Vitalerhaltende Therapien sind Bestandteil des endodontischen Behandlungsspektrums.
Zu selten werden diese vorkommenden Fälle erwähnt.
Dabei zeigen Verfahren wie die direkte Überkappung und (partielle/volle) Pulpotomie in aktuellen Reviews überwiegend Erfolgsraten im Bereich von ca. 80–95 %, wenn Indikation, Technik und Material stimmen, wobei bioaktive Kalziumsilikatzemente (MTA/Biodentin) klar besser abschneiden als Kalziumhydroxid.
(https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33222178/)
Heute mal ein Fall aus diesem Bereich.
Die Patientin gibt eine erhöhte Temperaturempfindlichkeit an den unteren Molaren re. an. Zuvor trat ein plötzlich ziehender Schmerz auf.
Klinisch zeigte sich folgendes Bild.
Zahn 46 Kunststofffüllung odbli, kein Perkussionsschmerz, Lockerungsgrad 0, Reaktion auf Kalt ++.
Zahn 47 Kunststofffüllung om – insuffizient, kein Perkussionsschmerz, Lockerungsgrad 0, Reaktion auf Kalt +.
Röntgenologisch zeigte sich am Zahn 46 d apikal ein verbreiterter Desmodontalspalt, überstehende Füllung 46, VD Sekundärkaries Füllung 47.
Die Therapie erfolgte in Form einer partiellen Pulpotomie 46 (Biodentin) und Füllungstherapie 46, 47.
(Klinisches Vorgehen 46: Leitungsanästhesie, intraligamentäre Anästhesie, partielle Pulpaentfernung mit Hartmetaller, NaOCl-3%-Desinfektion, Biodentin, VertiseFlow, Beautifil Flow Plus BW.)
Nach der Behandlung war die Patientin schmerzfrei und konnte über keinerlei Symptome berichten. Bei den Kontrollen nach 4 Wochen und 6 Monaten zeigte sich eine normale Reaktion auf Kälte Röntgenologisch war eine deutliche Heilungstendenz zu verzeichnen.
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