46 – Ein gutes Gefühl haben, oder auch nicht …

Hier hatten wir erstmals über die Vorgeschichte zu diesem Fall berichtet.
Der Patient wurde uns mit mehreren behandlungsbedürftigen Zähnen überwiesen. Nach langer Vernachlässigung seiner Zahngesundheit hat er jetzt das Bedürfnis alles wieder gut zu machen.

Zahn 46.
Diagnosen:
P. apicalis, erhöhte Sondierungstiefen circulär, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, symptomfrei, Wurzelkaries

Befunde:
Der Lockerungsgrad ist 0, es besteht kein Perkussionsschmerz und der Zahn ist symptomfrei.
Die Sensibilität ist negativ.

Nach Kariesentfernung, Gingivektomie und präendodontischem Aufbau erfolgte die endodontische Therapie. Diese Therapie wurde in zwei Sitzungen geplant.
Der approximale distale Bereich von 46 konnte nicht zum Zahn 47 mit einem suffizienten Kontaktpunkt aufgebaut werden. Beim Aufbau von 47 war die Kippung nach mesial eine von mir unterschätzte Schwierigkeit. Deshalb haben wir den Kontakt so gestaltet, dass er mit Interdentalbürstchen schnell reinigbar ist.
Die Aufbereitung des Kanalsystems gelang mit WaveOne-Gold-Instrumenten bis #35. Zuvor wurden mit Handinstrumenten #8, #10 und Profil 15.04 ein Gleitpfad installiert. Die Desinfektion erfolgte schallbasiert mit NaOCl 3 % und zusätzlich mit Zitronensäure 10 % zur Entfernung von Debris und Smearlayer. Die medikamentöse Einlage erfolgte mit Ca(OH)₂ für 4 Wochen. Die thermoplastische WF erfolgte im zweiten Behandlungstermin nach Desinfektionsprotokoll, wie im ersten Termin. Zwischenzeitlich wurde die Behandlung von 47 durchgeführt. Dies im nächsten Beitrag.
Die Röntgenbilder und Verlaufskontrollen sind anbei.

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Eine Bildergeschichte – Endo-Recall 16 Jahre

2020 berichteten wir über diesen Fall erstmals. Leider sind die Bilderverknüpfungen nicht mehr verfügbar, so daß ich diese nochmal hier einstelle.

Der Text von damals:

Der Patient war 2009 auf dem Weg zum Implantologen. 37 und 47 sollten extrahiert werden.
Irgendwie hat er von uns gehört und wollte noch eine Zweitmeinung.
Die Endoparo-Läsion an den unteren 7. Molaren war nicht hoffnungslos in der Behandlung. Allerdings war eine nur endodontische Revision auf Grund der massiven subgingivalen Konkrements, sowie Biofilms nicht ausreichend. Die parodontitische Therapie erfolgte zeitnah zur endodontischen Therapie in unserer Praxis durch eine spezialisierte Kollegin.

Der Verlauf der Behandlungen und parodontalen, wie prothetischen Entwicklung ist in den beiliegenden Röntgenaufnahmen abgebildet.

Und hier die Bilder bis aktuell 2025.

Das täglich Brot in der Endodontie…

Der heutige Fall ist ein Beispiel für die Fälle, welche uns öfters erreichen.
Mehr oder weniger starke Schmerzfälle mit anbehandelten Situationen. Dafür müssen wir sehr häufig Freiräume schaffen um den Patienten zeitnah helfen zu können. Die Diagnostik und Beratung benötigt Zeit und der nachfolgende erste Behandlungstermin wird bei uns mit 2 Stunden eingeplant. Der zweite Termin zum Behandlungsabschluß nach ca. 2-3 Wochen wird ähnlich von der Zeit terminiert.

In diesem Fall waren die Beschwerden gering und wir konnten entspannter planen.
Die Stufen im mesialen Kanalsystem waren im mitgelieferten Röntgenbild bereits erahnbar.
Derartige einwurzelige Zahnanatomien an Molaren sind fast immer schwierig endodontisch zu erschließen und selbst ohne Stufen häufig eine besondere Herausforderung- beispielsweise c-shaped förmige Kanalanatomien.



Der Zahn 46 zeigte keinen Lockerungsgrad, mesial erhöhte Sondierungstiefen. Der Aufbisschmerz war nach der Erstbehandlung zurück gegangen. Die Perkussion lateral zeigt keine Symptomatik. Die vorhandene Krone ist suffizient.



Nach Entfernung des provisorischen Verschlusses der Zugangskavität und Entfernung des Einlagenmaterials mit Zitronensäure 10%, haben wir initial NaOCl 3% mit dem Fotona Skypuls 30 s SWEEPS aktiviert. Nach koronaler Erschließung des Kanalsystems haben wir mit vorgebogenen Handinstrumenten #08,#10,#12, #15 die mesialen Stufen überwunden. Patency konnte etabliert werden.
Die weitere Aufbereitung des Kanalsystems erfolgte apikal bis #25 mit WaveOne Gold Instrumenten. Nach weiterem 30s Sweeps mit NaOCl 3% erfolgte im zweiten Termin die thermische Obturation des Kanalsystems und die koronale Restauration der Zugangskavität.
Das 6 Monatsrecall zeigte eine symptomlose Situation und einen schmerzfreien Zahn 46.

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Wieder mal UK Front (3)

Berichtet hatten wir an diesen Stellen über diesen Fall.

Nach mehreren Behandlungsversuchen zeigte sich keine röngenologisch erkennbare Heilungstendenz. Klinisch konnte man eine nur subjektive erkennbare Verringerung der apikalen Exsudation erkennen.

In Absprache mit dem Überweiser, Oralchirurg haben wir uns für einen kombinierten endodontisch/chirurgischen Lösungsversuch entschieden. Im endodontischen Teil erfolgt die Wurzelfüllung, der apikale Verschluss mit MTA und die koronale Restauration und im chirgeuschen Teil erfolgt die Sanierung der ossären Lyse mit ggf. notwendiger Reduktion er apikalen Wurzelanteiel an 31 und 41.

Die Umsetzung ist schwieriger getan, als geschrieben.
Bei einer vorhandenen apikalen purösen Exsudation führt die PH Wert Absenkung durch das entzündete Gewebe möglicherweise zu einer unzureichenden oder weiter verlangsamten MTA Abbindung und durch die lange Abbindezeit ist Gefahr des Abbschwemmens vom MTA gegeben.
Deshalb habe ich mich entschieden die Zähne 31, 41 apikal mit einem Guttaperchaplug (Pfropfenverschluß) abzudichten um die Exsudation in den Wurzelkanal zu unterdrücken. Nach Desinfektion mit NaOCl 3% erfolgte dann der Verschluss mit ProRoot MTA auf ca. 3-4mm Länge, danach wieder Guttapercha mit BC Sealer Totalfill. Die Zähne wurden nach Sandstrahlung mit AlO 60My adhäsiv aufgebaut und es wurde zur Schrumpfungsporhylaxe des Composite jeweils ein Glasfaserstift inseriert.

Es wurde jeder Einzelschritt röntgenlogisch erfasst und der oralchirurgische Behandler entsprechend persönlich durch mich informiert.
Post OP teilte mir der moralchirurgische Behandler mit, daß der histologische und klinische Befund eine infizierte radikuläre Zyste ergeben hätten.
Abschließend noch die Röntgenbilder und Recallbilder im Verlauf. Es ist nach nunmehr 2 Jahren post OP von einem Behandlungserfolg

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Pulpitis und P. apicalis (2)

An dieser Stelle berichtete ich erstmals über diesen Fall.
Wir haben die Behandlung am Zahn 37 abgeschlossen und das erste Recall.



Die Frage was wird mit Zahn 36.
Der Patient hat im Moment keine Beschwerden an diesem Zahn und 37 ist völlig schmerzfrei.
Im Beratungsgespräch habe ich die Möglichkeit der Zahnerhaltes von 36 erklärt. Allerdings seh ich die Prognose nicht als gut, mit viel Augenwischerei gerade als günstig an.
Warum?
1. Der koronale Substanzverlust ist gravieren, Ferrule wahrscheinlich nicht zirkulär erreichbar.
2. Die interradiculäre Ostelyse kommuniziert mit dem Sulcus gingivae.

Die Option der Behandlung des Zahnes um eine ossäre Regeneration anzuregen für eine später einfachere Implantation ist für den Patienten finanziell nicht vorstellbar. Er tendiert zur Extraktion und Brücke 37-35.

Grund zur Freude (2)

hier hatten wir erstmals über den Grund zur Freud berichtet.
Auch in dem heutigen Fall war ich sehr erfreut als sich zeigte, daß alles genau so lieft, wie es gedacht und geplant war.
Diese Dinge geben die Kraft das tägliche Chaos zu überstehen und zumindest etwas gelassener in die Zukunft zu schauen.

In diesem Fall handelt es sich um einen sehr jungen Patienten (15 Jahre). Der Befund am Zahn 46 fiel im OPTG zur kieferorthopädischen Planung auf.
Nun stand die Frage kieferothopädischer Lückenschluß und Extraktion des Zahnes 46 oder Erhalt und endodontische Therapie.
In diesem Fall sind der koronale Substanzverlust durch Karies überschaubar und die Chancen auf Ausheilung der apikalen Veränderung bei dem jungen Patienten gut möglich. Ich habe den Eltern und dem Patienten zum Erhalt des Zahnes geraten.

Was mich an diesem Fall optisch stört sind die Lufteinschlüsse im Composite.

Im ersten Recall ist zu sehen, daß die Entscheidung nicht falsch war. Wenn das Kariesrisiko verringert wird ist die Prognose für 46 gut.




Heikle Nummer

so dachte ich, als ich die Röntgenbilder sah, zumal wir schon mal einen Fall eines Musikers mit Berufsunfähigkeit hatten und das ist wieder so einen speziellen Fall.
Der Patient spielt Klarinette in einem großen Orchester. Um das Instrument zu spielen sind die oberen Frontzähne besonders wichtig, da diese auf dem Mundstück aufliegen, bzw. das Mundstück gegen die oberen Frontzähne gedrückt wird.
Der Patient wurde uns überwiesen mit der Bitte unbedingter Erhalt der Frontzähne 12,22 und ggf. auch der vorhandenen ZE Versorgung. Das hängt mit dem Ansatz am Instrument zusammen. Auf der Oberseite des Mundstückes ist eine Bissplatte mit der Form der Frontzähne aufgeklebt.

Der Patient hatte so lange, wie möglich die Therapie heraus geschoben. Lange war er beschwerdefrei und wollte das Risiko eines plötzlich längeren beruflichen Ausfalls nicht eingehen.
Nun war aber der Punkt gekommen, wo Beschwerden auftraten. Ein undefinierbares Druckgefühl war entstanden. Die Zähne 12,11 zeigen keine erhöhten Sondierungstiefen, der Lockerungsgrad ist 0, es ist kein Perkussionsschmerz, lateral oder horizontal provozierbar. Die Zirkonkronen beider Zähne zeigen Chipping. Bei festerer Palpation entstand ein dezentes, unangenehmes Gefühl verstibulär am Zahn 11.
Der Patient hat sich für die Nacht einen Schutz aus einer Anti-Scharchschiene selbst gebaut.
Er hat das Gefühl, daß er nachts stark mit den Zähnen presst.

Zur Behandlungsplanung haben wir ein DVT erstellt um die apikale Situation mit dem extrudierten Material zu beurteilen. Im VDT war erkennbar, daß dieses Material den Zahn und den Knochen perforiert hat. Wir gingen von einem metallischen Material aus. Der Röntgenkontrast sprach dafür. Ein Wurzelkanalaufbereitungsinstrument schien es nicht zu sein. Entweder Reste einer Millernadel oder Kunststoff. Für letzteres hätte aber der Knochen zuvor mit einem metallischen Gegenstand perforiert sein müssen.

Was wäre Ihr Gedanke zum Material, bzw. Fall?

Oft stellt sich die Frage: Zahnerhaltungsversuch ja oder nein? (Recall)

Hier hatten wir ausführlich über diesen Fall berichtet.
Der Patient war wieder zum Recall eingestellt und stellte sich vollkommen symptomfrei vor.
Die Röntgenbilder zeigten nun, was wir auch erwarteten…

Mein „härtester“ Patientenfall

im nahezu wörtlichen Sinn.
Bei diesem Patienten erfolgte einer prothetische Therapie mit Veränderung der Bisslage.
Erst im Behandlungstermin musste ich feststellen, daß dies mit NE Stärken von 7-9mm erfolgte.

Der Zahn 45 stellte eine extreme Herausforderung dar. Eine Zugangskavität möglichst minimal durch 8mm Nichtedelmetallelgierung zu bohren hatte bereits die geplante Behandlungszeit um 30 Minuten gesprengt. 120 Minuten waren eingeplant. Das Teil – OPG hatte ich leider nicht beachtet. Ein Fehler, wie ich im Nachhinein feststellen musste.
12 Hartmetaller (Trifft Hawk Talon 12) wurden für die Zugangspräparation vernichtet. (Das passiert in Deutschland wohlgemerkt ohne Honorar. Die Zugangskavität gibt es in keiner Gebührenordnung. Verbrauchsmaterial ist obendrein Gratiszugabe der Praxis und als Krönung wird der vorhandene Zahnersatz noch lange weiter erhalten und erspart eine Neuanfertigung.)

Das nächste Problem ist bei dieser Metalldicke die elektrische Längenmessung ohne Kurzschluss durchzuführen. Mit entsprechendem Aufwand gelang auch dies, über die Messinstrumente wurden Kanülenteile eines Capillarytips gezogen um diese zu isolieren.
(Wie hier 2015 bereits auf Wurzelspitze beschrieben.)
Die Desinfektion und Reinigung des Kanalsystems erfolgte mit NaOCl 3%, Zitronensäure 10% und Aktivierung mit Schall und Ultraschall. Zur Instrumentation verwendeten wir Handinstrumente,Profile und Wave One Gold. Die Wurzelfüllung erfolgte in thermisch vertikaler Obturation mit AH Plus.

Rechtwinkelige Röntgenhalter und unsere Sensoren hatten bei der Länge des Zahnes und der Restauration keine Chance den Zahn apikal abzubilden. Deshalb mussten alle Aufnahmen mit den Carestream Haltern Typ Zahnbürste (2009 beschrieben) erfolgen.

Den Zahn 48 wurde extrahiert da kein Antagonist vorhanden war. Einige Zeit nach Behandlung des Zahnes 45 mussten wir im Recall feststellen, daß der Zahn 47 nun ebenso eine zunehmende apicale Ostelyse ausbildete. In Absprache mit dem HZA wurde nun dieser Zahn ebenso wir 45 behandelt.

Die Recallbilder zeigen eine deutliche Heilöungstendenz und sind Belohnung für die im wahrsten Sinne Schinderei des roten Winkelstückes bei der Zugangspräparation…

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Ein Zahn mit Ansage

Dieser Zahn 25 wurde laut Aussage des Patienten zuletzt vor ca. 20 Jahren behandelt.
Seit dem ist er schmerzfrei.
Nach Wechsel des HZA kam als Zufallsbefund die apikale Veränderung des Zahnes zum Vorschein.
In unserer bildbegebenden und klinischen Diagnostik zeigte sich eine laterale Kanalstruktur in der bukkalen Wurzel. Das ist eine Ansage.

Nach der ersten Behandlung mit Aufbereitung bis ISO25 mit Wave One Gold, Desinfektion mit NaOCl 3% und Zitronensäure 10% unter Einsatz des Eddy konnte die medikalmentöse Einlage die Kanalstruktur nicht erreichen. Den Fotona Laser (Skypulse Versa) hatten wir eingesetzt, allerdings kam nach 20 Sekunden eine Fehlermeldung und wir konnten die Behandlung damit nicht fortsetzen. In der Röntgenkontrolle der medikamentösen Einlage zeigte sich keine vollständig erfasste Kanalstruktur.

