Zahnärztliche Existenzgründung: Auch 2023 dominierte die Übernahme einer Einzelpraxis

Den nachfolgenden Artikel habe ich auf der Homepage von Septodont gefunden.
Spannende betriebswirtschafltliche Zahlen.
Auch der ungebrochene Trend zur Einzelpraxis ist erwähnenswert.
Ich würde definitiv heutzutage wieder in die Einzelpraxis gehen. Die Einzelpraxis ist das Erfolgsmodell der Zukunft, auch wenn man im Moment aus unterschiedlichen Gründen der Trend ist, dies anders rüberzubringen.

Hiernachfolgend der Text:
Die Freiberuflichkeit bleibt vielen Nachwuchszahnärztinnen und -zahnärzten wichtig. Trotz weiterhin hoher Inflation und unklarer gesundheitspolitischer Rahmenbedingungen entschieden sich viele Kollegen auch 2023 weiter für die Niederlassung. Eine Bankanalyse gibt Einblick in die Finanzierungssituation bei rund 450 zahnärztlichen Existenzgründungen.Die Existenzgründung und damit der Weg in die freiberufliche Selbstständigkeit begeistert noch immer viele Nachwuchszahnärztinnen und -zahnärzte. Trotz der von der verfassten Vertragsärzteschaft auf der gesundheitspolitischen Ebene immer wieder adressierten Bedrohungen der vertragszahnärztlichen Versorgung durch die rasante Ausbreitung investorengeführter Medizinischer Versorgungszentren (iMVZ), bestehender Bürokratiebelastung und Honorardeckelung, wie de facto bei der PAR-Strecke durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz, sowie des zunehmenden Trends zur Anstellung lassen sich Zahnmediziner weiter nieder. Dabei müssen sie im Zeitvergleich immer mehr berappen, wie die jüngst veröffentlichte Auswertung der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) zeigt. Die Standesbank hat die Daten der rund 450 im Jahr 2023 ihrerseits begleiteten Finanzierungen zahnärztlicher Existenzgründungen analysiert. Die Daten sind zwar nicht repräsentativ, aber sehr aussagekräftig.

Im Schnitt 770.000 Euro für Gründung einer Einzelpraxis
In der vertragszahnärztlichen Versorgung in Deutschland dominieren immer noch die traditionell gewachsenen Einzelpraxen. Allerdings ist die Neugründung einer Einzelpraxis für Zahnärzte inzwischen weiter die teuerste Variante der Existenzgründung. Zuweilen auch der hohen Inflation geschuldet, so die apoBank, mussten die Gründer einer Einzelpraxis 2023 im Schnitt mit 770.000 Euro rund 15.000 Euro mehr berappen als 2022 – der Median lag bei 758.000 Euro. Der deutliche Löwenanteil entfiel dabei mit 672.000 Euro auf Investitionen in die Ausstattung, darunter medizinisch-technische Geräte sowie die IT. 98.000 Euro machten die Betriebsmittel aus. Wie ein Blick in die Zahlen verrät, entschieden sich auch nur 6 Prozent der zahnärztlichen Existenzgründer für die Neugründung einer Einzelpraxis – und verharrten damit auf dem Vorjahresniveau.

„Gerade diese wenigen Existenzgründerinnen und Existenzgründer, die komplett neu gründen, haben ganz individuelle Vorstellungen von ihrem zukünftigen Praxis-, Behandlungs- und Raumkonzept“, erklärt Daniel Zehnich, Leiter des Bereichs Gesundheitsmarkt & Beteiligungen. „Sie sind dann auch bereit, hohe Investitionen in Kauf zu nehmen. Hinzu kommt, dass die Praxisräumlichkeiten bei Neugründungen häufig sehr großzügig ausfallen, auch, um sich die zukünftige Möglichkeit einer Expansion, beispielsweise über angestellte Zahnärzte oder Zahnärztinnen, offen zu halten.“

Mit 64 Prozent (2022: 62 Prozent) dominierte 2023 beim Weg in die Niederlassung weiterhin die Übernahme einer bestehenden Einzelpraxis. Dafür zahlten die Zahnmediziner im Schnitt 463.000 Euro, wovon 247.000 Euro auf den reinen Kaufpreis entfielen, 158.000 Euro auf Investitionen, wie zum Beispiel Umbau- oder Modernisierungsmaßnahmen, und 58.000 Euro auf Betriebsmittel.

BAG – die Option für jeden vierten Existenzgründer
26 Prozent der zahnärztlichen Existenzgründer, die die apoBank begleitete, wählten 2023 den Weg in die Berufsausübungsgemeinschaft (BAG). 15 Prozent wählten dabei den Weg in die BAG-Neugründung, elf Prozent den der Übernahme oder des Beitritts. Der Schritt in die BAG könnte mit dem Gedanken verbunden sein, das unternehmerische Risiko als Freiberufler auf mehrere Schultern zu verteilen und Synergieeffekte bei der Bürokratie zu erlangen.

Der BAG-Einstieg respektive der -Beitritt schlug 2023 für die Existenzgründer im Schnitt mit 402.000 Euro zu Buche, wovon 321.000 Euro auf den Übernahmepreis und 61.000 Euro auf die Investitionen entfielen. Wer eine BAG übernahm, zahlte dafür im Schnitt 388.000 Euro, wobei sich der Übernahmepreis auf 261.000 Euro belief, die Summe der Investitionen mit durchschnittlich 92.000 Euro aber deutlich höher beliefen. Je zwei Prozent wählten als Existenzgründung die BAG-Neugründung respektive die Option MVZ oder sonstige Praxisform. Für statistische Zwecke reichte die Datenlage hier aber nicht aus, so die apoBank.

400.000 Euro für jeden Zweiten die Schmerzgrenze
Wie jede Auswertung, so offenbart auch die aktuelle zahnärztliche Existenzgründungsanalyse der apoBank Ausreißer in beide Richtungen. So investierten insgesamt 58 Prozent der Gründer weniger als die durchschnittlichen 463.000 Euro in die Übernahme einer Einzelpraxis. 14 Prozent gaben demnach bis zu 200.000 Euro aus, 17 Prozent zwischen 201.000 und 300.000 Euro und 19 Prozent zwischen 301.000 Euro und 400.000 Euro. 35 Prozent investierten mehr als eine halbe Million Euro in die Übernahme einer Einzelpraxis, davon 13 Prozent zwischen 501.000 und 600.000 Euro und weitere 22 Prozent mehr als 600.000 Euro. Nur 15 Prozent bewegten sich im Finanzrahmen zwischen 401.000 und 500.000 Euro.

Zahnärztinnen investieren zurückhaltender in Existenzgründung
Auch wenn der Frauenanteil in den Reihen der Zahnmedizinstudenten kontinuierlich steigt, so wirkt sich das – wie in den vergangenen Jahren auch – nicht sehr auf das Geschlechterverhältnis bei der zahnärztlichen Existenzgründung aus. 2023 dominierten die Männer wieder leicht mit 52 Prozent – nach 47 Prozent im Vorjahreszeitraum. Deutliche Unterschiede offenbaren sich allerdings beim Blick in die getätigten Investitionsvolumina. Die von Zahnärztinnen getätigten Praxisinvestitionen waren im Schnitt rückläufig. So gaben sie laut Analyse für die klassische Praxisübernahme mit anschließender Einzelpraxisniederlassung 425.000 Euro aus – 2022 waren es noch 439.000 Euro.

Bei ihren männlichen Kollegen sind die durchschnittlichen Investitionen dagegen kontinuierlich weiter gestiegen und lagen 2023 bei 498.000 Euro – also rund 17 Prozent über dem Wert der zahnärztlichen Existenzgründerinnen. Dabei sind es nicht die Investitionen in Modernisierung, bei denen Zahnärztinnen zurückhaltender agieren – im Gegenteil, hier gaben sie mit durchschnittlich 162.000 Euro sogar etwas mehr aus als ihre männlichen Kollegen mit 154.000 Euro. Es ist vielmehr der Kaufpreis, der den Unterschied ausmacht: Frauen entscheiden sich bei ihrer Einzelpraxisniederlassung häufiger für günstigere Praxen und zahlten 2023 im Schnitt einen Übernahmepreis von 212.000 Euro – das sind 24 Prozent weniger als Zahnärzte mit 280.000 Euro.

„Ob Ärztin, Apothekerin oder Zahnärztin – wir beobachten in allen Heilberufsgruppen, dass Frauen bei den gezahlten Übernahmepreisen häufig zurückhaltender agieren. Sie kaufen meist kleinere Praxen bzw. Apotheken und starten lieber mit geringeren finanziellen Verbindlichkeiten“, erklärt Zehnich. Sie reagierten oft noch sensibler auf externe Rahmenbedingungen als ihre männlichen Kollegen. Gerade wenn beispielsweise gesundheitspolitische Entwicklungen den Praxisalltag erschwerten, könne es durchaus vorkommen, dass eine prinzipiell positive Einstellung zur Selbständigkeit ins Wanken komme, verdeutlicht der Bankmanager.

Beim Personal drückt die Praxisinhaber der Schuh am meisten
In einer zweiten Branchenanalyse untersuchte die apoBank das Praxisgeschehen von Zahnärzten im Vergleich zu Haus- und Facharztpraxen sowie Apotheken. An der Umfrage im Juli 2024 nahmen dafür aus jeder Zielgruppe 100 Personen teil.

Dabei stellte sich heraus, dass mit 47 Prozent die zahnärztlichen Praxisinhaber der Schuh im Vergleich mit den anderen Leistungserbringern am meisten drückt – in keiner anderen Gruppe war der Anteil der Personalsuchenden so hoch. Dafür brauchen sie aber mit im Schnitt sieben Monaten die geringste Zeit, um die vakante Stelle zu besetzen – in einzelnen Fällen kann sich die Suche jedoch bis zu drei Jahre hinziehen. Entsprechend sind es Zahnärzte, die mit 66 Prozent von allen Heilberufsgruppen am häufigsten Schwierigkeiten haben, neues und geeignetes Personal zu finden. Neun Prozent der befragten Praxen klagten über eine hohe Fluktuation in den Reihen des Personals. Immerhin 43 Prozent geben an, Schwierigkeiten zu haben, die Gehaltsvorstellungen des Personals zu erfüllen. 28 Prozent konstatieren, dass die Qualifikation des Personals hinter den gesteckten Erwartungen zurückliege. Letzteres spiegelt sich nicht zuletzt auch regelmäßig bei der jährlichen Suche nach neuen Auszubildenden zur Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) wider.

Höchstes Optimierungspotenzial bei Leistungsangebot der Praxis
Im Schnitt versorgen die befragten Zahnarztpraxen 687 Patienten pro Quartal und nehmen 60 Neupatienten auf. 15 Prozent berichten von einem Annahmestopp bei Neupatienten. Wenn es um die Zeitorganisation im Praxisalltag geht, so geben die Praxen an, im Schnitt 68 Prozent für die Patientenbehandlung aufzuwenden. Der zweite große Block entfällt mit 16 Prozent auf die Bürokratie und Administration. Die Zeit, die sie sich die Praxisinhaberinnen und Praxisinhaber für die Mitarbeiter nehmen, schätzen sie auf sechs Prozent, für die eigene Fortbildung vier Prozent und für die Entwicklung der Praxis bleibt ihnen mit drei Prozent auch nicht viel Zeit.

Die befragten Zahnärzte geben sich in der Erhebung durchaus kritisch, wenn es um die Betrachtung ihrer eigenen Praxis geht. So benannten sie, nach dem aus ihrer Wahrnehmung bestehenden Optimierungspotenzial für die eigene Praxis befragt, mit 82 Prozent an erster Stelle ihr Leistungsangebot. Ähnlich hoch ist der Wert mit 79 Prozent nur bei den Fachärzten.

69 Prozent der Zahnärzte sehen als zweite große Optimierungs-Baustelle die Digitalisierung der Praxis an, an dritter Stelle gefolgt mit 68 Prozent vom Umfang und der Qualität des Patientenstamms. 67 Prozent sehen Verbesserungspotenzial bei den patientenorientierten Abläufen und Prozessen im Versorgungsalltag der Praxis. 65 Prozent adressieren die Räumlichkeiten, Einrichtung und Ausstattung der Praxis, 63 Prozent die Organisation und Verwaltung im Hintergrund. 57 Prozent sehen Optimierungspotenzial bei der finanziellen und wirtschaftlichen, 48 Prozent bei der personellen Situation der Praxis. Ob und inwieweit sich der Rückgang der Inflation, die weitere Digitalisierung des Gesundheitswesens sowie der gesundheitspolitische Kurs der neuen Bundesregierung auf das zahnärztliche Existenzgründungsgeschehen im Vergleich zur jüngsten Vergangenheit auswirken, werden frühestens die Zahlen der dann für 2025 und 2026 anstehenden Bank-Analysen zeigen.

Denkanstoss Jahreswechsel 2025: Big Mac – Index? Pizza-Seismograph!

Den Big Mac- Index setze ich als bekannt voraus.
Er ist ein Indikator, der die Kaufkraft verschiedener Währungen anhand der Preise für einen Big Mac in verschiedenen Ländern vergleicht. Er wurde 1986 von der britischen Wochenzeitung The Economist erfunden, um einen leicht verständlichen Vergleich auf Basis von Kaufkraftparitäten zu ermöglichen und Über- und Unterbewertungen einzelner Währungen zu zeigen. Seitdem wird er regelmäßig erhoben und auch in wissenschaftlichen Studien und Lehrbüchern zitiert.

Dazu werden die Preise eines Big Mac in den Währungen verschiedener Länder erhoben. Durch die Umrechnung zum aktuellen US-Dollar-Kurs wird die jeweilige Kaufkraft vereinfachend miteinander verglichen. Hinter dem Währungsvergleich steht die Annahme, dass sich die Preise für ein identisches Gut auf lange Sicht in allen Ländern angleichen.

Der Big Mac wird als einfacher Indikator herangezogen, weil es ihn in vielen Ländern in standardisierter Größe, Zusammensetzung und Qualität gibt. Seit über 50 Jahren besteht der berühmte MC Donalds-Hamburger aufgrund strenger Auflagen durch Franchiseverträge international fast überall aus den gleichen Zutaten: Sesambrötchen, Rinderhackfleisch, Schmelzkäse, Salat, Gewürzgurken, Zwiebeln und Sauce. Eine hervorragende Ausgangsbasis für vergleichende Erhebungen. Der Big Mac kann darüberhinaus durch die Strategien von McDonald’s, Zutaten aus der Umgebung zu verwenden und namhafte Markenhersteller als Lieferanten zu gewinnen, als Indikator dienen, die Inlandskaufkraft einer Volkswirtschaft wiederzugeben.

Ich muss gestehen, dass ich nicht weiss, was aktuell ein Big Mac in Deutschland kostet. Ich musste es googeln. Dafür kenne ich natürlich die Preise meiner Lieblingspizza, auf die ich mich jeden Donnerstag aufs Neue freue. Kurz vor Weihnachten ist dieser gestiegen. Von nun 11 Euro auf 11 Euro 50. Alles ist teurer geworden, sagt die Chefin. Kein Thema, sage ich. Weil ich weiss, das es genau so ist. Und sie auch immer mit lange sich hadert, bevor sie die Preise überhaupt abändert.

Warum ich das schreibe?
Weil spätestens mit der Pizza-Preiserhöhung auch wir in unseren Praxen die Preise anpassen müssen. Daher mein Rat – Suchen auch Sie sich einen Pizza-Seismographen. Und wenn dieser mit beispielsweise 4,5 Prozent ausschlägt, dann sollten sie sich das zu Herzen und als Richtschnur nehmen.

In dem Zusammenhang noch zwei Reality Check-Fakten von Januar 2025.

Reality Check I
Unsere Briefe zu verschicken kostet ja seit 2025 10 Cent pro Brief mehr. Eine Preiserhöhung von knapp 12 Prozent. Wer einen Brief verschickt, muss nun mehr Geld dafür bezahlen. Die Bundesnetzagentur hat entschieden, dass das Porto ab Januar rund 10,5 Prozent höher sein darf als bislang. Dieser Spielraum ermöglicht mehr als doppelt so viel wie bei der letzten Portoerhöhung 2022, als der Betrag um 4,6 Prozent stieg.

Grund für den relativ hohen Anstieg sind die zuletzt stark gesunkene Briefmenge und der inflationsbedingte Kostenanstieg der Post in den vergangenen Jahren. Zufrieden ist die Post mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur keineswegs: Aus ihrer Sicht sollte die Portoerhöhung deutlicher ausfallen, weil die Kostensteigerungen noch viel stärker gewesen seien.

Reality Check II

Die Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtags erhalten ab Januar eine höhere monatliche Entschädigung. Die Diäten steigen um 4,4 Prozent oder 350,38 Euro auf dann 8.313,67. Das hat der Landtag am Donnerstag beschlossen.

Die Steigerung zum 1. Januar 2026 wurde ebenfalls bei der Verabschiedung des Landeshaushalts mitbeschlossen. Dann werden die 101 Parlamentarier 8571,39 Euro monatlich erhalten, das sind 257,72 Euro oder 3,1 Prozent mehr. Eine Debatte zur Diätenerhöhung fand nicht statt.

Jährliche Anpassung nach dem Verdienstindex
Vor dreieinhalb Jahren haben sich die Fraktionen von SPD, CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern auf ein Modell zur Ermittlung der Diäten geeinigt. Die Höhe ist an die Beamtenbesoldung der Stufe A16 angelehnt, das entspricht der Vergütung von Verbandsbürgermeistern. Zudem ist eine jährliche Anpassung der Diäten vorgesehen, die sich am Verdienstindex für Rheinland-Pfalz orientiert. Das statistische Landesamt ermittelt diesen Index. Als Grundlage für die Erhöhung gilt der Index des vorvorletzten Jahres, konkret also gilt der Verdienstindex im Jahr 2022 für die Diätenanpassung im Jahr 2025 – aber der Landtag muss jeweils über die Erhöhung entscheiden.

Keine Debatte über die Erhöhung
Im Parlament ist der Tagesordnungspunkt am Mittwoch aufgerufen worden, er war ohne Aussprache vorgesehen. Es hat sich auch niemand zu Wort gemeldet. Derzeit sind neben den Regierungsfraktionen SPD, Grüne und FDP die Oppositionsfraktionen CDU und AfD im Landtag vertreten, dazu die Gruppe der Freien Wähler und sechs fraktionslose Abgeordnete. Die AfD stimmte am Donnerstag gegen die Anhebung.

PSSST – es gibt einen neuen Endomotor…

1.63

Noch ist es nicht offiziell, aber ein neuer kabelloser Endomotor steht in den Startlöchern.
Wer also beabsichtigt, einen neuen solchen Motor sich für die Praxis zuzulegen, der sollte vielleicht jetzt noch ein paar Wochen abwarten. Die IDS ist im März aber – ich sage wieder vielleicht – kommt sogar schon vorher der neue Motor.

Wer ein erstes Foto des Motors sehen möchte, der kann hier nachschauen. Wir arbeiten seit November mit dem Motor. Gut finde ich, dass wir unsere Feilen individuell abgestimmt auf die jeweilige Bewegung sowohl vollrotierend als auch reziprok einsetzen können.

Endspiel 2025 (V) The Missing Link

1.68

Die Marschrichtung ist klar.
Wir wissen (weil hier niedergeschrieben) was wir benötigen.

Jetzt geht es um die 4 Stützen, um das benötigte Korsett der Umsetzung.

Was brauchen wir ?

  1. Struktur und Organisation
    Der Zahnarzt der Zukunft muss seine Praxis so strukturieren, dass er im Zweifelsfalle mit sehr wenigen Mitarbeitern, notfalls alleine arbeiten kann. Wir lebten bisher in einer rosaroten wunderbar gepolsterten Bubble. Wir waren gewohnt, das man uns in allen Bereichen optimal zugearbeitet hat. Stichwort Superorganismus (Ameisenstaat). Und dann spielte es auch keine Rolle, wie gut oder wie schlecht unsere Praxis organisiert war.

    Fehlendes Instrument ?
    Fehlendes Material?

    Kein Problem, solange es jemanden gab, der das Fehlende zeitnah bereitstellen konnte. Wusste, was in welchen Schubladen wo gelagert war.

    Ich prophezeie.
    So wie die jetzt schon die Patienten händeringend um Behandler flehen werden, so werden die Zahnärzte der Zukunft dankbar sein, für jedes logistische Problem, das Ihnen abgenommen, von ihren eigenen Schultern genommen und in ihrem Sinne gelöst werden wird. Eine Lösung ohne zusätzliche Mitarbeiter wohlgemerkt. Denn die werden definitiv in absehbarer Zeit nicht wiederkommen.

    Und ich prophezeie weiterhin, dass wir hier in der Zahnmedizin vor einem ähnlich einschneidenden Umbruch stehen wie seinerzeit der Paradigmenwechsel von der stehenden Behandlung am sitzenden Patienten hin zum sitzenden Behandler am liegenden Patienten Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre.

    Es wird sich einiges radikal ändern.
    Vor allem auch die organisatorischen Rahmenbedingungen in der Praxis selbst betreffend. Und damit einhergehend der arbeitsergonomische Rahmen.

    Und wie immer werden die, welche die Zeichen der Zeit erkennen und die richtigen Schritte vor allen anderen gehen werden, gestärkt aus diesen Veränderungen herausgehen.

    Das Gute ist – wir sind heute in der Lage, mit vergleichsweise wenig Aufwand, der sich nicht nur stande pede im Praxisablauf positiv bemerkbar machen wird, sondern auch in vergleichsweise kurzer Zeit amortisieren wird, solche Neustrukturen zu etablieren.

    Fangen wir mit einem ganz einfachen banalen Beispiel als eines aus einer ganze Reihe von vielen anderen:

    Ein Kollege wandte sich kürzlich an mich, weil er durch längere Krankheit mehrerer seiner Mitarbeiterinnen gezwungen war, sich selbst um die Materialbestellungen und die Logistik der Praxismaterialien zu kümmern.

    Der Kollege war so frustriert, das er bereit war, jeden Preis zu zahlen, wenn ihm nur eine Lösung zugeführt werden würde, die ihm diese Arbeitsbelastung dauerhaft von seinen Schultern nehmen würde.

    Was würden sie dafür geben, wenn sie sich um ihre gesamte Warenwirtschaft von A-Z (von der Bestellung über den Wareneingang bis hin zur Lagerung und Bereitstellung für die jeweilige Behandlung) nicht mehr kümmern müssten, immer alles Benötigte zu jeder Zeit an seinem ihm zugedachten Platz vorhanden wäre.

    Und zu jeder Zeit bedeutet.
    Immer.
    Nicht fast immer oder meistens.
    Sie sich darum nie mehr kümmern müssten.
    Sich um diesen Bereich zukünftig keine Gedanken mehr machen müssten.
    Ihn vergessen könnten.

Wäre das nicht toll?
Testen Sie mal aus, wie viel Zeit sie dafür verwenden müssten, Woche für Woche, dass dem so ist.

Und was es sie kosten würde, wenn sie selbst das machen würden.
Und was es Ihnen wert wäre, wenn sie es nicht mehr tun müssten.
Und auch nicht der Mitarbeiter, der das bisher für sie gemacht hat.

Denn dieser Mitarbeiter, so er denn überhaupt da ist, den werden sie zukünftig sicherlich für wichtigere und vor allem wertvollere Aufgaben einsetzen werden wollen.

Und jetzt gehen sie hin und wenden sich dem Komplex QM in ihrer Praxis zu. Komplexer. Umfassender als die Warenwirtschaft. Aber zwingende Voraussetzung für den Praxisbetrieb. Wollen Sie sich damit ihr weiteres Berufsleben beschäftigen als Zahnarzt?

Und dann vor allem dem Komplex Wiederaufbereitung von Instrumenten. Ein anderer Kollege berichtete mir vor Weihnachten, das er wegen fehlender Mitarbeiter gezwungen war, diese Aufgaben selbst vorzunehmen Tag für Tag. Was insofern auch bei aller Frustration auch einen Erkenntnisgewinn mit sich brachte. Wie zeitaufwändig nämlich diese Maßnahmen sind.

Wieviel Zeit und wertvolle personelle Ressourcen würde man sparen, wenn die Wiederaufbereitung und Bereitstellung von Instrumenten für die Behandlung auf ein schätzungsweise ein Viertel der bisherigen Zeit reduziert werden könnte. Und 80 Prozent der personalen Ressourcen eingespart werden. Und darüberhinaus – Dank Neuorganisation des Arbeitsumfeldes- das Arbeiten am Patienten schneller und einfacher vonstatten ginge.

Was wäre Ihnen das wert?
Jeder Leser sollte einfach mal in sich gehen und für sich selbst seine eigene Rechnung machen.

Hier meine These Zielkorridor Zukunft Zahnmedizin

Der erfolgreiche Zahnarzt der Zukunft macht sich unabhängig von den nicht zahnmedizinischen Begleitarbeiten in der Praxis, aber auch von (zukünftig nicht mehr vorhandenen) Mitarbeitern und von teuer eingekauften externen Dienstleistungen. Diese nämlich verlagern nur, was gefährlich ist, die Abhängigkeit aus dem direkten Einflussbereich der Praxis heraus, lösen diese aber nicht auf, sondern verschärfen diese gegebenenfalls noch zusätzlich.

2. Service
Wenn sie fragen, wo sinnvollerweise setze ich die limitierten personellen Ressourcen (sprich die wenigen noch in der Praxis zukünftig verbleibenden Mitarbeiter sinnvollerweise in erster Priorität ein, dann würde man als Zahnarzt vermutlich sagen, in der Behandlung natürlich.

Ich verstehe diesen Reflex.
ABER – der Zahnarzt, sein Arbeitsfeld optimal dafür organisiert, kann alleine arbeiten.
In der Endodontie im Übrigen am Allerbesten sogar, aber das ist ein anderes Thema.

Wenn ich also die Wahl habe, einen Mitarbeiter mir das Instrument anzureichen oder ihn ans Telefon gehen zu lassen oder einen Patienten zu betreuen, der gerade zur Tür hineinkommt, dann entscheide ich mich zukünftig für Letzteres. Warum? Weil ich ohne Assistenz am Stuhl zwar langsamer arbeite, aber immerhin arbeite. Also Honorar erziele. Wenn ich hingegen ans Telefon müsste, dann verdient in der Zeit keiner Geld.
Capisci ?

Dann geht halt keiner ans Telefon, geht keiner an die Tür. Sagt der Kollege vor Ort auf dem Zahnärztestammtisch.
Schon klar.

Aber was unterscheidet deine Praxis dann von allen anderen?
Und wie willst Du dann Punkt Nr 3 einfordern?

Der Grundvoraussetzung dafür ist, das Du auch weiterhin zwar nicht Mitarbeiter im Überfluss, aber immerhin genügend Mitarbeiter haben wirst, die deine Praxis und vor allem ihren Status mittragen werden.

3. Aufwandgerechte Honorierung
Die erfolgreiche Zahnarztpraxis der Zukunft, welche herausragende Qualität und herausragenden Service bietet, kann und muss eine aufwandgerechte Honorierung betreiben, um ihre Existenz zu sichern. Dieser Satz an dieser Stelle muss genügen. Um hier in die Tiefe einzusteigen bedarf es (mehrerer) Extra- Kapitel. Daher jetzt nur weiter zu Punkt 4.

4. Patientenkreis – Adaptation und Selektion
Die erfolgreiche Zahnarztpraxis der Zukunft macht allen Patienten ein freundliches und wohlgemeintes Behandlungsangebot. Dieses anzunehmen oder auch dies nicht zu tun unterliegt dem Patienten. Falls der Patient in die Behandlung einwilligt, so muss ihm aber auch klar sein, dass damit auch er in gleicher Weise sich in den Behandlungskontext einbringt. Um es klar zu sagen. In der Vergangenheit konnte malignes Verhalten von Seiten der Patienten tolerierbar gewesen sein. Gut war es nie. Zukünftig wird es ohne Ausnahme inakzeptabel sein.

