
Was es nun mir dem „weissen“ Punkt im Wurzelkanal von Zahn 11 auf sich hat?
Cavit?
Calciumhydroxid?
Watte?
Teflon?`
MTA oder ähnliches?
Nekrotisches Knochengewebe?
Alles nicht richtig.
Wobei Letzteres der Sache am nächsten kommt.
Es ist nämlich kein nekrotisches Knochengewebe, sondern vitales Knochengewebe.
Das sich periapikal und intrakanalär gebildet hat.
Dank unserer wunderbaren Calciumhydroxid-Einlage.
16 Wochen Liegedauer.
ZACK, ist der Knochen da.
Und wir haben im Laufe der Jahre (wir arbeiten seit ca. 2010 mit dem von uns präferierten Material – mit also nun 15 Jahre Erfahrung) schon so viele dieser raschen Knocheneubildungen gesehen, dass es für uns zu einer vorhersagbaren Therapieform geworden ist. Kein Bedarf also mehr für Kollagen als apikales Widerlager vor MTA-Applikation bei weit offenen Apici, das Material fristet in unseren Schubladen ein stiefmütterliches Dasein.
Was ich persönlich nicht bedauere. Denn auch wenn wir – genau wie beim MTA selbst – welches wir seit dem Jahr 2000 einsetzen, das Handling dieser nicht unkomplizierten Stoffe gut implementiert haben, so ist es doch nun eine ganz andere, einfachere Hausnummer.
Weil man das MTA gegen die geschaffene Knochenbarriere wunderbar kompaktieren kann.
So einen dichten und apikal exakt abschliessenden Verschluss erzielen kann, ohne bedneken haben zu müssen, dass man das MTA nach periapikal transportiert dabei.
Hier die abschliessenden Röntgenbilder (Vor der Behandlung/MTA Plug/WF).
Insbesondere beim Zahn 11 (das ist der mit dem fotografierten weissen Fleck) sieht man, das sich der apikalste Teil des Wurzelkanals mit Knochen gefüllt hat, es also gar nicht mehr möglich ist, das MTA überhaupt über das Foramen apicale hinaus nach periapikal zu bringen. Eine sehr angenehme Entwicklung, sowohl für Patient wie für den Behandler gleichermaßen.
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