Im zweiten Termin konnten wir mit unserem Sweeps Protokoll 2×30 Sekunden mit fortlaufender NaOCl 3% Spülung wieder behandeln. Nach Applikation des CaOHJ Präparates zeigte sich dieses mal im Röntgenbild eine erfasste laterale Kanalstruktur.

Ist das Zufall? Keine Ahnung. Die apikale Aufbereitungsgröße wurde von 25.04 auf 25.07 erweitert und das CaOHJ entfernt. Die Desinfektion fand unter den selben Bedingungen statt.
Die Applikation des Medikamentes erfolgte ebenfalls gleich mit einer Kunststoffkanüle und Transport mit Eddy auf Arbeitslänge.
Über den weiteren Verlauf werde ich berichten.

Recall (5 Jahre) _ Was es nicht alles gibt…

Das letzte Recall war 2021.
Jetzt haben wir die Patientin wieder gesehen und das Recall möchte ich nicht vorenthalten.
Der Zahn ist vollkommen symptomlos. Der Lockerungsgrad = 0. Die Sondierungstiefen sind nicht pathologisch erhöht.

Und alles sieht gut aus, oder doch nicht ?
Wie sehen Sie das?

Dens invaginatus Fall 3 (2)

In diesem Beitrag hatten wir 3 Fälle und Literaturhinweise zum Dens invaginatus vorgestellt.

Nach der erfolgten Schmerzbehandlung, welche wir hier beschrieben haben erfolgte im zweiten Behandlungstermin die vollständige Entfernung der Invagianation.
Die Patientin war vollkommen schmerzfrei.
Zur Entfernung von Debris verwendeten wir Zitronensäure 10% und die Desinfektion erfolgte mit NaOCl 3% in Schall- und Ultraschallanwendung.
Apikal wurde nach Applikation eines kollagenen Widerlagers das Foramen mit ProRoot MTA verschlossen. Nach der Wurzelfüllung mit Guttapercha erfolgte der postendodontische Aufbau mit EverX Flow, Beautifil BW Plus und einem Glasfaserstift.

Recall eines Falls aus der Reihe Herodontics

Dieser Fall wurde  hier vorgestellt.
Man kann diesen Fall sicher in die Kategorie: „Erst hatte sie kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu.“ einordnen.

Wir haben wieder Recallbilder und möchte diese Ihnen nicht vorenthalten. Inzwischen sind einige Jahre vergangen. Die verschiedensten klinischen Fotos entstammen verschiedenster Kameras und Fotografen.

Fälle – Fotona SkyPulse Versa (4)

Die Patientin wurde uns zum Erhalt des Zahnes 26 überwiesen. Sie hatte akute Beschwerden.
Diese äußerterten sich in einem äußerst unangenehmen Kaltgefühl und Schmerzen beim Kauen.
Die röntgenlogische und klinische Diagnostik bestätigte, daß es sich um zwei verschiedene Zähne handelte. Der Zahn 27 zeigte pulpitische Beschwerden. 26 imponierte mit einer P. apicalis als Z.n. Wurzelkanalbehandlung, mesial apikal ein Instrumentenfragment und palatinal die direkte Lagebeziehung zum Sinus maxillaris.
Die Lockerungsgrade sind 0, die Sondierungstiefen nicht erhöht.

Im angefertigten DVT konnte die Beteiligung des Sinus max. über die palatinale Wurzel dargestellt werden. Die Patientin wünschte einen unbedingten Erhaltungsversuch.

Der HZA bat uns den Zahn 27 mit zu behandeln, da kein zeitnaher Termin, wegen anstehendem bei ihm Urlaub möglich war. 27 wurde nach Kariesexkavation, CaOH Lineraplikation mit einem Composite adhäsiv aufgebaut.

Nach präendodontischem Aufbau am Zahn 26 erfolgte unter mikroskopischer Kontrolle die Darstellung des Instrumentenfragmentes. Dieses konnte mit Ultraschall gelockert werden.
Danach setzten wir den Er:Yag Laser mit Sweeps Cleaning für 2x 30 Sekunden ( 20 mJ/600mW/15Hz ) ein. Im zweiten Sweeps Cleaning Einsatz zeigte sich das Fragment im koronalen Bereich und konnte einfach entnommen werden.

Die weitere Behandlung erfolgte im Standardprozedere NaOCl 3% und Zitronensäure 10%, möglichst geringe apikale Substanzreduktion unter Beachtung der im Spanraum dargestellten Dentinsubstanz. Palatinal apikal wurde das weit offene Foramen mit ProRoot MTA ohne apikales Widerlager verschlossen.



Obliteration gemeistert

Erstbehandlungen gehören leider nicht zu den Behandlungen, die ich häufig durchführen kann.

Und wenn es dazu kommt, sind es fast immer sehr stark obliterierte Kanalverläufe, die mich erwarten.

Während die koronale Darstellung der Kanaleingänge nur ein wenig Geduld und den Einsatz der Munce-Burs erforderte, gestaltete sich die Aufbereitung der mesialen Kanäle ab dem mittleren Drittel wirklich schwierig.

Viele 15/04-Profile-Feilen hauchten ihr Leben aus, bis es schliesslich gelang, die beiden Foramina zu erreichen. Ebenfalls zum Einsatz kommt in diesen Fällen der Er:YAG-Laser, um die Irrigation zu optimieren.

Schlussendlich ein erfreuliches Ergebnis, wenngleich der mesiale Sealer-Puff ein wenig kleiner hätte ausfallen können. Dafür gelang es, einen nach distal mündenden Seitenkanal freizuspülen.

Fälle – Fotona SkyPulse Versa (3)

Der Patient wurde uns überwiesen auf Grund einer Blockierung distal.
Der Revisionsversuch des HZA endete an dieser Stelle. Im angefertigten Röntgenbild zeigte sich eine metalldichte hyperdense Struktur im mittleren Wurzeldrittel.
Die klinischen Diagnostik zeigte folgende Befunde:
– erhöhte Sondierungstiefen zirkulär bis 4mm als Folge einer palqubedingten Gingivitis,
– Lockerungsrad 0,
– Perkussionsschmerz lateral und vertikal, dezente Aufbissempfindlichkeit,
– insuffiziente Füllung od.

In der 3 dimensionalen Bildgebung konnte die metalldichte Struktur distal deutlicher dargestellt werden. Mindestens ein schlangenförmig verformtes Handinstrumentfragment war erkennbar.
Das erste Fragmentteil wurde bereits bei der Darstellung mit dem Endochuck nach koronal transportiert. Danach waren weiter Fragmentteile erkennbar. Im Bereich der Konfluation der distalen Kanäle steckte noch eine Instrumentenspitze im 90Grad Winkel.
Mittels Sweeps Cleaning® ( 20 mJ/600mW/15Hz ) ließ sich das Fragment und ein noch vertikal steckendes kleines Bruchstück relativ leicht herausspülen, oder sagt man „sweepen“?
Bisher haben wir den Er:Yag Laser mit NaOCl 3% in der Desinfektion eingesetzt. Olivi zeigt in seinem Spülprotokoll die Anwendung ebenso mit EDTA.

Die Aufbereitung und Wurzelfüllung erfolgte in der bekannten Weise mit Profile und Wave One Instrumenten. Als Spüllösungen waren NaOCl 3% und Zitronensäure 10% im Einsatz.
Die thermische Obtuartion erfolgte mit Guttapercha.

Die Entfernung von festsitzenden Fragmenten mittels Sweeps Cleaning® ist eher unwahrscheinlich. Jedoch ist nach Ultraschalllockerung die Entfernung der Fragmente mittels Spülflüssigkeit gut denkbar und in meinen Händen mehrfach gelungen. In gekrümmten, schwer oder nicht einsehbaren Kanälen kann dies helfen Substanz zu schonen.



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2022 – Meine TOP Drei

Rückblickend versuche ich mir immer wieder das Produkt / Gerät des letzten Jahres zu finden, welches ich nicht mehr missen möchte.

Das schließt Geräte die schon lange im Einsatz sind aus. Auch, wenn diese besonders wichtig sind, wie beispielsweise das Mikroskop, das Längenmessgerät, der Röntgensensor, etc…

2022 muss ich an erster Stelle das DVT Morita X800 nennen. Ohne diese Informationen in einer außergewöhnlichen Qualität wären Behandlungen unvorhersagbarer und es kam zu deutlich längeren Behandlungszeiten.

An zweiter Stelle steht der Dentapen bei mir.
Anfangs von mir skeptisch betrachtet, möchte ich den Dentapen nicht mehr missen. Ebenso sind viele Patienten von der schmerzärmeren Anästhesie fasziniert.

Den dritten Platz hat etwas unerwartet muss ich sagen, der Tri Auto ZX 2 Motor von Morita eingenommen. Unerwartet, weil wir den Motor nicht verwendeten, da es Ersatzköpfe nur zu einem zu hohen Verkaufspreis gab und damit nicht mehrere Behandlungen nacheinander möglich waren.
Berichte findet man hier.

In Gesprächen mit Morita habe ich auf DEN Vorteil des Motors mit seiner Programmierbarkeit hingewiesen und DEN Nachteil durch die hohen Kosten für zusätzliche Köpfe und der damit wahrscheinlich geringere Einsatz des Gerätes, wie in unserer Praxis.
Nun soll sich dieses Jahr etwas bewegen.

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Blutung nach Natriumhypochloritspülung – wer weiß warum? – Auflösung

Hier wurde der Fall vorgestellt.

Die Frage war, wie konnte es trotz korrekt eingestellter Arbeit- und Spülkanülenlänge zu einer starken Blutung aus dem Bereich der Wurzelspitze kommen.

Es muss ein größerer Seitenkanal/lateraler Kanal im Bereich des apikalen Wurzeldrittels vorliegen.
Durch die Irriflex wird die Spüllösung lateral aus der Kanüle gepresst. Liegt diese Öffnung zufällig in der Nähe des lateralen Kanals, kann es zu einer dezenten NaOCl-Überpressung kommen. Die Folge kann eine Blutung sein.

Im weiteren Verlauf der Behandlungsdokumentation Röntgen WF sieht man, was bereits auf dem Ausgangsbild zu sehen ist. Es ist ein entsprechender Seitenkanal vorhanden.

Schmerzfall (2)

An dieser Stelle berichteten wir über diesen Fall.

Wir haben nach eingehender Beratung und initialer Schmerzbehandlung folgende Therapie dem Patienten empfohlen:
Wurzelkanalbehandlung des Zahnes 46
Diagnose: Pulpanekrose

Die Extraktion des Zahnes 47 haben wir ebenso empfohlen. Eine kieferorthopädischen Einstellungsversuch wollte der Patient nicht noch einmal versuchen. Wir haben dem Patienten unbedingt angeraten eine funktionelle Therapie mit entsprechender Einstellung des Zahnes 17.

Im Vorfeld der Behandlung mussten wir klären ob 47 erhalten werden soll. Die Füllungstherapie (präendodontischer Aufbau) setzt für mich den Aufbau eines Kontaktpunktes zum Nachbarzahn voraus. Auf Grund der Extraktionsplanung konnten wir am Zahn 47 etwas Zahnsubstanz opfern um einen optimaleren Zugang an die Sekundärkaries zu bekommen.

Die endodontische Therapie erfolgte mit Handinstrumenten (#10, #12, #15), rotierenden Instrumenten Profile (15.04) und reziprok rotierenden Instrumenten Wave One Gold (#20, #25, #35). Die Reinigung und Desinfektion mit Natriumhypochlorit 3% und Zitronensäure 10% mit Schall- und Ultraschalleinsatz. Die thermische Obturation erfolgte mit Guttapercha und AH-Plus als Sealer.
Die weitere Therapie haben wir in die Hände des HZA gelegt. Die Entfernung des Zahnes 48 und funktionelle Einstellung 17 stehen hoffentlich noch auf der Agenda.
Der Patient war nach Extraktion von 47 vollkommen schmerzfrei.

Outcome – (mehr als) 10 Jahre später…

oder heute sagt man ja, ten years later. Anglizissmen verwende ich ungern. Deshalb bleibe ich bei dem deutschen Titel.
Es kommen inzwischen viele Fälle mit 10 Jahren Recalls in meiner Praxis zusammen. Auf Grund der Umstellung unseres Recallsystems wird es dies in Zukunft deutlich weniger geben.

Deswegen möchte ich jetzt die Fälle nutzen und im 10 Jahresverlauf vorstellen. Heute wieder ein Fall aus der Reihe Outcome.
Dieser 35 wurde von uns 2010 behandelt. Der Patient kam zum Recall und dies ließ einen optimalen Heilungsverlauf erwarten. Nun nach mehr als 10 Jahren wurde der Patient wegen einem anderen Zahn vorstellig. Wir nutzen die Chance und haben 35 kontrolliert.

Klinisch war kein Lockerungsgrad erkennbar, die Krone zeigte Spuren von Attrittion.
35 ist seit der Behandlung völlig symptomfrei.

Im Röntgenbild stellte sich distal ein Verbreiterung des Desmodontalspaltes dar. Dies zeigte sich bereits auf dem Ausgangsröntgenbild. Im 12 Jahrerecall könnte man eine geringe Verbreiterung vermuten.
Der Zahn 36 wurde vor mehr als 5 Jahren entfernt. Es wurde kein ZE angefertigt.
Dir funktionelle Belastung erscheint uns keine Ursache für die röntgenlogische Pathologie zu sein. Wir vermuten einen Artefakt. Ein DVT würde sicher Klarheit bringen. Dem war der Patient abgeneigt.

Wir haben dem Patienten zu einer entsprechenden funktionellen Kontrolle und ggf. Erweiterung der Stützzonen durch ein Implantat und weitere Röntgenkontrollen des Zahnes 35 in 2-jahresabständen geraten.

Recall und Verlauf eines endodontischen Falles (2)

Dieser Fall wurde 2017 als Beispiel für den präendodontischen Aufbau mit sequentieller Matrizentechnik vorgestellt. (Link)

Unsere Diagnose: P. apicalis mit persistierenden periapikalem Biofilm, DD infizierte radikalere Zyste.

Wir haben uns für die Wurzelspitzenresektion auf Grund der ungewöhnlichen apikalen Anatomie entschieden.

Intraoperativ zeigte sich ein auf der Wurzeloberfläche aufgelagerter Biofilm. Aufgrund der speziellen Wurzelanatomie wurde nicht nur apikal kürettiert, sondern reseziert.

Der Zahn ist nun schmerz- und symptomfrei. Eine retrograde WF erfolgte nicht.
Den weiteren Verlauf des Falles werden wir beobachten und einstellen.

In den nachfolgenden Recalls zeigte sich ein komplikationslosloser Heilungsverlauf.

 

Und wieder ein Recall…

von Ostidald Wucker

Vorgestellt wurde der Fall 2012. ( 1, 2, 3 )
Die Behandlung wurde 2011 begonnen und 2012 im März beendet. Die Die prothetische Therapie erfolgte 2014. Die Recallbilder klinisch und röntgenlogisch möchte ich Ihnen hier im 5 Jahres Recall vorstellen.

Heilung oder was?

von Ostidald Wucker

Ein Fall, welcher 2011 behandelt wurde ist dieser Tage bei uns wieder zum Recall erschienen.
Die Revision fand an 3 Behandlungsterminen statt. Durch eine bestehende Exsudation, mesial apikal konnte in der zweiten Sitzung keine Wurzelfüllung erfolgen. Nach erneuter CaOH Einlage war keine apikale Exsudation feststellbar.
Das Recall verzögerte sich durch die Schwangerschaft der Patientin.

