Die 7. Hand am OPM – Wir nähern uns der finalen Version

So sah das Ganze am OP- Mikroskop montiert aus. Die eingebauten Knebelschrauben haben wir genutzt, um eine sinnvolle Winkelstellung herauszufinden.

Am Ende haben wir uns für diese Position hier entschieden.

Die habe ich dann zu Hause in eine statische Version überführt, die deutlich leichter und weniger sperrig daherkommt.

Ich bin gespannt, wie sie morgen früh sich am Pro Ergo bewährt.
Und ob Alles so passt, wie ich mir das vorgestellt habe.

Endo 21 – der Podcast – Folge 5 – Thermische Tests

In dieser Folge, die nun am Sonntag den 01. Februar um 21Uhr 12 erscheinen soll (hier gehts zu Spotify oder Apple) geht es um thermische Tests als Diagnostika.

Warum Tomas regelmäßig Wärmetests durchführt und ich sehr selten. Wie er konkret dabei vorgeht und warum wir das ganz anders machen.

Unsere 7. Hand am Zeiss Pro Ergo

Was hier im Bild zu sehen ist, ist nur ein Bruchteil, vermutlich weniger als ein Drittel der Teile, die ich in der letzten Woche für dieses Projekt 3D-gedruckt habe.

Für unsere Magnethalterung, unsere 7. Hand am OP- Mikroskop.

Die wir seit mindestens einem Jahr schon verwenden.

Letzte Woche habe ich mich entschlossen, die bestehende provisorische Befestigung auszutauschen. Nun sieht das Ganze so aus. Mehr Info dazu (und warum das immer noch nicht die endgültige Version ist, aber darauf hinarbeitet) auf unserer WURZELSPITZE Patreon Seite.

https://www.patreon.com/c/wurzelspitze?l=de

Bezugnehmend auf unseren ENDO21 Podcast zur Pulpotomie …

Bezugnehmend auf unseren ENDO21 Podcast zur Pulpotomie hier ein paar Fakten aus dem Vortrag von Hal Duncan auf der SSE Jahres-Tagung letzte Woche in Bern.

Pathway to Your Pulps: Innovation, Evidence, Guidelines,
Current and Future Therapies

23 Millionen Endos werden lt offiziellen EU- Datenerhebungen pro Jahr durchgeführt, von denen ca. 50 % innerhalb der ersten 5 Jahre scheitern.

Frightened of the pulp ? 
ZM-Studenten haben einen hohen Stresslevel nach Pulpaeröffnung

Studie
Three year clinical and economical Evaluation of Selective Caries removal and full pulpectomy

Nach 3 Jahren 74% Erfolgsrate für SCR und 89% für total pulpotomy
Pulpotomy dauert länger und ist teurer

Erfolgsraten der direkten Überkappung
2 Gruppen
Gruppe 1 Desinfektion mit Kochsalz
Gruppe 1 Desinfektion mit NaOCl

Resultate nach 1 Jahr
Kochsalz-Gruppe 55 %
NaOCl-Gruppe 89%

Nach 4 Jahren
Kochsalz-Gruppe 7%
NaOCl-Gruppe 55%

33% Schmerzsymptomatiken
Kochsalz-Gruppe 62%
NaOCl-Gruppe 33%

Partielle Pulpotomie mit Biodentin 90 % Erfolgsquote nach 1 Jahr
Biodentine benötigt eine wesentliche höher Abbindezeit als vom Hersteller angegeben

Outcome partielle vs. Volle Pulpotomy
Nach 1 Jahr 88% PP vs 91,6 % VP

Vorgeschriebenes Behandlungs-Protokoll
Kofferdam, NaOCl Waschung, OPM, TCS Zement

Take Home message
Mehr Forschung ist notwendig
Minimal invasive Vorgehensweisen werden empfohlen (was immer das heissen mag)
Pulp Exposure Management ist technically sensitive

Auch in unserem ENDO212 Podcast bei Spotify und bei Apple Podcast werden Tomas Lang und ich über die SSE- Jahrestagung sprechen, genauer gesagt über den oben genannten Vortrag und über Yoshi Terauchis Vorgehensweise, die Wurzelkanalfüllung alleinig mit MTA betreffend.

Falls alles klappt, wird diese Podcast- Folge am Sonntag abend auf Sendung gehen. Die angekündigte reguläre Podcast- Folge kommt dann eine Woche später.

Ein frei programmierbarer Endo- Motor mit Apexlocator für 599,9 Euro ?

Achtung, ich habe mit diesem Motor nicht gearbeitet, finde aber, dass die Produkte von Woodpecker den Vergleich zu den Geräten der etablierten Grosskonzerne nicht scheuen brauchen. Und den Preis finde ich sensationell, deshalb von meiner Seite hier der Hinweis auf ein aktuelles Angebot von Einfach Dental.

Ich habe mit Einfach Dental nichts zu tun, aber natürlich noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Screenshot

Die siebte Hand

Bei der SSE – Jahrestagung in Bern habe ich letzte Woche über Ergonomieaspekte und den Einsatz von 3D- Druckern zur Arbeitsplatzorganisation gesprochen. Vorgestellt habe ich unter anderem auch unsere 6-Handtechnik beim endodontischen Arbeiten und auch unsere „Siebte Hand“ gezeigt: Eine Halterung am OP- Mikroskop, die eine magnetfixierte Ablage von Endoinstrumenten gestattet. So kann z.B. blitzschnell zwischen dem Behandlungsspiegel und dem Fotospiegel hin und her gewechselt werden. Die Magnetkräfte sind stark genug, um die Endo- Instrumente sicher zu fixieren. Das hätte ich am Anfang nicht zu hoffen gewagt, kann aber seit mehr als einem Jahr Nutzung vermelden, das noch kein einziges Instrument sich unbeabsichtigt gelöst hat.


Ein Video, das die Halterung in Aktion zeigt, findet sich auf unserer WURZELSPITZE Patreon Seite.

ENDO 21 – Der Podcast Folge 4 – Wann ist die Endo fällig und welcher Zahn ist es ?

Museum Reinhard Ernst Wiesbaden

In dieser Folge (hier gehts zu Spotify oder Apple) geht es um Diagnostik, um Anamnese, was unsere diagnostischen Favoriten sind, wie man okkulte Kanäle in der Untersuchung erkennt und was unsere konkrete Vorgehensweise bei Klopftests ist.

Erster Arbeitstag, erster Patient, erste WF für 2026

Erster Arbeitstag, erster Patient, erste WF.

Ohne DVT wäre der Zahn vermutlich nicht therapierbar gewesen.
Zumindest nicht mit dem gleichen positiven Ergebnis.

Zahn 35.

Wieder einer dieser extrem schwierig zu therapierenden Unterkiefer-Prämolaren.
Vertucci Typ 3, also eine 1-2-1 Konfiguration, wobei dies der eigentlichen Situation nicht gerecht wird, gab es doch auf Pulpakammerboden – Niveau keinen Hinweis, das intraradikuläre eine Aufzweigung in 2 Kanäle vorhanden ist. Der gemeinsame koronale Kanalanteil solcher Prämolaren ist in der Regel zumindest andeutungsweise oval, aber hier war er kreisrund wie der Vollmond.

Hinzu kamen in diesem Fall, dass es sehr enge Kanäle waren und der gemeinsame apikale Kanalanteil stark gebogen war.

So stark, das man förmlich bis in die Fingerspitzen spüren konnte, welche Kräfte bei der Aufbereitung auf unsere Nickel- Titan- Instrumente einwirkten. Und ich jederzeit damit rechnete, das es Fraktur des Instrumentes kommen könnte. Man merkte sofort, wenn die Instrumente in den gekrümmen apikalen Kanalanteil vordrangen.

Weshalb ich (unter Berücksichtigung des Dentin-Checks) bei einer Aufbereitungslänge von 23,5 mm als finales Aufbereitungsinstrument ein 25.06-Instrument verwendete und auf eine größere apikale Aufbereitung verzichtete und meiner 35er-Instrumente in der Schublade lies.

Das Ergebnis ?
Wenn es 2026 so weiter geht, bleibt alles gut…

p.s.: Vorher sehen diese Zähne immer so einfach aus…

p.p.s.: Hinterher sehen all diese Zähne immer so einfach aus …

Endo21 Podcast Folge 2 – Frage und Antwort

Unsere erste ENDO21 Rubrik Frage&Antwort ist aufgenommen.

Bezugnehmend auf die Podcastfolge 2 „Management der tiefen Karies und Vitalerhalt der Pulpa“ wurden folgende Fragen gestellt: „Wie sollte eine Caries Profunda-Behandlung oder direkte Überkappung durchgeführt werden und welche Materialien sollten verwendet werden?“

Zu finden ist die Audio-Datei auf unserer WURZELSPITZE Patreon-Seite.

Viel Spass damit.

https://www.patreon.com/c/wurzelspitze?l=de

ENDO 21 – Der Podcast Folge 3 – Pulpotomie – die neue Art der Wurzelkanalbehandlung?

Dentintubuli ? Kunstwerk Hamburg Kunsthalle !

In dieser Folge geht es darum, warum Tomas und ich am Anfang unseres dentalen Werkens die Endo gerne vermieden haben, um die Pulpotomie als hochgelobte neue Art der Wurzelkanalbehandlung, über MTA als Wunderstoff, über Obliterationen und warum das ein zweischneidiges Schwert ist.

Wieder mal ein Zahn für die Zange, oder ? Fall 1 (II)

Wie hatte ich bei der Erstvorstellung dieses Falles geschrieben ?

„Die im Röntgenbild als mottenfraßähnliche Aufhellung an Zahn 21 imponierende Zahnhartsubstanzveränderung im ansonsten weitestgehend füllungsfreien Gebiss legt den Vedacht nahe, dass es sich eben nicht um eine massive Karies an diesem prominenten Oberkiefer-Frontzahn sondern vielmehr um eine externe Resorption handelt. Der Patient ist zum Zeitpunkt der Erstvorstellung 51 Jahre alt, möchte den Zahn behalten, scheut aber ein wenig die zahnärztliche Behandlung an sich und auch die lange Anfahrt von ca 80 km und möchte natürlich prognostische Sicherheit, die Behandlung betreffend.“

Wie ging es weiter ?
Nach einer gewissen Bedenkzeit entschied sich der Patient für eine Behandlung bei uns in der Praxis. In der ersten Sitzung erfolgte nach Anästhesie palatinal die explorative chirurgische Aufklappung.

Hier ein paar klinische Fotos, welche den Zustand in situ belegen.

Das eingewucherte Granulationsgewebe hatte eine eher weiche, glibbrige Konsistenz. Es kam nur wenig zur Blutung und das Gewebe konnte relativ einfach als Ganzes ausgeschält werden.

Nach Entfernung des erweichten Dentins stellte sich der Zahn dann wie im letzten Bild zu sehen dar. Die Pulpa schimmert durch beziehungsweise ist minimal eröffnet.

Jetzt die Frage ?

Wie weiter vorgehen ?

Hier noch mein Abschlussbild nach Kavitätenverschluss. Verwendetes Material wie immer in solchen Fällen Shofu Beautifil Flow Plus F00 BW. Die weisse Farbe wegen der guten Abgrenzbarkeit von Füllung und Zahnhartsubstanz für eine zukünftige ZE Versorgung, sofern notwendig, das Material per se wegen seiner von mir geschätzten Eigenschaften, die Applikation betreffend.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

ENDO 21 – Der Podcast Folge 2- Wie erhalte ich die Pulpa und vermeide ich die Endo und warum das fatal sein kann

Hamburg, Regen…

Die erste Folge von Endo21 – der Podcast war eine Einführung: Was haben wir vor, wie läuft alles ab ? In der zweiten Folge, die am 04. Januar 2026 um 21 12 Uhr ersterscheint bei Spotify und Apple, starten wir mit der Endo.

Mit der Frage – wie kann man Pulpen erhalten, indem man Karies NICHT entfernt.
Und wie genau verläuft der schmale Grat zwischen so viel wie notwendig aber auch so wenig wie möglich. Was also ist die ideale Art der Caries Profunda Behandlung ? Und wann ist die durchgeführte Caries Profunda Behandlung nur eine Vermeidungs-Strategie ?

ENDO21 – Der Podcast: Folge 1 – Eine Einführung

Die erste Folge unseres Endodontie- Podcasts „ENDO21 – Wurzelkanalbehandlung weitergedacht „geht heute abend pünktlich auf Sendung. Und von nun an dann immer Sonntags um 21:12 Uhr. Woche für Woche.

Abrufbar bei Spotify und auch bei Apple Podcasts

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Tomas Lang und ich reden darüber, warum man Podcasts machen sollte, warum ENDO21 so und nicht anders heisst und das einer von uns Podcasts liebt und der andere dem Medium reserviert gegenübersteht, sich aber trotzdem überreden liess. Es geht um Haftcreme als Hilfsmittel für die Kofferdam- Applikation, wir reden darüber, was falsch läuft an deutschen Universitäten und warum dies in anderen Ländern besser funktioniert.

Ganz wichtig.
Der Podcast lebt von den Rückmeldungen, Fragen und Kommentaren.
Also bitte zur jeweiligen Folge die Kommentar- Funktion hier nutzen.

Ziel ist es, auf die Fragen, Kommentare und Anregungen in einer speziellen Feedback – Folge einzugehen, exklusiv für unsere WURZELSPITZE -Patrons auf unserer WURZELSPITZE Patreon Seite.

Wieder ein Zahn für die Zange, oder ? (III)

Alle guten (oder schlechten ) Dinge sind drei.
Noch ein Resorptionsgeschehen an einem Zahn 21. 16 jähriger Patient. Traumageschehen. Zähne waren zu lange ausserhalb des Mundes nach Unfall.
Zeitgewinnen durch palliative Behandlung ?
Oder besser Finger weglassen ?

p.s.: Der Zahn 11 bleibt aussen vor. Es geht nur um Zahn 21…

Wieder ein Zahn für die Zange, oder ? (II)

Es geht natürlich immer noch ein bisserl mehr.
Wer in selbstvertrauendem Optimismus oder gegebenenfalls auch selbstvertrauender Selbstüberschätzung solche Fälle wie den zuletzt gezeigten Resorptionsfall als „machen wir schon“ abtut und dem eine Erfolgsgarantie einfordernden Patienten eine zwar nicht 100%ige, aber doch realistische langfristig vorhersagbare Prognose suggeriert, dem sei als nächste Stufe der Herausforderung dieser Fall hier in die Hand gegeben. Und ja, der Zahn des aus der Erinnerung heraus zum Zeitpunkt der Erstvorstellung 20 jährigen Patienten ist kariesfrei und Beschwerden hat der Patient keine.

Und wieder der Frage: Wer springt? Wer verweigert das Hindernis ?

Wieder mal ein Zahn für die Zange, oder ? (I)

Die im Röntgenbild als mottenfraßähnliche Aufhellung an Zahn 21 imponierende Zahnhartsubstanzveränderung im ansonsten weitestgehend füllungsfreien Gebiss legt den Vedacht nahe, dass es sich eben nicht um eine massive Karies an diesem prominenten Oberkiefer-Frontzahn sondern vielmehr um eine externe Resorption handelt. Der Patient ist zum Zeitpunkt der Erstvorstellung 51 Jahre alt, möchte den Zahn behalten, scheut aber ein wenig die zahnärztliche Behandlung an sich und auch die lange Anfahrt von ca 80 km und möchte natürlich prognostische Sicherheit, die Behandlung betreffend.

Was also raten ?

Einundzwanzig Zwölf Einundzwanzig Zwölf

2112 <=> 2112

Ok, Countdown läuft.

Am 21. Dezember um 21 Uhr 12 ist es soweit.

Die erste, nullte Folge unseres Endodontie-Podcasts ENDO21 geht auf Sendung.
Ist das, was man einen Trailer, eine sneak preview nennt.


Mehr als 21 Folgen haben wir, das sind Tomas Lang und ich, Ha-Wi Herrmann bereits vorproduziert. Für Tomas ist es business as usual, hat er doch schon weit über 100 Folgen seines Podcats-Formates INTRADENTAL abgeliefert.

Für mich ein absolutes Novum.
„Neuland“, um mit der ehemaligen Bundeskanzlerin zu sprechen.

Ich bin gespannt, wo die Reise hingeht, kann es so gar nicht einschätzen, zumal ich bisher mit dem Medium stark fremdelte und bin jetzt einfach nur froh, dass es losgeht.

Wo kann man den Podcast beziehen ?
Zunächst bei Spotify, bei Apple dann – irgendwelchen Regularien geschuldet – ein paar Tage später.

Die Folgen kommen im Übrigen immer wöchentlich. Das erste Halbjahr 2026 ist also schon mal der Inhalt gesichert und falls das Feedback positiv ist, produzieren wir in gleichem Tempo weiter.

Also – los geht´s.

ENDO 21
Wurzelkanalbehandlung weitergedacht.
Mit Tomas Lang und Hans-Willi Herrmann

Circus Dentale – Ein Buch für den dentalen Weihnachts-Gabentisch

Christoph Mahlke, eifriger Wurzelkanalbehandler in eigener Praxis und langjähriger WURZELSPITZE-Leser hat sein erstes Buch geschrieben.
Und nicht zwingend, aber doch naheliegend, hat es die Zahnmedizin zum Thema. Vielleicht was für den Gabentisch und die hoffentlich besinnliche Zeit zwischen den Jahren, die endlich die Muße zum Schmökern daherbringt.
Aber lassen wir den Autor doch selbst zu Wort kommen

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Wer von uns kennt ihn nicht? Den anstrengenden, aber manchmal auch urkomischen Alltag zwischen Wurzelspitze und OP-Mikroskop? Jeder von uns könnte sofort mehrere bemerkenswerte, seltsame oder lustige Geschichten erzählen, oder?

Im vergangenen Jahr habe ich darüber ein Buch geschrieben. Es heißt „Circus Dentale“ und erscheint im Chiemsee Verlag. Es ist das erste Buch, das sich vor allem unserem Berufsleben als Endosiasten widmet. Mit fachlichem Ernst, aber auch mit einem Augenzwinkern. Und ganz nebenbei streift es auch andere Fachrichtungen. Ein bisschen „Darm mit Charme“, ein bisschen „Geständnisse eines Küchenchefs“.

Ich lade euch herzlich ein, einen Blick hineinzuwerfen. Vielleicht entdeckt ihr euch selbst in der einen oder anderen Episode oder findet ein paar Momente zum Schmunzeln.

Liebe Grüße und eine nicht ganz so stressige Vorweihnachtszeit!

Christoph Mahlke

P.S.: Das Buch erscheint pünktlich vor dem Weihnachtsfest nächste Woche Dienstag und ist via Amazon bestellbar

Geschichten aus dem Endozän – Der Ring ohne Worte

Ein Konzertabend in der Elbphilharmonie. Ein Dirigent von der Sorte „muss man einmal im Leben erlebt haben“. Ein Orchester, das klingt, als hätte jemand den Begriff Weltklasse neu definiert.
Und dann – an der Garderobe – ein Satz, der alles auf den Kopf stellt.

Wie kann ein Moment, der für den einen zu den größten überhaupt gehört, für den anderen „ganz grauenhaft“ sein?

Und – was hat das mit Endodontie zu tun?
Mehr, als man denkt.

Denn genauso wie ein musikalisches Meisterwerk kann auch die beste endodontische Arbeit von manchen Menschen komplett verkannt werden.

Warum das so ist, warum es uns trifft – und warum es trotzdem absolut kein Grund ist, sich entmutigen zu lassen – davon erzählt diese neue Episode der „Geschichten aus dem Endozän“.

Es geht um Leidenschaft.
Es geht um Erwartungen.
Es geht um Kritik – faire, aber vor allem um die ungerechtfertigte, die laute, die absurde.
Die Art von Kritik, die manchmal mehr über den Kritiker verrät als über die eigene Arbeit.

Die komplette Geschichte findet sich auf unserer WURZELSPITZE-Patreon-Seite.

Und es geht um die Frage:
Wie bleibt man seinen Weg treu, selbst wenn andere laut „GRAUENHAFT!!!“ rufen?

Totgesagte leben länger… manchmal wenigstens

Was soll hier schon der Rede wert sein ?
Zwei Zähne, versehen mit Kunststoff-Füllungen, die aber eigentlich schon längst eine Kronenversorgung verdient gehabt hätten.

Das dazugehörige Röntgenbild zeichnet dann aber doch ein anderes Bild. Insbesondere der riesige Substanzverlust vestibulär an Zahn 33, von dem nicht klar ist, ob es sich dabei um eine profane profunde Karies oder um eine externe Resorption handelt, lässt auf die Frage nach einem möglichen Zahnerhalt eigentlich nur die Antwort zu: Sicher nicht. Hier scheint die Extraktionszange das einzig sinnvolle Werkzeug zu sein.

Wir sind trotzdem einen anderen Weg gegangen. Der Patient, Ehemann einer Klassenkameradin, fragte mich, und diese Frage wird uns ja immer wieder gestellt, ob es nicht doch eine Möglichkeit der Zahnerhaltung gäbe und was ich täte, wenn es mein Zahn wäre.

Und so haben wir es dann auch getan. Schritt für Schritt die Erhaltungsfähigkeit des Zahnes evaluiert und in der Behandlung vorangeschritten. Kariesexkavation, mikroinvasive Aufklappung zur Darstellung des Kavitätenrandes, Wiederherstellung der verloren gegangenen Zahnhartsubstanz durch Composite-Füllungen, Wurzelkanalbehandlung.
Und dann der Recall nach 6, 18, 42 und 90 Monaten.

Das zu Beginn gezeigte Foto ist also nicht der Ausgangsbefund.
Sondern die Situation 7,5 Jahre nach Abschluss der Wurzelkanalbehandlung.
Gut sichtbar an Zahn 44 die initiale Abdichtung am Kavitätenrand in opak hellweiss, was ich tue, um dem Hauszahnarzt bei der Kronenpräparation die Unterscheidung von Zahnsubstanz und Füllungsmaterial zu erleichtern. Letzteres ist bis heute nicht passiert.

Die Zähne haben dennoch die Zeit gut überstanden.
Und wir können davon ausgehen, dass diese Zähne, denen die Zange nahegelegt wurde, auch weiterhin noch eine längere Zeit im Mund bleiben werden.

Können wir also stolz auf das Erreichte sein ?
Der Patient freut sich jedenfalls.

Hier die Röntgenbilder.

München – der Endgegner für Wohnungssuchende

Wer meint, in New York oder Tokyo eine Wohnung zu finden, sei schwierig, dem sei gesagt, für den wahren Endgegner muss man nicht um die halbe Welt reisen, sondern nur nach München.

Unsere Tochter hat ihr Studium erfolgreich hinter sich gebracht und, was heutzutage auch nicht mehr ganz so einfach ist, direkt im Anschluss ihre erste Stelle als Architektin angetreten.

Soweit so gut.
Aber es scheint möglicherweise eine kurze Episode in ihrem noch jungen Berufsleben zu werden, denn es ist offensichtlich unmöglich, in München eine Mietwohnung zu finden. Dabei sollten nur ganz wenige Voraussetzungen erfüllt sein: Die Wohnung sollte einigermaßen zentral gelegen sein, weniger als 10.000 Euro Miete pro Monat kosten und nicht so aussehen, als habe diese als Kulisse für die Taten des Serienkillers aus David Finchers Film „Sieben“ gedient.

Übertrieben ?
Leider nicht, denn gerade Letzteres mit massiven Blutspuren im Hausflur wurde bei einer Besichtigung am Samstag vorgefunden und das ist auch der Grund, warum ich diesen Hilferuf absende.

Es gibt die Theorie der „six degrees of separation“.
Die These also, dass jeder Mensch auf der Welt über 5 Personen mit jeglicher Person auf der Welt in Kontakt kommen kann.

Und hier mein Aufruf.
Wer kennt jemanden, der eine Mietwohnung in München anbietet, oder jemanden kennt, der jemanden kennt …

Das es sich bei unserer Tochter um einen vorbildlichen Mieter handelt (sie nicht raucht, weder bewussteinserweiternde noch bewusstseineintrübende Drogen jemals genommen hat und dies auch zukünftig für sich ausschliesst, nicht laut Musik hört, keine Haustiere hat und ihre Eltern ihre Bonität sicherstellen) muss, glaube ich, nicht extra erwähnt werden.
Ich tue es dennoch, um wirklich auch die letzte Unsicherheit auszuräumen.

Für jegliche Hilfe (EMAIL h_w_h@gmx.de) sind wir unendlich dankbar.
Vielen vielen Dank im Voraus.

Cuba, quiero bailar la salsa…

„Kuba, ich will Salsa tanzen.“
Sangen die Gibson Brothers.

1979 war das.
Ich war 16.
Und der Song lief in der Tanzschule.

Das Lied ist der Patientin vermutlich ebenfalls noch im Kopf, denn sie ist ein Jahr älter als ich.
Und ihr war sicherlich gar nicht zum Tanzen zumute war, als sie im Januar 2022 im Urlaub auf Kuba von starken Zahnschmerzen an Zahn 47 heimgesucht wurde.

Der Zahn 47 war im Frühjahr 2021 vom Hauszahnarzt wegen einer Karies wurzelkanalbehandelt worden. Auf Kuba wurde der Zahn trepaniert und dann offengelassen.

Zurück aus dem Urlaub sorgte die Patientin einen endoversierten Kollegen auf, der aber nicht weiterkam und dann die Patientin an uns verwies. Sehr zum Unbill des Hauszahnarztes, der zur Patientin sagte, wir könnten auch nichts anderes machen, als er schon gemacht habe.

Die Behandlung bei uns sah zunächst die Entfernung des Metallstiftes in der distalen Wurzel vor, dann die WF- Revision. Der Zahn präsentierte sich mit einer massiven Gangrän im C- förmigen Kanalsystem.

Nach Wurzelkanalfüllung am 07.04.2022, welche die exotische Anatomie des Wurzelkanalssystems offenbart, zeigten die weiteren Nachkontrollen nach 6 Monaten, weiteren 12 und 24 Monaten am 18.11.2022, 17.11.2023 und 21.11.2025 die kontinuierliche Verbesserung der apikalen Knochensituation bis hin zur vollständigen Ausheilung.

WF – Kontrolle

Recall nach 6 Monaten

Recall nach 18 Monaten

Recall nach 42 Monaten

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (39) – Die Baustellenampel

Was haben eine nervige Baustellenampel, Schüler auf dem Zebrastreifen und eine auf Endodontie limitierte Praxis gemeinsam? Mehr, als man denkt. Eine alltägliche Beobachtung auf dem Weg zur Arbeit entpuppt sich als überraschende Parallele zum Praxisalltag – und zeigt, warum weniger manchmal deutlich mehr ist.

Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein kleiner Eingriff in den Verkehrsfluss den Blick auf Effizienz, Ruhe und strukturiertes Arbeiten verändern kann? Ein scheinbares Ärgernis wird zum Aha-Moment – und offenbart, weshalb klare Wege und definierte Abläufe nicht nur im Straßenverkehr, sondern auch in der Zahnmedizin den Unterschied zwischen Chaos und entspanntem Durchgleiten ausmachen.

Die Auflösung gibt es auf unserer Patreon- Homepage.
Vielleicht auch dort mal vorbeischauen…

Dentapen – ein Resümee über 4 Jahre

von Olaf Löffler

Vier Jahre lang war der Dentapen ein fester Bestandteil unseres Praxisalltags – begleitet von vielen positiven Patientenreaktionen, technischen Besonderheiten und auch unerwarteten Herausforderungen.

Nun ist seine Einsatzzeit vorerst vorbei, und es wird Zeit, Bilanz zu ziehen.

Wie hat sich das Gerät im täglichen Einsatz bewährt?
Welche Auswirkungen zeigte es bei Patienten und Behandlern?
Und lohnt sich die Investition überhaupt?

Wer das vollständige Resümee lesen möchte, findet den ausführlichen Artikel auf unserer WURZELSPITZE-Patreon-Seite. Dort veröffentlichen wir regelmäßig zusätzliche Inhalte, Hintergründe und Praxisberichte für alle, die sich für moderne Zahnmedizin und insbesondere die Endodontie interessieren.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Röntgenbild zum Wochenbeginn – oder – Danke DVT

Ist doch ein einfacher Zahn, dieser Zahn 36.

Ja, war er auch.

Aber nur, weil wir dank DVT wussten, wonach und wo wir suchen mussten.

Hier die Röntgenbilder ohne viel Aufhebens.
Röntgenbild 1 vor Behandlungsbeginn ,die Krone war verlustig gegangen.


Dann das Kontrollröntgen nach WF.
Immer noch ein sehr unauffälliger Zahn, wenngleich man in der distalen Wurzel eventuell schon einen zweiten Kanal erahnen kann.

Und die erste WF- Recall-Kontrolle 7 Monate nach Wurzelkanallfüllung, die nun endlich die wahre Anatomie, nämlich 5 Kanäle mit separatem Kanalausgang erkennen lässt, Zwischenzetilich erfolgte die Versorgung des Zahnes mit einer Krone durch den Überweiser. Auf die progrediente Karies distal von Zahn 35 wurde der Patient erneut hingewiesen.