Fazit Praxiserfolg Zukunft (in 4 Stichworten)
Grundvoraussetzung: Herausragende Qualität
Aushängeschild: Herausragender Service

Betriebswirtschaftliche Basis: Aufwandgerechte Honorierung
Mindset: Fakultatives Behandlungsangebot statt Behandlungszwang

Endspiel 2025 (IV) – die wirklich erfolgreiche Praxis der Zukunft

Die WIRKLICH erfolgreiche Praxis der Zukunft ?
Ist die, in der das Arbeiten so sehr Spass macht, das es keine Arbeit, sondern Vergnügen ist. Ein adäquat honoriertes Vergnügen wohlgemerkt.

Wie das zu erreichen ist, das kann man hier nachlesen.

Die wirklich erfolgreiche Praxis muss dafür 2 Dinge liefern….

Endspiel 2025 (III) Die Analyse: Was zum Paradies uns fehlt in 2025…

1.68

Mehr Patienten in 2025 ff. als wir je werden bewältigen können ?
Ein Traum.

Und was noch besser ist.
Zum ersten Mal in den letzten 70 Jahren haben wir die Möglichkeit, in einem großen Bereich unsere Leistungen leistungsgerecht dem Patienten in Rechnung stellen zu können. Zwar strukturell normiert via Abrechnungsbestimmungen und auch nicht unbegrenzt, aber im Vergleich zu den Zeiten, als ich in die Niederlassung gegangen bin, wäre darüber sich zu beklagen auf sehr sehr hohem Niveau gejammert. Damals konnte man nämlich gar nichts dem (GKV) – Patienten (der immerhin über 90 Prozent alle Patienten ausmachte) aufwandgerecht honorieren. Es war schlicht und einfach verboten.

Also alles Bestens.
Nicht ganz.

Das größte Problem in der Zukunft ist … das niemand mehr da ist, der uns als Assistenz in der Praxis unterstützen kann. Das Personal ist schon jetzt nicht mehr ausreichend, wird zudem noch immer weniger. Und im Vergleich zur alten Garde auch weniger leistungsfähig oder leistungswillig. Ob Letzteres gut oder schlecht ist, sei dahinstellt, denn es darf und muss sehr wohl kritisch hinterfragt werden können, ob nicht die maligne Kombination von viel stressiger Arbeit und geringer Bezahlung nicht zu genau der Problematik geführt hat, die wir jetzt haben.

Das nämlich Viele den Beruf verlassen und keine Neuen bereit dazu sind.

Ja liebe Kolleginnen und Kollegen, das, was wir für die dentale Profession beobachten, nämlich die Flucht aus dem Zahnarztdasein, sei es, indem der Beruf vorzeitig aufgegeben wird oder die KollegInnen in die innere Emigration gehen, müssen wir selbstverständlich auch in noch viel größerem Maße denjenigen zugestehen, die emotional nicht so stark wie wir dem Gewerbe verbunden sind. Weil es eben nicht ihr eigenes ist. Unseren Mitarbeitern.

Das Alles hat schwerwiegende Konsequenzen.

Der Zahnarzt der Zukunft, egal ob m/f/d wird also zunehmend alleine dastehen.
In der Behandlung und in allen Bereichen, die der eigentlichen Behandlung vor und nachgeschaltet sind.

Was doppelt schlimm ist.
Zum einen, weil niemand, der bisher, sein ganzes Berufsleben, die 20 Kilometer zur Arbeit, die er bisher mit dem Auto zurückgelegt hat, nun mit dem Fahrrad fahren möchte. Für mich ein guter Vergleich. Niemand, der bisher von seinem Chauffeur mit der Luxuslimousine jeden Morgen pünktlich von zu Hause abgeholt wurde, denn genau dieses Privileg im Rahmen unseres Arbeitens hatten wir durch unsere Assistentinnen, wird es lieben, wenn er nun den Weg zur Arbeit zu Fuss zurücklegen muss. Bei Wind und Wetter. In Sommerhitze und Winterkälte.

Zum anderen, weil nicht nur das Arbeitsumfeld an sich ein anderes sein wird, sondern auch die Qualität und die Produktivität der Arbeit darunter leiden wird.

Machen wir uns nichts vor.
Ohne Assistenz am Behandlungsstuhl wird die Essenz perfekter Teamarbeit, nämlich hohe Qualität in grosser Effizienz ein Relikt vergangener Zeiten sein. Wir werden, wenn wir alleine arbeiten, mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit schlechter, auf jeden Fall jedoch langsamer als bisher arbeiten. Und Letzteres ist insofern fatal, weil mit geringerer Produktivität der Gewinn der Praxis nach unten geht, gegebenenfalls überproportional. Schlechter, langsamer, weniger gut bezahlt. Das sind hochgradige Spasskiller.

Über den Superorganismus Zahnarztpraxis, den wir uns in den letzten 50 Jahren herangezüchtet haben und der Grundvoraussetzung für Qualität + Effizienz darstellt, hatte ich schon zum letzten Jahreswechsel geschrieben.

Hier zum Nachlesen
Gedanken zum Jahreswechsel 2023/2024 (I)
Gedanken zum Jahreswechsel 2023/2024 (II)
Gedanken zum Jahreswechsel 2023/2024 (III)
Gedanken zum Jahreswechsel 2023/2024 (IV)
Gedanken zum Jahreswechsel 2023/2024 (V)

Und was nun kann ich sagen, 1 Jahr später.
Das das Mitarbeiterproblem existent, real geworden ist.
Und zwar in prekärem Ausmaß.

Durch die ganze Republik.
In den grossen Städten, ebenso wie in der tiefsten Provinz.

In den exklusiven Praxen ebenso wie beim Landzahnarzt.
Woran ich das festmachen kann? Hier der 3 KO- Fakten: 1. Egal mit wem Du in der Zahnmedizin sprichst, es ist ein vorherrschendes Thema. Hat das Klagen über unzureichende Bezahlung abgelöst und das will schon was heissen. 2. Immer wieder hört man sogar, das die Kollegen aus Mitarbeitermangel gezwungen sind, alleine am Patienten zu arbeiten. 3. Wenn wir im Vorfeld unseres wöchentlichen Diagnose-Tages bei unseren Überweisern anrufen, weil uns Unterlagen der überwiesenen Patienten fehlen, dann haben wir es nun regelmäßig mit irgendwelchen Anrufbeantwortern zu tun. Eine telefonische Nichterreichbarkeit wäre früher ein absolutes NoGo gewesen. Heute ist es in Medizin und Zahnmedizin gefühlt allgegenwärtig vorhanden.

Endspiel 2025 Analyse (II)

Kurzer Einschub in der Sache.

Eine Reihe von Artikeln, die ich vor langer Zeit bei WURZELSPITZE geschrieben habe.

Unbedingt lesen, um zu sehen und zu beurteilen, wie es uns in all den Jahren ergangen ist, was sich getan und vor allem auch nicht getan hat in der Sache.

Der erste Artikel ist von 2009. Es stand in der New York Times…

Darin geht es um Ärztemangel und den Trend zur Spezialisierung. BTW die Spezialisierung war die beste Sache für mich beruflich überhaupt. Das sage nicht nur ich. Das sagen auch meine Mitarbeiter.

Dann eine Artikelfolge von Anfang 2011.
14 Jahre her.

In der ich zu Beginn schrieb, warum ich glaube, das sich in den nächsten 10-15 Jahren nichts ändern wird an der grundlegenden Situation der Zahnmedizin in der nächsten Zeit.

10 – 15 Jahre?
Rückblickend ziemlich zutreffend.

Denn die Zahnmedizin betreffend bedient man sich von Seiten der Politik und Standespolitik den gleichen Worthülsen und Mechanismen wie damals. Wer hat sich in all der Zeit für die Zahnmedizin von Seiten der Politik wirklich interessiert? Niemand. Wie half uns die Standespolitik? Nicht mal in homöopatischen Dosen. Und wer glaubt, es wird sich diesbezüglich zeitnah was ändern? Träum weiter, Dummchen.

Also – Hilf Dir selbst, dann hilft dir Gott!

69 Prozent (I)

69 Prozent (Teil 2) – Força Barça

69 Prozent (Teil 3) Was Lufthansa – Piloten von Zahnärzten unterscheidet

2012- Willkommen in der Realität! 4 KO – Kriterien (69 Prozent – Teil 4)

Was tun, Xavier ? (69 Prozent Teil 5)

Mein Buch des Jahres 2024…

…ist ein so banales, dass es eigentlich nicht einmal einen Artikel wert ist.
Denn sein Inhalt ist in maximal 2- 3 Sätzen zusammengefasst.

Die 1%-Methode von James Clear, im Originaltitel „Atomic Habits“, vermittelt, wie kleine, kontinuierliche Verbesserungen zu signifikanten Veränderungen führen können. Diese Methode basiert auf der Idee der Ansammlung kleiner Gewinne, die sich über die Zeit potenzieren und somit große Erfolge ermöglichen. Ein zentrales Konzept des Buches ist die Verhaltensänderung durch das Verständnis von Gewohnheiten, die in vier Phasen ablaufen: Auslösereiz, Verlangen, Reaktion und Belohnung.

Zusammengefasst ermutigt die 1%-Methode dazu, durch kleine, machbare Schritte langfristige Erfolge zu erzielen. Wenn man über einen genügend langen Zeitraum etwas konsequent und regelmäßig macht, dann zahlen sich diese Bemühungen in signifikanter Weise aus.

Das ist jetzt etwas, was man als Binsenweisheit bezeichnen würde. Und unseren Blog WURZELSPITZE habe ich im November 2008 mit den Worten „Babyschritte“ auf den Weg gebracht.

Nichts Neues also.
Eigentlich.

Aber letztendlich haben mich die konkreten Beispiele im Buch dazu bewogen, etwas anzugehen, was ich zwar schon länger wollte, aber dann aus Trägheit dann doch nie konkret umgesetzt habe. Nämlich mittels einer Sprach-App meine Italienisch – Kenntnisse zu verbessern.

Und am Ende des Jahres kann ich sagen:

  1. Ich habe konsequent gelernt, ab Mitte des Jahres sogar mit 2 unterschiedlichen Apps. Tag für Tag. Und mein Italienisch ist besser geworden. Immer noch sehr rudimentär. Aber immerhin so weit verbessert, dass ich im Mai in Rom den Restaurantbesuch von Anfang bis Ende in italienischer Sprache absolvieren konnte und – AHA- Erlebnis – im Oktober in Tokyo mit einer älteren Japanerin, die ebensowenig der englischen Sprache mächtig war wie ich der japanischen, aber früher einige Jahre in Italien gelebt hatte, auf italienisch kommunizieren konnte und wir dadurch Besichtigungsmöglichkeiten bekamen auf unserer Reise, die wir ohne meine Kenntnisse niemals erzielt hätten.

Der Zeitaufwand, den ich aufgebracht habe, lag bei gerade mal ca. 5 – 10 Minuten pro Tag. Also wirklich überschaubar und auch immer absolvierbar.

Das Alles hat mich so motiviert, dass ich schon im Herbst diesen Jahres ein weiteres Projekt in Angriff genommen habe, für das ich freiwillig mindestens 15 Minuten pro Tag aufwende, weil es Spass macht sogar meinst noch ein paar Minuten länger.

Und für 2025 mir gleich 2 weitere Dinge vorgenommen habe, die ich konsequent angehen werde. Ich bin zuversichtlich, das ich dies Alles durchziehen werde und den entsprechenden Nutzen mit der Zeit davontragen werde.

Endspiel 2025 (II) Die Analyse: Was sind die Grundlagen für den Praxiserfolg in der Zukunft? – Status Quo 2025

Was sind die Grundlagen für den Praxiserfolg in der Zukunft?
Das die Praxis auf Social Media präsent ist und lustige TikTok Videos macht?
Sicher nicht. Viel Glück dabei…

Es werden ganz andere Dinge gefragt sein.
Aber zunächst die gute Nachricht: Die Zahnarztpraxis der Zukunft wird sich vor Patienten nicht retten können.

Zwar ist ein Übermaß an Patienten keine absolute Garantie für den wirtschaftlichen Praxiserfolg, aber sagen wir mal so, es hilft ganz ungemein. Und das aus zweierlei Gründen. Weil es von Abhängigkeiten befreit. Von Patienten auf der einen und von Krankenkassen und Politik auf der anderen Seite. Genau dieses Johann Wolfgangsche Schwert des „Und bist Du nicht willig, so brauch ich Gewalt“, das die vergangenen Zahnarztgenerationen so vortrefflich in Schach gehalten hat, ist nämlich stumpf geworden. „Du darfst Kassenpatienten behandeln, aber nur, wenn Du Dich an unsere Vorgaben hältst. Wir halten den Daumen drauf, und sagen, was Du darfst und was nicht, sonst schmeissen wir Dich raus und Du gehst pleite!“

So funktionierte das über viele Jahrzehnte.
Jetzt aber nicht mehr.

Was für eine wunderbare Wendung.
Zum ersten Mal in langer langer Zeit ist der Zahnarzt als Unternehmer in der Lage, seine Rahmenbedingungen zu seinem eigenen Gusto und betriebswirtschaftlichem Vorteil zu gestalten und dann von diesen Settings zu profitieren.

Das ist der nächste grosse Vorteil der Jetztzeit.
Nicht nur das es genügend Patienten gibt, sondern das man davon auch in adäquater Weise betriebswirtschaftlich profitieren kann.

Das wollen natürlich die Krankenkassen und die Politik nicht.
Die möchten weiterhin, wie bisher, in bester „Geiz ist GEIL!“- Mentalität möglichst viel Leistung zu möglichst kleinem Preis einkaufen. Das dies natürlich , was die Qualität angeht, zwangsläufig mit Einbußen verbunden ist, interessiert niemanden. Nicht die Krankenkassen, nicht die Politik und auch nicht diejenigen Leistungserbringer, die sich, den Mechanismus zum eigenen Vorteil zu eigen machend, auf dieses Spiel einlassen. Das im Supermarkt-Honig, der zu 3 Euro statt 8 -12 Euro wie beim Imker angeboten ist, gar kein Honig drin ist, dieses Untersuchungsergebnis überrascht doch nicht wirklich, oder ?

Lieber Zahnmediziner, welchen Honig möchtest Du in Zukunft verkaufen? In dein Sortiment aufnehmen? Du hast es selbst in der Hand, sowohl was die Auswahl des Produktes angeht, als auch den Preis, der dafür aufgerufen wird. Und kannst Allen entgegenrufen: Dann geh´ doch zu NETTO !

Was dafür zu tun ist, welche Weichen wie dafür gestellt werden sollten, darüber schreibe ich im nächsten Beitrag.

Endspiel

1.68

Wir befinden uns im Jahr 2025 in der Zahnmedizin im Endspiel.

Klingt gut?
Keineswegs.

Ich rede nicht vom Endspiel beim Fussball, im Sinne eines grossen Finales, sondern vom Endspiel beim Schach.

Das Endspiel beim Schach ist die Phase, in der die Partie sich dem Ende nähert und nur noch wenige Figuren auf dem Brett verbleiben. Es ist eine äußerst taktische Phase, die oft den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage ausmacht. Viele taktischen Züge wurden schon gemacht. Viele Weichen sind buchstäblich gestellt, die strategischen Richtungen sind vorgegeben. Zuvor ist es in der Regel im Rahmen des Mittelspiels zu einer deutlichen Reduktion an Spielfiguren gekommen. Ziel war es, einen materiellen oder strategischen Vorteil gegenüber dem Gegner zu bekommen. Im Endspiel kommt es nun auf präzise Planung und kluge Entscheidungen an. Hier bedarf es spezifischer Techniken, um die eigenen Chancen zu maximieren und eine Niederlage zu verhindern.

Ist man im Endspiel angelangt, so sind im Hinblick auf die jeweils vorhandenen Ausgangssituationen die notwendigen Züge und Strategien auf der Hand liegend. Ein typisches „Wenn, Dann“ – Szenario wird benötigt, um nicht „Schach Matt“ gesetzt als Verlierer aus der Partie zu gehen.

Ich sage nachwievor.
Nie gab es bessere Zeiten als jetzt, Zahnmediziner zu sein.
Und ich freue mich für jede Kollegin, jeden Kollegen,welche nun die Möglichkeit haben, die dentale Zukunft nach deren Gusto zu gestalten. In einem viel grösseren Maße als wir Dental-Dinosaurier jemals die Chance hatten.

Ich werde zwischen den Jahren und zum Jahresbeginn 2025 in einigen Beiträgen die gegenwärtige Situation analysieren. Wo wir als Zahnmedizin, als Zahnmediziner stehen und was getan werden sollte, um als Sieger vom Brett aufzustehen.

Eine solche Analyse ist in der gegenwärtigen zahnmedizinischen Situation ebenso wie beim Schachspiel spielentscheidend. Ein einziger Zug entscheidet über Sieg oder Niederlage.

Daher sollte das weitere Vorgehen klug durchdacht sein.

Das Gute – Nicht die Krankenkassen, nicht der Staat hat die besseren Figuren in der Hand.
Das diese glauben, das dem so sei, ist ein Vorteil.
Hochmut und Ignoranz kommt vor dem Fall.

Schach!

Röntgenbild des Tages 20241107 …oder warum ich auf Metapex und auf Warme Guttapercha-Techniken nicht verzichten werde…

Auf die Schnelle ein paar Röntgenbilder zum Informieren und Motivieren.

Zahn 36, Zustand nach Wurzelkanalfüllung alio loco, massive apikale Aufhellung. Vorhandene interradikuläre Aufhellung. Röntgenaufnahme 1 zeigt die Situation vor Behandlungsbeginn 17.01.2024

Am 07.11.2024, nach rund 16 Wochen Liegezeit der Metapex-Calciumhydroxid-Einlage erfolgte die Wurzelkanalfüllung mittels warmer Guttapercha-Fülltechnik.

Für das Backfill kam unser Meta Biomed Genesys- Gerät zum Einsatz.
Immer wenn nach ein paar Sekunden es nicht zum charakteristischen automatischen „Ausschiebens“ der Kanüle aus dem Wurzelkanal kommt, werde ich unruhig.
Das war hier definitiv für mehrere Sekunden der Fall.
Die sich in einem solchen Fall zu einer gefühlten Ewigkeit ausdehnen.
Auweia.

Und man fragt sich dann unwillkürlich, presse ich gerade unkontrolliert eine grosse Menge Guttapercha in den vorhanden riesigen periapikalen Knochendestruktionsbereich?
Oder vielleicht durch eine vorhandene, aber bislang unbemerkte vertikale Wurzelfraktur?

Beides war hier nicht der Fall, vielmehr offenbaren die Kontrollröntgenbilder (Rö-Bilder 2 und 3), welch enorme Ausdehnung die vorhandenen Isthmen intraradikulär einnehmen.

Die in den Kontrollröntgenbildern sichtbare Knochenregeneration ist wie eigentlich immer in solchen Fällen für die Kürze der Zeit ausgesprochen gut vorangeschritten, in diesem Falle sowohl periapikal als auch interradikulär und stimmt mich hinsichtlich einer sehr guten Prognose, den weiteren Zahnerhalt betreffend, sehr zuversichtlich.
Danke Metapex Plus, danke Herbert Schilder.

Und zum Nachdenken – Wer glaubt, das eine Zentralstift-Technik, von mir aus auch mit tollem „biokeramischem Sealer“ in der Lage ist, diese anatomischen Spalträume adäquat zu füllen ? Und wer glaubt, das es ausreichend ist, nur die Hauptkanäle zu füllen, weil Seitenkanäle und Isthmen keinen Unterschied machen ?

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Fallpräsentationen live und in Farbe

Die letzten 3 Jahre habe ich jeweils auf der DGET – Jahrestagung im Rahmen der Kurzvorträge über die anatomischen Besonderheiten von Prämolaren gesprochen und wie man diese Schwierigkeiten, die mit zu den komplexesten in der Endodontie gehören, im Praxisalltag meistern kann.

Ich mag dieses Format.
Bin sehr gerne dort.
Am Vortragspult wie auch im Auditorium.

Leider ist der Zeitrahmen, der zur Verfügung steht, zu kurz bemessen.
Bei 4 Minuten Vortragszeit und 5 Minuten Diskussion bleibt zwangsläufig sehr viel auf der Strecke. Sowohl die angeschnittenen Themen als auch die Vortragenden und Zuhörer- mit diese Meinung stehe ich nicht alleine – würden ein Plus an Zeit pro Vortrag begrüßen.

Es gibt nichts Gutes. Ausser man tut es.

Wer hat das gesagt ? Erich Kästner.
Und recht hat er.

Daher.
Habe ich, aus Spass an der Freud, beschlossen, 2025 ein solches Kurzvortrags-Event zwanglos auszurichten. Ich habe dies als junger Kollege bei den ROOTS Summits als Gattlin Gun, also Maschinengewehr-Vortrags-Forum kennengelernt, selbst daran teilgenommen, fand und finde diese Art der Weiterbildung toll und möchte nun diese Tradition fortführen. Für all diejenigen, die gerne mit Gleichgesinnten, Endo-Newbies und alte Hasen zusammensitzen, um sich auszutauschen.
Zu lernen. Zu lehren.

Die Bedingungen?
Nein, eigentlich gibt es nur ein Bedingung.
Jeder der teilnehmen will, trägt auch vor.
Ohne Ausnahme.
Das ist schon alles.

Das Ganze ist kostenlos.
Ich kümmere mich um den Rahmen.
Es wird lediglich eine kleine Selbstbeteiligung für Essen und Trinken geben.

Stattfinden werden die „Fallpräsentationen – Live und in Farbe“ am Samstag 27.09.2024.
Wieviel Zeit pro Vortrag steht zur Verfügung?
Ist ein wenig von der Teilnehmerzahl abhängig.
Wird sich also weisen. Aber mindestens 15 Minuten Rede- und Diskussionszeit sind gesetzt. Heisst, nach Adam Riese gibt es nach oben hin eine Teilnehmerhöchstgrenze.

Wieviele Leute werden teilnehmen?
Ich weiss es nicht.

Aber auch wenn wir nur zu dritt sind, wird das Event stattfinden. Auf jeden Fall.
Das ist mein Weihnachtsgeschenk an alle Endo-Begeisterten.

In diesem Sinne – Frohe Weihnachten !


Was bringt uns das Christkind…

in Gestalt von Mr. Hanchadent Michael Ermerling.
Ein neues WF- Füllgerät.
Zum Austesten.

Weil ich ihm auf der DGET Jahrestagung berichtet hatte, das uns geliebtes META Biomed Genesys, das beste WF- Füll-Gerät ,das wir je hatten, ausgemustert werden muss.

Weil dessen Batterien ihren Geist aufgegeben haben.
Spezialanfertigung. Also nicht mit handelsüblichen Produkten austauschbar. Und – Lithium -Batterien dürfen nicht via Luftfracht verschickt werden.
Aus Sicherheitsgründen.

Verrückte Welt ?
Wenn die Batterien in ein Gerät eingebaut sind, wie es bei einem Neugerät der Fall ist, dann darf dieses via Luftfracht verschickt werden. Als ob 2 mm Kunststoff- Hülle einen Unterschied in Sicherheit ausmachen würden, aber SOOO sind die Regeln.

Jetzt müssen wir uns also auf etwas Neues einlassen.
Und ich bin erst einmal froh, das es ein Gerät werden könnte, welches ergonomisch in unseren Workflow und unsere Arbeitsumgebung passt, Stichwort Soaric-Instrumentenarm, Multi-Instrumentenköcher zur Aufnahme von bis zu 9 Geräten. Es kommt nämlich nicht in „Pistolen“-Form , sondern in „Stift“-Form daher.


In der Praxis angekommen, zeigt sich bei Gerät und Verpackung eine nicht zu verleugnende Ähnlichkeit mit einem anderen Wurzelfüll-Gerät, nämlich dem der Firma Eighteeth.

Im neuen Jahr werde ich die beiden Geräte am Patienten einsetzen und über meine Erfahrungen berichten.

Das ein solcher Praxistest wichtig und sinnvoll ist, hat in jüngster Vergangenheit das Arbeiten mit einem vom Prinzip her analog aufgebauten Gerät gezeigt, welches so eklatant im Alltag bei uns durchgefallen ist, das ich es nicht einmal einsetzen würde, wenn ich es geschenkt bekäme, geschweige denn den im Vergleich zu den hier gezeigten Geräten ich sag mal ambitionierten Preis zu zahlen, der aufgerufen wird.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen. Das ZARC- Geräte wurde mir von Hanchadent zum Testen kostenlos zur Verfügung gestellt und geht nach der Testphase wieder zu Hanchadent zurück.

Geschichten aus dem Patiendozän – Ich hätte mir gewünscht, sagte der Vater … Teil II

Über den Fall hatte ich hier schon berichtet.
Wir konnten die alio loco durchgeführte Behandlung erfolgreich zu Ende bringen. Die Eckpunkte? Füllungsentfernung, Kariesentfernung, Composite- Restauration vor Endo zur Abdichtung und Stabilisierung der Restzahnsubstanz, WF- Revision.

Anbei ein paar klinische Fotos und die Röntgenbilder vor unserer WF-Revision und nach Abschluss unserer endodontischen Behandlung.

Ob die Eltern unsere Bemühungen in der Sache zu schätzen wissen ?
Ich bin zurückhaltend diesbezüglich…

Bild des Tages – P/N-Index Minus 6

Zum Thema von heute passend das ganz aktuelle Foto.
Von heute morgen.

In der zweiten Behandlungssitzung ist der P/N- Index auf Minus 6 gefallen.
Mal sehen wie es beim nächsten Mal weitergeht….

Bilder des Tages – GraWei-Regel

Wer das in diesem Jahr erschienene Endodontie- Lehrbuch – „Das kleine 1*1 der Endodontie“ in Händen hielt, der wird vielleicht auch im Herrmann-Kaaden schen Kapitel über die Gestaltung der endodontischen Zugangskavität geblättert haben. Wer mich im Laufe der Jahre gehört hat, der weiss, dass ich neben aussagekräftigen Fotos vor allem Wert auch auf einprägsame Faust-Regeln lege. Nachfolgend ein paar Bilder des Tages zur GRA-WEI -Regel. Diea da ausformuliert lautet: „Im Grauen sollst Du Graben, dem Weissen sollst Du Weichen.“

Was damit gemeint ist ?
Bild 1 zeigt am Zahn 16 einen diskreten sehr feinen mesiobukko-palatinalen Kanaleingang, der berühmt-berüchtigte MB2. Dem Morita Adverl Evo Erb:YAG Laser sei Dank schön freigespült und damit sichtbar gemacht. Und wo liegt der Kanaleingang? Exakt an der Grenze Dunkel-Hell, Grau-Weiss. Und wenn man dann im Dunkel-Grauen Graebt, sieht man im Bild 2 den Zustand nach vollständiger Aufbereitung.

Wie man es hingegen nicht machen sollte ?

Zeigen die nachfolgenden Fotos. Hier wurde unnötigerweise die Zugangskvität weit weit weit bis zur mesialen Aussenkante des Zahnes hin ausgedehnt. Vollkommen unnötig , denn man sieht auch hier, das die Kanäle am Übergang Dunkel- Hell liegen.

Und das ist der Grund, warum ich diese Fotos zweier Fälle eines Behandlungstages hier einstelle. Wir sehen immer wieder solche Kavitäten wie im Beispiel II, nicht selten mit Perforation zur Aussenseite hin

Vielleicht mal eine Idee, wieder mal in einem Fachbuch zu blättern?
Denn das „Kleine Einmaleins der Zahnheilkunde“ sollte jeder Generalist beherrschen. Trifft im Übrigen nicht nur auf die Trepanation zu, sondern auch auf die Wurzekanalfüllung, wie das intrakanalär vorhandene schleimige Sekret bei der WF-Revision offenbart.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Warum ich nie wieder auf unseren Endo- Diagnosetag verzichten werde …

Über unseren Endo-Diagnose-Tag habe ich schon berichtet.

Was ist das ?
An einem Tag in der Woche (bei uns ist es der Mittwoch) kommen alle unsere überwiesenen Patienten zur Untersuchung/Diagnose/Therpaieplanung.

Wir machen das schon seit nun einer ganzen Reihe von Jahren und wollen diese Vorgehensweise nicht missen.

Warum?

