Ohne Frage, dieser Zahn 36 ist ein Zahn, der unter die Rubrik Herodontics fällt. Und das 2D – Röntgenbild gibt nur andeutungsweise den wahren Grad der massiven Knochendestruktion (Interradikulär/distal) wieder, den dieser Zahn erfahren hat.

Wunsch des Patienten, ein ärztlicher Kollege, ist der unbedingte Versuch des Zahnerhaltes.
Die endodontische Behandlung lässt sich gut an.
Zum Abschluss der 2. Sitzung wird ein Calciumhydroxid- Präparat eingebracht.
Mit deutlicher Überpressung nach apikal hin im Bereich der mesialen Wurzel.
6 Wochen später stellt sich der Patient bei uns in der Praxis wieder vor.
Viel zu früh, denn es waren 16 Wochen Liegedauer des Calciumhydroxides besprochen. Der sehr angenehme, leider aber auch ein wenig ängstliche Patient war in Sorge, weil der von mir für die ersten Tage angepriesene merkwürdige medikamentöse Geschmack des verwendeten Metapex Plus eben nicht vollständig verschwunden war. Ausserdem reagierte der Zahn minimal auf Krafteinwirkung beim Kauen an bestimmten Stellen, ab und zu auf Heiss und Kalt und einmal war auch ein Pochen aufgetaucht, das aber ein solitäres Ereignis geblieben war.
Die intraorale Inspektion ergab keine Auffälligkeiten, vor allem keinen Hinweis auf eine Undichtigkeit der sehr grossen alio loco angefertigten Komposit-Restauration, was angesichts der beschriebenen anhaltenden Geschmackssensation am wahrscheinlichsten gewesen wäre. Und im Kontroll-Röntgenbild??? Eine vollständige Resorption des überpressten Cacliumhydroxid- Materials. Und genau das liebe ich so an Metapex Plus. Es wird sehr schnell abgebaut, was ich als Indiz werte für eine beginnende Reossifizierung.
Beschwerden machen die Überpressungen im Übrigen bei Metapex Plus keine, selbst wenn diese noch wesentlich größer sind als die hier vorliegende. Ich weisse die Patienten bei grösseren Überpressungen immer darauf hin, dass gegebenenfalls der Überschuss, falls gewünscht, chirurgisch entfernt werden könnte, was aber bislang in den vielen Jahren nie notwendig war. Im Gegenteil – die Natur regelt das wie im vorliegenden Falle aufs Beste selbst..
Normalerweise hätte ich in einem solchen Fall weiter abgewartet.
Aber um die manifesten Ängste des Patienten zu zerstreuen, habe ich in den Zahn hineingeschaut.
Sollte ein Leakage vorliegen, erkennt man es in der Regel an einer Verfärbung des Calciumhydroxides, ausserdem bleibt das Material feucht.
Beides war hier nicht der Fall, das Calciumhydroxid sauber und trocken, weshalb ich es dabei beliess, schallaktiviert und laseraktiviert zu spülen und die medikamentöse Einlage in den vorhandenen 6 Kanälen auszutauschen.
Sieht man in der Röntgenbildern schon einen Verbesserung der ossären Situation ?
Was nach den gerade mal 6 Wochen ausserordentlich wäre.
Es gibt Hinweise. Aber machen wir uns nichts vor, auch wenn der Projektionswinkel der Aufnahmen fast identisch ist, so ist doch hier, nachgerade mal 1,5 Monaten wohl eher der Wunsch der Vater des Gedankens.
Wir werden also sehen,
Anfang November.
Falls der Patient nicht früher wieder auftaucht.