Die prothetische Rehabilitation verzögerte sich dadurch ebenfalls und nun stand die Frage: Ist es geheilt? In einem aktuellen DVT konnten wir uns den Zahn 26 näher anschauen.

Wie ist Ihre Meinung?

Bild 7 zeigt intraradiculär im Bereich des Sealerpuffs eine hypodense, weichteildichte, abgegrenzte Struktur. Ob es sich hier um eine bindegewebige Struktur im Sinne einer Fremdkörperreaktion auf den Sealer (AH+) oder um den verbliebenen Rest der röntgenlogisch erkennbaren Osteolyse handelt ist für mich nicht eindeutig verifizierbar.

Wir beurteilen dies als: deutliche Heilungstendenz und empfehlen unbedingt die prothetische Therapie. Das Röntgenrecall haben wir auf 2 Jahre gesetzt.

Turbinenschlauch aus dem Zubehörhandel

von Christian Danzl

In der Zahnarztpraxis fällt übers Jahr doch immer etliches an Reparaturen an. Einiges geht nie kaputt, anderes sehr oft. Es gibt einige essentielle Sachen, die sind gut und preisgünstig ersetzt werden können, und bei einigen tut es immer richtig weh.
So auch beim Turbinenschlauch. Diese ca. 600,- für einen Turbinenschlauch tun mir immer sehr weh, da es meistens nur eine Kleinigkeit ist, die den Schlauch unbrauchbar macht. Beim KaVo-Schlauch war es bei mir öfters nur die Aussenhülle, die gerissen ist. Man kann die Hülle kürzen und neu montieren, aber halt auch nicht beliebig oft, irgendwann muss ein neuer her, weil das Depot die Reparatur verweigert.

Aber auch so einen Schlauch gibt es über das bekannte Online-Vergleichsportal von dental-direkt-shop.
Für weniger als die Hälfte.

Der wurde kurzerhand bestellt.
Etwas kürzer als das Original. Schade eigentlich, denn zu lange war mir der Schlauch noch nie und die Kosten für 10-15 cm mehr Schlauch plus Innenleben kann so dramatisch nicht sein.
Der Rest schaut sehr ähnlich aus, das Teil, das an der Turbine sitzt, ist farblos, und nicht schwarz eloxiert und an den Steckern ist etwas mehr Metall verbaut, als beim Original.

Funktioniert, bis jetzt – also ca. ein viertel Jahr – problemlos.
Wie lange, weiss ich nicht. Die fehlenden 5 cm haben sich bis jetzt nicht negativ bemerkbar gemacht.

Herstellungsort?
Keine genaueren Angaben, was auf das Reich der Mitte schliessen lässt…

Zubehör

Zubehörhandel

KaVo

KaVo

Original KaVo

Sanyo E6/E60 Nachfolger – Olympus Stylus Tough TG 4 – Teil 3

von Christian Danzl

Nachdem die Kamera hier und hier schon beschrieben wurde, hier nun der Test ausserhalb der Praxis.

  1. Einsatz an Land:
    Problemlos. Ein Sucher fehlt mir persönlich, da im hellen Umgebungslicht die Darstellung Bildschirm teilweise schlecht zu sehen ist.
    Der Akku ist kein Wunder, was Kapazität angeht, das ist aber mit einem oder zwei Wechselakkus problemlos behebbar. Gibt es von Fremdherstellern für wenig Geld. Ob die Stossunempfindlichkeit auf hartem Boden hält, was sie verspricht, musste ich noch nicht testen, jedoch hielt sie dem Fall aus einem Meter Höhe auf meinen großen Zeh deutlich besser aus, als der Zeh selber (Nagel ist nach 4 Wochen immer noch blau, löst sich aber Gott sei Dank nicht ab).
  2. Einsatz beim Schwimmen/nasser Bereich:
    Bewährt hat sich eine schwimmfähige Handschlaufe. Die original Olympus trägt die Kamera locker und geht nicht unter (ist auch Sinn der Sache, ich hab’s aber vorher getestet).
    Beim Schwimm-Einsatz, also Kamera mal im mal über Wasser, zeigt sich ein altes Problem (wie auch bei anderen UW-Kompaktkameras): Kondenswasser.
    Da die Kamera normalerweise in normaler Umgebung (Temperatur und Luftfeuchtigkeit), ist natürlich auch eine gewisse Feuchtigkeit in der Kamera. Sobald die Kamera in Wasser kommt und abgekühlt wird, kondensiert die Feuchtigkeit im kältesten Teil der Kamera, und das ist beim Schwimmen oder nass/trocken-Wechsel meist der Wassertropfen aussen auf der Frontscheibe vor der Linse, der selber verdunstet und somit abkühlt.
    Mist, wenn die Scheibe vor der Linse trüb ist. Also, wenn die Kamera aus dem Wasser kommt, kontrollieren, dass kein Wasser auf der Linse ist, denn es dauert etliche Minuten, bis der Nebel wieder verschwindet.
    Andere Möglichkeit: Kameragehäuse offen mit ein paar Päckchen Silicagel in einer Plastiktüte lagern, bis sie gebraucht wird.
  3. Einsatz unter Wasser:
    Kondensproblem ist hier weniger vorhanden, da die Kamera gleichmässig abgekühlt wird, also keine „Kälteinseln“ auf der Frontscheibe entstehen und das Metallgehäuse schneller abkühlt, als die Frontline aus Glas.
    Größtes Problem unter Wasser: Der Bildschirm ist schlecht zu erkennen, besonders, wenn man von schräg oben draufschaut (und das ist beim Schnorcheln meist der Fall). Das heisst Bildauschnitt, Focus und Bildkontrolle ist unter Wasser schwierig bis nicht möglich. Hier also „aus der Hüfte schiessen“ und ein paar mehr Fotos machen, es wird schon was dabei sein.
    Und. In kälteren Gewässern sinkt die Lebensdauer des Akkus rapide ab. Also nur mit vollem Akku unter Wasser gehen, denn auch der Akkuwechsel mit (salz)wasser-nasser Kamera ist nicht zu empfehlen.
    Die Bedienung der Kamera unter Wasser funktioniert ohne Handschuhe gut, mit wird es sehr schwierig.

Allgemein:
Die TG-4 kann, wie schon beschrieben, raw-Dateien speichern. Allerdings nur im Einzelbildmodus. Im Serienbildmodus bleibt die Auflösung bei 16 MP, allerdings wird als JPEG gespeichert. In den schnellen Serienbildmodi (Hi1 und Hi2) geht die Auflösung auf 3 MP JPEG zurück.
UW-Blitzeinsatz (mit oder ohne FD-1)  ist nur sinnvoll im klaren Wasser, sonst treten die Schwebeteilchen zu sehr in den Vordergrund.
Nach dem Salzwassereinsatz muss die Kamera in Süsswasser gereinigt werden.
Und die Deckel möglichst nur bei trockener Kamera mit trockenen Händen öffnen.

Fazit:

Passt.
Die Bildqualität über, wie unter Wasser, ist gut, gemessen an Objektiv und Sensorgröße.
Und einen Arbeitsspeicher, der 5 fps in 16 MP raw abspeichert, kann man in einer Kamera dieser Größe und Preisklasse nicht erwarten. Ich bin schon froh um den raw-Modus.
Die Bedienbareit (kleine Tasten) unter Wasser könnte nach meinem Geschmack besser sein.
Eine nette kleine Kamera für die Praxis, die aber auch gut und gerne mit in den Badeuralub genommen werden kann.
Die nächst höhere Qualitätsstufe (z.B. bei einer Sony alpha 6300, 24 MP raw, 11 fps, 4K video) wäre eine spiegellose Systemkamera mit Unterwassergehäuse. Der Preis vervierfacht sich dann aber.
Hier noch ein paar Beilspielbilder der TG-4:

 

Schnappschuss des Tages

Von Christian Danzl

Goldkronen kennt jeder von uns zur Genüge. Waren sie früher eigentlich Standard, werden sie immer weniger, da sie den meisten Patienten ästhetisch nicht mehr genügen, und die bereits eingesetzten scheiden dahin, sehr oft durch Abnutzung und Verschleiss von okklusal. Das kennt jeder Zahnarzt.

Komplett neu für mich war deshalb eine Perforation einer alten goldenen Vollgusskrone von mesial. Hatte ich bis dato noch nie gesehen. Therapie bleibt gleich, Neuanfertigung.

Ursachen?

Verschleiss durch Abnutzung fällt eher aus, entweder ein Herstellungsfehler wie Gusslunker, wahrscheinlicher aber eine Stelle, die während der Herstellung perforiert, mit Lot wieder verschlossen wurde, und im Laufe der Jahrzehnte wieder aufging.

Sanyo E6/E60 Nachfolger – Olympus Stylus Tough TG 4 – Teil 2

von Christian Danzl

So, nachdem ich letzten Montag über die TG 4 berichtet habe, heute nun der Vergleich der „Makro-Lichter“.
Also Light-Guide LG-1 und Blitzdiffusor FD-1.

  1. Light-Guide:
    Nimmt das Licht des eingebauten LED-Lichtes auf, und verteilt es per Lichtleiter in einem Ring um das Objektiv.Das nicht allzu starke LED-Licht, mit einer Fläche von ca. 3 qmm, wird auf die Fläche von ca. 700 qmm aufgeteilt. Die Fläche also über das 200-fache vergrößert, dann bleibt – da haben Sie vollkommen Recht, lieber Leser – nicht mehr viel übrig.
    Zumindest genug um im extremen Nahbereich, also bis 5 cm Entfernung (je nach Umbebungslicht) das Licht zu modellieren.
    Für Bilder vom Patienten (oder dessen Zähnen im Mund) eher weniger geeignet, für Details am Modell durchaus.
  2. Blitzdiffusor:
    Ist geeignet für Motivabstand von 2 – 30 cm. Funktioniert auch unter Wasser. Der FD-1 ist äusserst simpel aufgebaut, das Blitzlicht wird durch eine matte Plastikscheibe auf einen Spiegel geleitet, welcher dann das Licht wiederum durch eine matte Plastikscheibe in einen weissen „Trichter“ reflektiert, dieser wirft das Licht dann mehr oder weniger auf des Objekt.
    Per Schalter kann der Blitz volle Leistung bringen, oder zur Hälfte abgedunkelt werden.

Die Intraoralaufnahmen unten sind „out of the box“, also nicht bearbeitet.
Einstellungen: Makro (Mikroskop), Blitz, natürlichen Farben, Weissabgleich automatisch, ISO 100, volle Auflösung/Raw.
Das sind die ersten Versuche, Einstellungen sind eher als Ausgangswerte zum weiteren Testen zu sehen.

 

Sanyo E6/E60 Nachfolger – Olympus Stylus Tough TG 4

von Christian Danzl

Die Olympus Tough TG 3 wurde schon öfter hier auf dem Blog beschrieben.

Vor einiger Zeit hat Olympus die Tough TG 4 herausgebracht.
Was hat sich geändert?

Nicht viel, um es gleich zu sagen.

Zwei entscheidende Dinge sind es jedoch, die die Kamera für die Zahnarztpraxis interssanter machen:

  1. Raw – Support: Die Kamera bietet jetzt neben JPEG-Bildern auch Bilder im Raw-Modus an, was durchaus interessant, wenn es um Darstellung feiner Details geht.
  2. Nach Firmware update kann ein neues Zubehörteil angesteuert werden:
    Der FD-1 Blitzdiffuser. Ähnlich dem LG-1 Light Guide, der das eingebaute  LED-Licht per Lichtleiter als „Ringlicht“ verwendet, jedoch mit deutlich mehr Licht.

Ansonsten hat sich nicht viel getan, der bewährte Sensor (1/2,3 Zoll CMOS mit 16 MP) und das Objektiv (2,0-4,8/4,5 – 18 mm – KB-Äquivalent 25 – 100 mm) ist geblieben.

So auch die WiFi-Funktion, mit der über die Olympus Image Share-App Bilder problemlos und schnell auf ein Smartphone übertragen, und von da schnell per Messenger (WhattsApp, ICQ, Threema, Telegram …) weiter geschickt werden können.

So ist die TG-4 noch attraktiver als die TG-3.

Ein Umstieg von der TG-3 auf die TG-4 ist meiner Meinung nach nicht notwendig, ausser man braucht den Blitzdiffusor (ob die TG-3 für den Diffusor nachrüstbar wird, weiss ich nicht).

Interessant auch, das Olympus selbst die Kamera auch schon für den medizinischen Sektor (Dermatologie und Zahnmedizin) anpreist, siehe pdf (leider nur ein Scan, des vom Händler ausgedruckten Info-Blattes).

Im Anschluss nochmal Bilder mit/ohne Focus-Stacking und Ausleuchtung mit Light Guide, Beispielbilder intraoral und mit Blitzdiffusor folgen demnächst.

 

Ausleuchtung mit Light Guide 1

mit Focus-Stacking

ohne Focus-Stacking

Erfahrungen mit dem Melatherm 10 – Teil 2

von Christian Danzl

Jetzt läuft er ein gutes halbes Jahr der Melatherm 10. Mindestens 2 mal an einem normalen Arbeitstag.
Der Salzverbrauch war zu hoch, aber er war auf die „falsche“ Wasserhärte eingestellt. Er war auf 9° dH eigestellt, statt der aktuell vom Techniker gemessenen 6° dH.
Mal sehen, ob es was ausmacht…

Ja, Ihr habt richtig gelesen: Techniker!

Der Techniker war da, denn das Gerät meldete einen Fehler.

Die Kondensatpumpe war ausgefallen. Wurde ausgetauscht. Auf Garantie.

Der Fehler ist bekannt (mehrere Einzelfälle?), es ist angeblich die neue Serie der Pumpe, die „alte“ lief gut, die „neue“ nicht. Jetzt ist angeblich wieder eine aus der alten, haltbaren  Serie verbaut. Wir werden sehen, und ich werde berichten.

Egal, jetzt läuft er wieder. Wie gesagt, Austausch auf Garantie.
Angenehme Überraschung.

Anbei noch Beladungsmöglichkeiten, die sich bei uns bewährt haben.

DAC universal – Teil 4

von Christian Danzl

Hier, hier und hier habe ich schon über den DAC berichtet.

Er läuft ohne Zwischenfälle. Heutzutage für ein neues Dentalprodukt leider eine Seltenheit.
Er verbraucht seine Materialien und schont die Übertragungsinstrumente.

Bis letzte Woche.
Erster „Zwischenfall“.
Es betraf nicht den DAC eigentlich nicht direkt.
Es war die Öldose, die Probleme machte.
Sie liess sich nicht mehr abschrauben.

Unglücklich.
Vom Dosenkörper (Alu) des Nitram-Öl hat sich das Kunststoff-Gewinde gelöst.
Nicht ganz, nur soweit, dass die Verpressung/Verklebung gelöst hatte und sich der Dosenkörper im Gewindeteil drehen liess.
Somit war ein Abschrauben der Dose nicht mehr möglich.

Leider ist das Gerät auch so konstruiert, dass man das Gewinde der Öldose nicht rankommt.

Mit etwas Fummelei konnte man die die Aludose vom Gewinde ganz lösen, so dass zumindest das verbliebene Gewinde von oben (eher weniger als mehr) zugänglich war.
Dann liess sich des Plastikgewinde mit einem, zum Schraubenzieher umfunktionierten, Gipsanmischspatel abschrauben und eine neue Dose einsetzen.

Wir fragten uns natürlich: Anwenderfehler?

Und kamen zum Entschluss: Nein. Konstruktionsfehler.

  1. Gewinde und Dose sollten so miteinander verbunden sein, dass man das, was man zusammenschraubt auch wieder auseinanderschrauben kann – egal wie wenig Fingerspitzengefühl der Anwender hat. Also Kontruktions-/Herstellungsfehler der Öldose.
  2. Kein schneller Zugriff aus das Gewinde der Dosenaufnahme in DAC. Über eine Klappe auf der rechten Seite des Gerätes hätte man bessere Kontrolle und Zugriff auf das Gewinde der Öldosenaufnahme.