ELM – Welche Apexlokatoren nutze ich und vor allem – wie nutze ich diese ????

Apexlokatoren gehören längst zur Standardausstattung – doch wer täglich damit arbeitet, kennt ihre Eigenheiten: nervöse Anzeigen, abweichende Messwerte, unsichere Grenzbereiche.
In meinem neuen Beitrag exklusiv für unsere Patreon-Unterstützer zeige ich, welche Geräte sich in meiner Praxis langfristig bewährt haben, warum der Wechsel vom Root ZX zum Root ZX Mini nicht nur technisch, sondern organisatorisch Sinn ergab – und weshalb das Raypex 6 plötzlich positiv überraschte, obwohl seine Vorgänger alles andere als überzeugend waren.

Außerdem erkläre ich, wie wir in der Praxis mit der systemimmanenten 95 %-Problematik umgehen – und wie wir über viele Jahre grundsätzlich mit zwei Geräten parallel gemessen haben, aber ohne dadurch Zeit zu verlieren.

Und schließlich: Das eine Gerät, das inzwischen fast alle anderen ersetzt hat – und das ich uneingeschränkt empfehlen kann, eine Aussage, die ich – wer mich kennt, weiss – nicht leichtfertig getroffen habe.

ELM-Kriterien – Was einen guten Apex-Lokator wirklich ausmacht

Elektronische Längenmessung – für viele eine Selbstverständlichkeit in der modernen Endodontie. Schnell, präzise, zuverlässig. Zumindest in der Theorie.
In der Praxis aber kennen wir alle diese Momente: springende Anzeigen, unruhige Signale, widersprüchliche Werte. Und plötzlich steht die Frage im Raum: Woran liegt’s – am Gerät, an der Technik oder an uns?

Die Wahrheit ist komplexer, als die bunten Prospekte versprechen. Denn ein Apex-Lokator ist kein Messschieber, sondern ein sensibles bioelektrisches System, das mit wechselnden Leitfähigkeiten, Flüssigkeiten und Frequenzen jongliert.
Doch welche Geräte liefern wirklich stabile, reproduzierbare und klinisch verlässliche Ergebnisse? Und warum reicht die reine „Messgenauigkeit in Millimetern“ oft nicht aus, um Qualität zu beurteilen?

In unserem neuen Beitrag werfen wir einen Blick hinter die glänzenden Oberflächen moderner Apex-Lokatoren. Wir sprechen über Dynamik, Reaktionsverhalten, Stabilität – und darüber, was wirklich zählt, wenn man dem Gerät blind vertrauen möchte.

Den vollständigen Beitrag findet ihr exklusiv auf unserer WURZELSPITZE Patreon-Seite – für alle, die verstehen wollen, was ihr Apex-Lokator misst, warum er es misst – und wann man ihm besser nicht trauen sollte.

Das Morita Root ZX 3 – oder macht es überhaupt noch einen Unterschied, welchen Apexlokator ich verwende ???

Auf der ESE 2 Jahrestagung in Paris wurde bei Morita am Stand ein neuer Apexlokator präsentiert: Das Root ZX 3.
Das ist heute kaum noch eine Meldung wert, oder ?
Sind solche Geräte doch mittlerweile unverzichtbare Grundausstattung jeder Zahnarztpraxis.

Ich arbeite seit rund 2 Jahren mit dem Root ZX 3.
Genauer gesagt mit einer speziellen Version mit Zusatzfunktion, aber das ist eine andere Geschichte.
Die Messeinheiten meines Gerätes und die des Root ZX 3 sind identisch und im Kopf überschlagen komme ich zu dem Ergebnis, das wir im Laufe der Jahrzehnte vermutlich mehr als 20 verschiedene ELM-Geräte in Gebrauch hatten.

Von denen immer wieder gesagt wird, dass es heutzutage keinen Unterschied mehr macht, welches davon zur Anwendung kommt.

Das deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen.

Es gab in dieser Zeit immer wieder Geräte, die sich für das Arbeiten überhaupt nicht empfohlen haben. Und es gibt zwei unterschiedliche Aspekte diesbezüglich. Zum einen natürlich die Genauigkeit der Messung an sich. Das erkennt man am besten, in dem man Messungen mit zwei unterschiedlichen Geräten durchführt und die Ergebnisse miteinander vergleicht. Das ist der Grund, warum ich über viele Jahre hinweg zwei Geräte am Patienten parallel genutzt habe. Was im Übrigen, wenn man einen diesbezüglich optimierten workflow sich zunutze macht, keinen Mehraufwand darstellt, aber immer wieder hilfreiche Zusatzinformationen liefert.

Zum Anderen ist aber auch die Art und Weise, wie diese Messung zustande kommt und sich präsentiert. Diese beiden Aspekte sind schwer in Worte zu fassen. Vielleicht mit dem Begriff Souveränität. Am Ende des Tages oder sagen wir besser im Laufe der Zeit kristallisiert sich einer gewisse Affinität zu dem einen oder anderen Gerät heraus. Und abschliessend ist es immer ein Gerät, das als Favorit sich seinen Stammplatz sichert. Sprich, es gab immer ein Gerät, dass primär zur Messung genutzt wird und dann noch ein zweites, dass dann im Nachgang zur Absicherung des Messergebnisses dient. Woran erkennt man bei unterschiedlichen Messergebnissen den Favoriten? Weil es das Geräte ist, dessen Messergebnis man im Zweifelsfalle mehr vertraut. Und das sich dann im Nachgang als das richtig gemessen habende herausstellt.

Und dann gibt es noch, nennen wir es eine Hall of Fame.
Das sind die Geräte, die wir herbeiholen, wenn wir es mit einer wirklich schwierigen Situation zu tun haben: Diese Geräte sind: Das Original Root ZX, das Raypex 6, die ELM Messeinheit des Endo-Piloten.

Wie schlägt sich nun in diesem Illustren Kreis das Root ZX 3?

Ganz einfach. Es ist das Gerät, dass wir allen anderen Geräten gegenüber vorziehen und zwar ohne Zögern. Weil es die beschriebene Souveränität in der Messung an den Tag legt, die von keinem der anderen Geräte erreicht wird und ich will sogar soweit gehen, mit deutlichem Abstand.

Woran man diese Ausnahmestellung ermessen kann?
Dass ich nach einer entsprechenden Zeit der Evaluierung in Abkehr der als von mir heilig gesetzten Regel, mit zwei Geräten parallel zu messen, das Root ZX 3 nun als primär einziges Gerät einsetze und die Zweitmessung mit einem Alternativ- Geräte nun nur noch eine Option für die wirklich schwierigen Fälle ist, wobei ich mich nicht erinnern kann, wann wir zuletzt darauf zurückgreifen mussten.

Also ein Paradigmenwechsel in meinem Handeln?
Ein (zu) grosses Wort, zeigt aber, dass wir es in der Tat hier mit einer besonderen Situation zu tun haben im positiven Sinne.

Daher mein Tipp.
Wer einen neuen Apexlokator braucht, der sollte sich unbedingt das Root ZX 3 anschauen.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

3D- Druck in der Praxis – Wenn ´s mal der ganz kleine Sauger sein muss …

Hat jemand eine Idee, wofür diese beiden Konstrukte sein könnten ?

Wurzelkanäle trockne ich mit Papierspitzen.
Aber manchmal, bei nachhaltiger Exsudation aus dem Wurzelkanal ist es sinnvoll, diese Flüssigkeiten mittels Mikrokanüle abzusaugen. Dazu wird ein Luerlock- Adapter verwendet, der in die Aufnahme des kleinen Speichelsaugers eingebracht wird.

Unsere Behandlungseinheiten haben, wie vermutlich die meisten der verwendeten zahnärztlichen Arbeitsliegen zwei Saugschlauchaufnahmen. Eine dünnere für den Speichelsauger, eine dickere für den großen Sauger. Kommt nun der Luerlock-Adapter zum Einsatz, ist der kleine Speichelsauger nicht mehr nutzbar. Falls nun im Mund Speichel abgesaugt werden muss, steht nur noch der riesig grosse Speichelsauger zur Verfügung. Für Patienten wie für die absaugende Assistenz, die unter dem Kofferdam agieren muss, gleichermaßen unbefriedigend.

Der 3D Druck musste wieder einmal her. – und welche Tricks, Adapter und Druckvarianten am Ende herauskamen, warum es gleich vier unterschiedliche Versionen gibt und wie sich diese in der Praxis bewährt haben – das erzählen wir für unsere WURZELSPITZE Patrons in einem neuen Beitrag auf unserer Patreon- Homepage.
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Au revoir Paris ! – Zurück von der ESE- Zwei-Jahres-Tagung (IV) – „« Le roi est mort, vive le roi »“

« Le roi est mort, vive le roi »


So scheint es.
Was unsere Wurzelkanal Sealer angeht.

Der neue König ?
Die sogenannten „biokeramischen“ Sealer.

Der alte König ?
Alle anderen Sealer.
Die von nun an mausetot sind.

So zumindest war für mich der Eindruck nach dem letzten Mittwoch.
In einer hochkarätig besetzten DGET – Abend-Fortbildung waren diese Sealer besprochen worden.

Und – um im königlichen Kontext und einer angemessenen Semantik zu bleiben – es wurde das hohe Lied auf diese neuen Materialien gesungen. Wer dem beiwohnte, der konnte eigentlich nicht umher kommen – sofern er nicht schon längst mit diesen Materialien arbeitete – schleunigst auf diese vielversprechenden Sealer umzusteigen.

„Ist gut für mich gelaufen“, sagte dann auch am nächsten Tag meine Kollegin in der Praxis.
Die, im Gegensatz zu mir, solche Sealer einsetzt. Und sich freute wie eine Schneekönigin.

Ein paar Wochen zuvor, in Paris bei der ESE – 2 Jahres- Tagung hatte ich schon einmal einem Vortrag mit dieser Thematik beigewohnt. Insofern war es für mich interessant, zu erfahren, inwieweit hier entweder unisono oder kontrovers die Thematik gesehen wurde, Der Redner – ein französischer Kollege. Frédéric Bukiet. Sein Vortrag war überschrieben:
Is hydraulic condensation with Calcium Silicate-Based Sealers as Simple as It Seems?

Und auch wenn die Überschrift eine gewisse Skepsis suggerierte, so war auch hier nach wenigern Minuten klar, dass auch dieser Referent ein Befürworter dieser Materialklasse war.
Allerdings.

Im Gegensatz zu den deutschen Kollegen wurde deutlich differenzierter auf die verschiedenen „Reibungspunkte“ eingegangen. Aushärteproblematik, Löslichkeit, Inkompatibilität mit warmen Füllverfahren, Frage der Revidierbarkeit. Vor allem aber auch, das eine gewisse Diskrepanz zwischen den in vitro-Studien und der klinischen Realität besteht. Auch die im Vergleich zu den anderen Sealern teils exorbitant höheren Kosten wurden in Paris (Siehe Foto Vortrags-Folie) angesprochen.

Was zählt letztendlich ? Jörg Schröder würde sagen und Christoph „Nur der BVB“ Kaaden würde zustimmen: „Grau ist alle Theorie – entscheidend ist aufm Platz“

Wie das Ganze also in der klinischen Praxis abschneidet !
Die Studien hierzu: Nicht besser, nicht schlechter.

Am Ende brachte Frédéric Bukiet – ohne das eine Material auf einen ungebührlich hohen Sockel zu setzen und ohne die anderen Materialien schlecht zu reden – die Problematik in 2 Sätzen zusammengefasst auf den Punkt:

Warum einen teuren Sealer verwenden, der die klinische Erfolgsrate nicht verbessert????
Weil´ s Zeit spart und einfacher geht.

Dieser ehrliche Einschätzung kann ich zustimmen.
Warum ich dennoch die Entwicklung zwiespältig sehe und sogar so weit gehe, zu sagen, das das Material der Endodontie nicht zum Vorteil, sondern zum Nachteil gereicht, darüber schreibe ich auf unserer WURZELSPITZE Patreon-Homepage kommenden Freitag…

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (38) – Wenn ´s mal nicht so läuft

Es gibt diese Tage, an denen es nicht so läuft, wie es soll.
Die Erstassistenz meldet sich krankheitsbedingt nicht zur Arbeit. Die Zweitassistenz muss bei einem Schmerzpatienten der Kollegin aushelfen. Und plötzlich ist da das Gefühl, dass der sonst so reibungslose Behandlungsablauf aus dem Tritt gerät.

Was sich zunächst nur nach einem „etwas chaotischen Vormittag“ anhört, entpuppt sich schnell als eindrucksvolle Erinnerung daran, warum Spezialisierung und Struktur in der Endodontie so wertvoll sind. Denn erst, wenn gewohnte Abläufe ins Wanken geraten, erkennt man, wie viel Präzision, Teamarbeit und System hinter scheinbar selbstverständlicher Routine steckt.

In diesem neuen Beitrag der Reihe „50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (38) – Wenn’s mal nicht so läuft“ geht es nicht um Misserfolg, sondern um Einsicht.
Darum, warum Perfektion kein Zufall ist – und warum man sie erst richtig zu schätzen weiß, wenn sie einmal fehlt

Für unsere WURZELSPITZE–Patreon-Unterstützer ist der Artikel in voller Länge auf unserer Patreon-Seite lesbar.
Wenn Sie uns dort unterstützen, erhalten Sie exklusiven Zugriff auf alle Beiträge der Serie – und helfen mit, dass wir weiterhin tief in die Welt der Endodontie eintauchen können.

Ein Wiedersehen unter die Lupe genommen – warum das Mikroskop unverzichtbar ist

Kürzlich, bei  einem meiner Vorträge über den Status Quo  in der Endo traf ich eine Studienkollegin wieder, die ich seit unserer Examenszeit nicht mehr gesehen hatte.

Im Anschluss an die Veranstaltung lachten wir über gemeinsame Zeiten.  Es war, als wären nicht 35 Jahre vergangen, sondern die Zeit stehengeblieben.  Bis sie die Frage stellte: Lohnt sich die Anschaffung eines Operationsmikroskops überhaupt noch, wenn man nur noch wenige Jahre bis zum Ruhestand hat? Genau genommen sagte sie, die Anschaffung eines Operationsmikroskopes lohnt sich nicht mehr, wenn man nur noch ein paar Jahre bis zum Ruhestand hat.

Wäre mein Frau dabei gewesen, sie wäre unwillkürlich zusammengezuckt.
Wohlwissend, dass ich auf eine solche Aussage reagieren würde wie eine Katze, der man auf den Schwanz getreten hat.

Denn die Idee, dass sich ein Mikroskop nur lohnt, wenn man noch Jahrzehnte vor sich hat, ist ungefähr so plausibel wie die Aussage, man solle im Herbst keinen Mantel mehr kaufen, weil es ja bald danach wieder Frühling wird.

Auch wenn wir uns Jahrzehnte lang nicht gesehen hatten. Ich wusste, nicht schöne Worte, nur klare Fakten würden meine Studienkollegin überzeugen können – daher hier meine 3 KO- Argumente in der  Sache:

1
Ein Mikroskop ist kein dekoratives Spielzeug. Sondern ein Werkzeug, das die Art, wie man Zahnmedizin  im Allgemeinen und Endodontie im Speziellen betreibt, grundlegend verändert: Man sieht Dinge, die einem verborgen geblieben sind: Winzige zusätzliche Kanäle. Haarrisse, versteckte Isthmen.

Dinge, die man bisher übersehen hat.
Nicht aus Nachlässigkeit. Sondern, weil sie bislang einfach nicht sichtbar waren. Auch nicht mit Lupenbrille. Es ist, als ob man jahrelang durch trübes Milchglas gesehen hat und plötzlich mit einem Fernglas durch ein geputztes Fenster schaut.

Es liegt auf der Hand, dass sich dadurch die Behandlungsqualität verbessert. Und zwar auf vielen Ebenen. Bessere Behandlungsqualität bedeutet höhere Patientenzufriedenheit. Daraus resultiert höhere Behandlerzufriedenheit. Weniger Misserfolge. Spart Zeit und Nerven. Erhöht das Betriebsergebnis.  

2
Aber es geht nicht nur um die Zähne der Patienten. Es geht auch um uns. Denn wer einmal mit Mikroskop gearbeitet hat, weiß: Rücken und Nacken danken es einem jeden einzelnen Tag. Statt in krummen Verrenkungen über dem Behandlungsstuhl zu hängen, sitzt man aufrecht und  entspannt. Ich hatte in den wenigen Jahren ohne Mikroskop mehr Rückenbeschwerden als in den vielen Jahrezehnten danach. Und Gesundheit ist unser kostbarstes Gut. Das an Bedeutung sogar noch gewinnt, je älter man wird. 

3
Bleibt noch das Argument: „Das Mikroskop kostet doch ein Vermögen.“ Auch das kann ich nicht gelten lassen. Sehr gute Mikroskope gibt es heute schon in der Preisklasse von 20 – 30.000 Euro. Man investiert also  nicht in den – manche Vorurteile sind einfach nicht totzukriegen – sprichwörtlich Zahnärzten nachgesagten Porsche und schon gar nicht in eine Luxus-Yacht, sondern gerade mal in ein Auto der Einsteiger-Klasse.  Und jetzt mal ehrlich – wer würde allen Ernstes auf die Idee kommen, mit dem Bus zur Praxis zu fahren, weil er das Geld für einen Dacia Logan nicht ausgeben möchte.  Das ist einfach nur lächerlich. Zumal – im Gegensatz zum Auto- das Mikroskop in den 5 Jahren bis zur Rente nur erstaunlich wenig an Wert verliert und in dieser Zeit sich selbst mehr als amortisiert.  

Mit dem Mikroskop lässt sich in den fünf Jahren nicht nur solide, sondern ausgesprochen gut Geld verdienen. So gut, dass sich die Anschaffung in aller Regel schon nach ein bis zwei Jahren längst bezahlt gemacht hat. Will man die Praxis irgendwann verkaufen, ist das Mikroskop ein attraktives Add On im Exposé. Und wenn man es nicht mitverkaufen möchte oder kann, lässt es sich separat veräußern und bringt einen großen Teil der Kosten zuverlässig zurück. Ganz zu schweigen davon, dass die Investition ins Mikroskop 5 Jahre lang steuerlich geltend gemacht werden kann

Dazu kommt: Die Konkurrenz schläft nicht.
In immer mehr Praxen gehört das Mikroskop mittlerweile zur Grundausstattung. Die Jungen haben den Wert des Mikroskopes für die Zahnmedizin längst erkannt. Wer als „alter Sack“ darauf verzichtet, läuft Gefahr, im direkten Vergleich zum Mitbewerb im wahrsten Sinne des Wortes „alt“ auszusehen. Patienten können die Qualität unserer Arbeit oft nicht beurteilen. Und da hilft uns das Mikroskop in zweifacher Hinsicht. Zum einen gibt es bei den Patienten eine Faszination für Technik. Ein Mikroskop in der Zahnmedizin ist High Tech. Eine Lupenbrille auf der Nase, sorry, die kann da nicht mithalten.  

Und es gibt noch einen weiteren Bonus: Stichwort Dokumentation. 

Mit der eingebauten Fotokamera lassen sich Arbeitsschritte festhalten und Befunde glasklar illustrieren. Der Patient sieht auf einem großen Fernseher an der Wand nicht nur, dass gearbeitet wird, er sieht, was gearbeitet wird – und warum Behandlungsbedarf besteht. 

Das schafft Transparenz.
Einsicht für notwendige Behandlungsmaßnahmen. 
Daraus entsteht Vertrauen.  

Und oft auch eine ganz neue Gesprächsebene.

Und schließlich ist da noch scheinbar banaler, aber nicht zu unterschätzender Punkt: die Leidenschaft. Nach Jahrzehnten im Beruf kann der Alltag manchmal etwas eintönig wirken. Ein Mikroskop bringt frischen Wind, eröffnet neue Möglichkeiten  und schärft wieder den Blick  für das, was unseren Beruf eigentlich ausmacht: die Faszination für das Kleine, Verborgene, Komplexe. Für Präzision. Und die erfolgreiche Beherrschung dessen, was dentale Meisterschaft ausmacht. Und darauf darf man dann auch zurecht stolz sein.

Kurz und knapp:
Meine Antwort war eindeutig.

Ja, es lohnt sich.

Auch für fünf Jahre.
Vor allem für die letzten fünf Jahre.

Mehr Qualität.
Mehr Gesundheit.
Mehr Geld.
Mehr Zufriedenheit. 

Diese fünf Jahre, liebe Kollegin, wirst du mit einem Mikroskop intensiver, entspannter und erfolgreicher erleben als ohne.

Und wenn das Alles die Investition nicht wert ist, dann weiss ich es auch nicht.

Au revoir Paris ! – Zurück von der ESE- Zwei-Jahres-Tagung (III)

Nach Paris bin ich, von Kaiserslautern aus, bequem und vor allem pünktlich mit dem Zug gefahren. Ich erreichte den Kongress am Vormittag nach der Frühstückspause. Der Vortragssaal in Halle I war extrem gefüllt. Ich hatte Glück, noch einen Platz zu erwischen, aber es sassen etliche Zuhörer auf den Treppenstufen. Dieses Bild zog sich hier durch alle Vorträge des ersten Tages, die ich besuchte.

Tag 2 – Auf meinem Stundenzettel stand ein Vortrag, auf den ich besonders gespannt war. Es ging um Ergonomie in der Endodontie- Ergonomics in endodontic practice – der Vortragende war Jean-Pierre Siquet, ein belgischer Kollege. Diesen Vortrag wollte ich auf gar keinen Fall verpassen und so fand ich mich sicherheitshalber inmitten der Frühstückspause bereits eine Viertelstunde früher im Vortragssaal 2 ein.

Ausser mir noch anwesend ?
Der Referent, dann Dan Rechenberg, der Moderator der Session und noch geschätzt 5 weitere KollegInnen.

In einer Vortragshalle, die vermutlich weit mehr als 1000 Zuhörer fasst.
Der Saal füllte sich bis Vortragsbeginn auch nicht wesentlich, soviel kann ich schon vorwegnehmen. Nicht unbedingt das Schönste für einen Referenten und extrem bedauerlich, denn das Thema hätte wesentlich mehr Zuschauer verdient gehabt.

Hier eine frustrane Zahl aus dem Vortrag: 74 Prozent der Behandler, so eine Umfrage unter amerikanischen Endodontisten, leiden unter gesundheitlichen Problematiken, durch ihre Arbeit verursacht. Und auch ich kann rückblickend berichten, dass ich von 1990 – 1997 mehr „Rücken“ hatte als in der gesamten Zeit danach.

Der Wendepunkt ?
Das Operationsmikroskop.

Aber über diesen Punkt sind vermutlich viele (oder fast alle) der Leser hier drüber hinaus. Bestes Indiz – Beim kürzlich erfolgten Auftakt des neuesten Jahrgangs des Masterstudiengangs Endodontologie des Uni Düsseldorf ergab mein Nachfragen an meinem Vortrags-Tag, dass ausnahmslos jeder Teilnehmer mit dem Operationsmikroskop arbeitet.

We have come a long way, deutsche Endodontie !
Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als bei der DG Endo-Jahrestagung in Frankfurt Anfang/Mitte der Zweitausender Jahre Cliff Ruddle hoch erstaunt war im positiven Sinne, das von mehr als 200 Teilnehmern rund 80 den Arm hoben auf seine Frage hin.

Zum Inhalt des Vortrages – Ergonomie des Arbeitsplatzes, die Wichtigkeit und der Nutzen festgelegter Abläufe, definierter Behandlungsabläufe, die Notwendigkeit definierter Behandlungsprotokolle und Checklisten, sowie das hohe Lied des vierhändigen Arbeitens.

Nichts Neues also, zumindest für diejenigen, die das Glück hatten, an unserem DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER – Event Ergonomie teilgenommen zu haben. Denn das, was notgedrungen in 45 Minuten im Vortrag nur erwähnt, angerissen werden konnte, das waren wir in der Lage, nicht nur im Detail auszubreiten, sondern darüber hinaus im Plenum zu diskutieren und vor allem auf der Bühne live am Behandlungsstuhl via 4K Kamera übertragen auf der Leinwand präsentieren zu können.
4 händiges Arbeiten live ? CHECK ☑️
6 händiges Arbeiten !!! CHECK ☑️☑️

Christoph Kaaden beim Aufbau der Bühne für „DIE3“

Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle der Firma Morita, die dieses Event durch viel unterstützende Arbeit und Bereitstellung von Geräten und Resourcen überhaupt erst möglich gemacht hat und geht an die Firma CJOptik für die Bereitstellung des Flexion-Operationsmikroskopes sowie an Michael Ermerling von Hanchadent für seinen Support, das OPM betreffend. Und an alle Teilnehmer und die schöne Gemeinschaft, die sich im Laufe der 3 Teile von DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER herausgebildet hat und die dieses Event so familiär (im positivenSinne) und damit spaßspendend für uns hat werden lassen.

All das ist mir durch den Kopf gegangen, als ich dem Vortrag des Kollegen beiwohnte.
Wie privilegiert wir alle waren als Referent und Teilnehmer bei „DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER“ und wie privilegiert ich bin als Behandler, in einem wunderbaren Team Tag für Tag sechshändig arbeiten zu dürfen. Denn die Realität in deutschen Praxen (in den umliegenden europäischen Praxen sowieso) sieht heute so aus, dass man froh sein kann, wenn man auch nur 4 händig arbeiten kann am Patient.

Nun aber zurück zum Vortrag – Was ich für mich mitgenommen habe ?
Statt wie bisher leidlich 2 mal die Woche besser nun konsequent 3 mal die Woche Ausgleichssport zu machen. Was wurde empfohlen? Yoga, Walken und Rennradfahren. Ich weiss nicht, in wie weit hier persönliche Vorlieben zum Tragen kamen. Ich würde (zwar ohne Yoga, aber immerhin mit den anderen 2 von 3) weiter gestreut empfehlen, alles an Sport zu machen, was die autochtone Rückenmuskulatur stärkt. Und würde hierzu noch ergänzend das Klettern in einer Kletterhalle als besonders geeignet hinzufügen.

3 mal pro Woche 30 Minuten, idealerweise ergänzt mit kurzen Übungen während des Behandlungstages zwischen den einzelnen Behandlungen?

Das macht möglicherweise den entscheidenden Unterschied zwischen jahrzehntelangem belastungsfreiem Arbeiten oder frühzeitiger Krankheitsproblematik!

Soll von nun an keiner sagen, er habe es nicht gewusst…



Was schon die Alten wussten…

Es war lange Zeit vermutlich eines der meistzitierten Bücher in der Zahnmedizin. Die Mikroorganismen der Mundhöhle von W. D. Miller.

Das Herausragende an Willoughby D. Millers Werk „Die Mikroorganismen der Mundhöhle“ aus dem Jahr 1889 liegt darin, dass es als grundlegendes Werk der wissenschaftlichen Zahnmedizin gilt und erstmals die Ätiologie der Karies auf eine klare biologische Basis stellte. Miller entwickelte darin die „chemisch-parasitäre Theorie“, wonach Mikroorganismen in der Mundhöhle Kohlenhydrate zu Säuren abbauen, die den Zahnschmelz entkalken und so Karies hervorrufen. Mit dieser Erkenntnis widerlegte er ältere mechanische und vitalistische Vorstellungen und legte den Grundstein für moderne Konzepte der Kariesprävention und Mundhygiene. Gleichzeitig brachte er die damals noch junge Bakteriologie, die er bei Robert Koch kennengelernt hatte, in die Zahnmedizin ein und trug so maßgeblich dazu bei, die Disziplin von einer handwerklich-technischen Tätigkeit zu einer medizinisch-biologisch fundierten Wissenschaft weiterzuentwickeln.

Sein beruflicher Werdegang unterstreicht diesen Brückenschlag zwischen Forschung und klinischer Praxis. Geboren 1845 in Alexandria, Ohio, absolvierte Miller zunächst eine zahnärztliche Ausbildung am Pennsylvania College of Dental Surgery in Philadelphia. 1879 promovierte er an der Universität Würzburg in Medizin und trat kurz darauf in das Labor von Robert Koch in Berlin ein, wo er die neuesten Methoden der Bakteriologie erlernte. Ab 1884 wirkte er als erster Professor für Zahnerhaltung an der Friedrich-Wilhelms-Universität in Berlin, wo er Forschung, Lehre und klinische Tätigkeit miteinander verband und die deutsche Zahnmedizin zu internationalem Ansehen führte. Sein wissenschaftliches Hauptwerk erschien 1889 in Berlin und machte ihn weltweit bekannt. 1907 folgte er einem Ruf in die USA, um als Dekan der neu zu gründenden Dental School an der University of Michigan in Ann Arbor tätig zu werden. Dazu kam es jedoch nicht mehr, da Miller noch im selben Jahr auf einer Rückreise in Newark an den Folgen eines Blinddarmdurchbruchs verstarb.

So verbinden sich in Person und Werk Millers eine international geprägte Laufbahn mit einem wissenschaftlichen Durchbruch, der die Zahnmedizin nachhaltig geprägt hat.

