht aufbereiteten MB2 darstellen. Nachfolgend die Zugangskavität so optimieren, dass das zunächst das bukkale der beiden Fragmente visualisiert werden konnte. Anschliessend den MB1 nach Palatinale hin tropfförmig erweitern, um das deutlich weiter palatinal gelegene Fragment darstellen zu können.

Nunmehr nur noch die Kanäle P, MB2 und DB mit Schaumstoff abdecken und dann die Fragmente mittels Ultraschall mobilisieren.

Da im DVT klar zu erkennen war, dass MB1 und MB2 konfluierten und apikal einen gemeinsamen Verlauf zeigten, wurde zunächst der sehr enge und deutlich gekrümmte MB2 bis zum Formalen instrumentiert.

Nach initialer Erweiterung bis kurz vor die Konfluation mittels ProFiles erfolgte die primäre Erschliessung mit PathFiles. Die finale Aufbereitung wurde mit HyFlex CM durchgeführt.

Das Obturationsergebnis freut mich insbesondere deshalb, weil der für die lateral vorhandene Aufhellung verantwortliche Seitenkanal obturiert werden konnte.

und wieder ein Fall aus der Reihe Pick, pick

Die Röntgenbilder spiegeln nicht wirklich den Zeitaufwand, den Instrumentenaufwand und die Ausdauer von Patient, Assistenz (!) und Behandler wieder.
An dieser Stelle ein ganz großes DANKE an unsere Mitarbeiterinnen, welche uns ermöglichen konzentriert diese Fälle anzugehen. Ohne diese Unterstützung wären wir nicht erfolgreich.

In diesem Fall waren es  2 Stunden Handarbeit, ohne maschinelle Unterstützung.
Die Blockierungen ließen sich durch das bereits beschriebene Pick, Pick lösen.
Bei diesem Patienten haben wir wechselnd, beginnend mit Profile 15.04 nach vorheriger Handinstumentierung Pilotfeilen #08, #10, die Flexmaster 15.04 ein gesetzt. Immer einen Hauch kürzer als die Profile. Die Profile immer ca. 0,5- 1mm kürzen als die #10 Pilotfeile und keine „Drehen“ der Handinstrumente in Schneidrichtung!
Die Flexmaster soll uns ermöglichen die Profile mehr auf der Spitze zu belasten, als auf der gesamten Schneidfläche um Instrumentenfrakturen zu verhindern.

Hier die Bilder zum Fall.

Wurzelfrakturen

Traumatische Zahnverletzungen führen häufig zu Problemen in der Ersttherapie. Es ist sicher ein Gebiet, in dem Routine kaum durch die Häufigkeit der Fälle erreicht wird.
Aber es gibt verlässliche Hilfe.

Per App -> Accindent für Android und Apple.
Eine einfach geniale Hilfe.

In diesem heute vorgestellten Fall war die Erstversorgung nicht fachgerecht und führte zu nicht unerheblichen Schmerzsensationen bei der verunfallten Patientin.

Als Bildergeschichte habe ich versucht den Fall vor zu stellen.
Wir haben die Zähne 13-23 zwei mal geschient, da durch die ungünstigen Frakturverläufe eine Verlängerung des Schienungszeitraumes notwendig erschien. Nach 4 Wochen haben wir die Schienung abgenommen kontrolliert und insgesamt 12 Wochen belassen. Als posttherapeutische Komplikationen mussten die Zähne 21,11 endodontisch therapiert werden.
Der Verlauf dieses Falles wurde von mir über 2 Jahre zusammengestellt.
Weitere Recalls werden, wenn erfolgt eingestellt.

 

Z.n. Frontzahntrauma (2)

An dieser Stelle berichteten wir erstmals über den Fall.

Das Ausmaß der Alveolarfortsatzfraktur war minimal. Eine Verletzung des Wurzelzements ist trotzdem möglich und damit verbunden das Auftreten einer Resorption. Allerdings sind die Ausmaße der Zementverletzungen wahrscheinlich ebenso gering und ein traumatisch bedingte Infektion ist eher unwahrscheinlich. Die Remission sehen wir als durchaus möglichen Verlauf.

Einer bakteriellen, bzw. durch Endotoxine bedingten Ursache haben wir durch die antiresorptive endodontische Behandlung entgegengewirkt.
(Endotoxine können vom Endodont durch die Dentintubuli zur Wurzeloberfläche und somit in das Parodont gelangen.)
Das Risiko der nicht zeitnah durchgeführten endodontischen Behandlung schätzen wir als ungünstig ein. Das ist für uns der kritischste Punkt in der erfolgten Therapie.
Die rigide Schienung in der Erstversorgung war nur kurzzeitig und wurde durch ein TTS Traumasplint ersetzt, so daß wir dies als deutlich besser als gar nichts getan einschätzen.

Wenn wir den ZEPAG Score* nach Filippi zum Unfalltag bemühen, dann sieht die Prognose langfristig nicht so gut aus.

Zahnsubstanz 5
Endodnt 5
Parodont 3
Alv.-Kn. 2
Gingiva 5
Werte 2x(5+5+3+5)
Score 26

Wir präferieren eine zurückhaltende Therapie, also „aggresives Abwarten“ und kontrollieren.

Wir haben uns für eine weitere Kontrolle in 6 Monaten mit 2- und ggf. 3dimensionaller Röntgendiagnostik entschieden, sowie Sensibilitätstest der Nachbarzähne.

Wir werden demnächst weiter berichten.

*Endodontie 01/2007, SEITEN: 9-25, Berthold, Christine, Diagnostik und Dokumentation nach dentalem Trauma

 

 

 

Kurz berichtet – Recall Pick (1)

Der Patient wurde uns wieder überwiesen. (Pick,Pick (1)) und (Pick, Pick (2))

Diese Situation nutzen wir um mögliche Recalls mit durchzuführen.
Deshalb möchte ich Ihnen das Recallbild eines vorgestellten Falls gern zeigen.

Der Zahn 27 ist schmerz- und symptomfrei.

 

 

Unspektakulär

Dieser Fall ist unspektakulär.
Der Patient stellte sich mit einer beginnenden Aszeßdierung im Bereich 44, 45 vor. Er hatte keinen Hauszahnarzt mehr. Seit Jahren habe er immer wieder mal bei einem Wetterwechsel da Probleme gehabt. Nun hält er es nicht mehr aus. Leider sei sein Zahnarzt in Köln nicht mehr tätig. Wurzelkanalbehandlungen habe der aber auch gar nicht gemocht. Nun war er bei uns gelandet. Wie er gerade zu uns gekommen ist, hat er uns nicht verraten.

Im Mund imponierte eine goldteilkronengetragene umfangreiche Restauration. Dies erinnerte mich an Tucker. Die Präzision eines Tucker* inspirierten Kollegen war zwar nicht erkennbar aber im Vergleich zu den heute oft gesehenen Restauration waren diese mehr als 30 Jahre alten Kronen nicht schlecht.
Nach Röntgendiagnostik haben wir Termine vereinbart. Die Restaurationen haben wir erhalten, da klinisch nichts dagegen sprach. Die Behandlung war auch völlig unspektakulär. Zu den Reacallterminen kam der Patient und wir konnten einen positiven Heilungsverlauf erkennen.
Besonders Freude hat es gemacht diese umfangreiche prothetische Restauration und die damit verbundene Lebensqualität für den Patienten weiter zu erhalten.

 

 

Recall _ Was es nicht alles gibt…

2018 und 2019 hatten wir die Behandlung dieses Falles vorgestellt.
Das Recall konnte die Patientin nicht wahrnehmen und dann war sie aus unserem Blick verschwunden. Doch der Fall war zu speziell. Wir erinnerten uns wieder und haben die Patientin nochmals eingeladen.

Sie hatte keine Beschwerden und hatte uns ebenso vergessen.
Nun können wir das Recall vorstellen und müssen leider feststellen, daß eine Heilungstendenz vorhanden ist, aber kein vollständige Heilung.
Nun werden wir es weiter beobachten und in einem Jahr erneut kontrollieren.

 

Große Lyse

Von Jörg Schröder

Der nachfolgende Fall ist in vielerlei Hinsicht lehrreich.

Die alio loco durchgeführte initiale endodontische Behandlung dieses 26 einer ZFA liegt schon einige Jahre zurück. Nun entwickelte der Zahn vor 2 Jahren zunehmend Beschwerden, die sich innerhalb einer Woche so steigerten, dass die Patientin arbeitsunfähig war.

Da ich keine sofortige Behandlung anbieten konnte, wurde die initiale Revisionsbehandlung – die ersten beiden klinischen Bilder stammen aus dieser – bei einer Kollegin durchgeführt, die seit zwei bis drei Jahren unter dem Mikroskop arbeitete.

Einen Tag nach dieser Behandlung hatten die Beschwerden nochmals zugenommen. Also kurzerhand den Arbeitstag verlängert und den Zahn eröffnet.

Aus keinem der Kanalsysteme war das ursprüngliche Obturationsmaterial vollständig entfernt worden. Bei der Entfernung desselben zeigte es sich als deutlich biofilmbesetzt. Welche Lehre ist daraus zu ziehen?

Entweder lasse ich einen Kanal vollkommen unangetastet (was wirklich nur bei koronal optisch suffizientem Randschluss der Obturationsmaterialien zu empfehlen ist) oder ich entferne ALLE vorhandenen Obturationsmassen. Ansonsten kommt es sehr wahrscheinlich zu Störung des Gleichgewichtes unter den verschiedenen Bakterien-Spezies und nachfolgend zu einer Exazerbation.

Die präoperativ bestehende knöcherne Lyse ist beeindruckend groß. Es bestehen apikale Aufhellungen an allen Apizes. Interradikulär ist der Knochen bukkal nicht mehr vorhanden.  Das DVT zeigt apikal-distal in der distobukkalen Wurzel einen 90 Grad nach distal abzweigenden Seitenkanal mit entsprechender knöchernen Lyse.

Nach Entfernung aller Obturationsmaterialien wurden die Kanäle chemo-mechanisch so weit aufbereitet, dass eine Obturation theoretisch möglich gewesen wäre. Der schmale Isthmus zwischen MB1 und MB2 wurde zum Aufbereiten der Kommunikation vollständig erweitert.

Die endometrische Längenmessung wurde anhand einer Röntgenmessaufnahme verifiziert. Ein Punkt, über den immer einmal wieder diskutiert wird. Gerade bei akuten apikalen Parodontitiden und bei irreversiblen Pulpitiden kann es durch Eintreten von Flüssigkeit aus dem periapikalen Raum zu einer falsch positiven Beeinflussung der ELM, die im weiteren zu einer zu kurzen Aufbereitung führen würde.

Ausserdem erfolgte eine laserunterstützte Irrigation, um auch den Seitenkanal in DB möglichst gut reinigen zu können. Die medikamentöse Einlage erfolgte mit CaOH2.

Bereits am darauffolgenden Tag war das klinische Beschwerdebild deutlich rückläufig. 

Die zweite Behandlung erfolgte im Rahmen eines klinischen Arbeitskurses, sodass das gesamte Behandlungsteam unter besonderer Beobachtung stand. ;)

Nach erneuter laser- und schallunterstützter Irrigation und endometrischer Überprüfung der Arbeitslänge wurden die Kanalsysteme mit einem biokeramischen Seller und Guttapercha obturiert.

2 Jahre postoperativ wurde zur Bewertung des Behandlungsergebnisses ein DVT erstellt. Da es eine zusätzliche endodontische Fragestellung an 12 gab, wurde ein DVT des Oberkiefers erstellt.

Und das Ergebnis überraschte mich positiv. Bis auf einen gering verbreiterten Parodontalspalt distal der mesialen Wurzel und distal des Seitenkanals in DB ist der präoperativ vorhandene Knochendefekt vollständig ausgeheilt. Geradezu beeindruckend das „Comeback“ des Knochens interradikulär. Nun gilt es nur noch abzuwarten, ob die Ausheilung eine vollständige sein wird.

Die Qualität des DVT konnte durch den Einsatz der seit kurzem eingesetzten modifizierten Kopf-Kinnstütze an unserem X800 M nochmals sichtbar verbessert werden. Und das, obwohl eine Darstellung 8×4 cm nur mit einer 180-Grad-Rotation erfolgte. 

 

10 Jahres Recall – Eine Geschichte aus dem Endozän

Häufig sehen wir Patienten nach einem langen Zeitraum wieder.

Sie erinnerten sich noch an die Behandlung und haben den wurzelkanalbehandelten Zahn seither ohne Probleme in Benutzung.