Ich hoffe es bleibt ein Einzelfall, nicht nur bei mir, sondern auch bei den anderen DAC-Benutzern.

Wenn nicht, noch ein paar Bilder, wie man das schwarze Gewindeteil entfernen kann.

Shit Happens (3)

Bei dem Fall, über den ich heute berichte, lief zwischenzeitlich einiges nicht so wie ich es mir vorgestellt hatte. Der Patient gab Beschwerden regio 47 an. Der Zahn war mit einer Krone als Brückenfeiler versorgt. Klinisch zeigte sich eine erhöhte vertikale und horizontale Perkussionsempfindlichkeit bei normaler Sondierungstiefe.

 

Nach Trepanation konnten zwei mesiale und ein sehr ovaler, distaler Kanal dargestellt werden. Zusätzlich zeigte sich zwischen dem distalen und dem mesio-bukkalen Kanal ein Isthmus in Form eines C-Shape.

Nach Entfernung des Obturationsmaterials wurde der Isthmus mittels Ultraschall (Endosonorfeilen) sukzessive entfernt.

Anschließend erfolgte eine medizinische Zwischeneinlage mit Ca(OH)2 und der adhäsive Verschluss mit Komposit. Beim zweiten Termin wollte ich den mesialen Isthmus aufbereiten und die Wurzelfüllung durchführen. Für die Entfernung des mesialen Dentinüberhangs nahm ich bis zu diesem Fall meistens die EndoGuides von SS White (in diesem Fall EG 1).

Dabei kam es zur Fraktur des EG 1. Das Bruchstück wurde dann unter dem OPMI mittels Absaugung entfernt und eine Masterpointaufnahme angefertigt. Ich traute meinen Augen nicht was ich da sah!

Der EG war zweimal zerbrochen, eins hatte ich entfernt und das andere war unbemerkt in den distalen Kanal gelangt und wurde dann durch meinen Masterpoint über den Apex geschoben…Mist. Nach ca. 30min Eisatz von Endosonorfeile und Micro-Debrider konnte ich das Bruchstück entfernen.

Zur Sicherheit wurde ein Rö-Kontrollbild angefertigt.

Anschließend erfolgte die Wurzelfüllung des distalen Kanals mit MTA und Kollagenwiederlager.

Mesial und auch der Isthmusbereich wurden mit Guttapercha und AH26 gefüllt.

Ab jetzt schaue ich bei jeder Fraktur noch genauerer hin ob alles entfernt ist…denn das Instrument kann auch mehrmals frakturieren.

Persistierende Schmerzen nach Wurzelkanalbehandlung

von Ostidald Wucker

In dem heutigen Fall reiße ich ein Thema an, welches zunehmend in unserer Praxis auftritt.

Patienten mit chronischen Beschwerden nach mehrfacher endodontischer Therapie innerhalb eines Zeitraumes von 9-24 Monaten. In diesem Zeitraum ist der Zahn nie, oder nur dann zur Ruhe gekommen, wenn dieser offen blieb.

Die Ausgangssituation war meistens eine Primärbehandlung mit Pulpanekrose oder akuten irreversiblen Pulpitis. Die Wurzelfüllung erfolgte trotz noch vorhandener Beschwerden. Die Revision und erneute Aufbereitung waren die Folge.
Als Ergebnis sind extrem weit aufbereitete Wurzelkanäle mit deutlich überinstrumentierten apikalen Foramen, teilweise auch verlagert zu sehen. Kofferdam wurde nie verwendet.
Die Spülung mit Natriumhypochlorit erfolgte nach Anamnese und Recherche selten bis gar nicht. Nekrotische Gewebereste sind häufig vorzufinden. Röntgneologisch zeigte sich periapikal meist ein mehr oder weniger verbreiterter PA- Spalt.
Auffällig ist häufig die suboptimale Zugangspräparation und Kanaleingangsdarstellung.

Unsere Therapie beinhaltete die Spülung mit Natriumhypochlorit, Zitronensäure und abschließend Alkohol und den Einsatz der SAF und US. (In einigen seltenen Fällen (2) mit weiterhin rezidivierenden Beschwerden haben wir Ledermix bis zum apikalen Foramen gebracht und nach 1 Woche entfernt. Die Obturation erfolgte thermisch vertikal mit Guttapercha und AH plus als Sealer.
( In dem heutigen Fall wurde die apikal überinstrumentierten Foramen mit ProRoot MTA gefüllt. Danach erfolgte eine thermische Obturation mit Guttapercha und und AH plus als Sealer.)

Die Beschwerden der Patienten haben nach 3-4 Tagen nach der Erstbehandlung nachgelassen. Zum Zeitpunkt der Wurzelfüllung sind die Patienten beschwerdefrei.

Anbei einige klinischen Bilder und Röntgenaufnahmen:

 

Saving hopeless teeth – Teil 28/5

von Bodald Necker

Der Behandlungfall und follow-ups wurden hier, hier, hier und hier beschrieben.

Mittlerweile ist einige Zeit ins Land gegangen, der Patient hat sich länger nicht mehr sehen lassen. Nach 3 Jahren kam er nun wieder einmal vorbei, also ziemlich genau 4 Jahre nach Behandlungsbeginn.

Der Zahn ist auf alle Fälle noch „in Funktion“.
Soll heissen, er ist vollkommen beschwerdefrei und ohne Einschränkungen nutzbar, was in dieser Bisssituation alles andere als banal ist.

Die beiden buccalen Wurzel liegen weit nach apikal frei.
Lockerung 0, Perkussion negativ, Sondierung nur 1-2 mm.

So gesehen ist die Behandlung auch ein Erfolg, obwohl ich nicht von vollständiger Heilung sprechen will, da sich an der palatinalen Wurzel doch ein leicht verbreiteter PA-Spalt hineininterpretieren lässt. An der db Wurzel zeigt sich eine Struktur, die eine Fraktur darstellen könnte, klinisch liess sich jedoch nichts feststellen.

Der Patient jedenfalls ist froh, dass der mich vor 4 Jahren zur Behandlung überreden konnte, da er so den Zahn noch funktionell und beschwerdefrei im Mund trägt.

Und ich bin mehr als zufrieden, dass der Zahn schon mal 4 Jahre „überlebt“ hat.
Hoffentlich auch noch länger.

Jeden falls imponiert bei der letzten Panoramaaufnahme eine Kieferhöhlenschleimhauthyperplasie Regio 18.
Schau’n wir mal was daraus wird.

Ich werde berichten.

 

 

Kleine Helfer – Teil 9

von Christian Danzl

Da bei mir in der Praxis nicht nur Endo gemacht wird, sondern auch ganz normale Wald- und Wiesen-Zahnheilkunde, gibt es auch immer wieder abnehmbaren Zahnersatz. Dieser muss auch regelmässig der sich ändernden Kiefersituation angepasst, sprich, unterfüttert werden. In fast allen Fällen wird es bei mir im indirekten Verfahren mit einem dünnfliessenden C-Silikonabdruck (Xantopren, blau oder grün) gemacht.

Vorher muss natürlich der Haftvermittler auf die zu unterfütternde Prothese aufgetragen werden.
Dieser kommt in einem Schraubfläschchen mit Pinsel im Deckel. Geht hervorragend. Aus hygienischen Gründen leider nur einmal pro Flasche :-(

Also wird der Haftvermittler aus dem Fläschchen in ein Dappenglas oder direkt auf die Prothese geschüttet. Und dann mit einem Einmalpinsel verteilt.
Nachteile:

  • schwierig dosierbar
  • der letze Tropfen läuft auf das Gewinde der Schraubflasche und verklebt dieses immer mehr

Nach etwas Recherche bin ich auf Einmalpipetten gestossen und Einmalpinsel aus dem Kosmetikbereich, der eigentlich für Lipgloss gedacht ist.

Mit der Pipette kann genau entnommen und appliziert werden ohne Sauerei und ohne Verkleben des Schraubdeckels.
Der Lipglosspinsel ist – wenn auch noch nicht optimal – zumindest doch gut genug geeignet, um den Haftvermittler gut zu verteilen, ohne sich selber zu sehr voll zu saugen.

Pinsel und Pipette können – mit etwas Lieferzeit – durchaus günstig aus Fernost (über Amazon oder ebay) bezogen werden.

Mit acht Jahren Verspätung…

Von Bonald Decker

Vor circa acht Jahren stellte sich die nachfolgende Patientin erstmals bei mir vor.

Zahn 22 sollte nach Meinung des Hauszahnarztes entfernt worden.

Seine Diagnose lautete perforierende interne Resorption.

 

Klinische Situation vor Behandlungsbeginn

Nach eingehender Abwägung aller Vor- und Nachteile entschieden wir uns damals gemeinsam für einen weiteren Erhaltungsversuch des Zahnes.

Nach chemo-mechanischer Reinigung und nachfolgender Obturation des Kanalsystems mittels Guttapercha & Sealer (in zwei Terminen) wurde die sehr weit krestal gelegene Perforation mittels MTA verschlossen.

Letzte Woche wurde die Patientin nun wieder bei mir vorstellig.

Leider musste ich nun mit acht Jahren „Verspätung“ auch für die Extraktion des Zahnes stimmen…

 

Wäre dieser Misserfolg Ihrer Meinung nach vermeidbar gewesen ?

Was hätte ich anderes machen können?

Oder sollte ich mich darüber „freuen“, dass wir acht Jahre „von der Uhr“ genommen haben?

Was denken Sie?

Dentalfotografie – neues Objektiv

von Christian Danzl

Ein Thema hier auf dem Blog ist natürlich immer die Dentalfotografie. Verschieden Neuheiten wurden schon vorgestellt. Die seinerzeit von Michael Logies propagierten Sanyo E6/E60 sterben so langsam an Altersschwäche. Durchaus interessante Nachfolgerin wäre zur Zeit die Olymps TG 3/4.
Wenn man in den Bereich des APS-C Sensor-Bereich einsteigen möchte, hat Canon jetzt ein Marco-Objektiv vorgestellt, das durchaus für die Dentalfotografie interessant sein könnte:
Das EF-M 28mm F3,5 Macro.

Es bietet:

  • 45 mm Brennweite (35mm Äquivalent)
  • Naheinstellgrenze von 13 mm
  • Bildstabilisator
  • einen Tubus, der sich nach vorne verjüngt, um im Nahbereich weniger Schatten zu werfen
  • AF mit einem sehr leisen Schrittmotor (interessant für Videoaufnahmen)
  • Filterbefestigung (43 mm) über mitgelieferte Streulichblende

und, das was es interessant macht und neu bei einem Wechselobjektiv

  • zwei in der Front eingebaute LEDs zur Objektbeleuchtung, die sich auch einzeln ansteuern lassen

Soll demnächst auf den Markt kommen. Preis ist veranschlagt mit ca. 300,- $.
Könnte um die 350, – € werden. Voraussetzung dafür ist eine spiegellose Canon-Systemkamera EOS-M. Aktuell momentan die EOS-M3.

Ob die Kombi mit der EOS-M3 und dem EF-M 28/3,5 für die Dentalfotografie wirklich geeignet ist, und wie stark die integrierte LED-Beleuchtung ist, kann ich leider (noch) nicht sagen. Es verspricht spricht jedenfalls interessant zu werden.

 

SAF

von Olaf Löffler

Die Self adjusting File wird bei uns standardmäßig in der endodontischen Behandlung eingesetzt. Nicht als Aufbereitungsinstrument, sondern als Desinfektionstool und Finishinstrument.
Es gibt nur wenige „Kontraindikationen“für den SAF Einsatz.
Eine ist die eingeschränkte Mundöffnung. Gerade bei Zähnen mit 24-25mm Arbeitslänge kommt man schnell an die Grenzen, wenn man zur SAF in 31mm Länge greift. Diese ist nur bei sehr weiter Mundöffnung gut handhabbar.
Nimmt man dagegen die 25mm lange SAF wird der Gummistopper zur Arbeitslängeneinstellung zum Hindernis.

Unser Tipp: Gummistopper mit einem Skalpell aufschneiden und entfernen. Das alleinige Abziehen ohne Schnitt kann die Gitterstruktur brechen lassen. Mit einem Permanentmarker die gewünschte Arbeitslänge an 3-4 Stellen zirkulär mit einem Punkt auf dem Schaft anzeichnen. Diese Längenmarkierung ist in der Aufbereitung sehr leicht zu beobachten. Verschiedene Arbeitslängen bei mehreren Wurzelkanälen kann man mit verschiedenen Farben kennzeichnen.

Referenzpunkt leicht gemacht – Teil 2

von Sebastian Philip

Heute Patientenbilder zum hier veröffentlichten Beitrag.

 

reproduzierbare Referenzpunkte leicht gemacht

von Dr. Sebastian Philipp

In diesem Artikel möchte ich beschreiben, wie ich mir bei der elektronischen Längenmessung reproduzierbare Referenzpunkte erstelle.

Zuerst lege ich mir eine neue Referenzebene fest, die ich nach Belieben darstellen kann. Ich stemple diese Referenzebene auf den Zahn, entferne Sie wieder und kann sie bei einem nächsten Termin wieder aufstempeln. Wie ich dabei vorgehe möchte ich euch anhand eines Modells zeigen.

Ich brauche dafür Block-Out Resin von Ultradent, einen Okklupapierhalter und ein Stück starrer Tiefziehfolie (in diesem Fall habe ich 1,5mm Stärke) welche ich mir keilförmig zurechtgeschnitten habe.

An dem zu behandelnden Zahn lege ich 3 Höckerspitzen oder markante Punkte fest (im Sinne eines Dreibeinprinzips) und trage dort Block-Out Resin auf. Diese 3 Punkte definieren meine neue Referenzebene.

Anschließend lege ich meine Tiefziehfolie auf alle 3 Punkte auf und härte das Block-Out Resin durch die Folie aus. Die Keilform der Folie erlaubt es mir, mich auf die individuell benötigte Breite anzupassen. Dabei achte ich, dass die Folie auf allen Punkten aufliegt, was ich auf der Gegenseite gut erkennen kann. Zum besseren Lösen der Folie nach dem Aushärten kann man die Folie auch vorher ganz leicht mit Turbinen-Öl einreiben.

Im Anschluss präpariere ich die Ebene nach Bedarf und habe mir so einen exakten Referenzpunkt geschaffen.

Im Prämolarenbereich nehme ich mir einen „externen“ Referenzpunkt eines Nachbarzahns. In diesem Fall die MB Höckerspitze des Molaren.

Ist mir meine Ebene noch zu klein dargestellt wiederhole ich diesen Schritt einfach, trage nochmals Block-Out Resin auf und vergrößere die „Teller“.

Im Anschluss kürze ich mir wieder meine Ebene auf den Bereich den ich benötige. Das Block-Out Resin hat die notwendige Härte, dass man es gut präparieren kann.

Diesen Schritt mache ich vor dem Kofferdam legen, nachdem ich meine Zugangskavität präpariert habe. Andernfalls stört mich die Kofferdamklammer beim „stempeln“.

Hier kann es schon auch mal passieren, dass ich einen „Teller“ verliere. Wenn die Anatomie zu wenig Retention liefert, extendiere ich die Teller etwas in mesio-distaler Richtung.

Am Ende der Behandlung wird das Block-Out Resin entfernt und durch die Dokumentation der Ebenen-Referenzpunkte ist es beim nächsten Termin wieder darstellbar.

Für Bilder bitte auf den link klicken.

Referenz3

 

Ü-Day/Team-Day 2016 in Bad Kreuznach

von Christian Danzl

Dieses Jahr fanden Team-Day und Ü-Day in Bad Kreuznach statt.
Hier vorweg ein paar Eindrücke.

