An einem der IDS Tage war ich bei Morita am Stand beratend tätig.
Vorrangig zum Thema DVT.
Viele Fragen. Aber auch viele Statements der Besucher.
Eines ist mir nachhaltig in Erinnerung geblieben: Der Kollege fragte mich, warum ich das Morita-DVT gekauft habe. Er habe ein Gerät angeboten bekommen, dass 10.000 Euro billiger sei. Ich antwortete: Ich möchte das Gerät mit der besten Bildqualität haben. Worauf er antwortete: Er sei Allgemeinzahnmediziner (also dass, was man in USA als General Practitioner bezeichnen würde), da käme es auf die Genauigkeit nicht ganz so an. Worauf ich antwortete: Wenn sie ein Abdruckmaterial für ihr Arbeiten auswählen, sagen sie dann auch, dass mit der durchschnittlichen Abbildungsqualität ist ausreichend? Oder würden sie nicht das verwenden, was die genauesten Ergebnisse liefert. Und wenn ihnen das Dentallabor die Krone liefert, sagen sie dann auch, du musst mir keine schöne Krone abliefern oder ich brauche keinen genauen Kronenrand, ich bin ja kein Prothetik-Spezialist, ich bin ja nur Allgemeinzahnmediziner. Nein, natürlich würde man von seinem Dentallabor erwarten, dass es die bestmögliche Qualität liefert und auch von 3 zur Auswahl stehenden Abdruckmaterialien würde man das wählen, das die bestmögliche Qualität liefert und erst dann die Frage nach dem Preis stellen. Ob ich den Kollegen damit erreicht habe ?
Ich weiss es nicht.
Natürlich wurde ich auch immer wieder gefragt, was ich denn von diesem oder jenem DVT anderer Anbieter halte.

An meinem freien Tag habe ich mir daher 2 solcher DVT´s angeschaut.
DVT Nr 1
Das Erstlingswerk von W&H.
Und ich finde bemerkenswert, das die Firma hier als Eigenentwicklung (zwei Geräte sogar) vorgestellt hat. Ich werde auf jeden Fall beobachten, wie sich diese Geräte im zahnmedizinischen Alltag bewähren. Rein äußerlich und von den Abläufen her macht es schon einmal einen sehr guten Eindruck und es gefällt mir bei W&H, dass hier hinter oder gar vor den Kulissen noch kein internationaler Großkonzern die Fäden zieht. Die Firma daher ein elementares eigenes Interesse hat, den Kunden mit sehr guten Produkten nachhaltig zufriedenzustellen, was zu merken ist.
Das zweite Gerät möchte ich nicht benennen.
Warum?
Weil es mich nicht überzeugt hat.
Auf der IDS.
Ich aber kein Urteil fällen werde auf Grund dieses Eindrucks.
Ein Kollege und Freund von mir war an diesem Gerät interessiert und bat mich um meinen Rat und um eine gemeinsame Betrachtung vor Ort.
Detail Nr 1: Es gab eine sehr gute Aufnahme, die natürlich verständlicherweise zu Recht stolz präsentiert wird. Aber wenn man dann andere Aufnahmen danach sich ansieht, dann fällt auf, dass es eine deutliche Diskrepanz zwischen der sehr guten und den anderen Aufnahmen gibt. Und wenn man jetzt noch sich vor Augen hält, dass man sicher im IDS Vorführ-Rechner von vorneherein keine ganz schlechten Aufnahmen verwendet …
Detail Nr 2:
Der Mitarbeiter am Stand betonte als besonderes Feature, dass das Gerät über einen Schnellaufnahme-Modus verfügt, mit verkürzter Umlaufzeit. Allerdings auch reduzierter Bildqualität, wie er auf Nachfragen zugab. Warum der schnellere Umlauf? Längere Umlaufzeiten führen zu Verwacklungen durch den Patienten und damit zu schlechteren Aufnahmen. Was sicherlich richtig ist, aber dennoch in Konsequenz dazu führt, dass man IMMER ein zwar verwacklungsfreies, aber damit von vorneherein kompromittiertes Bildergebnis hat.
Der falsche Weg.
Wie sollte man es stattdessen machen –
Dafür sorgen, dass der Patient nicht wackelt.
Wie macht man das?
Wir achten auf 3 Dinge:
1. Der Patient sitzt. Immer. Die ganze Zeit.
2. Genaue Instruktionen geben, wie der Patient sich verhalten soll. Das mache ich Stück für Stück und achte darauf, dass der Patient mir für jeden Teilschritt die Rückmeldung gibt, alles verstanden zu haben.
3. Die rigide Fixierung des Kopfes im Gerät. In diesem Zusammenhang – Vielen Dank an MORITA, dass ihr auf meinen Wunsch hin eine solche Fixierung entwickelt und gebaut habt, die deutlich dazu beiträgt, bessere verwacklungsfreie Aufnahmen zu erhalten.
Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.