Dieser Fall war etwas speziell, da der Verlust an Zahnsubstanz und die Restauration ungewöhnlich waren. Neben einer Keramikteilkrone, Kunststoffüllung imponierte ein Goldinlay und die apikale Parodontitis.
Nach der Entfernung der Goldrestaurationen habe ich die Erhaltung des Zahnes als langfristig wenig erfolgversprechend dargestellt. Trotzdem wollte sie den Erhaltungsversuch. Die empfohlene chirurgische Kronenverlängerung sollte durch den HZA (PA Tätigkeitsschwerpunkt) erfolgen.
Und nun war sie wieder da, mit einem anderen Zahn.
Wir nutzen die Gelegenheit und konnten ein 10 Jahresrecallbild machen.
Und freudig schaute sie auf das Bild. Toll geheilt. Sie ist Ärztin und sah den Rückgang der apikalen Veränderung. Was sie nicht sah, war die distale Problematik. Erhöhte Sondierungstiefen, Konkremente und ein Leckage der prothetischen Restauration. Mal sehen was nun wird.
Die Patientin sah es gelassen, es hat ja bis jetzt super funktioniert…

Pulpanekrose nach unkomplizierter Kronenfraktur

Von Christoph Kaaden

Vor gut einem halben Jahr haben wir die damals 10-jährige Laura behandelt.

Das junge Mädchen hatte zwei Jahre zuvor ein Trauma in Form einer unkomplizierten Kronenfraktur an Zahn 21 erlitten. Die Dentinwunde war leider zu keiner Zeit (adhäsiv) abgedeckt worden.

Erst, als sich jetzt eine Fistel ausbildete wurde dem vormaligen Trauma wieder Beachtung geschenkt…

Fistel nach unkomplizierter Kronenfraktur vor 2 Jahren

Insbesondere das Röntgenbild zeigt die Folgen der damaligen „Nichtbehandlung“…

Ausgangssituation – Röntgenbild alio loco

Der Fall bekräftigt die aktuelle Studienlage…

Die durchgeführte MTA-Apexifikation erfolgte zweizeitig. Zu meinem Erstaunen kam es initial zu einer deutlichen Blutung aus dem Kanalsystem.

Klinische Situation mit Pulpanekrose und deutlicher initialer Blutung

Ferner fand sich in der Apikalregion noch scheinbar normal-vitales Gewebe, dass von uns als eine Art Widerlager für das MTA „belassen“ wurde…

Aus diesem Grund erscheint das Abschlussröntgenbild und die Position des MTAs ungewöhnlich…

Abschlussröntgenbild

Die alio loco durchgeführte Röntgenkontrolle verdeutlicht, dass unsere Einschätzung jedoch „richtig“ gewesen sein muss…

6 Monate post-op mit deutlicher apikaler Obliteration
Prä-op vs. post-op

Es bleibt also dabei: „Trauma, man weiß nie was passiert“…

Grundsatzfrage – Fall III

Von Christoph Kaaden

Vor einiger Zeit hatte ich Sie hier nach Ihrem möglichen Vorgehen bei Zähnen mit Rissbildung gefragt.

Unser Vorgehen ist recht gleich mit dem von Jörg Schröder beschriebenen.

Etwas zu denken gab mir aber u.a. die nachfolgende Übersichtsarbeit, die solchen Zähnen eine bessere Prognose zuspricht, als ich es erwartet hätte.

(Sehr) kritisch bleiben Zähne mit zusätzlicher (lokal erhöhter) Taschensondierung und Rißverlauf über den kompletten Pulpakammerboden und / oder in ein Kanalsystem hinein…

in dem nachfolgenden Fall lag ein einseitiger Riss bis zum Kammerboden vor, der zu einer Pulpitis (grundsätzlich prognostisch natürlich besser als bei bestehender Nekrose) geführt hatte.

Nach eingehender Beratung mit der Patientin (MKG-Chirurgin) entschieden wir uns für den Versuch der Zahnerhaltung.

Zustand nach also loco begonnener Behandlung
Präoperative intraorale Situation – alio loco
Zustand nach initialer Rißdarstellung – alio loco
Rißdarstellung intrakoronal – Verlauf über distale Wand bis zur Mitte des Pulpakammerbodens

Intraoperativ hielt der Zahn dann noch eine zusätzliche kleine Überraschung parat, die mir im Vorfeld und zunächst auch während der Therapie verborgen geblieben war…

Masterpoint-Aufnahme

Verdacht auf zweite (disto) bukkale Radix

Tiefe Gabelung bukkal

Röntgenkontrolle nach Downpack bei „Mini-Molar“
Post-op Mini-Molar

Post-op vs prä-op

Demnächst stelle ich Ihnen den nächsten klinischen Fall dieser Serie vor…

Implantat vs. Molar

Dies ist ein Fall, der mir immer ein bisschen weh tut, wenn ich ihn betrachte.
Man erkennt einen tollen Heilungsverlauf und könnte sagen, super. Was will man mehr.

Aber das Problem liegt in der prothetischen Therapie. Ferrule wurde nicht beachtet. Die von uns vorgeschlagene chirurg. Kronenverlängerung wurde nicht durchgeführt.
Das heißt ein coronales Leakage ist möglich und der langfristige Erhalt des Zahnes ist nicht vorhersagbar. Schade, da wir dies bereits mit der Praxis, welche implantiert hatte abgesprochen haben und der HZA dem zustimmte.
Leider war es umsonst. Nun hoffen wir auf das Glück des Tüchtigen und das sich der hohe Aufwand, welchen wir bei der adhäsiven präendodontischen Restauration betreiben auch für den Patienten auszahlt.
Das Implantat hat hier wahrscheinlich langfristig die bessere Prognose…

Geometrische Herausforderung

von Jörg Schröder

Beim Betrachten des präoperativen Einzelbildes war ich zwischen Respekt und Begeisterung für die bevorstehende Aufgabe hin und her gerissen.

Respekt, weil nicht nur die Anatomie herausfordernd erschien, sondern ich auch der Zweite war, der sich an diesem Zahn versuchen durfte. Begeisterung, weil der Zahn eine Herausforderung darstellt.

Das DVT machte es nicht viel besser. Die Lage und Ausdehnung der apikalen Aufhellung um die distale Wurzel herum ließ einen Seitenkanal als sehr wahrscheinlich erscheinen. Zudem verengte sich der Kanalverlauf apikal deutlich und D gabelte in zwei apikale Abschnitte auf. Leider nicht sehr spitzwinkelig.

Aufgrund einer bukkal bestehenden aktiven Fistelung mit putrider Exsudation erfolgte die Behandlung zweizeitig. Nach initialer Aufbereitung der apikal konfluierenden Kanäle MB und ML wurde in D nach mechanischer Aufbereitung bis zur apikalen Verjüngung bei ca. 17 mm aufbereitet und nach ausgiebiger schall- und laserunterstützter Irrigation CaOH2 eingelegt.

Zu Beginn der zweiten Behandlungssitzung war die Fistelung abgeheilt und ich konnte mich der Erschliessung der apikalen Kanalanteile in D widmen.

Nachdem ich anhand des DVT die Krümmung des bukkalen Abschnittes des D als länger und weniger abrupt gekrümmt ermittelt hatte, konnte ich einen Microopener entsprechend vorbiegen und nachfolgend den ersten Gabelabschnitt erweitern. Vorgebogene ProTaper Handinstrumente halfen, den Kanalabschnitt so zu erweitern, dass vorgebogene Hyflexfeilen händisch eingeführt und dann mit dem Endomotor gekoppelt werden konnten.

Das linguale Kanalsystem konnte nur mit einem Micropener bearbeitet werden. Hier war die Idee, mittels Schall und Laser die Irrigationsflüssigkeit bestmöglich in diesen Abschnitt einbringen zu können, um anschliessend in warmer vertikaler Kompaktion zu füllen. Bewusst wurde hier AH 26 und warme Guttapercha eingesetzt und aus den hier schon mehrfach erwähnten Gründen auf einen biokeramischen Seller verzichtet. Die Extrusion mesial findet nicht wirklich meinen Gefallen, aber der von koronal nach apikal verlaufende Isthmus zwischen MB und ML verleiteten mich dazu, mehr Sealer als üblich zu verwenden.

Nun bin ich auf das erste Recall gespannt.

 

Frontzahntrauma

Fast jeden Morgen, wenn ich auf Arbeit fuhr sah ich Sie. Aufgefallen ist mir ihr Fahrradhelm. Voller bunter Streifen. Noch mehr hat mich beeindruckt, ich kam nicht wirklich hinter her. Zumindest nicht ohne völlig verschwitzt in der Praxis anzukommen.
Sie war mit dem Fahrrad verwachsen und unglaublich flink.
Deswegen habe ich sie nie von vorn gesehen, nur von der Seite, wenn sie an mir vorbei huschte. Bis zu dem Tag, als dieser Helm in meinem Sprechzimmer lag.
Was war passiert?
Mit dem Fahrrad, nichts. Sie war zu Hause gestürzt. Es wurden 3 untere Frontzähne 42-31 endodontisch behandelt und nun nach 4-5 Jahren danach war Sie bei uns „aufgeschlagen“. Akute Beschwerden, Schwellung und Lockerungsgrad 1-2 an 31, 41.
Nach der Beratung, Röntgendiagnostik und DVT- Auswertung erfolgte die Revision. Aus Kostengründen nur, 31 und 41.
31 zeigte in der Behandlung eine Infraktur. Die Behandlung wurde an 31 abgebrochen und es wurde 41 behandelt und erfolgreich die Therapie abgeschlossen.
31 wurde implantologisch in der chrirugischen Praxis, welche mit dem HZA zusammen arbeitet ersetzt.
Die Recalls zeigen einen optimalen Heilungsverlauf am Zahn 41.

Auf meinen Hinweis, daß die bestehende chronische P. apicalis behandelt werden sollte, sagte sie mir, ja das soll demnächst gemacht werden. Sie hat einen Termin beim HZA.
Der hat jetzt auch so einen elektronischen Gold-Motor, den hatte er früher nicht, deshalb ging das ja schief…

Deutlich verfehlt

von Jörg Schröder

Eine diplomatischere Bezeichnung für das in folgendem Behandlungsfall Vorgefundene ist mir nicht eingefallen.


Bereits das vom überweisenden Kollegen – die „Erstbehandlung“ war in einer weiteren Praxis erfolgt – zugeschickte Einzelbild ließ eine iatrogene Perforation nach mesial vermuten. Deutlich war der von der Zahnachse nach mesial abweichende Bohrschacht zu erkennen.

Unmittelbar  nach Entfernung der medikamentösen Einlage kam es zu einer starken, hellroten Blutung, die erst nach intrakoronaler Anästhesie  weitestgehend sistierte. In den kurzen blutungsfreien Intervallen konnte ich einen Blick auf eine kreisrunde Öffnung erhaschen, deren Lage mesial der gedachten Zahnmitte nicht dafür sprach, dass es sich um den palatinalen Kanaleingang handelte.

Anhand der Dentinfärbung und unter Nutzung der DVT-Bilder war der palatinale Kanal rasch gefunden und mittels rotierender Instrumente (Munce) initial erweitert.

Bei großen Perforationen bevorzuge ich, diese zeitnah zu verschliessen, um ein Verbringen potentiell kontaminierten Materials in dieselbe zu verhindern. Ausserdem besteht kein laterales Leakage, welches die Endometriemessung verfälschen könnte.

Da alio loco ein artifizieller Kanal in den knöchernen Halteapparat präpariert worden war, habe ich diesen zunächst mit einem kollagenen Widerlager gefüllt.

Nachfolgend konnte sowohl die Perforation des Pulpakammerbodens als auch die der mesialen pulpachsialen Wand mit MTA durchgeführt werden. Diffizil dabei einen ausreichend nach mesial wirkenden Druck auf die Seitenfläche des Pluggers aufzubringen. Inkrementweises Platzieren kleiner Plugs erleichtert das Verschliessen. Um den initial erweiterten Kanal nicht mit MTA zu verblocken, wurde in P eine Papierspitze Größe 25 platziert.

Nun mag man anmerken, dass es doch einfacher gewesen wäre, zunächst P final aufzubereiten, um dann den Eingang mittels Schaumstoff zu verschliessen. Ich habe dies bewusst vermieden, da dann der Rand des Orifiziums näher an den Rand der Perforation gerückt wäre.

Um das MTA vor den nachfolgenden Spüllösungen zu schützen – die Schichtstärke nach mesial ist klein und könnte ausgewaschen werden, zudem war ein einzeitiges Vorgehen geplant – habe ich das MTA mit Ultrablend und nachfolgend nach Dentinkonditionierung mit Scotchbond  Universal mit einem Flow-Komposit abgedeckt.

Nun ging es daran, den im DVT  koronal nur schwach und im weiteren Verlauf nicht mehr darstellbaren B zu suchen und aufzubereiten. Hierbei war die Dentinfarbe und die Symmetrie-Regel hilfreich. Ein Munce-Bohrer 1/4 half den stark obliterierten Eingang des B freizulegen. Es folgte die übliche Abfolge von rotierenden NiTi-Instrumenten (ProFile 15/04, 20/04 & 15/06 ) bis zum Erreichen des apikalen Endpunktes.

Interessant zu sehen, dass B deutlich vor dem radiologischen Apex endet. Zudem ein Paradebeispiel für den Nutzen von Vergrößerungshilfen.