 

Freitag war Team-Day. Auf dem Programm stand vormittags ein Fotoseminar und nachmittags ein Selbstverteidigungskurs bei Dirk Hilgert in Obermoschel.

Abends begann dann der Ü-Day mit Überweisern und einigen Freunden von Wurzelspitze mit dem Get together in Bad Kreuznach.
Die Fortsetzung folgte dann Samstag Vormittag von 09:00 bis 13:00 Uhr im Haus des Gastes mit Vorträgen zu zahnmedizinischen Themen von HaWi Herrmann und Jörg Schröder, Olaf Löffler und Christoph Kaaden.
Der Gastvortrag kam diesmal von Haya Hadidi  zum Thema „Datenschutzrichtlinien in der Praxis“.

Nach den Vorträgen diesmal als Highlight ein gelungener musikalischer Ausklang von Team-Day/Ü-Day mit der niederländischen Steely Dan Tribute Band Stolen Dan.

Erfahrungen mit dem Melatherm 10 – Teil 1

von Christian Danzl

Eines gleich vorweg:
Ich gehe selbstverständlich davon aus, dass es bei der heutigen, ausgereiften Qualität unserer Dentalprodukte nur ein Einzelfall sein kann, den ich hier beschreibe.

Wir hatten bei unserem Melatherm 10 das Phänomen, dass die Umdrehungszahl des oberen Spülarmes hin und wieder nicht konstant war. Das Benutzerhandbuch war in diesem Falle zwar sehr wertvoll (Spülarme war frei drehbar, weder durch Spülgut behindert, blockiert noch in irgendeiner Weise verstopft, der Basiskorb richtig eingesetzt), konnte das Phänomen aber nicht erklären. Wir führten dies nach eingehender Prüfung der Beladung, auf eine suboptimale Platzierung von chirurgischen Saugern auf der Injektorschiene zurück. Wenn mehrere Sauger so auf die Schiene gesteckt wurden, dass die jeweiligen austretenden Wasserstrahlen im Drehbereich des oberen Spülarmes auftrafen, bremsten sie die Umdrehungsgeschwindigkeit desselben.
Da dies im Benutzherhandbuch auch nicht beschrieben war, muss es sich um einen Einzelfall handeln, jedoch werden bei uns die chirurgischen Sauger jetzt in anderer Richtung aufgesteckt und das Phänomen tritt nicht mehr auf.

falsch

richtig

richtig

falsch

>>Das Ende vom Lied<< Zeitnahme – Teil 4

von Christian Danzl

Der letzte Satz vom Bericht Teil 3 war:

„Kurz: Bei den nächsten Problemen fliegt das Teil raus.“

Soweit war ich auch. Es kam aber anders.

Das Gerät verrichtete seinen Dienst mehr schlecht als recht. Aber es lief. Bei einer neuen Angestellten ging das Anlegen eines neuen Zeitkontos meist reibungslos – sofern der Chip Lust hatte.

Bis die Information vom Systemadministrator kam:

„Von Chipdrive gibt es keinen Support mehr. Keine Hotline, keine Chips, keine Karten.
Die sind zahlungsunfähig.“

Und wieder 400 g E-Schrott in der Praxis.

24 Monatsrecall

von Ostidald Wucker

Den Fall haben wir hier beschrieben. Nun war der Patient zum 24 Monatsrecall da. Klinisch sind alle Symptome verschwunden. Kein Druckgefühl mehr, welches er seit Jahren hatte, keine Fistel, keine erhöhten Sondierungstiefen, keine Lockerung.
Röntgenlogisch ist eine deutliche Heilungstendenz erkennbar.

24 Monatsrecall

 

bewährtes Buch, neue Aufmachung

von Christian Danzl

In der Reihe „Farbatlanten der Zahnmedizin“ hat der Thieme Verlag vor nicht all zu langer Zeit einen „Re-release“ gelandet.

Der Klassiker von Axel Bumann und Ulrich Lotzmann „Funktionsdiagnostik und Therapieprinzipien“ wurde wiederveröffentlicht. Die erste Auflage aus dem Jahre 2000 wurde als Softcover wieder aufgelegt. Für 99,- statt 149,-.

 

 

Shimstockfolie

von Christian Danzl

Heute mal wieder etwas zum Basteln, nachdem wir ja nach Ostern noch in Übung sind ;-)

Eines vorweg, die Anleitung stammt nicht von mir, sondern von einer befreundeten Kollegin. Bei ihr in der Praxis herrscht ein großer Verbrauch an Shimstockfolie.

Sie braucht sie in ca. 3 x 15 mm großen Streifen, schon in eine Arterienklemme eingeklemmt.

Herstellung der Streifen:
Grundprodukt ist eine silber/goldfarbene Rettungsdecke. Dicke 12 µm. Diese ist tw. für unter einen Euro zu erstehen.
Um gleichmässig breite Streifen zu erhalten, wird sie durch den Aktenvernichter gejagt. Dieser macht keinen ganz sauberen Schnitt, sondern die Kanten sind etwas gekräuselt, was dem Streifen etwas Stabilität und somit bessere Handhabung verleiht.

Da der Aktenvernichter die Folie normalerweise einzieht, zerknüllt und nicht schneidet, wird die Folie zwischen zwei Blätter Papier eigelegt in den Papierschlitz eigebracht. Wenn das Schneidwerk anläuft, die 3 Blätter leicht auf Spannung halten. Und mit ein wenig Übung hat man die gewünschte Shimstockfolie. Danach nur noch auf gewünschte Länge bringen.

Ob mit diesem Vorgehen soviel Geld gespart wird, dass es am Ende des Jahres bemerkbar ist, sei dahingestellt, jedenfalls sind die so geschnittenen Folienstreifen gut handhab- und durch die Helferinnen konfektionierbar.

Fröhliches Basteln.

Sensorspender – Alternative Update

von Christian Danzl

Hier hab ich schon vor zweieinhalb Jahren eine günstige Alternative zu den relativ teuren berührungslosen Desinfektionmittelspendern vorgestellt.
Hier nun nach 28 Monaten ein update:

Kurz:

Problemlos.

Einer machte mal Zicken. Er wurde eingeschickt und kam kostenlos repariert zurück. Jeder läuft noch mit dem ersten Satz Batterien.

Saraya bietet verschiedene brührungslose Spender an, hier die Übersicht. Auch diverse andere Spender, die sich auch auf der Patiententoilette gut machen sind im Programm.

Preisliste liegt mir keine vor, da aber die Desinfektionsspender im Gegensatz zu den anderen auf dem Markt befindlichen Geräten günstig war, gehe ich davon aus, dass es bei den anderen Geräten auch der Fall sein könnte.

 

Recall 10 Jahre (2)

von Ostidald Wucker

Nun noch ein Recall nach 10 Jahren.
Der Patient erschien damals bei uns, da eine Resektion mit Zystenenfernung am Zahn 34 angeraten wurde. Am Zahn 44 führte genau diese Behandlung nicht zu einem Erhaltungserfolg.

Die Ursache für die mesiolaterale Aufhellung am Zahn 34 war der nicht behandelte linguale Kanal mit einem größeren Seitenkanal. Der Patient war sehr skeptisch ob es ohne chirurgischen Eingriff abgehen würde und der Zahn erhalten bleibt.
Nach 10 Jahren ist alles OK. Der Sealer (Kerr Pump Canal EWT ) im lateralen Kanal ist in diesem Fall resorbiert.

 

 

Finieren der Präparation

von Christian Danzl

Nachdem ich hier und hier schon über Brownies zum Finieren von Kronen- und Teilkronen Präparationen berichtet habe, jetzt mal wieder ein Update.

Nach Shofou und Komet Brownies bin ich nun bei Arkansas-Steinchen (Komet) für die Turbine gelandet (FG).

Die Form lässt sich immer noch mit den grünen Siliziumcarbid Zurichtstein einstellen. Die Form hält deutlich länger, es gibt mehr taktile Rückmeldung, die Oberfläche ist noch glatter und vor allem gleichmässiger – das war zumindest die Aussage vom Zahntechniker. Ich umrunde die Präp. so lange ohne Druck, bis keine Unebenheiten mehr zu spüren sind.

Die Brownies nehme ich nach wie vor her, besonders was Übergänge und das Brechen von Kanten angeht, im Kronenrand sind sie aber durch die Arkansas-Steinchen verdrängt worden.

Auf den Fotos hinten links die originale Form, die beiden anderen bereits zurecht getrimmt und beide schon mehrmals in Gebrauch.

Drehzahl bei mir 40 – 150 trpm.

Zahnradiergummi

von Christian Danzl

Momentan läuft in München auf dem neuen Messegelände noch (bis 01. März 2016) die Internationale Handwerksmesse und Garten München.
Ich war am Samstag mal dort um mich umzuschauen bezüglich Pools und Wintergärten und natürlich auch, weil auch die Bavarian BBQ Week dort angesiedelt ist.

Ganz interessant, aber nichts, was man nicht schon mal gesehen oder gehört hätte.
Was interessant war, war an einem der mehreren Stände, die Körperpflegeprodukte (hardware) angeboten haben, also Nagelscheren, Nagelfeilen, Pinzetten, Scheren …
Bei remos fiel mir ein Zahnradierer ins Auge.
Da man nach einiger Erfahrung in der Szene weiss, dass man Zähne nicht ausradieren muss, weil sie von alleine sehr zuverlässig ausfallen, wenn man es wirklich drauf anlegt (und da glaube ich, kennt jeder genügend Fälle aus der Praxis ;-)), war klar, dass es das eigentlich nicht sein kann.
In der Tat ist er auch da, um Verfärbungen vom Zahnschmelz zu entfernen.
Das Material ist einem Brownie sehr ähnlich.

Ob’s funktioniert, weiss ich nicht. Eine PZR wird er nicht ersetzen können. Und ob man ihn für „zwischendurch“ braucht, wage ich zu bezweifeln, da schnell entstandene Beläge auch (fast) immer mit einer Zahnbürste entfernbar sind.

Pic of the day – Dentin vergeht, Pulpa besteht

von Christian Danzl

Der Patient kam mit der Aussage, die Brücke sei locker.

Gut, soll vorkommen.

Ich solle einfach ziehen, sie ginge schon runter. Hab ich gemacht. Ich muss sagen, sowas hab ich vorher noch nie gesehen. Das komplett kariöse Dentin dieses Zahnes ist einfach mit der Krone abgerissen, aber die (ich muss zugeben nicht mehr ganz physiologisch aussehende) Pulpa darunter blieb einfach stehen.

Keine Schmerzen auf Berührung und die Pulpa liess sich nicht mit der Pinzette aus der Wurzel ziehen, da ist sie dann auch abgerissen. Schade eigentlich.

Lupenbrillen – Vergleich

von Christian Danzl

Um eines gleich vorauszuschicken:

Dieser Vergleich ist höchst subjektiv, da es sich um meine persönlichen Erfahrungen handelt, die ich gemacht habe mit den beiden Brillen/Systemen. Es stehen hier, ausser der Masse der Brillen (in Gramm), wahrscheinlich keine allgemein gültigen Aussagen.

Meine erste Lupenbrille (dürfte so 1999 oder 2000 gewesen sein) war eine TP-710 von Sandy Grendel mit 2,5-facher Vergrößerung. Gallileisches System. Zum Anfangen vielleicht interessant. Man kommt etwas weiter weg vom Patienten, deutlich mehr gesehen hab ich damit nicht. Hatte auch kein Licht dazu.

Vorteile:

  • 36 Gramm, man spürt sie nach kurzer Zeit einfach nicht mehr
  • jederzeit optische Gläser nachrüstbar (durch Einschrauben in die Fassung)
  • Optiken sind auf dem Schutzschild angebracht, das wiederum ist leicht abnehmbar und man kann die Brille auch so tragen (wenn man Gläser eingebaut hat, sonst bringt es nichts ;-))

Nachteil:

  • Schutzschild mit Optiken ist schwierig zu reinigen
  • Vergrößerung hier mit 2,5 zu gering

 

Meine zweite Errungenschaft, ca. 2005, war dann eine Orascoptic HiRes Plus mit 3,8-facher Vergrößerung und 42 cm Arbeitsabstand. Die Augen waren gut genug, aber ich wollte einfach weiter weg vom Patienten und somit meinen Rücken schonen.
Bestellt bei sds, Sigma Dental.
Das Brillengestell ist das Modell Classic. Sehr stabil, das Design kann seine amerikanische Herkunft nicht leugnen und ist (und war es auch damals schon) sooo weit jenseits von gut und böse, dass man es nicht zu kommentieren braucht.
Heute sind deutlich schmückendere Brillenfassungen im Angebot, vor gut 10 Jahren war die Auswahl noch sehr begrenzt.
Das optische System ist nach Kepler, also deutlich länger und schwerer (weil es ein auf dem Kopf stehendes Bild erzeugt, und das muss erst über zwei Prismen wieder umgedreht werden), als das Gallileische System, aber es erlaubt größere Vergrößerungen und ein größeres Gesichtsfeld (Vergleich der Systeme siehe hier).
Die HiRes ist ein TTL-System, die Optiken werden durch Löcher in den Brillengläsern eingeklebt.

Vorteile:

  • leichter, als ein Flip-up System, da man keine Mechanik braucht. Alles, was man zur Befestigung der Optiken braucht, ist ein paar Tropfen Kleber. Alles in allem ohne Licht 80 Gramm, im Gegensatz zu den 134 Gramm der Zeiss EyeMag Pro F.
  • kein unabsichtliches Verstellen
  • größeres Sichtfeld durch die Lupe. Bei mir im scharfen Bereich ca. 10 cm Sichtfeld in Gegensatz zu 5 cm bei der Zeiss (siehe unten)

Nachteile:

  • durch das TTL-System können die Optiken näher an die Augen ran, was ein größeres Gesichtsfeld durch die Optik erlaubt, „aussenrum“ ist man fast blind, da man fast nicht an den Optiken vorbeischauen kann
  • Brille ist nicht „übertragbar“, da sie individuell an den Augenabstand eines Behandlers angepasst ist. Ein „mit der Praxis vererben oder verkaufen“ geht nicht ohne die Brille neu anpassen zu lassen
  • wenn die Brille runterfällt, und eine Optik bricht aus der Aufnahme, wird es mitunter schwierig selber zu reparieren.
  • die Lichtstärke durch die kleinen Frontlinsen ist sehr eingeschränkt und bedarf unbedingt einer zusätzlichen Beleuchtung

Nach den Erfahrungen (Notwendigkeit der Redundanz), die hier schon beschrieben sind, habe ich mir aktuell eine zweite Lupenbrille, diesmal mit einem Flip-Up System, gekauft. Eine  Zeiss EyeMag Pro F bei Bajohr Optecmed. Vergrößerung 4,0, Arbeitsabstand 45 cm. Diesmal gleich mit Licht. Die Wahl fiel auf das „hauseigene“ Licht Bajohr LED Powerlight yellow (Orchid-F LED Light, Admetec Solutions Ltd, Haifa, Israel), mit zuschaltbarem gelb/orange Filter.

