3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis – Fälle (2)

Diese Fälle sind sehr speziell, zeigen lediglich welche Möglichkeiten die LAI bieten kann. Es gibt keine Evidenz dafür. Wir werden die Fälle weiter verfolgen und hier einstellen, insoweit wir es möglich ist.

Der zweite Fall.
Die Patientin möchte den Zahn 36 mit aller Macht erhalten. Sie möchte keinen Versuch auslassen.
36 wurde vor einiger Zeit endodontisch therapiert. Dabei ist ein Instrument frakturiert. Apikal mesial besteht der Verdacht einer P. apicalis. Im Rahmen eines Sanierungskonzeptes soll der Zahn 36 überkront werden.
Im angefertigten DVT ist die Wurzelanatomie und Lage des Instrumentenfragmentes erkennbar.
Die Entfernung des Fragmentes haben wir als möglich eingestuft. Die Aufbereitung der apikal gelegenen Kanalstruktur gelingt nur mit Glück von der kontralateralen – bukkalen Kanalstruktur. Trotzdem sollten wir die Behandlung durchführen.
Nach präendodontischem Aufbau, Entfernung der Wurzelfüllung und Desinfektion des Kanalsystems mit NaOCl 3% und Zitronensäure 10% erfolgte die Darstellung des Instrumentenfragmentes. Mittels Schlingentechnik und Fragremover ließ sich das sehr festsitzende Fragment nicht entfernen. Nach Ultraschallpräparation wurde das Fragment gelockert und der koronale Anteil konnte entfernt werden.

Der Rest des Fragmentes war nach einiger Zeit mit Ultraschall darstellbar und konnte entfernt werden. Der weitere Kanalverlauf war blockiert.
Von der bukkalen Kanalstruktur gelang die Instrumentierung des apikalen Anteils nicht. Die mesiobukkalen und mesioingualen Kanalsysteme zeigten eine Konfluation. Nach Ca(OH)₂-Einlage versuchten wir 2 Wochen später erneut, ohne Erfolg, das Kanalsystem mechanisch aufzubereiten.
Mittels LAI, 2 × 30 s Sweeps, 200 mJ/Puls, 600 mW, Zitronensäure 10 % und Sweeps, 2 × 30 s Sweeps, 200 mJ/Puls, 600 mW. NaOCl 3 % versuchten wir, die apikale Kanalstruktur chemisch zu erschließen.
Die Wurzelfüllung erfolgte mesial mittels einer Squirtingtechnik mit erwärmter Guttapercha und Totalfill-BC-Sealer. Im abschließenden Röntgenbild sind die mit Sealer gefüllte Kanalstruktur sowie ein Sealerpuff erkennbar.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

3 Jahre mit dem Er:Yag Laser in der endodontisch spezialisierten Praxis – Fälle (1)

Diese Fälle sind sehr speziell, zeigen lediglich welche Möglichkeiten die LAI bieten kann. Es gibt keine Evidenz dafür. Wir werden die Fälle weiter verfolgen und hier einstellen, insoweit wir es möglich ist.

Der erste Fall.
Uns wurde ein Patient geschickt, wir sollten das fakturierte Instrument entfernen und den Patienten wieder zurück überweisen zur Fortsetzung der Behandlung.
Dies lehnen wir ab. Wenn ein Fragment entfernt wird, dann ist die entsprechende weitere Aufbereitung und Wurzelfüllung meistens besonders schwierig, weil Stufen und ggf. Blockierungen die weitere Behandlung extrem erschweren oder unmöglich machen.

Nach dem Telefonat mit dem HZA haben wir uns aufgrund einer finanziell angespannten Lage des jungen Patienten entschieden, die Instrumentenentfernung zu versuchen und die Kanalstruktur (Radix entomolaris) nach Desinfektion zu füllen. Der Patient gab ständig latente Beschwerden an.

Bei dem Instrument handelte es sich um ein Reciproc-Instrument, wahrscheinlich eine R25.
Auf Grund der Lage und Wurzelanatomie ist an der Innenkurvatur wenig bis gar kein Substanzabtrag möglich, ohne die Wurzel zu perforieren. Damit ist eine problemlose Entfernung des Fragmentes fraglich.


Klinisch stellte sich die Situation, wie vermutet, dar. Das Instrument ließ sich mit Ultraschall lockern, eine Entfernung war nicht möglich. Für eine Schlaufentechnik fehlte der Platz.
Ein Passieren des Fragmentes mit Handinstrumenten war nicht möglich.
Letztendlich blieb nur der Versuch, mit mehr Substanzabtrag, das Fragment entfernt zu bekommen. Das hat aber eine Perforation mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Folge.
Alternativ

es ist ein Versuch, um das Fragment herum die Desinfektion zu erreichen.
Wir haben uns für Letzteres zusammen mit dem Patienten entschieden.
Mittels LAI haben wir zunächst versucht, das Fragment „herauszuspülen“. Das gelang nicht.
Aber das Fragment ließ sich nun deutlich bewegen. Mittels Handinstrument #08 habe ich dieses Fragment in der koronalsten Position fixiert und nochmals mit LAI (Sweeps) desinfiziert.
Anschließend wurde Ca(OH)₂ eingebracht und der Zahn provisorisch verschlossen.

Nach 14 Tagen gab der Patient an, sofort nach der Behandlung schmerzfrei gewesen zu sein.
Nach abschließender Desinfektion mittels LAI und Fragmentpositionierung mittels Handfeile erfolgte die Füllung der Kanalstruktur in einer Squirtingtechnik mit erwärmter Guttapercha und Totalfill-BC-Sealer. 
Im Recall nach 6 Monaten war der Patient weiterhin schmerzfrei und die Radix entomolaris unauffällig. 
Anbei die erklärenden Bilder.

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Apikale Raumforderung (II)

Von Christoph Kaaden

 

Vor einiger Zeit habe ich hier erstmals über diese große apikale Raumforderung berichtet.

Wir haben uns also zunächst für ein rein konservatives Vorgehen in zwei Terminen entschieden. Vor Kurzem haben wir den Behandlunsgfall abgeschlossen. Hier einige Impressionen der Behandlung und die einzelnen Schritte in der radiologischen Darstellung.

Große Raumforderung Abschluss.001

Dargestellte palatinale Wurzelfurche als mögliche Ursache der entstandenen Pulpanekrose

Spontaner Pusaustritt während der chemo-mechanischen Reinigung des Kanalsystems

Röntgenkontrolle nach med. Einlage mit Vitapex. Der Pfeil markiert die palatinale Wurzelfurche

Röntgenkontrolle drei Monate nach dem ersten Behandlungstermin

Verschluss der Apikalregion mittels MTA

Abschluss-Röntgenaufnahme

Die größte Herausforderung bestand für uns darin, dass MTA möglichst exakt apikal zu positionieren, obwohl die Apikalregion nicht vollumfänglich einsehbar war.

Das Backfill erfolgte mittels erwärmter Guttapercha und Sealer; zum Verschluss der Zugangskavität wurde eine Kompositfüllung gewählt.

Die Nachkontrollen müssen zeigen, ob der bisherige „abszessfreie Zeitraum“ auch weiterhin bestand hat und es zu einer Ausheilung der knöchernen Läsion kommt.

Hier noch eine Übersichtsarbeit zum Thema „palatinale Wurzelfurche“.