Recall 7 Jahre

Ein weiterer Fall mit einem fakturiertem Instrument, welches nicht entfernt werden konnte, bzw. sollte.
In diesem Fall ist eine ProFile 25.04 frakturiert. Der apikale Knick war auf dem Ausgangsbild nicht erkennbar. Ein DVT hatten wir nicht angefertigt. Wozu, der Zahn schien so einfach…

Erst in der Röntgenkontrolle des Fragmentes war die schwierige apikale Situation sichtbar. Im Ausgangsbild war es nicht erkennbar.

Unser Vorgehen war, erst Gleitpfadpräparation mit Handinstrumente bis #15 und danach mit Profileinstrumenten in (variable Taper, variable Tip) VTVT Technik weiter aufbereiten.
Die Profile 25.04 brach ohne Anzeichen, ohne Vorwarnung und wir haben es nur am verkürzten Instrument bemerkt.

Den Versuch, das Fragment zu entfernen habe ich nach 30 Minuten abgebrochen , da ich es optisch nicht darstellen konnte. Im Nachhinein muss ich sagen, daß dies ein Versuch war, den ich hätte bleiben lassen sollen.
Der Substanzverlust ist bei derartige gelegenen Fragmenten zu hoch.

Das positive ist, daß der Zahn seit dem problemlos und symptomlos ist.

Fistel unklarer Genese (I)

Von Christoph Kaaden

Seit circa einem Dreivierteljahr plagt die heute neunjährige Alissa eine Fistel in Regio 22.

Ursprünglich wurde der Milchzahnrest des 62 als ursächlich erkannt und daraufhin entfernt…

Alio loco angefertigtes OPG mit Milchzahnrest Regio 62

Leider stellte sich der gewünschte Erfolg nicht ein und die Fistel persistierte.

Das zu einem späteren Zeitpunkt angefertigte Einzelzahnröntgenbild dieser Region liess nun den Verdacht aufkommen, dass Zahn 63 ursächlich sein könnte.

Das alio loco angefertigte Foto zeigt eine Fistel in Regio des durchbrechenden Zahnes 22

Daraufhin wurde auch dieser Zahn entfernt..

Leider mit genauso wenig Erfolg, wie bei der vorherigen Therapie….

die Fistel persistierte…

Der spätere Versuch, den „Fistelgang“ mittels Guttaperchastift radiologisch besser darzustellen war ebenfalls mässig erfolgreich und brachte keine weiteren wertvollen Informationen…

Der Fistelgang wurde daraufhin wiederholt gespült, was nur kurzzeitig zu einer Reduktion des Granulationsgewebes führte…

die Fistel persistierte…

Die behandelnde Kieferorthopäden überwies uns schliesslich die junge Patientin, nachdem ihr der nächste Therapievorschlag wenig schlüssig erschien.

Angedacht war, den bisher nicht durchgebrochenen Zahn 23 chirurgisch freizulegen, um diesen dann zu extrudieren…

Bei unserer Erhebung der Anamnese gab die Mutter an, dass ihre Tochter in der Vergangenheit zweimal ein Frontzahntrauma in der Oberkieferfront erlitten hatte. Zuletzt resultierte dies in einer unkomplizierten Kronenfraktur an Zahn 21. Dies war vor circa zwölf Monaten.

Der Defekt war im Anschluss mittels Kompositfüllung versorgt worden.

Klinisch stellte sich die Situation für uns so dar:

Die weiteren Untersuchungen brachten keine besonderen Erkenntnisse.

Der wiederholt durchgeführte Sensibilitättstest (Kältespray) der entsprechenden Zähne wurde von Alissa als positiv angegeben. Der Lockerungsgrad und die Klopfempfindlichkeit waren unauffällig…

Wie sollte es Ihrer Meinung nach weitergehen?

leider persistiere die Fistel.

Unverhofft

In diesem Fall war ich vor Behandlungsbeginn schon wenig optimistisch. Die Patientin bedrängte mich, doch noch einen weiteren Behandlungsversuch zu machen.

Bereits 2 mal wurde der Zahn endodontisch 36 behandelt. Eine alio loco angeratene WSR lehnte die Patientin ab.
Sie stellte sich mit akuten Beschwerden und beginnender Abszeßbildung am Zahn 36 vor.
Die ungünstige Prognose erhärtete sich noch mehr in der Behandlung. Trotz intensiver und langwieriger Versuche, war es mir unmöglich mesial alles WF Material zu entfernen.
Ich konnte es nicht direkt sehen. Aber im Spiegel der Spülflüssigkeiten war ein dezenter rosé Schimmer zu erkennen. Wie einer Fata Morgana jagte ich dem Schimmer hinterher.

Vorgebogene US Feilen, Micodebrider, Microopener, mit Nichts habe ich die Guttaperchareste entfernen können. Im Einvernehmen mit dem Patienten haben wir uns auf das Belassen verständigt. Ultracal habe ich nahe an das verblieben WF Material gepresst, dieses ist dann auch nach periapikal gelangt. Der Grund war eine in der ersten Sitzung erkennbare chronische periapikale Exudation in das Kanalsystem.

Das mesial apikal konfluierende Kanalsystem hatte apikal #60. Die Wurzelfüllung erfolgte mit AH+ und thermisch vertikaler Kondensationstechnik, distal apikal war der Durchmesser größer #60 mit einer Resorptionslakune. Der Verschlüsselung erfolgte mit ProRoot MTA ohne kollagens Widerlager.

Nun war wieder ein Recall fällig und ich bin schon erstaunt, daß nach 3 Jahren ein derartiger, unverhoffter Heilungsprozeß erkennbar ist.

Enger Dreier

von Jörg Schröder

Prämolaren mit drei Wurzeln sind aufgrund der zum Teil beengten intrakoronalen Platzverhältnisse immer eine Herausforderung.

Besonders schwierig jedoch, wenn die Kanalsysteme lang und besonders eng sind. Die Arbeitslänge des in der Erstintervention nicht aufgefundenen MB betrug 27 mm.

Die in der Furkation gelegene, sehr kleine Perforation, war da eine eher kleine Hürde, jedoch der Grund zur Überweisung.

Die ausgeprägte periapikale Pathologie lässt den Schluss zu, dass die Pulpanekrose bereits einige Zeit bestanden haben muss.

Als erstes galt es die vorhandene Zugangakavität so zu modifizieren, dass der bislang nicht aufbereitete MB sicher einzusehen war.

Nach initialem Spülen waren die zwischen MB und DB gelegene Perforation und das noch weiter mesial gelegene MB-Kanalsystem deutlich zu erkennen.

Die Erschliessung der engen Kanalabschnitte erfolgte in bewährter Weise mit ProFile 15/04, 20/04 und 15/06 bis etwas weiter als zum Beginn des unteren Wurzeldrittels. Dann konnten die apikalen Abschnitte mit Path Files bis zum Foramen aufbereitet werden (13,16,19). Die Behandlung erfolgte aufgrund der Komplexität zweizeitig.

Dabei wurde bewusst auf den sonst immer zuerst durchgeführten Perforationsverschluss verzichtet, da diese sehr klein war und das Manipulieren des MTA die Möglichkeit des Verbringen desselben in die bereits erweiterten Kanäle geboten hätte. Das mühsame Abdecken der sehr kleinen Orifizien mittels Schaumstoff konnte so ebenfalls umgangen werden.

Nach Obturation der Kanalsysteme mit BC Sealer und formkongruenter Guttapercha in der zweiten Sitzung wurde die Perforation mit Total Fill Putty verschlossen und beide bukkalen Orifizien mit warmer Guttapercha überdeckt.

Kleine Anmerkung zu den klinischen Bildern. Ich habe dieses Mal die Fotos bewusst nicht anders ausgerichtet, als sie während der Behandlung entstanden sind.  Kein Drehen oder Vergrößern. Nur Drag & Drop aus dem Dateiordner in das Keynote-Template.

Interessant, dass der Blickwinkel mit etwas Übung identisch einzuhalten (Spiegelausrichtung) und nur bei den palatinalen Details eine abweichende Angulation zu bemerken ist.

 

Furkationsbeteiligung – Recall

Von Christoph Kaaden

Gut sechs Monate ist diese Revision (inklusive WF mit Guttapercha&Sealer & BC Sealer high flow) her.

Gestern war die Patientin zum Recall bei uns.

:-)

SO macht Recall Spaß

Schnellste Revision – ever!

Von Christoph Kaaden

Gestern konnten wir eine OK-Molaren Revision im zweiten Termin abschliessen.

Ausgangs-Röntgenbild (alio loco) Zahn 16 mit apikaler Parodontitis und zum Teil überextendiertem WF Material

Die Entfernung des vormals eingebrachten WF-Materials gestaltete sich erfreulich einfach.

Um genau zu sein:

Sehr sehr sehr einfach.

„Gefühlt“ hat der Einsatz von Hedström-Instrumenten und Debrider circa 90 Sekunden umfasst.

Die Röntgenkontrolle zeigte, dass die Einstift-Füllungen in toto aus den Kanalsystemen entfernt werden konnten.

Zustand nach Entfernung des vormals eingebrachten WF Materials

Die weitere Präparation erfolgte dann bis ISO 040 (mesial/distal) bzw. ISO 060 (palatinal).

Masterpoint-Röntgenaufnahme nach Präparation aller vier Kanalsysteme (bei Konfluation mesio-bukkal)

Im zweiten Termin kamen dann Total fill BC Sealer high flow und Guttapercha zum Einsatz.

Abschluss-Aufnahme

Bleibt zu hoffen, dass der Heilungsverlauf ähnlich rasant verläuft wie die Entfernung des Wurzelfüllmaterials…

Prä-op vs. psot-op

Ich werde berichten….

Eine Geschichte aus dem Endozän

Es ist schon einige Jahre her.
Bei einer Patientin haben wir den Brückenpfeilerzahn 44 endodontisch behandelt und dem Überweiser mitgeteilt, daß der Zahn als Brückenpfeiler auf Grund der Substanzschwächung nicht dauerhaft funktionieren wird.

Darauf wurde die Patientin zu einem implantologisch tätigen Kollegen überwiesen, der mit erheblichen Aufwand zwei Implantate 45, 46 inserierte.
Alles gut. Nur sagte der Kollege zum Abschluss: Und wenn der Endozahn bald nicht mehr funktioniert, dann setzen wir ein schönes Implantat da. Die Patientin antwortete: Dieser Zahn ist erst neu behandelt und hat fast soviel wir ein Implantat gekostet.

Nun nach ca. 8  Jahren sieht die Sachlage so aus: Die Ursache sieht der Implantologe darin, daß die Patientin plötzlich wieder mit Rauchen angefangen hat, Grund tragischer Todesfall in der Familie.

Was soll man jetzt tun?
Doch wieder eine Brücke inserieren. Die Patientin raucht bis heute. Einen neuen Knochenblock will der Chirurg nicht setzen.
Nun muss der „Endozahn“ wohl die Situation retten…

Total Fill BC Sealer high flow (II)

Von Christoph Kaaden

Anfang der Woche hatte ich einige radiologische Beispiele unserer High flow-Anwendung gezeigt.

Heute möchte ich ein paar bewegte Bilder hinzufügen.

Neu für uns sind bei dieser Anwendung massgeblich folgende drei Punkte:

-geringere Trocknung der Kanalsysteme mit reduzierter Anzahl an Papierspitzen

-Einbringen des Sealers mit Kanüle (statt vormals Beschicken des Masterpoints mit Sealer)

-deutlich grössere Menge an Sealer

Das Video verdeutlicht das komplett andere Wärmeverhalten von High flow im Vergleich zum „klassischen“ BC Sealer (ohne „Ausflocken“ des Materials)…

ich bin auf Ihre Meinungen gespannt…

fire on

Total Fill BC Sealer high flow (I)

Von Christoph Kaaden

Vor Kurzem haben wir im WURZELSPITZE LIVE Talk über den klinischen Einsatz von Total Fill BC Sealer (high flow) gesprochen.

Wir haben seit einiger Zeit auf dieses „neue“ Material (= BC high flow) )umgestellt und ich möchte diese Beitragsreihe nutzen, um über unsere Erfahrungen zu berichten.

Gestartet haben wir vor einer Reihe von Jahren mit Total Fill BC Sealer.

Die Anwendung bedeutete eine Abkehr des bisherigen Vorgehens hin zu einem vermehrten Einsatz von Sealer (statt Guttaperacha)

Für ich stark gewöhnungsbedürftig…

u.a., weil der Sealer beim Kontakt mit dem Wärmeträger sofort „ausflockte“…

Trotzdem sehe und sah ich eine Reihe von Vorteilen (keine Schrumpfung, Hydrophilie …)

Einige Zeit später wurde ich auf die „high flow“ Variante von Total Fill aufmerksam.

Unser erster Eindruck…

sehr gut.