Vorteile:

  • nach meinem subjektiven Empfinden ist die Optik von Zeiss besser als die von Orascptic, schärfer, heller, kontrastreicher
  • man kann die Lupe von der Brille weg nach oben schwenken, um normal sehen zu können, man muss nicht die ganze Brille abnehmeen
  • Brille und Optiken sind leichter zu reinigen
  • sterilisierbarer Berührungsschutz und Objektivschutz sind dabei
  • Gelb-Orange-Filter im Bajohr-Licht verbaut, Umschalten an der Bedieneinheit/Akku
  • Lampenkopf ist schön klein, vorne fast mittig zwischen den Objektiven verbaut, es gibt also keine erkennbaren Schatten und mit ca. 15 g sehr leicht
  • durch die weiter vom Auge entfernten Optiken sieht man mehr „aussenrum“ um den vergrösserten Bereich

Nachteile:

  • durch die zusätzliche Halterung für Optik wir die Brille schwerer (134 g ohne Licht)
  • die Optiken sind zusätzlich ca. 1 cm länger als die der Orascoptic und weiter nach vorne verbaut, das macht fast 50 g, die auf der Nase nach unten ziehen, dagegen ist die Orascoptic ausgewogen (Brille wurde am Nasensteg aufgehängt und die Vorderkante der Optiken mittig auf eine Briefwaage aufgelegt, siehe Bilder)
  • der zuschaltbare Filter des LED-Lichtes tendiert mehr zu gelb, als zu orange, so dass die Lichtleistung beim Arbeiten mit lichthärtenden Materialen doch noch reduziert werden muss, um ein vorzeitigen Aushärten zu verhindern
  • Licht ist über Tasten an der Bedieneinheit (mehr oder weniger stufenlos – 14 Stufen) zu steuern, was ich relativ fummelig finde, man muss immer die richtige Taste suchen. Ein Drehregler wäre hier einfacher zu finden und zu bedienen
  • Taste für Farbfilter ist der kleinste und muss einige Sek. gedrückt werden, bis ein kleiner Filter in der Lampe vor die LED springt. Klar, besser als einen Filter auf den Lampenknopf zu stecken, aber noch deutlich verbesserungswürdig
  • Akku/Bedieneinheit (Rückseite) und Gürtelclip sind aus einem Kunststoffteil gespritzt. Und der Gürtelclip ist definitiv nicht stabil. Einmal schief auf eine Behandlerstuhl mit Armlehnen gesetzt, und der Gürtelclip war abgebrochen. Das Teil wurde von Bajohr sofort, unbürokratisch und kostenlos ausgetauscht. Danke dafür. Aber der nächste Clip wird brechen, da mach ich mir keine Sorgen. Auch irgendwann ausserhalb der Garantiezeit. Wie das dann gehandhabt wird, weiss ich nicht. Der Clip ist meines Erachtens nicht direkt eine Fehlkonstruktion, aber eine doch eher unglückliche Konstruktion.
  • Akkus haben keinen Überladungsschutz, zumindest ist in der Bedienungsanleitung nichts dergleichen erwähnt. Ob es den Akkus schadet, wenn sie dauernd am Netz hängen weiss ich nicht, gelöst hab ich es jedenfalls mit einem Steckdosen-Timer.
    Ein Akku (zwei sind dabei) hält bei mir momentan zwei Arbeitstage. Hauptsache ist, wenn die Kapazität auch weniger wird, dass ein Akku länger Licht gibt, als der andere zum Laden braucht.

Die Sandy Grendel Brille war für mich zum normalen Arbeiten nur zum Einstieg. Wenn man richtig was sehen will, reicht eine 2,5fache Vergrößerung meines Erachtens nicht. Ob nur aber die leichtere, ausgewogenere Orascoptic oder die schwerere Zeiss mit der besseren und helleren Optik muss jeder für sich entscheiden. Die Problematik mit der Kabelführung für das Licht ist bei beiden nicht gelöst, ausser man kann sich mit der Firefly anfreunden, ich konnte es auf der Messe nicht.

Selbstverständlich gibt es noch andere Lupenbrille und Lichtsysteme. Dieser Beitrag bezieht sich nur auf meine eigenen, gekauften Lupenbrillen und Lichtsysteme und die damit gemachten persönlichen Erfahrungen. Diese sind weder allgemein gültig noch vollständig.

 

Lupenbrille – Kabel

von Christian Danzl

Vor längerer Zeit hab ich hier schon mal ein günstige Licht-Lösung für meine Oraskoptic-Lupenbrille vorgestellt. Die „Outdoor“-Stirnlampe von LED Lenser wurde mittlerweile ersetzt, nicht durch eine „professionelle“ Lampe, sondern durch das Nachfolgemodell. Sitzt besser und ist heller. Immer noch unprofessionell ;-)
Durch den sehr überschaubaren Preis sind immer mindestens 2 Stück in der Praxis, eine am Kopf, die andere am Ladegerät.

Wie es aber so kommt, war meine Orascoptic-Brille eines Montag Morgen nicht auffindbar. Gefunden habe wir sie dann 2 Stunden später in der Schublade des Ende-Cart des Kollegen. Ich hab sie wieder liegen gelassen, und irgendwer hat sie in die Schublade geräumt. War zwar blöd, weil ich eine Teilkrone ohne Vergrößerung präparieren musste, aber es gab einen Erkenntisgewinn:

Redundanz.

Im Laufe der Zeit gibt es eigentlich nichts in der Praxis, was nicht in doppelter Ausführung vorhanden ist, Endometrie, Endomotor, Mikroskop, Autoklaven……. .

Jedoch nur eine Lupenbrille.
Mir wurde sehr genau vor Augen geführt, wie abhängig ich bereits von diesem Hilfsmittel bin. Gerade bei meinem Orascoptic TTL System. Fällt das gute Teil ungünstig auf den Boden, und bricht eine Optik aus dem Glas, ist der Arbeitstag beendet.
Also war der Entschluss da, mir eine zweite Lupenbrille zuzulegen.

Diesmal fiel meine Wahl auf ein ZEISS Flip-up System.

Diesmal aber dann gleich mit „professionellem“ LED-Licht.
Die Wahl fiel – wegen des integriertem Orange-Filter – auf die Bajohr LED Powerlight yellow.

Einen Tag in Gebrauch, und ich wusste meine LED-Lenser Stirnlampe wieder zu schätzen:

Sie hat kein Kabel.

Jetzt hab ich ein fliegendes Kabel von der Lampe/Brille über den Rücken an den Akku am Gürtel. Es gibt zwar dann eine „Kabelführung“ dazu (Hosenträgerklemme mit Gummiband), aber es ist – in meinen Augen – fürchterlich umständlich, wenn man die Brille runternimmt, immer das Kabel in die Hand nehmen zu müssen. Zumal dies bei der Bajohr-Lampe zwar leicht und dünn, aber äusserst griffig ist, und es nicht mit leichtem Zug über die Schulter gleitet. Nein, es „krallt“ sich fürchterlich fest an meinem Poloshirt.
Brille vom Kopf nehmen, Kabel von der Schulter nehmen, Brille ganz abnehmen.
Umständich.

Erste Hilfe war nur ein Spiralschlauch um das Kabel. Das Kabel wird zwar schwerer, aber es rutscht zumindest endlich über Schulter und Rücken.

Das Problem des Einfädelns und Hägenbleibens bei den Behandlerstühlen mit Armstützen hab ich immer noch nicht gelöst :-(

 

 

Nächstes Mal der Vergleich vom Orascoptic-TTL- zum Zeiss-Flip-Up-System.

 

Schon wieder Dentalfotografie – Olloclip

von Christian Danzl

Nachdem ich hier und hier schon die Systeme Manfrotto KLYP+ und Exo-Lens vorgestellt habe hier heute ein System von Olloclip.

Olloclip scheint mir sehr universell. Es werden Clip-Linsen angeboten für iPhone 4,5 und 6 jeweils S,C und Plus, sowie iPad (Mini 1,2,3 und 4, Air 1 und 2) und Samsung Galaxy.

Sinnvoll für die Dentalfotografie auch hier wieder Makrolinse, Polfilter und evtl. ein Televorsatz, falls eine Porträt-oder Profilaufnahme gebraucht wird, denn das 28er Weitwinkel (35mm Äquivalent) des Iphone 6 ist nicht direkt als formatfüllendes Porträtobjektv geeignet.

Praktisch für die Praxis finde ich 2 Clips:

  • Telephoto + CPL Lens für rund 100,-
    das 2-fach Tele verdoppelt die Brennweite auf 50-60 mm und der Polfilter nimmt die nichtmetallischen Reflexe (mehr oder weniger) weg
  • die neue Makro Pro Lens für ca. 70,-
    mit 7, 14 und 21-fach Vergrößerung. Brauchbar scheint mit die 7-fache Vergrößerung. Auffällig ist ein starke kissenförmige Verzeichnung.
    Lieferung erfolgt mit Linsenclip (21er ist eine feste Linse, die 14er wird per Schraublinse zur 7er reduziert), 3 verschiedenfarbige Clipträger, die man sich per Schlüsselring und -band um den Hals hängen kann, sowie Linsenkappen, Abstandhalter und Stoffbeutel.

Zumindest die Makrolinse funktioniert NICHT mit einer Diplayschutzfolie.

Ein Stativgewinde, wie bei Manfrotto oder Exo-Lens ist NICHT im Lieferumfang, wird es aber im Rahmen einer zusätzlich erhältlichen Hülle ab Februar geben.

 

Aus 7 mach 13

von Bodald Necker

Wieder einmal kam der Patient zur „01“.

Ich muss gestehen, ich warte schon immer auf ihn, um die Haltbarkeit bzw. den Verschleiss der Kompositfüllung an seinem 16 zu dokumentieren.
Vor kurzem war es wieder soweit.

Der erste Artikel zu dieser Füllung ist hier.

Weitere Bilder der Füllung im Laufe der Jahre sind hierhier und hier zu sehen.

Hier nun der aktuelle Zustand der Kompositfüllung, die bereits vor fast 13 Jahren gelegt wurde.

Meine Prognose: Die hält noch länger ;-)

Warum hält diese Füllung (wie auch andere Füllungen) dann doch länger als von einem, der es eigentlich wissen muss, prognostiziert wurde?

Es sind einige Gründe dafür:

  1. Der Patient putzt seine Zähne regelmässig (er ist nicht Held der Mundhygiene, aber bestimmt im oberen Drittel mit dabei). Und alle die hier mitlesen und vom Fach sind, wissen, dass dies leider in Deutschland immer noch nicht überall Standard ist.
  2. Er ist vollbezahnt. So kann sich der normale Verschleiss der Zähne auf die maximale Fläche verteilen, und jeder einzelne Zahn wird so wenig wie möglich verschlissen.
  3. Die Füllung ist nicht überextendiert, wenn auch an der Obergrenze. Sowie auch die anderen Zähne nicht mit übergrossen Kunststoff-Füllungen versorgt sind.
  4. Es ist keine quick n‘ dirty Füllung.
    Karies wurde vollständig entfernt, Präparationsrichtlinien wurden befolgt, Kavität wurde nach Vorschrift konditioniert und mit Seitenzahnkomposit gefüllt.

 

Allerdings, wenn eine Amalgamfüllung nach Richtlinien und lege artis gelegt wird, wird diese unter Umständen doch noch viel länger halten.

Eine Fallvorstellung

von Ostidald Wucker

Der Patient stellte sich in mit Beschwerden Regio 46 in unserer Praxis 2010 vor.  Wir wurden ihm von Kollegen empfohlen.

Er war länger nicht beim Zahnarzt gewesen. Grund dafür war seine starke berufliche Einspannung. Nun war noch eine Krone (16) herausgefallen und es ließ sich der Besuch nicht mehr verschieben.
Folgende Anamnese erstellten wir:

47 j Patient, Mediziner, keine Allgemeinerkrankungen
Trauma: Jochbeinfraktur nach Fahrradsturz vor mehr als 15 Jahren,
Zahnm. Anamnese:
pulpitischer Schmerz 47 Sensi +, Krone 16 dezemntiert, Sensi +
2001 WSR 36 Hamburg KCH Praxis, 4-5 Jahre zuvor erfolgte die prothetische Sanierung.
Röntgenbefund OPG 2010
36 ausgedehnte, weichteildichte, scharf abgegrenzte doppelkammerige apikale Aufhellung. Sinus: li, re. VD Schleimhautverdickung.
Jochbein re. Osteosyntheseplatte.
Unklarer Verlauf des Mandibularkanals im Bereich der Regio 35/36.

Ein DVT wurde angefertigt.

Unsere Therapieempfehlung bestand in der Wiedereingliederung der Krone 16, individualprohylaktischer Rehabilitation, Füllungstherapie, endodontische Therapie 47 und provisorische Versorgung.
Den Zahn 36 wollte der Patient mit allen Mitteln erhalten. Die empfohlene Extraktion lehnte der Patient ab.
Deshalb 36 endodontische Revision, langzeitprovisorische Versorgung und Vorstellung in kieferchierurgischer Praxis zur Beratung ->Zystektomie, bzw. kieferchirurgischer Therapie.

Der Patient suchte daraufhin eine kieferchirurgische Praxis auf.
Die Therapieempfehlung und Diagnose lautete: rad. Zyste, WSR + piezzo-mechanische retrograde Aufbereitung und apikaler Verschluss. Die Wurzelfüllung muss dadurch nicht erneuert werden.

Wir rieten dem Patienten von dieser Therapie ab. Ein weiterer Oralchirurg, der zu diesem Fall von dem Patienten konsultiert wurde, befürwortete unseren Therapieansatz. Zunächst endodontische Revision 36. Danach die chirurgische Therapie.

Wie würden Sie dem Patienten raten?

Dentalfotografie mit Zeiss/Exo-Lens

von Christian Danzl

Ich habe ja schon berichtet, wie gut die Kommunikation von Zahnarzt zu Zahntechniker mit den neuen Medien (Smartphone und Messenger-Apps) funktioniert.
Auch die das Manfrotto KLYP+ System (Vorsatzlinsen, Polfilter, Licht, Stativgewinde) habe ich hier schon vorgestellt. Polfilter und Licht sind ja im Standardbereich nutzbar.
Das Makro-Objektiv ist eher etwas spezieller im Einsatz, da es nur eine Entfernung von ca. 20 mm zum Objekt erlaubt.
Exo-Lens hat sich jetzt mit Zeiss zusammengetan und haben auf der CES einige Vorsatzobjektive für das iPhone 6/6s und das Samsung Galaxy S6 vorgestellt.
Mit von der Partie ist auch wieder eine Makro-Objektiv.

 

 

 

 

Das Objektiv ist als Zoom ausgelegt, so dass Objekte von 3 – 12 cm Größe jeweils formatfüllend abgebildet werden können. Der aufschraubbare klare Diffusor soll die Ausleuchtung des Objektes verbessern und die Fokussierung erleichtern.

Befestigt werden die Objektive (ein Tele und ein Weitwinkelvorsatz sind noch im Zeiss-Angebot – neben verschiedenen bereits erhältlichen Ex-Lens Objektiven) per Gewinde an einem Halter, der über das Smartphone gesteckt wird.

 

 

Zumindest „auf dem Papier“ macht das Exo-System einen stabilen Eindruck. Die Zeiss-Optiken versprechen auch keine schlechte Wahl zu sein. Zumindest verspricht Zeiss,  neben einer über das ganze Bildfeld exzellenten Abbildungsleistung, auch eine nicht wahrnehmbare Verzerrung und chromatische Aberration.

In der Hand hatte ich noch nichts von alledem, angekündigt sind die Zeiss Objektive für Ende des 2. Quartals 2016. Auch über die Preis ist mir noch nichts bekannt.
Ich werde berichten…

Neues von der Messe – Teil 3

von Christian Danzl

Vor der Messe ist nach der Messe. Hier ein paar Eindrücke aus New York. Das Wetter war diesmal sehr angenehm, bis 15° und meist sonnig.

Neues von der Messe – Teil 2

von Christian Danzl

Zwei weitere interessante Dinge sind mir auf dem GNYDM noch aufgefallen.

Zum einen ein Behandlungs-Klappstuhl. Ein durchaus stabil aussehender Behandlungsstuhl für den Patienten aus Alu-Profil mit integriertem Schwebetray und – mehr oder weniger eleganter – Op-Leuchte.
Mit einem mobilen Behandlungscart und einer mobilen Absaugung kann schnell mal eine Behandlungseinheit improvisiert werden. Interessant für Hausbesuche, daheim, in Krankenhäusern, in Senioren- und Behindertenheimen.

