Anamnese

Der Patient wurde uns zur Instrumentenentfernung überwiesen.
In der von uns erstellten Anamnese tauchte das Medikament Truvada auf.

Bisher hatte ich davon noch nichts gehört und man überliest es schnell.
Truvada ist ein HIV Medikament und wird in diesem Fall zur PRÄ-EXPOSITIONS-PROPHYLAXE (Prep) eingesetzt.
Der Partner/Partnerin des Patienten ist HIV positiv.

Dies führte dazu, daß wir uns mit den aktuellen HIV-Richtlinien auseinander setzten.
Die BZK schreibt dazu:

Standardmaßnahmen und Praxisorganisation

Das Tragen einer persönlichen Schutzausrüstung bestehend aus, Einmalhandschuhen, Mund-Nasenschutz, Schutzbrille/ Schutzschild und ggf. Schutzkittel, wenn die Gefahr des Verspritzens von Flüssigkeiten besteht.
Sachgerechte Reinigung, Desinfektion und ggf. Sterilisation aller bei der Behandlung benutzten Medizinprodukte (Instrumente) gemäß ihrer Einstufung in Risikoklassen (RKI- Empfehlung, Hygieneplan).
Desinfektion der patientennahen Flächen nach der Behandlung.
Entsorgung kontaminierter Abfälle, wie z.B. Tupfer, OP-Abdeckungen, Watterollen o.ä. über den Hausmüll.
Für HIV-Infizierte ist weder ein eigener Behandlungsraum erforderlich noch ist es notwendig solche Patienten am Ende eines Sprechtages zu behandeln.

Die Tatsache, dass viele Patienten nicht von ihren Infektionserkrankungen wissen oder auf Grund negativer Erfahrungen diese dem behandelnden Zahnarzt nicht mitteilen, bedingt die Regel, dass alle Patienten so behandelt werden müssen als ob sie infektiös wären.

Zu den Nebenwirkungen der antiretroviralen Therapie und Modifikationen des zahnärztlichen Behandlungsschemas bei infizierten Patienten im Stadium AIDS sei auf Fachpublikationen hingewiesen.

Quelle: https://www.bzaek.de/berufsausuebung/hygiene/hivaids.html

Hier noch der Vollständigkeit halber die Bilder aus der Behandlung:

Der Ätna – Nadelvernichter und Karpulenwärmer

von Hans – Willi Herrmann

Es war ein Zufallsfund auf  der IDS 2009.

Der Ätna.

„Proudly made in Italy“ steht darauf.
Und für die ganz Doofen „A Country of Europe“.
Spätestens jetzt ist klar,  warum Pisa dem Test den Namen gab.

Aber auch, dass die Zeit, in der man Italien automatisch mit großartigem Design verbinden konnte, offensichtlich (sic) vorbei sind.

Dieses Gerät ist häßlich wie die Nacht.
Eigentlich so häßlich, dass ich lange mit mir ringen musste, das Gerät zu kaufen.
Aber – schon zulange wollte ich ein solches Hilfsmittel (für die Sicherheit meiner Mitarbeiter und mir).
Nur bisher kannte ich nur ein ähnliches  Gerät  als 110 Volt US – Produkt , was mich bislang vom Kauf abhielt.

Was kann der Ätna ?
Nadeln zerstören.
Und damit die Gefahr einer Nadelstichinjektion aus der Welt schaffen.

Braucht man in der Zahnarztpraxis ein solches Gerät ?

Unbedingt, finde ich.

Zu groß ist die Gefahr, der Verletzung und das daraus resultierende Infektionsrisiko für Arzt und Mitarbeiter.  Einem Artikel aus dem Ärzteblatt zufolge reichen die Schätzungen der Häufigkeit dieser Unfälle  von einem Unfall pro Mitarbeiter im Gesundheitswesen alle zwei Jahre bis zu einem Unfall pro Tag bei im Krankenhaus operierenden Chirurgen. Geht man von circa 2,5 Millionen Berufstätigen im Gesundheitswesen in Deutschland aus, handelt es sich um jährlich mindestens hunderttausendfach, eventuell sogar millionenfach auftretende Ereignisse. In den USA werden 380 000 NSTV/je Jahr aus Krankenhäusern gemeldet, in denen aber nur 40 Prozent der medizinisch Tätigen arbeiten. Die Häufigkeit der Stiche bei den restlichen 60 Prozent kann nicht einmal geschätzt werden. Nur ein geringer Teil der Stiche wird gemeldet.

Kaum hatte ich das Gerät gekauft, besuchte ich eine Kollegin aus Studientagen.
Ich nahm den Atena mit, um sie nach ihrer Meinung zu fragen.
Und wie der Zufall es wollte, gab es in ihrer Praxis einen Tag zuvor eine Nadelstichverletzung.
Ein Rattenschwanz an Massnahmen war die Folge: Mitarbeiter zur ärztlichen Untersuchung, Patient anrufen und ebenfalls um ärztliche Untersuchung bitten, Kontrolluntersuchung der Mitarbeitern nach entsprechender Wartezeit.

Eins ist klar, selbst wenn es, was wir hoffen wollen, niemals zu einer Infektion kommen wird, so ist doch allein der Aufwand, der nach einer Nadelstichverletzung notwendig wird, so groß, dass selbst ein einmaliger Vorfall die Anschaffung des Gerätes im negativen Sinne überkompensiert.

Das Gerät funktioniert im Übrigen gut. Ich mag es sehr. Es gibt einem Sicherheit. Ein gutes Gefühl.

Es liegt in zwei Varianten vor. Die Deluxe – Variante hat einen zusätzlichen Karpulenwärmer, den ich mir und meinen Patienten habe angedeihen lassen.
Das erwärmte Anästhetikum lässt die Anästhesie schmerzfreier ablaufen.

Ein schöner Zusatzeffekt.

Und was gibt es sonst noch ? Eine Abstimmung über Sinnhaftigkeit und Nutzen des Ätna findet man hier.

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