Vor kurzem hat es endlich geklappt. Die Erstausgabe von 1889 konnte ich nun erstehen und darf sie nun mein eigen nennen. Über Kofferdam lässt sich Miller allerdings erst in der erweiterten Zweitausgabe von 1892 aus, die ebenfalls in meinem Besitz ist.

Und siehe da, Miller, einer der grössten Zahnärzte seiner Zeit, ist ein Fan des Kofferdams. Er würde den Kopf schütteln, wenn er wüsste, dass mehr als 160 Jahre nach Einführung der Kofferdam immer noch in deutschen Praxen ein stiefmütterliches Dasein führt. Schön auch, wie er den Kollegen den Spiegel vorhält und für die Einmalanwendung plädiert, weil die geringen Kosten eine Wiederaufbereitung nicht rechtfertigen. Und dann gibt es noch die Passage, in der Miller die mangelnde Hygienebereitschaft unter Kollegen angeprangert hat, die dazu geführt hat, dass Begehungen durch Beamte des Gesundheitsamtes in Erwägung gezogen wurden.

Ob es was genützt hat ????
Manche Dinge ändern sich leider nie…

Au revoir Paris ! – Zurück von der ESE- Zwei-Jahres-Tagung (II)

Wer die 2-Jahrestagung der European Society of Endodontology (ESE) besucht, profitiert nicht nur durch das (hoffentlich) hochkarätige wissenschaftliche Programm, sondern immer auch durch eine bemerkenswert gut bestückte Industrieausstellung.

Und wer hatte den größten Stand auf der ESE – 2 Jahrestagung in Paris ?
Die chinesische Firma Woodpecker.

In einer Dimension, wie sie früher nur dem Endo- Giganten Maillefer vorbehalten war.
Bei Dentsply Sirona geht es heutzutage deutlich kleiner zu, zumindest die Endo betreffend. Und VDW, in den deutschsprachigen DACH- Gebieten (Deutschland, Österreich, Schweiz) ehemals die unangefochtene Nummer 2 ist sogar schon fast vollständig aus dem Scheinwerferlicht der Endo-Bühne zurückgetreten.

Woodpecker hingegen hat sich im Laufe der Jahre vom früher in der Einschätzung seiner Mitbewerber arrogant-mitleidig belächelten Schrott- Anbieter zum endodontischen Vollanbieter entwickelt und präsentierte sich in Paris als ein Unternehmen, das inzwischen ein nahezu vollständiges Portfolio für die moderne Endodontie vorweisen kann. Von Feilensystemen über endodontische Motoren, Obturationstechnologien, Ultraschallgeräte bis hin zu Bildgebungssystemen – die Bandbreite der Produkte zeigt den Anspruch, Anwendern eine ganzheitliche Lösung aus einer Hand anzubieten.

Was die gezeigten Produkte angeht – Das Design wirkt durchdacht und modern, die Verarbeitung hochwertig. Wirklich beeindruckend, mit welcher Konsequenz Woodpecker in den vergangenen Jahren seine Produktpalette ausgebaut und professionalisiert hat.

Neueste Innovation? Ein Operationsmikroskop.
Auch hier ein ansprechendes modernes Design mit adäquater Haptik. Ob es auch langfristig den hohen Anforderungen im klinischen Alltag standhält, muss die Praxis zeigen . Es ist – glaube ich – kein Geheimnis, dass ich hier – keine Experimente – nur auf ZEISS und CJ-Optik setze. Aber die Signalwirkung ist jedoch unübersehbar: Woodpecker drängt nun auch in das High-End-Segment der Endodontie.

Auffällig war auch die Art und Weise, wie Woodpecker mit den Messebesuchern umging. Neben einer professionellen Präsentation setzten sie stark auf aktive Kundenbindung: Produktsamples, Demonstrationen und direkte Ansprache machten deutlich, dass hier ernsthaft um Vertrauen und Marktanteile geworben wird.

Im Gegensatz dazu wirkten viele etablierte Hersteller vergleichsweise passiv. An manchen Ständen hatte man den Eindruck, dass die Firmen ihre Produkte lediglich „ausstellen“ – in der Annahme, dass Qualität und Bekanntheitsgrad alleine für den Verkauf sorgen. Oft gab es kaum mehr als nüchterne Broschüren, die wenig Begeisterung oder konkreten Nutzen vermittelten. Endo-Instrumente zum Ausprobieren? Der Appetit kommt ja oft beim Essen ? Nicht nur bei KOMET Fehlanzeige. Tut mir leid, aber so gewinnt man keine Marktanteile, man verliert sie höchstens.

Ein weiterer Punkt, den man nicht übersehen darf: der Preis. Woodpecker bietet seine Geräte und Instrumente in aller Regel deutlich günstiger an als die etablierten Marken – und das bei inzwischen sehr solider Qualität. Gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten macht dieser Preisvorteil den entscheidenden Unterschied.

Zumal die Strategie vieler Platzhirsche immer weniger verfängt: Geräte, die ohnehin in Asien gefertigt werden, werden umgelabelt und hier als Premiumprodukte zu deutlich höheren Preisen verkauft. Und bei gut laufende Endo-Instrumenten wird Jahr für Jahr an der Preisschraube gedreht. Natürlich nur nach oben, die Firma Rolex macht es vor. Mal sehen, was der Markt hergibt, so vermutlich die Denke der Preisgestalter bei den etablierten Marken. Das mag lange funktioniert haben, doch auf einer Messe wie dieser wird klar: Wenn ein Hersteller wie Woodpecker hochwertige Produkte zu realistischen Konditionen anbietet, wird es für die Konkurrenz schwer, den Premium-Aufschlag noch glaubwürdig zu rechtfertigen.

Für viele europäische Anbieter, insbesondere auch für die deutschen Firmen, muss der Woodpecker-Auftritt ein starkes Warnsignal sein. Während sie sich stark auf Tradition und Reputation, auf in der Vergangenheit Geleistetes verlassen, demonstrierte Woodpecker Dynamik, Innovationsfreude und einen klaren Willen, den Kunden aktiv zu gewinnen.

Die Parallele zur Automobilindustrie drängt sich auf: Auch da waren deutsche Marken lange tonangebend, aber die Dynamik kam irgendwann von anderen. Von Tesla und aus China. Und genau so fühlte es sich in Paris an – Woodpecker fährt gerade mit Vollgas, während andere eher im Leerlauf rollen.

Für uns als Anwender bleibt spannend zu beobachten, wie sich dieser Markt in den nächsten Jahren weiterentwickelt – klar ist aber schon jetzt: Die etablierten Hersteller werden sich anstrengen müssen, um nicht den Anschluss zu verlieren.

Au revoir Paris ! – Zurück von der ESE- Zwei-Jahres-Tagung (I)

Zurück von der ESE- Zwei-Jahres-Tagung. Die, nur einen Schattenwurf entfernt vom Mitterrandschen Triumphbogen – dem Grande Arche – im Viertel La Defense gelegen streng genommen gar nicht in Paris, sondern vor den Toren der französischen Hauptstadt stattfand.

Das aber nur als Fun Fact am Rande, denn natürlich zählt wie immer nur die Frage, was gab es Neues ?

Für mich zu allererst – ENDLICH – ist es offiziell. Am Stand von Dentsply Sirona wurde ein neues reziprokes Instrument vorgestellt. Und nein , keines der mehr oder weniger unverhohlen plagiatisch abgekupferten reziproken Clones der Konkurrenz, sondern ein wirklich neues Instrument. Wurde auch Zeit, immerhin sind es im nächsten Januar 15 Jahre, seit das Original Reciproc-System auf den Markt kam. Da das Instrument nun erstmalig der dentalen Öffentlichkeit vorgestellt wurde, darf ich jetzt auch darüber berichten, auch wenn auf der Homepage von Dentsply Sirona/VDW noch nix zu finden ist.

Für mich gibt es 3 Neuerungen, die das Instrument IMHO interessant machen.
Zunächst, am Augenfälligsten, das System besteht nicht mehr aus 3 , sondern aus 4 Instrumenten. Auch hier – Endlich!

Im Rahmen der Produktentwicklung des Original Reciproc – Systems hatte ich mich damals energisch gegen das 3 Instrumenten-System 25 40 50 ausgesprochen, weil ich die Diskrepanz zwischen dem 25er und dem 40er Instrument zu gross fand . Aber zum damaligen Zeitpunkt war von Marketing – Seite sowohl bei VDW wie auch bei Maillefer die DREI als ein unverzichtbares Feature unwiderruflich gesetzt. Mit der Diskrepanz 25 40 bin ich bis heute auf Kriegsfuss. Daher in meinem Arbeiten zunächst die Kombination Reciproc -MTwo 25 35 und später Reciproc Wave One Gold, denn Maillefer hat mit seinem wunderbaren Wave One Gold-System 20 25 35 45 genau die richtige Abstufung gefunden.

Und genau diese Differenzierung 20 25 35 45 findet sich nun auch im neuen Reciproc-System wieder. Allerdings in schlanker Form, mit deutlich geringerem Taper und reduziertem koronalem Durchmesser. Den ich, zweiter Punkt, gut finde. Auch wenn sich das System damit nur für die kalten WF- Verfahren qualifiziert, was heutzutage Single Cone in Kombination mit biokeramischem Sealer bedeutet. Beides nicht „my cup of tea“, aber dennoch habe ich die neuen Instrumente gerne eingesetzt, vor allem ein ganz bestimmtes. Das kleinste, gelbe – ein 20.035.

Was ich daran so gut finde?
Das ich – Punkt Nr. 3 – mit diesem Instrument auch sehr enge Kanäle maschinell erschliessen kann. Ohne wie bei den sogenannten „Gleitpfad-Instrumenten“ das Risiko eines Instrumentenbruch befürchten zu müssen. Im Gegenteil- ich kann das 20er Instrument, wie ich es vom Original 25er Reciproc der ersten Generation gewohnt bin, mit deutliche apikal gerichtetem Druck einsetzen. Und es ist ist ein Stück weit beeindruckend, zu sehen, wie dieses Instrument auch in wirklich engen Kanälen seinen Weg nach apikal findet.

p.s.: Fotos würde ich gerne zeigen – und den Namen benennen.
Aber wegen eines NDA ist es mir erst möglich, wenn diese Info von Dentsply – Sirona offiziell und für jeden zugänglich freigegeben wird.

Das Holm Reuver Gedächtnis-Röntgenbild 20250908

Es ist doch einfach nur ein Oberkiefer- Backenzahn, oder ?
Was kann schon so schwierig sein, den endodontischen Zahnerhalt betreffend.

Die WF- Kontrolle offenbart dann aber doch die nicht ganz so banale Anatomie des palatinalen Wurzelkanals. Wieder ein Holm Reuver Gedächtnis- Zahn vom Feinsten. Und wie immer meine Frage: Sind die kalten WF-Verfahren, biokeramischer Sealer hin oder her, in der Lage, diese Anatomie adäquat abzudichten ???

p.s.: Die drei Wurzelkanäle in der mesiobukkalen Wurzel entziehen sich geschickt dem Auge des Betrachters, oder ?

Wann ist eine apikale Aufhellung zu gross für eine endodontische Behandlung und was ist die Alternative ? – Wie gings weiter … (IV)

Hier noch ein paar ergänzende Informationen zum Fall. Und damit wir uns richtig verstehen. Im Nachfolgenden geht es nicht darum, jemanden zum Einzig Wahren zu bekehren. Wenn ich eins gelernt habe in vielen Jahren als Referent, dann, dass es sinnlos ist, Zahnärzte von etwas überzeugen zu wollen, was sie nicht möchten.

Toxavit als devitalisierende Einlage?
Kein einziges Mal verwendet in meiner gesamten Zeit als Zahnarzt.
Ist es notwendig ? Sicherlich nicht.
Trotzdem wird es viele hunderttausende Male verwendet pro Jahr in Deutschland.

Und ähnlich ist es, wenn es um die Frage geht, pusbehaftete Zähne offenlassen – Ja oder Nein. Der gezeigte Fall ist also lediglich als Denkanstoss gedacht.

Dahingehend, dass, wenn es in diesem sicherlich aussergewöhnlichen Fall mit riesiger apikaler Aufhellung und massivster Pussekretion möglich ist, den Zahn post endodontischer Behandlung eben nicht offenlassen zu müssen, sondern ihn verschliessen zu können, dann sollte man in den minderschweren Fällen doch ebenso verfahren können. Und von dort ist es dann nur noch eine kleiner Weg zur Erkenntnis, brauche ich es überhaupt, das Offenlassen von Zähnen…

Die letzte Woche vor dem Weihnachtsurlaub.
Es ist Dienstag.
Noch 3 mal Arbeiten, denn Donnerstag ist unser letzter Arbeitstag vor Weihnachten. Freie Termine? Schon lange nicht mehr. Und was immer ist, kurz vor den Weihnachtsfeiertagen, die Überweiser rufen an wegen Schmerzpatienten, die unbedingt noch drankommen müssen. Klar, deren Terminkalender ist genauso voll wie unserer, da fällt die Indikation zur Überweisung an uns wesentlich leichter. Das merken wir. Am verstärkten Überweisungsaufkommen insbesondere auch von Überweisern, die sonst eher selten bis gar nicht überweisen.

Eins ist jedoch klar.
DIESER Patient auf Überweisung am 17.12.2024 in unserer Praxis MUSS drankommen.
Daran lässt der klinsiche und vor allem der röntgenologische Befund keinen Zweifel. Er hat Schmerzen, was nicht verwunderlich ist bei seinem Befund.

Es wäre nun ein Leichtes, den Zahn zu trepanieren und dann offenzulassen.
Die sicherlich zeitsparentste Variante von allen. Und natürlich reizvoll im Hinblick darauf, dass wir von genau dieser Zeit ohnehin zu wenig haben im Moment so kurz vor Weihnachten.

Warum ich es trotzdem nicht mache???
Weil ich als blutjunger Zahnarzt genau so verfahren habe mit einem Zahn 12. Ein eher geringes Entzündungsgeschehen, rein äußerlich unauffälig. Am nächsten Tag kam die Patientin wieder mit einem Phönix- Abszess. Den Begriff kannte ich bis dato nicht. Er bezeichnet die akute Exaberation eines chronischen apikalen Geschehens. Dramatisch bis zum Auge dick zugeschwollen stellte sich die Patientin keine 24 Stunden wieder vor, wo Tags zuvor noch gar nix gewesen war. Wie das? Ich hatte doch lehrbuchmäßig alles richtig gemacht. Ubi pus ibi evacua. Seitdem verschliesse ich ausnahmslos alle Zähne, auch die mit viel Pus. Einen Phönix- Abszess habe ich in meinem Patientenklientel in der gesamten Zeit nicht wieder gesehen.

Zurück zum Schmerzpatienten. Und zu ein paar individuellen Besonderheiten. Der Patient steht Tag für Tag in der Öffentlichkeit. vergleichbar eines Fernsehschauspielers, den die Kamera formatfüllend ins Bild rückt. Eine dicke Backe macht ihn gewissermaßen arbeitsunfähig, die gilt es zu vermeiden. Und der Patient muss ab Weihnachten für 2 Wochen ins Ausland. Weit weg. Wie stellt man sicher, dass er dort, zehntausende Kilometer von zu Hause keine Schwierigkeiten bekommt in dieser Zeit. Viel Zeit bleibt uns nicht. 2 Tage um genau zu sein, um alles ins Lot zu bringen.

Wie wäre die Vorgehensweise im Szenario Trep und Offenlassen ? Wie ginge es weiter ? Wann wäre der Zahn verschlossen worden ? Am Tag danach ? Oder 2 Tage später ? Am letzten Arbeitstag vor Weihnachten ?

Ich habe die Erstbehandlung am 17.12.2024 vorgenommen. Kanalaufbereitung. Medikamentöse Einlage mit Ledermix. Antibiotische Abdeckung mit Amoxicillin. Eine Inzision war nicht notwendig. 2 Tage später Schmerzfreiheit, aber wie im Video zu sehen nach Spülung mit dem Laser immer noch starker Pusabfluss. Wieder zum Abschluss der Behandlung Ledermix und Verschluss der Trepanationsöffnung.

Der Patient stellt sich terminlich bedingt erst am 27.02.2025 wieder bei uns vor. Keine Schmerzen und auch keine sonstigen Beschwerden in all der Zeit. Kein Pus mehr nach Trepanation. medikamentöse Einlage mit Metapex Plus zum Abschluss der Behandlung. 16 Wochen Wartezeit. Dann die WF am 10. 07. 2025.


Röntgenbild des Tages 20250829

Ohne Frage, dieser Zahn 36 ist ein Zahn, der unter die Rubrik Herodontics fällt. Und das 2D – Röntgenbild gibt nur andeutungsweise den wahren Grad der massiven Knochendestruktion (Interradikulär/distal) wieder, den dieser Zahn erfahren hat.

Wunsch des Patienten, ein ärztlicher Kollege, ist der unbedingte Versuch des Zahnerhaltes.

Die endodontische Behandlung lässt sich gut an.
Zum Abschluss der 2. Sitzung wird ein Calciumhydroxid- Präparat eingebracht.
Mit deutlicher Überpressung nach apikal hin im Bereich der mesialen Wurzel.

6 Wochen später stellt sich der Patient bei uns in der Praxis wieder vor.
Viel zu früh, denn es waren 16 Wochen Liegedauer des Calciumhydroxides besprochen. Der sehr angenehme, leider aber auch ein wenig ängstliche Patient war in Sorge, weil der von mir für die ersten Tage angepriesene merkwürdige medikamentöse Geschmack des verwendeten Metapex Plus eben nicht vollständig verschwunden war. Ausserdem reagierte der Zahn minimal auf Krafteinwirkung beim Kauen an bestimmten Stellen, ab und zu auf Heiss und Kalt und einmal war auch ein Pochen aufgetaucht, das aber ein solitäres Ereignis geblieben war.

Die intraorale Inspektion ergab keine Auffälligkeiten, vor allem keinen Hinweis auf eine Undichtigkeit der sehr grossen alio loco angefertigten Komposit-Restauration, was angesichts der beschriebenen anhaltenden Geschmackssensation am wahrscheinlichsten gewesen wäre. Und im Kontroll-Röntgenbild??? Eine vollständige Resorption des überpressten Cacliumhydroxid- Materials. Und genau das liebe ich so an Metapex Plus. Es wird sehr schnell abgebaut, was ich als Indiz werte für eine beginnende Reossifizierung.

Beschwerden machen die Überpressungen im Übrigen bei Metapex Plus keine, selbst wenn diese noch wesentlich größer sind als die hier vorliegende. Ich weisse die Patienten bei grösseren Überpressungen immer darauf hin, dass gegebenenfalls der Überschuss, falls gewünscht, chirurgisch entfernt werden könnte, was aber bislang in den vielen Jahren nie notwendig war. Im Gegenteil – die Natur regelt das wie im vorliegenden Falle aufs Beste selbst..

Normalerweise hätte ich in einem solchen Fall weiter abgewartet.
Aber um die manifesten Ängste des Patienten zu zerstreuen, habe ich in den Zahn hineingeschaut.

Sollte ein Leakage vorliegen, erkennt man es in der Regel an einer Verfärbung des Calciumhydroxides, ausserdem bleibt das Material feucht.
Beides war hier nicht der Fall, das Calciumhydroxid sauber und trocken, weshalb ich es dabei beliess, schallaktiviert und laseraktiviert zu spülen und die medikamentöse Einlage in den vorhandenen 6 Kanälen auszutauschen.

Sieht man in der Röntgenbildern schon einen Verbesserung der ossären Situation ?
Was nach den gerade mal 6 Wochen ausserordentlich wäre.

Es gibt Hinweise. Aber machen wir uns nichts vor, auch wenn der Projektionswinkel der Aufnahmen fast identisch ist, so ist doch hier, nachgerade mal 1,5 Monaten wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens.

Wir werden also sehen,
Anfang November.
Falls der Patient nicht früher wieder auftaucht.

Wann ist eine apikale Aufhellung zu gross für eine endodontische Behandlung und was ist die Alternative ? – Wie gings weiter … (III)

Über diesen Fall eines Dens Invaginatus eines Zahnes 22 mit riesiger apikaler Aufhellung habe ich zuletzt hier berichtet.
Die Heilungstendenz im DVT ist eindeutig, ein sehr erfreuliches Ergebnis.


Insbesonders wenn man berücksichtigt, wie viel Pus sich im Knochenresorptionsdefekt aufgestaut hatte. Anbei ein Video. welches das Ausmaß der Pusabsonderung nach Trepanation aufzeigt.

Hand aufs Herz ?
Wer hätte den Zahn 21 nach Trepanation offen gelassen ?

Wer ist eigentlich nächste Woche in Paris bei der ESE- Zwei-Jahres-Tagung ?

Wer ist eigentlich nächste Woche in Paris bei der ESE- Zwei-Jahres-Tagung ?

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (37) – Der Bodybuilder am Strand von Saint Tropez

Ein Mann, der auf den ersten Blick mehr einschüchtert als Vertrauen weckt, entpuppt sich als Sinnbild für Disziplin, Authentizität und echtes Können. Was Krafttraining, Saint-Tropez und Endodontie miteinander zu tun haben? Mehr, als man denkt …

Den ganzen Beitrag findest Du exklusiv auf der WURZELSPITZE Patreon Seite.

Der XXL-Kalender – es geht in die 2026er Runde

Verrückt.
Als wärs gestern gewesen, als ich meinen 2025er XXL-Kalender an die Wand gepinnt habe.
Und jetzt sind schon so viele Termine für 2026 im Vorlauf, das es höchste Zeit ist, die 2026-Version in Auftrag zu geben.

Wie hilft mir der Kalender?
Er gibt mir Überblick.

Und dokumentiert meine täglichen Aufgaben, die ich mir für 2025 ins Aufgabenheft geschrieben habe.

Ich mache also weiter. Mit dem Kalender und mit meinen Vorsätzen.
Und alle unsere Patreon- Unterstützer haben die Möglichkeit, kostenlos ihr eigenes XXL-Kalender-Exemplar zu erhalten.

Hierzu einfach nur auf die WURZELSPITZE Patreon Seite gehen, und unter diesem Beitrag die Postadresse in die Kommentar-Spalte eintragen.

Frühjahrsakademie der ÖG Endo 13.-14.06.2025 in Wien – Ein Nachdenk- Tagungsbericht (III)

Ein Nachdenk-Tagungsbericht zum Anlass der Frühjahrsakademie der ÖG Endo fehlt noch.
Vielleicht der Wichtigste.

Kennen Sie Paul Harvey?
Mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht.
Aber ich bin mit ihm aufgewachsen.
Gross geworden.
Habe ihm Tag für Tag zugehört.

Damals in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern. Mit AFN, dem Radio der Amerikanischen Streitkräfte. Paul Harvey hatte dort eine tägliche Rubrik, in der er Geschichten mit einem besonderen Twist am Ende erzählte. Die immer endete mit dem Satz: And now you know….kurze Kunstpause … the rest of the story.

Und bei der Frühjahrsakademie der ÖG Endo hat mir jemand genau so eine Geschichte – seine Geschichte – erzählt. Er fragte mich, ob ich noch wüsste, wann wir uns das erste Mal getroffen hätten.

Natürlich wusste ich es.

2003 war das.
Schüchtern hat er sich mir vorgestellt als junger Zahnarzt. Ich war nicht viel älter, aber doch schon deutlich weiter in meinem Bestreben, die Endodontie betreffend. Immerhin hatte ich auf dem Event, wo wir uns trafen, in der Vergangenheit schon 2 Vorträge gehalten und auch diesmal wieder sollte ich reden. Wir trafen uns in einem Hotel in Disneyland. Anaheim Kalifornien. Zum ROOTS Summit.

Er hatte sich relativ spät angemeldet und jetzt gab es keine Zimmer mehr.
Oder fast keine. Das eine 45 Minuten Fahrt entfernt. Zu weit. Dann gab es nur noch ein anderes. Ein Doppelzimmer, dass er mit einem Fremden teilen müsste.

Natürlich hatte er keine Lust, das Zimmer mit einem Fremden zu teilen, aber noch viel weniger Lust, jeden Morgen und Abend nach den Vorträgen durch die Suburbs von Anaheim mit dem Mietauto zu fahren. Die Wahl fiel also schweren Herzen auf das Doppelzimmer mit Anhang.

Als der Kollege, nennen wir ihn Joe, am frühen Nachmittag seine Behausung für die nächsten Tage betrat, war sein zukünftiger Mitbewohner nicht jemand seines Alters, sondern ein Mann in seinen Sechzigern. Also nicht unbedingt das, was man sich als junger Mensch als Roommate für die nächsten Tage vorgestellt hatte. Man versucht sich ja, alles schönzureden, etwa im Sinne von, wer weiss, vielleicht wird das Ganze ja ganz lustig und ich treffe meinen zukünftigen Trauzeugen.
Dem war leider nicht so.

Erster Schock also.
Der nächste folgte auf den Fuss.

Marvin, wie sich der alte Mann vorstellte, war gerade dabei, den Inhalt einer Mezcal-Flasche in einen grossen Cafe to Go – Becher abzufüllen. In USA in der Öffentlichkeit mit Alkohol rumzulaufen war streng verboten, daher dieser Trick. „Lifehack“ würde man heute sagen.
Ein Alkoholiker offensichtlich.

Marvin hielt Joe die Mescalin-Flasche hin, fragend, ob er auch einen Schluck wolle.
Was Joe höflich ablehnte.

Und dann nahm Marvin das alte Mann aus der Neuen Welt, Joe, den schüchternen Jungen aus der alten Welt unter seine Fittiche und machte ihn in den nächsten Tagen bekannt mit Jedem vor Ort, der Rang und Namen hatte in der Endo.

Man stelle sich vor, man käme zufällig am roten Teppich der Oscar-Verleihung vorbei, bliebe am Rand stehen und dann käme ein Kerl daher, den man nicht kennt und würde sagen, „Hi ich bin Marvin, komme mit mir zur After Show-Party, ich kenn sie alle“. Und würde dich dann jedem Einzelnen dort vorstellen. George Clooney, Brad Pitt, Leonardo di Caprio. „Hi George, may I introduce you to a good friend of mine from Old Europe. Joe, this is George Clooney!.“ Und das Ganze drei Tage lang. Seien Wir ehrlich, wie cool wäre das denn ???


Der junge Kollege ist – nachvollziehbar – vollkommen angefixt.
Fliegt zurück, kontaktiert des Zeiss- Aussendienst-Mitarbeiter, sucht das Gespräch mit seinem Chef an der Uni-Klinik, erzählt diesem, das er von nun an nur noch Endo und zwar unter dem Mikroskop machen möchte, was dieser bewilligt. Er kauft ein auf eigene Kosten ein OP- Mikroskop und der Rest ist Geschichte. Heute betreibt er mit einem Kollegen zusammen eine grosse und renommierte Endodontie- Praxis.

So kann ein einziges kleines Detail – Kein Zimmer frei – ein Berufsleben von Grund auf zum Positiven verändern.

And now you know – the rest of the story.

Die Idee? Die Ideen …

Noch ein Podcast über Endodontie?
Ja – aber ein anderer.
Einer, der das macht, was mir bisher immer gefehlt hat:
Diskussion. Widerspruch. Perspektivenwechsel.

Herrmann & Lang. Endo 21.
Ein Zwiegespräch über Wurzelkanalbehandlung.

Mit allem, was dazu gehört.
Vom Erstgespräch bis zum Recall.
Von Strategie bis Detail.
Und das in kompakten 21 Minuten pro Folge – genau lang genug, um Substanz zu liefern, aber kurz genug für den Alltag.

Was als Idee für 20 Folgen begann, wächst gerade deutlich über sich hinaus – es gibt viel zu sagen. Und noch mehr zu fragen.

Denn genau das machen wir:
Tomas Lang bringt seine Podcast-Erfahrung mit – ich bringe meine Erfahrung ein und frage kritisch nach.
Gemeinsam reden wir über Endo – so, wie man es sonst nur im direkten Austausch erlebt.

Die ersten Folgen sind aufgenommen.
Ab Ende August geht’s los. Vermutlich 2 Jahre lang.

Und wer mehr will, bekommt mehr:
Für unsere WURZELSPITZE-Patrons gibt’s nach jeder Folge eine exklusive Aftershow.
Dort greifen wir eure Fragen auf und vertiefen, was im Podcast angestoßen wurde.

Fragen stellen, mitreden, weiterdenken –hat mir bisher bei Podcasts immer gefehlt.
Jetzt machen wir genau das.

Zusammen ist man weniger allein.


Der Anlass ?
Ein Vortrag.

Ein Zwiegespräch.
Mit Tomas Lang, in einem Schloss bei Essen.
Was als Jubiläumsfolge seines INTRADENTAL – Podcasts begann, wurde zum Anfang von etwas Neuem.

Ein neuer Podcast.
Eine gemeinsame Reihe.
Zwei Meinungen, zwei Wege – aber ein Ziel: Endodontie von A bis Z, im echten und teilweise kontrovers geführten Dialog.

Wie es dazu kam? Was daraus wird? Und warum ich mich habe dazu hinreissen lassen, obwohl das Medium mir fremd ist?
Erzähle ich bald.