3 Gründe

  1. Effizienz
    Wir sind wesentlich schneller.
    Das Hintereinanderschalten gleicher Behandlungsprozeduren lässt diese schneller, glatter, reibungsloser verlaufen. Merken tue ich das immer dann, wenn ich mich in seltenen Fällen breitschlagen lasse, mal eine Ausnahme zu machen und auch an einem Nicht-Mittwoch einen Neupatienten anzuschaue. Es dauert Alles dann soo viel länger als normalerweise, dass es jedes Mal richtig weh tut und eine wunderbar disziplinarische Maßnahme darstellt, NIEMALS von der TRANSPORTER- Regel Nr. 1 „Der Plan wird niemals geändert“ abzuweichen.

Es gibt aber noch zwei weitere entscheidende Gründe:

2. Transparenz
Wir wissen immer genau, wieweit wir im Vorlauf sind, unsere zukünftigen Behandlungen betreffend. Woran wir das erkennen? Daran, wie weit in die Zukunft hinein wir mit unseren Besprechungsterminen ausgebucht sind. Idealerweise stellen wir den Patienten einen Termin am nächsten Untersuchungstag zur Verfügung. Der Patient muss also gegebenenfalls 1 – 6 Tage warten auf seinem Besprechungstermin. Sind es möglicherweise 2, 3 oder gar 4 Wochen, die als Wartezeit im Raum stehen, dann wissen wir, dass wesentlich mehr Arbeit auf uns in naher Zukunft wartet, als wir bewältigen werden können. Und es gilt, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Sowohl was zu schaffende freie Valenzen angeht, die Untersuchungs-Tage an sich betreffend, als auch was die eigentlichen Behandlungstermine angeht.

3. Adjustieren der Kybernetik- Stellschrauben
Es gibt mehrere Stellschrauben, an denen man drehen kann, um die vorhandene Problematik in den Griff zu kriegen. Das Entscheidende ist jedoch, das man jederzeit einen Einblick hat, wo exakt man steht. Und genau da macht der Diagnose-Tag den Unterschied, weil er genaue Zahlen vermittelt. Wie lange im Voraus sind wir ausgebucht? Nicht nur mit unseren Terminen, sondern mit unserem zu erwartenden Arbeitsaufkommen in der Zukunft. Ohne Diagnose-Tag kenne ich solche Kennzahlen nicht. Ich als Behandler, der sich tagein tagaus fast ausschliesslich im Behandlungszimmer aufhält, bekomme das ja auch nicht mit und muss mich bestenfalls auf meine Praxis-Managerin verlassen, die wiederum ihrem Gefühl und ihrer Erfahrung folgen muss. Wohl dem, der über eine solche Assistentin verfügt! Front-Office ? Ein harter Job im Übrigen. Der Name „Front“ ist Programm. Insofern sind auch diese Mitarbeiter dankbar dafür, über hilfreiche unterstützende Algorithmen zu verfügen.

Wie nun adjustieren?
Hier auf die Schnelle und in Kürze 3 (von noch einigen mehr) Hebeln:

1. Mehr Untersuchungs-Slots anbieten, wenn die Wartezeit zu lange wird.
Beseitigt das erstauftauchende Problem, der Patient bekommt früher einen Termin, beseitigt jedoch nicht die nachgeschalteten, sondern verstärkt diese, es dauert nämlich dann noch länger, bis mit der Behandlung begonnen werden kann. Trotzdem kommt man manchmal nicht drumherum, so zu verfahren. Ich sehe aber immer, wann und wieviele solche Ausnahme-Termine vorhanden sind und wer diese bekommt.

2. Die Untersuchungs-Slots einkürzen und statt dessen in dieser Zeit endodontisch behandeln.
Müssen wir tun, um die Wartezeit auf die ENDO- Termine zu verkürzen. Natürlich auch nicht gut, weil sich dadurch die Wartezeit auf die Untersuchung-Termine erhöht. Zeigt aber Wirkung und sobald diese sichtbar wird, wissen wir, was zu tun ist, nämlich wir können wieder mehr Untersuchungs-Termine anbieten. Dieses punktgenaue Anpassen mit klaren Parametern ginge weder so schnell noch so präzise, wenn wir nicht genau wüssten, wie unsere Terminsituation aussieht.

3. Welche Behandlungen führen wir durch? Und zu welchen Bedingungen ?
Das ist das Schöne daran, wenn man genau weiss, wie die Auftragslage im Jetzt und in naher Zukunft ist. Man muss nicht mehr JEDE Behandlung SOFORT und ÜBERHAUPT durchführen. Beispiel gefällig? Leidiges Thema Unfallkasse. Die hochkomplizierte und sehr zeitaufwändige Post Traumata – Fälle gerne zum BEMA-Rahmenbedingungen durchgeführt haben möchte. Was wir nicht tun können. Und daher diese von einer definitiven Kostenzusage gemäß unserem ausgestellten Heil- und Kostenplan abhängig machen. Solange diese nicht vorliegt, fangen wir nicht an. Und machen auch keine Termine im Voraus aus. Oder was ist mit den Patienten, die schon bei der Erstuntersuchung einen „nicht benignen“ Eindruck hinterlassen? Auch da ist – sofern eine Behandlungsabsicht von unserer Seite überhaupt sinnvoll erscheint, das Vorliegen der vollständigen Kostenübernahme nocht für die Behandlung an sich, sondern schon für die Terminvereinbarung eine conditio sine qua non.

Wie schon erwähnt gibt es noch einige mehr solcher Stellschrauben, aber ich glaube, die Botschaft ist angekommen. Der Diagnose-Tag ist ein wichtiges und nicht mehr wegzudenkendes Werkzeug unserer Behandlungsplanung.

DGET-Jahrestagung in Hamburg (I) – Was mir sehr gut gefallen hat …

… war der sehr engagiert vorgetragene Traumatologie- Vortrag von Prof. Andreas Filippi. Ich habe ihn in der Vergangenheit schon mehrmals gehört, aber nie so engagiert und lautstark agierend (im positivem Sinne) wie dieses Mal. Genau das, was die Zahnmedizin insbesondere bei einem so wichtigen Thema wie der Traumatologie braucht. Klare praxisrelevante Aussagen, engagiert vorgetragen.

Und worüber ich mich noch viel mehr gefreut habe. Das an der Universitätsklinik Basel in vorbildlicher Art und Weise eine Zahnmedizin auf höchstem Niveau praktiziert und vorgelebt wird. Jeder Student darf froh und dankbar sein, in solch einer Lernumgebung dentales Wissen erfahren, erleben zu dürfen. Mögen die in Basel etablierten Strukturen und vor allem auch die etablierte interdiziplinäre Vernetzung der verschiedenen Abteilungen den anwesenden universitären Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland als Ansporn dienen, es den Baselern nachzutun.

Und damit wir uns nicht missverstehen.
Mag sein, das in der Schweiz der universitäre Geldbrunnen noch fleissig sprudelt, während er in Deutschland schon längst versiegt ist. Ich bin aber dennoch der festen Überzeugung, das die Menschen (in Basel wie anderswo) den entscheidenden Unterschied machen. Daher ist es mir an dieser Stelle ein Bedürfnis zu sagen: Vielen Dank Andreas Filippi, vielen Dank Gabriel Krastl für euren Einsatz in der Sache in Vergangenheit und Gegenwart!!!! Denn noch so viel Geld alleine wird nicht den Erfolg bringen, wenn es die Menschen nicht gibt, die das Fach mit Engagement erfüllen. Und umgekehrt machen selbst unter prekären Bedingungen genau diese Menschen immer DEN Unterschied und sei es im Hilfshospital im brasilianischen Dschungel oder auf den Berghöhen des Himalayas.

Und was die Traumatologie angeht- es ist mir natürlich auch ein Anliegen, in diesem Zusammenhang auf die AcciDent App hinzuweisen, die mittlerweile in der Version 4.0 vorliegt. Ein unverzichtbarer Helfer in der Unfallnot und das für fast geschenkte 2,99 Euro.

Im Apple App-Store erhältlich.

Blick über den Tellerrand – Japan und das NaOCl

Bei einem meiner Vorträge in Japan gab es grosses Erstaunen im Auditorium, den Gebrauch von NaOCl betreffend im Zusammenhang mit unserem Morita Adverl Evo Erb:YAG Laser. Diese Verwendung ist in Japan offensichtlich nicht Usus. Ich war zudem erstaunt darüber, im Gegenzug zu erfahren, das der Laser aus regulatorischen Gründen in Japan sogar darüber hinaus keine offizielle Freigabe hat, die endodontische Anwendung betreffend.

Ich antwortete, das es in unserer Praxis seit 2015, dem Zeitpunkt der Ersteinsatzes des Lasers, in keinem einzigen Fall zu einem NaOCl-Zwischenfall gekommen war. Ich berichtete darüber hinaus, dass seit 1990, in den nun fast 35 Jahren zahnärztlicher Tätigkeit es zu überhaupt keinem einzigen solchen Zwischenfall zu meinen Händen gegeben hätte. Und ich die auf Nachfrage mir vorgeschlagene Alternative der Spülung der Wurzelkanäle mit Kochsalzlösung für absolut inakzeptabel, weil nicht adäquat keimeleminierend halte.

Im International Journal of Endodontics ist paasend zur Thematik jetzt ein Artikel (Regulatory issues related to the use of sodium hypochlorite solutions in endodontics) erschienen, der diese Thematik in verschiedenen Ländern beleuchtet. Es wird vermutlich in naher Zukunft EU- rechtlich bedingt zu einschneidenden Veränderungen kommen, die dentale Belieferung mit NOCl betreffend. Der lobenswerterweise frei zugängliche Artikel ist unbedingt lesenswert, will man wissen, was vermutlich kurz- oder mittelfristig auf uns zukommt.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Noch vor der DGET-Jahrestagung in Hamburg war ich unterwegs …

… und zwar in Frankfurt.
Auf der Formnext, einer Messe für 3D-Druck.
Interessanterweise waren an einer Reihe von Ständen auch die Zahnmedizin vertreten. Beeindruckt hat mich dabei ein chinesischer Anbieter: Shining 3D.

Von der Qualität des ausgestellten Intraoralscanners konnte ich mich live überzeugen. Ganz ehrlich – wer weiterhin krampfhaft an der Abformung mit Abdruckmaterialien festhält, der macht auch die Endo ausschliesslich mit Reamern und Hedstrom-Feilen. Was für eine faszinierende Technik. Und voller Möglichkeiten.
Das das neueste Gerät mit Kabel einherkommt, würde mich angesichts der Ergebnisqualität nicht stören, die Firma hat aber auch kabellose Geräte im Portfolio. Wer also in Frühjahr 2025 die IDS in Köln besucht und mit der digitalen Abformung liebäugelt, der sollte bei der Firma einmal am Stand vorbeischauen.

Für unsere WURZELSPITZE-Patrons habe ich ein Video hier eingestellt, das den Scanner in Aktion zeigt.

Fragmententfernung – der Neue in der Klasse

Im Laufe der Jahre habe ich in meiner Praxis eine ganze Reihe von Fragmententfernungsinstrumenten eingesetzt. Vom engagierten Eigenbau (Danke Andras Csögor, Danke Tassilo Hug, Danke Sebastian Stein) über kostengünstige professionelle Lösungen vom Kollegen für Kollegen wie dem Fragremover (Danke, Nils Widera, Danke Stephan Gäbler, Danke Marcus Leineweber) bis hin zu hochwertig gefertigten Industrieprodukten zu dann aber auch deutlich höheren Preisen.

Jüngstes Familienmitglied in diesem Reigen ist der BTR-Pen.
Und um gar keine Spannung erst entstehen zu lassen.

  1. Ja, auch wenn ich schon eine Reihe unterschiedlicher Geräte in der Praxis habe, es machte für mich Sinn, dieses Gerät zu kaufen, weil
  2. es in der Summe aller Eigenschaften mit Abstand der beste Fragmententferner ist, den ich bislang in Anwendung hatte.

Den Endo-Cowboy kenne ich noch nicht, probiere ihn gerne aus, wenn ich die Gelegenheit bekomme, aber im Moment bin ich mit dem BTR-Pen sehr glücklich.
Bezogen (und regulär gekauft) hab ich den BTR-Pen via Hanchadent.

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Made in Japan (IV) – Der Kassenautomat in der Zahnarztpraxis

Die Behandlung in der japanischen Zahnarztpraxis ist fertig.
Und der Patient begibt sich direkten Weges … zum Kassenautomat im Wartebereich.
Münzen, Geldscheine, Kreditkarte ?
Kein Problem.

Warum ist das so ?
Aus hygienischen Gründen.
Die Mitarbeiter sollen mit kontaminiertem Geld (schon mal Abstriche von Banknoten gemacht?) gar nicht erst in Kontakt kommen.

Das der Finanzfluss dadurch natürlich ein extrem schneller ist, ist zumindest ein sehr positiver Nebeneffekt.


Made in Japan (III) Alternatives Schwebetray für die Soaric

Wir haben 2 unterschiedliche Typen von Behandlungseinheiten in unserer Prraxis.
In Zimmer 1 und 2, den beiden Zimmern in denen ich endodontisch tätig bin, sind seit Anfang 2016 2 Morita Soaric-Einheiten installiert.

Die ich nicht missen möchte.
Auf gar keinen Fall.

Und in Zimmer 3 steht seit 2021 eine Morita Signo T 500.
Das Zimmer nutze ich nur für Untersuchungen und Nachkontrollen.
Deshalb habe ich mich für eine zwar vollständig ausgestattete, aber gegenüber der Soaric kostengünstigere Einheit der Firma Morita entschieden.

Die Soaric-Behandlungseinheit wird seit einiger Zeit nicht mehr in Deutschland angeboten.
Meines Erachtens ein grosser Fehler, liebe Firma Morita Europe.

In Japan ist die Soaric weiterhin ein stark nachgefragtes Modell.
Was man auch daran erkennen kann, das es nun eine neue Schwebetray-Variante gibt, die gegenüber unserer Variante (mit der ich, damit keine Missverständnisse auftauchen) wunderbar zurecht komme und die für unser endodontisches Arbeiten hevorragend geeignet ist.

Trotzdem finde ich das neue Schwebetray, das seinem Namen alle Ehre macht, sensationell. Weil es eine bisher unbekannt grosse Freiheit der Platzierung im Raum erlaubt. Über dem Patienten sowieso und darüber hinaus in weitaus größerem Maße als bisher um den Behandler oder die Behandlungsassistenz drumherum. Im Behandlungszimmer in der Morita Dental Plaza Toyko wurde zum Beispiel gezeigt, wie man nach Abschluss der Behandlung das Schwebetray der Soaric, welches die Bedienelemente des Stuhles enthält, bis an die Hinterkopfzeile oder das Waschbecken zur Entsorgung der benutzten Instrumente heranbringen kann.

Das Tray kommt filigran daher.
Die maximale Zuladung ist sicherlich begrenzt und vermutlich – nein mit Sicherheit – geringer als bei unserem Schwebetray. Schon bei unserer Einheit hätte ich gerne noch zumindest 1 Kilo mehr, das ich zuladen dürfte, ohne das die gesamte Konstruktion auf den Oberkörper des Patienten sich absenkt, aber ich gebe zu, wir laden auch nicht gerade wenig zu bei unserem Arbeiten. Umgewöhnen diesbezüglich müsste ich mich daher sicherlich. Würde das aber gerne in Kauf nehmen angesichts der besseren Positionierung im Raum. Diese ist nämlich in der Tat besser als alles andere, was es zur Zeit im Markt gibt.

Alllein – da es, wie schon erwähnt, keine neue Soaric mehr in Deutschland geben wird, zumindest mittelfristig, habe ich gar nicht die Chance, mit einem solchen Tray arbeiten zu dürfen. Aber vielleicht findet diese Trayvariante ja Einzug in das Produktportfolio der Signo-Baureihe. Dort wäre das Ganze sicherlich mindestens genauso wichtig, für mich sogar noch sinnvoller als bei der Signo, weil ich mit der Trayvariante, die wir zumindest an unserem Stuhl haben, das enododntische Arbeiten betreffend, gar nicht zurechtkäme. Das ist möglicherweise meinen speziellen Vorlieben geschuldet und andere kommen ganz wunderbar zurecht, also rein subjektiv, aber es ist wie es ist.

Bald ist Weihnachten.
Darf ich mir ein solches Schwebetray wünschen ?

Made in Japan (II) Absaugung 2.0

Was haben wir alles getan, während der COVID- Pandemie, um unsere Patienten, unser Personal und uns vor Infektionen zu schützen.

Ausgelöscht.
Geschichte.
Kümmert keinen Menschen mehr.

Was schade ist.
Weil einige dieser Massnahmen mit wenig Aufwand einen hohen Mehrwert darstellen. Und sinnvollerweise nicht aufgegeben werden sollten. Händedesinfektion beim Betreten der Praxis zum Beispiel. Niemand sitzt im Wartezimmer, der da nicht hingehört. Oder eine Maske in der Öffentlichkeit anziehen, wenn man erkältet ist, um die Mitmenschen vor potenzieller Ansteckung zu schützen. In Japan selbstverständlich.
Der Einzelne schützt durch sein verantwortungsvolles Handeln eine Vielzahl von anderen. Statt den umgekehrten Weg zu gehen und alle einen Mundschutz tragen zu lassen, weil man nicht sicher sein sich, sich nicht irgendwo anstecken zu können.

Aber – ich schweife ab.

Wie kam ich drauf.
Weil ich bei Morita in Tokyo eine Apparatur gesehen habe, die eines der Probleme beim Zahnarzt auf einfache Weise sehr eindrucksvoll angeht. Ich rede vom Spraynebel. Der im Rahmen zahnärztlichen Arbeitens produziert wird und Arbeitsfeld wie auch alle an der Behandlung passiv (Patient) und aktiv (Behandlungs-Team) Beteiligten kontaminiert, gegebenenfalls infiziert.

Keine Morita-Erfindung, das Gerät.
Und schon vor Corona vorhanden im Markt. Aber erst durch/nach Covid nun eine entsprechende Nachfrage erfährt.

Lässt sich einfach installieren, auch nachträglich, an unseren Behandlungsstühlen.
Das zusätzliche Licht ist auch nicht verkehrt, vermute ich.
Schaden kann es auf gar keinen Fall.

Fazit?
Ich sag mal so.

Würde ich nicht nur Endo machen, hätte ich an jedem Behandlungsstuhl so ein Gerät.

Weil- Wenig Aufwand, grosser Nutzen.



Wer das Gerät mal in Aktion erleben möchte, den verweise ich auf unsere WURZELSPITZE Patreon-Seite. Dort findet sich ein kurzes Video, welches in Bild und vor allem Ton das Gerät in Aktion zeigt.

Banzai!!!

Wenn einer eine Reise tut: Made in Japan (I)

Strategisch geschickt in Sichtweise zweier zahnmedizinischer Fakultäten von Tokyo hat die Firma Morita ihren neuen Show- und Fortbildungskomplex, die Morita Dental Plaza Tokyo, errichtet.


Überschlagsmäßig 12 – 15 unterschiedliche Behandlungseinheiten, alle möglichen Varianten des Firmenportfolios, die der Kunde erwerben kann, abbildend, sind hier anzuschauen und zu (be)greifen.

Darüber hinaus sind reale Behandlungssituationen an Hand eingerichteter Modell-Behandlungszimmer erlebbar.

Die Ausstellungsräume sind aber nur ein Teil der vorhandenen angebotenen Möglichkeiten.
Ein großer Lehr- und Tagungsraum mit mehr als 100 Sitzplätzen ist vorhanden und eine grosse Hands on Area, auf die ich in einem gesonderten Beitrag eingehen werde.

Empfangen wird man mit dem Viirtual Reality-Bereich, der, mit VR-Brillen ausgestattet, nicht nur einen digitalen Überblick über alle Bereich der Morita- Etage bietet, sondern darüberhinaus sehr beeindruckend die mögliche Zukunft der zahnärztlichen Behandlungsabläufe und Praxisorganisation präsentiert.

Auch in Japan geht der Trend weg von der Einzelpraxis zum Praxiskliniken.

Allerdings hat man hier den Eindruck, dass die Art und Weise, wie so etwas aussehen soll, eine wohlstrukturierte ist. Im Gegensatz zu den stümperhaft daherkommenden, weitblicklosen , nicht einmal ansatzweise symptomorientierten, geschweige denn kausal therapierenden Vorschlägen, die von der deutschen Gesundheits(Standes)politik präsentiert werden.

Auch dazu mehr in einem gesonderten Beitrag.

Wann genau eigentlich sind wir falsch abgebogen ???

Das erste was mir auffällt bei meiner berufsbedingten Japan-Reise.
Wie sauber hier in Tokyo alles ist.

Die Straßen blitzeblank. Ohne Schlaglöcher. Die Gehsteige ohne Müll, ohne Kaugummiflecken, ohne Zigarettenstummel. Die Grünanlagen entlang der Wege gepflegt, alles Vegetative akurat gestutzt und in Form gebracht.

Das erste was mir auffällt, als ich wieder in Deutschland bin?

Das der Autobahnzubringer am Frankfurter Flughafen in der Kurve zur A 5 am Strassenrand vollkommen zugemüllt ist. Mit lauter Dingen ,die aus den Autofenstern geworfen wurden.

Wann genau eigentlich sind wir falsch abgebogen in Deutschland ???

Und sehen unsere Politiker nicht bei ihren zahlreichen Reisen in aller Welt, wie sehr es krankt in Deutschland im Vergleich zu den anderen Ländern, die sie besuchen ? Insbesondere, wenn die Unterschiede so augenscheinlich sind, ins Auge fallen, nicht übersehen werden können. Man also – anders ist es nicht zu erklären – bewusst wegschauen muss, um sich nicht eingestehen zu müssen, wie sehr die Dinge bei uns in Deutschland im Argen liegen.

Deutschland wird und verhält sich zunehmend dysfunktional.
Das betrifft mittlerweile eigentlich alle Bereiche des Lebens und natürlich auch die Zahnmedizin. Und ich halte dies für eine ganz schlechte Entwicklung. Und sehe im Moment keinen Hinweis auf Besserung.

Im Gegenteil.
Was tun ?
Vielleicht einfach mal schauen, wie machen es die anderen.
Die die gleichen Probleme haben, aber offensichtlich besser damit umgehen.
Lösungen gefunden haben. Oder zumindest Lösungsansätze. Und dann einfach mal die Erfolgsrezepte aufgreifen und nachmachen.
Wenn´s bei den anderen funktioniert, warum nicht bei uns???

Damit wir uns nicht falsch verstehen.
Nicht alles in Japan ist gut.
Viele Probleme sind dort genauso, manche vielleicht sogar noch grösser als bei uns.
Trotzdem sehe ich viele Dinge dort wesentlich besser gelöst.
Statt also am berühmt-berüchtigten Motto: „Am deutschen Wesen wird die Welt genesen“ festzuhalten, ist es an der Zeit, demütig innezuhalten und dankbar die Erfolgsrezepte der Anderen aufzugreifen und umzusetzen. Das fängt beim Müll auf der Strasse an und hört dabei aber lange nicht auf.


Liebe Autoren von Wurzelspitze, liebe Mitlesende

Liebe Autoren von Wurzelspitze (liebe Mitlesenden),

gestern hat sich ein 8jähriges Mädchen bei mir vorgestellt mit den im Angang ersichtlichen Fehlbildungen der oberen 1er. Die Zähne sind sensibel.

Anamnestisch ist eine psychische Auffälligkeit mit bestätigter ADHS Diagnose zu erwähnen mit medikamentöser Therapie erst seit kurzem also nicht während Dentogenese.

Das Kind ist in kieferorthopädischer Behandlung, deswegen hatte ich gestern kein Röntgenbild angefertigt. Die Bilder fordere ich erst an, sorry.

Meine Fragen an Euch:

Sind das für Euch typische Veränderungen -ich sehe das zum ersten Mal- , die in Richtungirgendeines Syndroms weisen?    …mit weiteren eventuell schwerer wiegenden allgemeinärztlich zu berücksichtigenden Befunden?

Kann das eine Form eines dens invaginatus sein? Das werde ich dann ohnehin auf mögliche Veränderungen apikal röntgenologisch überprüfen.

Wie würdet Ihr mit den Zähnen kieferorthopädisch umgehen:

  1. Axial korrekte Einstellung der Wurzeln führt zu unmöglicher Position der Kronen mit später umfassender Präparation mit dann wohl zwingend notwendiger endodontologischer Intervention?

oder 

  1. Optimierte proklinierte Einstellung der Zahnkronen mit dann weit palatinal retroklinierter Richtung der Wurzelanteile? Weniger Präparationstrauma aber ungünstigerer Kraftvektor auf die Wurzeln.

Danke für Eure Tipps,

Gruß Ulf Kerkhecker

Ein Marvis-Versprechen ist auch in Tokyo möglich

Ein der Kaufhaus gegenüber des altehrwürdigen Bahnhofs Tokyo Station im Bezirk Ginza der japanischen Hauptstadt. Die Geschäfte haben bis 21 Uhr geöffnet, so bleibt in der kurz bemessenen Zeit meines Japan-Besuches auch nach Ende der beruflichen Tätigkeit für mich die Möglichkeit, auf Entdeckungsreise zu gehen. Und was finde ich, inmitten einer Vielzahl von Designprodukten des Conran Shops? Die Marvis- Zahncreme aus Italien.

Ich habe im Übrigen- seit bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation vorgestellt – 3 Marvis-Versprechen in Angriff genommen. Und zwei davon sogar schon umsetzen können. Aus Tokyo zurück stehen nun 2 weitere auf der Liste und in bin gespannt, wie sich alles entwickeln wird. Die Marvis-Versprechen sind dabei ein nicht unerheblicher Motivator. Ich kann es nur empfehlen. Das stetige Erinnern trägt nicht unerheblich dazu bei, das man auch komplexe oder gar unliebsame Aufgaben in Angriff nimmt, die sonst gerne unendlich lange vor sich hergeschoben werden.

Auf dem Endo-Tray – unsere individuellen Ablagen

Die nachfolgenden 2 Fotos möchte ich noch nachliefern.
Von unseren Endo-Tray-Ablagen auf dem Schwebetray.

Aus einem Kunststoff, der die Desinfektion im Thermodesinfektor verträgt.
CNC-gefräst, wie die genaue Betrachtung offenbart. Ein 3/4 Jahr lang durchläuft die erste Charge nun schon den Wiederaufbereitungsprozess und die beiden Prototypen sind immer noch ansehlich. Insofern schien es mir nun angebracht, die 2. Charge in Auftrag zu geben. Mit 75 Euro pro Ablage.
Und ich zitiere aus meinem Vortrag bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie: „Ein vorhandener Nutzen überkompensiert den notwendigen finanziellen Aufwand.“ Soll heissen. Gut angelegtes Geld, weil mir Tag für Tag dieses Hilfmittel, so unspektaklär es auf den ersten Blick daherkommen mag, das Arbeiten erleichtert. In jeder einzelnen Behandlung.

Wieder mal ein Wurzelkanal-Rätsel – Wieviele Kanäle haben wir hier ? (II)

Wieviel Kanäle hat er denn nun, dieser Zahn 36 ?


Es sind 6 an der Zahl.
3 in der mesialen und 3 in distalen Wurzel. Das DVT gibt die dem Zahnfilm verborgen bleibenden anatomischen Details preis. Die 3 in der mesialen Wurzel münden im Übrigen getrennt voneinander. Drei PoE, 3 portals of exit. Was die Situation etwas kürzer, prägnanter wiedergibt als zu schreiben: Drei bis zum Foramen apicale getrennt voneinander verlaufende Wurzelkanäle. Schwierig bleibt aber das eine genauso wie das andere. Und die sehr engen Kanäle und das sklerotische harte Dentin kommen erschwerend hinzu.

Umso erfreulicher, das die Abschlussröntgenbilder nach WF zumindest andeutungsweise erkennen lassen, wie komplex dieser Fall war. Und die gefüllten Seitenkanäle erfreuen zusätzlich das Auge des geschulten Betrachters.

Und da war noch der andere Zahn 36. Der mit der grossen
Der war ganz normal.
4 Kanäle. Sicherheitshalber den Defekt distal von intern mit Komposit geschlossen, auch wenn es unter OP- Mikroskop-Kontrolle keinen Hinweis für ein Leakage gab.