Was sich dadurch erklärt, dass sich das Material wie vormals verwendete Sealer verhält (bei hoffentlich „besseren“ labortechnisch-klinischen Ergebnissen)…

Hier als erstes Mal ein paar klinisch-radiologische Beispiele, die einen ersten Eidruck zur Opazität und Fließfähigkeit des Materials geben…

Das Handling entsprach dem, was ich von bisherigen Sealern gewohnt war…

wäre da nicht der Preis…

aber mehr zu diesen Punkten und mehr später…

Hier noch ein interessanter Link mit einigen Beschreibungen zu den Materialeigenschaften.

Heilt es oder heilt es nicht? (3)

In dem letzen Beitrag hatte ich um die zeitliche Schätzung des Heilungsverlaufes gebeten. Vielen Dank für die Teilnahme.

Die Ergebnisse:

Antwort Stimmen Prozent
6 Monate 0 0%  
1 Jahr 0 0%  
2 Jahre 3 16%  
3-5 Jahre 12 63%  
Mehr als 5 Jahre 3 16%  
10 Jahre 1 5%  
mehr als 10 Jahre 0 0%

Ausgangspunkt war die oftmals gestellte Frage: Wann ist die Entzündung weg?

In dem vorgestellten Fall ist zur Dauer der röntgenlogisch erkennbaren Heilung ein Zeitraum von fast genau 7 Jahren vergangen.

Meine Antwort an den Patienten lautet auf diese Frage: Die Heilung dauert in der Regel genau so lange, wie der Zeitraum der Entstehung bis zur Manifestation der Entzündung.
Wir wissen allerdings fast nie, wie lange genau der letzt genannte Zeitraum war.

Der Zeitraum von 7 Jahren entspricht nicht dem im Paper „Good clinical practice: Die Wurzelkanalbehandlung“ genannten Zeitraum.

Was können Ursachen sein?
Der Fall wurde 2005/2006 begonnen zu behandeln. Die DGZ Stellungnahme ist vom Jahr 2004/2005. Es sind also keine wesentlichen Unterschiede im Jahrgang vorhanden.

Die Revision unter mikroskopischer Kontrolle war für mich zum damaligen Zeitpunkt sehr schwierig. Es war meine erste Thermafilrevision mit verkeiltem Carrier. Die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 5%, CHX,  und EDTA 17% und Ultraschallaktivierung.
Die Aufbereitung der Kanäle erfolgte mit Profile und ProTaper. Die Behandlung verlief zweizeitig und es wurde CaOH als Med. verwendet.

Mich überrascht der langsame Heilungsverlauf im Verhältnis zum Artikel der DGZ.
Die Aufbereitung, bzw. der shape ist nicht das, was ich als gut bezeichnen würde. Damit müsste auch die Desinfektion im apikalen Kanalbereich weniger effektiv sein.
Weniger Volumen an Desinfektionsmittel und der Transport per Kanüle dahin war von mir weniger überwacht als heute. Aber es heilte.
Ein weiterer oder anderer Grund könnten die apikalen Sealer-Puffs durch die erste endodontische Behandlung und Thermal WF sein. Im Bereich dieser mir leider nicht bekannten Sealerreste könnte ein verlangsamte Heilung eingetreten sein.

Überpresstes Wurzelfüllmaterial ist für Schilder 1967 ein Hinweis für die erfolgreiche dreidimensionale Wurzelfüllung.
(Schilder, H. (1967). „Filling root canals in three dimensions.“ Dent Clin North Am: 723-744.;)
Es gibt in der Literatur Angaben, daß die Heilung bei Sealer Überpressungen um 32% geringer ist.
(The impact of sealer extrusion on endodontic outcome: A systematic review with meta-analysis.; Aminoshariae A, Kulild JC.; Aust Endod J. 2020 Apr;46(1):123-129. )

Ein Grund um biokompatiblere Sealer zu nutzen?

Möglicherweise, aber auf Wurzelspitze finden wir Fälle die schneller ausheilten, beispielsweise hier.

Ein weiterer Fall aus meiner Praxis um 2006, zeigte die apikale Heilung ohne Sealerextrusion im Bereich von 5 Jahren. Leider kam es zu einer VRF nach ca. 13 Jahren. Auch hier ein etwas längerer Heilungsverlauf.
Ich kann nicht einschätzen, warum das so ist. Aber es erscheint mir eine Verquickung mehrere Dinge zu sein – 1. Röbildauswertung -Heilungsphase oder auch Stagnation wird oftmals Fällen zu schnell vermutet, 2. Behandlerfähigkeiten, wie in dem Fall von mir und möglicherweise 3. gewebetoxische Materialien und 4.Schwierigkeiten und Biofilmpersistenz in Revisionsfällen.

 

 

Kurz berichtet: Ausgeheilt bei Zustand nach Avulsion mit Recall nach 4 Jahren

Von Christoph Kaaden

Vor vier Jahren (19.01.2017) wurde uns die damals 10-jährige Jana überweisen.

Folgende Informationen hatten wir von dem Zuweiser erhalten:

Zustand nach Zahntrauma (Avulsion Zahn 21, extrusive Dislokation Zahn 11 ) am 1.12.16.

Zustand nach Frontzahntrauma mit Avulsion Zahn 21 und extrusiver Dislokation Zahn 11 (alio loco)

Der Zahn 21 wurde nach weniger als einer Stunde replantiert, jedoch erfolgte die Lagerung zwischenzeitlich in einem feuchten Handtuch. Zusätzlich kam dazu, dass der Zahn beim Notzahnarzt während der Replantation versehentlich mit dem Sauger ein-bzw. abgesaugt wurde…

nach dessen Bergung aus dem entsprechenden Sieb wurde dieser dann aber doch noch replantiert.

Eine Kunststoffschienung wurde angelegt und bis heute nicht entfernt.

Die Zähne 21 und 11 sind eindeutig nicht vital und bei 21 zeigt sich eine Fistelbildung.

Zustand nach Replantation und Schienung mittels Komposit; apikale Aufhellung an Zahn 21 bei nicht eingeleiteter endodontischer Therapie

Die Behandlung der beiden Zähne erfolgte mehrzeitig. Aufgrund des nicht abgeschlossenen Wurzelwachstums kam apikal MTA zum Einsatz.

Post-op Aufnahme nach mehrzeitiger Behandlung mit MTA Anwendung apikal.

Anfang diesen Jahres (2021) war Jana zur Kontrolle bei uns in der Praxis.

Trotz unphysiologischer Lagerung zeigt insbesondere der vormals avulsierte Zahn keinerlei Anzeichen einer Ersatzresortion und die apikale Aufhellung ist ausgeheilt.

4 Jahre post-op, keine Zeichen einer Ersatzresorption bei apikal unauffälligen Verhältnissen

Auch klinisch präsentiert sich die Situation erfreulich.

Prä-op vs. 4 Jahre post-op

SO macht Recall Spaß

:-)

Kurz berichtet – Aufhellung mesio-bukkal an 16 – ausgeheilt nach Revision

Von Christoph Kaaden

Die Tage erreichte uns das Einjahres-Kontrollröntgenbild eines von uns behandelten Zahnes 16 nach Revision.

Ein Jahr ist der Abschluss dieser Thermafil-Revision her.

Hier die Kurzabfolge des Falles:

Prä-OP Röntgenaufnahme bei Zustand nach also loco durchgeführter endo. Therapie; ausgeprägte Aufhellung mesio-bukkal
Screenshots des DVTs.Fenestration der bukkalen Kortikalis; Übersehne Kanalsysteme mesio-bukkal
Post-op-Aufnahme nach erfolgter zweizeitiger Revision
1 Jahr post-op; radiologisch vollständige Remission der vormals mesio-bukkalen Aufhellung
Prä-op vs. 1 Jahr post-op

S O macht Recall Spass

:-)

Praxistauglicher Kompromiss

von Jörg Schröder

Vergangenen Freitag hatte ich hier drei Fälle vorgestellt, bei denen die eigene Diagnostik Komplikationen zu Tage förderte, die in den Überweisungsformularen keine Erwähnung gefunden hatten.

In den nächsten Beiträgen möchte ich nun die Dokumentation der klinischen Behandlung einstellen.

Fall1: Zwei unerwartete Fragmente.

Nach der Auswertung des kleinvolumigen DVT der Regio 27 hatte ich der Patientin bereits gesagt, dass ich die Entfernung des jenseits der apikalen Krümmung gelegenen Fragmentes in MB für eher unwahrscheinlich erachte.

Das Fragment war kurz und nach der s-förmigen apikalen Krümmung verblieben. Ein Eingebolztsein war mehr als wahrscheinlich. Neben der Entfernung durch die schall- oder laseraktivierte Spüllösung, kam noch das Passieren des Fragmentes mittels vorgebogener Handinstrumente bzw. das Belassen des Fragmentes in Betracht. Forcierte Versuche kamen für mich nicht in Frage, da selbst beim Belassen des Fragmentes aufgrund der kurzen Strecke bis zum Foramen mit einer gewissen Desinfektion gerechnet werden kann, da die Spüllösung entlang der Schneidräume des Instrumentes vordringen könnte. Zudem besteht zusätzlich die Option der chirurgischen Intervention, falls sich in der Zukunft eine periapikale Pathologie an der mesialen Wurzel entwickeln sollte.

Das in DB befindliche Instrumentenfragment weist einen schmalen Querschnitt auf. Das weist auf eine Fraktur während der initialen Aufbereitungsphase hin. Von einer Desinfektion der weiter apikal gelegenen Kanalanteile kann – im Gegensatz zur Situation in MB – nicht ausgegangen werden. Zudem ist die apikale Strecke mit fast 3 Millimetern so lang, dass hier nennenswerte Anteile an Pulpagewebe verbleiben könnten.

Nach absoluter Trockenlegung – vielen Dank an dieser Stelle an Olaf Löffler für die Empfehlung der Klammer 27N, die bei trapezoidem Zahnquerschnitten eine sehr gute Retention gewährleistet – konnte die in den mesiale Defekt hinein proliferierte Gingiva verdrängt und der präendodontische Aufbau erstellt werden.

Um eine möglichst lange Einwirkzeit der Spüllösung zu gewährleisten wurde zunächst die Aufbereitung des palatinalen Kanalsystems durchgeführt. Anschliessend kam in MB und DB die ErYAG-Laser-unterstütze Irrigation von MB und DB zum Einsatz. Da das Fragment nicht herauszuspülen war, erfolgte der leider ebenso vergebliche Versuch das Fragment mittels vorgebogener Handinstrumente der Größe 008 zu passieren. Als auch dies nicht gelang wurde der Kanal bis zum instrumentierbaren Ende auf 40/06 erweitert und erneut ausgiebig schall- und laserunterstützt durchgespült.

Nach Erweiterung des Orifiziums des DB konnte kurz darauf das Fragment und die distal davon befindliche Stufe visualisiert werden. Das Fragment selbst war auf voller Länge eingebolzt und musste in zwei Teilen entfernt werden, da sich nach initialer Freilegung nur das obere Drittel löste. Erfreulicherweise konnte der Hartsubstanz auch trotz recht eingeschränkten Platzverhältnissen sehr gering gehalten werden.

Wichtig: die radiologische Kontrolle nachdem es nach visueller Inspektion als sehr wahrscheinlich zu erachten war, dass das Fragment vollständig geborgen werden konnte.

Mittels vorgebogenem Microopener wurde der Originalkanal Taktik erfasst und anschliessend im gekoppeltem Modus (zuerst manuelles Einführen der NiTi-Feile im trockenen Kanal, dann Fluten mit NaOCl und abschliessendes „Koppeln“ = „Überstülpen“ des Endomotors) aufbereitet.

Nach Abschluss der Obturation und adhäsivem Verschluss bleibt jetzt nur zu hoffen, dass die Desinfektionsbemühungen auch im MB trotz Belassen des Fragmentes von Erfolg gekrönt sein werden.

Die „radiologische Zyste“ (2)

Über die „Un“Möglichkeit an Hand eines Röntgenbildes eine Zyste zu diagnostizieren hatte ich bereits geschrieben.
Quintessenz: Die Diagnose Zyste als Verdachtsdiagnose oder als eine Differentialdiagnose mit Verdacht angegeben.

Der erste Fall aus dieser Reihe

Die Patientin stellte sich ohne Beschwerden, ohne Symptome bei uns vor. Der apikale Befund war ein Zufallsbefund.
Klinische Befunde zeigte eine negative Sensibilität an 24 und 25. Auf Perkussion gab die Patientin keinen Schmerz an. Eher eine Art dezente Mißempfindung an 25. Der Lockerungsrad ist 0 und die Sondierungstiefen liegen zwischen 2-4mm.

Im Röntgenbild ist eine raumfordernde, scharf begrenzte, hypodense, weichteildichte Struktur im Sinne einer P. apicalis, differentialdiagnostisch radikalere Zyste zu erkennen.

Es wurde ein DVT angefertigt.

