50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (30): Das Schönste an unserem Beruf, von rein Zahnmedizinischem mal abgesehen…

Das Schönste an unserem Beruf, von rein Zahnmedizinischen mal abgesehen ???

Das ich die Möglichkeiten habe, mir meine Arbeitsumgebung perfekt nach meinen Vorstellungen zu gestalten…

Es ist über 10 Jahre schon her, aber ich erinnere mich immer mal wieder an diesen Moment, wenn ich durch meine Praxis gehe.

Ich besuchte einen renommierten universitären Hochschullehrer.
Mit nachvollziehbarem Stolz führte er mich durch seine Abteilung.

Am Ende der Führung präsentierte er mir sein Behandlungszimmer, sein ureigenes Reich, und präsentierte als einen der Höhepunkte seine Behandlungseinheit. „Die gute alte M1“, wie er sie nannte und wir sie noch von Studium her kannten.

Allerdings offensichtlich ein Modell der allerersten Stunde aus den späten Siebzigern oder frühen Achtzigern.
Die Farbe der Stuhlauflagen liess daran keinen Zweifel.
Der Kunststoff der Behandlungseinheit hatte über die vielen Jahre in der Farbe von cremeweiss nach nikotin-graubraun gewechselt. Die ähnlich colorierten Wände des Raums – ob intentionell so gestaltet oder ebenfalls den Zeitraum seit der letzten Erneuerung auf diese Weise subtil kundgebend, sei dahingestellt – gaben ebenfalls ein eher tristes Stimmungsbild ab.
Eine Röntgenmöglichkeit vor Ort gab es nicht. Das Kleinröntgengerät befand sich ausserhalb. Schreibtisch, Schränke, Regale mit dentalen Devotionalien sowie ein paar gerahmte Werbeposter der Firma Blendamed, auch diese nun schon mindestens ein Vierteljahrhundert alt, unterstrichen zwar die zahnmedizinische Bestimmung der Umgebung, aber auch die lange schon aus der Mode gekommenen Designsprache des letzen Milleniums.

Damit wir uns nicht falsch verstehen.
Erstklassige Zahnmedizin kann auch in einer solchen Arbeitsumgebung entstehen. Und ich habe Referenten von Weltruhm kennenlernen dürfen, die in weniger adäquaten Arbeitsumgebungen herausragende Behandlungsergebnisse erzielten.

ABER – was nicht zu übersehen war, im Rahmen des Besuches. Die Tatsache, dass der Kollege keinerlei Möglichkeiten besaß, seine Arbeitsumgebung seinen eigenen Vorstellungen entsprechend zu gestalten, ohne das für jede dieser Maßnahmen ein grosser administrativer Prozess durchlaufen werden musste.

Wir hatten gerade ein DVT gekauft.
Und der Kollege musste für eine Packung Bleistifte ein Formular ausfüllen.
Den neuesten Endo-Motor, den neuesten Apex- Lokator, die Endo-Feile XYZ, generell jegliche Behandlungsmaterialien nach unserem Gusto ??? Etwas was in der eigenen Praxis lediglich ein Kreuz in der Wawibox uns setzen lässt, diese Wahl gab es hier nicht.

Ich war jedenfalls froh, diesen mich depressiv machenden Ort verlassen zu dürfen, um in meine wunderschöne Praxis zurückkehren zu dürfen.

Was für ein Motivationsschub dies doch darstellt. Mich, wenn ich von einer Sache – im Kleinen wie im Grossen – überzeugt bin, nach meinen Vorstellungen ausstatten zu dürfen, ohne das ich irgendjemandem diesbezüglich Rechenschaft schuldig wäre.

Das kann ein Luxus sein, wie Kleinröntgengeräte in jedem Behandlungszimmer. Oder 6 Endomotoren und 4 Apexlokatoren vorzuhalten, ein neues DVT oder neue Behandlungseinheiten zu kaufen, wenn ich der Meinung bin, diese mir nun zulegen zu wollen. Ganz zu schweigen von den vielen kleinen Dingen wie die Farbe der Wand im Wartebereich festzulegen oder welche Zeitschriften und welche Getränke ich dort unseren Patienten präsentiere.

Diese Möglichkeiten sind also nicht zwingend auf die Endodontie beschränkt, aber natürlich wirkt auch hier die Beschränkung auf die Spezialität „Wurzelkanalbehandlung“wie ein fokussierendes Brennglas, welches die Kernqualität unterstreichen hilft, wenn man seine Praxis zielgerichtet daraufhin ausstattet.

Wer aber nun meint, all diese Dinge seien lediglich ein nettes I-Tüpfelchen, das ein paar unwesentliche Prozentpunkte die eigene Stimmung heben vermag, dem sei der nächste Beitrag dieser Reihe ans Herz gelegt.

50 gute Gründe, sich auf Endodontie zu spezialisieren (31): Wodurch entsteht Exzellenz in dem, was wir tun ?

Der unterstreicht, das solche Rahmenbedingungen einen handfesten positiven Einfluss auf die Behandlungsqualität und Behandlungsergebnisse einer Praxis ausüben.
Und man mit erstaunlich wenig Kleinem erstaunlich viel erreichen kann.

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