Massive Überpressung von Calciumhydroxid. Welches – einer der Gründe, warum ich das von uns verwendete Material so mag – zeitnah resorbiert wird. Dafür aber schon mit sichtbarer beginnender knöcherner Regeneration zum Zeitpunkt der Wurzelkanalfüllung. Erfreulich bei einem Zahn, der auf Grund der scheinbar „hoffnungslosen“ Ausgangssituation nicht selten extrahiert wird.

Blick über den Tellerrand bzw. über Landesgrenzen hinaus (II)

von Thomas Weber

Zum Beitrag von letzter Woche hat Thomas Weber, der Autor des Memorix Zahnmedizin einen ausführlichen Kommentar geschrieben, dem ich nachfolgend hier die ihm gebührende Aufmerksamkeit im Rahmen eines dezidierten Blogbeitrages geben möchte:

Wenn der Patient über Datenstick oder Chipkarte die Hoheit über seine Gesundheitsdaten behielte, wo bliebe dann die industrielle eHealth-Gesundheitswirtschaft?

Der Sinn der Telematikinfrastruktur und der ePA wäre verfehlt: Die Gesundheitsdaten müssen nutzbar gemacht werden. Für Dritte.

„Daten sind das Erdöl des 21. Jahrhunderts.“ hat Professor Dr. Andreas Peichl vom ifo-Institut mal formuliert. Und Gesundheitsdaten sind besonders wertvolle Rohstoffe, die endlich und in großer Menge gefördert werden wollen. Bleiben wir im Bild: Erschlossen werden sollen die Datenquellen im Wesentlichen durch die Heilberufler in den Praxen und Krankenhäusern, den eRezepten, aber auch durch die Patienten selbst mittels Wearables und Smartwatch-Apps: Alles soll in die ePA, von dort wird es über die Pipeline der schnellen „Datenautobahn“ Ti in die Rohöhldatenbank der Krankenkassen gepumpt, bevor die Daten raffiniert werden. In den Tanks lagern schon die „Versorgungsdaten“ aus den Abrechnungen der Heilberufler. Die größte Raffinnerie ist das „Forschungsdatenzentrum“, wo der unterschiedliche Gehalt der Daten erschlossen wird. Und von da geht es zur weiteren Verwertung der Datenerdölprodukte durch Nutzer mit „berechtigtem Interesse“.

Künftig dürfen die Krankenkassen in den Versichertendaten nach persönlichen Gesundheitsrisiken suchen und die Betroffenen dann darüber informieren. Und deshalb brauchen sie – quasi zwangsweise – den Zugriff auf den Rohöldatentank. Die Daten dort sind pseudonymisert, damit eben ein Personenbezug wieder hergestellt werden kann, denn wie sollte der Versicherte sonst über sein persönliches Risiko informiert werden können?
Und ein Zweites versprechen sich die Krankenkassen , wie es die stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes offen kommunizierte:
„Die Übermittlung der Abrechnungsdaten muss erheblich beschleunigt werden, damit Patientinnen und Patienten die erbrachten Leistungen transparent nachvollziehen und Krankenkassen ihre Versicherten individuell beraten können, welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten existieren. Auf Basis eines gesetzlichen Auftrags werden Vertragsärztinnen und Vertragsärzte verpflichtet, Daten zu definierten Leistungen taggleich an die Krankenkassen zu übermitteln. Hierdurch werden Versicherte und Krankenkassen in die Lage versetzt, sich zeitnah einen aktuellen Überblick über die Behandlung zu verschaffen. So können Patientinnen und Patienten frühzeitig auf den bedarfsgerechten Versorgungspfad geleitet und bei der Inanspruchnahme notwendiger Leistungen unterstützt werden.“
Der gläserne Patient und der gläserne Arzt auf dem bedarfsgerechten Versorgungspfad, den die Krankenkassen dann wegweisen. Wie schön ist die neue eHealth-Welt!

Aber „berechtigtes Interesse“ haben natürlich auch Versorgungsforscher jeder Coleur, die Pharmaindustrie, die industrielle eHealth-Gesundheitswirtschaft oder der Versandhandel von Gesundheitsprodukten jeder Art. Da ist das Angebot für den neuesten Diabetes-Sensor schon im Briefkasten, bevor die Diagnose beim Betroffenen richtig angekommen ist. Wie bequem ist die neue eHealth-Welt!

All das kann man gut finden. Bequemlichkeit hat halt ihren Preis. Sollte man aber nicht gut finden müssen.
Erinnern wir uns: Die ePA gibt es auf freiwilliger Basis, also Opt-In, seit 2021. Die Patienten, die sich bisher eine haben anlegen lassen liegt momentan irgendwo um die 2%. Deshalb kommt jetzt das „Opt-Out“: Wer nicht widerspricht, kriegt eine ePA. Und es ficht den Gesetzgeber dabei nicht an, dass Schweigen oder Nichtstun im Rechtsverkehr eigentlich keine Willenserklärung darstellt.

Die ePA bleibt für beide Gruppen der Ärzte und der Versicherten ein zweischneidiges Schwert. Jeder tut gut daran, sich umfassend zu informieren. Mittlerweile gibt es sehr gute Zusammenfassungen über Nutzen, Risiken und Folgen der ePA vom Team Zahnärzte Bayern: https://www.team-zahnaerzte-bayern.com/epa oder vom MEDI-Verbund: https://www.medi-verbund.de/epa/ . Interessanterweise kommen nun auch die ersten Berufsverbände auf den Widerspruchstrip: Unter https://opt-out-info.de/ warnt der FVDZ-Landesverband Bayern e.V. Patienten unter dem Motto: „Schütze Deine Daten!“ vor der ePA.

Wer sich um eine umfassende Sicht bemüht, dem sei das Büchlein von Dr. Andreas Meißner „Die elektronische Patientenakte – vom Ende der Schweigepflicht. Für Risiken und Nebenwirkungen übernimmt niemand die Verantwortung.“ empfohlen, das im Westend-Verlag im Mai 2024 (ISBN 3864894727) erschienen ist. Meißner ist nicht nur ein sehr kluger Mensch und Psychiater, er hat sich in den letzten Jahren intensiv mit der Telematikinfrastruktur und der ePA auseinandergesetzt, dazu viel publiziert und darf als Kenner der Materie gelten. Die 10,00€ (oder auch weniger im Gebrauchtbuchhandel) für das kleine Buch sind gut angelegt, zumal man es nach der Lektüre auch dem Praxisteam oder der Patientenschaft weiterreichen kann.

Und wer noch auf Facebook unterwegs ist, findet diese und viele weitere Informationen auch zur ePA auf der Seite der Aktion „Rote Karte für die TI“: https://www.facebook.com/Rote.Karte.TI/.

Hertzliche Grüße vom Lande,
Thomas Weber

Wieder mal ein Wurzelkanal-Rätsel – Wieviele Kanäle haben wir hier ?

Zwei Tage.
Zwei Zähne 36.

Wieviel Kanäle?
Und wie verteilt ???

Falls jemand jetzt sagt, das kann man am 2D-Röntgenbild nicht sicher erkennen… GANZ GENAU.


Blick über den Tellerrand bzw. über Landesgrenzen hinaus

Auch in Italien soll es nun eine elektronische Patientenakte geben.
Wie dies im Einzelnen aussieht, kann ich nicht sagen, aber in einem Punkt unterscheidet sie sich schon einmal diametral von der bestvorbereitesten Digitalanwendung Deutschlands. Der Patient in Italien muss nämlich der Nutzung einer solchen Anwendung ausdrücklich zustimmen. So konnte ich es im „Brixener“, der Zeitung mit Stadtinformationen von Brixen/Südtirol lesen. Dort wird nämlich um Zustimmung geworben.

Im Gegensatz zu Deutschland.

Wo keiner genau informiert wird, was und wie genau diese ePA funktioniert.
Und man aktiv widersprechen muss.
Ansonsten die eigenen hochsensiblen Gesundheitsdaten vielen vielen Leuten zur Einsicht zur Verfügung stehen.

Ich vermute mal, das bislang sich die wenigsten Bürger unseres Landes Gedanken gemacht haben, was das gegebenenfalls für die eigene Person bedeutet, wenn intimste persönliche Daten eines gesamten Lebens (von der Geburt bis zur Totenbahre) abrufbar werden. Und zwar nicht nur für die betreuenden Ärzte, sondern auch für jede Menge anderer Personen, die nichts direkt mit Medizin per se zu tun haben. Von den Begehrlichkeiten für Kriminelle (Computer kann man „hacken“) mal ganz abgesehen. Und natürlich werden – da halte ich jede Wette- in nicht zu ferner Zukunft z.B. Versicherungen diese Daten abfragen. Und dann massgeschneiderte Prämien ermitteln für jeden Einzelnen. Mit individuellem Risikoaufschlag. Und dann heisst es viel mehr zahlen oder einen Ausschluss des betreffenden Krankheitsrisikos akzeptieren. Man dann also die Behandlungskosten aus eigener Tasche zahlen muss.

Und bei Bewerbungen um einen neuen lukrativen Job wird der zukünftige Arbeitgeber Einblick in die Krankenakte fordern vorab. Suchmaschinen liefern dann Sekundenschnelle die toxischen Aktenfundstücke. Alkohol, Drogenkonsum, Burn Out, Bulimie, „Ritzen“, Geschlechtskrankheiten, Abtreibungen, Psychosen, Selbstmordversuche, Aids. Um nur ein paar zu nennen. So gesehen ist der gelangweilte Mitarbeiter der örtlichen Krankenkasse oder der örtlichen Apotheke, der einfach nur wissen möchte, was beim Nachbarn so alles in der Akte steht, noch das kleinste Übel. Allein das schon schlimm genug. „Hast du schon gehört….“

Und wer es immer noch nicht kapiert hat.
Stellen Sie sich vor, das der Kontostand ihres Bankkontos frei einsehbar wäre. Ihre Schulden, ihr Erspartes?

Wollen sie das ?
Denken sie mal drüber nach und dann mulitplizieren sie ihr Unbehagen mit 100.
Willkommen bei der ePA!

Damit wir uns nicht falsch verstehen: Alle Gesundheitsdaten an einer Stelle gesammelt. Das wäre toll und nützlich.

Aber dann bitte auf einer Chipkarte, die sie bei sich tragen oder in ihrem Smartphone gespeichert.
Und wenn jemand auf diese Daten zugreifen soll, dann erteile ich ihm DANN und nur für DANN meine Zustimmung.

Es wäre so einfach. Warum also nicht so? Ein Schelm, der Arges denkt…

3D Druck Kanban-Update September 2024

Über die neueste Generation unseres Kanban – Systems unter Zuhilfename des 3D-Druckers hatte ich hier schon berichtet.

Und freue mich, das zwischenzeitlich ein paar Kollegen dieses Konzept – über das auch bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation berichtet wurde- übernommen haben.

Mit guten Ergebnissen.
Was sich mit unseren Erfahrungen deckt.

Es ist das beste System, das wir bisher in Aktion hatten.
Insbesondere die Kombination eines nicht übersehbaren und nicht versehentlich wegwerfbaren Labels, welches fest mit dem Verbrauchsmaterial verknüpft wird, macht den Unterschied zum Positiven. Das System funktioniert sogar so gut, das es gegebenenfalls die Aufkleber unserer Wawibox-Materialverwaltung überflüssig machen wird.

Seit kurzem gibt es nun eine weitere grüne Kanban-Karte.

Wofür ist diese ?
Nun, für alle Materialien, die in so grossen Mengen bestellt werden, dass eine Lagerung des Gesamtbestandes im Behandlungszimmer nicht möglich ist. In solchen Fällen wird die letzte Materialpackung im Zimmer nicht mit einer roten, sondern mit einer grünen Kanban-Karte versehen. Damit wissen wir, das das Verbrauchsmaterial noch in genügender Zahl vorhanden ist, nur nicht an diesem Ort. Der Restbestand befindet sich an anderer Stelle. An welcher verrät der Aufkleber auf der grünen Karte. Es wird dann solange aus dem Fundus aufgefüllt (und jeweils mit der grünen Karte neu getaggt) bis der letzte, mit einer roten Kanban-Karte markierte Artikel im Zimmer landet.

Was hat sich dadurch geändert ?
Es kam immer wieder mal vor, dass Artikel neu bestellt wurden, obwohl in der „Voratskammer“ noch Material vorhanden war. Der Klassiker ? Die OP-Mikroskop-Schutzhüllen sind alle, obwohl noch 1000 Stück davon im Vorrat waren.
Solche Versehnisse kommen nun nicht mehr vor.

Sehr schön.

Zwei mal MTA-Herodontics und warum ich zuversichtlich bin…

Ich bin zuversichtlich.
Das der Zahn 46 trotz seiner 3 Perforationen noch lange im Mund bleiben kann.

Woher ich diese Zuversicht nehme?

Weil an unserem August-Recalltag zusätzlich zum Fall hier noch ein weiterer Fall ähnlichen Phänotyps auftauchte. Eine vorhandene externe Perforation. Der zur Folge der Zahn eigentlich hätte gezogen werden sollen, dann die Patientin jedoch vom Hauszahnarzt an uns verwiesen wurde. Das war im September 2016.

Fast 8 Jahre später ist der Zahn 24 immer noch im Mund.
Die Perforation wurde mit ProRoot MTA gefüllt. Die knöchernen Verhältnisse im Perforationsbereich sind einwandfrei. Die PA-Taschentiefenmessung am 23. 08.2024 95 Monate post WF ergab folgende Messwerte. Zahn 24 mv 2 mm v 2mm dv 2 mm dl 2 mm l 2 mm ml 2mm Lockerungsgrad Null.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III Endo Ergonomie – Wir sind bereit…

Wir sind bereit.


Freuen uns auf heute abend und morgen.

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Die Mutter aller infausten WF- Zähne 2024-Edition (II)

Wer erinnert sich noch an diesen Fall hier ?

5 Perforationen, auf zwei Zähne, Zahn 46 und Zahn 47 verteilt. 3 davon an Zahn 46. zwei distal, eine mesial. Der Patient suchte uns im November 2023 wegen des symptomatischen Zahnes 46 auf. Die Perforationen an Zahn 46 und 47 wurden im DVT als Zufallsbefund entdeckt, der Zahn 47 ist klinisch unsymptomatisch.

Wie es scheint, habe ich über den Fall zwischenzeitlich nicht weiter berichtet.
Das werde ich nun nachholen.

Mittlerweile liegt nämlich nicht nur die Röntgenaufnahme nach WF vor, sondern sogar schon das erste 6 Monate post WF- Recallbild. Wie doch die Zeit vergeht. Die Behandlung startete am 20.11.2023, die WF war am 08.02.2024. Das 6 Monate-Recallbild ist vom 20.08.2024.

Die nachfolgenden Fotos zeigen Zahn 46 im Zustand nach MTA-Deckung und vollständiger Aufbereitung der 4 Wurzelkanäle unmittelbar vor WF.

Patient und Zahn geht es gut.
Die apikale Aufhellung um die mesiale Wurzel ist rückläufig. Der Knochen im Bereich der Perforationen, sowohl mesial als auch distal ist unauffällig im Zahnfilm, auch das schon mal ein sehr gutes Zeichen.
Eine Überkronung durch die Hauszahnärztin soll nun folgen.

Bliebe nur die Frage, wie wird sich der Bereich um das subossär applizierte, aber crestal die Knochenoberfläche durchbohrende MTA langfristig verhalten.

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie – Bitte mitbringen !!!

Nächste Woche ist es soweit.
Der 3. und letzte Teil unserer einmalig stattfindenden DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über … Veranstaltungsreihe findet statt.

Es geht um EndoErgonomie und ich möchte alle Teilnehmer bitten, einen 20 Euro Schein mitzubringen. Keine Angst, Sie müssen den Geldschein nicht an der Tür zum Vortragssaal abgeben, sie müssen ihn nicht einmal aus der Hand geben und er darf wieder mit Ihnen zurück in ihre Praxis, aber bitte einen solches Zahlungsmittel für unseren gemeinsamen Tag bereithalten.

Bis zum nächsten Samstag.

Wir freuen unns.
Und ja, es muss ein Zwanzig Euro- Schein sein.
Kein Fünfer. kein Zehner, kein Fünfziger.

Spielerwechsel WF

Wir haben ein neues WF- Gerät.
Zwangsweise.
Weil unser heiss geliebtes Meta Biomed Genesys den Geist aufgegeben hat.

Streng genommen nicht das Gerät.
Sondern nur die Batterie des Downpack- Gerätes.
Und ich bin zuTode betrübt.

Weil das Meta Biomed Genesys für mich das mit Abstand beste Gerät für die Warm Vertical Compaction ist, mit dem ich in den letzten 27 Jahren arbeiten konnte. Solange nämlich fülle ich schon Wurzelkanäle im Sinne von Herbert Schilder mit plastifizierter Guttapercha.

Das Gerät bzw. die beiden Geräte sind also ein Traum. Und funktionierten einwandfrei, wenn man davon absieht, das im Zeitraum von ein paar Jahren ein Kunststoff- Befestigungsring immer mal ausgetauscht werden musste. Kein Problem, das Ersatzteil war nicht teuer und lies sich in Sekundenschnelle ab- und aufschrauben.

Jetzt aber der Gau.

Das Gerät ist vom deutschen Markt genommen schon seit einiger Zeit.
Und es gibt keine Batterien mehr dafür. Auf meine Nachfrage, ob vielleicht in Korea noch Batterien erhältlich wären, wurde mir im Sinne von Radio Eriwan geantwortet. Im Prinzip ja. Allerdings dürften die Lithium-Batterien nicht via Luftfracht im Frachtraum verschickt werden. Sicherheitsauflagen der Airlines. Das Verrückte ist. Neugeräte, welche die gleiche Batterie in sich tragen, dürfen befördert werden. Aber Neugeräte gibt es ja nicht mehr in Deutschland, diese haben keine Zulassung mehr.

Was für ein Glück daher, das ich bei der letzten DGET- Jahrestagung am Stand von Lambert Dental Füllgeräte von der Firma Woodpecker gezeigt bekommen habe.

Das Woodpecker Fi-P habe ich gekauft nun.
Schönes Design, wertige Verpackung.
Sehr sehr leicht kommt es daher. Zu leicht, fast schon an der Grenze zur ECONOMY- Haptik. Und die mattschwarze Lackierung sieht zwar stylisch aus, ist aber sicherlich deutlich mehr (Sealer)schmutzanfällig als die weisse glatte Oberfläche des Genesys.

Allerdings- bei einem Marktpreis von 300 Euro netto – ein absolutes Schnäppchen. Und funktioniert – vom für uns gewöhnungsbedingten Intervall- Piepsen bei Betätigung des Auslösers abgesehen- so wie es soll. Was will man mehr. Von meiner Seite daher eine klare Empfehlung.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.#



Wir hatten Glück, wir hatten Pech. Es geht in die dritte Runde…

Wir hatten Glück.
Am letzten Tag vor seinem 3 wöchigen Urlaub kam der Service-Techniker noch einmal zu uns in die Praxis und behob den Defekt.
Ich hatte mich entschlossen, auch an diesem Behandlungsstuhl nun ein Bottle-System installieren zu lassen, um zukünftigen Problemen mit der eingebauten Wasserentkeimungseinheit grundsätzlich aus dem Weg zu gehen.

Freitag Nachmittag 15 Uhr.
Das neue System ist installiert.
Alles funktioniert.
Keine Beanstandungen.

Montag morgen.

Nach Inbetriebnahme des Stuhls bildet sich innerhalb von 2 Minuten eine grosse Flüssigkeitspfütze auf dem Boden. Wesentlich größer als alles, was wir bisher hatten.

Sogar noch grösser als das Magengescchwür, das stande pede in meinen Eingeweiden zu wachsen beginnt.

Facetime-Fehlersuche mit dem Techniker, der auf dem Weg in den Urlaub sich befindet, aber dennoch sofort sich meldet.
Ein nagelneuer Kunststoff -T-Verbinder (laut Hersteller für wesentlich höhere Drücke konzipiert) ist undicht.
Es wird noch am selben Tag ganz altmodisch stattdessen ein metallener Verbinder eingebaut.

Nun ist alles gut.
Alles ist trocken.


Es ist 50 Jahre her …vor einem halben Jahrhundert also.

Ich lese sehr gerne in antiken Fachbüchern.
Bin immer wieder begeistert, mit welcher Sorgfalt und welchem Einsatz hier hochdetailliert Wissen weitergegeben wurde.

Es ist immer wieder erstaunlich, was die Altvorderern alles schon wussten.
Was vor vielen Jahren schon entdeckt wurde und immer noch aktuell ist.
Und wie sich bestimmte Problematiken immer wiederkehrend wie an einem roten Faden aufgefädelt durch die Dekaden ziehen.

Bei meinen Vorbereitungen für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III reden über EndoErgonomie (21. September 2024, Bad Kreuznach) bin ich auf nachfolgenden Absatz gestossen.

Wann wurde das Buch geschrieben ?
1974.

Damals war die Teamarbeit etwas ganz Neues.
Zumindest in Deutschland.
Und gegenwärtig scheint sich in starker Tendenz Teamarbeit und Ergonomie wieder zum antiken Status Quo zurückzuentwickeln. Der Zahnarzt als Einzelkämpfer, eventuell unterstützt von der den Speichelsauger haltenden Ehefrau.

Ist das eine gute, ein sinnvolle Entwicklung ?
Nein.
Es ist eine Katastrophe.

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III reden über… EndoErgonomie

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER zum letzten Mal.
Diesmal reden wir über EndoErgonomie.

Professionelles endodontisches Arbeiten und Top-Ergebnisse lassen sich idealerweise im Team verwirklichen. Das optimale Zusammenspiel zwischen Assistenz und Behandler ist die Grundlage für präzises, effizientes und ermüdungsfreies zahnmedizinisches Arbeiten. Dies trifft in besonderem Maße auf die Endodontie zu, wo auf engstem Raum auf einen Bruchteil eines Millimeters genau gearbeitet werden muss.

Eine steile Lernkurve bedeutet allerdings einen langen steinigen Weg für die Anwender. Erschwert durch den Umstand, dass solchen Thematiken in der endodontischen Fortbildungslandschaft – wenn überhaupt – nur eine seltene Ausnahmestellung eingeräumt wird. Das hundertste Seminar über Nickel-Titan-Instrumente. Kein Problem. Eine Fortbildung über endodontisches Arbeiten im Team? Bislang die absolute Ausnahme.

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER schaffen Abhilfe. Teilen offen und vorbehaltlos ihr Wissen zur EndoErgonomie.

Und diesmal steht das von DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER I + II bekannte Sofa nicht allein in Bad Kreuznach auf der Bühne.
Steht am Rand.
Weil wir eine Behandlungseinheit in die Mitte stellen werden.
Damit wir auch live vor Ort zu Fragen Stellung nehmen können.

Was sich unerwarteterweise im Vorfeld schon gezeigt hat – Die Unterschiede zwischen den Teams sind bei diesem Thema eklatant. Hier machen drei Praxen ganz viele Dinge ganz unterschiedlich.

Werden daher ihren eigenen „Way of Endo“ engagiert verteidigen:
9 Uhr, 10 Uhr 12 Uhr-Position?
Vierhändig oder sechshändig?
Peitsche, Satellit oder Cart?
Monitor oder Mitbeobachtertubus?

Ganz viel Diskussionspotential also.

Der Vorteil für die Zuschauer ?
Bei der vorhandenen Vielfalt ist die Wahrscheinlichkeit gross, das jede der Teilnehmerinnen und jeder Teilnehmer für die individuelle eigene Situation seinen Referenten findet, der ihm von seiner Arbeitssystematik her zusagt und man/frau so wertvolle Tipps mitnehmen kann.

Und weil bei Teamarbeit Zusammenarbeit bedeutet, ist DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über EndoErgonomie natürlich oder gerade auch eine Fortbildung für die Assistentinnen der Praxis. Damit man das am Samstag erfahrene am Montag sofort ZUSAMMEN in der eigenen Praxis anwenden kann.

Zur Anmeldung geht es hier.

Wie es endete, so beginnt es…leider

Der letzte Tag vorm Sommerurlaub.
Die letzte Stunde.
Und der Behandlungsstuhl in Zimmer 3 hat einen Defekt.
Darüber berichtete ich hier.

In unserer letzten Ferienwoche wird der Stuhl repariert.
So dass wir nach unserem Urlaub wieder wie gewohnt loslegen können.

So die Theorie.
Am ersten Tag dann morgens bei der Teambesprechung.
Eine Wasserpfütze am Stuhl in Zimmer 2. Kommt wieder, wenn man das Wasser wegwischt.
Und in Zimmer 1 überrascht die Speifontaine durch eine Geräuschkulisse, die den Niagara-Wasserfällen alle Ehre macht. Wir wissen, was das heisst. Eine Membran ist defekt, daher die Geräuschkulisse immer dann, wenn die Absaugung genutzt wird. Man kann arbeiten, aber – weil doch sehr laut – es nervt furchtbar.

Der noch am gleichen Vormittag herbeigeeilte Morita- Service-Techniker berichtet, das beide Problematiken mit der sogenannten WEK zusammenhängen. WEK ? Steht für Wasserentkeimung, vermute ich. Die Apparatur wird von Morita nur zugekauft. Produzent ist ein renommierter europäischer Hersteller, der nach eigenen Angaben eine Vorreiterrolle einnimmt mit ihrem System mit freier Fallstrecke zur Trennung von entkeimtem Brauchwasser und Frischwasser.

Nützt uns aber nix.
Kaputt ist kaputt.

Blick in die Zukunft – Wird die Endo überflüssig ?

Alle paar Jahre wieder erscheint mal eine Nachricht in den Medien, welche in naher Zukunft den Wegfall des ungeliebten Zahnarztbesuchs in Aussicht stellt.

Meist zu Zeiten des berühmten Sommer( Nachrichten) lochs.
So auch diesmal wieder, nun geht es darum, die Endodontie überflüssig werden zu lassen: „Breakthrough in dental care could make root canals obsolete“

Sicherlich noch ein weiter Weg, aber was den Artikel von den meisten anderen reisserischen Yellowpress-Artikeln unterscheidet in positiver Weise ist der Fakt, dass immerhin ein sinnvoller wissenschaftlicher Ansatz ihm zugrundeliegt.

Zur Nachricht geht es hier.

Geschichten aus dem Endozän – Fehler 80 – Früher und heute

War früher alles besser?
Sicher nicht.

Wollten wir deshalb noch einmal tauschen mit der Zeit vor 50 Jahren?
Auch nicht.
Das Bessere mit Freuden annehmen, das Gute, Bewährte aber bewahren.
Das sollten wir.

Viele Jahre kam Herr R. zu uns als Servicetechniker des Dentaldepots.

Herr R kam nach der Wende aus dem Osten.
Er war ein spröder, knorriger Typ.
Wortkarg.

Etliche Kollegen kamen nicht mit ihm zurecht.
Verbaten sich sogar, das er als Servicetechniker die Praxis betrat.

Wir mochten ihn. Baten darum, das ER zu uns kam.
Weil er den Dingen auf den Grund gehen wollte, wenn etwas kaputt gegangen war.
Schraubte Teile auseinander, statt sie einfach nur auszutauschen. Wollte immer verstehen. Warum? Wieso?
Überlegte. Fragte gegebenenfalls. „Soll ich reparieren oder austauschen?“

Er war das genaue Gegenteil zu einem anderen Servicetechniker, der zu uns kam, wenn Herr R. nicht abkömmlich war. Eine Mitarbeiterin kannte in aus ihrer früheren Praxis. Dort war er „Super Mario“ getauft worden. Weil er in eindrucksvoller BesserWessi-Manier sich den Praxisteams als „Weltbester Service-Techniker“ präsentierte. SM redete sehr sehr gerne. Kein technisches Problem, das er nicht in exzellenter Art und Weise schon gelöst hatte. Vermutlich hatte er auch die Kernspaltung erfunden, das Rad, das Feuer, die Glühbirne. Unter anderem. Wenn er nicht gerade für Ferrari als Testfahrer tätig war oder die Concorde nach New York geflogen hatte.