Die Patientin wurde zur geplanten Behandlung  beraten.
Die endodontische Behandlung steht an erster Stelle. Nach Röntgendiagnostik in Abständen von 6/ 12/ 24 Monaten können wir entweder eine Heilungstendenz/Heilung beobachten oder wir sehen eine weiter bestehende röntgenlogische Situation.
In diesem Fall ist die Differentialdiagnose Zyste wahrscheinlich oder ein persistierender periapikaler auf der Wurzeloberfläche aufgelagerter Biofilm.
In diesen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff indiziert. Entweder in Form einer apikalen Kürettage oder Teilreketion der Wurzel.

Die endodontische Behandlung wurde wie besprochen durchgeführt.
Nach 6/12 Monaten ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar, die derzeit eine entsprechende chirurgische Intervention nicht notwendig erscheinen lässt.

War es nun keine Zyste?

Wir wissen es nicht. Alles ist möglich…
Literatur:
Proliferation of Epithelial Cell Rests, Formation of Apical Cysts, and Regression of Apical Cysts after Periapical Wound Healing
Louis M. Lin, BDS, DMD, PhD,* George T.-J. Huang, DDS, MDS, DSc,† and Paul A. Rosenberg, DDS*

Klicke, um auf PIIS0099239907001707.pdf zuzugreifen

 

Sturz im Bad (III)

Von Christoph Kaaden

Vor ein paar Tagen erreichte uns eine kurz gehaltene E-Mail des Zuweisers zu diesem bzw. diesem Traumafall.

Magdalena war heute bei mir zur Kontrolle. Beschwerdefrei, klinisch fest, keine apikale Druckdolenz“

Hier noch die mitgeschickten Recallaufnahmen.

Alio loco angefertigtes Kontrollröntgenbild ca. 6 Monate nach Trauma

Klinische Situation – alio loco aufgenommen

Ich werde weiter über den Verlauf bei Magdalena berichten…

35 mit tiefer Aufgabelung

von Jörg Schröder

Bereits das präoperative Röntgenbild liess zumindest ein linguales Kanalsystem vermuten.

Das DVT zeigte jedoch,. dass sich B in der Tiefe in MB und DB aufgabelte, wobei DB in Krümmung nach Distel und MB eher als eine Art Sackgasse und deutlich vor der Arbeitslänge des DB endete.

Trotz Erweiterung des B über das normale Mass hinaus – das PostOp-Bild zeigt dies deutlich – gelang es nicht die Aufgabelung in der Tiefe zu visualisieren. Vorgebogene ProTaper-Handinstrumente liessen sich in MB bis zu S1 auf Patency führen.

Der linguale Kanal war besonders initial sehr unangenehm aufzubereiten, da er zunächst auf deutlicher Strecke zunächst nach bukkal verlief.

Nach Insertion des Masterpoints in DB und thermisches Kürzen desselben bis kurz vor die Aufgabelung wurde MB in reiner Squirttechnik gefüllt.

Das Recall wird zeigen, ob laser- und schallaktivierte Spülung erfolgreich gewesen waren.

Recall

immer wieder laden wir von uns behandelte Patienten zu einem Recall ein.
Wirtschaftlich betrachtet ein Wahnsinn. ( ä1, Rö2 ). Die Patienten kommen mitunter nicht, sagen nicht ab und man hat eigentlich genügend Patienten die auf einen kurzfristigen Termin warten. Wir hofften mit einer SMS Erinnerung mehr zu erreichen. Diese hat sicher die Vergesslichen erinnert. Aber es gibt trotzdem noch einiges an Ausfällen.

Wir wissen nicht, warum der Patient nicht kommt.
Ist der Zahn entfernt, ist der Zahn so schmerzfrei, daß er vergessen wurde samt Termin, oder, oder, oder.
Wir lassen uns nun häufiger Röntgenbilder vom HZA zusenden und befunden diese. Ist häufig auch nicht optimal.
Nun schrieb uns ein Patient noch vor der SMS eine Mail:

Sehr geehrter Herr Dr. xxxx,
Sehr geehrtes Praxisteam,
ich habe am 24.11. um 8 Uhr 30 einen Kontrolltermin den ich absagen muss, ich befinde mich auf Montage in Brandenburg und kann den Termin nicht wahrnehmen. Ich bitte um Entschuldigung, möchte Ihnen auf diesem Wege noch mal herzlich für Ihre perfekte Arbeit danken, ich bin sehr froh das Sie mich von meinen Schmerzen befreit haben…..
DANKE
für Sie und Ihr Team alles Gute, bleiben Sie gesund.
Mit freundlichen Grüßen 

xxxx

Das ist eine Nachricht die uns freut und hilft auch wenn wir kein Röntgenbild haben werden. Deshalb werde ich zukünftig die Patienten, welche nicht kommen, bitten, uns mitzuteilen ob es Probleme gab oder gibt.
Hier der Fall.

Wie hältst Du es mit dem Haarriss?

von Jörg Schröder

Eine Gretchenfrage zum Wochenbeginn.

Was empfehle ich den Patienten, deren Beschwerden an einem Zahn mit (noch) vitaler Pulpa mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem Haarriss ausgehen, der in der Pulpakammer endet?

Wann empfehle ich die Extraktion? Wann entscheide ich mich für einen Erhaltungsversuch?

Aufgrund unklarer Beschwerden im rechten Oberkiefer wurden im nachfolgendem Behandlungsfall alio loco die Zähne 15,16 und 17 anbehandelt.

Zahn 16 wurde trepaniert und ein endodontische Behandlung eingeleitet. Die stark obliterierten mesialen Kanalsysteme MB1 und MB2 konnten nicht, DB zur Hälfte und P vollständig erschlossen werden. Nach der Einlage von CaOH2 persistierten die Beschwerden weiterhin.

Bei Zahn 15 wurde die vorhandene Teilkrone entfernt und durch eine kurzzeitprovisorische Füllung „ersetzt“.

Die Krone an 17 wurde entfernt, der Zahn trepaniert und nachdem die Kanalsysteme nicht erschlossen werden konnten wurde nur die Zugangskavität kurzzeitprovisorisch verschlossen.

Nach klinischer Untersuchung (deutliche Perkussionsempfindlichkeit mit palpatorischer Druckdolenz an 16, geringe Perkussionsempfindlichkeit 15, dort positiver Sensibilitätstest) und Auswertung des DVT habe ich folgende Vorgehensweise vorgeschlagen:

  • adhäsive Restauration Zahn 15, bei Rissgeschehen tiefe „Pulpotomie“, da die vollständige Erschliessung der apikalen  Aufgabelung zu zeitaufwändig wäre.

  • Medikamentöse Einlage CaOH2 und klinische Reevaluation der Beschwerden.
  • Einzeitige endodontische Behandlung Zahn 16 in gleicher Sitzung.
  • Einzeitige endodontische Behandlung Zahn 17 in gesonderter Sitzung.

Klinisch imponierte an Zahn 15 ein von der mesialen Randleiste startender und das Pulpakammerdach vollständig durchziehender Haarriss, der auf Höhe des mesialen Gingivarandes in die Pulpakammer eintritt und ab dort nicht weiter verfolgt werden konnte.

Nach initialer Aufbereitung bis zur Konfluation – nach schall- und ultraschallunterstützter Irrigation kam es zu einem Flüssigkeitsaustausch zwischen B und P – wurde CaOH2 eingelegt und die Zugangskavität adhäsiv verschlossen. Aufgrund der im gleichen Termin noch geplanten endodontischen Behandlung von Zahn 16, habe ich die Approximalräume nicht so präzise gestalten können, sodass der distale Kontaktpunkt zu 16 nicht vorhanden ist.

In Zahn 16 waren MB1 und besonders MB2 stark obliteriert, sodass die Gesamtbehandlungsdauer die 3-Stundengrenze knapp erreichte.

Welche Entscheidung treffen Sie im Hinblick auf die weitere Behandlung des 15? Auf die Rückmeldungen bin ich gespannt.

Verkapptes „C“

von Jörg Schröder

Bereits der erste Blick auf das Einzelbild lässt sofort den Gedanken an ein c-förmiges Kanalsystem aufkommen. Zahn 47 und ein pfahlförmige Wurzelkontur.

Nicht selten jedoch ist zwar die Grundanlage ein „C“ praktisch reicht das Spektrum von rundlichen Kanaleingängen die, miteinander verbunden, in der Aufsicht ein „C“ ergeben bis hin zu Kanalanordnungen, die einem Semikolon entsprechen.

Häufig zu beobachten sind dabei Kommunikationen im mittleren und/oder unteren Kanaldrittel.

Während MB und D trotz der multiplanaren Krümmung von ML recht unkompliziert mittels rNiTi erschlossen werden konnten (für die koronalen 4/5 habe ich ProFile-Instrumente, für das letzte Fünftel PathFiles eingesetzt) war MB mehr oder weniger unwillig.

Nach ca. 13 mm lief die ProFile 15/04 wie gegen eine Wand. Um nicht im Nirgendwo zu enden oder gar zu perforieren, habe ich daher die Masterpoint- Aufnahme zur Orientierung genutzt. Da sich die bis zur gedachten Konfluation verbliebene Strecke als kurz (3mm) herausstellte, kamen zur finalen Aufbereitung ein Satz neuer ProFiles zum Einsatz, obwohl die benutzten nicht aufgedreht erschienen.

Nach unter 1 Minute war der Kanal gängig und die Konfluation mit D konnte per eingebrachten Papierspitze visualisiert werden.

Immer wieder schön zu sehen, dass sich eine mit Überlegung gepaarte Beharrlichkeit auszahlt.

 

Routine (2)

Eigentlich hätte dieser Fall es nicht bis zur Fallvorstellung geschafft.
Es war Routine.

Der Patient suchte uns mit dem Wunsch auf unbedingt den Zahn15 zu erhalten. Er hatte Beschwerden an dem fistelnden Zahn, wenn er flog.
Er ist Pilot und damit ist das suboptimal.

Der Zahn wurde bereits endodontisch behandelt und eine WSR erfolgte. Nun wollte man nochmal chirurgisch intervenieren. Der Patient wollte vorher eine Zweitmeinung hören.

15 zeigte keinen Lockerungsgrad und keine erhöhten Sondierungstiefen. Die Krone hatte einen subotpimalen Randschluß.

Wir haben ihm nur bedingt zur Behandlung geraten, da der Substanzverlust nach der, man muss es hier so sagen, unsinnigen WSR erheblich war und eine Verringerung der apikalen Läsion mit Fistelheilung für eine mögliche spätere Implantation nicht unvorteilhaft ist.

Der Patient wollte aber unbedingt den Zahnerhalt.

Die Behandlung verlief routiniert, Entfernung des WF Materials, Entfernung der retrograden WF, Aufbereitung und Desinfektion der Kanäle, apikales kollagens Widerlager, Verschluß des Neoapex nach WSR mit ProRoot MTA,  thermoplastische WF und adhäsiver Verschluß.
Die prothetische Neuversorgung des Zahnes  wurde von uns nach dem 6 Monatsrecall empfohlen.

Die Behandlung dieses Zahnes war für uns zu Beginn dieses Jahrhunderts eine in unseren Augen, völlig aussichtslose Sache. Selbst eine nochmalige WSR, wie hier geplant war,  hätten wir nicht empfohlen.
Heute können wir im DVT erkennen, daß es gar keiner WSR bedurft hätte, sondern nur einer Revision mit der Behandlung des gesamten Endodonts.

Routine

Im heutigen Fall handelt es sich um eine reine Routinebehandlung.
Entfernung eines Instrumentenfragmentes und Fremdmaterial aus den Kanälen des Zahnes 25.
Vor 20 Jahren war das mal mein Traum…

In den Jahren 2000-2003 kam die Endodontie immer mehr in mein Blickfeld.  Zu viele Misserfolge haben mich gezwungen das ungeliebte Fachgebiet genauer zu betrachten.

Da gab es solche verrückten Kollegen, die mit einem Mikroskop in den Zahn schauten.
Das klang nicht uninteressant, aber die zu erwartenden Investitionskosten waren für mich utopisch. Es musste einfacher gehen.

Deswegen hatte ich einige Alternativen ausprobiert, wie beispielsweise Depotphorese mit Curapal. Aber auch das ließ die MIßerfolge nicht deutlich weniger werden.

Kupfer-Kalziumhydroxid (Cupral) hat einen 400fach höhere, keimtötende Wirkung) gegenüber herkömmlichen Medikamenten, welche im Wurzelkanal zur Anwendung gelangen, betonte Prof. Knappwost. Ihn hatte ich kontaktiert, weil ich wissen wollte, warum meine Misserfolge nicht dramatisch sinken. Er konnte es mir letztendlich nicht erklären.