Unsere WURZELSPITZE-Patrons auf Patreon wissen natürlich schon ein bisschen mehr … 😉

Neue Dinge werfen ihre Schatten voraus…

Bald gibt’s was Neues.
Noch will ich nicht zu viel verraten – nur so viel: Es hat mit Podcasts zu tun.
Und mit dem Wunsch, Dinge ein bisschen anders zu machen.
Ein Medium, mit dem ich bisher nichts zu tun haben wollte. Weder passiv noch aktiv. Ich habe lange überlegt, warum ich mit Podcasts hadere – und was mir dabei fehlt.

Jetzt probiere ich etwas aus. WIR probieren etwas Neues aus.
Denn ich habe mich zusammengetan mit jemandem aus der Zahnmedizin, der für dieses Medium brennt.
Wir wollen das Beste aus zwei Welten verbinden – fundiertes Wissen und neue Formate.

Was genau?
Erzähle ich bald.

Und für unsere WURZELSPITZE-Patrons – Auf Patreon erfahrt ihr schon jetzt und in den nächsten Tagen genauer, worum es gehen wird…

Was drucke ich eigentlich so für die Praxis mit meinen 3D Druckern? Hier mein Projekt 20250710

Wir nutzen NSK – Winkelstücke.

Und ich bin damit sehr zufrieden.
Halten sehr sehr lange.
Und ja, es ist kein perfektes Gerät, wirklich nicht, aber der DAC hat die Lebensdauer unserer Winkelstücke definitiv noch einmal verlängert.
In den letzten Monaten stellen wir fest, dass die Spannzange unserer roten Winkelstücke die Diamant-Bohrer nicht mehr ausreichend festhält. Der Diamant läuft Gefahr, sich bei Gebrauch im Winkelstück zu lockern. Bevor er während des Gebrauchs unbeabsichtigt sich löst, sortieren wir die Winkelstücke aus. Und früher hätte ich dann einen Batch neue Winkelstücke bestellt. 10 neue Winkelstücke gehen mit 5-6.000 Euro daher.

Dank WURZELSPITZE und diesem Beitrag von Christoph Kaaden muss ich das aber gar nicht mehr. Denn meist behebt der Austausch des sogenannten Kopftriebes (mit verbundenen Kosten von 160 Euro) innerhalb von 6 – 12 Minuten das Problem.

Ein paar Werkzeuge sind hierfür notwendig. Und da man diese nicht so oft benötigt, wäre ein sicherer, gut auffindbarer Ort der Aufbewahrung hilfreich. Und hier kam der 3D- Drucker ins Spiel. Wir haben nun eine Aufbewahrungsbox, in der nicht nur alle benötigten Hilfsmittel vorgehalten werden, sondern darüber hinaus eine spezielle Positionierhilfe innerhalb der Box die Notwendigkeit der im Youtube- Video des unbekannten Kollegen den benötigten grossen Schraubenschlüssel bzw. eine Zange obsolet macht.

A propos unbekannter Kollege aus dem YT-Video. Kennt den jemand? Ich würde mich gerne persönlich bei ihm bedanken…

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Recall-Röntgenbild des Tages 2050718

An diesen Fall erinnere ich mich ganz genau.
Auch noch 44 Monate nach Wurzelkanalfüllung.

Warum?

Weil diese Fall einer von 6 Fällen war, die ich mit den vor der Markteinführung stehenden ProTaper Ultimate-Instrumenten gemacht habe.
Weil ich ein Feedback vor Markteinführung geben sollte. So ändern sich die Zeiten. Ich kann mich noch daran erinnern, dass es früher 50 Instrumente gab, derer es vermutlich auch bedarf, um eine fundierte Einschätzung abgeben zu können. Heute geht es offensichtlich um eine Alibi- Dokumentation zu QM-Zwecken und da reicht 1 Blister vollkommen.

Unabhängig davon waren immerhin 2 von den 6 Fällen, die ich behandelte, ganz ausserordentlich, die vorliegende Anatomie betreffend. Und das hier ist einer davon.

Tiefe apikale Gabelung des distalen Wurzelkanal von Zahn 47 (dank unserem Morita X 800 M DVT wunderbar darstellbar). Und eine WF, die ich auch nach all der Zeit immer noch als augenfällig „schön“ bezeichnen möchte. Hier noch die früheren Röntgen-Bilder, welche die apikale Regeneration der vor Behandlungsbeginn vorhandenen apikalen Knochendestruktion belegen.

3D – Drucker zur Praxisorganisation – Ein Erfahrungsbericht 6 Jahre später (II)

Als ich meinen Bambu Lab X1 Carbon kaufte, gab es nur dieses Modell. Mittlerweile ist die Produktpalette auf 6 Modelle (eigentlich sogar 7 , wenn man den neuen H2D Drucker einmal in der Laser-Kombi- Variante und einmal als Solodrucker aufzählt) angewachsen. Die Preise reichen von gerade mal 199 Euro bis hin zu Summen von 2500+ Euro.

Wie unterscheiden sich die Drucker voneinander ?

Hier ein tabellarischer Überblick, die technischen Daten betreffend, Chat GPT sei Dank.

A pro pos Chat GPT – ich habe der sogenannten „Künstlichen Intelligenz“ folgende Fragestellung zur Aufgabe gemacht: „Du bist Zahnarzt und setzt 3D-Drucker als Werkzeug zur Erstellung von Hilfsmitteln zur Praxisorganisation ein. Du hast mit Anycubic-Druckern angefangen, nutzt jetzt aber wegen ihrer Vorzüge die Drucker von Bambulab. Bitte stelle die Modelle von Bambulab mit ihren Vorzügen und Nachteilen gegenüber. Schreibe einen Erfahrungsbericht von ca. 3000 Wörtern.“

Was wurde geantwortet ? Hier die relevanten Abschnitte:

  1. Bambu Lab X1 Carbon – Das Flaggschiff
    Vorteile:
    Extrem schnell und zuverlässig: Bis zu 500 mm/s Druckgeschwindigkeit im Standardmodus.

Automatische Kalibrierung: Active Vibration Compensation, automatischer Flow-Test, Kalibrierung der Druckplatte.

Multi-Material-Station (AMS) im Lieferumfang: Einfacher Zugriff auf bis zu vier (oder durch Erweiterung bis zu 16) Materialien.

LiDAR-Sensor: Zur hochpräzisen Schichtüberwachung und ersten Layer-Kontrolle.

Vollständig geschlossen: Optimal für temperaturempfindliche Materialien wie ABS oder PETG-CF.

Kameraüberwachung: Ermöglicht Remote-Monitoring über App.

Nachteile:
Preis: Relativ hoch, aber gerechtfertigt durch die gebotene Leistung.

Lautstärke: Trotz Einhausung im Vergleich zu sehr leisen Druckern hörbar.

Komplexität: Durch die Vielzahl an Automatisierungen etwas „overengineered“ für einfache Aufgaben.

Praxisrelevanz:
Für umfangreiche Druckaufträge (z.B. ganze Schubladenorganizer, Steri-Einlagen, individuelle Boxen) ist der X1 Carbon unschlagbar. Die Multi-Material-Funktion ermöglicht zudem die Produktion farbcodierter Hilfsmittel (z.B. Ampelsysteme oder Farbsortierung bei Bohrerschienen).

  1. Bambu Lab P1S – Der Preis-Leistungs-Sieger
    Vorteile:
    Geschlossener Bauraum: Ähnlich wie beim X1 Carbon – ideal für technische Materialien.

Sehr schnell: Druckt fast gleich schnell wie der X1 Carbon.

AMS-kompatibel: Multi-Material-Druck durch Nachrüstung.

Automatische Kalibrierung: Fast identisch zum X1 Carbon, allerdings ohne LiDAR.

Kameraüberwachung: Optional nachrüstbar.

Nachteile:
Keine LiDAR-Überwachung: Erster Layer muss gelegentlich manuell geprüft werden.

Keine AMS im Standard-Paket: Muss separat erworben werden.

Praxisrelevanz:
Für die meisten zahnärztlichen Organisationstools ist der P1S absolut ausreichend. Besonders wenn man auf den LiDAR-Sensor verzichten kann, erhält man hier nahezu dieselbe Performance wie beim X1 Carbon – zu einem deutlich geringeren Preis.

  1. Bambu Lab P1P – Der Preisbrecher
    Vorteile:
    Offener Bauraum: Für PLA und PETG problemlos geeignet.

Sehr schnell: Identische Geschwindigkeit zum P1S und X1 Carbon.

Günstigster Einstieg: Für Einsteiger oder als Zweitgerät optimal.

AMS-kompatibel: Multi-Material-Nutzung bei Bedarf nachrüstbar.

Modular erweiterbar: Gehäuse, Kamera und Lüfter optional.

Nachteile:
Offen: Weniger geeignet für anspruchsvolle Materialien wie ABS.

Kein Gehäuse, keine Kamera, kein Filtersystem: Muss bei Bedarf selbst nachgerüstet werden.

Keine LiDAR-Überwachung.

Praxisrelevanz:
Der P1P ist ideal für PLA-Organisationshilfsmittel: Beschriftungsschilder, Schubladenaufteilungen, Bohrerschienen. Bei einfachen Druckanforderungen (z.B. Trays oder kleine Halter) ist er durch seine Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit ein Arbeitstier. Durch seine Erweiterbarkeit kann er mit der Zeit wachsen.

  1. Bambu Lab A1 und A1 Mini – Der Kompakte
    Vorteile:
    Sehr kompakt: Perfekt für kleinere Praxen oder den Schreibtisch.

Automatische Kalibrierung: Komfortabler Start für Einsteiger.

AMS lite verfügbar: Ermöglicht einfachen Multi-Material-Druck.

Leiser Betrieb: Besonders angenehm im Praxisumfeld.

Günstig: Niedrigste Einstiegskosten bei guter Qualität.

Nachteile:
Kleiner Bauraum: Für größere Hilfsmittel ungeeignet.

Weniger robust für den Dauereinsatz: Komponenten weniger industriell als bei den größeren Brüdern.

AMS lite weniger zuverlässig als das große AMS.

Praxisrelevanz:
Für Kleinteile wie Schilder, kleine Halter, Clips und Adapter ist der A1 Mini perfekt. Ich nutze ihn in der Praxis z.B. für schnelle Ersatzteile oder einfache Farbcodierungen. Der A1 eignet sich auch gut als Zweit- oder Drittdrucker, wenn die großen Maschinen belegt sind.

Soweit die Antwort aus der schönen neuen Welt.
Die meine Einschätzung bestätigt.
Nicht was die Drucker angeht, sondern die KI betreffend.

Die da lautet: Auf den ersten Blick scheinbar kompetent zusammengefasste, in gefälliger Semantik formulierte Informationen, die möglicherweise darüber hinwegtäuschen dass die wirklich relevanten Details, die den Unterschied ausmachen, gar nicht vorhanden sind.

Wenn ich also meinen Senf zur Sache dazugeben darf: Der Bambu Lab X1 Carbon ist ein Weltklassedrucker. Ein Traumdrucker. Sein Geld mehr als wert. Mit so vielen positiven Eigenschaften, dass es für mich keinen Sinn macht, ein paar hundert Euro einsparen zu wollen und auf die günstigeren Drucker auszuweichen.

Der P1S würde Sinn machen.
Für diejenigen, die eine Druckfarm betreiben und ein Druckteil viele viele Male reproduzieren wollen. Dafür braucht man keinen Carbon X1 mit seiner Bauraumkamera und seinem LIdar Scanner. Und auch das einfache Display tut es hier. In der Zahnarztpraxis aber wird man den Drucker zur Prototypenherstellung und Einzelstückfertigung einsetzen. Und da sind all seine Features nicht Luxus, sondern willkommene Nützlichkeiten.

Wer hingegen in den Themenkomplex einsteigt, Newcomer ist, sich erst langsam an die Materie 3 D – Druck herantasten möchte, dem sei der Bambulab A1 empfohlen. Für einen Preis von immer mal wieder weniger als 300 Euro ebenfalls eine fette Empfehlung. Das man mit diesem nur PLA druckt und kein ABS (für das man wegen der höheren Drucktemperaturen und notwendiger Temperaturkonstanz beim Druck eine Einhausung benötigt) kann man zu Beginn seiner 3D- Druck Erfahrung akzeptieren. Dennoch – Auch für den Einsteiger lohnt sich der 1000 Euro teurere X1 Carbon. Weil sein Handling das unkomplizierteste von allen ist. Weshalb ich 3D- Druck Greenhorns und Technik-Fremdelnden den Drucker ans Herz lege, weil die Wahrscheinlichkeit, eben nix tun zu müssen ausser den Startknopf zu drücken und Filamentrollen, falls leer, wechseln zu müssen, hier am grössten ist.

Und weil das auch erfahrene 3 Druck-Hasen gut finden, habe ich letzte Woche einen weiteren X1 Carbon für mich bestellt.

Fehlt noch meine Analyse des H2D, des Bambulab Top- Modells, das ich nun seit 2 Monaten in Verwendung habe.

Darüber schreibe ich in Teil 3.
Demnächst hier.


Wann ist eine apikale Aufhellung zu gross für eine endodontische Behandlung und was ist die Alternative ? – Wie gings weiter …

Es war kurz vor Weihnachten. 2024. Und die apikale Aufhellung ausgesprochen gross.
Ein Schmerzpatient, der wirklich starke Beschwerden hatte und dessen Behandlung keine Aufschub duldete.

Bei diesem Fall hier.

6 Monate später. Letzte Woche kam der Patient wieder.
Der Zahn war in all der Zeit beschwerdefrei.
Und die apikale Aufhellung ist deutlich rückläufig.

Ursprünglich 1,7 cm gross.
Jetzt „healing in progress“ wie es ein berühmter italienischer Endodontist immer in seinen Vorträgen bezeichnete, wenn das Recallbild nach langer Zeit noch keine vollständige Ausheilung darstellen konnte. Hier jedoch kann ohne Zweifel das bisher in kurzer Zeit Erreichte als ganz wunderbar eingestuft werden.

Zeit für die Wurzelkanalfüllung.
MTA ist nicht notwendig.

Ich konditioniere den Guttapercha-Mastercone an seiner Spitze mit Eukalyptol, um eine möglichst dichte Versieglung zum Periapikalraum zu erreichen. Stichwort Intrakanaläre Abdrucknahme der Apikalregion.

Mit Erfolg.
Die vorhandene Überpressung ist minimal.
Viel viel kleiner als die angesichts des grossen Foramen apicale und der periapikalen Knochendestruktion zu erwarten gewesen wäre.
Schön auch, dass es mittels Warm Vertical Compaction (WVC) nach Schilder gelungen ist, die vom Foramen caecum ausgehende koronale Ramifikation ebenfalls abzudichten.

Recall – Bild des Tages 20250508

Upps – kann es sein ,dass ich diesen Beitrag gar nicht veröffentlicht habe ????
Hier daher (eventuell zum 2. Male) …

Noch so ein Fall mit im WF – Röntgenbild deutlich sichtbarer lateraler Wurzelkanalanatomie.

Die interradikuläre Aufhellung ist ausgeprägt, mehr als 1 cm in der Ausdehnung.
Und hat sich für die Kürze der Zeit wunderbarst zurückentwickelt.
Ist dies der laseraktivierten Reinigung durch unseren Morita Adverl Evo Erb:YAG Laser zuzuschreiben ? Wollte ich den Einsatz des Lasers propagieren, so würde ich nun die Frage nachdrücklich bejahen. So aber sage ich, „Kann sein, muss aber nicht…“.

Fakt ist, das ich den im DVT wunderbar nachverfolgbaren Seitenkanal apikal in der distalen Wurzel nicht instrumentiert habe.
Also doch der Laser ?

Halten wir aber fest – Die ossäre Ausheilung 7 Monate post WF ist als ausserordentlich positiv einzustufen. Das zeichnete sich schon zum Zeitpunkt der Wurzelkanalfüllung ab, nach 16 Wochen Liegezeit des Calciumhydroxides, aber es ist umso erfreulicher, wenn sich dieser positive Trend in den periodischen Nachkontrollen fortsetzt.

Ein schönes Ergebnis, ich denke auf dieses Statement können wir uns einigen.

Umso bedauerlicher, dass Zähne mit solchen ossären Befunden auch heute noch viel zu häufig gezogen werden, ohne das der Versuch des Zahnerhaltes überhaupt in Betracht gezogen, geschweige denn durchgeführt wird.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Geschichten aus dem Endozän – Recall Spass

Gott sei Dank ging es an unserem Recall – Tag nicht die ganze Zeit so weiter.
Das Schöne am Recall-Tag ist ja nicht nur, dass man durch die Menge der nachzuschauenden Fälle einen guten Überblick bekommt, wie es um die längerfristigen Verläufe unserer Behandlungen geht, sondern dass man auch immer wieder sieht, dass auch die sogenannten „austherapierten“ Fälle über viele Jahre hinweg noch im Mund verbleiben können und so einen wertvollen Beitrag zur Zahngesundheit beitragen.

Das ist umso wichtiger, wenn es sich um einen sehr jungen Patienten handelt, in diesem Falle ging es um den Zahn 41 einer zum Zeitpunkt der Erstbehandlung 22 jährigen Patientin. Diese war wegen einer grossen apikalen Aufhellung und Fistel in der vestibulären Unterkieferfront vom Kieferchirurgen operiert worden. Als die apikale Aufhellung post OP nicht kleiner, sondern grösser wurde und die Fistel wiederkam, wurde die Patientin an unsere Praxis überwiesen. Ein aktuelles DVT brachte sie mit, nicht vergleichbar mit der Bildqualität unseres Morita X 800 M, aber man konnte zumindest sehen, das Gott sei Dank nur eine Zystektomie vorgenommen worden und die Wurzelspitzenresektion ausgespart worden war. Der 41 hatte einen Wurzelkanal und ja- der grosse Seitenkanal war im DVT nicht zu sehen – aber das Wissen um seine Existenz, die sich in einem erneuten höherauflösenden DVT offenbart hätte, hätte die Therapie nicht verändert. Ich beliess es aus Strahlenschutzgründen bei einem Zahnfilm und begann die Wurzelkanalbehandlung. Aufbereitung. Metapex-Einlage für 16 Wochen. WF. Mit gefülltem Seitenkanal.

Fast Forward.
22 Monate post WF.
Die apikale Aufhellung ist verschwunden. Ohne OP. Herrlich …

SAF – reloaded

von Oscar von Stetten

Lang, lang ist es her, dass die SAF auf den Markt kam. 2011 offiziell, wenn ich mich richtig erinnere. Und 2016 verschwand sie dann wieder vom Markt.

Sie war weg. Und damit eines der IMHO geilsten Tools, die wir in den letzten 25 Jahren für die Endo hatten. 

Vorab: die SAF ist wieder da. 

 

Ja, als Benutzer der ersten Generation musste man schon ein wenig leidensfähig sein. Permanente Korrosion der Antriebsköpfe, der Pumpen, der Schläuche. NaOCl ist kein Honigtau, das ist Ogerblut. Der neue Trend zu stabilisierten NaOCl-Lösungen verstärkt die Korrosionsproblematik noch mehr. Und ja, das Marketing erlebte dann einen Realitätcheck mit der klinischen Wirklichkeit. Wie jedes System. 

Dennoch, wer sich das Dentin bei Revisionen einmal genauer angeschaut hat vor und nach der SAF konnte sehen, dass sich dort etwas getan hat (was bei Ultraschallaktivierung, Eddy, Laser oder wie sie immer alle heissen mögen, nicht immer der Fall ist). Es war wieder Dentin in der originalen Farbe zu erkennen, fast egal wie schwarz und verschmoddert es vorher ausgesehen haben mag.

Schade. Mal eine Innovation (völlig anders als das, was wir bisher kannten) und nicht wieder die 495939292 dröflste Arbeitspitze, die nur eine Modifikation der seit gefühlt 1000 Jahren benutzten Tools darstellt. Etwas, was aktiv die Wurzeloberfläche bearbeitet und nicht nur darauf aus ist, eine genügend hohe Strömungssgeschwindigkeit zu erreichen, um Biofilm von der Kanaloberfläche zu reissen. Theoretisch. Sehr gut untersucht. Und es funktioniert so auch praktisch. 

Die Idee ist eigentlich eine sehr, sehr gute. Analogie zur Milchflasche: wie bekommt man die sauber? Richtig, mit einer Flaschenbürste….. 

2020 bekam ich dann eine Email von Zeev Schreiber, dem CEO von Redent Nova. Ob ich Interesse an einem Treffen hätte, es gäbe da was zur SAF. Logisch, ich will mein Lieblingstool wieder zurück. 

Es waren erstmal nur Treffen und TelKos zur Ideensammlung, Fokussierung und Marktforschung, Entwicklung. Zwischendurch immer wieder Entwürfe zum Anfassen und kritisieren. Mitte 2023 kam dann einen Motorprototyp mit ein paar Feilen und ein paar Handstücken. Sehr spannend….

Aber, es war ein Prototyp. Es war zum Teil frustrierend, weil das Gerät leckte und muckte, zum Teil nicht mal mehr zum arbeiten zu bewegen war. Es schmotzte, oder auch nicht, dann verklumpte was, dann wieder nicht, mal musste der Druck angepasst werden, dann ging mal wieder ein Ventil flöten, mal schiesst eine neue Firmware das Gerät aus dem Leben, dann versagen die Batterien und so weiter und so fort. Das war der Tatsache geschuldet, dass es nur sehr, sehr, sehr wenige Prototypen gab und diese bereits m Labor gequält worden waren. Egal. Es folgte eine längere Pause, die die Ingenieure nutzten, um das Anwenderfeedback umzusetzen und Optimierungen zu implementieren. Die nächste Geräteiteration war dann auch schon viel besser ;-) und deutlich ausgereifter. 

Und im engen Austausch mit Redent, den Ingenieuren und viel Feedback hat das Gerät nun die Marktfreife erlangt. An den SAF selber hat sich nichts geändert, nur die Fertigungsmethode ist jetzt ausgereift und alle Modifikationen soweit abgeschlossen. Das bedeutet allerdings auch, dass die SAP nach wie vor gewissen Einschränkungen unterliegt. Bild 4,5

Was hat sich dann geändert? 

Die Pumpstation….. 

Nix mehr was korrodieren kann. Alles hochwertiger Kunststoff. „Kompakt“, soweit man das als kompakt bezeichnen kann. Und ein paar Gimmicks, die doch den feinen Unterschied ausmachen können. 

1.) integrierte Absaugung

Ist der Schaft im Hypo-See eingetaucht, kann man durch die Station das Hypo periodisch absaugen lassen. Kann bei Revisionen einen Vorteil bieten, denn dann werden die flotierenden GP-Reste und Partikel abgesaugt. Die Station hat dafür einen ausreichend grossen „Ab-NaOCl“-Tank. Ich mag die Absaugung trotz anfänglicher Gewöhnungsprobleme nicht mehr missen.

2.) integrierte Mischfunktion

Die Einheit kann mit einer HEDP/NAOCl-Kombination betrieben werden. Da diese Lösung sehr instabil ist, muss diese frisch angerührt werden. Kann man ausserhalb im Glas machen und dann nutzen oder man lässt die Station das erledigen. Es ist eine Mischfunktion enthalten, man kippt nur das NaOCl und das HEDP-Pulver in den Tank, die Einheit mischt das selbstständig und stellt es dann zur Verfügung. 

Am Anfang hatten wir Probleme mit Verklumpungen des HEDP, nach einer Modifikation des Anmischvorganges sind diese vollständig behoben. 

Was ist der Vorteil? Prof. Dr. Zehnder aus Zürich hat dazu wunderbare Vorträge und es gibt tatsächlich gute Lit dazu. Nutze ich es? Auf jeden Fall. Warum, würde einen neuen Artikel erfordern deswegen nur der Hinweis: man merkt es sehr deutlich bei der WF ;-). Und es reduziert die Logistik in der Vorbereitung mit verschiedenen Flüssigkeiten und Gedönse.

Nachteil: es muss IMMER frisch angerührt werden, da das HEDP das NaOCl deaktiviert. Bedeutet aber nur eine kleine Änderung in der Routine und es stört inzwischen nicht mehr wirklich. 

Grosses Display mit einem inzwischen schnellen Prozessor und sehr guter Responsivity. Einfach zu pflegen, einfach zu putzen. 

Bedienung? Intuitiv. Mehr oder weniger, aber um ehrlich zu sein, das einzig Wichtige zum Ändern ist die Anzahl der Kanäle und die Durchflussrate. Das kann man inzwischen sehr bequem ändern, wenn man es will. 

Was gibt es noch? 

Einweghandstücke. Richtige, vom Hersteller als Einmalprodukt gekennzeichnete Handstücke. Die halten ohne Probleme mehrere Kanalsysteme aus (die Handstücke, die Feilen nicht immer). Dazu gibt es noch einen kabellosen Motor und einen Adapter für die normalen ISO-Motoren der Einheit. Diese können via BT mit der Pumpe gekoppelt werden und damit automatisch die Pumpe aktivieren, wenn das Handstück läuft. Vereinfacht vieles. Bestellt man die Feilen, kommen automatisch die Handstücke dazu. 

Kann man die SAF ohne die Pumpe betrieben? Ja, logisch funktioniert das. Haben wir alle bei der V1 auch gemacht. Macht es Sinn? Eher nicht, die Spülflüssigkeit MUSS durch das Handstück geleitet werden, aus Gründen der Antriebsschmierung. Es gibt zwar einen anderen Workaround dafür, aber das sollte nicht der Standard werden. Letztendlich muss das jeder für sich selber entscheiden. Ich habe es ein paar mal machen müssen (mit den ersten Pumpen, als die mal nicht liefen) und habe ehrlich gesagt schon ein wenig den Luxus vermisst. Würde ich heute von abraten, nimm das Set und gut ist. Akkubetrieben, die Laufzeit ist völlig in Ordnung (ein Akku hält bei uns gute 8h durch). 

Stand heute: ich würde die SAF nicht ohne die Pumpe kaufen. Macht schon Sinn, vereinfacht den Einsatz und sorgt für wenig Disruption im Ablauf. Die Mischfähigkeit des HEDP ist für mich ein grosses Plus, denn es verhindert eine Sauerei beim Anmischen und dann dem Spritzen auffüllen. Eine Reinigungsfunktion ist jetzt auch integriert, einfach Wasser in den Haupttank, den Verbindungsschlauch an der Pumpeinheit einstecken, Knopf drücken und fertig. 

Insgesamt ist das System sehr ausgereift, Redent hat deutlich auf die Kritik und die Vorschläge der Nutzer der V1 gehört und sehr, sehr vieles umgesetzt. Die Station ist jetzt NaOCl- und DAU-sicher (ich weiss es, ich habe das System auf alle erdenklichen Weisen gequält und misshandelt), die Köpfe sind stabil und funktionieren nun hervorragend ohne Ausfälle. 

Der Workflow muss nur wenig angepasst werden und die grosse Menge der Literatur zu dem System ist immer noch gültig. 

Man bekommt für wenig Geld ein ausgereiftes, gut funktionierendes und in der Reinigung des Kanals sehr effizientes System ohne Folgekosten, Zertifizierungen oder ähnlichem Käse. Kein Dauerwartungsvertrag, ab und an sollte der Tank und der Medienschlauch gewechselt werden (bei überschaubaren Kosten). Keine monatlichen Abos für Softwareupdates oder irgendwas. Kein Raten der richtigen Parameter und ewiges Herumprobieren. 4ml/min/Kanal mit echten 5kHz Schwingung bei 0.5mm Amplitude, nix Vapor-Lock-Phänomen (ein weiteres Plus der eingebauten Absaugung). Keine kaputten Faserspitzen, keine Sicherheitsbeauftragten, keine Zertifizierungen. 

Nett und bewährt. 

Einfach arbeiten. Klar, ein wenig Eingewöhnungszeit braucht man schon um das Handling zu erlernen. Aber bei welchem System braucht man es nicht, das Feeling für das Instrument. Wer noch weitere information will, sollte auf die Website der Firma Redent gehen. Ansonsten muss man das Gerät mal erlebt haben. 

Ach ja, zum Schluss noch eines: ich habe mir eine 3.0mm SAF gewünscht. Wofür? Für jugendliche Frontzahntraumata. Jeder, der schon einmal einen 9-Jährigen mit neurotischem oberen Schneidezahn behandelt hat, weiss um die Problematik einer adäquaten Desinfektion. Das ist mit der 3.0mm jetzt echt sehr gut möglich. Ich habe schon einige Fälle mit diesem Monster gemacht und ich bin begeistert, dass die komplette Desinfektion und mechanische Bearbeitung nach ca 3 Minuten erledigt ist. Und das in einer Qualität, die bisher nur schwierig oder mit sehr viel Handarbeit möglich war.

Ich bin froh, dass die SAF wieder auf dem Markt ist. Wenn jetzt nur noch die Spülflüssigkeit kabellos übertragen werden könnte, wäre es perfekt. 

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen. Blogbeiträge geben immer die persönlichen individuellen Sichtweisen und Einschätzungen des jeweiligen Autors wieder.

