Denkanstoss Jahreswechsel 2025: Big Mac – Index? Pizza-Seismograph!

Den Big Mac- Index setze ich als bekannt voraus.
Er ist ein Indikator, der die Kaufkraft verschiedener Währungen anhand der Preise für einen Big Mac in verschiedenen Ländern vergleicht. Er wurde 1986 von der britischen Wochenzeitung The Economist erfunden, um einen leicht verständlichen Vergleich auf Basis von Kaufkraftparitäten zu ermöglichen und Über- und Unterbewertungen einzelner Währungen zu zeigen. Seitdem wird er regelmäßig erhoben und auch in wissenschaftlichen Studien und Lehrbüchern zitiert.

Dazu werden die Preise eines Big Mac in den Währungen verschiedener Länder erhoben. Durch die Umrechnung zum aktuellen US-Dollar-Kurs wird die jeweilige Kaufkraft vereinfachend miteinander verglichen. Hinter dem Währungsvergleich steht die Annahme, dass sich die Preise für ein identisches Gut auf lange Sicht in allen Ländern angleichen.

Der Big Mac wird als einfacher Indikator herangezogen, weil es ihn in vielen Ländern in standardisierter Größe, Zusammensetzung und Qualität gibt. Seit über 50 Jahren besteht der berühmte MC Donalds-Hamburger aufgrund strenger Auflagen durch Franchiseverträge international fast überall aus den gleichen Zutaten: Sesambrötchen, Rinderhackfleisch, Schmelzkäse, Salat, Gewürzgurken, Zwiebeln und Sauce. Eine hervorragende Ausgangsbasis für vergleichende Erhebungen. Der Big Mac kann darüberhinaus durch die Strategien von McDonald’s, Zutaten aus der Umgebung zu verwenden und namhafte Markenhersteller als Lieferanten zu gewinnen, als Indikator dienen, die Inlandskaufkraft einer Volkswirtschaft wiederzugeben.

Ich muss gestehen, dass ich nicht weiss, was aktuell ein Big Mac in Deutschland kostet. Ich musste es googeln. Dafür kenne ich natürlich die Preise meiner Lieblingspizza, auf die ich mich jeden Donnerstag aufs Neue freue. Kurz vor Weihnachten ist dieser gestiegen. Von nun 11 Euro auf 11 Euro 50. Alles ist teurer geworden, sagt die Chefin. Kein Thema, sage ich. Weil ich weiss, das es genau so ist. Und sie auch immer mit lange sich hadert, bevor sie die Preise überhaupt abändert.

Warum ich das schreibe?
Weil spätestens mit der Pizza-Preiserhöhung auch wir in unseren Praxen die Preise anpassen müssen. Daher mein Rat – Suchen auch Sie sich einen Pizza-Seismographen. Und wenn dieser mit beispielsweise 4,5 Prozent ausschlägt, dann sollten sie sich das zu Herzen und als Richtschnur nehmen.

In dem Zusammenhang noch zwei Reality Check-Fakten von Januar 2025.

Reality Check I
Unsere Briefe zu verschicken kostet ja seit 2025 10 Cent pro Brief mehr. Eine Preiserhöhung von knapp 12 Prozent. Wer einen Brief verschickt, muss nun mehr Geld dafür bezahlen. Die Bundesnetzagentur hat entschieden, dass das Porto ab Januar rund 10,5 Prozent höher sein darf als bislang. Dieser Spielraum ermöglicht mehr als doppelt so viel wie bei der letzten Portoerhöhung 2022, als der Betrag um 4,6 Prozent stieg.

Grund für den relativ hohen Anstieg sind die zuletzt stark gesunkene Briefmenge und der inflationsbedingte Kostenanstieg der Post in den vergangenen Jahren. Zufrieden ist die Post mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur keineswegs: Aus ihrer Sicht sollte die Portoerhöhung deutlicher ausfallen, weil die Kostensteigerungen noch viel stärker gewesen seien.

Reality Check II

Die Abgeordneten des rheinland-pfälzischen Landtags erhalten ab Januar eine höhere monatliche Entschädigung. Die Diäten steigen um 4,4 Prozent oder 350,38 Euro auf dann 8.313,67. Das hat der Landtag am Donnerstag beschlossen.

Die Steigerung zum 1. Januar 2026 wurde ebenfalls bei der Verabschiedung des Landeshaushalts mitbeschlossen. Dann werden die 101 Parlamentarier 8571,39 Euro monatlich erhalten, das sind 257,72 Euro oder 3,1 Prozent mehr. Eine Debatte zur Diätenerhöhung fand nicht statt.

Jährliche Anpassung nach dem Verdienstindex
Vor dreieinhalb Jahren haben sich die Fraktionen von SPD, CDU, Grünen, FDP und Freien Wählern auf ein Modell zur Ermittlung der Diäten geeinigt. Die Höhe ist an die Beamtenbesoldung der Stufe A16 angelehnt, das entspricht der Vergütung von Verbandsbürgermeistern. Zudem ist eine jährliche Anpassung der Diäten vorgesehen, die sich am Verdienstindex für Rheinland-Pfalz orientiert. Das statistische Landesamt ermittelt diesen Index. Als Grundlage für die Erhöhung gilt der Index des vorvorletzten Jahres, konkret also gilt der Verdienstindex im Jahr 2022 für die Diätenanpassung im Jahr 2025 – aber der Landtag muss jeweils über die Erhöhung entscheiden.

Keine Debatte über die Erhöhung
Im Parlament ist der Tagesordnungspunkt am Mittwoch aufgerufen worden, er war ohne Aussprache vorgesehen. Es hat sich auch niemand zu Wort gemeldet. Derzeit sind neben den Regierungsfraktionen SPD, Grüne und FDP die Oppositionsfraktionen CDU und AfD im Landtag vertreten, dazu die Gruppe der Freien Wähler und sechs fraktionslose Abgeordnete. Die AfD stimmte am Donnerstag gegen die Anhebung.

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