Allerdings- Reparaturen gab es mit ihm nicht.
Nicht lange gefackelt. Altes Teil raus, neues Teil rein. Gegebenenfalls auch mehrere. Es wurde solange irgendwas ausgetauscht, bis der Fehler gefunden war.

Fertig.
Und weg war er wieder.
In Über-Lichtgeschwindigkeit.
Superman halt.

An Herrn R – schon lange im Ruhestand – musste ich denken, als unser Steri besagte Fehlermeldung 80 aufwies.

Wenn wir früher nämlich mit Durchwahl beim Dentaldepot angerufen hätten, wäre der Leiter des Serviceteams unser Ansprechpartner gewesen. Bei bestimmten Problemen hätte er uns direkt schon am Telefon Hilfestellung gegeben. Und falls nicht, hätte sich Herr R kurz darauf mit uns in Verbindung gesetzt. Zurückgerufen. Und bei Fehlermeldung 80 hätte er als Erstes gesagt. Haben Sie schon geschaut, ob der Wasserstandsschwimmer sich verhakt hat??? Einfach den Deckel der Wasserzufuhr abnehmen, wie bei der Espressomaschine und dann mit der Hand kurz in die linke untere Ecke greifen. Und – geht´s wieder ? Prima!

Vielen Dank Herr R. 

So ändern sich die Zeiten.
Heute ist jemand am Telefon, der sich mit Technik nicht auskennt. Nimmt den Anruf entgegen. Mehr nicht. Telefon-Support gibt es nicht mehr. Und man muss froh sein, wenn überhaupt zeitnah ein Techniker kommt. Was dieser macht und wie er es macht, auch darauf haben wir keinen Einfluss. Immerhin. Die Rechnung kommt zeitnah und ist digital.







Geschichten aus dem Endozän – Fehler 80 – Abwassertank wurde nicht oder nur un- vollständig entleert

Unser Steri hat eine Fehlermeldung!

Definitiv kein Satz, den man gerne hören möchte, wenn man morgens zur Praxistür hereinkommt. Und da hilft es auch nicht, wenn ein intentionell versöhnend Sollendes: „Gestern nachmittag hat er noch einwandfrei funktioniert!“ hinterhergeschoben wird.

Der Blick aufs Display offenbart.
Fehler 80 – Abwassertank wurde nicht oder nur unvollständig entleert.
Ein Check des Abwasserschlauchs zeigt, das dieser einen leichten Knick aufweist. Vermutlich entstanden durch das viele Zurückschieben ins Gehäuse im Laufe der Zeit.

Ich biege den Schlauch gerade und nutze herbeigebrachtes Panzertape, um den Knick gewickelt, um den Schlauch wieder in seine ursprüngliche Form zu bringen.

Was wunderbar funktioniert.
Aber die Fehlermeldung beim Neustart des Steris dennoch wiederauftauchen lässt.

Also – Anruf beim Dentaldepot.
Im Laufe des Vormittags noch soll ein Techniker vorbeikommen.
Sehr erfreulich.

Der erscheint.
Und will schon gleich wieder weg. Nur noch die Unterschrift.

Der Fehler?
Ein Wasserstandsschwimmer hatte sich verhakt.
Das Prinzip ist wie bei der Toilettenspülung.
Der Schwimmer misst den Wasserstand. Und schaltet die Wasserzufuhr ein oder aus.

Ein Handgriff genügte.
Und schon tut es der Steri wieder.
Der Techniker ist so nett und zeigt mir, wo der Schwimmer liegt.
Für ´s nächste Mal.

Die ein paar Tage später eintreffende Rechnung weist (Arbeitslohn und Anfahrt) einen Betrag von 190 Euro auf.
Die Arbeitsstunde des Technikers wird in Viertelstunden abgerechnet und entspricht einem Stundensatz von 226 Euro.


Blick in die Zukunft – Autonomer Roboter führt Zahnbehandlung 8 mal schneller aus als ein Zahnarzt

Wow.

Ich muss gestehen – auf den ersten Blick für mich der blanke Horror.
Aus ganz unterschiedlichen Gründen. Und ich weiss nicht, was mir mehr Angst macht. Die Sache an sich, mit welcher Unkenntnis der Materie der Artikel geschrieben und damit falsche Akzente gesetzt werden oder die Kommentare der Leser.

Hier geht ´s zum Artikel.

Das habe ich zumindest gedacht, bis ich auf dieser Seite hier zwei Videos in der Sache gesehen habe. Denn zweifellos einer grosser Vorteil der roboterbetriebenen Präparation ist – auch wenn es noch einige prinzipielle Dinge zu klären geht, wie z.B. der Schutz der Nachbarzähne und einen ruhig liegenden Patienten vorausgesetzt – eine perfekte Präparation der Seitenwände zueinander und das Anlegen von okklusalem Plateau und Präparationsgrenze. Der Zahnarzt wird nicht überflüssig werden, aber seine Tätigkeit wird sich ändern.

Good news für alle WURZELSPITZLER. In der Endodontie wird dieser Paradimenwechsel sicherlich am längsten dauern. Hier wird manuelles Kunsthandwerk, nichts anderes ist die Wurzelkanalbehandlung, noch lange notwendig bleiben und in hoher Qualität ausgeführt sogar immer wichtiger werden.

Der Hinweis zu diesen Artikeln kam über die Zahnmed-Email-Liste von Michael Logies. Vielen Dank hierfür an dieser Stelle.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Wenn der Praxisurlaub nur noch eine Stunde entfernt scheint …

Unser letzter Arbeitstag vor den Sommerferien.
Der Countdown läuft.

Es läuft vergleichsweise ruhig ab.
Die letzten Tage waren schlimmer. Man kennt das. Wenn die Patienten demnächst in Urlaub fahren ODER wenn sie realisieren, das wir demnächst in Urlaub gehen, dann möchten sie lieber doch noch mal nachgeschaut haben, damit nix passiert. Zur Sicherheit.

Kurz nach 11.
Heute ist alles gut. Das Telefon bleibt ruhig.
Die letzte Stunde ist angebrochen.
Das Auto ist gepackt.
Gleich nach Arbeitsende soll es losgehen.

Ich komme ins Behandlungszimmer.
Will auf meinem Behandlerstuhl Platz nehmen.
Und sehe – eine kleine Pfütze auf dem Fussboden.
Direkt neben dem Behandlungsstuhl.
An untypischer Stelle.
Denn normalerweise sieht man so etwas auf der Speifontainenseite.

Ich schaue mir das Ganze genauer an.
Es ist kein Wasser.
Die Flüssigkeit hat ölige Konsistenz.
Wie Olivenöl.
Oder Bremsflüssigkeit. Sofort meine Vermutung – Undichte Hydraulik. Ich kenne diesen Anblick. Sage mir, das Du in deiner Jugend ein englisches Auto gefahren bist, ohne zu sagen, das du…

Ich fahre den Behandlungsstuhl etwas nach oben.
Ein fruchtbares, kratzend schreiendes Geräusch ertönt.
Wie ich es in 30 Jahren noch nie gehört habe in diesem Zusammenhang.

Ein Hilferuf beim Techniker.
Der kann es zuerst nicht glauben.
Glaubt an Wasser. Dafür ist es aber viel zu ölig. Ich würde gerne ein Foto schicken. Aber dummerweise habe ich die Flüssigkeit schon weggewischt.

Wieviel Flüssigkeit ausgetreten sei, fragt der Techniker.
Ich sage: „Es war ein spiegeleigrosser Fleck.“

„Das ist viel!!! „, sagt der Techniker. Und will es nicht glauben.
Klingt nicht gut. Trotzdem bin ich sehr froh, seine Stimme zu hören, denn er war sofort erreichbar. Vielen vielen Dank dafür, an dieser Stelle.

Ich sage: Öl am Behandlungsstuhl? Das kann eigentlich nur die Hydraulik des Stuhls sein.
Der Hebemechanismus des Stuhls. Wo sonst sollte die Hydraulikflüssigkeit herkommen?

Er sagt (ein Dental-Industrie- Klassiker-Satz): „Das kann eigentlich nicht sein. Das haben wir noch nie gehabt“. Sagt er nicht. Er sagt: „Das haben wir nur einmal bisher gehabt, da war ein Schlauch defekt.“
Was kann ich tun, zur Ferndiagnose, frage ich.

Ich möge bitte den Stuhl ganz nach oben fahren, damit die Verkleidung abgenommen werden kann.
Ich fahre den Stuhl nach oben.
Das schreiende Geräusch ertönt.

„Das ist kein schreiendes Geräusch“, sagt der Techniker trocken. „Das ist ein sprazzelndes Geräusch“.
Gut, das wir das geklärt haben.

Der Stuhl verharrt irgendwo in der Mitte des Möglichen, aber immerhin er verharrt in dieser Position. Er hätte auch nach nach unten gleiten können, sagt der Techniker, was die weitere Vorgehensweise deutlich erschwert hätte, denn zum Abnehmen der Stuhlverkleidung muss dieser nach oben gefahren werden.

Gut 20 Minuten lang versuchen wir rund 2 Stunden später – nachdem der letzte Patient die Praxis verlasen hat – telefonisch den Fehler weiter einzugrenzen. Die Lampe des Iphones leistet gute Dienste, durch den Spalt in der Verkleidung, mehr war nicht möglich, das Sujet auszuleuchten. Ich taste alle Hydraulikschläuche ab, sie sind, soweit erreichbar, trocken.

Vielleicht die Hydraulikpumpe ? Kann eigentlich nicht sein, sagt der Techniker.

Man wird sehen. Am ersten Tag nach unserem Urlaub werden wir mehr wissen.

Immerhin.
Meistens passieren solche Dinge am ersten Tag nach dem Urlaub.

Gefahren sind wir im Übrigen erst am Tag danach.
Den angekündigten Superstau hätte ich vermutlich nicht ohne stark blutdrucksenkende Mittel ertragen in meinem gegenwärtigen Seelenzustand.

Immerhin.
Die Fahrt verläuft problemlos.

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DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie – Wie zeigen wir Ergonomie ?

Die dentalen Themen Abrechnung und Ergonomie stehen vermutlich in der Häufigkeit ihrer Nennung in umgekehrt proportionalem Verhältnis.

Soll heißen.
Über Abrechnung sprechen gefühlt Alle, über Ergonomie so gut wie nie niemals jemand überhaupt.

Verrückt, oder ?
Ergonomie erleichtert das Arbeiten.
Macht es angenehmer, effizienter und schneller.
Schafft ein besseres Arbeitsklima.
Und ist vor allem extrem gesundheitsförderlich für die Arbeitenden.

Auf eine kurze griffige Formel gebracht:
Unergonomisches Arbeiten macht krank.
Ergonomisches Arbeiten hält einen gesund.

Trotzdem redet keiner drüber.
Über Analogpositionen wird sich lang und breit ausgelassen.
Über Teamwork in der Assistenz nicht.

Genau deshalb reden wir DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER über Ergonomie.
Bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie.

Und wir zeigen.

Nicht nur in Foto und Video.
Sondern auch…
Live.
Mit dem Behandlungsstuhl im Vortragssaal.
Wie Ergonomie aussieht.

EndoErgonomie:
Zum Anschauen.
Hinkucken.
Fragen stellen.

3 Behandlungsteams, die zeigen.
Wie sie ganz unterschiedlich arbeiten.
9 Uhr, 10 Uhr oder 12 Uhr ?
Mitbeobachtertubus Ja/Nein
Zweihändig, vierhändig, sechshändig ?

Und noch ein interessantes Kennenlern-Plus für die eine oder den anderen.
Dem konventionellen Behandlungsstuhl zur Seite stellt Morita im Vortragssaal die neue Morita Signo Z300 Einheit. Die für das Arbeiten in Beach-Technik optimal ist, sich aber auch in der KFO oder der Prophylaxe bewährt. Zum Beispiel in Zwölf Uhr-Position beim zweihändigen Arbeiten. Gott bewahre erlebe ich das assistenzlose Arbeiten hoffentlich nicht mehr. Aber wenn sich die Zahnmedizin so weiterentwickelt wie in der letzten Zeit, dann ist man vielleicht zukünftig froh, wenn der Behandlungsstuhl einem in so einer Situation ergonomisch entgegenkommt. Und das er wegen nicht notwendiger Technik günstiger ist als konventionelle Stühle macht ihn ja nicht uninteressanter.

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So oder so? Wie soll man nun …

Letzte Woche habe ich mich mit einem befreundeten Kollegen unterhalten.
Während er wie ich früher WaveOne Gold- Instrumente zur Wurzelkanalpräparation verwendet hat, bereitet er seit einiger Zeit nun Wurzelkanäle bis zu einem Taper von 4 Prozent auf und füllt mittels Zentralstift-Technik und mit einem „biokeramischen“ Sealer die Wurzelkanäle.

Ich verstehe den Kollegen.
Sowohl Aufbereitung als auch Abfüllung gelingen auf seine Art und Weise einfacher, keine Frage.

Ich hingegen möchte weiter nicht auf die warme Fülltechnik verzichten.

Warum ?
2 Tage nach unserem Gespräch dieser Fall hier.
Aus dem ich für mich den Schluss ziehe, an meiner Technik weiter festzuhalten.

Zahn 36 37.
Beide endodontisch behandlungsbedürftig.
Beide mit radikulären Knochendestruktionen.

Zahn 36 mit massiver apikaler und interradikulärer Aufhellung wie im Ausgangs-Röntgenbild vom Januar 2024 zu sehen.

6 Monate später sehen wir im Kontroll-Röntgenbild unmittelbar nach Wurzelkanalfüllung von Zahn 36 gefüllte Anastomosen in der mesialen Wurzel. Und die Abdichtung einer apikalen Teilung des Wurzelkanals in der distalen Wurzel.

Natürlich kann niemand sagen, wie die Wurzelfüllung in der Kombi 4% + „Biokeramischer“ Sealer ausgesehen hätte.

Vielleicht genauso ?
Vielleicht besser im Sinne von mehr lateraler Anatomie gefüllt ?

Wir wissen es nicht.
Das macht es ja so schwierig.

Aber wenigstens hat sich der Knochendefekt in weniger als einem halben Jahr schon sehr positiv entwickelt.

Extrem erfreulich.

Aber als Folge von was?
Der grösser getaperten Aufbereitung? Die eine effizientere Spülung und Desinfektion ermöglichte? Die schallgestützte Irrigation mittels VDW Eddy?
Die lasergestützte Irrigation mit dem Morita Adverl Evo Erb:YAG Laser im Sinne des PIPS-Verfahrens?
Die medikamentöse Wirkung unserer Langzeit-Calciumhydroxid-Einlage?

Fragen über Fragen.
Auf die es auch 100 Jahre nach Hess und Walkhoff und 60 Jahre nach Seltzer, Bender und Schilder keine allgemeingültigen Antworten gibt.

So oder so – wie soll man nun ?

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OGSF – Neues Feilen-System von Coltene

Es kommt gar nicht mehr so oft vor, dass noch etwas Neues im Bezug auf maschinelle Nickel- Titan-Instrumente der dentalen Welt vorgestellt wird.

Und so ganz neu ist es auch gar nicht, worüber ich heute berichten möchte, bedenkt man, dass die Coltene Hyflex EDM-Instrumente doch schon etliche Jahre auf demMarkt sind.

Allerdings nicht nur in der kollegialen, sondern sogar in der firmeninternen Wahrnehmung von Coltene immer irgendwie ein Aschenputtel-Dasein geführt haben. Anders ist es nicht zu erklären, das Coltene die ganzen Jahre die Hyflex CM – Instrumente in den Vordergrund gestellt und das Produkt-Portfolio ihrer EDM- Instrumente eher stiefmütterlich behandelt hat. Vor allem nie ein optimal aufeinander abgestimmtes Gesamt-System vorgestellt hat.

Das hat sich jetzt geändert.
OGSF ist das Stichwort.
OGSF steht für Opener Glider Slider Finisher.

Und EDM steht im Übrigen für Electrical Discharge Machining.
Zu Deutsch Funkenerosion. Die NiTI-Instrumente werden also nicht konventionell durch Fräsung erzeugt, sondern das Ganze funktioniert wie folgt – ich zitiere Wikipedia: Das Elektrodenwerkzeug wird bis auf Bruchteile von Millimetern an das Werkstück herangeführt. Im richtigen Moment wird der Überschlag von Funken durch eine Erhöhung der anliegenden Spannung herbeigeführt. Die Funken lassen das Material punktförmig aufschmelzen und verdampfen. Das Abtragsergebnis wird von Intensität, Frequenz, Dauer, Länge, Spaltbreite und Polung der Entladungen beeinflusst. Das Werkzeug wird mit Hilfe einer CNC-Steuerung bewegt. Es lassen sich komplexe geometrische Formen herstellen.

Ich gestehe an dieser Stelle, das ich mit dem Hyflex CM-System nie so richtig warmgeworden bin. Jörg Schröder arbeitet gerne damit, mir fehlt die Möglichkeit, lateral Druck ausüben zu können, wie ich es von WaveOne Gold und VDW Reciproc gewohnt bin. Ausserdem mag ich das leichte Aufdrehen der CM-Instrumente unter Belastung nicht, aber das Alles sind persönliche Vorlieben pro oder contra. Die Coltene Hyflex EDM Instrumente kommen mir mehr entgegen. Hier kann trotz aller möglichen Biegsamkeit und vor allem Vorbiegsamkeit, beides Eigenschaften wiederum, die ich hingegen sehr schätze, auch lateral „gebürstet“ werden.


Das OGSF-System ist ein Single Length-System.
Die Kanäle werden also behutsam mit zierlichen flexiblen Instrumenten maschinell erschlossen und das OGSF-System nutzt, wie schon vom legendären John Mc Spadden vor 30 Jahren angeraten, eine behutsame Steigerung des Tapers (hier 15.03 => 18.4,5 vom Glider zum Shaper). Mit dem Finisher mit einem Spitzendurchmesser von 0,3 mm und einem Taper von 4 Prozent wird dann die Aufbereitung abgeschlossen, sofern keine größeren Instrumente benötigt werden.

Ich bin gespannt, wie sich die Instrumente in der Praxis bewähren werden.

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Anmeldung für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie

Wenn es nicht schon heute morgen geschehen ist, so sollte im Laufe des Tages die Anmeldung für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie freigeschaltet werden. Wer teilnehmen möchte, kann sich bei Morita auf der Homepage unter Morita Acedemy nun registrieren. Allen Teilnehmern der Veranstaltung DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II vom 08. Juni ist bis Mitte Juli der Platz für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie reserviert. Da jedoch diesmal auch die Teammitglieder dabei sein dürfen und sollen (Ergonomie ist TEAMARBEIT) und deren Plätze limitiert sind, ist es vielleicht doch sinnvoll, die Anmeldung frühzeitig vorzunehmen.

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie ist der letzte Teil der Reihe.
Wie schon geschrieben wird es zu dieser Veranstaltung keine Wiederholung geben.

Diesmal wird auch wieder kontrovers diskutiert.
Ganz anders als bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II.

Die Ergonomie wird ganz offensichtlich in unseren Praxen sehr unterschiedlich ausgelebt.
Es zeigt sich schon im Vorfeld, dass die Unterschiede zwischen den 3 Praxen hier wesentlich grösser sind als zum Beispiel in der Behandlungssystematik der Kanalaufbereitung. Wo es doch eher die wichtigen Details waren, die den Unterschied ausmachten. Und es immer ein verbindendes Grosses gab.

Das ist bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoErgonomie nicht der Fall.
Hier stehen sich die Konzepte unversöhnlich gegenüber.
Das findet sich auch in der Vortragsstruktur wieder.

Jeder der Referenten hat jeweils 2 Stunden Zeit für seine 4 Themenfelder, die er eigenverantwortlich bedienen muss.
Insgesamt also 12 mal Ergonomie aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln.

Zur Anmeldung geht es hier.

Buchneuerscheinung – Das Kleine 1*1 der Endodontie

Heute vormittag lag es auf meinem Tisch.
Das Kleine 1*1 der Endodontie.

Ein Fachbuch zur Wurzelkanalbehandlung, das sich – wie der Titel suggeriert – Kleines Einmaleins ist Grundschule – an den Endo-Einsteiger richtet. Dem möchte ich zumindest ein wenig widersprechen. Auch der erfahrene Wurzelkanalbehandler kann möglicherweise das eine oder andere Nützliche hier erfahren und für das eigene Arbeiten mitnehmen. Gut angelegte 128 Euro demnach. Von denen die vielen namhaften Autoren – auch DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER sind darunter – keinen einzigen Cent sehen. Sie alle haben unentgeltlich an diesem Werk mitgewirkt. Finanzielle Interessen, die Erwähnung des Buches hier bei WURZELSPITZE betreffend, können also ausgeschlossen werden.

Dennoch nachfolgend der bekannte Disclaimer, eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Unfallzahn des Tages (III)

Ich habe mich gefragt, auf welcher gesetzlichen Grundlage die Zuständigkeit der Unfallkasse zur Kostenübernahme beruht.

Meine Internetrecherche ergab mehrere interessante Literatur-Fundstücke, die ich hier nachfolgend aufgeführt habe:

Fundstück I (auf der Homepage der Unfallkasse Rheinland-Pfalz)

Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz als zuständiger Kostenträger für Unfälle in Schulen und Tagesstätten übernimmt die Kosten einer unfallbedingten Zahnbehandlung im Rahmen der für uns gültigen Abrechnungsgrundlagen in voller Höhe, ohne Eigenbeteiligung des Versicherten.

Information Behandlungskosten bei privat Krankenversicherten

Als Trägerin der gesetzlichen Unfallversicherung hat die Unfallkasse Rheinland-Pfalz nach Eintritt eines Arbeits- oder Schulunfalls oder einer Berufskrankheit die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit ihrer Versicherten mit allen geeigneten Mitteln wiederherzustellen.
Im Rahmen dieses gesetzlichen Auftrages übernehmen wir die Kosten für eine umfassende medizinische, berufliche und soziale Rehabilitation.
Sie haben als Privatpatientin bzw. Privatpatient folgende Wahlmöglichkeiten:
Heilverfahren zu Lasten des Unfallversicherungsträgers
In der Unfallversicherung, insbesondere im Bereich der medizinischen Rehabilitation, gilt das Sachleistungsprinzip und nicht das in der Privatversicherung übliche Prinzip
der nachträglichen Kostenerstattung. Dies bedeutet: der Unfallversicherungsträger bzw. die Unfallversicherungsträgerin hat dem oder der Versicherten die Leistungen unmittelbar zur Verfügung zu stellen. Sie müssen nicht
in Vorleistung treten. Der Leistungserbringer oder die Leistungserbringerin (z. B. Arzt
bzw. Ärztin oder Krankenhaus) rechnet die Behandlungskosten direkt mit uns ab.
Ihnen entstehen also durch die Behandlung aufgrund eines Arbeits- oder Schulunfalls oder einer Berufskrankheit grundsätzlich keine Kosten.
Unsere Gebührensätze weichen von denen, die die private Krankenversicherung bzw. Beihilfestelle übernimmt, ab.
Gerade bei Privatpatientinnen oder Privatpatienten kommt es häufig zu Missverständnissen bezüglich des Abrechnungsverfahrens.

Grundsätzlich haben Sie auch bei einem Arbeits- oder Schulunfall oder einer Berufskrankheit
als privat versicherte Person die Möglichkeit
der freien Wahl des Arztes oder der Ärztin. Ausnahmen bilden Versicherungsfälle, die aufgrund ihrer Art und Schwere einer besonderen unfallmedizinischen Behandlung bedürfen. Hier ist die Vorstellung bei einer Durchgangsärztin oder einem Durchgangsarzt erforderlich.

Unfallkasse Rheinland-Pfalz, Orensteinstraße 10, 56626 Andernach
Stand: Oktober 2022

   
Sollten Sie sich für die Behandlung zu unseren Lasten entscheiden, informieren Sie bitte sämtliche an der Heilbehandlung beteiligten Leistungserbringenden, dass
  • die Behandlung durch einen Arbeits- bzw. Schulunfall oder eine Berufskrankheit bedingt ist,
  • Sie keine privatärztliche Behandlung wünschen,
  • wir Kostenträgerin der Behandlung sind.
    Unterschreiben Sie in diesem Fall keinen Privatbehandlungsvertrag!
    Sollte die Abrechnung trotz dieser Hinweise mit Ihnen erfolgen, senden Sie die Rechnung umgehend zurück mit dem Hinweis, die Rechnungsstellenden mögen bitte direkt mit uns abrechnen.

    Privatärztliche Behandlung
    Auch Privatpatientinnen oder Privatpatienten, die einen Arbeits- oder Schulunfall oder
    eine Berufskrankheit erlitten haben, können ausdrücklich eine privatärztliche Behandlung wünschen. Nur aufgrund einer ausdrücklichen Vereinbarung kommt ein privatrechtlicher Behandlungsvertrag zwischen Patientin oder Patient und Ärztin oder Arzt zustande.
    Nach Auffassung der Unfallversicherungsträger setzt das weiter voraus, dass der Leistungserbringer oder die Leistungserbringerin Sie rechtzeitig und umfassend über die Verfahren und Abrechnungsmodalitäten aufgeklärt hat.

    Ein Privatbehandlungsvertrag lässt eine Kostenerstattung durch den Unfallversicherungsträger oder die Unfallversicherungsträgerin nicht zu – auch nicht anteilig. Es fehlt an den rechtlichen Voraussetzungen.
    In der Praxis kommt es vor, dass die Leistungserbringenden eine Privatbehandlung „unterstellen“ oder annehmen, wenn sich der Privatpatient nicht anderweitig äußert.

    Beispiel 1:
    Herr L. ist mit seiner Familie privat versichert. Sein sechsjähriger Sohn fällt in der Schule auf das Knie und wird umgehend beim Facharzt oder bei der Fachärztin vorgestellt.
    Die Ärztin oder der Arzt rechnet die durchgeführte ambulante Behandlung mit Herrn L. nach
    der Gebührenordnung für Ärzte und den für Privatpatienten üblichen Steigerungssätzen ab.
    Herr L. reicht die Behandlungsrechnung in Höhe von 230,04 € bei dem zuständigen Unfallversicherungsträger oder der zuständigen Unfallversicherungsträgerin ein.

Fundstück II

Siebtes Buch Sozialgesetzbuch – Gesetzliche Unfallversicherung – (Artikel 1 des Gesetzes vom 7. August 1996, BGBl. I S. 1254)

Hier der gesamte Gesetzestext

Und hier der für uns relevante Gesetzespassus

§ 28 Ärztliche und zahnärztliche Behandlung
(1) Die ärztliche und zahnärztliche Behandlung wird von Ärzten oder Zahnärzten erbracht. Sind Hilfeleistungen anderer Personen erforderlich, dürfen sie nur erbracht werden, wenn sie vom Arzt oder Zahnarzt angeordnet und von ihm verantwortet werden.
(2) Die ärztliche Behandlung umfaßt die Tätigkeit der Ärzte, die nach den Regeln der ärztlichen Kunst erforderlich und zweckmäßig ist.
(3) Die zahnärztliche Behandlung umfaßt die Tätigkeit der Zahnärzte, die nach den Regeln der zahnärztlichen Kunst erforderlich und zweckmäßig ist.
(4) Bei Versicherungsfällen, für die wegen ihrer Art oder Schwere besondere unfallmedizinische Behandlung angezeigt ist, wird diese erbracht. Die freie Arztwahl kann insoweit eingeschränkt werden.

Fundstück III

Abkommen
zwischen der
Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung e. V. (DGUV)
Glinkastraße 40, 10117 Berlin,
Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) als Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft (LBG) Weißensteinstraße 70-72, 34131 Kassel
und der
Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV)
Universitätsstraße 73
50931 Köln
über die Durchführung der zahnärztlichen Versorgung von Unfallverletzten und Berufserkrankten
vom 1. Februar 2023

2.2 Sollte es sich in begründeten Fällen (besondere Schwierigkeiten in der Durchführung der prothetischen Versorgung) ergeben, dass hinsichtlich des Honorars von der unter 2.1 genannten Gebührenregelung abgewichen werden muss, ist zwischen dem zuständigen Unfallversicherungsträger und dem Zahnarzt vor Einleitung der Behandlung eine Honorarabsprache zu treffen.
Entsprechendes gilt für das zahnärztliche Honorar bei den Leistungen, die zur Heilbehandlung gem. § 26 Abs. 2 SGB VII gehören, aber nicht Bestandteil der Gebührenregelungen nach Ziffer 2.1 sind.