3. Frühjahrsakademie der ÖG Endo 13.-14.06.2025 in Wien – Ein Nachdenk- Tagungsbericht (I)

Über die Veranstaltung habe ich schon hier berichtet. Ihr so richtig gerecht wird die Zusammenstellung aber nicht. Weil das ich über das Wichtigste noch nicht geschrieben habe. Das ich von Wien SEHR positiv motiviert zurückgekommen bin.

Und das aus dreierlei Gründen.
Über den ersten möchte ich nachfolgend berichten. Der so beeindruckend war, dass ich es zu tieftst bedauert habe, das nicht mehr Teilnehmer (geschätzt 80 – 100 im Saal) die Gelegenheit wahrgenommen haben. Der Kongress hätte das 5 – 10 Fache an Teilnehmern verdient gehabt.

Warum ?
Ganz einfach – in der Zahnmedizin ist es ausgesprochen selten, dass tatsächlich grundlegend neue Verfahren oder Behandlungskonzepte entstehen, die das Fachgebiet nachhaltig voranbringen. Viele Entwicklungen der letzten Jahre waren inkrementelle Verbesserungen bestehender Techniken, Materialien oder digitaler Arbeitsabläufe – etwa verbesserte Wurzelkanalinstrumente, optimierte Füllungsmaterialien oder effizientere CAD/CAM-Prozesse. Diese Fortschritte haben ohne Frage ihren Wert, doch sie stellen heutzutage keinen echten Paradigmenwechsel dar. In der Endo ist es nun mehr 30 Jahre her, das die NiTi- Instrumente die Wurzelkanalbehandlung veränderten. Hoch auflösende DVT´s in praxisgerechten Formaten gibt es seit 2012, CAD CAM und intraorales Scannen begann mit CEREC 1987. So interessant es für den Einzelnen sein mag, in Wien etwas über neue NiTi- Instrumente oder neue Endo-Motoren zu erfahren, grundlegend Neues war das vor 3 Jahrzehnten. Heute ist es das nicht mehr.

Echte Innovationen, die das Potenzial haben, das therapeutische Spektrum der Zahnmedizin substanziell zu erweitern, begegnen uns nicht oft – der Vortrag des Rotterdam Transplantation Teams war jedoch genau ein solcher besonderer Moment.

Ich habe viel gesehen in meinen nun 35 Jahren als Zahnarzt, aber – und an dieser Aussage mag man das Aussergewöhnliche ermessen – das hier war eines der Höhepunkte.

Provakanter Einstieg, bei dem man sich aber schon unmittelbar danach fragt, warum das noch niemand so deutlich ausgesprochen hat: Bei Implantaten handelt es sich, entgegen landläufiger Meinung bei Patienten wie bei Zahnärzten, IMMER nur um temporäre Lösungen. Die im Laufe des Lebens, selbst wenn sie funktionabel bleiben, sich prinzipimmanent negativ entwickeln. Und man deshalb nach einer anderen, man verzeihe mir das heutzutage überstrapazierte Wort, nachhaltigen Lösungen gesucht habe. Es folgt das detailliert vorgestellte Konzept: Durch Trauma verloren gegangene oder bei Nichtanlagen fehlende Zähne durch körpereigene Zähne, meist Prämolaren zu ersetzen.

Die biologische Grundlage dieser Technik ist faszinierend: Der Zahn wird mitsamt des parodontalen Ligaments an die benötigte Stelle übertragen, wodurch sich der Zahn funktionell in das Empfängergebiet integrieren kann. Ohne Notwendigkeit eines explizit vorhandenen Knochenbettes wie für Implantate obligat. Im Gegensatz zu Implantaten bleibt auch dabei das parodontale Ligament erhalten, einschließlich der propriozeptiven Anbindung – ein erheblicher funktioneller und vor allem, das ist der Schlüssel zum Erfolg, knocheninduzierender Vorteil. Kann nicht funktionieren, schon gar nicht längerfristig und reproduzierbar? Was bewiesen werden konnte – mit mittlerweile mehreren tausenden (ich habe 5-6000 in Erinnerung) von erfolgreich transplantierten Zähnen

Besonders bemerkenswert macht diesen Ansatz nicht nur seine klinische Qualität, sondern auch die Tatsache, dass das Rotterdam Transplantation Team als private Einrichtung agiert. Anders als universitäre Forschungszentren, die häufig von staatlichen Fördermitteln profitieren und sich in relativ geschützten Rahmenbedingungen bewegen, muss sich das RTT in einem wettbewerbsorientierten, marktwirtschaftlichen Umfeld behaupten. Die Methoden, die dort entwickelt und angewendet werden, müssen sich unmittelbar im Praxisalltag bewähren – sowohl bei den Patienten als auch im Hinblick auf die Zufriedenheit und das Vertrauen der überweisenden Kolleginnen und Kollegen. Das Überleben und die Reputation einer solchen privaten Spezialklinik hängen direkt davon ab, dass die Qualität und Nachhaltigkeit ihrer Behandlungen in der täglichen Versorgung Bestand haben. Dieser Umstand verleiht den präsentierten Ergebnissen eine besondere Glaubwürdigkeit, da sie nicht im Elfenbeinturm universitärer Forschung entstehen, sondern aus einer gelebten und überprüfbaren klinischen Realität.

Ein wesentlicher Aspekt, den man bei der Beurteilung der vom Rotterdam Transplantation Team (RTT) vorgestellten Therapieform nicht übersehen darf, ist die Komplexität der Behandlung und die hohe Anforderung an die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Eine autotransplantative Zahnverpflanzung, wie sie das RTT praktiziert, kann niemals als Einzelleistung eines Zahnarztes betrachtet werden. Sie erfordert vielmehr die enge Verzahnung von mehreren hochqualifizierten Spezialisten: einem Oral- oder Kieferchirurgen für die schonende Entnahme und präzise Transplantation des Spenderzahns, einem Endodontologen für die optimale Wurzelkanalbehandlung und Nachsorge, einem Kieferorthopäden zur gegebenenfalls erforderlichen Einordnung des transplantierten Zahns in die Okklusion und Zahnreihe sowie einem restaurativ tätigen Zahnarzt für die ästhetische und funktionelle Integration des Zahns in das Gebiss.

In der zahnmedizinischen Realität ist es allerdings oft schwierig, ein solches Team in einer Praxis oder auch überregional zusammenzuführen. Die Spezialisierungen sind häufig in getrennten Praxen oder gar in unterschiedlichen Städten angesiedelt, was eine stringente und zeitnahe Abstimmung aller Behandlungsschritte erschwert. Hinzu kommt, dass die methodische und technische Abstimmung zwischen den einzelnen Disziplinen ein hohes Maß an Kommunikation, Vertrauen und Erfahrung voraussetzt. Ein solch eingespieltes Team ist keineswegs selbstverständlich – weder im niedergelassenen Bereich noch an universitären Einrichtungen. Ich gehe sogar soweit, zu sagen, es ist fast so selten zu finden wie ein Hauptgewinn im Lotto.

Was das Rotterdam Transplantation Team hier geschaffen hat, ist daher besonders bemerkenswert. Am RTT sind alle diese Disziplinen unter einem Dach vereint und arbeiten nach einem strukturierten, wissenschaftlich fundierten und in der Praxis bewährten Protokoll zusammen. Die Abläufe sind aufeinander abgestimmt, die beteiligten Behandler greifen reibungslos ineinander und es existiert ein durchgehendes Qualitätsmanagement. Grundvoraussetzung dafür, dass das RTT nicht nur theoretisch gut aufgestellt ist, sondern in der täglichen Praxis tatsächlich hervorragende Ergebnisse liefert. Genau das hat das Rotterdam Transplantation Team in beeindruckender Weise dann im zweiten Teil des Vortrages in Falldarstellungen demonstriert.

Die konsequente Teamarbeit, die fundierte wissenschaftliche Basis und der Erfolg in der praktischen Umsetzung machen das RTT zu einem wirklichen Leuchtturm-Projekt.. Es zeigt, dass medizinischer Fortschritt nicht allein von Innovationen im engeren technischen Sinne abhängt, sondern vor allem auch von funktionierenden, exzellent organisierten Teams, die sich auf Augenhöhe ergänzen und gemeinsam an einer bestmöglichen Patientenversorgung arbeiten. Und dann Dinge erreichen und vor allem routinemäßig reproduzieren können, die gemeinhin als undenkbar gelten.

Wäre ich ein junger Zahnarzt, ich würde alles dafür tun, in diesem Umfeld arbeiten zu dürfen. Und dass ist eines der schönsten Komplimente, die ich diesem Team machen kann.

3. Frühjahrsakademie der ÖG Endo – Ein Tagungsbericht

Die Frühjahrsakademie der Österreichischen Gesellschaft für Endodontologie, das 3rd Spring Symposium, fand am 13. und 14. Juni 2025 in Wien statt. Die Veranstaltung bot an zwei Tagen ein abwechslungsreiches Programm, das sowohl praxisorientierte Workshops als auch fundierte wissenschaftliche Vorträge umfasste. Der erste Veranstaltungstag, Freitag, 13. Juni, stand ganz im Zeichen des praktischen Arbeiten. Am Samstag, dem 14. Juni, fanden in beeindruckender Kulisse des historischen Vortragssaals des Park Hyatt Hotels die wissenschaftlichen Vorträge statt.

Am Freitag hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, aus mehreren Workshops zu wählen. Georg Benjamin aus Berlin leitete einen praxisnahen Kurs zu Kofferdam-Techniken. Nessrin Taha aus Jordanien bot einen umfassenden Workshop zur Vitalerhaltung von Pulpen an. Dabei wurden die unterschiedlichen Verfahren der indirekten und direkten Überkappung sowie der Pulpotomie behandelt. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Entscheidungsfindung in der täglichen Praxis, auf den Erfolgsaussichten verschiedener Techniken und der kritischen Einschätzung aktueller Studienlage. Parallel dazu leitete Agnė Mališauskienė aus Litauen einen Workshop zu direkten Frontzahnrestaurationen. In diesem Kurs standen sowohl One-Step- als auch Two-Step-Techniken zur ästhetischen Versorgung von Klasse-IV-Defekten im Vordergrund.

Der zweite Veranstaltungstag widmete sich der Vertiefung wissenschaftlicher Aspekte der endodontischen Praxis. Es begann bereits um 8:30 Uhr früh mit Nessrin Taha und ihrem Spezialgebiet der invasiven und noninvasiven Pulpabehandlung. Matthias Zehnder aus Zürich führte den Reigen fort mit einer Präsentation zu chemischen Strategien in der Wurzelkanalbehandlung. Dabei beleuchtete er die Rolle verschiedener Spüllösungen und Kombinationen, die zur Optimierung der Desinfektion beitragen können. Im Anschluss referierte Hans-Willi Herrmann aus Bad Kreuznach zu maschinellen Nickel-Titan-Instrumenten. Er stellte praxisnahe Auswahlkriterien, Anwendungsprotokolle und vorbeugende Maßnahmen zur Vermeidung von Instrumentenfrakturen vor und gab laut Teilnehmerfeedback eindrucksvolle Einblicke in eine optimal praxisspezifisch zugeschnittene Ergonomie des endodontischen Workflows. Im weiteren Verlauf des Vormittags führte Agnė Mališauskienė die Teilnehmer durch die Möglichkeiten der ästhetischen Versorgung von Frontzahnfrakturen. Sie demonstrierte mit wunderbarem Bildmaterial dabei sowohl Notfallmaßnahmen als auch die ästhetisch und funktionell hochwertige Wiederherstellung durch Repositionierung und adhäsive Befestigung von Fragmenten. Der Nachmittag stand ganz im Zeichen der herausragenden Arbeiten des „Rotterdam-Transplantation Teams“ um Jacqueline Surtea, Dick. S. Barendregt, Edwin Eggink und Manfred Leunisse zur Autotransplantation von Zähnen. Dieser Beitrag beleuchtete die Indikationsstellung, die chirurgischen und endodontischen Techniken sowie die Bedeutung moderner 3D-Planung und war allein schon die Reise nach Wien wert. Die vorgestellten klinischen Langzeitergebnisse bestätigten nachdrücklich und in nicht von der Hand zu weisendem Imperativ die Autotransplantation als ernstzunehmende und vor allem bessere Alternative zum Implantat, insbesondere bei jugendlichen Patienten.

Kurz zusammengefasst: Die Frühjahrsakademie 2025 überzeugte durch die hervorragende Kombination aus praktischen Übungen und fundierter Wissenschaft. Die Teilnehmer profitierten von international renommierten Referenten, unmittelbarem kollegialen Austausch sowie einem klaren Fokus auf klinische Umsetzbarkeit. Die Themen Vitalerhaltung, moderne Instrumentierung, Konservierende Exzellenz und alternative Versorgungsoptionen wie die Autotransplantation lieferten praxisrelevante Impulse für den endodontischen Alltag. Die Veranstaltung war inhaltlich hochkarätig, praxisorientiert und bot reichlich Gelegenheit zur persönlichen Fortbildung und zum Networking.

3D – Drucker zur Praxisorganisation – Ein Erfahrungsbericht 6 Jahre später (I)

Schon für letzten Freitag angedacht, dann ist es aber doch wesentlich mehr geworden an Text, weshalb das Thema nun in 3 Teilen kurz aufeinanderfolgend abgehandelt wird. Hier der erste Teil:

Ich habe sicherheitshalber nachgeschaut.
Vor 5,5 Jahren, im November 2019 habe ich meinen ersten 3D-Druck produziert.

Nicht für irgendwelche zahnmedizinischen Belange, dafür gibt es in der Endo zu wenige Anwendungen überhaupt. Aber zur Praxisorganisation finden sich jede Menge Einsatzbereiche. Wobei – ich weiss noch genau, wie die ersten 3D Drucker vor 10 Jahren für den Heimgebrauch einem angediehen wurden und mir beim besten Willen kein Einsatzzweck einfallen wollte.

Lang lang ist´s her. Wie heisst es so schön, der Appetit kommt beim Essen oder man wächst an seinen Möglichkeiten. Heute vergeht (fast) kein Tag, an dem ich nicht irgendetwas zu Druck bringe und zeitweilig drucken mehrere Drucker gleichzeitig.

Alle meine Drucker sind Filamentdrucker.
Warum?
Einfaches Handling, keine stinkenden und potentiell gesundheitsschädlichen Chemikalien und ein vergleichsweises grosses Druckvolumen bei geringen Kosten, das sind die Gründe. Für die intraorale Zahnmedizin per se ist das nichts, aber für meine Einsatzzwecke ist es wunderbar.

Begonnen hat alles mit einem Anycubic Mega -Drucker.
Zur damaligen Zeit vor ca 6 Jahren ein Sonderangebot.

Professionelle Drucker lagen bei 3500 – 4000 Euro und selbst ein in der DIY-Community hoch angesehener, weil „erschwinglicher“ Prusa-Drucker kostete mit rund 900 Euro mehr als das Dreifache der 260 Euro, die ich für meinen ersten Anycubic bezahlte.

Bald kam ein zweiter hinzu.
Warum?
Ich sag mal so – zur damaligen Zeit waren die 3D-Drucker generell nicht die „zuverlässigsten“. Fehldrucke waren an der Tagesordnung.

Womit ich mich achselzuckend arrangierte, aber die Drucker gingen allzuoft auch ausser Funktion . Ausser Funktion? Ein Euphemismus für KAPUTT. Der zweite Drucker war demnach notwendig, um immer wenigstens einen Drucker zu haben, mit dem man drucken konnte, während der andere sich im nicht funktionsfähigen Reparaturzustand befand. Man merkt es. Ich war längst angefixt. Längere Standpausen waren längst inakzeptabel geworden und schadeten meiner Laune.

Es vergingen die Jahre.
Dem Anycubic Mega folgte der Mega S nach, das detailverbesserte Nachfolgemodell. Auch davon bald 2 Stück, so dass wir nun schon bei 4 Druckern im Fuhrpark angekommen waren.

Besonders im Bereich der Praxisorganisation erwies sich die Drucker als äußerst nützlich. Mit 3D-Druckern liessen sich individuelle Hilfsmittel, Aufbewahrungssysteme und Organisationshilfen herstellen, die ganz spezifisch auf unsere eigenen Praxisbedürfnisse zugeschnitten waren. Ich druckte Schubladeneinsätze, individuelle Röntgenhalter, Aufbewahrungsboxen für die Endo- Behandlung und vieles mehr. Alles Dinge, die in dieser Form nonexistent waren, nicht einmal andeutungsweise im Dentalhandel zu beziehen waren.

Zwischenzeitlich war eine neue Generation Anycubic Drucker im Markt erschienen.
Doppelt so teuer, wir lagen als nun investitionsmäßig bei 660 Euro.
Aber schneller, leiser und vom Druckbild deutlich besser.

Stimmte alles.
Allerdings war der Drucker extrem unzuverlässig. Im Gegensatz zum Vorgänger musste bei unserem Anycubic Vyper die Druckbettnivilvellierung nicht mehr von Hand durch Justage über Drehräder erfolgen, sondern fand automatisch statt. Mittels Laser. Eigentlich ein Quantensprung,. Aber mit schwerwiegenden Macken. Was nach ca 6 Monaten immer häufiger dazu führte, dass allzuoft der Druck mitten drin abgebrochen werden musste. Reparaturversuche, wie von Anycubic vorgeschlagen, waren, wenn überhaupt, nur von kurzer Erfolgsdauer. Kurz und knapp – eine totale Fehlinvestition, zumal der bis dato gute Anycubic After Sale Service keine Hilfestellung geben konnte und dann kurz und knapp darauf verwies, das es einen (natürlich besseren) Nachfolger des Druckers gäbe und unser Drucker daher nicht mehr unterstützt werden würde.

Ich schrieb den Drucker als Totalfehlinvestition ab.
Und kehrte zum Druck mittel Anycubic Mega S zurück.

Dann erschien Bambu Lab auf der Bildfläche und präsentierte seinen ersten Drucker.
Den Bambu Lab X 1 Carbon.
Angeblich von ehemaligen Entwicklern von Anycubic entwickelt und mit dem Ansatz, alles ganz anderes sprich deutlich besser zu machen.

Der X1 Carbon war bis vor kurzem das Flaggschiff unter den Bambu Lab Druckern.
Und wird seinem Ruf eines Premiumproduktes mehr als gerecht.

Er kommt im Gegensatz zu allen meinen Anycubic-Druckern mit einer Einhausung daher und ist damit in der Lage, auf höhertemperaturige Werkstoffe wie ABS zuverlässig und dimensionsstabil zu drucken. Die automatische Kalibrierung des Druckers, die durch Active Vibration Compensation und eine vollautomatische Druckbettvermessung unterstützt wird, funktioniert absolut zuverlässig. Dies reduziert den Aufwand für manuelle Einstellungen auf ein Minimum und sorgt dafür, dass ich den Drucker auch über Nacht einsetzen kann, ohne ständige Kontrolle ausüben zu müssen. Sofern ich mich während des Druckes über den aktuellen Status des Druckauftrages informieren möchte, greife ich via App über die eingebaute Kamera auf das Livebild des Bauraums zurück. Ein wunderbares, von mir hochgeschätztes Feature, musste ich nun nicht mehr in der Nacht ein Stockwerk tiefer laufen, ob mit dem Druck noch alles richtig ist oder der Druckauftrag beendet sei.

Die im Lieferumfang enthaltene Multi-Material-Station (AMS) ermöglicht es, bis zu vier verschiedene Filamente in einem Druck zu verwenden. Diese Funktion hat sich bei der Erstellung farbcodierter Organisationshilfen als äußerst praktisch erwiesen. Der X1 Carbon verfügt zudem über einen LiDAR-Sensor, der den ersten Layer präzise überprüft, gegebenenfalls Alarm schlägt, falls etwas ungewöhnlich läuft und die Druckqualität insgesamt verbessert.

Fassen wir kurz zusammen.

Die Drucker von Anycubic haben mir den Einstieg in die 3D-Druck-Welt ermöglicht. Ihre Druckgeschwindigkeit war jedoch verglichen mit dem X1 Carbon vergleichsweise niedrig, was insbesondere bei großflächigen Druckteilen zu erheblichen Wartezeiten führte und die Zuverlässigkeit war nicht immer gegeben.

Mit dem Umstieg auf Bambu Lab hat sich alles grundlegend zum Positiven hin verändert. Die Druckqualität ist phänomenal für einen Filamentdrucker und löst bei mit der Materie Vertrauten bei der ersten Betrachtung unglaubliches Staunen aus angesichts wunderbar glatter Oberflächen. Der Drucker ist rasend schnell, wodurch Druckaufträge gegenüber früher in der Hälfte oder sogar einem Drittel der Zeit abgeschlossen werden können und es so keinen Sinn mehr macht, die Anycubics überhaupt noch einzusetzen. Nicht einmal für irgendwelche Basisaufgaben, die keine hohe Präzision der Ausgestaltung benötigen.

Auch die Multi-Material-Funktion über das AMS hat sich als sehr praktisch erwiesen. In meiner Praxis nutze ich sie für farbcodierte Organisationselemente, die die Zuordnung von Instrumenten und Materialien erleichtern. Und die schon erwähnte Bauraumkamera mit Live View ist ein Feature, das ich auf gar keinen Fall mehr missen möchte, erlaubt sie doch sogar von unterwegs einen Zugriff auf das Druckgeschehen, ich sehe also tagsüber in der Praxis, was der Drucker zu Hause im Arbeitszimmer gerade anfertigt.

Nicht das ich das müsste.

Denn – und das ist noch einmal eine unglaublich gute Nachricht – in mehr als einem Jahr, in der ich den X1 Carbon schon habe, war er nicht einmal kaputt und Druckfehler (die er im Übrigen sofort bemerkt, das Druckgeschehen pausiert und eine Nachricht absetzt) kann ich an den Fingern einer Hand abzählen.

Sensationell.
Er druckt und druckt und druckt.
In bester Qualität. Dreimal musste ich ein gebrochenes Filament aus der Filamentzuführung entfernen. Kinderkram, jeweils eine Sache von 5 Minuten. Darüber hinaus ? Nichts. Kein Wechsel der Druckerdüsen, wie beim Anycubic alle paar Monate, erst recht keinen Wechsel eines Hotendes oder ein Wechsel der Druckplatten.

Wieviel Sterne kann man eigentlich vergeben ? Fünf?
Ich gebe dem Bambu Lab X1 Carbon 6 von 5 Sternen.

…wird fortgesetzt.

New Kid in Town – 3D Drucker Edition => Bambulab 2HD

Seit einigen Wochen weist unser 3D-Drucker-Fuhrpark eine neues Gefährt auf.

Es ist der Bambulab H2D.
Das neue Flagschiff der Bambulab 3D-Drucker-Familie.
Der grösste und teuerste Drucker im Bambulab Portfolio.

Ich besitze damit nun 7 3D – Drucker.
Von denen ich allerdings im Moment nur 2 nutze. Die jedoch täglich.

Warum das so ist und welche 3D-Drucker von mir eine dicke Kaufempfehlung bekommen, darüber werde ich am Freitag bei Patreon ausführlich berichten.

Bild des Tages 20250515 (IV) – Der weisse Punkt – Die Auflösung…

Was es nun mir dem „weissen“ Punkt im Wurzelkanal von Zahn 11 auf sich hat?

Cavit?
Calciumhydroxid?
Watte?
Teflon?`
MTA oder ähnliches?

Nekrotisches Knochengewebe?

Alles nicht richtig.
Wobei Letzteres der Sache am nächsten kommt.

Es ist nämlich kein nekrotisches Knochengewebe, sondern vitales Knochengewebe.
Das sich periapikal und intrakanalär gebildet hat.

Dank unserer wunderbaren Calciumhydroxid-Einlage.
16 Wochen Liegedauer.
ZACK, ist der Knochen da.

Und wir haben im Laufe der Jahre (wir arbeiten seit ca. 2010 mit dem von uns präferierten Material – mit also nun 15 Jahre Erfahrung) schon so viele dieser raschen Knocheneubildungen gesehen, dass es für uns zu einer vorhersagbaren Therapieform geworden ist. Kein Bedarf also mehr für Kollagen als apikales Widerlager vor MTA-Applikation bei weit offenen Apici, das Material fristet in unseren Schubladen ein stiefmütterliches Dasein.

Was ich persönlich nicht bedauere. Denn auch wenn wir – genau wie beim MTA selbst – welches wir seit dem Jahr 2000 einsetzen, das Handling dieser nicht unkomplizierten Stoffe gut implementiert haben, so ist es doch nun eine ganz andere, einfachere Hausnummer.

Weil man das MTA gegen die geschaffene Knochenbarriere wunderbar kompaktieren kann.
So einen dichten und apikal exakt abschliessenden Verschluss erzielen kann, ohne bedneken haben zu müssen, dass man das MTA nach periapikal transportiert dabei.

Hier die abschliessenden Röntgenbilder (Vor der Behandlung/MTA Plug/WF).

Insbesondere beim Zahn 11 (das ist der mit dem fotografierten weissen Fleck) sieht man, das sich der apikalste Teil des Wurzelkanals mit Knochen gefüllt hat, es also gar nicht mehr möglich ist, das MTA überhaupt über das Foramen apicale hinaus nach periapikal zu bringen. Eine sehr angenehme Entwicklung, sowohl für Patient wie für den Behandler gleichermaßen.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Neuer Artikel – Endodontische Behandlung von Prämolaren mit komplexer Wurzelkanalanatomie (I)

Hans-Willi Herrmann
Endodontische Behandlung von Prämolaren mit
komplexer Wurzelkanalanatomie (I)
Tiefe apikale Teilung des Wurzelkanals

Früher.

Gab es Belegexemplare, die man an Interressierte verteilen konnte.

Heute ?

50 mal darf man eine PDF des Artikels weitergeben, unter Berücksichtigung nachfolgender Vorgaben des Verlages.


„In der Anlage übersenden wir Ihnen heute das PDF-Dokument Ihres Beitrags. Sie dürfen dieses Dokument gerne an Freunde und Interessierte weiterleiten, allerdings nur im Rahmen des Üblichen, d. h. an maximal 50 individuelle Adressaten. Sie dürfen Ihren Beitrag auch an einer Stelle im Internet einstellen, also auf Ihrer persönlichen Website oder der Ihrer Praxis bzw. Universität (nicht Social Media!). Auf Ihren Social Media Kanälen können sie den Beitrag gerne ankündigen, indem Sie das Abstract und max. 1 Bild posten, keinesfalls den gesamten Beitrag. Jegliche kommerzielle Nutzung des Dokuments ist in keinem Fall gestattet. Bitte beachten Sie, dass das Dokument einen Copyright-Vermerk enthält.“

Der Artikel erscheint demnächst in der Zeitschrift Endodontie des Quintessenz-Verlages. Wer ihn vorher lesen möchte oder die Zeitschrift nicht bekommt, schicke mir eine Mail mit dem Betreff “ Bitte PDF Artikel Endo Prämolaren mit komplexer Wurzelkanalanatomie“

Bilder des Tages 20250526 – Guttapercha am Stiel

Was der berühmt-berüchtigte MB2 beim 1. Oberkiefer-Molaren, das ist der „Middle Mesial“- Kanal beim 1. Unterkiefer-Molaren. Soll heissen – er wird in vielen Fällen nicht entdeckt und ja – auch hier ist das hochauflösende DVT der, was sagt man eigentlich im Deutschen, ich bitte um Vorschläge in die Kommentare, „Game Changer“.

Richtig knifflig wird es, wenn wie in den Bildern des Tages zu sehen, die eigentliche Aufteilung in den MM erst im Verlauf des mesiolingualen Kanal erfolgt. Die adäquate Aufbereitung ist dabei eine Sache, noch komplexer wird es aber bei der WF, weil ja immer nur einer der beiden Guttaperchastifte sich in den jeweiligen Wurzelkanal auf Länge einbringen lässt.

Abhilfe schafft die „Guttapercha am Stiel“- Technik und die Vorgehensweise ist wie folgt: Nachdem einer der beiden Guttaperchastifte im jeweiligen Wurzelkanal auf Arbeitslänge eingebracht wurde, erfolgt die Penetration des anderen Wurzelkanals mit einem dünnen Handinstrument. Die Teilungsstelle wird dabei am Guttaperchastift durch eine Impression markiert. An dieser Stelle erfolgt die Teilung des Guttaperchastiftes in zwei „Hälften“ und der apikale Teil wird auf ein Aufbereitungsinstrument aufgespiesst. So kann dieser dann damit in den Wurzelkanal auf Arbeitslänge in den zuvor mit Sealer beschickten ersten Wurzelkanal eingebracht werden. Dank der Klebekraft des Sealers bleibt beim Zurückziehen des Endo-Instrumentes der Guttapercha-Stift im Kanal zurück und endet minimal unterhalb der Teilungsstelle. Nun kann der zweite Guttaperchastift in den anderen Kanal auf Arbeitslänge eingebracht werden. Anschliessend erfolgt wie gewohnt die vertikale Kompaktion in Schlider-Technik.

Wie so oft ist im Röntgenbild die komplexe Wurzelkanalanatomie nicht einmal andeutungsweise zu erkennen. Das hätte man sich angesichts der Mühen anders gewünscht, es ändert aber nichts daran, dass wir hoffnungsvoll auf die Recalls blicken.

Präendodontisches Röntgenbild => die Wurzelanatomie lässt zumindest „Exotisches“ erahnen.