 

 

Zum anderen ein Matrizensystem von Walser-Dental aus Radolfzell (nein, auf der IDS bin ich nicht drauf gestossen). Ein automatisches System mit vielen verschiedenen Matrizen (ganzer Zahn oder Approximalbereich), die sich mit Federwirkung von selbst an den/die Zahn/e anpassen.
Nach Angaben am Messestand, sind die Matrizen ca. 50 bis 100 mal verwendbar. Ob ein akzeptabler Approximalkontakt erzielt werden kann, weiss ich nicht.

 

Set mit Matrizen für verschiedenste Aufgaben

 

Anwendungsvideos hier.

 

Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

2015 Fallvorstellung 1

von Ostidald Wucker

Das Jahr 2015 geht dem Ende entgegen und es ist an der Zeit die Fälle des Jahres 2015 noch einmal vorüberziehen zu lassen. Manche Fälle werfen Fragen auf, die nicht einfach zu klären sind, obwohl auf den ersten Blick alles gut aussieht.

Beginnen möchte ich mit dem Fall eines unteren Prämolaren.
Die Hauszahnärztin hatte mir ein Röntgenbild zugesandt und sofort wurde mein Interesse geweckt. Einen dreiwurzeligen unteren Prämolaren sieht man nicht so oft und wenn, dann meistens im Stadium der völligen Unversehrtheit. Dieser nun war bereits anbehandelt und sollte revidiert werden.
Der Patient hatte akute Beschwerden. Nachdem wir ihm in der ersten Sitzung schmerzfrei behandelt hatten haben wir in einem Beratungsgespräch auf entstehende Kosten und Folgen, sowie Alternativen der Behandlung hingewiesen. Nach einer längeren Bedenkzeit wurde die Behandlung durchgeführt.

In der ersten Behandlung stellten wir die Aufzweigung des Hauptkanals im apikalen Drittel dar. Ziel war den möglichst geradlinigen Zugang zu jedem Kanal zu gewährleisten. Der distolinguale Kanal war bereits anbehandelt. nach der Sondierung mit einer #10 K Feile haben wir die apikalen Kanäle mit der Profile 15.04 rotierend, pickend aufbereitet. Nach der Erweiterung bis #25 erfolgte der Einsatz der SAF 1.5.
In der Masterpointaufnahme fiel mir der nicht zentral gelegene Kanalverlauf mesiobukkal auf. Ein nochmaliges Sondieren brachte keine Hinweise auf einen anderen Kanalverlauf.

Im abschließenden Röntgenbild ist eine unbehandelte Struktur zu vermuten. Diese habe ich rot auf dem Röntgenbild gekennzeichnet.

Warum wurde diese Struktur nicht aufbereitet, bzw. gefunden?
Hat ein zu forcierte Einsatz der Profile 15.04 zu einer Kanaltransportation oder statt der Aufbereitung des Hauptkanals zu Aufbereitung eines Seitenkanals geführt?
Wie wäre das zu vermeiden?
Vielleicht mit der bereits hier erwähnten Technik des Sondierens mit einer an der Spitze vorgebogenen Profile 15.04 (nicht rotierend), bzw. bei verblockten Kanälen
mit der Technik von Cliff Ruddle durch pickende Bewegungen ohne Rotation mit eine #8/#10er C-Pilot-Feile, ebenfalls leicht vorgebogen.

Das DVT lässt den Schluss zu, daß der Kanalverlauf richtig eruiert wurde. Allerdings könnte es noch unbehandelte Kanalanteile geben (blaue Pfeile), oder zeichnet sich das parodontale Ligament ab (roter Pfeil).
Wie ist Ihre Meinung?

Leider liegen uns keine weiteren Recallaufnahmen vor, da der Patient alle Aufforderungen zum Recall ignorierte und uns nur mitteilte, daß alles wunderbar sei.

Neues von der Messe – Teil 1

von Christian Danzl

 

 

 

 

 

 

Vom 27. November bis zum 2. Dezember fand wieder das GNYDM, Greater New York Dental Meeting statt.
Im Grunde eine Dentalmesse, wie jede andere auch, aber es gibt dort Dinge, die in Europa nicht – oder nur sehr schwer – zu bekommen sind. Ob man sie jedoch braucht, ist eine andere Frage.

Diesmal war der asiatische Markt (oft mit „Wühltisch“ zum günstigen Direkktauf) sehr stark vertreten, auch der Trend zum DVT/3D-Röntgen war nicht zu übersehen. Sehr viele Hersteller haben ihre neuen DVTs präsentiert.
Was allerdings auffällig war, dass die Diskussion über den Zusatznutzen nicht so übereifrig diskutiert wird, wie bei uns in Deutschland, wo zwar fast jeder wegen Knieschmerzen sofort ins CT kommt, aber …..Egal, das ist nicht das Thema hier.

Bahnbrechende Neuerungen habe ich auf der Messe nicht gesehen. Hier einige interessante Sachen:
Meta Biomed hat einen All-in-one Endo-Motor vorgestellt (Aufbereitung mit simultaner Längenmessung, Ultraschall und Warmabfüllsystem) vorgestellt – ähnlich dem Schlumbohm EndoPilot.  Ob er in Deutschland erhältlich sein wird, weiss ich nicht.

 

Sheer-Vision hat mit der Firefly ein kabelloses Lupenbrillenlicht präsentiert, es ist eine „kleine Taschenlampe“, ca. 5 cm lang, die auf einem Halter auf der Lupe eingeklickt wird und durch Drehen der Lampe im Halter aktiviert wird. Wenn der Akku leer ist wird jeweils die ganze Lampeneinheit gewechselt.

 

Und mein „Favorit“, die iBrush 360, eine vollrotierende Zahnbürste. Hat mich eher an eine Schmutzmaschine aus dem Hotel erinnert ;-)

Ach ja, und genau wie bei uns, die meisten Besucher waren immer dort, wo es gratis Zahnbürsten und Prophylaxebedarf gab.

Kabelhalter

von Christian Danzl

Mit meinem EndoPiloten bin ich sehr zufrieden. Er funktioniert. Und er wird vom Hersteller immer wieder erweitert und verbessert. Aber ein „Problem“ hat mich immer gestört.
Wohin mit dem  Kabel der elektrischen Längenmessung, wenn man nach der Aufbereitung zum Röntgen geht.

Es gibt zwar einen Platz, wo das Kabel eigehängt wird, es machbare keinen Spass, wenn dort die benutzte Schleimhautelektrode herumhängt.

Lösung fand ich im Haushaltswarenbedarf.
Ich habe einen Kabelhalter für Bügeleisen am Cart befestigt. Hier lässt sich das Kabel problemlos einhängen und es stört nicht mehr.

Lateraler Kanal

von Ostidald Wucker

Einen gefüllten lateralen Kanal im Röntgenbild zu sehen, führt in der Regel zu einem Lächeln auf dem Gesicht des Behandlers, denn dies ist in der Regel ein Zeichen einer gut gelungenen Aufbereitung und Desinfektion des Kanalsystems.

Auf der 2. Gemeinschaftstagung der DGZ und der DGET hat mich der Beitrag „Apikale Wurzelkanaltopografie zum Anfassen“ von Holm Reuver besonders fasziniert. Zum einen die unglaublich schönen Bilder, zum anderen die Schlussfolgerungen aus den Erkenntnissen für die Therapie. Deshalb an dieser Stelle ein Danke für diese m inspirierende Präsentation.
10 hintereinander extrahierte Zähne wurden im Röntgenbild und im transparenten Präparat vorgestellt. Dabei waren mehrere Frontzähne. Jeder dieser im Röntgen absolut einfach erscheinenden Frontzähne hatte eine spezielle Wurzelkanalanatomie.
Holm Reuver hat empfohlen mit einer vorgebogenen Profile 15.04 die apikale Anatomie nach einer Aufbereitung bis zum mittleren Wurzelkanaldrittel zu sondieren. Durch das vorsichtige zirkumferente Sondieren von Hand ist die Möglichkeit gegeben größere Verzweigungen zu sondieren und aufzubereiten ohne diese vorher zu verblocken.

In einem Fall aus unserer Praxis war die laterale Anatomie bei einem Frontzahn bekannt und nicht unbedingt apikal gelegen. Unser Problem, wie kann ich diese Kanalstruktur gezielt finden, aufbereiten und füllen.
Wir werden dazu demnächst berichten.

Hier vorab die Ausgangssituation.
Anamnese/Befund: 41 jährige Patientin ohne allg. med. Erkrankungen. Keine Erinnerung an Trauma oder Unfall. Erhöhte Sondierungstiefen bis 3-4mm im Sinne einer Gingivitis. Sekundärkaries 21 mesial. Überstehende Füllungsränder 11, 22, 21. Lockerungsgrad 21 =0. Perkussion horizontal = 0. Laterale Perkussion leicht schmerzhaft. Palpationsschmerz in der Region der Fistel.

 

 

 

Neuer Endo-Access-Bohrer

von Christian Danzl

Komet hat ein neues rotierendes Instrument zum Anlegen der Zugangskavität vorgestellt.
Nach Vorbild des Batt-Bohrers mit nicht schneidender Spitze, jedoch ist der Arbeitsbereich nicht diamantiert, sondern als verzahnte Hartmetallfräse ausgeführt.

Dies verspricht höhere Leistung und Laufruhe beim Abtrag von metallischen Versorgungen und Zahnhartsubstanz.

 

Odontopaste

von Olaf Löffler

Auf der 2. Gemeinschaftstagung der DGZ und der DGET stellte  Prof. Dr. Gabriel Krastl/Würzburg in einem sehr eindrucksvollen Vortrag „Diagnostik und Therapie infektionsbedingter Resorptionen“ eine echte Ledermix Alternative aus Australien vor.
Ein Danke an dieser Stelle nach Würzburg.

Für mich einer der wichtigen klinischen Hinweise dieser Tagung.

Odontopaste heißt die Alternative. Es wird statt Tetracyclin, Glindamycin verwendet und Triamcinolonacetonid – einen entzündungshemmenden Wirkstoff auf Steroid-Basis. Es ist wasserlöslich und daher wahrscheinlich einfach zu entfernen.

Odontopaste ist bei Henry Schein zu bestellen.

 

Kronenersatz

von Maximilian Weber

Das glücklicherweise kleine Trauma (zurückprallendes Holzscheit) führte zu einer Fraktur der Keramikverblendung am Brückenglied des Zahnes 12.
Eine komplette Neuanfertigung des Zahnersatzes (8-gliedrige Brücke plus Modellguss) war dem Patienten zu teuer, aber es sollte doch wieder so aussehen wie vorher.
Einzige sinnvolle Möglichkeit, neben einem Kunststoffaufbau, war eine Krone über Krone (hier besser Krone über Brückenglied).
Die Verblendung wurde mit Rotringdiamanten auf ein Mindestmass reduziert, Ziel war es eine dünne Schicht Keramik über dem Opaker stehen zu lassen, um
– optisch durchscheinendes Metall nicht abdecken zu müssen, und
– an der Keramik einen besseren Haftverbund erreichen zu können, als am Metall.

Der Zahntechniker hat ein „Käppchen“ aus Zirkonoxidkeramik gefertigt und verblendet, innen wurden makromechanische Retentionsrillenen gefräst.

Käppchen und der „Stumpf“ wurden sandgestrahlt, und das Käppchen mit RelyX eingesetzt.

Wir werden sehen, ob es hält.
Ähnliche Versorgungen, allerdings Metallkäppchen mit Keramikverblendung, haben wir schon öfters gemacht, die hielten bis jetzt alle.
Optisch waren sie aber leider immer kompromissbehaftet.

Makrofotos in der Praxis

von Christian Danzl

Hin und wieder sind in Praxis Makroaufnahmen zu machen. Wenn es um kleine Dinge geht, Objektgröße um 1 cm, nutze ich meist die Kamera am Dental-Mikroskop. Aber das ist nicht immer da, wo ich es gerade brauche.
Eine Alternative zu SLR-Kameras mit Makroobjektiv oder makrofähige Kompaktkameras bietet das iPhone – wenn man es mit Vorsatzlinsen ausstattet.

Manfrotto bietet das KLYP+ – System an. Für iPhone 4/4S/5/5S/6/6Plus.

Es besteht aus einer Telefonhülle aus Hartplastik (leider nicht hosentaschentauglich, es eignet sich nicht als Standardhülle), verschiedenen Vorsatzlinsen, einem LED-Licht und einer Stativhalterung. Die Linsen werden per Gewinde vor die iPhonekamera geschraubt, Licht und Stativhalterung werden auf die Hülle aufgeschoben.

Die Makrolinse gibt es in einem Kit mit einem leichten Televorsatz (1,5x).

Das Makro ist zweigeteilt Eigentlich ein Weitwinkel, bei dem man eine Linse abschrauben kann. Der Focus liegt ca. 2 cm vor der Linse. Die Bilder sind erstaunlich scharf, zumindest im mittleren Bereich, die Randbereiche driften ins Unscharfe. Auch chromatische Aberrationen – wer hätte es gedacht – sind durchaus ein Thema.

Das System ist mit der Makrolinse durchaus für einfache Bilder geeignet, um z.B. dem Techniker auf dem Modell etwas zu zeigen, leider ist die intraorale Anwendung wegen des kurzen Arbeitsabstandes von 2 cm und wenig Schärfentiefe (um die 2mm) auf Frontzähne limitiert. Natürlich ist auch bei diesem Arbeitsabstand die Beleuchtung des Objektes manchmal  ein Problem.

Orthograde Entfernung eines retrograden Silberstiftes mit dem Fragremover

von Basel Merci Neuwer

Ein während der endodontischen Behandlung des Zahnes 21 angefertigtes DVT zeigte als Zufallsbefund eine große apikale Aufhellung an Zahn 11 mit konsekutivem Therapiebedarf.

Zahn 11 mit  Status post resectionem zeigte im Röntgenbild einem massiven, konfektionierten Metall- und einem Silberstift für den retrograden Verschluss.

Bruchfläche des Goldstiftes

Nach Abwägung der Chancen und Risiken wurde die Indikation zum Zahnerhalt durch orthograde Revision gestellt.

Die Entfernung des aus einer Goldlegierung bestehenden Stiftes gestaltete sich schwierig. Das relativ weiche Material absorbierte vermutlich einen Großteil der Ultraschallschwingungen. Die Zementfuge ließ sich auf diese Weise nicht aufbrechen. Dafür zeigte der Stift Wirkung in dem er im mittleren Drittel brach.

Für eine erfolgreiche Entfernung musste der Stift nun bis ins untere Drittel freipräpariert werden.

Schlinge über freigelegtem Silberstift

Nachfolgend wurde der retrograde Silberstift im koronalen Anteil mit Ultraschall freigelegt. Auf eine vollständige Freistellung wurde verzichtet, da zu befürchten stand, dass der gelockerte Stift in den Periapikalbereich entschwindet.

Mit der Drahtschlinge des Fragremovers konnte der Silberstift im freigelegten Anteil sicher gefasst, durch Rüttelbewegungen gelockert und letztendlich entfernt werden.

Aus meiner Sicht hätte keine andere Technik so vorhersagbar und schnell die orthograde Entfernung des Silberstiftes leisten können. Nach abgeschlossener Desinfektion wurde der Neoapex  auf ca. 3 mm Länge mit MTA verschlossen. Auf die Guttapercha-Trennschicht folgte ein adhäsiver Aufbau mit GF-Stift, Befestigungs-Composite und Composite-Flow.

Ich hoffe, dass die DVT-Nachkontrolle in 12 Monaten den Zahn 11 in situ mit Heilungstendenz zeigt und der Patientin eine weitere chirurgische Intervention erspart bleibt.