Welche Konsequenzen ergeben sich nun aus dem Aufgeführten für die zahnmedizinische Behandlung und ihre Abrechnung?

Meine Gedanken dazu im nächsten Beitrag.

Unfallzahn des Tages (II)

Die Vorgeschichte zum Fall findet sich hier.

Die Rechnung bei der Unfallkasse einreichen.
Ein lapidarer Satz. Den die Mutter des jungen Patienten uns mit auf den Weg gab.
Bedeutet konkret.

Abrechnung nach dem BEMA.
Aber mit einem eigenen Punktwert.

1,47.
Gegenüber einem Punktwert der GKV-Kassen von 1,1578.
27 % mehr.

Klingt gut, oder ?

Jetzt die Fakten.
180,62 Euro nach BEMA.
Für die in zwei Sitzungen erfolgende Wurzelkanalbehandlung einschliesslich nachfolgendem Verschluss der Trepanationsöffnung mittels einflächiger Füllung. Die unterschiedlichen Faktoren BEMA <=> Unfallkasse berücksichtigend ergäbe es bei der Unfallkasse ein Honorar von 229,39 Euro.

Plus Besprechung vorab in einer weiteren Sitzung.
Die mit den Positionen 01 vipr rö2 (insgesamt im BEMA mit 41,68 Euro vergütet, bei den Unfallkassen demnach 52,93 Euro) ebenfalls den betriebenen Aufwand nicht adäquat abbildet.

Denn wie hoch ist eigentlich das benötigte M-Honorar in unserer Praxis?
442 Euro pro Stunde.

Wird es nicht erreicht, übernimmt der Behandler zwangsläufig einen Teil der Kosten der Behandlung, die er selbst durchführt. Bei einer veranschlagten Gesamtbehandlungsdauer von 2 Stunden ist de vermutlich im vorliegenden Fall as ein Betrag von 654,61 Euro, der von der Unfallkasse nicht übernommen wird.

Wieso eigentlich?

Fortsetzung folgt…



Unfall-Zahn des Tages

Ein noch 13 jähriger Junge stellt sich heute morgen mit seiner Mutter vor.
Unfall im Alter von 10 Jahren.

Endodontische Versorgung des Zahnes 11 durch den Hauszahnarzt, später WSR zu gleichen Händen.
Seit längerer Zeit ist vestibulär eine Fistel vorhanden.

Der Patient wurde nun vom Kieferorthopäden uns verwiesen mit der Fragestellung, ob der Zahn im Rahmen einer Multiband-Therapie bewegt werden darf/soll.

Die Mutter bricht hochemotional in Tränen aus, als sie erfährt, das mit dem Zahn nicht alles in Ordnung ist.

Welche Behandlung ist sinnvoll/indiziert?
Wie lange dauert die Behandlung voraussichtlich ?

Als Kostenträger, an den die Rechnung geschickt werden soll, wird von der Mutter die Unfallkasse benannt. Diese übernehme dann alle Kosten, so ihre Aussage.

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III – Die Rückkehr der Endo-Ritter

Samstag 21. September 2023.
Die finale Episode der Endo-Saga.

Die Rückkehr der Endo-Ritter.
DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über EndoErgonomie.
HaWi Solo, Yoda Schröder und Chris Skywalker.
Möge die Macht mit uns Allen sein!

Gemeinsam gegen den Endgegner.
Dem Handling komplexer endodontischer Behandlungsschritte.
Mit und ohne Dentalmikroskop

Was macht unser Behandeln schneller, besser, einfacher?
Das sind die Fragen.


Ansonsten Alles wie gehabt.
Die Orte. Die Bühne. Die Rahmenhandlung.
Freitagabend Wein, Wurst und Pommes. . Samstagvor- und nachmittag. Vorträge.Samstag abend Feines Essen und schönes Zusammensein.

Alles wie gehabt ?
Nein.

EndoErgonomie.
Das ist Teamwork.

Und deshalb ist es doch nur stimmig, wenn das Team mit dabei sein darf.
Den 21. September daher schon mal praxisintern kundtun. Und gemeinsam mit uns – Arzt wie Assistent – Ergonomie diskutieren.

BTW auch für das Team gilt.
Eine frühe Anmeldung ist sinnvoll, denn möglicherweise sind DIESE Plätze schnell weg. Wir wissen es nicht. Aber ich sag mal so, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, mit meinem Teram eine solche Fortbildung zu besuchen, ich hätte mich gefreut.

Ab dem 26. Juni gibt es die Möglichkeit der offiziellen Anmeldung auf der Morita-Homepage.


Nachlese DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation (I) – Das Marvis-Versprechen

Liebe Grüsse an Alle, die bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II – EndoOrganisation dabei waren.

Die Welt zu Gast bei Freunden.
Es war auch diesmal wieder ein besonderes Ereignis.
Ich werde es in schöner Erinnerung halten und hoffe, das es Euch auch so geht.
Der Geräuschpegel bei den Gesprächen während des Abendessens im Meisenheimer Hof übertraf deutlich den Lärmpegel in Oktoberfest-Zelten. Ein gutes Zeichen. Ganz offensichlich hat DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER Spass gemacht und zu vielen intensiven Gesprächen angeregt. Das zeigt sich auch in den vielen beim Abschied zum Bus-Shuttle geäußerten Verabschiedungen „Wir sehen uns im September !“

Und wer bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II – EndoOrganisation dabei war, weiss jetzt, was es mit dem Marvis-Versprechen auf sich hat. Und warum man es unbedingt anwenden sollte, um im eigenen Arbeiten voranzukommen.
Erfolgreich(er) zu sein.

Vier Schritte.

1
Schreib, was Du umsetzen möchtest, auf einen Zettel und hefte diesen an den Badezimmerspiegel.

2
Jeden Morgen, wenn Du die Marvis-Zahncreme in die Hand nimmst, lies den Zettel und ruf Dir in Erinnerung, was Du heute angehen möchtest.

3
Jeden Abend, wenn Du die Marivs-Zahncreme in die Hand nimmst, frage Dich, Ob Du das Vorgenommene umgesetzt hast. Falls nicht, überlege kurz, was Du morgen tun kannst, um ans Ziel zu kommen

4
Wenn die Tube leer ist.
Frage Dich, ob Du dein Ziel erreicht hast.
Falls ja, schreibe einen neuen Zettel. Dann nimm eine neue Marvis- Zahncreme der gleichen Geschmacksrichtung und widme Dich der neuen Aufgabe.
Falls nein, dann nimm eine neue Tube Mavis -Zahncreme in einer anderen Geschmacksrichtung. Überlege gründlich, warum es nicht geklappt hat und was Du tun willst, um diese Dinge aus der Welt zu räumen. Dann fahre fort in deinem Bemühen. Manchmal braucht es mehr Zeit als eine Zahntubendauer. „Thats life“, um Sammy Davis Junior und Frank Sinatra zu zitieren. Entscheidend ist, dass Du weiter dranbleibst.

p.s.: Es wird im Nachgang weitere Artikel zu DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation geben. Das Zugangspasswort kommt in den nächsten Tagen per Email. Unsere Patreon-Unterstützer, selbst die, die nicht dabei waren (auch an Euch unser Dank an dieser Stelle), können die betreffenden Artikel auf der Patreon-Homepage lesen.

„Was hätten Sie geantwortet ? Was habe ich geantwortet“ – „Geht das nicht schneller ?“

Was bisher geschah

Patient erscheint zur ersten Behandlungssitzung.
Die Anästhesie ist gesetzt, wir warten nun, bis diese wirkt.

„Wie lange dauert die Behandlung heute ?“
„Ich bin kein Freund von langen Behandlungen!“
„Und eigentlich möchte ich auch gar nicht so oft kommen !“
„Gibt es keine andere Möglichkeit?“

Die Frage und die Kommentare in der Sache finden sich hier.
Hier nun meine Antwort.

Vielen Dank für die Rückmeldungen.
Wie immer sieht man, das viele Wege nach Rom führen.
Und es ist sicherlich auch aus der Situation heraus und vom Patienten selbst abhängig, wie man antwortet. Soll heissen, das auch meine Antworten gegebenenfalls situationsspezifisch unterschiedlich ausfallen.

in der geschilderten Situation ist davon auszugehen, dass die gestellten Fragen des Patienten weniger auf die fachliche Ebene abzielen, vielmehr auf einer emotionalen Ebene sich bewegen. Der Ton macht die Musik und dieser war hier eher feindselig. Dementsprechend ist es vermutlich zielführend, auch auf der emotionalen Ebene zu antworten, um den Patienten dort abzuholen.

Warum ich das vermute ?
Weil die Fakten: Wie lange dauert die Behandlung? Warum benötigen wir einen gewissen Zeitaufwand? schon in der vorangegangenen UDB- Sitzung (Untersuchung/Diagnose/Beratung) eine Woche zuvor hinreichend besprochen wurden. Natürlich gibt es immer den Fall , dass der Patient etwas vergessen hat oder ihm zwischenzeitlich noch Fragen eingefallen sind. Dies wird aber dann vor Behandlungsbeginn und in einem anderen Tonfall als hier vorliegend vorgetragen.

Wie schon erwähnt war es hier eher so, dass eine gewisse Befindlichkeit in der Fragestellung mitschwang. Würde eine weitere fachliche Erörterung des Dentalen Warum, Wie, Wie lange wirklich den Patienten erreichen ?

Vermutlich nicht.
Ich habe daher nicht gleich zu Beginn auf den ersten der 4 Sätze (Wie lange dauert die Behandlung heute?) geantwortet. Sondern bin zunächst auf die 3 anderen Sätze eingegangen:

Ich verstehe sie.
Wer geht schon gerne zum Zahnarzt?
Nicht mal Zahnärzte gehen gerne zum Zahnarzt.
Und daher möchte man natürlich, das die Termine so kurz wie möglich sind und das es so wenige wie möglich sind.
Wir möchten das auch.

Wie lange die Behandlung dauert, hängt von ihrem Zahn ab.
Es gibt leichte und schwierige Zähne.
Schwierige Zähne dauern länger. Es hängt aber auch von Ihnen selbst ab.

Und da müssen sie mir jetzt helfen, mir sagen was IHNEN wichtiger ist.
Ich bin heute so etwas wie ihr Putzmann. Ihre Putzfrau für das Zahninnere. Und natürlich kann man einen unterschiedlichen Aufwand betreiben, was die Reinigung angeht. Angenommen, ich sollte ihr Schlafzimmer putzen. Reicht es Ihnen, wenn auf den ersten Blick alles sauber aussieht? Oder soll auch unter dem Bett saubergemacht werden und hinter den Vorhängen und in den Ecken? Dort wo die Staubmäuse und die toten Fliegen liegen?

Dass müssen sie mir jetzt sagen.
Es ist IHR Schlafzimmer und sie müssen sich dort wohlfühlen.

Also ?
Welchen Aufwand sollen wir betreiben ?
Oberflächlich oder gründlich?

Wenn es nur oberflächlich sein muss, dann geht das schneller.
Und wenn es schnell geht, kann man das auch in einer einzigen langen Sitzung machen.
Aber wollen sie das ?

Danke Marcus, Nils,Stephan! Update 27.05.2025

Diese Überschrift findet sich immer wieder mal bei WURZELSPITZE seit ca. 2016.

Aber ich finde, man kann nicht oft genug ein Lob aussprechen, wenn ein solches angebracht ist. Und im vorliegenden Fall ist das so. Das Lob geht an die Erfinder des Fragremovers. Es wäre mir niemals möglich gewesen, das im Kanal befindliche Fragment ohne den Fragremover zu entfernen.

Habe ich über diesen Fall bei WURZELSPITZE schon berichtet?
Ich weiss es nicht, daher hier nochmal in kurzen Zügen die Geschichte.: Die Patientin ist im Urlaub in Spanien, bekommt Zahnschmerzen, Findet einen deutschsprachigen Kollegen zur Schmerzbeseitigung. Leider frakturiert bei der endodontischen Behandlung ein NiTI -Instrument. Zuhause soll die ZE-Behandlung vom Hauszahnarzt durchgeführt werden, dieser verweist vorab an uns.

In der Galerie die Röntgenbilder vor und nach WF- Revision. Und WF- Kontrollen nach 6 Monaten, sowie weiteren 12, 24 und 48 Monaten, so dass insgesamt nun ein Zeitnahmen von mehr als 7,5 Jahren post Revision dokumentiert werden konnte.

Ein schöner Erfolg!
Dank des Fragremovers!

Neue Rubrik: „Was hätten Sie geantwortet ? Was habe ich geantwortet“

Nur so eine Idee.
Und keine Ahnung, ob das den Nerv der Leser trifft.

Tag für Tag werden wir seitens der Patienten mit Fragen, die Behandlung betreffend konfrontiert. Fachliche Fragen ?
Per se kein Problem.

Aber oft gehen diese Fragen über das rein Zahnmedizinisch spezifische hinaus.
Ziehen weitere Kreise.
Berühren emotionale Befindlichkeiten.

Wie sinnvollerweise damit umgehen?

Ein Beispiel.
Patient erscheint zur ersten Behandlungssitzung.
Die Anästhesie ist gesetzt, wir warten nun, bis diese wirkt.

„Wie lange dauert die Behandlung heute ?“
„Ich bin kein Freund von langen Behandlungen!“
„Und eigentlich möchte ich auch gar nicht so oft kommen !“
„Gibt es keine andere Möglichkeit?“

Wie sinnvollerweise antworten ?

Hier der Deal.
5 Antworten der Leser in die Kommentare.

Dann lege ich dar, was ich geantwortet habe.

Das „Recall-Tag“-Experiment (IV)

Kaum zu glauben, das es nun schon fast 2 Jahre her ist das wir den Recall-Tag eingeführt haben. Und über unsere Erfahrungen mit dem Recall-Tag werde ich bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation detaillierter berichten.

Ein Tag, an dem nur Recalls durchgeführt werden?
Eine Tätigkeit, die sonst zwischen ungeliebt und wenn irgendwie vermeidbar in der Praxis rangiert? Verständlicherweise, denn hoch defizitär.
Oder ?

Ohne zu sehr vorgreifen zu wollen, ich kann soweit schon einmal festhalten, das dieses Konzept sich bei uns etabliert hat. Die Gretchenfrage ist ja immer, was wäre, wenn es von morgen an diesen Recall-Tag nicht mehr gäbe? Ich möchte auf jeden Fall daran festhalten, auch wenn Konzept und Durchführung natürlich auch ihre Problematik beinhalten. Aber – am Ende des Tages – ein Politiker-Mode-Spruch der Jetztzeit – wollen wir nicht wieder zurück zum vorherigen Status Quo. Und mittlerweile ist sogar eine gewisse Lässigkeit im Ablauf zu spüren, weil alle im Team wissen, dass die grosse Menge an Patienten in kurzer Zeit von uns nonchalant gehandhabt wird. Auch wenn wir alle noch nicht vergessen haben, das die ersten durchgeführten Tage dieser Art weil neu und unbekannt richtig stressig waren.

Und das wird mir persönlich immer dann bewusst, wenn ein Patient auf gar keinen Fall an einem solchen Real-Tag unsere Praxis aufsuchen kann. Und daher so wie die vielen Jahre zuvor zwischen zwei Behandlungssitzungen oder am Ende eines Behandlungstages in der Praxis erscheint. Plötzlich wird augenfällig, was genau DANN im Rahmen des nennen wir es Single-Recalls passiert, was am Recall-Tag eben nicht auftaucht.

Und es wird augenfällig, das dies nur augenfällig werden kann, wenn man das andere- besagten Recall-Tag eben kennt.

Meine Frage daher an dieser Stelle.
Gibt es jemanden unter den Lesern, der ebenso wie wir einen bestimmten Tag oder Zeitraum im Monat nur für Recalls reserviert hat ?

Und wie sieht es mit Tagen aus, die nur für Erstuntersuchungen reserviert sind.
Gibt es so etwas in den WURZELSPITZE Leser- Praxen ?

NITI-Feilensequenzen auf WURZELSPITZE

Gestern, an unserem Untersuchungs/Diagnose/Beratungs-Tag, besuchte uns ein junger engagierter Kollege. Er begleitete eine Patientin aus der Verwandschaft, welche er zur endodontischen Behandlung überwiesen hatte.

Wir unterhielten uns angeregt und er gab sich als Fan und regelmäßiger Leser von WURZELSPITZE zu erkennen. Er hatte in Leipzig studiert, nicht unbedingt eine Endo-Hochburg, das Studium betreffend. Daher würde er sich wünschen, bei WURZELSPITZE konkrete Feilenabfolgen zum Nachlesen zu finden, damit er sich als Einsteiger daran orientieren könne.

Ich bin sicher, im Archiv von WURZELSPITZE sind einige Beiträge zu finden, die sich diesem Thema widmen. Aber ich vermute, bei bald 4000 Beiträgen sind diese vielleicht nicht auf Anhieb zu finden. Ausserdem ist seit den letzten Beiträgen diesbezüglich schon wieder eine gewisse Zeit vergangen, ein Update daher ein gute Idee.

Hier also nachfolgend der Stand der Wurzelkanalaufbereitung in der Praxis Hans-Willi Herrmann.


Die reine Feilensequenz ist schnell wiedergegeben.
Hier ist sie.


Protaper Ultimate Slider

Wave One Gold Small
Reciproc R25

WaveOne Gold Medium 35

falls weiter notwendig
Wave One Gold Large 45
Reciproc Blue R50
Profile 60.04

Aber reicht DAS als Info ?
Ich denke, es ist hilfreich, mehr ins Detail zu gehen.


Erster wichtiger Punkt und da darf man mich gerne altmodisch nennen, ist die initiale Sondierung des Wurzelkanals mit Handinstrumenten. Meine Assistentin hat an Hand des 2D-und/oder 3D-Röntgenbildes die arbiträre Länge der Wurzelkanäle bestimmt. Sie gibt mir diese Information, entweder als alleiniger Zahlenwert („20 mm“) oder bei mehrwurzligen Zähnen als Spanne von bis („18-21 mm“). BTW es ist immer wieder erstaunlich wie präzise (Abweichung meist nur 0,5 mm) meine Assistentinnen an Hand eines Rechtwinkel-Röntgenbildes die tatsächliche Länge eines Wurzelkanals vorhersagen können.

Das erste Instrument für die initiale Sondierung ist eine VDW C- Pilot Feile ISO 10. 

Die Spitze wird leicht vorgebogen und das Instrument sondierend nach apikal bewegt.

Jetzt gibt es 3 – wie ich es nenne – „Wenn,Dann“-Möglichkeiten:

„Wenn,Dann“-Möglichkeit 1

Das VDW C Pilot ISO 10 Instrument bewegt sich ohne nennenswerten Widerstand rein passiv (leichte Hin- und Herbewegungen) nach apikal

Dann
Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2-Technik auf Arbeitslänge

WaveOne Gold Small 20 auf Arbeitslänge
Reciproc R25 auf Arbeitslänge
WaveOne Gold Medium 35 auf Arbeitslänge

„Wenn,Dann“-Möglichkeit 2
Das VDW C Pilot ISO 10 Instrument liefert einen gewissen Widerstand im Wurzelkanal zurück, es findet dann aber mittels HWH – Bewegung seinen Weg zum Wurzelkanalende.

Dann 
Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2-Technik

Geht auf Arbeitslänge?

Dann
 VDW Reciproc R25 auf Arbeitslänge – 3mm

WaveOne Gold Small 20 auf Arbeitslänge
VDW Reciproc R25 auf Arbeitslänge
WaveOne Gold Medium 35 auf Arbeitslänge

„Wenn,Dann“-Möglichkeit 3

Das VDW C Pilot ISO 010 -Instrument liefert einen starken Widerstand im Wurzelkanal zurück. 
Eine Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2-Technik geht nicht auf Eindringtiefe ISO 010

Dann
Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2 – Technik soweit das Instrument in den Kanal vordringen kann
VDW Reciproc R25 auf Eindringtiefe ProTaper Slider – 1 mm

ISO 10 und Protaper Ultimate Slider mittels Morita TriAuto ZX 2 Plus Motor in OGP 2 Technik geht nun auf Arbeitslänge

WaveOne Gold Small 20 auf Arbeitslänge
Reciproc R25 auf Arbeitslänge
WaveOne Gold Medium 35 auf Arbeitslänge

Noch genau ein Monat bis zu DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über …EndoOrganisation

Noch genau ein Monat.

Am 07.Juni 2024.

Freitags, 18 Uhr.
Treffen wir uns schon mal vorab.

Zu Wurst und Wein.
Um dann am 08. Juni bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II über EndoOrganisation zu reden.

Hier schon mal ein Fahrplan.
Es gibt 4 Themenkomplexe.

I Praxisphilosophie/Praxiskonzept
Wie eigentlich entscheiden Patienten, welchen Zahnarzt oder Finanzberater Sie wählen? 


Machen wir uns nix vor: Wer kein Experte ist, kann nicht wirklich beurteilen, wie gut ein Zahnarzt oder ein Finanzberater fachlich wirklich ist. Es gibt demnach noch andere Gesichtspunkte, die zur Entscheidungsfindung pro/contra beitragen. Und diese sind – auch wenn wir das in unserem gekränkten Zahnarzt-Stolz nicht wahrhaben wollen – vermutlich oft sogar wichtiger als das rein Dentale oder Handwerkliche. Und solche Dinge werden in schwierigen Zeiten noch bedeutsamer, als sie es jetzt schon sind.

Wir starten also mit dem „Augen Öffnen!“
Das es so wie bisher nicht weitergehen kann, ist klar.
Aber wie soll, wie muss es weitergehen, um zukünftig weiter erfolgreich – besser noch – erfolgreicher zu sein.

„Ein guter Zahnarzt sein“ alleine reicht nicht mehr.
Gut zu sein, sehr gut zu sein in unserem Job setze ich als Grundbedingung voraus.
Wir können das was wir tun, absolut perfekt ausführen, aber wenn wir aber keine Emotionen erwecken können, wird unser Tun nicht in Erinnerung bleiben.

Wir müssen Dentale Exzellenz vermitteln, sichtbar werden lassen.
Sichtbar machen.
Ein aktiver Prozess.

Darüber werden wir sprechen.
Wie trägt die Praxisorganisation zum Renomee der Praxis bei?

Perfekte Praxisorganisation als Visitenkarte der Praxis.
Wie zeigt sich Dentale Exzellenz im Rahmen der Praxisorganisation.
Was machen wir DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER heute anders als früher, warum tun wir das und wie hat sich dies positiv ausgewirkt ?

Und vor allem.
Welche Blockaden in unseren Köpfen gilt es aufzubrechen, um dort hinzukommen?

II Organisation Arbeitsplatzgestaltung
Wie unterstützt die perfekte Arbeitsplatzgestaltung den Praxiserfolg?
Perfekte Arbeitsplatzorganisation als Visitenkarte der Praxis.
Warum sieht es in unseren Praxen SO aus und nicht anders ?
Perfekte Arbeitsplatzgestaltung geht weit über die reine Ordnungsfunktion hinaus.
Unterstützt und unterhält Ergonomie.
Spart Zeit, Geld und Nerven.

III Organisation Materialverwaltung/Backoffice
Da musste sich in den letzten 50 Jahren kaum ein Zahnarzt drum kümmern.
Es gab ja Wichtigeres.
Oder sollte ich besser sagen Lukrativeres.

Jetzt sind die Mitarbeiter weg, die das gemacht haben.
Und Alles bricht zusammen.

Dabei ist die Beschäftigung mit diesen Dingen auch eine Chance.
Man muss nur wissen, wie.
Und sich Gedanken machen.
Haben wir schon!
DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER.

Warum?
Weil die Spezialisierung auf die Endodontie viele Entscheidungsprozesse und Neustrukturierungen unter schwierigen Rahmenbedingungen mit sich brachte.
Und wir heute extrem gut funktionierende Konzepte präsentieren können.
Die sich längst ausreichend bewährt haben.

IV Kommunikation/Betriebswirtschaftiche Aspekte/Abrechnung
Kommunikation?
Ungeliebte Last oder wichtige SuperPower ?

Wir reden über hilfreiche Gesprächsführung auch (oder vor allem auch) bei Problempatienten. Wie sieht in den DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER Praxen die Überweiser-Philosopie, das Überweiser-Management aus? Kommunikation im Vorfeld? Kommunikation im Nachgang? Sowohl Versicherungen als auch die Patienten und Überweiser betreffend.
Was wird wie berechnet ?
PKV? GKV? Zusatzversicherungen? Beihilfe? Basistarif? Unfallkasse? Spezialkassen?

Nur die Richtschnur ist das.
Die Startpunkte für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über … EndoOrganisation. Der Rest ergibt sich dann als Dialog zwischen Uns und EUCH. So war es beim letzten Mal und wird es wieder sein.

Was aber nicht heißt, das ihr bis dahin Euch gedulden sollt. Denn – damit wir DANN bitte zu möglichst vielen dieser Thematiken, die Euch unter den Nägeln brennen und die ihr gerne erörtert haben möchtet, Stellung nehmen können JETZT alles aufschreiben, was Euch durch den Kopf geht und eine Email schicken an h2w2@gmx.de.
Stichwort „DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über …EndoOrganisation“

Dann können wir uns im Vorfeld schon Gedanken machen zu besagten Punkten und diese möglicherweise von vorne herein in den Vortrag einbauen.

Also.
Meldet euch!!!

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (31): Wodurch entsteht Exzellenz in dem, was wir tun ?

Innerhalb von nur 10 Jahren haben es im Team Seite an Seite der Küchenchef Daniel Humm und der Leiter des Service Will Guidara geschafft, das Eleven Madison West zum besten Restaurant der Welt zu machen.

An sich schon bemerkenswert, überhaupt die Nummer 1 der Welt zu werden.
Aber umso herausragender, wenn man bedenkt, dass vor 2007 das EMP nur eines von zahlreichen gehobenen Restaurants in New York war und keine sonderliche Beachtung fand, nicht mal auf lokaler Ebene.

Wie erreicht man so etwas?
Innerhalb von 10 Jahren sich an die Weltspitze zu kapultieren ?
Wodurch entsteht Exzellenz in dem, was wir tun?

Will Guidara sagt dazu: „Exzellenz ist die Ansammlung von Tausenden von Details, perfekt ausgeführt.“

Ein schöner Satz.
Zeigt er doch, das bedeutsame und nachhaltige Entwicklungen nicht als EINE GROSSE Veränderung entstehen, sondern (siehe Tag 1 Wurzelspitze am 01. November 2008) ) als Folge und in Konsequenz vieler winziger Anpassungen entstehen. Lauter kleine Babyschritte.

Beispiel gefällig ?
Zu Beginn in eigener Praxis bewahrten wir (Evolutionsstufe 1) unsere Bohrer und Schleifinstrumente in einem Schubladenständer auf. Akkurat beschriftet und sorgsam geordnet. Mit Musterinstrumenten als Orientierung. (Evolutionsstufe 2) Ein gut funktionierendes System. Dann – über viele Jahre hinweg verwendeten wir für die unterschiedlichen Behandlungen (Kons vs. ZE) individuelle sterilisierbare Instrumentenständer (Evolutionsstufe 3) .

Wir verwenden solche bis heute für unser Arbeiten, wenngleich für das endodontische Arbeiten neue Ständer angeschafft werden mussten, welche die Aufnahme überlanger Komet-EndoTracer und EndoExplorer ermöglichten (Evolutionsstufe 4) . In Position gehalten werden die Instrumente durch farbige Silikonhülsen. Im Auslieferungszustand einfarbig. Ich habe das abgeändert. Jetzt (Evolutionsstufe 5) dient die Farbe des jeweiligen Silkonstopfers als Hinweis, an welcher Stelle des Ständers welches Instrument platziert werden soll. Diese Modifikation erleichtert das Bestücken des Ständers und das Arbeiten mit den unterschiedlichen Bohrern während der Behandlung. Weil immer klar ist, wo/welches Instrument zu finden ist und wohin nach Gebrauch es wieder zurückgestellt werden muss.