WF- Kontrollen

Kontrolle 6 Monate post WF

Bild des Tages 20250515 (III) – Das zeigt das DVT …

Über den Fall habe ich schon hier und hier kurz berichtet.

Die Patientin, 22 Jahre alt, war nach initialer WK durch den Hauszahnarzt wegen einer plötzlich auftauchenden starken Schmerzproblematik und starkem Nasenblutungen an den Kieferchirurg überwiesen worden zur WSR, dieser hatte dann an uns verwiesen.

Die Patientin stellte sich bei uns vor mit einem DVT, das zwar den gesamten Kieferbereich von 18 – 48 abbildete, leider aber im Bezug auf die für die Therapie wichtigen Zähne nicht aussagekräftig war. Im von uns angefertigten kleinvolumigen hochauflösenden DVT stellten sich die Zähne 11, 21, 22 dann wie folgt dar:

Die vorhandene Resorption des Kieferhöhlenbodens im Bereich der Wurzelspitze des Zahnes 22 – sicherlich keine Kontraindikation für einen nicht chirurgischen endodontischen Erhaltungsversuch – und so gestaltete sich die endodontische Behandlung der 3 Zähne 11 21 22 vollkommen unproblematisch. Das auf den apikalen Millimetern des Wurzelkanals im Röntgen sichtbare Material an Zahn 21 (nicht 11) war im übrigen Cavit. Es liess sich durch Spülen mit dem Morita Adverl Evo Erb:YAG Laser problemlos entfernen. Schmerzsensationen oder starke Blutungen traten im Übrigen nicht auf. Das Fazit nach der ersten Sitzung: Läuft…

Wird fortgesetzt …

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.


IDS – Nachlese 2025 (6b) Brumaba Mikrochirurgiestuhl Balance Advance F

Vom Brumaba Mikrochirurgiestuhl Balance Advance F hatte ich kurz vor der IDS erfahren.
Auf welchem Wege weiss ich nicht mehr, ob via Internet oder in einer dieser „Ungefragt-im Briefkasten liegend-Postwurf-Yellow-Press-Dentalmagazine. In meiner vagen Erinnerung geistern noch die Worte umher „Neu“ und „für das Arbeiten unter dem Operationsmikroskop hervorragend geeignet“.

Ich schaute am frühen Nachmittag am Brumaba-Messestand vorbei.
Weil Tomas Lang eine Live-Demonstration angekündigt hatte, eine weitere Brumaba-Neuheit betreffend. Ein Haltearm, der dem zahnärztlichen Behandler im Sinne einer 3. Hand hilfreich zur Seite steht und falls notwendig, im besten Falle die Stuhlassistenz ersetzen könnte. Ein Umstand, der zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn unvorstellbar gewesen wäre, heutzutage jedoch immer mehr zur neuen Normalität mutiert. Eine zweispältige Entwicklung, aber zumindest im Moment etwas, womit man sich eher adaptierend beschäftigen sollte, als darauf zu hoffen, dass dieser schlechte Traum von selbst wieder verschwindet.

Das Interesse vor Ort war auf jeden Fall da, Tomas Lang war stark umringt, was mir die Möglichkeit gab, den Balance Advance F Stuhl unbehelligt in aller Ruhe in Augenschein zu nehmen.

Was kann ich vermelden ?
Sehr solides Gerät, so wie man es von Brumaba gewohnt ist. Da wackelt nix, die Armlehnen sind in alle möglichen Richtungen zu positionieren und wenn man die gewünschte Position gefunden hat, dann lässt sich diese bombenfest arretieren. Die Arme ruhen dann fix und damit ermüdungsfrei, so wie es sein muss unter dem Operationsmikroskop. Vor etlichen Jahren hatte ich einmal einen Brumaba-Behandlerstuhl zum Testen für einige Zeit in der Praxis. Ein Gerät wie ein Tresor auf Rollen. Was uns Probleme bereitete, sobald man in die 10 Uhr – Position in Richtung 12 Uhr überschritt. Und etwas aus den Schubladen der Hinterkopf-Zeile benötigte. In 12 Uhr Position zu arbeiten ging nur, wenn jeder exakt auf seiner Position blieb. Im Team war schnell klar, für uns war der „alte“ Stuhl nix, zumal wir mit unseren Jörg & Sohn Stühlen sehr zufrieden waren (und es bis heute noch sind).

Der neu hingegen – der Balance Advance F – ist nun eine ganz andere Nummer. Er ist zwar natürlich Brumaba – typisch extrem stabil, „teutonisch“ könnte man vielleicht sagen. Aber doch so schlank, dass sein massives Auftreten nicht störend in Erscheinung tritt.

Würde ich heute meine Praxis einrichten und für mich und meine Assistenz einen Arbeitsstuhl zum Arbeiten unter dem Operationsmikroskop auswählen, es wäre der Brumaba Balance Advance F. Er kostete (auf der IDS) 2860 Euro.

Und ich bin gerne bereit, diesen Betrag auszugeben.
Warum – Weil ich diesen Stuhl mein ganzes Berufsleben nutzen werde.
Und er – eine Seltenheit heute – nie kaputt gehen wird. Wieso ich daran glaube ? – Weil ich weiss wie er aufgebaut ist – und Brumaba ihn SO konstruiert hat, das NIX kaputt gehen wird. „Ehrensache“, würde Benedikt Brustmann, der Geschäftsführer von Brumaba und Sohn des Firmengründers sagen.
Und genau so ist es.

Daher zum Schluss eine kurze Überschlagsrechnung: 32 Jahre in eigener Praxis sind bei 210 Arbeitstagen 42 Cent pro Arbeitstag. Für optimale Ergonomie, die sowohl dem Behandler wie auch dem Behandlungsergebnis zum Vorteil gereicht, sicherlich eine zu vernachlässigende Summe.
Umso sinnvoller ihre Investition.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

IDS – Nachlese 2025 (6a) – Brumaba Mikrochirurgiestuhl Balance Advance F – Zierlich, ergonomisch, überzeugend – Was Chat GPT erzählt …

Ein Erfahrungsbericht von der IDS 2025

Die Internationale Dental-Schau (IDS) in Köln ist zweifellos der bedeutendste Branchentreff der Dentalwelt. Nirgendwo sonst erhält man einen derart umfassenden Überblick über aktuelle Trends, technische Innovationen und zukunftsweisende Produktentwicklungen. Für mich als neugieriger Fachbesucher mit besonderem Interesse an ergonomischen Arbeitsplätzen in der Dentalchirurgie war der Besuch am Stand der Firma Brumaba ein gesetzter Pflichttermin. Mit großer Vorfreude – und auch einer gewissen Erwartungshaltung – nahm ich dort den neuen Mikrochirurgiestuhl Balance Advance F in Augenschein.

Rückblick: Frühe Erfahrungen mit Brumaba

Meine Verbindung zu Brumaba reicht einige Jahre zurück. Damals hatte ich im Rahmen einer Praxis-Testaktion bereits einmal einen Chirurgiestuhl des Herstellers im Einsatz. Die Erinnerungen daran sind geprägt von einem ambivalenten Eindruck: Ergonomisch war der Stuhl herausragend, die individuelle Einstellbarkeit und die hohe Materialqualität sprachen für sich. Doch in der Praxis zeigte sich auch eine Schwäche, die mich in der täglichen Anwendung zunehmend störte: Die Rückenkonstruktion war sehr ausladend, insbesondere nach hinten hin, was im Bereich der Hinterkopfzeile zu einem spürbaren Platzproblem führte. In beengten OP-Räumen stellte das durchaus ein Hindernis dar.

Dementsprechend gespannt war ich auf die Ankündigung eines „kompakteren Nachfolgers“ – ein Versprechen, das auf der IDS 2025 eingelöst werden sollte.


Der erste Eindruck: Design und Verarbeitung

Schon beim ersten Blick auf den Balance Advance F wird klar: Brumaba hat nicht einfach ein bestehendes Modell geschrumpft, sondern ein neues, durchdachtes Produkt entwickelt. Der Stuhl wirkt aufgeräumt, elegant und deutlich zierlicher als seine Vorgänger. Die bisher kritisierte „Rückwandschwäche“ scheint Geschichte – die schlanke Linienführung nach hinten sorgt für eine wesentlich bessere Integration in den OP-Raum, gerade in Kombination mit OP-Leuchten oder Wandinstallationen im Nackenbereich.

Die Materialanmutung ist wie gewohnt bei Brumaba auf sehr hohem Niveau. Die Oberflächen fühlen sich wertig an, die Übergänge sind präzise gearbeitet, nichts wirkt improvisiert oder instabil. Das Gestell besteht aus einer hochbelastbaren Aluminium-Stahl-Kombination, die gleichzeitig leicht und stabil wirkt.


Sitzergonomie: Punktlandung

Wie verhält sich das neue Modell im Hinblick auf die Ergonomie – dem zentralen Versprechen jedes chirurgischen Sitzmöbels?

Hier zeigt sich Brumaba erneut als ausgewiesener Spezialist: Der Balance Advance F überzeugt durch eine exzellente Sitzergonomie, die sich individuell und intuitiv anpassen lässt. Die zentrale Bedieneinheit erlaubt das justieren von:

  • Sitzhöhe (gasfederunterstützt, stufenlos),
  • Sitzneigung, um eine neutrale Beckenstellung zu fördern,
  • Rückenlehnenposition, inklusive Flexibilität in der Neigung,
  • Armauflagen, die separat dreh- und höhenverstellbar sind.

Bemerkenswert ist, wie harmonisch sich die einzelnen Elemente anpassen lassen. Selbst bei häufigem Wechsel zwischen stehender und sitzender Tätigkeit (z. B. bei längeren mikrochirurgischen Eingriffen oder endodontischen Behandlungen mit OP-Mikroskop) bleibt der Stuhl stabil, ruhig und angenehm positioniert.

Ein Clou ist die sogenannte „Balance-Mechanik“, die beim leichten Vor- oder Zurückneigen des Oberkörpers eine natürliche Mitbewegung des Stuhls erzeugt. Diese Funktion unterstützt eine aktive Sitzhaltung und entlastet die Rückenmuskulatur – ohne aufdringlich oder mechanisch zu wirken.


Neue Dimensionen: Kompaktheit trifft Funktion

Wie bereits eingangs erwähnt, lag mein Hauptaugenmerk auf der neu versprochenen Kompaktheit des Stuhls. Tatsächlich hat Brumaba hier ganze Arbeit geleistet: Der Balance Advance F ist deutlich weniger tief gebaut als seine Vorgänger. Die Rückenlehne sitzt nah am Zentrum, ohne dabei an Komfort zu verlieren. Auch die Armauflagen sind so konzipiert, dass sie bei Bedarf eng am Körper geführt oder vollständig weggeklappt werden können – ideal für präzise Assistenzarbeit oder wenn schnell Bewegungsfreiheit benötigt wird.

Zudem ist die Grundfläche kleiner, was das Manövrieren im OP-Feld – gerade im Zusammenspiel mit fahrbaren Tischen oder Instrumentenwagen – deutlich erleichtert. Der Wendekreis ist klein, die Rollen laufen leise und leichtgängig, was vor allem in sterilen Arbeitsbereichen ein Pluspunkt ist.


Hygiene und Praxisalltag

Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Beurteilung von OP-Mobiliar ist die Reinigungs- und Desinfizierbarkeit. Auch hier überzeugt der Balance Advance F: Die Polsterflächen bestehen aus einem medizinischen Kunstleder, das gemäß Herstellerangaben chemikalienbeständig, abwischbar und desinfektionsmittelresistent ist. Alle Spaltmaße sind minimiert, Schraubverbindungen liegen größtenteils verdeckt – die Reinigung gelingt problemlos und zeitsparend.

Zudem können die Polsterelemente einzeln entnommen und ausgetauscht werden – ein klares Plus für den hygienisch anspruchsvollen OP-Alltag.


Preis-Leistungs-Verhältnis: Ein Statement

Mit einem Listenpreis von 2.863 Euro inkl. MwSt. positioniert sich der Brumaba Balance Advance F im oberen Mittelfeld der chirurgischen Sitzmöbel. Betrachtet man jedoch die Verarbeitungsqualität, die durchdachte Ergonomie und die langfristige Alltagstauglichkeit, so erscheint der Preis mehr als angemessen.

Ein Chirurgiestuhl ist kein Alltagsprodukt – er ist ein zentrales Werkzeug der täglichen Behandlung. Ein hochwertiger Stuhl kann über Jahre hinweg Rückenbeschwerden vorbeugen, die Konzentrationsfähigkeit steigern und schlichtweg die Arbeitsfreude erhöhen. In diesem Kontext betrachtet, liefert Brumaba hier ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis ab.


Technische Daten im Überblick

EigenschaftWert
Sitzhöhe47–67 cm (stufenlos)
Rückenlehneverstellbar, mittelhoch
Armauflagenhöhenverstellbar, drehbar
Polsterungmedizinisches PU-Leder
Rollen5-fach, antistatisch, leichtgängig
Belastbarkeitbis 130 kg
Gewichtca. 15 kg
Preis (UVP inkl. MwSt.)2.863 €

Mein Fazit: Ein würdiger Nachfolger

Der Besuch auf der IDS hat meine Erwartungen an den neuen Brumaba Balance Advance F nicht nur erfüllt, sondern in vielerlei Hinsicht übertroffen. Das Produkt zeigt, dass Brumaba die Kritikpunkte der Vergangenheit ernst genommen und konsequent in eine neue Designsprache übersetzt hat.

  • Die Kompaktheit ist ein echter Fortschritt, insbesondere für kleinere OP- oder Behandlungsräume.
  • Die Ergonomie bleibt – wie von Brumaba gewohnt – herausragend.
  • Das Design ist modern, technisch klar und ästhetisch überzeugend.
  • Der Preis ist fair und entspricht dem gebotenen Mehrwert.

Für Anwender, die täglich viele Stunden operativ tätig sind und dabei höchsten Wert auf körperliche Schonung, Mobilität und Langlebigkeit legen, ist der Balance Advance F eine klare Empfehlung. Wer bereits mit einem Vorgängermodell gearbeitet hat, wird die neuen Features zu schätzen wissen – und wer neu in die Welt der Brumaba-Stühle einsteigt, bekommt hier ein Spitzenprodukt „Made in Germany“, das hält, was es verspricht.


Gesamtbewertung: 9,2 / 10 Punkten

BewertungskriteriumWertung
Ergonomie⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)
Design & Kompaktheit⭐⭐⭐⭐☆ (4/5)
Bedienkomfort⭐⭐⭐⭐☆ (4,5/5)
Preis-Leistung⭐⭐⭐⭐☆ (4,5/5)
Verarbeitung & Hygiene⭐⭐⭐⭐⭐ (5/5)

Na, wie liest sich das ?
Gedauert hat das „Erstellen“ dieses Artikels keine 10 Minuten.

Ein paar Stichworte an Chat GPT übergeben, rund 30 Sekunden Latenz, dann kam die Antwort. Gut man muss noch gegenlesen und die wirklich offensichtlichen Fehler beheben, aber die Änderungen würden sich in Grenzen halten.

Sieht so die schöne neue Welt aus ?
Weil ´s so schnell ging, habe ich noch um eine zweite Version gebeten.

Ich schrieb: „Mir ist der Bericht zu nüchtern und zu formal geschrieben. Bitte schreibe ihn mit einer persönlicheren Note, aus der Sicht des engagierten endodontischen Operationsmikroskop-Anwenders.“

Hier die zweite Version, wieder nach einmal Drüberlesen und kleinen Fehlerausmerzungen (Dauer 10 Minuten)

„Schlanker, smarter, besser“ – Mein Besuch bei Brumaba auf der IDS 2025

Ein persönlicher Erfahrungsbericht über den neuen Mikrochirurgiestuhl Balance Advance F

Wenn man so viele Stunden wie ich am Mikroskop verbringt – tief konzentriert, den Blick in den Okularen vergraben, das Instrument in der Hand, die Muskulatur auf Hochspannung – dann lernt man sehr schnell, wie entscheidend ein guter Behandler-Stuhl ist. Nicht irgendein Stuhl. Sondern ein echtes Werkzeug. Denn wir reden hier nicht von Sitzen im klassischen Sinne – wir reden von körperlicher Präzision im Millimeterbereich, unter oft ermüdenden Bedingungen.

Deshalb war ich dieses Jahr auf der IDS in Köln mit einer ganz bestimmten Mission unterwegs: Ich wollte mir den neuen Brumaba Balance Advance F ansehen. Ich war neugierig. Schließlich hatte ich vor ein paar Jahren schon mal ein Modell von Brumaba in meiner Praxis zum Testen – tolle Verarbeitung, ergonomisch durchdacht, aber irgendwie… zu groß. Vor allem nach hinten raus, im Bereich der Hinterkopfzeile. Wer – wie ich – im Behandlungsraum mit Mikroskop, Licht, Kamera und zwei Assistentinnen arbeitet, weiß, dass jeder Zentimeter zählt. Insbesondere in 12 Uhr Position.


Brumaba? Da klingelt was.

Die erste Begegnung mit einem Brumaba-Stuhl vor Jahren war beeindruckend. Diese Stühle sind gemacht für Menschen, die ernsthaft operativ arbeiten – nicht für’s Büro, nicht für die Prophylaxe, sondern für richtiges, konzentriertes, stundenlanges Arbeiten mit dem Gefühl, dass der Körper nicht der limitierende Faktor ist.

Aber: Das damalige Modell war einfach zu wuchtig. Gerade hinten raus. Beim Drehen blieb man schnell mal irgendwo hängen, und auch die Armlehnen waren eher was für großzügige OP- Räume.. Ich hatte es dann schweren Herzens wieder zurückgeschickt – wenn auch mit Respekt.

Und jetzt also: der Balance Advance F. „Kompakter, ergonomischer, smarter“ – so lautete das Versprechen. Und ich wollte wissen: Ist das nur Marketing – oder tatsächlich ein Schritt nach vorn?


Am Stand: Erstes Probesitzen – und Staunen.

Ich war früh dran am Brumaba-Stand – keine zehn Minuten nach Öffnung, und der Balance Advance F stand da schon, wie ein kleines Raumfahrzeug unter den ganzen Stuhlriesen der Konkurrenz. Kompakt, edel, und ja: sofort einladend.

Ich habe mich draufgesetzt – und innerhalb von Sekunden gemerkt: Das Ding fühlt sich richtig an.

Die Sitzfläche stützt perfekt ab, ohne dass man das Gefühl hat, irgendwo einzuengen. Die Rückenlehne ist so geformt, dass sie nicht stört – und dabei trotzdem stabilisiert. Und das Beste: Der ganze hintere Aufbau ist deutlich schlanker als bei meinem alten Testmodell. Keine störende Rückenwölbung, kein Ausufern ins Rauminnere. Genau das, was ich mir gewünscht hatte.


Was mir besonders gefallen hat

1. Armstützen, die mitdenken

Die Armlehnen sind höhenverstellbar, ja klar – aber sie lassen sich auch drehen und wegklappen. Ich habe das in Köln direkt ausprobiert: Mit ein bisschen Feingefühl konnte ich sie so einstellen, dass sie meine Unterarme beim Mikroskopieren perfekt tragen, ohne dass ich verkrampfe. Und wenn’s schnell gehen muss – Assistenz ruft, der Patient zuckt – dann kann ich sie einfach zur Seite schieben. Praxistauglich? Absolut.

2. Die Balance-Mechanik

Das ist nicht bloß ein Gimmick. Wer viel mit feinen Bewegungen arbeitet – wie in der Endo unter dem Mikroskop – weiß, dass der Oberkörper nie wirklich stillsteht. Diese leichte Vor- und Rückbewegung, je nach Körperspannung, ist ein ständiger Begleiter. Und genau darauf reagiert die sogenannte „Balance“-Mechanik: Der Stuhl bewegt sich mit – sanft, aber spürbar. Keine starre Sitzhaltung, keine Blockade. Stattdessen: Mitgehen, Mitdenken, Mitarbeiten.

3. Wendig & leise

In meinem Behandlungszimmer ist man kein Freund großer Drehkreise. Ich muss mich manchmal schnell von A nach B bewegen – am Mikroskop vorbei, zur Absaugung, zur Kamera. Der Advance F rollt flüssig, leise, ohne Geruckel, und dabei bleibt er stets standfest. Die Rollen sind antistatisch und für OP-Böden gemacht – auch das merkt man sofort.


Kompakter geht kaum – und das ist gut so

Der entscheidende Punkt für mich war – und bleibt – die Platzersparnis. In der Mikroskop-Endodontie habe ich mein Zeiss Pro Ergo über dem Patienten, oft auch noch ein zusätzliches Paar Hände von der Zweitassistenz. Wenn mein Stuhl dann auch noch viel Raum beansprucht, wird’s schnell unangenehm.

Der Balance Advance F löst dieses Problem spürbar. Die Lehne ist näher am Zentrum, der Sitz ist schmal und doch stabil. Die Armstützen fügen sich ein, statt sich aufzudrängen. Und selbst bei engen Bewegungsradien bleibt alles im Fluss. Für mich ist das ein echter Gamechanger.


Wie sieht’s mit Reinigung und Hygiene aus?

Gerade in Zeiten, in denen Hygieneprotokolle fast schon den Takt der Praxis bestimmen, ist das keine Nebensache. Und auch hier hat Brumaba mitgedacht:

  • Die Polster sind medizinisches Kunstleder, absolut wischfest und desinfektionsmittelresistent.
  • Es gibt kaum Spalten oder Schlitze, in denen sich was absetzen könnte.
  • Alle Teile wirken solide verschraubt – nichts klappert, nichts wackelt.
  • Und: Die Polster sind modular austauschbar. Sollte also nach ein paar Jahren was abgenutzt sein – kein Drama.

Was kostet der Spaß?

Der Preis liegt bei 2.863 € inkl. MwSt. – und ja, das ist ein Wort. Aber ehrlich? Nach allem, was ich da erlebt, gesehen und gespürt habe, ist das vollkommen gerechtfertigt.

Wir geben für Mikroskope, Lupen, Files, Laser und Co. ein Vermögen aus. Aber auf dem Gerät, das uns tagtäglich stundenlang trägt – da sparen viele Kollegen leider. Aus meiner Sicht: ein Denkfehler.

Denn wer in einem solchen Stuhl sitzt, arbeitet präziser, ermüdet langsamer – und kommt nach zehn Jahren Praxis vielleicht mit einem gesünderen Rücken durch. Und das ist unbezahlbar.


Technische Eckdaten – für die Zahlenfreunde

  • Sitzhöhe: 47–67 cm, stufenlos einstellbar
  • Balance-Mechanik: Ja, aktiv beweglich
  • Armlehnen: Höhenverstellbar, drehbar, wegklappbar
  • Rückenlehne: Mittelhoch, ergonomisch geformt
  • Material: Desinfektionsmittelresistentes Kunstleder
  • Rollen: 5-fach, antistatisch
  • Max. Belastung: 130 kg
  • Gewicht: ca. 15 kg
  • Preis: 2.863 € inkl. MwSt.

Mein Fazit – und meine Empfehlung

Wenn man – wie ich – den ganzen Tag unter dem Mikroskop arbeitest, und dabei auf höchste Konzentration und feinmotorische Kontrolle angewiesen bist, dann ist der Brumaba Balance Advance F eine klare Empfehlung.

Er ist kompakt genug für kleine Räume, ergonomisch genug für lange OPs, stabil genug für hektische Situationen und durchdacht genug, um sich nahtlos in moderne Praxisabläufe einzufügen.

Ich habe meinen Probesitz auf der IDS in vollen Zügen genossen – und bin mittlerweile ziemlich sicher: Das war nicht das letzte Mal, dass ich in diesem Stuhl gesessen habe. Vielleicht sogar bald in meiner eigenen Praxis.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Bild des Tages 20250515 – Der weisse Punkt…so sieht er im Röntgenbild aus !

Die Fallbeschreibung gibt es hier.
Unten nun das dazugehörige Röntgenbild.
So kam die Patientin zu uns.

Und wieder meine Frage, was sehen wir im Foto als weissen Fleck an Zahn 11?
Was ist hier passiert ?
Zahn 11, also der linke der 3 Zähne …im Zahn 21 finden wir apikal Fremdmaterial im Wurzelkanal, aber das hat nichts mit dem weissen Fleck zu tun, ich sage das nur, um Missverständnisse diesbezüglich auszuschliessen …

Bild des Tages 20250515 – Der weisse Punkt…

„Das wollte ich sie gerade fragen…was ist das ??? „, sagte die ihre Tochter begleitende Mutter, welche die Behandlung unter dem Operationsmikroskop über den grossen TV-Monitor verfolgt hatte.

Ich hatte auf den weissen Punkt im Foto verwiesen.
Inmitten des Wurzelkanals von Zahn 11.

Die Zähne 11,21,22 Zustand nach Trauma vor etliche Jahren, die Patientin nun 22 Jahre alt. Nie Probleme, bis vor kurzem dann wegen Schmerzen eine endodontische Behandlung beim selbsternannten endodontischen „Spezialisten“erfolgte, die nach einer plötzlichen intensiven Schmerzsensation, einer starke Blutung aus der Nase und einem merkwürdigen Geschmack abrupt abgebrochen wurde.

Es erfolgte die Überweisung zum Kieferchirurgen zur Wurzelspitzenresektion.
Dieser verwies die Patientin an uns, wo dann die weitere Behandlung erfolgte.

Jetzt die Frage.
Was hat es auf sich mit dem „Weissen Fleck“ inmitten des Wurzelkanals von Zahn 11, der im Foto zu sehen ist ?

Geschichten aus dem Endozän – Und wo wir gerade über OP- Mikroskope gesprochen haben (III) – Das Happy End

Über unser Missgeschick mit unserem Zeiss Pro Ergo Mikroskop (und der Fritzbox) habe ich hier und hier schon berichtet.

Kommen wir nun zum Happy End.
Zumindest zu dem, was man angesichts der bexxxixxenen Ausgangssituation (Mikroskop defekt, Fritzbox kaputt, kein Internet, kein Telefon) erwarten kann.

Der Dienstag – der Tag des Ereignisses – war ein langer Tag.
Um 18 Uhr fahre ich nach Hause. Bin eine Stunde später wieder zurück. Mit der Fritzbox von daheim. Kurzer Check. Wir haben ein Signal. Um 21 Uhr verlasse ich die Praxis wieder, nun endgültig für heute. Internet, PC´s, Telefon, Anrufbeantworter, Musik und die vorhandenen Repeater funktionieren wieder.

Am nächsten Morgen.
Kurz nach 8 Uhr.
Mario Horvat steht in der Tür.

Der gestern abend noch seine Termine des Tages neu koordiniert hat, um 5 Uhr morgens von Heidenheim losgefahren ist (weil der Verkehr tagsüber, egal welche Autobahnen man nimmt auf dem Weg zu uns, unberechenbar ist).

90 Minuten später.
Das OPM läuft wieder.
Es war wie vermutet und Gott sei Dank „nur“ die nun gewechselte Platine.
Nebenbei wurde noch die Balancierung des OPM´s gecheckt und die Lichtquelle überprüft, die aus welchem Grund auch immer ihre Höchstintenstiät bei 50 Prozent der eigentlichen Leistung schon erreicht. Sei es drum, mehr Licht brauchen wir im Moment eigentlich nie , auch wenn Herr Horvat verspricht, sich bei Gelegenheit des Problems anzunehmen.

Okay, Zeit für ein Resümee.
Wir haben das Pro Magis seit 1997. Das Pro Ergo seit 2009. Ersteres war noch nie kaputt. Das Pro Ergo zeigte zu Beginn ab und zu Hand Grip-Fehler, ein bekanntes Phänomen, dass uns eher selten, andere Kollegen hingegen deutlich häufiger betraf. Mit einem Reboot (Schalter aus, Schalter an) liess sich das Problem innerhalb von 30 Sekunden lösen. Nicht desto trotz rückte irgendwann ungefragt Zeiss an, installierte im Rahmen eines Hardware-Update kostenlos neue Griffe und gut war seitdem. Was noch? Zweimal bisher mussten wir den Zoom-Motor wechseln und einmal war eine Xenon Lampe explodiert. Alles in Allem überschaubar, im Hinblick darauf, das das Gerät 8 Stunden pro Tag ununterbrochen nun schon 16 Jahre läuft. Wenn ich im Vergleich dazu an Behandlungsstühle, Steris, Dacs, Thermos denke und deren Ausfallraten … besser nicht.

Trotzdem.
Jeder Ausfall, auch wenn er noch so selten ist, ist nervig, insbesondere wenn er unser Arbeiten zu Stoppen bringt.
Und in solchen Fällen ist man auf schnelle Hilfe angewiesen und dankbar, wenn dem so passiert. Man nur zum Telefon greifen muss, und jemanden an der Strippe hat, der sich kümmert.