Dann hörte ich von diesen neuen Nickeltitaninstrumenten.
Auf einer Dentalmesse erklärte mir eine nette Dame von Dentsply die Vorzüge. Und ich durfte mal am Stand probieren in einem Plastikblock. Es gab Protaper und Profile. Mit dem Protaper hatte ich ganz schnell eine Instrumentenfraktur geschafft. Die Profile waren deutlich weniger aggressiv. Diese bestellte ich sofort.
Am ersten Zahn, den ich behandelte nach einigen Tests am Plastikblock kam ich nicht wirklich vorwärts. Und meine Schlussfolgerung war, mehr Druck, damit die Feile nach unten geht. Die nachfolgende Fraktur hat mich in meiner ganzen weitern Praxistätigkeit nicht mehr losgelassen. Dieser Zahn war mein 100000 Eurozahn.

Viel mehr als diese Summe investierte ich in die nächsten Jahre an Weiterbildung, Geräten und Instrumenten.
Nach 100000 Euro habe ich aufgehört zu zählen. Danach kam noch eine neue Praxis mit Arbeitsplätzen, die mikroskopergonomisch aufgestellt waren.

Was hätte ich damals gegeben um dieses Fragment entfernen zu können.

Nun gehörte ich zu den Verrückten mit dem Mikroskop. Und die Misserfolge sind deutlich gesunken. Leider muß ich sagen, nicht auf Null. Aber wir behandeln Zähne, die ich früher abgewunken hätte. Aber ich weiß auch besser, wo die Grenzen liegen.

Der Weg war lang und hat mich Demut gelehrt. Jede Phase der Überheblichkeit wurde bitter bestraft.
Um so mehr freue ich mich, wenn so ein Behandlunsgfall erfolgreich ausgeht, wie diese routinemäßige und nicht wirklich schwierige Instrumentenentfernung. Die Stufe in diesem Fall zu überwinden, war eher die Herausforderung.

Erfreuliches Recall

von Jörg Schröder

Angesichts der strategischen Bedeutung dieses 18 als distaler Pfeiler einer viergliedrigen Brücke und des geringen knöchernen Angebotes in Regio 16 und 17 erschien der Versuch des Zahnerhaltes auch angesichts der ausgeprägten periapikalen Pathologie als sehr sinnvoll.

Die Behandlung wurde allerdings durch einen stark ausgeprägten Würgereiz erschwert, der noch nicht einmal ein suffizientes präoperatives Einzelbild zuließ. An intraoperative Röntgenbilder war noch nicht einmal im Ansatz zu denken.

So wurde die Behandlung im „Cowboy“-Stil durchgeführt.

Kein Überprüfen der Arbeitslänge mittels Messaufnahme, was angesichts der großen apikalen Lyse mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit einer Messungenauigkeit (Eintreten von Flüssigkeit aus dem Periapikalbereich führt zu einer falsch positiven Längenmessung) nicht gerade blutdrucksenkend bei mir wirkte. Zudem schwebte immer das Damoklesschwert des einsetzenden Würgereizes über der gesamten Behandlung. Die Muße intraoperative Bilder anzufertigen, hatte ich nicht.

Umso erfreulicher das Ergebnis des Recalls 14 Monate nach Abschluss der endodontischen Behandlung.

 

Kurz berichtet – Apikale Aufhellung – ausgeheilt nach Trauma und MTA-Applikation

Von Christoph Kaaden

Die junge Sophie war zehn, als sie vor drei Jahren ein Frontzahntrauma beim Radfahren erlitt. Hierbei wurden laut Zuweiserin die Zähne 21 und 22 disloziert.

Als wir die Patientin erstmals sahen hatte sich an Zahn 21 eine deutliche apikale Parodontitis ausgebildet.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig und benötigte in der Summe zwei Stunden.

Die Apikalregion wurde im zweiten Termin mit MTA verschlossen und das weitere Kanallumen anschliessend mit erwärmter Guttapercha und Sealer aufgefüllt.

Radiologische Kontrolle des MTA plugs
Abschlussröntgenbild nach Obturation des Kanalsystems und Verschluss der Zugangskavität mit Komposit

Diese Woche erreichte uns das Kontrollbild der zuweisenden Kinderzahnarztpraxis.
Es sieht aus, als wäre die Behandlung von vor 18 Monaten erfolgreich gewesen…

Recall Aufnahme der Zuweiserin 1 1/2 Jahre nach Behandlung
Prä-op vs. 1 1/2 Jahre post-op

Furkationsbeteiligung

Von Christoph Kaaden

Die nachfolgende 58-jährige Patientin wurde uns von ihrem Hauszahnarzt geschickt. Der Zahn 36 war vor einigen Jahren alio loco endodontisch behandelt worden. Jetzt beklagte die Patientin eine zunehmende Ausfbissempfindlichkeit sowie eine Blutung am Zahnfleischsaum bei der Zahnpflege.

Hier zeige ich Ihnen die Röntgenaufnahmen des Zuweisers.

Aufgrund der geringen Aussagekraft der Einzelzahnaufnahme ist von dem Kollegen zusätzlich ein kleinvolumiges DVT angefertigt worden.

Leider ist die Auflösung des verwendeten Gerätes mässig gut.

Es war für mich zu erahnen, dass bei der Vorbehandlung das mesio-linguale Kanalsystem unbehandelt geblieben war.

Während sich in der Bifurkation ferner eine Aufhellung zeigte war an den Radices keine Pathologie erkennbar…

bis zu diesem Zeitpunkt liess sich also für mich nicht zweifelsfrei klären, woher die Furkationsbeteiligung stammte.

 

Infrage kamen in einen Augen folgende Möglichkeiten:

  • Infraktur bzw. Längsfraktur
  • Perforation
  • Laterale Anatomie in Form eines Seitenkanals

 

Intra-koronal/kanalär fanden sich keine Besonderheiten und die Revision konnte routinemässig durchgeführt werden…

Masterpoint-Aufnahme nach Revision mit deutlich erkennbarer Osteolyse in Bifurkation

 

Einige Wochen später war die Fistel abgeheilt und die Patientin beschwerdefrei.

Bei der Wurzelkanalfüllung zeigte sich dann der Grund für die Furkationsbeteiligung.

Grosser Seitenkanal nach Wurzelkanalfüllung als Ursache der Osteolyse in der Bifurkation

Ich bin gespannt, wie das Recall in sechs Monaten ausfallen wird…

Dens invaginatus

Bei klinisch unversehrten Frontzähnen, die aus heiterem Himmel eine Fistelung und einen negativen Sensibilitätstest aufweisen, denkt man vielleicht zunächst an ein Zahntaruma als Ursache für eine Pulpanekrose.

Eine weitere, aber eher nicht so häufige Ursache, stellen Invaginationen dar, die entweder über eine direkte Verbindung zur Pulpa zu einer bakteriellen Kontamination derselben führen (OEHLERS Typ 2) oder, wie in nachfolgendem Fall, über die Dentintubuli, zu einer bakteriellen Besiedelung des Pulpakammerhohlraumes führen.

Oftmals fallen diese Schmelzeinstülpungen bereits im zweidimensionalen Röntgenbild als V-förmige Einziehungen auf. Klinisch finden sich die „Eingänge“ zu den Invaginationen ist immer palatinal des Pulpakammerhohlraumes und entspringen einer fast nicht als Hohlraum wahrnehmbaren Furche. Da diese schmelzausgekleidet ist, imponiert sie im DVT als hell ringförmige Struktur, die den eigentlichen Invaginationshohlraum umgibt.

Mein Vorgehen ist wie folgt:

  • Dreidimensionale Diagnostik, DVT. Klärung der Kanalgeometrie und etwaiger Besonderheiten. (Weite des Formens, Art der Kommunikation zwischen Invagination und Pulpa)
  • Pulver-Wasserstrahlgerät zur Entfernung von in der Einziehung anhaftender Plaque.
  • Anschliessend mit einem flammenförmigen Feinkorndiamanten die Einziehung erweitern.
  • Sondierung mittels Microopener
  • Initiale Spülung mit NaOCl
  • Erweiterung der Invagination
  • Bei erwiesener Pulpanekrose (Sens-Test) , Eröffnung der Pulpakammer mit Munde-Rosenbohrern.
  • Chemomechanische Aufbereitung, (Eddy, XP-Endo-Finisher)

Die Obturation erfolgte in diesem Fall aufgrund des sehr weiten Foramens mit MTA.

Die Behandlung wurde zweizeitig durchgeführt, da es in der ersten Sitzung zu einer diffusen Blutung aus dem Periapikalbereich kam (wie an dem nicht bis apikal gebrachten CaOH2 zu sehen ist).

 

 

Herodontics Zahn 46 (II)

Von Christoph Kaaden

 

Heute zeige ich Ihnen den Abschluss dieses Behandlungsfalls.

Gut vier Wochen nach dem ersten Termin erfolgte bei Beschwerdefreiheit und abgeheilter Fistel zunächst der Verschluss der Neoapices mit MTA. Auf das vorgeschaltete Einbringen ein resorbierbares Widerlager wurde verzichtet.

Röntgenkontrolle nach MTA Apexifikation

Das Backfill wurde mit erwärmter Guttapercha und Sealer (BC Sealer) durchgeführt und die Zugangskavität nachfolgend adhäsiv verschlossen.

Abschluss der Revisionsbehandlung Zahn 46 nach zweimaliger WSR

Das erste Recall ist in sechs Monaten geplant; das Ergebnis werde ich Ihnen dann gerne zeigen…

Prä-OP vs. Post-OP

 

 

37 mit akuten Beschwerden (Recall)

Über diesen  Fall haben wir hier, hier und hier berichtet.

Hier nun das 6 Monatsrecall.

Der Zahn ist symptomlos und die Patientintin glücklich.
Auf Grund des Substanzverlustes habe ich ihr angeraten den Zahn mit einer Teilkrone versorgen zu lassen. In diesen Fällen weise ich ausdrücklich darauf hin:

  1. eine zahnfarbene Restauration möglich ist, aber extrem aufwendig und schwierig einzusetzen setzen. ( Das das geht hat Winfried Zeppenfeld mal vor Jahren auf Endonews recht eindrucksvoll vorgestellt.)
  2. das Mittel der Wahl eine Goldteilkrone ist und das selbst bei dieser Risiken bestehen.
    Das führt meistens zu langen Gesichtern, da wir über eine „nichtzahnfarbene“ Restaurationen sprechen. Auch in diesem Fall war die Patientin nicht glücklich.
  3. Es ist eine chirurgische Kronenverlängerung angeraten.

Ich werde das nächste Recallbild vorstellen.

 

 

Anamnese

Der Patient wurde uns zur Instrumentenentfernung überwiesen.
In der von uns erstellten Anamnese tauchte das Medikament Truvada auf.

Bisher hatte ich davon noch nichts gehört und man überliest es schnell.
Truvada ist ein HIV Medikament und wird in diesem Fall zur PRÄ-EXPOSITIONS-PROPHYLAXE (Prep) eingesetzt.
Der Partner/Partnerin des Patienten ist HIV positiv.

Dies führte dazu, daß wir uns mit den aktuellen HIV-Richtlinien auseinander setzten.
Die BZK schreibt dazu:

Standardmaßnahmen und Praxisorganisation

Das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung bestehend aus, Einmalhandschuhen, Mund-Nasenschutz, Schutzbrille/ Schutzschild und ggf. Schutzkittel, wenn die Gefahr des Verspritzens von Flüssigkeiten besteht.
Sachgerechte Reinigung, Desinfektion und ggf. Sterilisation aller bei der Behandlung benutzten Medizinprodukte (Instrumente) gemäß ihrer Einstufung in Risikoklassen (RKI- Empfehlung, Hygieneplan).
Desinfektion der patientennahen Flächen nach der Behandlung.
Entsorgung kontaminierter Abfälle, wie z.B. Tupfer, OP-Abdeckungen, Watterollen o.ä. über den Hausmüll.
Für HIV-Infizierte ist weder ein eigener Behandlungsraum erforderlich noch ist es notwendig solche Patienten am Ende eines Sprechtages zu behandeln.

Die Tatsache, dass viele Patienten nicht von ihren Infektionserkrankungen wissen oder auf Grund negativer Erfahrungen diese dem behandelnden Zahnarzt nicht mitteilen, bedingt die Regel, dass alle Patienten so behandelt werden müssen als ob sie infektiös wären.

Zu den Nebenwirkungen der antiretroviralen Therapie und Modifikationen des zahnärztlichen Behandlungsschemas bei infizierten Patienten im Stadium AIDS sei auf Fachpublikationen hingewiesen.

Quelle: https://www.bzaek.de/berufsausuebung/hygiene/hivaids.html

Hier noch der Vollständigkeit halber die Bilder aus der Behandlung:

Zielschiessen

Wieder mal ein Fall mit Osteosyntheseplatten.

Der Patient hatte einen schweren Fahrradunfall und einige Zeit danach Probleme am Zahn 37.
Wir haben den Zahn 2015 wurzelkanalbehandelt und die Schwierigkeit war möglichst die distale Wurzel so anzuvisieren, daß man diese röntgenlogisch beurteilen kann. Nach der Behandlung war der Patient wieder auf großer Fahrradtour in der Welt unterwegs.
Nun hatten wir die Möglichkeit zum 5 Jahresrecall.