Bliebe noch die Frage, warum das aufgeführte ein guter Grund ist, sich auf Endodontie zu spezialisieren ? Weil die Beschränkung auf wenige Dinge, auf eine Spezialisierung automatisch eine Fokussierung und eine Konzentration auf das Wesentliche mit sich bringt. Das schärft die Sinne und ist Potential und Grundstein für strukturelle Verbesserungen aller Abläufe, was in Konsequenz eine überproportionale Verbesserung auf allen Ebenen zu Folge hat. Der Generalist tut sich hier sichtbar schwerer. Und selbst wenn ihm solche Detailverbesserungen gelingen, drohen diese in der Masse aller Tätigkeiten unterzugehen, unsichtbar zu bleiben, was eine positive Verstärkung unwahrscheinlich werden lässt.

p.s.: Über tausende Details können wir bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER II EndoOrganisation nicht reden, aber doch über viele davon.
Daher vormerken, anmelden: Samstag 08. Juni 2024.

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (30): Das Schönste an unserem Beruf, von rein Zahnmedizinischem mal abgesehen…

Das Schönste an unserem Beruf, von rein Zahnmedizinischen mal abgesehen ???

Das ich die Möglichkeiten habe, mir meine Arbeitsumgebung perfekt nach meinen Vorstellungen zu gestalten…

Es ist über 10 Jahre schon her, aber ich erinnere mich immer mal wieder an diesen Moment, wenn ich durch meine Praxis gehe.

Ich besuchte einen renommierten universitären Hochschullehrer.
Mit nachvollziehbarem Stolz führte er mich durch seine Abteilung.

Am Ende der Führung präsentierte er mir sein Behandlungszimmer, sein ureigenes Reich, und präsentierte als einen der Höhepunkte seine Behandlungseinheit. „Die gute alte M1“, wie er sie nannte und wir sie noch von Studium her kannten.

Allerdings offensichtlich ein Modell der allerersten Stunde aus den späten Siebzigern oder frühen Achtzigern.
Die Farbe der Stuhlauflagen liess daran keinen Zweifel.
Der Kunststoff der Behandlungseinheit hatte über die vielen Jahre in der Farbe von cremeweiss nach nikotin-graubraun gewechselt. Die ähnlich colorierten Wände des Raums – ob intentionell so gestaltet oder ebenfalls den Zeitraum seit der letzten Erneuerung auf diese Weise subtil kundgebend, sei dahingestellt – gaben ebenfalls ein eher tristes Stimmungsbild ab.
Eine Röntgenmöglichkeit vor Ort gab es nicht. Das Kleinröntgengerät befand sich ausserhalb. Schreibtisch, Schränke, Regale mit dentalen Devotionalien sowie ein paar gerahmte Werbeposter der Firma Blendamed, auch diese nun schon mindestens ein Vierteljahrhundert alt, unterstrichen zwar die zahnmedizinische Bestimmung der Umgebung, aber auch die lange schon aus der Mode gekommenen Designsprache des letzen Milleniums.

Damit wir uns nicht falsch verstehen.
Erstklassige Zahnmedizin kann auch in einer solchen Arbeitsumgebung entstehen. Und ich habe Referenten von Weltruhm kennenlernen dürfen, die in weniger adäquaten Arbeitsumgebungen herausragende Behandlungsergebnisse erzielten.

ABER – was nicht zu übersehen war, im Rahmen des Besuches. Die Tatsache, dass der Kollege keinerlei Möglichkeiten besaß, seine Arbeitsumgebung seinen eigenen Vorstellungen entsprechend zu gestalten, ohne das für jede dieser Maßnahmen ein grosser administrativer Prozess durchlaufen werden musste.

Wir hatten gerade ein DVT gekauft.
Und der Kollege musste für eine Packung Bleistifte ein Formular ausfüllen.
Den neuesten Endo-Motor, den neuesten Apex- Lokator, die Endo-Feile XYZ, generell jegliche Behandlungsmaterialien nach unserem Gusto ??? Etwas was in der eigenen Praxis lediglich ein Kreuz in der Wawibox uns setzen lässt, diese Wahl gab es hier nicht.

Ich war jedenfalls froh, diesen mich depressiv machenden Ort verlassen zu dürfen, um in meine wunderschöne Praxis zurückkehren zu dürfen.

Was für ein Motivationsschub dies doch darstellt. Mich, wenn ich von einer Sache – im Kleinen wie im Grossen – überzeugt bin, nach meinen Vorstellungen ausstatten zu dürfen, ohne das ich irgendjemandem diesbezüglich Rechenschaft schuldig wäre.

Das kann ein Luxus sein, wie Kleinröntgengeräte in jedem Behandlungszimmer. Oder 6 Endomotoren und 4 Apexlokatoren vorzuhalten, ein neues DVT oder neue Behandlungseinheiten zu kaufen, wenn ich der Meinung bin, diese mir nun zulegen zu wollen. Ganz zu schweigen von den vielen kleinen Dingen wie die Farbe der Wand im Wartebereich festzulegen oder welche Zeitschriften und welche Getränke ich dort unseren Patienten präsentiere.

Diese Möglichkeiten sind also nicht zwingend auf die Endodontie beschränkt, aber natürlich wirkt auch hier die Beschränkung auf die Spezialität „Wurzelkanalbehandlung“wie ein fokussierendes Brennglas, welches die Kernqualität unterstreichen hilft, wenn man seine Praxis zielgerichtet daraufhin ausstattet.

Wer aber nun meint, all diese Dinge seien lediglich ein nettes I-Tüpfelchen, das ein paar unwesentliche Prozentpunkte die eigene Stimmung heben vermag, dem sei der nächste Beitrag dieser Reihe ans Herz gelegt.

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (31): Wodurch entsteht Exzellenz in dem, was wir tun ?

Der unterstreicht, das solche Rahmenbedingungen einen handfesten positiven Einfluss auf die Behandlungsqualität und Behandlungsergebnisse einer Praxis ausüben.
Und man mit erstaunlich wenig Kleinem erstaunlich viel erreichen kann.

Wie Kunststoffplatten bei der Materialverwaltung hilfreich sind …

Kann eine simple Kunststoffplatte dafür sorgen, dass die Materialverwaltung der Praxis sicherer abläuft ?

Wer kennt das nicht.

Trotz aller Sorgfalt, aller Bemühungen, dem besten aller QM in der Praxis.
Mitten in der Behandlung stellt man fest, das das dringend benötigte Behandlungsmaterial „aus“ ist.
Fehlt .
Wurde vergessen, nachzubestellen.

Und dabei nutzen wir schon ein wunderbares und extrem hilfreiches Materialverwaltungsprogramm, welches wir nicht mehr missen wollen – die Wawibox.

Das aber nur so gut sein, wie die Menschen, die dieses anwenden.
Asche also auf unser Haupt. Wobei, eine kleine nicht repräsentative Umfrage im kollegialen Freundeskreis zeigt – es geht ausnahmslos jedem so, der ein solches System in der Praxis einsetzt.
Und die jeweilige Software spielt keine Rolle.
Es ist nur eine Frage der Zeit, bis der anfangs perfekte Lagerbestand nicht mehr übereinstimmt. Und je länger man mit dem System arbeitet, umso mehr stellen sich die Fehler ein. Bis hin zu besagter Katastrophe, dass besagtes Material zwar noch in ausreichender Menge im Bestand vorhanden sein soll, de facto aber fehlt.

Wie dem Problem begegnen?
Nun – es gibt verschiedene Möglichkeiten und der Blick in die freie Wirtschaft zeigt, dass auch dort besagter Fehler sich einstellt. Und in periodischen Abständen, zumeist zum Jahresende durch eine Inventur zumindest vorübergehend beseitigt wird.

Aber – wer von uns hat Lust dazu, den gesamten Warenbestand der Praxis ein oder zweimal im Jahr durchzuzählen und im Computer auszutragen? Ich nicht. Und meine Mitarbeiter auch nicht. Insobesondere nicht weil der Mitarbeiter mittlerweile zu wenige sind in der Zahnmedizin und diese besser und zielführender eingesetzt werden müssen als zum Häufchenzählen.

Wir haben uns daher für ein anderes Vorgehen entschieden.

Ebenfalls aus der Wirtschaft bekannt. Genauer gesagt, die japanische Wirtschaft hat damit die Automobilindustrie revolutioniert. Das Zauberwort lautet Kanban und wurde 1947 von Taiichi Ōno in der japanischen Toyota Motor Corporation entwickelt. Ein Grund hierfür war die ungenügende Produktivität des Unternehmens im Vergleich zu US-amerikanischen Konkurrenten. Ōno beschrieb die Idee so: „Es müsste doch möglich sein, den Materialfluss in der Produktion nach dem Supermarkt-Prinzip zu organisieren, das heißt, ein Verbraucher entnimmt aus dem Regal eine Ware bestimmter Spezifikation und Menge; die Lücke wird bemerkt und wieder aufgefüllt“. Kansan bedeutet „Karte“. Und mit genau solchen Karten haben wir schon in den 90er Jahren in unserer Praxis die Bestellvorgänge organisiert. Sah wie folgt aus: Wenn der letzte Artikel des Vorrates entnommen wird. dann wurde die jeweilige Karte aus vom Ablageort entnommen, diese enthielt alle notwendigen Daten für die Bestellung und wenn die Ware eingetroffen war, wurde dies ähnlich wie beim einen Ausleihvorgang von Lektüre in der Stadtbibliothek auf der Rückseite der Karte vermerkt (Datum Anzahl, Preis).

Funktionierte in den meisten Fällen sehr gut.
Wenn nicht besonders viele Eile geboten war.
Dann wurde vergessen, die Karteikarte zu ziehen und somit wurde vergessen, das Material nachzubestellen. .

Fast Forward.
Über 20 Jahre später.
Besagte Kunststoffplatten dienen nun als Kanban-Karte.
Der entscheidende Unterschied zur Papiervariante von ehemals???
Die Kunststoffplatten werden untrennbar mit dem besagten finalen Exemplar des Vorrates verbunden.

Und diese scheinbar banale Modifikation macht den Unterschied.

Vorteil 1
Das Kansan- markierte Material wird als letztes aus dem Vorrat entnommen. Weil es lästig ist, Material und Kanban-Karte von einander zu lösen, werden alle unmarkierten Materialien bevorzugt entnommen.

Vorteil 2
Die Kanban-Karte bleibt nicht mehr versehentlich am Lagerort zurück, weil sie mit dem Vorratsmaterial entnommen wird. Sie wird auch nicht übersehen, falls sie versehentlich in Eile irgendwo ablegt wurde, anstatt die Karte in den dafür vorgesehenen im Steri platzierten Bestellcontainer abzulegen.

Einmal pro Woche wird bestellt.
Die Kanban-Kunststoffträger dienen als Bestellkarte.

Gleichzeitig hat man, da diese im Büro verbleiben, einen guten Überblick, was bestellt, aber noch nicht geliefert wurde. In Zeiten, in denen selbst banale Dentalartikel teilweise monatelang nicht lieferbar sind, ein zusätzliches Plus.

Das ist nur ein kurzer Streifzug in das System, das natürlich noch einige andere Vorzüge aufweist. Wer genauer wissen will, wie das ganze funktioniert, wie wir unter anderem mit essentiellen Artikeln, Rabatt-Artikeln, Schüttgut- Artikeln umgehen und wo und wie wir das alles aufbewahren, dem sei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über EndoOrganisation ans Herz gelegt, denn auch darüber wird am 08. Juni gesprochen.

Röntgenbild des Tages

Wie sagte der Kollege um die Ecke, als die junge Zahnärztin berichtete, sie wolle sich auf Endodontie konzentrieren in ihrer eigenen Praxis: „Warum nicht, Wurzelkanalbehandlung ist ja kein Hexenwerk.“

So gesehen hat er recht.
Denn was an diesem Zahn 22 ist denn bitte schön Besonderes, was nicht jeder Student im 3. Semester spätestens bewerkstelligen könnte ? Normale Wurzelkanalfüllung und dann auch noch 3 Bläschen im koronalen Verschluss der Kavität.

Die Röntgenaufnahme ist 26 Monate post WF.

Hier der Ausgangsbefund vor WF-Revision vom 03.02.2021.

Geschichten aus dem Endozän – Gelateria Update 2024

Schon wieder ein Jahr rum.
Samstag. 30. März. Heute öffnet die beste Eisdiele in Brixen, das sprichwörtliche „Loch in der Wand“ wieder ihre Pforten. Natürlich stelle ich mich an. Das Wetter ist schlecht, die Touristen noch nicht eingetroffen, die Schlange daher eher kurz. Schmeckt immer noch sehr gut das Eis. Aber. Schon wieder ist die Kugel Gelato 10 Cent teurer geworden. 30 Cent in 2 Jahren. Knapp 20 Prozent. Und auch davor wurde immer wieder in kurzen Abständen der Preis erhöht.

Hallo Zahnmedizin ?
Ist der sprichwörtliche Groschen, ähh, das 10 Cent-Stück immer noch nicht gefallen ?

Nein.
Es geht immer noch so weiter wie bisher.
Rund um uns herum Preissteigerungen, teilweise zweistellig. Deutlich höhere Fixkosten (Miete, Strom, Materialien, Wartung und Reparatur, Personalkosten). Eine deutlich erhöhte Anspruchshaltung der Patienten, ein rauherer Umgangston und eine nachlassende Zahlungsmoral oder auch Zahlungsmachbarkeit kommen hinzu.

Die Preise hingegen?
Bleiben gleich.
Immer noch.

Der Tipping Point ist also noch lange nicht erreicht.
Woran man das erkennt?
Weil keiner sich wehrt, keiner den Mund aufmacht.

Und alle BIG Player im Gesundheitswesen (Gesundheitsministerium, GKV, PKV) lehnen sich entspannt zurück. Sagen sich:“Cool! Wir sind safe!“
Zünden sich eine Zigarre an.
Und paffen genüßlich Ringe in die Luft.
„Das Leben ist schön!“
„La Dolce Vita!“

Das einzige, das nicht safe und schön ist, ist die Zahnarztpraxis.
Liebe Kolleginnen und Kollegen.
Ihr könnt so weitermachen wie bisher.
Viel Glück.
Viel Spass.

Oder wollt ihr was ändern ? ??
Dann müsst ihr umdenken!

Das ist nicht einfach.
Keine Frage, in eingelaufenen, sogar in ausgelatschten Schuhen läuft es sich bequemer als in neuen. Aber wenn der Regen kommt und man plötzlich entdeckt, die Sohle ist durchgelaufen, dann geht es sich nicht mehr angenehm.

Ich sehe sehr zuversichtlich in die Zukunft Zahnarztpraxis.
Warum?
Weil ich die Weichen schon längst gestellt habe.
Wie?

Guckst Du hier !

p.s: Woher ich weiss, das die Zahnmedizin noch immer nicht soweit ist, die Geschicke in die eigene Hand zu nehmen ? Weil ich die Anmeldezahlen für DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER I Wurzelkanalaufbereitung mit DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER III EndoOrganisation vergleichen kann und sehe, dass man mit den wichtigen betriebswirtschaftlichen Themen längst nicht so viele KollegInnen erreicht wie mit den rein fachlichen. Dabei ist das eine genauso wichtig wie das andere.

Wir sehen uns im Juni ?!?
Sehr gut.
Lektion verstanden !!!

Nein ?
Dann nochmal.
Viel Glück.
Viel Spass.


Fremde Länder, fremde Zahnpasten (III)

War ja klar.
Ich konnte nicht anders und musste natürlich auch noch (fast) alle anderen Zahnpasten von Marvis ausprobieren. Ausgelassen habe ich lediglich die Raucherzahnpasta, die Bleaching-Zahnpasta und die Empfindliches Zahnfleisch-Zahnpasta. Kein Bedarf bei all dem Gott sei Dank. Und Ingwer mag ich überhaupt nicht.

Testreihe 2 demnach mit.

Marvis Aquatic Mint
Marvis Orange Blossom Bloom
Marvis Cinnamon Mint
Marvis Classic Strong Mint
Marvis Back Forest

1
Orange Blossom Bloom
schmeckt vorrangig nach … Zahnpasta. Angenehm, aber in keiner Weise herausragend. Vielleicht ein leicht fruchtiger Geschmack nachhallend. Urteil: Okay, aber wenn ich es nicht hätte, würde sich mein Leben nicht nachhaltig verdunkeln.

2
Black Forest
Da war ich besonders gespannt.
Wie schmeckt der Schwarzwald?

Nunja, zunächst mal wie … Zahnpasta.
Die Zahncreme ist angenehm, aber da ist jetzt nichts, was ich wirklich haben müsste.
Wenn man jetzt noch in Betracht zieht, dass der Schwarzwald mit fast 9 Euro 4 Euro teurer ist als diejenigen Marvis-Zahnpasten, die ich bisher hatte, und – wir achten auch auf das Kleingedruckte nur 75 statt 85 ml enthält – spricht hier nichts für mich FÜR eine Kaufentscheidung.

3
Marvis
Aquatic Mint

Ich bin kein Freund von Zahnpasta mit starkem Mint-Geschmack. Not my cup of tea. Wenn eine Zahncreme nach kurzer Benutzung schon den Wunsch nach Schnell mit Wasser Ausspülen hervorruft, dann ist das definitiv nicht meins . Ich finde, eine Zahnpasta muss zulassen, dass man auch mehrere Minuten damit arbeiten kann. Insofern hätte ich die Marvis Aquatic Mint abseits von Testzwecken vermutlich nicht in den Einkaufskorb gelegt.
Die Aquatic Mint schmeckt aber angenehm. Ein leichter Frische-Geschmack, mit dem ich aber sehr gut leben kann. Damit unterscheidet sich diese Zahnpasta sehr wohltuend von vielen ihrer Mitbewerber, die im gleichen Geschmackssegment unterwegs sind.

4
Marvis
Classic Strong Mint
Das oben geschriebene trifft natürlich in noch viel stärkerem Maße auf diese Zahnpasta zu. Niemals hätte ich aus freien Stücken nach ihr gegriffen. Stark Mint – ein absolutes No Go für mich. Umso erfreulicher, dass die Stark Mint sehr angenehm rüberkommt. Natürlich ist die Mint-Geschmackskomponente noch stärker ausgeprägt als bei der Auqatic Mint, ist aber nie zuviel. Langes Putzen ist möglich und zurück bleibt ein frischer, aber keinesfalls überaufdringlicher Mint- Geschmack.

5
Marvis
Cinnamon Mint
Zahnpasten in Deutschland mit Zimt-Geschmack haben eine lange Tradition. Gabs schon in meiner Jugend. Exotisch damals, aber dennoch wohlbekannt. Der Zimt-Geschmack, den auch diverse Kaugummis verbreiteten, war aufdringlich und fiel definitiv unter die Kategorie – „Man liebt es oder man liebt es nicht“. Ich liebte es nicht. Umso erfreulicher auch hier, das die Marvis Cinnamon Mint wohlkommend zurückhaltend daherkommt. Im Sinne einer Geschmacksnote, die sich dezent präsentiert und nach dem Zähneputzen lediglich als Hauch zurückbleibt. Könnte ich mit leben, auch wenn es nicht meine bevorzugte Wahl wäre.

Und wie sieht ein abschliessendes Urteil aus ?
Alle getesteten Marvis- Zahnpasten kamen angenehm zurückhaltend daher.
Eine wohltuende Abwechslung im allzuoft viel zu aufdringlich daherkommenden Zahnpasta-Mainstream deutscher Supermarkt-Regale und eine positive Überraschung.

Meine erste Wahl ist definitiv die Marvis Amorelli Lacorize.
Von nun an ein weiteres sicher gebuchtes Italien-Mitbringsel.

Und wenn man beim Zähneputzen schon an einen möglichen zukünftigen Aufenthalt in Bella Italia erinnert wird, ist das ja definitiv ein zusätzliches Plus, welches den Tag verschönert.

In diesem Sinne – Arrivederci alla prossima, raggazi !

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Fremde Länder, fremde Zahnpasten (II)

In der Zahnmed-Liste von Michael Logies kam vor Kurzem die Frage auf, welche Zahnpasten sich durch einen angenehmen Geschmack auszeichnen. Ein Tipp des Kollegen Andreas Bien – die italienische Marke Marvis weist verschiedene Zahnpasten im Vintage-Design mit besonderen Geschmacksnoten auf, darunter auch eine Lakritz-Variante. Klingt nach dem, was ich hier in New York gefunden habe.

Ein kurzer Internet-Check in der Südtiroler Hausdrogerie ergab, dass die Marke dort geführt wird. Und daher unser obligater Bozen-Besuch an Karfreitag uns eine neues Italien-Urlaubgefühlverlängerungs-Mitbringsel bescherte. Im Gegensatz zu seinem amerikanischen Vetter zwar ohne literarische Weltverbesserungs-Formel, dafür aber mit Fluorid.

Schmeckt (uns) sehr lecker.

Ein Michelin Stern bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über…EndoOrganisation

Letzte Woche fand die Verleihung der Restaurant-Michelin Sterne statt.
Und es freut mich, das der „Meisenheimer Hof“ als Ort des Abschlusses unseres DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER Events nun einen solchen Stern sein eigen nennen darf. Wer sich also noch nicht für das Abendessen am Samstag im Anschluss an die Veranstaltung angemeldet hat, der hat nun einen Grund mehr, dies zeitnah zu tun.

Plötzlich allein, was nun, was tun ?

Vor 15 – 20 Jahren haben wir vielleicht noch verwundert den Kopf geschüttelt, wenn belgische oder französische Kollegen berichteten, dass in Zahnarztpraxen ihres Landes in vielen Fällen (Frankreich kolportierte bis 80 Prozent) ohne Stuhlassistenz gearbeitet wurde.

Heute sehe ich zahnmedizinisch extrem motivierte KollegInnen, die sich darauf einstellen, ohne MitarbeiterInnnen zu arbeiten. Andere wiederum sind froh, wenn ihnen zumindest für wenige Stunden in der Woche Zahnmedizinstudenten zur Seite stehen können.
Geht natürlich nur an Unistädten.Der Landzahnarzt bleibt – wie bei so vielem – auch hier aussen vor.

So oder so wird sich der Arbeitsalltag zukünftig einschneidend verändern.
Und man kann lamentieren, solange man möchte, allein, es wird nichts ändern.

Daher –

„Glücklich ist , wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist – wenn das Leben Dir Zitronen schenkt, mach Limonade draus, jede schlechte Nachricht ist auch eine Chance zum Guten hin und – der aktuellen PISA-Studie ultimativ entgegensetzend ein ehemals gymnasialoberstufliches Literaturzitat – frei übersetzt nach Giuseppe Tomasi di Lampedusa – „Se vogliamo che tutto rimanga come è, bisogna che tutto cambi.

„Alles muss sich ändern, damit bleibt, was ist, wie es ist“

Lauter mehr oder weniger abgedroschene Sprüche.
Die uns am Zahnärztestammtisch, aber nicht im richtigen Leben weiterhelfen.

Was tun, damit uns die Welle nicht überrollt.
Vielmehr wir idealerweise auf dieser Welle davonsurfen können.

Hier ein 3 Stufen – Handlungsfaden.

  1. Die Analyse
    Halten wir fest.
    Alles wird anders sein.
    ALLES.

    Deshalb müssen wir uns drüber im Klaren sein, das nichts mehr hilft von dem, was bisher hilfreich war. Wir können daher davon ausgehen, das der Superorganismus Zahnarztpraxis auseinanderbrechen wird, aufhören wird, zu existieren.

    Das ist bitter.
    Das ist unbequem und es ist lästig, sich damit beschäftigen zu müssen.
    Aber es hilft nix.
    Wir müssen es tun.

    Die Mitarbeiter sind schon weg.
    Oder gehen bald weg.
    Und kommen in absehbarer Zeit (Zeitrahmen 10 Jahre) nicht wieder.
    Möglicherweise auch gar nicht mehr, nicht mehr wieder.

    Warum ???
    Anstrengende Arbeit. Und die Bezahlung ist jetzt nicht so üppig, dass sie besagte Anstrengungen,

    im Laufe der Jahre immer beschwerlicher geworden, man denke nur an die stetig steigende Erwartungshaltung der Patienten und der auf der Strecke geblieben höfliche Umgang der Patienten mit Behandlern und Team,

    adäquat kompensiert.
    Schon gar nicht überkompensiert.

    Und das Renomee der Tätigkeit?
    Gering.

    Hinzu kommt. Andere Branchen suchen auch händeringend.
    Nehmen sehr sehr gerne – würden wir es nicht genauso machen – was sie kriegen oder abwerben können. Es winkt also – das Damoklesschwert über unseren Häuptern – für unsere Mitarbeiter – eine deutlich weniger stressige, deutlich besser bezahlte, von der Gesamtheit der Rahmenbedingungen her wesentlich angenehmere Möglichkeit des Gelderwerbs.
    Und schon stehen wir – wenn ´s schlecht kommt – ruck-zuck alleine da.
  2. Die Schlussfolgerung.
    Genauer gesagt, man wähle eine der drei möglichen Schlussfolgerungen
    • Weiter, weiter!!!
      Wer weitermacht wie bisher …braucht erst mal viel viel mehr Geld. Um die gestiegenen Löhne zahlen zu können. Aber auch das allein wird nix nutzen. Höchstens die notwendige Neuaufstellung herauszögern. Und glauben Sie mir, das wird eine zähe Zeit. Und mit jedem Jahr, das vergeht, ätzender. Weil mit dem Geld alleine ist es ja nicht getan. Es gilt die Mitarbeiter bei bester Laune zu halten und es ist eine zu tiefst menschliche Eigenschaft, eine Notsituation ich will nicht sagen auszunutzen, aber doch zum eigenen Vorteil zu verwenden.
    • Fehlende Manpower durch Technik ersetzen!!!
      Keiner mehr da, der ans Telefon gehen kann ?
      Dann nutze ich eben ein Online-Terminbuch!
      Niemand mehr da, der meine HLP´s bearbeiten kann?
      Dann nutze ich einen externen Abrechnungsservice!

      Wer so denkt, denkt zu kurz.
      Zum einen kosten all diese Services eine Menge zusätzliches Geld, denn es will ja immer noch jemand zusätzlich an dieser Dienstleistung mitverdienen. Und der externe Mitarbeiter will ja auch – siehe oben – an der Notsituation betriebswirtschaftlich partizipieren, sprich auch das kostet Extra-Geld. Die externe Kraft ist also nicht günstiger, sondern deutlich teurer. Und eine Verbundenheit zur Praxis ist vermutlich auch nicht gegeben, woher auch? Es gibt es kein direktes Feedback und auch das Arbeiten per se ist der unmittelbaren Kontrolle durch den Praxisbetreiber entzogen. Und was der Ersatz von Mensch durch Maschine angeht -da wäre noch der Umstand, dass eine komplexe Technik immer auch eine gewisse Fehleranfälligkeit mit sich bringt. Die außerhalb unseres Handlungsrahmens liegt und im ungeeignetsten Augenblick sich auftut (Montag morgen, der Server streikt) und dann ad hoc weitere kostenintensive Sofortmaßnahmen mit sich zieht.
    • Weniger ist mehr!
      Ein Ausdruck aus der Achitektur-Geschichte. Ein weltberühmtes Zitat, Mies van der Rohe zugeschrieben, einst Direktor des Bauhauses. Soll heissen…

  3. Der Ausweg
    Das System ist für uns am Ende.
    Wir müssen uns neu orientieren.
    Neu aufstellen.
    Unsere Arbeit neu bewerten.

    „Zurück zur Natur“ rief Jean-Jaques Rousseau, der grosse Aufklärer.

    „Wir haben uns verrannt, wir müssen umkehren mit unserer Kultur, zurück zur Natur, um dann, dort angelangt, einen neuen Weg, einen besseren Weg, den Weg zum Glück, zu finden!“

    Dieser Satz ist nicht von Rousseau selbst, sondern ist von Rudolph Hawel stammend, einem Science Fiction-Roman entnommen.
    Eine Utopie demnach?
    Keineswegs.
    Vielmehr eine Richtschnur zur Selbsterkenntnis.
    Wo genau ist die Zahnmedizin falsch abgebogen?
    In dem Moment, als die Dental-Manufaktur aufgegeben wurde, der Arzt sich als Betreiber einen Dentalfabrik institutionalisiert und der Henry Ford´schen Fliessbandarbeit sich zugewandt hat.

