Recall – Z.n. Frontzahntrauma – Reparative endodontische Therapie (5 Jahre)

Vor einiger Zeit hatten wir diesen Fall vorgestellt.

Hier nun das aktuelle 5 Jahres Recall.
Die Patientin ist in einer kieferorthopädischen Therapie. Die apikal verbreiterten Parodontalspalten sind dieser Behandlung geschuldet.

5 Jahres Recall nach REP

Eigentlich waren die Ausgangsvoraussetzungen Bein Behandlungsbeginn eher ungünstig.

Der junge Patient – zum Zeitpunkt der Erstvorstellung 10 Jahre alt – hatte 2 Jahre zuvor ein Frontzahntrauma erlitten, welches zu einer Pulpanekrose in Zahn 11 und 21 geführt hatte. Erst als klinische Beschwerden am 11 auftraten, wurde der Patient an uns überwiesen.

Zahn 11 zeigte zu diesem Zeitpunkt bereits erste Anzeichen einer infektionsbedingten externen Resorption.

Nach Trepanation entlud sich eine Mischung aus Pus und Blut aus Zahn 11. Die Behandlung wurde mittels Double-Mix-Antibiotikum und zweizeitig ausgeführt.

Der MTA Plug im 21 ist mir nicht so gut gelungen, jedoch zeigt sich 5 Jahre nach der Behandlung eine erfreuliches klinisches und radiologisches Bild.

Z.n. Frontzahntrauma – Reparative endodontische Therapie – 4 Jahres Recall

Diesen Fall haben wir hier vorgestellt.
Das letzte Recallbild ist vom Mai 2023. Der Zahn ist symptomfrei und wird jetzt in die KFO Therapie eingebunden.

Z.n. Frontzahntrauma – Reparative endodontische Therapie

Die junge Patientin (11) stellte sich bei uns mehrere Wochen (6) nach einem Unfall vor.
Sie war beim Spielen von einem Holzbrett gestürzt.
Die Erstversorgung erfolgte in der Universität. Es wurde eine Schemlz/Dentinwunde abgedeckt laut der Aussage der Eltern.

Auf Grund bestehender Aufbissbeschwerden wurde die Patientin uns überwiesen.
Der Zahn 21 zeigte eine unbehandelte Kronenfraktur mit Dentinverletzung. Wir vermuteten zu dem einen Zustand nach Dislokation, oder Intrusion.
Wir fertigten neben Röntgenaufnahmen noch ein DVT an.

21 zeigte ein noch nicht abgeschlossenes Wurzelwachstum und deutliche Resorptionslakunen radikaler approximal und palatinal. Der Klopfschall war normal. Klinisch zeigte sich Lockerungsgrad 0 und es konnte keine positive Sensibilität mit Kälte und elektronisch gemessen werde.


Im Gespräch mit Eltern und Patientin mussten wir auf die ungünstige Prognose am Zahn 21 hinweisen. Der Erhaltungsversuch wurde unbedingt favorisiert.
Wir planten in Ansprache mit Eltern und Kind den Versuch einer pulpalen Reparatur – Revascularisierung. 2019 bestand unser Protokoll neben der chemischen Desinfektion mit NaOCl und Spülung mit EDTA in der Applikation eines AB Gemischs ( Metronidazol-Ciprofloxacin ) in der ersten Behandlungssitzung.
Im zweiten Behandlungstermin haben wir nach EDTA Spülung eine apikale Blutung erzeugt. Diese gelang nach mehrfachen Versuchen. Nach Applikation von Parasorb wurde Med-Cem MTA ( angeblich keine Verfärbung des Zahnes) appliziert.

In den folgenden Recalls konnte eine arretierte Resorption und apikale Heilung erkannt werden.
Die koronale Verfärbung des Zahnes konnte auch nicht mit dem MedCem MTA verhindert werden.

Grenzwertig

So habe ich den Eltern der zum Unfallzeitpunkt knapp 7-jährigen Patientin die Prognose für den Zahn 21 geschildert.

Nach einer beinahe vollständigen Avulsion im April 2019 erfolgte ausser einer Schienung des Zahnes 21 nur abwartendes Beobachten.

Zum Zeitpunkt der Erstvorstellung in unserer Praxis Ende August 2019 bestand eine deutliche Beweglichkeit des Zahnes 21. Zudem war dieser stark nach labial protrudiert.

Nachdem es zu einer deutlichen Schwellung der Oberlippe im Bereich des 21 gekommen war, wurde durch die überweisende Kollegin trepaniert und CaOH2 eingelegt.

Die Therapie erfolgte zweizeitig. In der zweiten Sitzung wurde eine Blutung aus der periapikalen Papille induziert und das Koagulum mit MedCem abgedeckt.

Während das klinische Bild im Recall nach einem Jahr sehr zufriedenstellend war, (nur eine geringe Beweglichkeit, keine palpatorische Druckdolenz) konnte ich dem Röntgenbild zunächst nicht so viel Positives abgewinnen. Ich hatte mehr erwartet. Allerdings wies der ehemalige Kanalhohlraum bereits Zeichen osteoider Strukturen auf.

Diese Woche dann das zweite Recall fast 3 Jahre nach der Behandlung. Interessant die Degradation von Teilen des MedCem. Und kranial der durchgehenden Wurzelstruktur zeigt sich eine zahndichte Formation, die man, nun da der Blick geschärft war, auch in den vorangegangenen Röntgenaufnahmen erkenn kann. Hier müssen Teile der apikalen Papille offensichtlich das apikale Wurzelstück fertiggestellt haben.

Nun muss der Zahn „nur“ noch die nächsten 20 Jahre durchhalten.

Reparative endodontische Therapie -Recall nach 18 Monaten

Der heute achtjährige Jakob erlitt im Mai 2019 ein Frontzahntrauma in Form einer unkomplizierten Kronenfraktur an Zahn 21.

Alio loco angefertigtes Röntgenbild nach Trauma mit unkomplizierter Kronenfraktur

Knapp sechs Monate später bildete sich eine vestibuläre Fistel aus. Aufgrund des nicht abgeschlossenen Wurzelwachstums wurde uns der Junge zur Weiterbehandlung überwiesen.

Alio loco angefertigtes Röntgenbild nach Trauma mit unkomplizierter Kronenfraktur und jetzt vorhandener vestibulärer Fistel

Die Therapie erfolgte nach dem bekannten Protokoll und konnte im Januar 2020 abgeschlossen werden.

Post op nach reparativer endodontischer Therapie

Diese Woche stellte sich Jakob in Begleitung seines Vaters zur Nachkontrolle wieder vor.

Es sieht aus, als würde die reparative endodontische Therapie den erhofften Erfolg zeigen…

18 Monate nach reparativer endodontischer Therapie
Prä-op vs. 18 Monate post-op

Reparative endodontische Therapie

Von Christoph Kaaden

Ich habe in der Vergangenheit multiple „Revitaliserungsfälle“ auf Wurzelspitze vorgestellt. Unter anderem hier oder hier.

Nachfolgend zeigte ich Ihnen unser jüngstes Recall dieser Behandlungsoption:

Kaum eine endodontische Therapie wird aber auch so kontrovers diskutiert.

Nachfolgend möchte ich Ihnen einige relevante Literatur in Kürze vorstellen und meine Indikaitonsstellung für diese Behandlungsart darlegen…

auf Ihre persönliche Meinung hinsichtlich dieser Therapie bin ich gespannt…

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