 

Die Revision der Revision…(2)

An dieser Stelle haben wir über den Fall und den Ausgangszustand berichtet.

Nach eingehender Beratung haben wir uns zusammen mit der Patientin für einen Revisionsversuch entschieden.

Die chirurgische Intervention in Form einer Wurzelspitzenresektion haben wir nicht in Betracht gezogen.
Die Extraktion und Implantation wäre eine Alternative. Allerdings werden die ästhetischen Ansprüche der Patientin auf Dauer schwer stabil zu lösen sein (ungünstiger Gingivatyp).

Die dezente Grauverfärbung des Zahnes ist bereits jetzt für Sie ein Problem. Durch ihren Beruf als Schauspielerin fällt es ihr schwer darüber hin weg zu sehen.
Ein internes Bleaching habe ich durch die Rißbildung im Wurzelbereich ausgeschlossen.Die Alternative Veneer war für die Patientin als Alternative vorstellbar.

Im Rahmen der Revision haben wir versucht möglichst wenig Wurzeldentin noch zu entfernen. Meine Hoffnung SAF war auf Grund des zu geringen Durchmessers der Feile nicht einsetzbar.
Nach der vollständigen Entfernung des Wurzelfüllmaterials entleerte sich ein purides Exsudat von apikal mit pulsschlagartigen Bewegungen. Nach ca. 30 minütiger Absaugung war nur noch eine dezente Exsudation zu erkennen. Apikal haben wir das Kanalsystem mit Mtwo Instrumenten bis Iso 60 aufbereitet. Für 21 Tage haben wir Ultracal apliziert.
Der apikale Verschluß erfolgte mit ProRoot MTA und apikalem kollagenem Widerlager. Der Zahn wurde adhäsiv verschlossen und zur Reduzierung der Compositeschrumpfung wurde ein Glasfaserstift eingesetzt.

Nach verhaltener Prognose konnten wir im Verlauf von 2 Jahren eine deutliche Heilung erkennen. Leider ist die Patientin verzogen und nun nicht mehr in unserem endodontischem Recall.

Die vorhergehenden Revisionen haben durch einen sehr subtraktiven Aufbereitungsweg und wenig Übersicht keinen Erfolg gebracht. Ein „einfacher Frontzahn“ wurde damit sehr stark geschwächt. Für Patienten mit einem ausgesprochenem Sprachberuf kann das fatal enden.

Große Aufhellung, langes Recall

von Jörg Schröder

Nachdem die Erstbehandlung des 25 offensichtlich nicht erfolgreich gewesen war, wurde dieser – ohne retrograden Verschluss – also loco resiziert. Ohne Erfolg. Die bestehende periapikale Lyse war beeindruckend groß.

Der Therapievorschlag einer erneuten chirurgischen Intervention sagte der Patientin nicht zu. Daher wünschte sie eine Zweitmeinung.

Klinisch imponierte bei der Erstvorstellung eine bukkale Fistelung. Zahn 25 war gering, Zahn 24 deutlich perkussionsempfindlich. Der elektrische Sensibilitätstest an Zahn 24 fiel negativ aus. Das präoperative DVT, damals noch unser VeraviewEpocs 3De, liess klar den Zahn 24 als Ursache der persistierenden Beschwerden erkennen.

In Zahn 24 war ein großer lateraler Seitenkanal in der bukkalen Wurzel vorhanden.

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Beim Bemühen den letzten halben Millimeter im bukkalen Kanalsystem zu erschliessen kam es zu einer Fraktur eines NiTi-Instrumentes im apikalen Teil der bukkalen Wurzel.

Das Fragment konnte nicht passiert werden. Eine Entfernung war für mich ohne chirurgische Intervention nicht möglich. Nach Aufklärung der Patientin wurde der Zahn warm vertikal obturiert. Eine möglicherweise chirurgische Intervention wurde mit der Patientin erörtert.

Während die Fistelung nach der ersten Behandlungssitzung abgeheilt war, konnte das erste radiologische Recall nicht wirklich überzeugen.

Umso schöner, dass im Vertrauen auf das sich positiv entwickelnde klinische Bild, auch die  radiologische Überprüfung eine immer weiter voranschreitende Ausheilung der ausgedehnten periapikalen Lyse bestätigt.

Soll man die periapikale Region noch einmal chirurgisch adressieren? Wie lange „darf“ gewartet werden, bevor man interveniert? Bin auf andere, als meine Meinung gespannt.

 

Allerweltsfall

von Jörg Schröder

Pulpanekrose. Ein ganz normaler Behandlungsfall. Und ein gutes Beispiel für den Nutzen des DVT.

Die Erstbehandlung dieser Patientin erfolgte in der Praxis der überweisenden Kollegin. Der palatinale Kanal erschien irgendwie anders zu sein, sodass die Patientin nach der initialen Schmerzbehandlung zur Weiterbehandlung überwiesen wurde. Einfacher Fall. Eigentlich.

Das präoperative DVT lässt erkennen, dass der palatinale Kanal über keine Konstruktion verfügt und sich apikal trichterförmig erweitert. Die umgebende apikale Lyse ist groß. MB1 liegt nicht mittenzentriert, sodass es koronal einen MB2 geben muss. Es gibt Hinweise auf eine infektionsbedingte externe Resorption der Apizes.

Welche Folgen haben diese Erkenntnisse? Viele.

Die Wahrscheinlichkeit einer extraradikulären Infektion schätze ich höher ein, als bei einer kleinen dezenten Parodontalspalterweiterung. Diese Aufhellung und die zu Grunde liegende Nekrose besteht sehr viel länger als 4 Wochen. Die Aufklärung hinsichtlich der möglichen Erfolgsaussichten wurde entsprechend angepasst. Ebenso der Hinweis auf einen eventuell späteren chirurgischen Eingriff.

Die Entscheidung ob ein- oder zweizeitig behandelt wird, möchte ich erst intraoperativ treffen. Klinisch war der Zahn bei der Erstbefundung symptomlos und beschwerdefrei gewesen. Sollte es aber zu einer deutlichen Exsudtion aus dem Periapkalbereich kommen, habe ich der Patientin ein zweizeitiges Vorgehen nahegelegt.

Insofern erfolgte die Terminplanung mit einem möglichen Reservetermin 2-3 Wochen nach dem ersten Behandlungstermin. Wie Christoph Kaaden immer so schön sagt: „Vorher gesagt ist aufgeklärt, hinterher gesagt ist herausgeredet“.

Besonderes Augenmerk ist auf den im DVT nicht erkennbaren MB2 zu richten. In vorliegendem Fall entsprang er einem sehr feinen Isthmus der vom tropfenförmigen Querschnitt des MB1 nach palatinal hin verlief. Zudem ist im unteren Kanaldrittel die Konfusion von MB1 und MB2 zu erwarten, da dort der Kanalquerschnitt mittenzentriert in der Wurzel liegt.

Wie kann der weite palatinale Kanal bestmöglichst und ohne massive Extension gefüllt werden? MTA? Biokeramischer Seller und Guttaperch? Expoxidharzsealer und Guttapercha? Ich habe mich, nach Überprüfung der Resilienz der periapikalen Weichgewebe mit einer sterilen Papierspitze ISO 50 (Foramendurchmesser ISO 60) gegen einen MTA Verschluss entschieden, da es apikal zu wenig Gewebewiderstand gegeben hat und die peripkale Lyse eine große laterale Ausdehnung zeigte.


Die Guttaperchaspitze auf Größe ISO 60 getrimmt liess sich etwas zu weit in den Kanal einbringen, sodass ich diese zur radiologischen Einprobe auf ISO 70 trimmte. Das Ergebnis war nicht zufriedenstellend, sodass ich die ISO 60 Guttaspitze nach Verwendung des TipSnippers und Einprobe mittels steriler Skalpellklinge so weit eingekürzt habe, bis bei eingestellter Arbeitslänge ein perfekter TugBack erzielt werden konnte.

Bei ausgedehnten apikalen Aufhellungen beobachte ich, dass die initial bestimmte Arbeitslänge häufig um wenige Zehntel Millimeter zu kurz angezeigt wird.Grund dafür dürfte in den apikalen Kanal eindringende periapikale Flüssigkeit sein, die zu einer fslch positiven Messung führt. (Die Aussagen aller Endometriegerätehersteller, dass ihr Produkt in allen Flüssigkeiten immer fehlerfrei anzeigt, möchte ich an dieser Stelle in das Reich der Fabeln verweisen.)

Daher messe ich nach bestimmten Aufbereitungsgrößen und am Ende der Aufbereitung immer erneut mit dem zuletzt verwendeten Durchmesser im getrockneten Kanal nach.

Wie der Vergleich zwischen Messaufnahme und Masterpointeinprobe in DB zeigt, kann dieses Vorgehen durchaus sinnvoll sein.

Ein ganz normaler Behandlungsfall mit einer Vielzahl von Hürden, die aber bei entsprechender Diagnostik bereits im Vorfeld der Behandlung erkannt und mit einem minimalem handwerklichen Geschick in der Behandlung genommen werden können.

Im Vergleich zum Arbeiten ohne dreidimensionale Diagnostik bedeutet das virtuelle Durchführen der Behandlung eine erhebliche Reduktion des Stresslevels für mich und nicht zuletzt auch für meine Mitarbeiterinnen.

Kurz berichtet – Apikale Aufhellung – (quasi) ausgeheilt nach MTA-Apexifikation

Von Christoph Kaaden

 

Als wir den Patienten für gut einem Jahr das erste Mal sahen hatte dieser bereits eine beträchtliche Leidensgeschichte mit zahlreichen Behandlungsterminen inklusive Abszess an Zahn 15 hinter sich.

Diagnose Aufnahme (alio loco)

Masterpoint-Aufnahme (alio loco) mit überextendiertem Guttaperchapoint

So stellte sich der (offenen gelassene) Zahn bei uns in der 3D-Diagnostik dar:

In insgesamt drei Behandlungsterminen (1h-0,5h-1h) haben wir dann zum Ende das weit offene Formamen apicale mit MTA verschlossen.

MTA Angelus zum Verschluss des weit offenem Apex

Das weitere Procedere waren Backfill mit Guttapercha und Sealer sowie adhäsiver Verschluss der Zugangskavität.

Post-OP

Ein Jahr später stellt sich die Situation wie folgt dar:

Ein Jahr post-op

Prä-OP vs. 1 Jahr post-op

Es scheint im 2D-Röntgen, als wäre die apikale Aufhellung (quasi) ausgeheilt, oder?

 

 

Kurz berichtet – Apikale Aufhellung – ausgeheilt nach Zirkonstift-Revision

Von Christoph Kaaden

Vor gut einem Jahr stellte sich der damals 33-jährige Patient erstmals bei uns vor. Eine Woche zuvor hatte er einen submukösen Abszess ausgehend von Zahn 11 entwickelt. Dieser war mittels Inzision und Antibiose alio loco therapiert worden.

Die weitere Anamnese ergab, dass der junge Mann im Jahr 2003 ein Frontzahntrauma (genaue Diagnose unklar) erlitten hatte. In der weiteren Folge musste daraufhin eine endodontische Behandlung durchgeführt werden.

Präoperative Röntgenaufnahme (alio loco) zeigt eine apikale Parodontitis an Zahn 11   

Klinisch stellte sich die Situation von palatinal so dar:

Blick auf palatinale Kavität mit exponiertem Zirkonstift

In zwei Terminen erfolgte von uns  eine Revisionsbehandlung (Dauer 2x1h).

Die Apikalregion wurde aufgrund eines entsprechenden Durchmessers (> ISO 060) mittels MTA verschlossen; anschliessend folgten das Backfill mit Guttapercha & Sealer sowie  die adhäsive Befestigung eines Glasfaserstiftes mit Verschluss der Zugangskavität.

Post-OP Aufnahme

Post-OP

Ein Jahr nach Abschluss der Behandlung sieht es so aus, als wäre die Therapie erfolgreich gewesen:

Ein Jahr post-op

Prä- vs. ein Jahr post-op

 

DVT- („Zufalls“)-Recall

von Jörg Schröder

15 Monate nach Abschluss der endodontischen Behandlung der Zähne 16 und 17 -beides Mal Erstbehandlungen nach Pulpanekrose- stellte sich die Patientin aufgrund weiteren Klärungsbedarf in den Quadranten 2, 3 und 4 zur Beratung bei mir vor. Vor prothetischer Neuversorgung sollten die periapikalen Verhältnisse an den beschwerdefreien Zähnen 25,26,35,36 und 45 geklärt werden, die allesamt endodontisch behandelt waren.

Zu den regulären Recall-Terminen 6 und 12 Monate postoperativ war sie nicht erschienen. Die prothetische Neuversorgung war jedoch im rechten Oberkiefer bereits erfolgt. Schön, wenn die überweisenden Kollegen Vertrauen haben. ;)

Neben den ausgedehnten periapikalen Aufhellungen an Zahn 17 mit begleitender aktiver Fistelung imponierte vor allem eine große Perforation des Pulpakammerbodens an Zahn 16.

