
Was soll hier schon der Rede wert sein ?
Zwei Zähne, versehen mit Kunststoff-Füllungen, die aber eigentlich schon längst eine Kronenversorgung verdient gehabt hätten.
Das dazugehörige Röntgenbild zeichnet dann aber doch ein anderes Bild. Insbesondere der riesige Substanzverlust vestibulär an Zahn 33, von dem nicht klar ist, ob es sich dabei um eine profane profunde Karies oder um eine externe Resorption handelt, lässt auf die Frage nach einem möglichen Zahnerhalt eigentlich nur die Antwort zu: Sicher nicht. Hier scheint die Extraktionszange das einzig sinnvolle Werkzeug zu sein.
Wir sind trotzdem einen anderen Weg gegangen. Der Patient, Ehemann einer Klassenkameradin, fragte mich, und diese Frage wird uns ja immer wieder gestellt, ob es nicht doch eine Möglichkeit der Zahnerhaltung gäbe und was ich täte, wenn es mein Zahn wäre.
Und so haben wir es dann auch getan. Schritt für Schritt die Erhaltungsfähigkeit des Zahnes evaluiert und in der Behandlung vorangeschritten. Kariesexkavation, mikroinvasive Aufklappung zur Darstellung des Kavitätenrandes, Wiederherstellung der verloren gegangenen Zahnhartsubstanz durch Composite-Füllungen, Wurzelkanalbehandlung.
Und dann der Recall nach 6, 18, 42 und 90 Monaten.
Das zu Beginn gezeigte Foto ist also nicht der Ausgangsbefund.
Sondern die Situation 7,5 Jahre nach Abschluss der Wurzelkanalbehandlung.
Gut sichtbar an Zahn 44 die initiale Abdichtung am Kavitätenrand in opak hellweiss, was ich tue, um dem Hauszahnarzt bei der Kronenpräparation die Unterscheidung von Zahnsubstanz und Füllungsmaterial zu erleichtern. Letzteres ist bis heute nicht passiert.
Die Zähne haben dennoch die Zeit gut überstanden.
Und wir können davon ausgehen, dass diese Zähne, denen die Zange nahegelegt wurde, auch weiterhin noch eine längere Zeit im Mund bleiben werden.
Können wir also stolz auf das Erreichte sein ?
Der Patient freut sich jedenfalls.
Hier die Röntgenbilder.