Der Patient wurde uns mit den Zähnen 37/46 mit Fistelbildung und vorhandenem suffizientem Zahnersatz überwiesen.
Die Fistelbildungen bestehen laut HZA bereits seit mehr als 6 Monaten.
Der Patient war mit einer Therapie zurückhaltend, da er keine Beschwerden hatte.
Die klinische Situation zeigt folgende Befunde:
37 Lockerungsgrad 0, erhöhte Sondierungstiefen zirkulär bis 4mm, Fistel vestibulär, keinen Aufbiss- oder Perkussionsschmerz.
Nach entsprechender Beratung zur geplanten endodontischen Therapie.
Die vorhandene Restauration wurde belassen und eine koronale Zugangskavität geschaffen. Die Aufbereitung des Kanalsystems erfolgte mit nach handinstrumentell erstellten Gleitpfaden mit Profile 15.04 und Wave One Gold #21-35. Zur Desinfektion wurde NaOCl 3,5% und Zitronensäure 10% mit Schall und Ultraschall eingesetzt. Die thermische Obturation erfolgte thermisch vertikal mit Guttapercha und AH Plus. Auf Grund einer bestehenden apikalen Extension von purider Flüssigkeit im zweiten Behandlunstermin wurde nochmals CaOH inseriert. Im 3. Behandlungstermin konnte die Obturation erfolgen. Die Fistel schloß sich nach dem 1. Behandlungstermin.
Der Zahn 37 stellte sich im weitern Recallverlauf symptomlos dar. Im Röntgenrecall musste nach 2 Jahren eine externe/ DD interne Resorption interradiculär an der mesialen Wurzel im mittleren Wurzeldrittel diagnostiziert werden. Diese zeigte in den weiteren Kontrollterminen eine Stagnation. In Absprache mit HZA und Patienten wird der weitere Verlauf röntgnologisch kontrolliert. Die Prognose für 37 ist kritisch.
Der Patient möchte den Zahn so lange behalten wie irgend möglich.
Zur Pathogenese sehe ich folgende Möglichkeiten:
1. unerkannte Stripperforation in der endodontischen Therapie
2. Infraktur
3. chronische P. apicalis interrradiculär
4. funktionelle Überbelastung
Was wäre Ihr Verdacht?
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Hallo Olaf
unerkannte Strip-Perforation oder Infraktur halte ich für am wahrscheinlichsten. Funktionelle Überlastung hab ich so noch nie gesehen. Ein primär parodontaler Defekt scheint mir möglich, sehr kurzer Stamm und tiefe Präp, fehlende biologische Breite. Aber alles Spekulation.
Grüße
Friedrich
Hallo,
wurde der 46 auch angegangen?
Grüsse,
Achim
Hallo Achim, der 46 wurde auch endodontisch behandelt und zeigt eine vollständige apikale Regeneration ohne Resorption. Herzliche Grüße Olaf