Letzte Woche habe ich mich mit einem befreundeten Kollegen unterhalten.
Während er wie ich früher WaveOne Gold- Instrumente zur Wurzelkanalpräparation verwendet hat, bereitet er seit einiger Zeit nun Wurzelkanäle bis zu einem Taper von 4 Prozent auf und füllt mittels Zentralstift-Technik und mit einem „biokeramischen“ Sealer die Wurzelkanäle.
Ich verstehe den Kollegen.
Sowohl Aufbereitung als auch Abfüllung gelingen auf seine Art und Weise einfacher, keine Frage.
Ich hingegen möchte weiter nicht auf die warme Fülltechnik verzichten.
Warum ?
2 Tage nach unserem Gespräch dieser Fall hier.
Aus dem ich für mich den Schluss ziehe, an meiner Technik weiter festzuhalten.
Zahn 36 37.
Beide endodontisch behandlungsbedürftig.
Beide mit radikulären Knochendestruktionen.

Zahn 36 mit massiver apikaler und interradikulärer Aufhellung wie im Ausgangs-Röntgenbild vom Januar 2024 zu sehen.
6 Monate später sehen wir im Kontroll-Röntgenbild unmittelbar nach Wurzelkanalfüllung von Zahn 36 gefüllte Anastomosen in der mesialen Wurzel. Und die Abdichtung einer apikalen Teilung des Wurzelkanals in der distalen Wurzel.
Natürlich kann niemand sagen, wie die Wurzelfüllung in der Kombi 4% + „Biokeramischer“ Sealer ausgesehen hätte.
Vielleicht genauso ?
Vielleicht besser im Sinne von mehr lateraler Anatomie gefüllt ?
Wir wissen es nicht.
Das macht es ja so schwierig.
Aber wenigstens hat sich der Knochendefekt in weniger als einem halben Jahr schon sehr positiv entwickelt.
Extrem erfreulich.
Aber als Folge von was?
Der grösser getaperten Aufbereitung? Die eine effizientere Spülung und Desinfektion ermöglichte? Die schallgestützte Irrigation mittels VDW Eddy?
Die lasergestützte Irrigation mit dem Morita Adverl Evo Erb:YAG Laser im Sinne des PIPS-Verfahrens?
Die medikamentöse Wirkung unserer Langzeit-Calciumhydroxid-Einlage?
Fragen über Fragen.
Auf die es auch 100 Jahre nach Hess und Walkhoff und 60 Jahre nach Seltzer, Bender und Schilder keine allgemeingültigen Antworten gibt.
So oder so – wie soll man nun ?
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