Wo hätte ich anrufen müssen bei Zeiss?
Wo finde ich überhaupt eine zielführende Telefonnummer? Wer ist am anderen Ende der Leitung ? Eine Computerstimme, eine KI ? Ein leibhaftiger Mensch, allerdings in einem Call-Center, irgendwo auf der Welt ? Oder gar direkt bei Zeiss Oberkochen? Aber kennt sich diese Person aus? Weiss sie, wie wichtig das OPM für uns ist, wie zeitnah wir Hilfe brauchen ? Wann wird ein Techniker verfügbar sein? Und würde dieser für uns seine geplanten Aufträge umstrukturieren? Super kurzfristig, von einen auf der anderen Tag??? Würde dieser Zeiss-Mitarbeiter morgens um 5 Uhr aufstehen, um pünktlich zur Praxisöffnung vor unserer Tür zu stehen nach 300 KM Anfahrt?

Wie schön, wenn stattdessen Michael Ermerling von Hanchadent nach ganz kurzer Zeit persönlich zurückruft, man mit ihm amTelefon in ein paar Minuten den Fehler einkreisen kann, zwischen zwei Behandlungen wohlgemerkt, er dann Mario Horvat (mit dem er keine geschäftliche Beziehung hat, ausser man kennt sich und schätzt sich) informiert und gerade mal 10 Arbeitsstunden später das OPM wieder einwandfrei funktioniert.

Merke.
Es gibt das alte, gänzlich aus der Mode gekommene Sprichwort: „Dort wo man repariert, da kauft man auch…“

Umgekehrt passt es auch. Man kauft sinnvollerweise dort, wo man weiss, dass hinterher auch (zeitnah, kompetent und preislich angemessen) repariert wird.

Bei (inhabergeführten) Firmen wie Jadent, Hanchadent und MikroDoc. Die einen Service bieten, den, man möge mir diesen harschen Satz verzeihen, Pluradent, Henry Schein und auch der Hersteller selbst nie liefern können und allzuoft auch gar nicht wollen.

Nennt sich heutzutage neudeutsch After Sale-Service.
Ist aber irgendwie – früher selbstverständlich – in der Zahnmedizin aus der Mode gekommen.
Schade.

Um so mehr an dieser Stelle noch einmal und öffentlich niedergeschriebenen mein besonderer Dank an Michael Ermerling und Mario Horvat.

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Das Holm Reuver Gedächtnis-Röntgenbild zum Wochenbeginn

Erster Patient diese Woche.
Zahn 27 WF-Revision.

Einfach nur drei Röntgenbilder.
Vorher. Nachher.


Reuversche Wurzelkanalanatomie vom Feinsten.
Nicht im transparenten Zahn, dafür aber in vivo.

Die Frage, die sich mir stellt ?
Wäre ich in der Lage, mit kalten Fülltechniken die gleiche Qualität an Wurzelkanalfüllung zu erreichen?

Und eine Bemerkung am Rande.
Beide Wurzelkanalbehandlungen erfüllen die Richtlinien des BEMA.
Welche der beiden Behandlungen sollte man wählen, wenn man die Wahl hätte…

Geschichten aus dem Endozän – Und wo wir gerade über OP- Mikroskope gesprochen haben (II)

Über den merkwürdigen Geruch und das defekte OP- Mikroskop habe ich hier geschrieben.

Kein schöner Start in den Arbeitstag.

Wie gings weiter ?
Der Reihe nach…
Zurück zum Praxisbeginn kurz nach Acht.

Das OPM ist defekt, soviel steht fest.
Der erste Patient wartet schon und natürlich sind wir voll einbestellt, also gilt es, schnellstmöglich anzufangen.

Wir arbeiten also mit unserem Zweit-OPM.
Dank Rollstativ kein Problem.

Noch ist es früh am Tag. Blick auf die Uhr – 8 Uhr 15.
Daher rufe ich nicht an, sondern ich sende Michael Ermerling von Hanchadent eine Nachricht.

40 Minuten später der Rückruf.
Wir checken via Telefon verschiedene Dinge. Auf Michael Ermerling ist Verlass.

Wir gehen die Symptome durch.
Dann seine Ferndiagnose: Vielleicht – wenn ´s gut läuft, „nur“ die Versorgungsplatine.
Man müsste wissen, um noch Strom drauf ist.
In der nächsten Pause zwischen den Patienten schraube ich die Verkleidungen des Pro Ergo ab. Eine von 3 grünen LED ´s auf der Platine leuchtet nur schwach. Der merkwürdige Geruch scheint von dort zu kommen. Ich löse die Kabel-Stecker und demontiere die Platine. Auf der Rückseite sieht man eine schwarze Stelle. DAS kenne ich. SO sieht es auch aus, wenn an HIFI-Verstärkern die Kondensatoren ihren Geist aufgegeben haben.

Ich rufe Michael Ermerling zurück.
Er ist Anfang nächster Woche in Bensheim beim Masterstudiengang Endodontologie. Das ist nur eine Stunde entfernt. Und würde dann für die Reparatur vorbeikommen. Das wären nur 2 Tage, die wir ohne das Pro Ergo auskommen müssten. Wenn das nun mal nicht eine gute Nachricht ist. Eventuell könnte er auch Samstags vorbeikommen. Weil er dann auch in der erweiterten Nähe zu tun hat. Dann wäre es sogar nur ein Tag, an dem wir auf unser Premium-OPM verzichten müssten. Und er macht den Vorschlag Mario Horvat von MIKRODOC zu kontaktieren. Zum einen, um die Verdachtsdiagnose abzusichern, zum anderen, um vielleicht einen früheren Termin zu finden.

Mario Horvat ruft mich 2 Stunden später zurück. Wir gehen die Lage durch. Ich schicke ihm das Foto, das ich von der Platine gemacht habe und die Videos. Alles deutet auf den Platinenschaden als Ursache hin.

Wann brauchen sie das OPM, fragt er ?
Naja, je schneller, umso besser.
Ich habe morgen in Würzburg einen Termin und würde danach bei Ihnen vorbeikommen. Wie lange ist jemand morgen in der Praxis ?
Solange, bis sie kommen. Und bis sie fertig sind, anworte ich.

„Dann bis morgen!“ Sagt Mario Horvat.

Soweit so gut bis hervorragend für die Umstände.

Ungefähr eine halbe Stunde später.
Unser Internet geht nicht mehr. Und unser Telefon geht nicht mehr.
Ich hatte es schon erwähnt. Aus heiterem Himmel.
Vermutlich eine Störung bei der Telekom.
Ich rufe von meinem Mobilphone unsere Telefonnummer an.
Besagter mir unbekannter Anrufbreantwortet mit Standardnachricht geht dran.

Ich rufe einen Bekannten in der Nähe der Praxis auf seinem Mobilphone an. Geht dein Festnetztelefon ?
Es geht nicht.

Also – ein Fehler bei der Telekom. Warten wir ab.
Eine Stunde später.

Nichts hat sich getan.
Ich bin in der Anmeldung.
Und wir bemerken wieder in abgeschwächter Form den merkwürdigen Geruch. Er kommt jetzt aus unserer Fritzbox. Und in dem Moment denke ich daran, was gestern war. Grosser Stromausfall in Spanien, Portugal, Frankreich. Überspannung im Netz heute, weil europaweit die Last wieder hochgefahren wird ???? Und dadurch eventuell zerstörte E- Geräte ????

Ich gehe einen Stock höher, die Praxis ist Teil eines 5 Parteienhauses. Zwei der Mitbewohner treffe ich an. Bei beiden geht das Internet nicht. Die Router sind tot. Merkwürdig. 4 Defekte Elektrogeräte an einem Vormittag innerhalb von wenigen Stunden.

Nur in unserem Haus im Übrigen.
Im Nachbargebäude ist alles okay.
Internet und Telefon waren den ganzen Vormittag nicht das Problem.

Merkwürdig,merkwürdig.
In der Praxis angekommen, ein Stockwerk tiefer ist das erste, was ich mache, dass ich ich über den lokalen Hotspot meines Handys am Mac eine neue Fritzbox bestelle. Liefertermin morgen früh. 30. April. Noch vor dem Feiertag….

Wird fortgesetzt…

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Geschichten aus dem Endozän – Und wo wir gerade über OP- Mikroskope gesprochen haben (I)

Die Tagesbesprechung vor Arbeitsbeginn ist obligater Bestandteil unseres Arbeitsalltags.
Und startet, wenn ich das Behandlungszimmer betrete und das Team, mit vorbereitenden Massnahmen beschäftigt, dies zum Anlass nimmt, zusammenzukommen.

Diese Woche – die ersten wirklich schönen Frühlingstage.
Und das Erste, was mir auffällt – dieser sehr merkwürdige Geruch.

Klar, die Fenster sind zum Lüften geöffnet.
Und die vorbeifahrende Müllabfuhr heute war schon früh unterwegs offensichtlich.
Allerdings ist Dienstag. Und damit sind die Männer in den orangenen Overalls eigentlich einen Tag zu früh.

Nach der Besprechung, der erste Patient soll gesetzt werden.

Das OPM wird positioniert.
Und wir stellen fest.
Das Licht geht nicht.
Hat sich das Stromkabel gelöst ? Das kommt schon mal vor, wenn das OPM mit seinem Rollstativ bewegt wird.
Das ist aber nicht der Fall. Strom hat das Gerät. Und immer wenn man es ein- oder ausschaltet erscheint für einen kurzen Moment das Licht. Was ungewöhnlich ist, weil sich eigentlich die Lichtquelle erst nach einer gewissen Hochlaufzeit von ca. einer halben Minute zuschaltet.

Jetzt wird auch klar. Der sehr merkwürdige Geruch kommt nicht von draussen.
Er kommt von unserem Zeiss Pro Ergo-Mikroskop.

Wir bauen rasch um.
Das Mikroskop von Zimmer 2, unser altbewährtes Pro Magis von 1997 wird in Zimmer 1 gerollt, mit ca 15 Minuten Verzögerung starten wir in den Arbeitstag.

Etwa 2 Stunden später.
Bekomme ich die Nachricht.
Unser Telefon geht nicht.
Nicht mehr.
Denn bis dato hatte es ohne Probleme funktioniert.

Kurzer Anruf auf unserer Praxisnummer vom Handy aus. Es geht eine mir unbekannte Sprachbox der Telekom an, die ich noch nie in meinem Leben genutzt, geschweige denn eingerichtet habe.

Und was auffällig ist.
Der gleiche merkwürdige Geruch, der heute morgen vom OP- Mikroskop kam, ist nun auch in der Anmeldung festzustellen. Nicht ganz so stark, aber doch wahrnehmbar. Er kommt aus unserer Fritzbox.

Was nun, was tun ?

wird fortgesetzt …

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IDS – Nachlese 2025 (5) Neues Zoom-Mikroskop, neue Kamera bei CJ Optik

Irgendwie traurig.
Ich liebe unser Zeiss Pro Ergo.
Und sage trotzdem.

Ich würde vermutlich heute ein Flexion-Mikroskop von CJ Optik kaufen.
Das auf der IDS 2025 neu vorgestellte Flexion Zoom.
Mit Doppel-LED – Lichtquelle. Und dem mir von Carsten Jung versprochenen Anschluss für unseren Mitbeobachtertubus für meine Assistentin.

Warum?
Weil die Qualität sehr gut ist und Carsten Jung, der Chef von CJ Optik, sein Kind, ich denke man kann das Mikroskop so nennen, stetig weiterentwickelt, verbessert.
Und man auch nach dem Kauf nicht alleine gelassen wird.
Hilfe erfährt, wenn man sie braucht.
Dazu im Übrigen im nächsten Beitrag mehr.

Neueste Entwicklung(en) ?
Das Flexion verfügt jetzt über ein qualitativ hochwertiges Zoom-Objektiv. Nichts gegen Linsenwechsler und Festbrennweiten, aber stufenlos durch die Vergrösserungen gleiten zu können ist schon eine schöne und angenehme Sache.
Daumen hoch also.

Das gilt auch für eine neue Kamera am Mikroskop. Eine Eigenentwicklung, die – wichtiges Feature – Fotos mit vergleichsweise hoher Tiefenschärfe liefert.

Wie das geht ?
Hat man einen Weg gefunden, die Physik zu überlisten?
Natürlich nicht.

Vielmehr bedient man sich im Gegensatz zu den normalerweise verwendeten Systemkameras im Kleinbild-Full-Format oder APS C-Format eines vergleichsweise kleinen Sensors, der lichtstark genug ist, um rauschfreie Bilder zu liefern, dafür dann aber mit der erwähnten hohen Schärfentiefe aufwartet. Und nirgendwo ist das wichtiger als in der Mikroskop-Fotografie. Am Messestand konnte ich einen ersten, deutlich ins Auge fallenden Eindruck gewinnen von der Sinnhaftigkeit dieser Kombi.



Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

IDS – Nachlese 2025 (4) Zwei mal DVT neu

An einem der IDS Tage war ich bei Morita am Stand beratend tätig.
Vorrangig zum Thema DVT.
Viele Fragen. Aber auch viele Statements der Besucher.
Eines ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben: Der Kollege fragte mich, warum ich das Morita-DVT gekauft habe. Er habe ein Gerät angeboten bekommen, dass 10.000 Euro billiger sei. Ich antwortete: Ich möchte das Gerät mit der besten Bildqualität haben. Worauf er antwortete: Er sei Allgemeinzahnmediziner (also dass, was man in USA als General Practitioner bezeichnen würde), da käme es auf die Genauigkeit nicht ganz so an. Worauf ich antwortete: Wenn sie ein Abdruckmaterial für ihr Arbeiten auswählen, sagen sie dann auch, dass mit der durchschnittlichen Abbildungsqualität ist ausreichend? Oder würden sie nicht das verwenden, was die genauesten Ergebnisse liefert. Und wenn ihnen das Dentallabor die Krone liefert, sagen sie dann auch, du musst mir keine schöne Krone abliefern oder ich brauche keinen genauen Kronenrand, ich bin ja kein Prothetik-Spezialist, ich bin ja nur Allgemeinzahnmediziner. Nein, natürlich würde man von seinem Dentallabor erwarten, dass es die bestmögliche Qualität liefert und auch von 3 zur Auswahl stehenden Abdruckmaterialien würde man das wählen, das die bestmögliche Qualität liefert und erst dann die Frage nach dem Preis stellen. Ob ich den Kollegen damit erreicht habe ?
Ich weiss es nicht.

Natürlich wurde ich auch immer wieder gefragt, was ich denn von diesem oder jenem DVT anderer Anbieter halte.

An meinem freien Tag habe ich mir daher 2 solcher DVT´s angeschaut.

DVT Nr 1
Das Erstlingswerk von W&H.
Und ich finde bemerkenswert, das die Firma hier als Eigenentwicklung (zwei Geräte sogar) vorgestellt hat. Ich werde auf jeden Fall beobachten, wie sich diese Geräte im zahnmedizinischen Alltag bewähren. Rein äußerlich und von den Abläufen her macht es schon einmal einen sehr guten Eindruck und es gefällt mir bei W&H, dass hier hinter oder gar vor den Kulissen noch kein internationaler Großkonzern die Fäden zieht. Die Firma daher ein elementares eigenes Interesse hat, den Kunden mit sehr guten Produkten nachhaltig zufriedenzustellen, was zu merken ist.

Das zweite Gerät möchte ich nicht benennen.
Warum?
Weil es mich nicht überzeugt hat.
Auf der IDS.
Ich aber kein Urteil fällen werde auf Grund dieses Eindrucks.
Ein Kollege und Freund von mir war an diesem Gerät interessiert und bat mich um meinen Rat und um eine gemeinsame Betrachtung vor Ort.

Detail Nr 1: Es gab eine sehr gute Aufnahme, die natürlich verständlicherweise zu Recht stolz präsentiert wird. Aber wenn man dann andere Aufnahmen danach sich ansieht, dann fällt auf, dass es eine deutliche Diskrepanz zwischen der sehr guten und den anderen Aufnahmen gibt. Und wenn man jetzt noch sich vor Augen hält, dass man sicher im IDS Vorführ-Rechner von vorneherein keine ganz schlechten Aufnahmen verwendet …

Detail Nr 2:
Der Mitarbeiter am Stand betonte als besonderes Feature, dass das Gerät über einen Schnellaufnahme-Modus verfügt, mit verkürzter Umlaufzeit. Allerdings auch reduzierter Bildqualität, wie er auf Nachfragen zugab. Warum der schnellere Umlauf? Längere Umlaufzeiten führen zu Verwacklungen durch den Patienten und damit zu schlechteren Aufnahmen. Was sicherlich richtig ist, aber dennoch in Konsequenz dazu führt, dass man IMMER ein zwar verwacklungsfreies, aber damit von vorneherein kompromittiertes Bildergebnis hat.

Der falsche Weg.
Wie sollte man es stattdessen machen –
Dafür sorgen, dass der Patient nicht wackelt.

Wie macht man das?
Wir achten auf 3 Dinge:
1. Der Patient sitzt. Immer. Die ganze Zeit.
2. Genaue Instruktionen geben, wie der Patient sich verhalten soll. Das mache ich Stück für Stück und achte darauf, dass der Patient mir für jeden Teilschritt die Rückmeldung gibt, alles verstanden zu haben.
3. Die rigide Fixierung des Kopfes im Gerät. In diesem Zusammenhang – Vielen Dank an MORITA, dass ihr auf meinen Wunsch hin eine solche Fixierung entwickelt und gebaut habt, die deutlich dazu beiträgt, bessere verwacklungsfreie Aufnahmen zu erhalten.

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Zum Tod von Holm Reuver – eine Würdigung

Titanen der Menschheit?

Sind Menschen, die angetreten sind, „um eine Delle im Universum zu hinterlassen“.
Sagte Steve Jobs.

Wer darf sich in diese Kategorie einordnen? 
Seien wir ehrlich…vermutlich keiner von uns.

Walter Hess war so ein Titan der Zahnmedizin.
Im Studium  haben mich seine Zeichnungen von der Komplexität des Wurzelkanalsystems extrem beeindruckt.
Tun es heute noch.
Aber das ist 100 Jahre her.

Wer ist seitdem in seine Fußstapfen getreten ?

Holm Reuver. 
Der nun nach längerer Krankheit – natürlich viel zu früh – verstorben ist.

Holm Reuver war – mit seinen transparent gemachten Zähnen – auf Augenhöhe mit Walter Hess.
Kann es ein grösseres fachliches Kompliment geben.
Sicher nicht.

Dabei waren es nicht die vielen Präparate seiner transparent gemachten Zähne per se, sondern es war vor allem wie bei Hess die unglaubliche Qualität der Ausführung, die seine Fotos und Videos über die fachliche Information hinaus zu Kunstwerken machten.

Holm Reuver hat das anzuwendende Verfahren nicht erfunden – es war schon zu Lebzeiten von Hess bekannt – aber er hat es mit der ihm eigenen Resolutheit und Akribie in der Durchführung perfektioniert.
Auf die Spitze getrieben.

Ich habe etliche Fotos transparent gemachter Zähne auf Kongressen überall in der Welt gesehen. Keines davon konnte den Präparaten Holm Reuvers auch nur annähernd das Wasser reichen.

Wenn ich ihm davon erzählte, winkte er immer nur bescheiden ab. Negierte die Diskrepanz in der Ausführung: „Keine grosse Sache. Das kann eigentlich jeder.“

Aber war dem wirklich so…
„Hic Rhodus, hic salta !“
Es springen nur die Wenigsten.
Du bist weit gesprungen, Holm!

Was Frank Paque in beeindruckender Weise um das Jahr 2009 herum in vitro mit einem großen apparativen Aufwand unter Zuhilfenahme eines Micro-CT´s gelang, nondestruktiv Einblicke in das Innere der Zähne zu erhalten, hattest Du schon etliche Jahre zuvor visualisiert und dokumentiert.

Mit Bordmitteln aus der Apotheke.
Zu Cent-Beträgen.

Methylsalicylat. Ein Einmachglas. Stativ, Lampe, Fotoapparat.
Im Vorübergehen.
Nebenbei des Praxisgeschehens, aber mit viel Einsatz.
Immer mit dem Ziel, Wissen weiterzugeben.

Lieber Holm, es war ein Wunder, das Du nach Manifestierung deiner Krankheit wider jeglicher Vorhersagen noch so lange Zeit für dich und deine Familie hattest. Und auch wenn ich in gewisser Weise darauf vorbereitet war, hat mich die Nachricht von deinem Tod dennoch sehr betroffen gemacht.
Holm, du sagtest mir, das längst schon über Dir schwebende Faktum des absehbaren Todes nicht mehr negierend könnend: „Wir sind privilegiert, das wir jeden Tag in unsere Praxen gehen und Zahnmedizin betreiben können. Es gibt für mich nichts Schöneres!“. 

Ein oft gehörter Satz, oft auch eine Floskel. Bei Dir allerdings war es genau so.

Und es war eine verdiente Gnade, dass trotz aller Widrigkeiten, die deine Krankheit für dich bereithielt, Du so lange dem dentalen Arbeiten, das Du so sehr gemocht hast, zum Wohle deiner Patienten nachgehen konntest. 

Holm, Steve Jobs war eine Egomane.
Kein Mensch wird jemals eine Delle im Universum hinterlassen.
Aber du hast deine Initialien tief in die Rinde des Baumes der Zahnmedizin eingeritzt.
Das war nur Wenigen überhaupt gestattet.

Und wenn wir alle schon längst vergessen sind, wird sich die zahnmedizinische Welt an Hand deines Schaffens noch immer an Dich erinnern.

Mehr kann und darf man von einem Leben nicht erwarten.

IDS – Nachlese 2025 (3) NITI-Instrumente

IDS – Nachlese 2025 (3)
NITI – Instrumente

Brauchen wir überhaupt noch neue NITI – Instrumente?
Die Menge des Angebots ist auf jeden Fall schon jetzt kaum noch überblickbar. Und neben den Original-Konzepten gibt es nun eine noch wesentliche grössere Anzahl an Kopien, die natürlich alle laut Herstellerrepräsentantenaussage am Stand in Köln mindestens genauso gut sind, aber zu einem deutlich günstigeren Preis angeboten werden.

Ist dem so?
Ich weiss es nicht.
Weil ich es nicht ausprobiert habe.
Warum eigentlich nicht ?
Weil mein Leidensdruck, ein Misserfolgsrisiko und/oder Bruchrisiko einzugehen, nur um ein paar Euro einzusparen, ein nicht vorhandener ist. Zumal die Instrumentenkosten ein durchlaufender Posten sind. Und in der Gesamtsumme der Behandlungskosten nur einen geringen, nicht relevanten Anteil ausmachen.

Insofern sage ich an dieser Stelle wieder einmal, was ich bei fast allen hochgelobten revolutionären Produkten sage, deren Nutzen sich mir nicht unmittelbar erschliesst. Soll doch erst mal der Kollege zwei Türen weiter das ausprobieren und ich schaue mir in Ruhe an, wie sich das Ganze entwickelt. In diesem Zusammenhang noch – Redet noch jemand von Resilon ? Ein revolutionärer Wurzelkanalfüll-Trend („Guttapercha war gestern!“, dem ich bewusst nicht gefolgt bin. Und auch die so hochgelobten biokeramischen Sealer müssen erst noch den Test der Zeit überstehen.

Zurück zu den NITI-Instrumenten. 
Das eigentlich spannende, was NITI -Instrumente angeht, fand auf der IDS weniger auf dem Messe-Tisch, als vielmehr unter dem Tresen statt. Man konnte nämlich gegebenenfalls neue Instrumente in Augenschein nehmen, die zwar noch nicht offiziell präsentiert werden konnten, deren Markteinführung aber im Laufe der nächsten 12 Monate wahrscheinlich sein wird. Zwei dieser Instrumentenkonzepte konnte ich vorab schon evaluieren, ein drittes zum ersten Mal in Augenschein nehmen und am Plexiglasblock/3D-Druck Zahn ausprobieren.

Am Stand von ZARC, einem spanischen Hersteller, der in China fertigen lässt, wurde noch ein weiteres neues Instrument gezeigt. Über dem Tresen. Wärmebehandelte Legierung ist ja nix Neues, aber hier wurden unterschiedliche Bereiche unterschiedlich wärmebehandelt. Macht das Sinn? Es klingt auf jeden Fall vernünftig, dem Bereich der Instrumentenspitze eine andere Produkteigenschaft zu geben als dem Rest des Instrumentenschaftes.

Wir dürfen also gespannt sein, was in nächster Zukunft uns alles diesbezüglich erwartet. 
Und ich werde berichten, sobald das offizielle Okay dazu gegeben ist.

IDS – Nachlese 2025 (III) – Metapex Plus – Alternative

Ebenfalls am Stand von Woodpecker.
Ein neues Medikament.
KP-Pex.

Für die meisten Besucher vermutlich keinen Blick wert.
Für den WURZELSPITZE -Leser aber eine sehr gute Nachricht.

KP-Pex soll dieses Jahr in Europa auf den Markt kommen.

IDS – Nachlese 2025 (II)

Endo-Motoren auf der IDS 2025.
Hier eine Auswahl und eine Beurteilung der Geräte, die ich mir angeschaut habe.

Morita Tri Auto ZX 2 Plus.
Immer noch meine erste Wahl, wenn es um die Nutzung vollrotierender NiTi-Instrumente geht.

Warum?
Weil der Motor zwei besondere Bewegungen anbieten kann, die beide vorteilhaft sind.

Da wäre zunächst die OTR – Bewegung.
Der Motor macht unterhalb der Drehmomentgrenze eine vollrotierende Bewegung. Wird das Torque-Limit überschritten, wechselt er in eine reziproke Bewegung, wie wir sie von VDW Reciproc oder WaveOne Gold her kennen.

Und bietet damit das Beste zweier Welten an.
Im sicheren Drehmomentbereich vollrotierend, also effizient. Und vor allem die produzierten Dentinspäne aus dem Kanal mittels Förderschneckeneffekt heraus transportierend.

Ab dem Drehmoment-Grenz-Limit arbeitet sich der Motor „reziprokierend“ oder sollte ich präziser sagen in nicht kontinuierlicher teilweise rückgeführter Rotation vor. Stichwort „Echternacher Springprozession => 3 vor, 1 zurück !“ auf die Rotationsbewegung übertragen.
Er sucht sich so seinen Weg im Kanal nach apikal.
Das ist ja einer der Dinge, die ich an der „reziproken“ Bewegung so schätze, dieses „schrittweise in den Kanal Hineintasten „und dabei automatisch seinen Weg nach apikal finden. Der Motor wirkt auch erzieherisch. Man spürt die Änderung der Motor-Bewegung und wenn man dann den Druck auf das Instrument etwas verringert, wechselt der Motor zurück in die vollrotierende Bewegung und die Dentinspäne werden wieder aus dem Kanal herausbefördert. Mit ganz kurzer Lernkurve kann man sich so auf diesem Wege bestmöglich Richtung Wurzelkanalende vorarbeiten.

Die zweite nützliche Bewegung ist die OGP2- Bewegung.
Reziproke Instrumente können nicht brechen?
Das stimmt leider nicht.
Natürlich brechen diese, zumindest die dünneren.

Weil ja, wie schon erwähnt die „reziproke“ Bewegung ja doch eine vollrotierende Bewegung ist und beim Einklemmen der dünnen Instrumentenspitze es zum Torsionsbruch kommt. Bei OGP2 wird das Instrument zwar reziprok vor – zurück bewegt, also immer noch Echternacher Springprozession aber in der Summe immer nur 360 Grad in die eine, dann anschliessend in die andere Richtung gedreht.

Sehr schlau.
Und funktioniert sowohl mit vollrotierenden wie mit reziproken Instrumenten bei gleicher Motor- Einstellung. Das kommt natürlich unserem Arbeiten entgegen, denn wir mixen ja z.B. die ProTaper Ultimate Slider mit der Wave One Gold Small und müssen am Motor nichts umstellen.

Ansonsten setze ich biem TriAutoZX 2 Plus noch gedanklich einen Haken beim Ausstattungspunkt „Display am Gerät“. Auch wenn es kein KO – Kriterium ist, so ist es doch immer mein Feature der Wahl.

Warum?
Weil ich am Motor so schnellstmöglich Parameter fallspezifisch „on the fly“ anpassen kann. Sicherheitshalber das Drehmoment oder die Umdrehungszahl verringern ?
Ein Klick und man kann weiterarbeiten.
Mehr Effizienz durch höhere Umdrehungszahl?
Geht auf Knopfdruck und kostet nur eine Sekunde.

Einzig den Winkelstückschaft und Kopf hätte ich mir beim TriAutoZX 2 Plus etwas zierlicher und minimal stärker gekröpft gewünscht. Luxus- Problem? Mag sein. Aber es gibt immer etwas zu verbessern und das wäre mein Wunsch in der Sache.

Bei Meta Biomed habe ich ebenfalls einen neuen Motor gefunden. Den EQ-M.
Der, ich kann es nicht anders sagen, dem Morita-Motor rein äusserlich schon sehr ähnelt
Rein haptisch allerdings ein deutlicher Unterschied.
Der Meta Biomed Motor fühlt sich weniger wertig an.
Das muss für die Funktion keinen Unterschied machen, aber das sollte man zumindest am realen Arbeitsobjekt einmal antesten. Meta Biomed hat versprochen, mir einen Motor zum Test zur Verfügung zu stellen und ich werde zu gegebener Zeit berichten.