Nach zweizeitiger Behandlung (präendodotischer Aufbau, Perforationsverschluss mit kollagenem Widerlager und MTA, schall- und laserunterstützter Irrigation, Obturation mit Guttapercha und biokeramischem Sealer) stellte sich die postoperative knöcherne Situation 15 Monate später an 17 geradezu überraschend gut dar. Nur apikal des 16 zeigt sich im Bereich der apikal konfluierenden Kanälen MB1 und MB2 der Parodontalspalt noch geringfügig verbreitert.

Erstaunlich in welch kurzer Zeit die knöcherne Regeneration ablaufen kann.

 

Mini-Molar 06/2020

Von Christoph Kaaden

 

Einen Mini-Molar wie hier oder hier hatten wir länger nicht.

Vor Kurzem war es dann aber mal wieder so weit:

Guttapercha-Stift im Fistelgang Zahn 15

Die maschinelle Präparation der Kanalsysteme erfolgte mit folgenden Instrumenten:

R-Pilot

Wave One Gold 20

RECIPROC blue 25

Für die Wurzelkanalfüllung im zweiten Termin haben wir BC Sealer und Guttapercha verwendet…

Masterpoint- und WF- Aufnahme 

Ich hoffe, der nächste Mini-Molar lässt nicht wieder so lange auf sich warten…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Submuköser Abszess 33 (3)

Die Behandlung der Zähne 33-35 war endodontisch ohne großen Schwierigkeiten zu erwarten.
Der Patient hat eine posttraumatische Belastungsstörung. Dies äußerte sich, daß er in Ruhestellung, wie auf dem Behandlungsstuhl urplötzlich unruhige Phasen bekam, in dem der ganze Körper, einschließlich Kopf in sporadische Zuckungen verfällt.
Leider erfuhren und erlebten wir dies erst in der Behandlung.
Dies bereitete große Probleme bei der Aufbereitung, der Wurzelfüllung und dem anschließenden postendodontischen Aufbauten der Zähne.

Nach der Initialbehandlung von 33 waren weitere neue Fistelungen im Bereich 34 und 35 erkennbar.

Die anschließende Initialbehandlung an 34 und 35 führten ebenso zu keiner Verringerung der chronischen Abszessbildung. 34 und 35 zeigten eine nekrotische Pulpa.
Trotzdem vermutete ich in diesem Behandlungsabschnitt bereits, daß es eine andere Ursache für die multiplen Fisteln geben musste.
Als Ursache kamen die Osteosyntheseplatten oder Schrauben in Frage. Dies ließ sich mit Guttaperchapoints auch röntgenlogisch darstellen.
DerLockerungsgrad am Zahn 34 verringerte sich nicht nach der Aufbereitung des Wurzelkanalsystems. Das apikale Foramen war stark erweitert als Zustand nach einer externen apikalen Resorption.
Eine regenerative Therapie kam auf Grund der Plaqubelastung nicht ernsthaft als Therapieansatz in Frage. Wir haben 34 apikal mit MTA gefüllt um eine ggf. mögliche apikale Kürettage/ Resektion bei der Entfernung der Osteosyntheseschrauben als Option offen zu lassen. Das MTA ließ sich nur schwer nach apikal transportieren auf Grund der Eigenbewegung des Patientenkopfes.

Im Anschluß wurden die Osteosyntheseplatten und Schrauben chirurgisch entfernt. Die lange Verweildauer von mehr als 20 Jahre machte dies chirurgisch zu eine Herausforderung, wie mir der Oralchirurg berichtete. Die chronische Abszedierung war mit der Entfernung verschwunden. Als Ursache sind die gelockerten Osteosyntheseschrauben anzusehen.

Die Plaquebelastung war nach mehrfachen Hinweisen deutlich reduziert.
Zahn 34 zeigt einen geringeren Lockerungsgrad (I-II).

Und wieder eine horizontale Wurzelfraktur

Von Christoph Kaaden

Der 10-jährige Joshua war Mitte März mit seinem Longboard gestürzt und hatte sich bei dieser Gelegenheit die Wurzel seinen rechten zentralen Schneidezahn frakturiert.

Die Erstversorgung inklusive Repositionierung und Schienung erfolgte alio loco.

Alio loco angefertigtes Röntgenbild nach Schienung des frakturierten Zahnes 11

Leider zeigten sich vier Wochen nach dem Unfall verschiedene Entzündungszeichen, die eine endodontische Intervention notwendig machten.

Beginnende Schwellung mit Rötung

Beginnende Osteolyse im Bruchspalt

 

Die Behandlung erfolgte zweizeitig. Der Neoapex wurde mittels MTA verschlossen.

In den weiteren Schritten erfolgte das Backfill mit Guttapercha und Sealer sowie der adhäsive Verschluss der Zugangskavität.

– Neoapex mit apikaler Blutung – MTA Verschluss – Guttapercha&Sealer-Backfill

Abschluss-Röntgenaufnahme

In drei Monaten ist die erste radiologische Nachkontrolle und die Schienenentfernung vorgesehen…

Ich werde berichten…

Paro- oder Endoläsion?

von Jörg Schröder

Wer war das Huhn und wer ist das Ei?

Trotz mehrfacher endodontischer Massnahmen des überweisenden Kollegen blieb das klinische Bild an diesem 26 unverändert: es bestand eine disto-bukkale Fistelung und eine deutliche palpatorische Druckdolenz.

Klinisch imponierten sowohl zwischen 26 und 27 als auch zwischen 27 und 28 stark erhöhte parodontale Sondierungstiefen.

Das präoperative DVT zeigte einen sehr starken vertikalen Knochenabbau und eine interradikluäre Lyse an 26 und 27.

Angesichts des erheblichen parodontalen Abbaus distal des 27 erschien mir eine rein endodontische Ursache als eher unwahrscheinlich. Um eine Reinfektion im distobukkalen Kanalsystem zu vermeiden, wich ich von meinem Standardvorgehen bei aktiven Fistelungen ab und obturierte DB bereits in der ersten Behandlungssitzung.

Zum zweiten Termin 4 Wochen später waren die klinischen Symptome vollkommen abgeklungen.

Erfreulich, wie sich die knöcherne Situation 9 Monate später darstellte. Nach der Entfernung des 28 hatte sich der Knochen an 27 interradikulär wieder vollständig eingefunden.

Das 2D-Bild täuscht jedoch über den immer noch bestehenden parodontalen Defekt distal des 27 hinweg, wenngleich sich die bukkale Lamelle wieder vollständig regenerieren konnte. Die Chancen für eine regenerative parodontale Massnahme sind somit erheblich verbessert worden.

Interessant – wie immer -was das 3D-Bild im Vergleich zum 2D-Bild zeigt.

 

Kurventechnik

von Jörg Schröder

Ein jeder von uns hat sicher eine oder mehrere Vorgehensweisen, wenn es um die mechanische Aufbereitung star und multiplanar gekrümmter Kanalsysteme geht.

Ich möchte heute eine meiner Techniken vorstellen.

Die Ausgangssituation:

Anbehandelter Zahn 26, nicht aufbereitete MB1 und MB2, Verdacht auf Perforation im Pulpakammerboden.

Im präoperativ angefertigten DVT konnte eine Perforation ausgeschlossen werden. MB1 und MB2 lagen weit mesial unter der medialen Randleiste. Die klinisch anzutreffende Situation – neben MB2 zeigte sich zunächst noch ein möglicher MB3 – war ebenfalls präoperativ zu erkennen. Ab dem oberen Wurzeldrittel konnte nur noch ein MB2 nach apikal verfolgt werden. Es lagen getrennte Foramina für MB1 und MB2 vor.

Mit diesen Eckpunkten versehen war meine Feilenabfolge klar:

ProFile 15/04, 20/04, 15/06 in 21 mm. Warum die kurzen? Die präoperativ bestimmte Arbeitslänge von 20,5 bis 21 mm kann mit diesen, verwendet man wie ich die Silikonstopps, nicht aufbereitet werden. Die kurzen Instrumente lassen sich besser in die Zugangskaität einbringen und können den initialen Kanalabschnitt der weit mesial gelegenen Kanäle MB1 und MB2 achsengerechter aufbereiten, als es mit den 4 mm längeren Feilen möglich wäre. Zudem habe ich eine bessere taktile Rückmeldung, wie sich das Instrument nach apikal vorarbeitet. Auf ein Scouten habe ich aufgrund des Ausschlusses einer lateralen Verzweigung oder einer Kommunikation verzichtet.

Nunmehr beobachte ich das Vorarbeiten der  Instrumente auf meine zuvor bestimmte Ziellänge. Ein Sicherheitsbehalt von je nach Fall 0,5 bis 1 mm ist dabei berücksichtigt. Praktisch bleibe ich vor der ersten endometrischen Messung mit einer ISO 008 der späteren Arbeitslänge bis zu einem Querschnitt von 20/04 fern.

Ist die Arbeitslänge bestimmt und mit einer PF 20/04 erreicht gibt es im Aufbereitungsweg eine Weggabelung: Geht die 27=4 und 15/06 geschmeidig auf die Arbeitslänge, so kommt  in den sehr gekrümmten Kanälen eine HyFlex 15/04 zum Einsatz. Warum keine 20/04 oder gar 25/04? weil die 20/04 ProFile keine  mit der HyFlex 20/04 identische Aussenmasse aufweist. Die ProFile 10/04 ist geringfügig schmaler. Also einen Schritt zurück und mit 15/04 HF auf Arbeitslänge. Dann 20/04 Hyflex. Geschmeidig auf Arbeitslänge?

Ja: 20/06 HF, 25/06 HF, 30/04 HF und 30/06 HF.

Nein: 25/04 HF, 20/06 HF, 30/04 HF, 25/06 HF, 30/06 HF.

Diese, an die „variable tip variable taper-Technik“ (die Älteren erinnern sich vielleicht noch) angelehnte Technik sorgt zusammen mit der Flexibilität der HyFlex-Instrumente dafür, dass die Originalkrümmung sehr gut behalten werden kann.

Bei dieser Art von Krümmungen – auch in DB gibt es apikal eine kleine rückläufige Kurve – ist zudem eine regelmässiges Rekapitulieren der Patency sinnvoll und wichtig. Mir reicht dazu eine ISO 008.

Die endometrische Anzeige, war bei DB bei der Vorbereitung der Messaufnahme nicht ganz reproduzierbar, da die als letzte eingeführte DB-Feile immer wieder Kontakt mirt den anderen, schon inserierten Feilen hatte. Nach erneuter Einzelprüfung wurde die AL um 0,5 mm verlängert und mehrfach endometrisch bestätigt. Den Unterschied erkennt man an DB zwischen der Messaufnahme und der Einprobe der Masterpoints.

 

 

Lateraler Kanal (3)

Den Fall habe ich hier und hier bereits vorgestellt.
Im letzten Artikel habe ich bewusst einen Cut gemacht. Wir freuen uns über besonders toll aussehende Röntgenbilder. Hier z.B. ein mit der medikamentösen Einlage gefüllten Kanal. Schwieriger Strukturen mit geringerem Durchmesser, wie der apikal gelegene weitere laterale Kanal zu füllen. Spannend wird es dann bei der Entfernung des Materials.

Für mich war dieser Fall besonders interessant. Erstmals habe ich Metapaste eingesetzt und wusste eigentlich nicht, wie gut entfernbar ist das Material.
Metapaste ist ein provisorischer Calciumhydroxid-Zement mit deutscher Zulassung von der Firma Meta. (Calciumhydroxid nenne ich jetzt der Einfachheit halber im Artikel CaOH.)

Der laterale Kanal zeigte ein größere horizontale Ausdehnung. Sollten Reste der Med verbleiben ist die weitere Desinfektion im Rahmen der Wurzelkanalaufbereitung ggf. auch geringer. Der laterale Kanal war in meinen Händen nicht instrumentierbar.

CaOH entferne ich mit Zitronensäure, die mit dem Eddy „bewegt“ werden.
Die SAF konnte sich bei mir nicht auf Dauer behaupten, da ich erhebliche Qualitätsmängel der Instrumente beobachten musste. Lange Zeit habe ich aber die SAF für CaOH-Enternungen favorisiert.
Ultraschall empfinde ich weniger effektiv bei der Entfernung als Schall, zumal die Arbeitslänge eingeschränkter ist durch die Starrheit und den Durchmesser der eingesetzten Feilen. Hinzu kommt die Einschränkung der Wirkung bei Wandkontakt.

In diesem Fall gelang es mir mit dem Eddy einen Großteil des CaOH zu entfernen. Die vermutlich extraradiculär liegenden Rest waren nicht entfernbar.

Nach Aufbereitung und abschließender Desinfektion haben wir thermoplastisch mit Guttapercha gefüllt und eine provisorische Krone inseriert. Diese einzupassen war fast unmöglich, da die distale Präparationsgrenze unter der Schmelzrandleiste des 46 lag und die Einschubrichtung durch 44 stark eingeschränkt wird.