
Über unser Missgeschick mit unserem Zeiss Pro Ergo Mikroskop (und der Fritzbox) habe ich hier und hier schon berichtet.
Kommen wir nun zum Happy End.
Zumindest zu dem, was man angesichts der bexxxixxenen Ausgangssituation (Mikroskop defekt, Fritzbox kaputt, kein Internet, kein Telefon) erwarten kann.
Der Dienstag – der Tag des Ereignisses – war ein langer Tag.
Um 18 Uhr fahre ich nach Hause. Bin eine Stunde später wieder zurück. Mit der Fritzbox von daheim. Kurzer Check. Wir haben ein Signal. Um 21 Uhr verlasse ich die Praxis wieder, nun endgültig für heute. Internet, PC´s, Telefon, Anrufbeantworter, Musik und die vorhandenen Repeater funktionieren wieder.
Am nächsten Morgen.
Kurz nach 8 Uhr.
Mario Horvat steht in der Tür.
Der gestern abend noch seine Termine des Tages neu koordiniert hat, um 5 Uhr morgens von Heidenheim losgefahren ist (weil der Verkehr tagsüber, egal welche Autobahnen man nimmt auf dem Weg zu uns, unberechenbar ist).
90 Minuten später.
Das OPM läuft wieder.
Es war wie vermutet und Gott sei Dank „nur“ die nun gewechselte Platine.
Nebenbei wurde noch die Balancierung des OPM´s gecheckt und die Lichtquelle überprüft, die aus welchem Grund auch immer ihre Höchstintenstiät bei 50 Prozent der eigentlichen Leistung schon erreicht. Sei es drum, mehr Licht brauchen wir im Moment eigentlich nie , auch wenn Herr Horvat verspricht, sich bei Gelegenheit des Problems anzunehmen.
Okay, Zeit für ein Resümee.
Wir haben das Pro Magis seit 1997. Das Pro Ergo seit 2009. Ersteres war noch nie kaputt. Das Pro Ergo zeigte zu Beginn ab und zu Hand Grip-Fehler, ein bekanntes Phänomen, dass uns eher selten, andere Kollegen hingegen deutlich häufiger betraf. Mit einem Reboot (Schalter aus, Schalter an) liess sich das Problem innerhalb von 30 Sekunden lösen. Nicht desto trotz rückte irgendwann ungefragt Zeiss an, installierte im Rahmen eines Hardware-Update kostenlos neue Griffe und gut war seitdem. Was noch? Zweimal bisher mussten wir den Zoom-Motor wechseln und einmal war eine Xenon Lampe explodiert. Alles in Allem überschaubar, im Hinblick darauf, das das Gerät 8 Stunden pro Tag ununterbrochen nun schon 16 Jahre läuft. Wenn ich im Vergleich dazu an Behandlungsstühle, Steris, Dacs, Thermos denke und deren Ausfallraten … besser nicht.
Trotzdem.
Jeder Ausfall, auch wenn er noch so selten ist, ist nervig, insbesondere wenn er unser Arbeiten zu Stoppen bringt.
Und in solchen Fällen ist man auf schnelle Hilfe angewiesen und dankbar, wenn dem so passiert. Man nur zum Telefon greifen muss, und jemanden an der Strippe hat, der sich kümmert.
Wo hätte ich anrufen müssen bei Zeiss?
Wo finde ich überhaupt eine zielführende Telefonnummer? Wer ist am anderen Ende der Leitung ? Eine Computerstimme, eine KI ? Ein leibhaftiger Mensch, allerdings in einem Call-Center, irgendwo auf der Welt ? Oder gar direkt bei Zeiss Oberkochen? Aber kennt sich diese Person aus? Weiss sie, wie wichtig das OPM für uns ist, wie zeitnah wir Hilfe brauchen ? Wann wird ein Techniker verfügbar sein? Und würde dieser für uns seine geplanten Aufträge umstrukturieren? Super kurzfristig, von einen auf der anderen Tag??? Würde dieser Zeiss-Mitarbeiter morgens um 5 Uhr aufstehen, um pünktlich zur Praxisöffnung vor unserer Tür zu stehen nach 300 KM Anfahrt?
Wie schön, wenn stattdessen Michael Ermerling von Hanchadent nach ganz kurzer Zeit persönlich zurückruft, man mit ihm amTelefon in ein paar Minuten den Fehler einkreisen kann, zwischen zwei Behandlungen wohlgemerkt, er dann Mario Horvat (mit dem er keine geschäftliche Beziehung hat, ausser man kennt sich und schätzt sich) informiert und gerade mal 10 Arbeitsstunden später das OPM wieder einwandfrei funktioniert.
Merke.
Es gibt das alte, gänzlich aus der Mode gekommene Sprichwort: „Dort wo man repariert, da kauft man auch…“
Umgekehrt passt es auch. Man kauft sinnvollerweise dort, wo man weiss, dass hinterher auch (zeitnah, kompetent und preislich angemessen) repariert wird.
Bei (inhabergeführten) Firmen wie Jadent, Hanchadent und MikroDoc. Die einen Service bieten, den, man möge mir diesen harschen Satz verzeihen, Pluradent, Henry Schein und auch der Hersteller selbst nie liefern können und allzuoft auch gar nicht wollen.
Nennt sich heutzutage neudeutsch After Sale-Service.
Ist aber irgendwie – früher selbstverständlich – in der Zahnmedizin aus der Mode gekommen.
Schade.
Um so mehr an dieser Stelle noch einmal und öffentlich niedergeschriebenen mein besonderer Dank an Michael Ermerling und Mario Horvat.
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