Und da haben wir noch die chinesische Firma Woodpecker.
Die tritt erneut mit einem allein schon von der Menge der Produkte her beeindruckenden Messeauftritt an. Schon lange vorbei die Zeiten, an denen ein paar asiatische Händer auf der IDS in der stiefmütterlich anzusehenden „Zweite und Dritte Liga Klasse“ Halle 3 im oberen Stock ihre schlechten Produktkopien renommierter Produkte zum vermeintlichen Schnäppchenpreis anboten.

Für mich relevant – Endo-Geräte und alles drumherum (Röntgen-Geräte, Sensoren, Speicherfolien, UV- Lampen, NiTi- Instrumente)

Ein paar der Motoren habe ich am Stand in die Hand genommen.
Es gibt Standalone-Motoren und welche, die auf ein externes Bediendisplay zurückgreifen. Solider Auftritt aller Geräte. Von den mir bekannten China-Produkten sicherlich diejenigen, die sich am wertigsten anfühlen. Nicht ganz vorne dabei, es ist noch Luft nach oben, aber vielleicht muss es das auch gar nicht, was zählt ist auf dem Platz, also wie die Motoren im Wurzelkanal arbeiten. Ich bin gespannt, wie sich diese Szene weiterentwickelt. Für mich etablieren sich die China- Hersteller immer mehr de facto im Markt, vor allem weil sie ihr Billig-Image längst abgestreift haben und teilweise mit innovativen Geräten und guter Produktqualität aufwarten können, Attribute, die man den westliche nHerstellern bislang zugeschrieben hat, die aber teilweise schon länger nicht mehr vorhanden sind und der vermeintliche Glanz ein längst verblichener ist.

Mein Lieblingsgerät des Jahres 2023/2024 ist im Übrigen ebenfalls ein chinesisches. Der Bambulab Carbon x1 3D Drucker. Ein so herausragendes Gerät, dass es meine 5 anderen 3D- Drucker allesamt in Ruhestand geschickt hat. Das Beste bislang überhaupt und wenn sich die chinesischen Produkte insgesamt in die gleiche Richtung weiterentwickeln, dann zieht Euch warm an westliche Premium-Hersteller des 20. Jahrhunderts ….

Was fehlt ?
Den roten Woodpecker „Ferrari“ Motor habe ich nicht fotografiert.
Obwohl er direkt vor meiner Nase stand.
Ich persönlich finde den Motor so hässlich, das mich das Äussere vom Kauf grundsätzlich abhält. Da kann mich auch nicht die integrierte „Ultraschall“-Funktion nicht drüber hinwegtrösten. Bringt die klinisch was? Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, bin bis dahin aber skeptisch.

Auch die Firma Komet bringt demnächst einen neuen Endo-Motor auf den Markt.
Kabellos.
Endlich, möchte ich Komet zurufen.

Leider war es nicht möglich, den Motor auf der IDS in Augenschein zu nehmen.
Nicht weil er noch nicht marktreif wäre, er wird immerhin schon in den einschlägigen Anzeigen und auf Social Media beworben, sondern weil Komet auf der IDS gar nicht vertreten war. Vermutlich eine betriebswirtschaftliche Entscheidung, reichen 6 stellige Beträge heutzutage doch nicht mehr aus, wenn es um das Finanzierungsvolumen der Firmen für den entsprechenden IDS Messe-Auftritt geht. Auch etliche andere Firmen haben offensichtlich austattungstechnisch zurückgesteckt. Waren vor Jahren Maillefer und VDW noch mir riesigen Messeständen vertreten, muss heute teilweise ein einzelner Messetisch genügen. Fällt die Endodontie in der firmeninternen Wahrnehmung in einen Dornröschenschlaf ?
Es sieht danach aus.
Leider.

Zurück zum Komet – Motor. Der zählt für mich auch nicht zu den Sternstunden des New Millenium Industrie-Designs.
Kommt eher teutonisch hausbacken daher. Er ist nicht abgrundhäßlich, aber auch keine Schönheit. Das „Bochum“ der Endo- Motoren, um Herbert Grönemeyer zu zitieren. Dafür aber robust gebaut. Leider hat auch dieser Motor kein Display am Handstück. Aber er bietet für mich den grössten Vorteil von allen vorgestellten Motoren. Endlich nämlich gibt es wieder einen Motor, der von der Durchzugskraft bei reziproker Arbeitsweise mit dem legendären VDW- Motor IConnect Drive mithalten kann. Wir haben von diesem Motor bzw. von seinem eineiigen Zwilling von Maillefer insgesamt 6 Motoren in der Praxis. Gehen diese defekt (was bei dem Motor jetzt leider kein ganz unbekanntes Phänomen ist und vermutlich einer Gründe darstellt, warum er ohne adäquaten firmeninternen Nachfolger viel zu früh vom Markt genommen wurde) dann stehen wir ziemlich traurig da. Es gilt also durchzuhalten, in der Hoffnung, das Komet den Komet EnDrive, so heisst der Motor, möglichst bald zum Kauf anbieten wird.

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IDS- Nachlese 2025 (I)

Mein erster Weg auf der IDS 2025 ?

Zum Morita-Stand.
Warum?
Ein Intraoral-Scanner war angekündigt worden. Und wenn es eine Sache noch gibt, die mir als Spielkind noch Freude machen würde, dann wäre es genau so ein Gerät. Das ich – ich weiss, in unserem Falle der rein endodontisch tätigen Praxis ein Luxus-Gadget, weil nicht oft benutzt – einsetzen würde, um Interimskronen herzustellen.

Die gute Nachricht.
Das Gerät hat mir gut gefallen. Die noch bessere Nachricht. Es weisst gegenüber der Konkurrenz ein paar nützliche Features auf, die das Handling erleichtern und zur Verbesserung der Ergebnisqualität beitragen.

Und jetzt die schlechte Nachricht.
Das Gerät – vermutlich eher die Software – ist noch nicht marktreif.

Und ich vermute, das der Morita IO-Scanner erst zur nächsten IDS vorgestellt wird.
Was aus mehreren Gründen bedauerlich ist.

Nützt aber nix.
Wäre schön gewesen.


Rätselbild zum Wochenende – Die Auflösung

Letze Woche hatte ich hier gefragt, ob jemand weiss, was die Ursache für die Artefakte im OPG darstellt.

Hier nun die Auflösung – Die Patientin trägt Dreadlocks.
In diese sind metallene Schmuckbestandteile eingebunden, welche für die ungewöhnlichen Verschattungen verantwortlich sind.

Dreadlocks waren in meiner Jugend einfach nur eine Frisur.
Durch Bob Marley bekannt, auch von der englischen Gruppe 10 CC (lauter weiße Männer) in ihrem Hit „Dreadlock Holidays“ in der Musikhistorie verankert.

Heute sind diese Zöpfe jedoch viel mehr als nur ein paar Haare.
Und ihr Besitz möglicherweise kulturelle Aneignung.

Die These: Wenn heute eine weiße Person (wie unsere Patientin) Dreadlocks trägt, um schöner auszusehen, besser dazustehen, finanziell zu profitieren, übernimmt sie einen Teil schwarzer Kultur, ohne deren Leid und Unterdrückung erfahren zu haben, so der Vorwurf. Musik, Mode, Tanz, Sprache – all das übernähmen Weiße aus der afroamerikanischen Kultur. Nur eben nicht die soziale Unterdrückung, „Everything but the burden“, alles außer der Bürde, schrieb der US-Kulturtheoretiker Greg Tate 2003 in seinem gleichnamigen Buch. Und die Bürde ist: jahrhundertelang verweigerte Bürgerrechte, Rassismus, Armut.

Was ich dazu sage: Man kann in Allem das Gute oder das Schlechte sehen…


Versuch Zahnerhalt bei Zähnen mit interner Resorption

Heute war wieder unser Recall-Tag.
Und gab mir die Gelegenheit,gleich 2 Molaren mit ausgedehnter interner Resorption ca. 6 Monate post WF nachzukontrollieren.

Ähnlich wie beiden den gestern erwähnten UK- Molaren mit 5 Wurzelkanälen tauchen Zähne mit ausgedehnten internen Resorptionen regelmäßig in unserem Patientenklientel auf. Sind es hoffnunglose Zähne oder haben solche Zähne eine Chance des Zahnerhaltes verdient? Meine Erfahrungen diesbezüglich sind ausgesprochen positiv.

Nachfolgend Röntgenbilder jeweils vor der Behandlung, nach WF und vom ersten Recall 6 Monate später.

Fall 1

Fall 2

UK- Molaren mit 5 Kanälen

In letzter Zeit häufen sich bei uns wieder einmal die UK- Molaren mit 5 Wurzelkanälen.
Mal mehr, mal weniger, sind es im Moment gefühlt mindestens 2 pro Monat, die therapiert werden müssen. Ich denke dann immer an den Kollegen mit dem Kurzvortrag auf der letzten DGET- Jahrestagung. Der meinte, ein DVT sei für ihn nur im maximal 25 Prozent der Behandlungsfälle überhaupt sinnvoll. Das deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen. Und mag, wie der Kollege im persönlichen Gespräch ausführte, der Tatsache geschuldet sein, das sein und unser Patientenklientel verschiedene sind. Aber auch die Aussagekraft eines DVT´s von den Aufnahmeparametern und Gerätespezifikationen abhängig ist.

Wie sooft stellt sich der UK-Molar nach WF- Revision im orthograden Kontrollröntgenbild eher unspektakulär und mit schmaler Anatomie dar. Die exzentrische Aufnahme offenbart dann die breit sich ausdehnende Dimension des Wurzelkanalsystems, vorausgesetzt man hat auch alle Kanäle gefunden und einer endodontischem Bearbeitung zugeführt.

Rätselbild zum Wochenende

Hat jemand eine Idee, was hier genau im Röntgenbild als metalldichte Artefalte zu sehen ist ?

Ich habe so etwas in 35 Jahren Tätigkeit noch nie gehabt und war diesbezüglich unbedarft.

Pircings oder sonstiger Körperschmuck ist es nicht, den hatte die Patientin, zahlreich davon am Kopf tragend, alles abgelegt.

Noch ein Unterkiefer-Prämolar mit grosser apikaler Aufhellung (II)

Hier das dazugehörige DVT zum Fall.
Zweiter Kanal, Aufzweigung im mittleren Wurzelbereich. Bislang unentdeckt, unbearbeitet.

Ich schätze mal, die WSR als Therapieoption ist raus, oder ?

Da waren es nur noch zwei.
Extraktion oder Versuch des Zahnerhaltes….

Noch ein Unterkiefer-Prämolar mit grosser apikaler Aufhellung (I)

Weil s so schön war, gleich noch ein Prämolar mit grosser apikaler Aufhellung hinterher. Allerdings Zufallsbefund im OPG, denn die Patientin kam wegen starker Schmerzen an Zahn 26 zu uns in die Praxis. Die apikale Aufhellung an Zahn 44 ist im Übrigen so gross, dass sie auf dem abgebildeten Zahnfilm nicht vollständig abgebildet werden konnte.

Auch hier wieder die Frage: was tun mit Zahn 44 ?

Und noch eine Umfrage hinterher

Gleich noch eine apikale Aufhellung und die Frage nach der Therapie … Teil 4

Natürlich hatte ich dem Patienten und mir einen anderen Verlauf nach initialer Behandlung gewünscht. Aber -es ist wie es ist bzw. es war wie es war …

Hier der Zahn vor Behandlungsbeginn 15.01.2020

Hier die Masterpointaufnahme und Zustand nach CaOH2 – Applikation 31.03.2020

Deutliche Überpressung von Calciumhydroxid, normalerweise bei den positiven Eigenschaften des Präparates sogar ein Positivum und Indiz für eine zeitnahe Verbesserung.

27.07.2020 – Röntgenverlaufskontrolle – Das Calciumhydroxid ist vollständig resorbiert, aber kein Anzeichen für eine Knochenregeneration. Irgendetwas ist hier nicht so, wie es normalerweise der Fall ist.

03.08.2020 – Wiedereröffnung, intrakanalär alles unauffällig, schall- und laseraktivierte Spülung, erneute Calciumhydroxid-Applikation

01.12.2020 Die Verlaufskontrolle zeigt erneut die vollständige Resorption des Calciumhydroxides aber immer noch wenn überhaupt nur eine unwesentliche Größenreduktion der Knochendestruktion

Wenn unter den Voraussetzungen des vorliegenden Falles eine apikale Aufhellung sich nach entsprechender Wartezeit auf die therapeutischen Bemühungen nicht angesprochen hat, sind in der Regel einer von 3 Gründen dafür verantwortlich.

  1. Ein Wurzelkanal wurde übersehen. Bei Vorliegen eines aussagekräftigen DVT ´s wie hier vorhanden kann dies fast immer ausgeschlossen werden. So auch in diesem Fall.
  2. Eine vertikale Wurzelfraktur. Nicht auszuschliessen, aber dafür gab es im vorliegenden Fall keine Hinweise. Die gemessenen Taschentiefen waren vorbildlich und radiologische Luszenzen waren auf den apikalen Bereich beschränkt, es gab keine lateralen Knochendestruktionen.

    Bliebe noch
  3. der Zahn 45 ist für die Persistenz der Knochendestruktion verantwortlich.

Ich entschloss mich für die Trepanation des Zahnes 45. Und in der Tat erwies sich auch der Zahn 45 als devital.

Was soll ich sagen.
Alles weitere lief wie erwartet.

11.12.2020 Zustand nach vollständiger Aufbereitung Zahn 45, schall- und laseraktivierte Spülungen, Calciumhydroxideinlage

12.04.2021 In der Verlaufskontrolle 3 Monate später zeigt sich eine beginnende Knochenregeneration

15.04.2021 Zustand nach Wurzelkanalfüllung

22.11.2021 Verlaufskontrolle 7 Monate post WF

21.11.2022 Verlaufskontrolle 19 Monate post WF

Und heute, 4 Jahre nach Erstbehandlung (Rö-Kontrolle 22.11.2024) sind beide Zähne und die Brücke, die sie tragen, weiterhin syptomlos in situ und die grosse apikale Aufhellung ist vollständig ausgeheilt.

Zahnerhalt, so wie er sein soll.

Und ich freue mich, das ich meinem Lehrer für all das, was ich an Bildung durch ihn erfahren durfte, etwas zurückgeben konnte.

Gleich noch eine apikale Aufhellung und die Frage nach der Therapie … Teil 3

Über diesen UK-Prämolaren Zahn 44 mit sehr grosser periapikaler Knochendestruktion habe ich schon hier berichtet. 5 Jahre vor Erstvorstellung in unserer Praxis war die Brücke 44 45 47 alio loco eingegliedert worden. Es gab im Nachgang starke Schmerzen, die aber von selbst verschwanden, so dass keine Therapie erfolgen musste. Jahre später diagnostizierte die neue Hauszahnärztin die grosse apikale Aufhellung. Eine chirurgische Intervention, wie von ihr vorgesehen, wollte der Patient vermeiden und wurde zur Beratung an unsere Praxis überwiesen.

Der Patient, in den 70ern, sein Alter betreffend, war ein sehr angenehmer, aber doch sehr ängstlicher Patient. Er hatte Angst vor allem. Angst vor Schmerzen, Angst vor der Behandlung, Angst vor einer möglichen Extraktion und auch Angst vor einer Implantation. Die Coronazeit tat ihr Übriges dazu. Ich kannte ihn seit meiner Jugend, er war einer meiner Lehrer am Gymnasium. Wäre ihm der ultimative Versuch des Zahnerhaltes zuzumuten? Oder würde er, sollte dies misslingen, mit dem Rettungsversuch hadern?

Ich entschied mich für die Wurzelkanalbehandlung.
Unser übliches Prozedere: Anvisierte 3 Behandlungssitzungen. Nach der 2. Sitzung eine CaOH2 – Einlage für 16 Wochen. Mit deutlicher Überpressung, nichts Ungewöhnliches bei einer so massiven Knochendestruktion. Und auch nicht schlecht, kann doch das Calciumhydroxid auch im periapikalen Raum seine Wirkung entfalten. Die erste Sitzung war im Übrigen wesentlich schwieriger als gedacht. Es war keine einfache Trepanation trotz gut im Röntgenbild sichtbarem Wurzelkanal, es gab zunächst keine Hinweise auf die Lage des Wurzelkanals. Nach Auffindung des Kanals ein leerer Wurzelkanalraum. Das auch noch ein Stück der Verblendung bei der Trepanation abplatzte, könnte man als schlechtes Omen vermuten. In der zweiten Sitzung nach Wiedereröffnung entleerte sich ein bernsteinfarbiges Sekret aus dem Wurzelkanal, etwas, was man gemeinhin als zystenartig beschreibt.

4 Monate später, am 27.07.2020, war das überpresste Calciumhydroxid vollständig verschwunden, normalerweise ein sehr gutes Zeichen. Die apikale Aufhellung war aber nicht signifikant weniger geworden. Wenn überhaupt. Da hatte ich, ehrlich gesagt, wesentlich mehr erwartet.

Was nun tun?
Machen wir eine erneute Abstimmung.
Was würden Sie tun, werte Kollegin, werter Kollege, wenn es ihr Patient wäre ?

Neue Hypochlorit- Quelle

Mein ganzes Berufsleben habe ich unser Natriumhypochlorit von der nahe gelegenen Apotheke vor Ort bezogen. Früher deutlich kostengünstiger als im Dentalhandel. Vor einigen Jahren musste die Apotheke auf eine andere Bezugsquelle wechseln. EU- Regelung ? Ich habe so etwas schwach in Erinnerung. Der Preis ist sukzessive höher geworden in den letzten Jahren. Ich muss gestehen, dass ich nicht permanent das Preisniveau diesbezüglich verfolgt habe, aber durch eine Werbemail bin ich kürzlich auf ein Angebot von EinfachDental gestossen. Je nach Konzentration werden für den Liter NaOCl zwischen 10,90 Euro + MWS und 16,90 Euro + MWS aufgerufen. Zufällig lag eine Rechnung meiner Apotheke auf meinem Schreibtisch. Siehe da, in 2025 ist nun der Dentalhandel in Form von EinfachDental günstiger. Ich werde Polodent-NaOCl einmal anzutesten.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Kurzes Update, den HWH XXL- Kalender betreffend

Weil mich immer noch Mails erreichen, den HWH XXL Kalender betreffend – die Reserve-Exemplare sind weg und müssten ihre Empfänger auch schon erreicht haben. Jetzt gibt es also keine mehr.

Das Interesse am Kalender freut mich. Ich werde, wenn ich die 2026er Aufgabe im Herbst diesen Jahres auflege, dies hier bekanntgeben und dann gegebenenfalls mehr Exemplare bestellen.

Ein Wandkalender ist ja keine Raketen-Technologie, aber was den Kalender von den vielen anderen, die man normalerweise im Handel findet, unterscheidet, sind die Markierungs-Felder für die Jahresaufgabe und für die 3 Tagesaufgaben.

Die Idee hinter der Jahresaufgabe ist, das man sich in jedem Jahr einer besonderen herausragenden herausforderenden Sache stellt. Mit der man, wenn man sich später an das Jahr 2025 zurückerinnert, das Jahr in Verbindung bringt.

„2025, da habe ich DAS gemacht!“
Das könnten fordernde sportliche Aktivitäten sein, wie seinen ersten Marathon laufen oder den Kilimandscharo besteigen. Vielleicht auch eine besondere Reise, wie ich es mir für 2026 jetzt schon vorgenommen habe. Ich möchte dann eine längere Zeit durch Japan reisen, um Land, Menschen und Kultur inniger kennenzulernen.

Und weil solche grossen Aufgaben eine gewisse Vorbereitung erfordern und Rom nicht an einem Tag erbaut wurde, ist es hilfreich, den inneren Prokrastinations-Schweinehund bekämpfend, die geleistete Arbeit bzw. die notwendigen Vorarbeiten im Kalender festzuhalten.

Das Fleiss-Sternchen für Erwachsene gewissermaßen.
Motiviert nicht nur Grundschulkinder. Und man weiss gegebenenfalls, wenn der entsprechende Termin immer näher rückt, das man vielleicht jetzt langsam richtig Gas geben sollte. Gewissermaßen der kalendarische Motivations-Tritt in den Allerwertesten.

Und dann gibt es die Tagesaufgaben.
Das sind Dinge, die man tagtäglich tut oder zumindest tun sollte.
Dinge im Sinne der 1 Prozent- Methode. Oder, um mich auf WURZELSPITZE von vor 16 Jahren zu zitieren, Babyschritte.

Deren Verrichtung dann ebenfalls in den Kalender eingetragen werden.
So dass man übers Jahr hinweg einen wunderbaren Einblick bekommt, wie stringent man die zum Jahresbeginn vorgenommenen guten Vorsätze auch wirklich umgesetzt hat. Meine Erfahrungen des Jahr 2024 diesbezüglich waren sehr gute. Auch der Januar diesen Jahres hat sich sehr gut angelassen diesbezüglich. Bei zwei von 3 Tagesaufgaben zumindest. Und bei der dritten sehe ich eindringlich, dass ich diese habe schleifen lassen und hier mehr tun muss die nächste Zeit.

Das Prinzip ist klar, oder ?
Dann unbedingt ausprobieren.
Es lohnt sich und macht sogar Spass.

Und noch 2 Kalender-Tipps.
Zum einen – Tipp Nummer 1 – mit farbigen Aufklebern markiere ich die markanten Dinge in Jahresablauf. Urlaub, Brückentage, fortbildungsbedingte Abwesenheit von zu Hause. Und sehe so viel bewusster als früher, wieviel meiner wertvollen Zeit die Praxistätigkeit oder gesellschaftliche Termine in Anspruch nehmen und wie kostbar die wenige freie Zeit ist, die einem danach zur Verfügung steht. Vor allem zeigt mir der Kalender, wo im Jahr Erholungs-Durststrecken zu überwinden sind, wo der Abstand zwischen den Urlauben besonders gross ist.

Zum anderen -Tipp Nr 2 – einmal im Monat raus aus dem Alltags-Trott. Das kann ein Museumsbesuch sein, ein Wochenend-Trip in die schöne Stadt jenseits der Landesgrenze, ein Musikkonzert, vielleicht auch eine Wanderung oder eine Fahrrad-Tour. Wer es im Kalender vorsieht und plant, der wird es mit grosser Wahrscheinlichkeit auch tun. Ohne den Kalender kommt leider allzuoft das Leben dazwischen und man bleibt zu Hause. Das kann auch schön sein, aber das wahre Leben findet meistens draussen vor der Tür statt…

Geht Rebilda blasenfrei ?

Beim Masterstudiengang Endodontologie in Düsseldorf kam am Wochenende im Rahmen der Fallpräsentationen der Teilnehmer eine Problematik zur Sprache, die sich in folgender Nullhypothese zusammenfassen lässt: Das zur postendodontischen Stabilisierung verwendete Composite-Material ist nicht blasenfrei in die Kavität einzubringen, was zu „unschönen“ Blasen im Abschlussröntgenbild führt.

Ich verwende ebenfalls diese Material (Rebilda,VOCO).
Und möchte nachfolgend darstellen, wie ich im Praxisalltag vorgehe, um blasenfrei das Composite in die Kavität zu applizieren.

Wir verwenden das Material zur Befestigung unserer Glasfaserstifte und zum anschliessenden Auffüllen der postendodontischen Kavität und hierbei kommt statt der originalen gelben Kanüle des Herstellers die lilafarbenen Capillary Tips der Firma Ultradent zum Einsatz. Damit kommen wir bis ans Ende unserer Stiftpräparation in den Kanal hinein und die Kanüle ist so dünn, dass es zu keinem Einschluss von Luft in den Kanal kommen kann, weil sich das applizierte Material an der Kanüle vorbei im Kanal verteilt. Wir füllen so in einem Zug unter Sicht zunächst den Kanal und anschliessend die gesamte Kavität auf, um danach abschliessend den Stift zu inserieren. Nach 4 Minuten Wartezeit und UV- Lichthärtung wird der Stift okklusal reduziert und der abschliessende koronale Verschluss mit lichthärtendem Composite vorgenommen.

Damit die lila Capillary Tip sich nicht versehentlich bei Applikation des Composites von der gelben Kanüle löst, wenden wir folgenden Trick an. Wir trennen die Spitze der gelben Kanüle ab. Dadurch ist es möglich, die lila Kanüle anschliessend mit Friktion auf die gelbe Spitze aufzuschieben.

So kann sie sich nicht mehr versehentlich lösen, wenn das Composite- Material durch die Kanüle gepresst wird. Das Abtrennen geht gut mit einer üblichen Haushaltsschere, ich empfehle aber einen Nagelknipser. Dieser definiert exakt die einzuführende Länge der Kanüle, es gibt also immer eine reproduzierbare Kanülenlänge, die Methode ist so narrensicher und und die Kanülenkürzung kann daher bedenkenlos delegiert und im Vorfeld der Behandlung schon durchgeführt werden.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Gleich noch eine apikale Aufhellung und die Frage nach der Therapie … Teil 2

Hier das Ausgangs-Röntgenbild mit dem Zahn 44 und der grossen apikalen Aufhellung

Wir haben zusätzlich ein DVT gemacht, um die Situation besser beurteilen zu können.

Endo oder EX ?
Hat sich jetzt die Einschätzung nach Sichtung des DVT´s geändert ?

Und falls der Zahn extrahiert werden soll, wie sieht es mit einer möglichen Implantation aus ?

Gleich noch eine apikale Aufhellung und die Frage nach der Therapie …

Auch die nachfolgende apikale Aufhellung an Zahn 44 gehört zu den schon etwas grösseren Exemplaren.

Der Patient ist schon älter.
Zum Zeitpunkt der Erstvorstellung knapp über 70.

Also Brücke runter, Extraktion Zahn 44 und Implantation + Krone in der regio 44. Dann neue Brücke 45-47? => Eine Lösung, die bis ans hoffentlich noch ferne Lebensende hält.

Geplant war eigentlich die Endo beim Kieferchirurgen mit WSR und Zystektomie.
Der Patient aber eher von der zurückhaltenden Sorte und ängstlich.
So kam er zu mir.

Ob man nicht DOCH NOCH IRGENDWAS machen könnte.

Nennt mich altmodisch…

…weil ich zur Jahresplanung an etwas festhalte, was schon lange nicht mehr zeitgemäß ist.
Im Zeitalter des Smartphones.

Die BEWUSSTE Nutzung eines papiernen Kalenders.
Und nicht nur das.
Er ist obendrein ziemlich groß.
Format DIN A1!
Das ist schon ein „Brett“, wie er so in meinem Büro an der Wand hängt.

Aber warum nutze ich so ein Monstrum?
Weil nichts anderes mir einen solchen „ganzheitlichen“ Blick auf das gesamte Jahr 2025 liefert wie besagter Riesenkalender.
Ich mag das.

Weiss Tag für Tag, wie und wo ich stehe.
Mit meiner Zeit die nun noch verbleibenden 365 – X Tage für 2025.

Mein Smartphone, dessen Erinnerungsfunktion natürlich eine wichtige Aufgabe erfüllt, nutze ich selbstverständlich parallel. Unverzichtbar und wichtig. Wann auch immer eine Nachricht aufploppt.

Mit dem Kalender sehe ich meine Arbeitstage, meine Urlaubstage, wann ich auf Fortbildung bin, welche privaten Unternehmungen das Jahr über ich vorhabe. Und ich visualisiere ich meine Jahresaufgabe und meine Tagesaufgaben für 2025 und kann meinen jeweiligen Fortschritte diesbezüglich Tag für Tag eintragen und damit sichtbar machen. Das motiviert, spornt an und vor allem ermahnt es aber auch zum Weitermachen, wenn man mal ein paar Tage nichts gemacht haben sollte.

Was der XXL-Kalender bietet, das kann man nicht in Worte fassen.
Das muss und soll jeder, der die Idee gut findet, für sich selbst erfahren.

Wie geht das am besten?
In dem man es ausprobiert.

Daher habe ich ein paar Exemplare mehr drucken lassen.
Und stelle die unseren WURZELSPITZE – Patrons als Dankeschön umsonst zur Verfügung.
Wer von Euch, liebe WURZELSPITZE -Patrons, möchte einen solchen Kalender einmal ausprobieren?
Schreibt mir eine Email an h_w_h@gmx.de mit euer Adresse, dann geht das Teil unentgeltlich in die Post !

Den Post hat WORDPRESS irgendwie versemmelt.

Stand als „Geplant“ eingestellt, wurde aber nie veröffentlicht.
Daher hier das UPDATE.: Transportverpackungen sind jetzt eingetroffen. Morgen früh gehen die Kalender in die Post


Wann ist eine apikale Aufhellung zu gross für eine endodontische Behandlung und was ist die Alternative ?

Dieser Patient suchte als akuter Notfall kürzlich unsere Praxis auf.

Starke Schmerzen, vestibuläre Schwellung in regio 23.

Wann ?
Natürlich in den letzten Tagen vor Weihnachten.

Und natürlich wollte der Patient unmittelbar nach Weihnachten für 14 Tage ins ferne Ausland, nach Asien in Urlaub fahren.

Jetzt ist guter Rat teuer, oder ?

Was tun ?

Hier noch das DVT und ein kurzes Video der klinischen Situation nach Trepanation.