    Und genau dorthin müssen wir zurück.
    Der Zahnarzt als (Handwerks)Meister seines Faches.
    SO einfach ist ES.
    Wenn man DAS verstanden hat.

    wird fortgesetzt…



Renfert Sympro – Unglaublich, wie die Zeit vergeht..

Ich musste nach langer langer Zeit Reinigungsflüssigkeit für unser Labor-Reinigungs-Gerät bestellen. Kommt nur noch selten vor, das wir es benötigen. Dadurch ist mir das Gerät wieder in den Sinn gekommen. Berichtet zuletzt darüber haben wir hier. Und das war 2016. Das Gerät ist demnach schon seit 2009 bei uns in Verwendung.

Damals – vor nun 15 Jahren schrieb ich:

Über Prothesenreinigung hatten hier wir in der letzen Zeit Beiträge zu den Geräten von Hager und Werken und Schütz Dental.
Noch eine drittes Gerät stand uns zum Test zur Verfügung: Das Sympro der Firma Renfert.

Ganz neu auf dem Markt.
Gutes Produktdesign.

Ist normalerweise für mich ein Plus.
Wirkte aber in diesem Falle nicht.

Denn ein Prothesenreinigungsgerät muss nicht gut aussehen, es muss seine Arbeit machen. Und da es im Labor steht, ist die Aussenwirkung eher gering und daher wünsche ich mir vor allem ein Gerät, das hervorragende Ergebnisse liefert und nicht kaputt geht.

Das Aussehen ist dann nebensächlich oder anders formuliert. Ein schönes Aussehen kann schlechte Ergebnisse oder mangelhafte Haltbarkeit nicht wettmachen.
Aber halten wir dem Sympro einmal zu gute, dass es eben nicht nur gut aussieht, sondern auch gut und ausdauernd funktioniert. Und es weist neben seinem schicken Design noch als Feature einen gegenüber den bisher besprochenen Geräten schrägen Einbau der Spülkammer auf. Dadurch soll sich die Prothese leichter drehen während des Reinigungsvorganges, was die Effektivität erhöhen und die Bearbeitungszeit abkürzen soll.

Dann der erste Patient: Dessen Prothese – eine Herausforderung.

Das Ergebnis (nach vom Hersteller empfohlener Arbeitszeit): „Geht so“.

Also doch das Schütz – Gerät ?  Ist das schöne Design des Sympro nur glitzernde Hülle ?

Heute, nach rund 4 Wochen Testbetrieb sieht das anders aus: Die Reinigung der Prothesen fällt zufriedenstellend aus. Und dies ist bitteschön  im positiven wortwörtlichen Sinne zu verstehen. Es gibt Verunreinigungen, die das Gerät ( wie alle anderen Geräte auch) nicht entfernen kann.

Alles andere geht ab. Wir lassen die Prothesen in der Regel 45 – 60 Minuten im Gerät, danach sind die Prothesen sauber.

Kommen wir zur Zwischenwertung nach  4 Wochen: Bis jetzt ist alles gut.
Ich hoffe, das bleibt so.

Und heute schreibe ich: Meine Bedenken waren vollkommen unbegründet: Sehr gutes Design und sehr gute zuverlässige Funktion müssen sich nicht ausschliessen. Das kann ich hier nach 15 Jahren so feststellen. BTW das Design ist heute noch ansehbar, auch das ein Qualitätsbeweis der anderen Art.

Klare Kaufempfehlung für das Renfert Sympro!

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.


Die größte Revolution in der Zahnmedizin seit 1963

Alle reden von schlechten Zeiten.
Das in der Zukunft es schlechter sein wird, als es die letzten Jahrzehnte war.

Kassandrarufe???
Oder Zeichen drohender Widrigkeiten?

Ohne Frage – wir stehen von großen Umwälzungen.
Im Großen wie im Kleinen.

Und das betrifft auch die Zahnmedizin in Deutschland.
Hab ich deshalb Angst, bin ich deshalb in Sorge?
Keineswegs.

Im Gegenteil.
Ich finde es sehr spannend.

Und bin sogar felsenfest davon überzeugt, das all diejenigen, die sich nun der Zahnmedizin zuwenden, eine bessere Ausgangssituation haben, als ich es hatte, als ich 1990 die Uni verliess und mich ins dentale Berufsleben aufmachte.

Warum?
Weil nun endlich – mehr als 30 Jahre später – das passiert, was wir uns im Studium erhofft hatten.
Das es mit der Zahnmedizin zwar im Moment noch bergab geht, aber dann endlich Alles besser wird.

Und genau an diesem Punkt stehen wir nun.

Wir sind am Vorabend der größten Revolution in der Zahnmedizin seit 1963.
Und das hat nichts, aber auch gar nix mit den dentalen Fortschritten zu tun, die im Laufe meines Berufslebens sich eingestellt haben. Hier hatte ich das Glück, in die wohl reichhaltigste Innovationsphase der Zahnmedizin bisher überhaupt hineingewachsen zu sein.

Ich habe noch Ringdeckelkronen im Studium herstellen müssen. Amalgamfüllungen waren Standard in der Zahnmedizin. Es gab noch keine zahnfarbenen Füllungsmaterialien für den Seitenzahnbereich. Implantate wurden noch argwöhnisch beäugt.

In der Endodontie gar es NICHTS von alledem, was wir heute haben.
Keine (zuverlässigen) Apexlokatoren, kein OP-Mikroskop, keine NITI- Instrumente, kein DVT, kein Ultraschall, keine Laser, kein MTA. Mit warmer Guttapercha adäquat arbeiten konnten eine Handvoll Leute weltweit.

Nur Edelstahl – Instrumente, Handaufbereitung.
Die laterale Kondensation war der hochgelobte Einäugige unter den Blinden. Denn eine Zentralstift-Technik zum Verschluss von Wurzelkanälen (evtl. sogar noch mit Silberstiften) war allgegenwärtig.

Und heute?
Sind Gold-Restaurationen vom Markt verschwunden. Und auch die Dentallabore, die solche Arbeiten herstellten. Es dominiert mehr oder weniger hässlicher sogenannter zahnfarbener vollkeramischer Zahnersatz. Hergestellt in teilweise europaweit agierenden Fräszentren. Auch die Kieferorthopädie findet zunehmend in solchen von der Dentalindustrie geführten Großproduktionsstätten statt, der Computer-Fortschritt und der Wegfall der konventionellen Abformung macht es möglich. Kleiner Funfact, wir mussten im Studium uns gegenseitig noch Gips-Abdrücke abnehmen, eine Prozedur, die man rückblickend vergleichen könnte mit den bizzaren menschenverachtenden Aufnahme-Ritualen französischer Elite-Schulen.

Riesige Entwicklungen.
Kein Problem.

Weil es fachliche Entwicklungen sind. Dem technischen Fortschritt geschuldet.
Ein Auto des Jahres 1963, meinem Geburtsjahr, ist mit heutigen Autos nicht zu vergleichen. Technischer Fortschritt. Den es immer schon gab und den es immer geben wird. Der uns zum Vorteil gereicht. Weil wir etwas besser, hochwertiger, aber auch gegebenenfalls schneller und kostengünstiger produzieren können. Wer von uns – Hand aufs Herz- ausser aus einer sentimentalen Anwandlung heraus am sonnenbeschienenen Wochenende zum Oldtimertreffen reisend – möchte denn noch mit einem Auto aus den 50,60er,70er, 80er Jahren des letzten Jahrhunderts zur Arbeit oder in Urlaub fahren ?

Halten wir also fest, technischer Fortschritt ist gut.
Und er kommt der Profession per se und uns als Zahnarzt in eigener Praxis zu gute.
Und darüber hinaus gab es vor 40,50,60 Jahren viel viel weniger Autos als heute und viel mehr Reparaturwerkstätten. Die Gesellschaft ändert sich. Immer weniger Zahnärzte für immer mehr Patienten.

Ein „Doppel-Wumms“ also, um den Kanzler der Ampel zu zitieren.
Rosarote Zeiten also? Keineswegs. Zumindest nicht für Alle.
Gefährlich wird es nämlich immer dann, wenn eine distruptive Änderung ins Haus steht.
Dem letzten deutschen Kaiser wird der Spruch zugeschrieben. „„Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung.“

Gefahr droht.
Aber nicht aus der Zahnmedizin heraus, sondern dem Mitarbeitermangel in den Praxen geschuldet. Mitarbeitermangel – ein Problem, das sich durch alle Bereiche des täglichen Lebens zieht. Und möglicherweise, wenn man nichts tut, die erhofften positiven Veränderungen kontrakariert. Mit fatalen Folgen.

Und wie immer kann man sich diesen Entwicklungen verschliessen, im Sinne von wird schon nicht so schlimm werden. Oder aktiv das Problem angehen. Damit meine ich aber nicht, das man auf Teufel heraus versucht, irgendjemandem Mitarbeiter abzuwerben. Denn damit alleine es nicht getan. Selbst wenn man zukünftig genügend Mitarbeiter im Team hat, dann ändert sich trotzdem vieles in der Innen – und Aussenbeziehung. Mitarbeiter zu bekommen ist schon jetzt und zukünftig noch viel mehr eine einzige grosse Herausforderung. Diese dann aber auch zu behalten, die mindestens ebenso grosse, wenn nicht noch größere Schwierigkeit.

Besser ist es, wenn man zumindest einen Plan B in der Hinterhand hat: Wie führe ich erfolgreich meine Praxis ohne oder mit einem minimalen Kernstamm an Mitarbeitern?

Und dabei wird uns – lasst euch nicht veräppeln – weder AI, noch KI, auch keine APP, kein Online- Dienst und erst recht keine TI wirklich helfen, uns wirklich entlasten können.

Im Gegenteil.
All diese vermeintlichen Heilsbringer schaffen nur weitere Abhängigkeiten.
Verstärken am Ende den Trend, stand ihn zu bekämpfen oder auch nur abzumildern.

„Lean Dental Office“ ist das Stichwort.
Ich mag keine Anglizismen, aber es fällt mir schwer, den Sachverhalt in deutsche Worte zu packen. Die schlanke Zahnarztpraxis ? Naja. Da fehlt dann doch ein wenig. Was also meine ich mit LDO ? Darunter verstehe ich Praxisstrukturen, die es dem Zahnarzt selbst ermöglichen, die administrativen Abläufe des Unternehmens Zahnarztpraxis in eigener Hand zu bewältigen. Warum wir das brauchen, wie das genau aussieht und wie uns das helfen kann, darüber wird hier in den nächsten Wochen immer wieder zu lesen sein.

Und natürlich werden wir bei DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER Teil 2 EndoOrganisation darüber reden.
Am 8. Juni.
Sehen wird uns dort ?

Zeitpunkt des Todes 26. November 2023

Anfang 2006 suchte der Patient unserer Praxis zur endodontischen Behandlung von Zahn 37 auf. Und insistierte nach WF darauf, dass ich mich auch noch des Zahnes 36 annehmen solle.

Einen Wunsch, den ich mehrmals abschlägig beschied.
Und eindringlich vorschlug, der Patient möge sich doch den Zahn 36 entfernen und durch ein Implantat + Krone ersetzen lassen. Zur ungünstig sei die Prognose des Zahnes angesichts der inihm akkumulierten Schwierigkeiten.

11 von 11 möglichen Komplikationen, die eine Wurzelkanalbehandlung mit sich bringen kann. Mehr geht nicht.

Doch der Patient blieb stur.
Und so liess ich mich im August 2006 dazu breitschlagen, es doch noch einmal mit dem Zahn 36 zu versuchen.

Was ich niemals vor Behandlungsbeginn gedacht hätte, traf ein. Es war uns möglich gewesen, die Revisionsbehandlung erfolgreich zu Ende zu führen. Mehr als das – es kam im weiteren Verlauf zu einer vollständigen knöchernen Regeneration. sowohl der apikalen, wie auch der lateralen und – was am schwierigsten ist – sogar der ausgedehnten interradikulären Knochendestruktion, welche auf die vorhandene iatrogen verursachte Wurzelperforation in der distalen Wurzel zurückzuführen war.

Im Laufe der Jahre begegnete ich dem Patienten – aus meiner Heimatstadt stammend – immer mal wieder. Schon von weitem gab er mir mit zwei ausgestreckten Daumen zu erkennen. dass der Zahn weiterhin problemlos seinen Dienst verrichtet.

Insgesamt mehr als 17 Jahre.
Denn gestern beim Sonntagnachmittag traf ich den Patienten wieder einmal.

Diesmal berichtete er mir allerdings, das der Zahn vor Weihnachten wegen einer Wurzelfraktur entfernt werden musste.

„Zeitpunkt des Todes“ war, wie ich erfuhr, der 26. November 2023.
Schade.
Dennoch, das kann man an dieser Stelle mit gerechtfertigtem Stolz festhalten, ein schöner Behandlungserfolg.

Der Patient ist heute 62.
Hält das Implantat oder stattdessen eine alternativ angefertigte Brückenversorgung so lange wie der 2006 hoffnungslos erschienene Zahn, dann würde der Patient seinen 80. Geburtstag mit dieser Lösung erleben. 

DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über…EndoOrganisation

Samstag 08.Juni 2024
DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER reden über…EndoOrganisation

Über erfolgreiche Wurzelkanalaufbereitung haben wir gesprochen. 


Aber erfolgreiche Wurzelkanalbehandlung geht über die eigentliche endodontische Tätigkeit weit hinaus. Beginnt mit der ersten Kontaktaufnahme, lange bevor der Patient überhaupt die Praxis betritt und endet erst mit der letzten Recallsitzung etliche Jahre später.

Was alles muss getan werden, bevor der erste Patient im Behandlungszimmer auf den Behandlungsstuhl gesetzt werden kann, was alles, nachdem er wieder gegangen ist? Solches Insiderwissen ist Gold wert. Und in einer Zeit der Mitarbeiterknappheit, einem Phänomen, das auf dem Lande wie in der grossen Stadt gleichermaßen präsent und gefürchtet ist, kommt über die eigentliche optimale zahnmedizinische Behandlung an sich der Vorbereitung und Nachbereitung eine besondere strategische Bedeutung zu.

Umso bedauerlicher, das es zu diesem wichtigen Thema EndoOrganisation im deutschsprachigen Raum so gut wie keine Weiterbildung gibt. Das wollen wir ändern: DIE3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER, in eigener auf Wurzelkanalbehandlung limitierter Praxis erfolgreich tätig, berichten, wie sie ihre Arbeitsbereiche organisiert haben.
Wie sieht es aus in unseren Arbeitstrays, unseren Trayablagen, unseren Endo-Boxen. Wir blicken in Schubladen und Schränke. Sprechen über alle Dinge, die gemacht sein sollten, in dem Moment, in dem der Patient die Praxis betritt und was zu tun ist, nachdem er die Praxis wieder verlassen hat.

Von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Rechnungsstellung und der abschliessenden Korrespondenz mit Kostenerstattern.

Wir sprechen über Ordnung.
Diskutieren über Struktur, präsentieren Abläufe, vergleichen Honorarnoten. Zeigen Anschreiben und Patienteninformationen.

Zur Anmeldung geht es hier.

Design vs. ruhiger Schlaf – man muss Prioritäten setzen …

Wer mich kennt, weiss, ich bin ein Freund des schönen Designs.
Und unsere Morita Soaric-Behandlungseinheiten besitzen ein wunderbares reduziertes Äusseres in bester Architektur-Ikone-Dieter Rams-Braun-Geräte Design der 60er und 70er Jahre – Tradition.

Trotzdem – und man würde vermuten, es sei mir nicht leichtgefallen – verunstaltet seit Freitag eine an der Lampenstange unseres Behandlungsstuhls in Zimmer 1 angeflanschte Plastikflasche das durchgestylte Äussere, kontrakariert das zurückhaltende Wesen dieser Dentaleinheit.

Warum?
Weil vor kurzem an diesem Stuhl die WEK, die Wasserentkeimungseinheit ihren Dienst mit lautem Signaldauerton quittierte. Der Gott sei Dank am gleichen Tag noch herbeigeeilte Dentaltechniker (vielen Dank dafür) diagnostizierte den notwendigen Totalaustausch. Mehrere tausend Euro in Konsequenz.

Nun kann man das Ereignis von zwei Seiten betrachten.
Fest steht, das die WEK für sehr saubere Leitungen gesorgt hatte, wir haben den Stuhl seit Frühjahr 2016 in Betrieb und bei der jährlichen Wartung präsentieren sich die Schläuche in blitzsauberem Zustand. Vielleicht ist ein Zeitraum von 7 ,5 Jahren der Lebenszyklus solcher Geräte? Mit unseren extrem störungsunanfälligen, vom AG-Abscheider abgesehen unkaputtbaren Siemens M1- Einheiten kann ich die Soaric nicht vergleichen, die hatten nämlich keine freie Fallstrecke, das brauchte man früher nicht und BTW in Japan bis heute immer noch nicht.

Also – Augen zu und durch?
Und darauf hoffen, dass die neue WEK wieder 7 Jahre hält ?
Ganz so einfach war es dann doch nicht, hatte die besagte WEK doch im Laufe der Jahre

(nur an dieser Einheit, der baugleiche Stuhl in Zimmer 2 blieb vollkommen verschont, wird von uns aber auch nur eher selten genutzt)

sich immer mal wieder gemeldet, genau genommen 3 mal zuvor schon wegen Problemen mit der freien Fallstrecke Knall auf Fall den Stuhl abgeschaltet, was zwar keinen Austausch der WEK, aber doch Technikerbesuche und den sehr unerfreulichen temporären Stillstand der Einheit mit sich brachte.

Aus diesem Grund habe ich mich – was nicht da ist kann auch nicht kaputt gehen – nun entschieden, Design hin oder her – statt der WEK das oben gezeigte Bottle -System zu installieren. Welches an unserer 3. Einheit, einer Morita Signo T500 immerhin schon seit 2019 von Anfang an in Betrieb ist.


Störungen oder Defekte in dieser Zeit, immerhin auch schon fast 4,5 Jahre ?
ZERO.

Zu sehen ist die Flasche, auch wenn wir sie wegen unseres Winkelstück-Spezial Trays deutlich höher als normal befestigen mussten, so gut wie gar nicht.
Und vermutlich denken die Patienten ohnehin, das müsse so sein…


Die Mutter aller Perforationen 2024-Edition (II)

Wieviele Perforationen sind versammelt im vorliegenden Fall, dessen Zahnfilm des Zahnes 46 ich am Freitag letzter Woche eingestellt habe.

Das DVT gibt Aufschluss darüber, was im zweidimensionalen Röntgenbild prinzipbedingt verborgen bleiben muss. Es waren 5 Perforationen, verteilt auf die Zähne 46 und 47.

Der Zahn 46 hatte mit 3 Perforationen die Nase leicht vorn, zwei in der hinteren Wurzel, eine Perforation in der vorderen. Der Zahn 47 kann hier nicht zurückstehen offensichtlich und steuert noch zwei Perforationen in seiner vorderen Wurzel bei.

Iatrogen verursacht alle zusammen.
Daran kann nach Sichtung der Gemengelage kein Zweifel sein.

Die Frage nun aber – Was tun ?
Der Patient ist noch jung und obendrein stehen die Kosten für zwei Implantate und die implantatgetragene Kronenversorgungen im Raum, falls die Zähne extrahiert werden. Andererseits wäre auch eine endodontische Therapie mit nicht unerheblichen Kosten verbunden, bei möglicherweise ungewisser Prognose.

Wie also weiter vorgehen ????

Es ist immer mal wieder interessant, im Archiv von WURZELSPITZE zu blättern …

Am Freitag erreichte mich folgende Nachricht:

Bei den Hiobsbotschaften und Botschaften, die ich von den KZV und Kammerbossen auf der Bezirksstellenversammlung in der vorletzten Woche erhielt „ Spezialisierung, Rosinen picken -> soviel wie möglich privat abdingen, Faktor 3,5 war nur vorgestern noch gerade so ausreichend…“
las ich Deinen uralten Artikel aus 2010, lieber Ha-Wi, mit Verzückung über Deine Orakelfähigkeiten und treffliche Analyse des deutschen Konsumverhaltens:

Ich muss gestehen, ich hatte selbst nicht mehr auf dem Schirm, was ich damals geschrieben hatte, finde jedoch, dass das damals Gesagte mehr denn je seine Bedeutung hat.

Nachfolgend geht´s zum Artikel von damals, nun mehr bald 14 Jahre her.

„Must have“ oder „want have“ ? Zahnmedizin ist wichtig, keine Frage….

Die Mutter aller Perforationen 2024-Edition

Ich muss gestehen, das uns Perforationen -sofern sie nicht tief in der Wurzel sich präsentieren – heutzutage nicht mehr sonderlich beeindrucken, was die Therapiefähigkeit angeht.

Zu oft schon haben wir teils riesige Perforationen vorgefunden, diese verschlossen und konnten im Nachgang den Erhalt des als infaust einzustufenden Zahn dokumentieren, teils über mehr als 20 Jahre hinweg, denn meine ersten Erfahrungen konnte ich mit dem hierfür wichtigen „Wunderstoff“ MTA noch im alten Millennium sammeln. Welches mir damals in einem Filmdöschen angediehen wurde, unter der Hand gewissermaßen, denn das Material war 1999 noch lange nicht offiziell im Handel erhältlich. Nie hätte ich gedacht, wie wertvoll dieses unscheinbar aussehende Pulver, dass ich unwissend rein äußerlich spontan als Racofix- Schnellbeton einordnete (und nicht die geringste Ahnung hatte, wie nahe ich damit der Realität kommen würde) mal sein würde, für welchen exorbitant hohen Preis es dann irgendwann einmal verkauft werden würde. Ich wäre definitiv wesentlich sorgsamer damit umgegangen.

So jedoch mischten wir es, in Ayers Rock großen Häufchen, wie Phosphatzement aufgetürmt, in großzügigen Portionen an, nichtahnend das dieses Material einmal in Zehntelgramm Dosen zu dreistelligen Eurobeträgen würde angeboten werden würde.

Die Dose war also viel zu schnell leer, rückblickend, geblieben sind die uneingeschränkt positiven Erfahrungen.

Und das stimmt mich optimistisch, den nachfolgenden Fall betreffend. Der Patient, Ende 20, Anfang 30, sucht wegen des stark symptomatischen Zahnes 46, der ihn seit über 6 Monaten nun quält, unsere Praxis auf. Nach initialer Wurzelkanalbehandlung wurde die alio loco durchgeführte endodontische Behandlung nicht weitergeführt.

Und ich verrate kein Geheimnis, wenn ich hier schreibe, das im Röntgenbild Perforationen ( ja ich verwende den Plural) vorhanden sind.

Wie viele und wo genau? Das ist unser Suchbild fürs Wochenende.

Wer richtig liegt, dem gebe ich bei DIE 3 HERRMANN KAADEN SCHRÖDER EndoOrganisation am 08. /09. Juni einen aus.

Die Auflösung gibt es am Dienstag.

FragRemover Abschiedsmail

von Nils Widera

Sehr geehrte Kolleginnen und sehr geehrte Kollegen,
liebe Mitstreiterinnen auf dem Gebiet der Endodontie,

es war der 13. Mai 2012, als der erste Prototyp des zukünftig FragRemover genannten Gerätes das Licht der Welt erblickte. Unter den geschickten Händen von Marcus Leineweber war ein Gerät entstanden, was die Schlaufentechnik mit der Einhandbedienung und hervorragender Zugspannung vereint hatte.

Wenige Jahre später gelang es den drei Kollegen Nils Widera, Marcus Leineweber und Stephan Gäbler ein Produkt zu entwickeln und mit breiter Unterstützung aus der Zahnärzteschaft auch zu zertifizieren und produzieren zu lassen, welches mit handelsüblichen Verbrauchsmaterialien (Kanülen und Stahldraht) zur Fragmententfernung aus dem Wurzelkanal eingesetzt werden kann.

Der FragRemover fand weite Verbreitung und wurde auch in einigen Lehrbüchern erwähnt.
Dass der FragRemover das erste kommerziell verfügbare Gerät mit wechselbarer Schlaufe, Einhandbedienung und hoher Kraftentwicklung war, hat sicher dazu beigetragen.
Inzwischen gibt es eine ganze Reihe alternativer Produkte, die, das Grundprinzip aufgreifend, individuell abgewandelte Lösungsansätze nutzen. Wir sind stolz darauf, mit dem FragRemover Anstoß und Reibungspunkt für diese Entwicklung gewesen zu sein.
Ein Vorteil und gleichzeitig Handicap war, dass der FragRemover aus der Praxis kam und auch die Firma „neben den Praxen“ der Inhaber geführt wurde. Dennoch war es uns möglich, unser Produkt im Laufe der Jahre weiterzuentwickeln. So führte eine Kooperation mit der TU Dresden und dem Leibniz-Institut unter anderem zu einer Verbesserung der zur Anwendung kommenden Drähte.

Inzwischen bedingt das MDR (European Medical Device Regulation) eine neue Zulassung des FragRemovers. Deren Umsetzung und die dafür notwendigen zu erfüllenden Auflagen überschreiten unsere Möglichkeiten und Kapazitäten und stehen darüber hinaus in keinem Verhältnis zu Umsatz und Gewinn.
So muss den Vorgaben des Gesetzgebers Folge leistend der Vertrieb des FragRemovers und aller damit in Zusammenhang stehenden Artikel zum 26.04.2024 eingestellt werden.

Wir sehen das mit Wehmut, bedauern die Entwicklung, sind aber machtlos.


Im Markt befindliche Geräte dürfen uneingeschränkt und unbegrenzt weiterverwendet werden. Daher haben wir von FragRemover uns entschlossen, vor Einstellung der Geschäftstätigkeit allen Interessenten und treuen Kunden ein nachfolgendes Angebot zu machen, so lange es der Lagerbestand ermöglicht:

Unsere Überlegungen dazu:
Es macht Sinn ein Zweit- (oder Dritt-) Gerät anzuschaffen, wir selber haben sogar mehr Geräte im Einsatz, da hierbei in schwierigen Fällen, die mehrere Drahtschlaufen erfordern, ein verzögerungsfreies Arbeiten ohne „Nachladen“ des Gerätes möglich wird.
Darum gibt es für Bestandskunden und Neukäufer ein Zweitgerät und alle weiteren Geräte zu einem sehr günstigen Mehrpreis.

Auch der Draht wird wieder in den größeren 40 m Spulen angeboten, aus denen ca. 60 Schlaufen gefertigt werden können.

Zukünftig wird es den Draht von demselben Hersteller nur noch als nicht zertifiziertes Produkt zu Demo- und Übungszwecken über die Prophylaxeshops der Praxen Leineweber und Gäbler geben.
Es macht also Sinn, zu den jetzt günstigen Konditionen ausreichend Draht zu ordern und die Belege dafür gut zu verwahren.
Sollte zukünftig Bedarf an Demodraht bestehen, wird der unkompliziert über die Websites der o. g. Praxen bestellst sein.

Die kostenpflichtige Online-Order ist ausschlaggebend für die Reihenfolge der Auslieferung:

2x FragRemover device + case + manual 400€
1x FragRemover device + case + manual 300€

WireSpool 0,10 x 40 m 60€
WireSpool 0,15 x 40 m 60€
WireSpool 0,075 x 40 m 60€

WireSpool 0,09 x 40 m + 90 Spezial-Kanülen 0,3 70€

Kofferdam-Klapprahmen 80€

Die Preise werden am 15.2.2024 im Onlineshop freigeschaltet und gelten bis zum 15.3.2024.
Danach gelten bis zum 31.3.2024 noch einmal die Standardpreise, soweit der Lagerbestand noch nicht ausverkauft ist.
Ab 1.4.2024 wird der Online-Shop geschlossen und wir nutzen die verbleibenden Tage um den Versand abzuwickeln.

Vielen Dank an alle Unterstützer des FragRemovers

Euer FragTeam

Nils Widera
Marcus Leineweber
Stephan Gäbler

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.