 

 

Fistel mit unklarer Ursache – 2D versus 3D

von Ostidald Wucker

Der Patient stellte sich bei uns mit einer Fistel in der Regio 25/26 vor. Die Zähne 24 und 25 wurden bereits vorher endodontisch behandelt. Die Fistel blieb unverändert. Daraufhin wurde 25 erneut revidiert und mit einer CaOH Einlage versehen. Die Fistel blieb unverändert. Nun erhoffte sich der Patient Hilfe von uns.

Der Befund: 24,25,26 Lockerungsgrad 0, keine erhöhten Sondierungstiefen, Kronenversorgung an den Zähnen 24 und 26. Insuffiziente Füllung am Zahn 25 mit fehlendem Kontaktpunkt zum Zahn 26. Gingivitis acuta.
Sensibilität 26 positiv fraglich (buccal negativ, palatinal positiv), 24, 25 negativ.

Wir fertigten einen Zahnfilm von 25, 26 an und anschließend ein DVT der Region 24-26.
Im DVT war eine weichteildichte, hypodense, zum Knochen abgegrenzte ca. 4x2x3mm große Struktur an der mesialen Wurzel (approximal zum Zahn 25) im oberen Wurzeldrittel erkennbar. Es zeigte sich der Verdacht eines lateralen Kanals zu dieser dargestellten Osteolyse in Form einer lateral gelegenen P. apicalis. Differentialdiagnostisch kommt eine Längsfraktur in Frage.
Der Patient wünschte die Behandlungsfortführung am Zahn 25 und Abklären der Ursache der Fistel Regio 25/26.

Unsere Therapie bestand in der endodontischen Behandlung und koronalen Rekonstruktion des Zahnes 25, sowie die Abklärung der Ursache der Fistel durch den Zahn 26.
In der Behandlung des Zahnes 26 zeigte sich eine Pulpanekrose mesiobukkal. Palatinal und distal wiesen eine Restsensibilität mit einer pulpalen Blutung im Sinne einer Pulpitis auf. Der vermutete laterale Kanal zeigte sich klinisch als Wurzellängsfraktur.
Der Patient wurde über die unsichere Prognose beraten und entschied sich für die Extraktion des Zahnes 26.

Anbei die Bilder und Röntgenbilder zum geschilderten Fall.

 

 

Kleiner Stein – große Wirkung

von Bodald Necker

Der Patient gab an, dass sich unter der Zunge hin und wieder was entzünde. Es wäre dann dick und sehr unangenehm, man könne es kaum berühren und dann verginge es wieder. Er hätte es öfters mal.

Klang verdächtig nach Speichelstein.

Es war aber nichts zu sehen. Bei Ausführungsgänge der Sublingualdrüse waren frei und Speichel trat aus.

Aber nicht dauernd.

Hin und wieder sah man nur Speichel aus dem linken Ausführungsgang kommen, und wenn man genau hinsah, sah man, dass sich eine kleine Kugel vor das rechte Lumen legte und dicht machte. Mit der Sonde konnte man die Kugel wieder wegschieben, auch mit dem Luftbläser kurz Luft drauf gegeben, war sie sofort wieder verschwunden – und kam dann wieder – und verschwand wieder – und kam wieder.

Die Kugel war vom Durchmesser ungefähr Doppel so groß, wie die Öffnung des Ausführungsganges.

Also kurz eingespritzt  in der Nähe des Ausganges und mit zwei Pinzette die Kugel rausgedrückt – denkste.
Die wollte nicht. Der Ausführungsgang machte nicht weiter auf.

Also kleines Skalpell und das Lumen minimal vergrößert. Da lag er dann, der Speichelstein, in seiner vollen Größe. Fast 1 mm Durchmesser.

Die größte Herausforderung war, ihn aus der Mundhöhle heraus, sicher auf das Tray zu bringen.

Und wenn man ihn genau ansieht, dann sieht man, dass er – wer hätte es gedacht – von der Kugelform weit entfernt ist ;-)

Polymerisationslampe aus China – billig, preiswert oder inakzeptabel? – Follow Up 8 Monate

von Noel Shabraq

„Das Teil vorne hält nicht mehr richtig.“ war die Aussage der Helferin auf die Nachfrage wo die Chinalampe sei.
Hier habe ich vor ca. 8 Monaten die Polymerisationslampelampe aus Fernost beschrieben.

Nach 8 Monaten hatte sich der Lichtleiter aus seiner Halterung gelöst. Anscheinend war der Kleber, mit dem das Glasfaserbündel in die Metallhalterung eingeklebt war, dem Desinfektionsmittel über längere Zeit nicht gewachsen.
So wie es aussieht, war aber auch nie viel Kleber vorhanden.

Es wird sich reparieren lassen.

Das war bis jetzt das einzige Problem mit der Lampe.

Endoskop in der Endodontie

von Christian Danzl

Letzte Woche flatterte mir ein Prospekt der Karl Strotz GmbH in die Praxis:

Endoskopisch-unterstütze nicht-chirurgische endodontische Therapie

Ein Endoskop für die Endodontie

So richtig schlau geworden aus dem Prospekt bin ich leider nicht. Auf den 8 Seiten sind eine Abbildung der Miniatur-Geradeausblick-Optik 0° mit egwinkeltem Handstück und abgesetztem Okular, zwei Abbildungen einer Zugangskavität, neun intrakanaläre Bilder, die Abbildung eines Kamerakopfes und zwei Bilder des Telepack X.

So im großen und ganzen weiss ich ungefähr, wie so ein Endoskop funktioniert, man hat ja beim HNO-Kollegen schon mal eines gesehen, schlau werde ich aus den Abbildungen im Prospekt trotzdem nicht, es kommt nicht raus, was man für das System, um es nutzen zu können, alles braucht. Es ist keine komplette Abbildung eines einsatzfähigen Systems vorhanden.
Und die Bilder aus dem Inneren des Kanallumens überzeugen definitiv nicht. Es sind kleine unscharfe und kontrastarme Bilder, die apikale Foramina erahnen lassen.

Was man erfährt, ist, dass die Optik einen halben Millimeter Durchmesser hat, und das Arbeitsende 2 cm lang ist. Ob dieses Arbeitende flexibel ist, und es im Kanal – sollte er soweit aufbereitet sein – um eine Krümmung herumkommt, steht nicht drin, aber ich gehe davon aus, dass es starr ist.

Also der Informationsgehalt des Prospektes und die darin gezeigten intra-OP Bilder sind für mich nicht von überzeugender Qualität.
Egal.
Es ist der Prospekt das mir nicht gefällt, nicht das Gerät.
Gehen wir also davon aus, dass das Gerät eine gute optisch Leistung besitzt, einfach in der Handhabung ist und das hält, was wir uns davon versprechen.

Was bringt uns dann ein Endoskop in der Endodontie?

Ich würde sagen, das, was wir uns in der Endodontie immer wünschen:

Sicht.

Ohne Sicht ist die Endo immer Blindflug.

Momentan stehen uns im optischen Bereich Lupenbrillen und Mikroskope zur Verfügung. Und hier ist das Thema immer Vergrößerung und Licht, um das zu sehen, was wir sehen wollen.
Und besonders mit modernen, starken Lichtquellen und einem guten Mikroskop sehen wir gut.
Allerdings nur bis zur ersten Krümmung im Kanal. Dann sind wir wieder im Blindflug.

Was uns noch zur Verfügung steht sind bildgebende Verfahren, wie  Röntgen – OK, das hatten wir schon immer, und es war uns auch immer zu wenig, ein 3-dimensionales Objekt nur 2-dimensional dargestellt zu haben. In letzter Zeit hat sich die 3-D Bildgebung mit deinem DVT so verfeinert, dass sie für die Endodontie nutzbar ist – sofern man ein Gerät mit geeigneter Auflösung hat.
Ein DVT zeigt uns aber auch nur ein mehr oder weniger abstraktes Bild am Bildschirm von dem, was uns im Zahn erwarten wird. Und zwar zu dem Zeitpunkt, zu dem die Aufnahme gemacht wurde. Sobald sie die Situation ändert, hätte man u.U. auch gerne wieder eine neues Volumen, um eine neue Situation beurteilen zu können. Da kann es schwierig sein, dies nach dem ALARA-Prinzip zu rechtfertigen.

Mit dem Endoskop könnte man also jederzeit – sofern der Zugang groß genug ist – um Krümmungen herum sehen, uns somit:

  • Isthmen und Kanalteilungen sehen
  • Seitenkanäle identifizieren
  • mehrere Foramina erkennen
  • iatrogene Stufen finden und somit leichter umgehen
  • die Lage von frakturierten Instrumenten erkennen und die Möglichkeit deren Entfernung einschätzen, z.B. mit dem Fragremover
  • bei der Revision noch vorhandene Fremdmaterialien erkennen

und das ganze natürlich jederzeit wieder (solange das Wurzelkanalsystem frei ist), ohne den Patienten einer ionisierenden Strahlung aussetzen zu müssen.

Jedoch sehe ich auch etliche Nachteile:

  • wenn der Wurzelkanal nicht leer, bzw. nicht frei von Pulpa oder Debris ist, wird man nichts sehen – ganz im Gegensatz zum DVT
  • sobald das OP-Mikroskop eingestellt ist, hat man ein stabiles Bild und man hat neben der Hand mit dem Spiegel, noch eine Hand frei zum Arbeiten – beim Endoskop heisst es (momentan): Schauen, oder arbeiten.
    Momentan deshalb, weil ich mir vorstellen kann, das Okularteil z.B. am Mikroskop zu befestigen, um wieder eine Hand zum Arbeiten frei zu haben – oder man schaut über den Monitor (was aber beim Mikroskop – sollte man einen angeschlossen haben – definitiv auch keinen Spass macht)
  • sollte man jetzt eine Hand frei haben, wir immer noch die Optik des Endoskopes mit dem Arbeitsgerät (Feile, Sonde et.) um den Platz im Zahn konkurrieren.
  • es ist noch ein Gerät mehr, mit dem das Endozimmer vollgestellt ist, das gereinigt werden muss, das sehr empfindlich ist (ich kann mir nicht vorstellen, dass die Optik viele Stürze verträgt).

Ein „must-have“?

Kann ich so vom Prospekt aus nicht beurteilen.
Dazu müsste man das Gerät mal ein paar Wochen testen.

Kann es ein Mikroskop oder ein DVT ersetzten?
Meiner Meinung nach nicht, denn

  • das Mikroskop erlaubt sehen und arbeiten gleichzeitig
  • das DVT erlaubt den Blick in den Zahn, ohne ihn trepaniert zu haben, somit kann schon vor der Behandlung eine Prognose über die Erhaltungsfähigkeit abgegeben werden

Ich sehe es als „weiteren Pfeil im Köcher“.
Wie groß der Nutzen ist, vermag ich – ohne eine längere Testphase damit – nicht beurteilen.

Bleibt nur noch die Frage nach dem Preis.

Auch die kann ich nicht beantworten, da keine Preisliste dabei war.
Aber ich gehe davon aus, dass der Preis für ein vernünftig einsetzbares System in einem Bereich liegt, der uns wieder sehr stark über die Vergütung der Endodontie in Deutschland zweifeln lässt….

Neues von der Messe 10/2015

von Christian Danzl

Letzten Samstag fand in München die Messe, die früher mal Fachdental hieß, statt. Nach id Süd heisst sie jetzt infotage dental. Egal, wie die Messe genannt wird, es gibt immer wieder die eine oder andere Neuerung.

Für mich interessant waren zwei Dinge (was aber nicht heissen soll, dass es sonst keine interessanten Neuerungen gab).

Coltene hat eine neue „Tankstelle“ für die eigenen Spülflüssigkeiten (EDTA 17%, CHX 2%, NaOCl 3% und 6 %). Für die neuen eckigen Flaschen gibt es Halter für Wand und Tisch.
Einbandbedienung ohne zu tropfen, und auch wenn die Flasche mal umfallen sollte, hält das Zapfventil dicht.

Bei Schlumbohm wurde der Endpilot wieder erweitert. An der Peristaltikpumpe gibt es einen neuen Steckplatz für das SAF-Handstück, so dass für den Betrieb der SAF nun nicht mehr umgesteckt werden muss.

Neuer Steckplatz an der Pumpe

Das My Sequence – Menu wurde so programmiert, dass nicht nur das Endo-Winkelstück, sondern auch das SAF-Winkelsück und die Pumpe in einer Sequenz angewählt werden  können. Somit kann mit dem Funkfussanlasser die Sequenz durchgeschaltet werden, ohne das Menu verlassen zu müssen.

Menubeispiel

Dir Peristaltikpumpe zieht momentan die Spülflüssigkeiten – unter anderem – aus kleinen Plastikflaschen mit Luer-Lock Anschluss (wie z.B. von lege artis), vielleicht gibt es ja in Zukunft noch die Möglichkeit die neuen Coltene-Tankstelle direkt anzuschliessen.

ÖGE-Jahrstagung in Salzburg

von Christian Danzl

letztes Wochenende fand die 5. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Endodontie in Salzburg im Parkhotel Castellani statt.

Am Freitag standen die Referenten DDr. Martin Kovac, Dr. Matthias Holly, Dr. Peter Brandstätter, Dr. Karl Schwaninger, Dr. Andrea Albert-Kiszely, Dr. Johannes Klimscha, und Univ.Prof. DDr. Christof Pertl auf dem Programm.

Der Samstag stand ganz im Zeichen von Cliff Ruddle, Santa Barbara.
Vormittags referierte er über verschiedene Themen der Endodontie mit Hauptaugenmerk auf die Zugangspräparation der Orifizien und die Etablierung eines Gleitpfades.
Nachmittags konnte in einem Workshop das Erlernte praktisch umgesetzt werden.

Erwähnenswert ist auch noch, dass die ÖGE auch ein Ende-Curriculum anbieten wird. Auf der Referentenliste stehen namhafte österreichische und deutsche Kollegen. Genaues zu den einzelnen Modulen und Kosten war noch nicht bekannt, nur, dass es im Herbst/Winter 2016 losgehen wird.

Off Topic – Internationaler Edelweiß Bergpreis Roßfeld Berchtesgaden

von Christian Danzl

Ich weiss, der heutige Beitrag ist seeeeeehr weit von der Wurzelkanalbehandlung entfernt, auch von der Zahnmedizin.
Auch wurde ich bei einem off-topic Thema schon darauf hingewiesen, dass Bilder vom Privatvergnügen hier fehl am Platz sind.
Dann sehe ich die Bilder diesmal als Beitrag zur work-life-balance.

Vergangenes Wochenende fand in Berchtesgaden – wie jedes letzte Septemberwochenende – auf der Rossfeld Panoramastrasse der Internationale Edelweiß Bergpreis statt.

Hier ein paar Eindrücke.

Kombinierte Paro/Endo-Läsion

von Ostidald Wucker

Der Fall hat uns ziemlich Kopfzerbrechen bereitet. Der Hauszahnarzt überwies den Patienten mit akuten Schmerzen. Eine Brückenversorgung von 14-nach 17 und 13-11 war bereits seit längerer Zeit inseriert. Der Zahn 14 zeigte vestibulär eine Fistel. 13 war stark perkussionsempfindlich. Laterale Perkussion erzeugte bei beiden Zähnen dezente Beschwerden. Per Patient konnte nicht mehr beschwerdefrei kauen und abbeißen.
Beide Zähne waren endodontisch anbehandelt.
Die Sondierungstiefen an 13 waren nicht erhöht.
14 zeigte distal Sondierungstiefen von 10mm. Es entleerte sich ein eitriges Exsudat beim Sondieren. Lockerungsgrade waren nicht bestimmbar.

Der Patient wollte die Brückenkonstruktion unbedingt erhalten. Er befindet sich noch in einer Rehabilitation nach einem Schlaganfall. Dies war auch im Sinne des Hauszahnarztes. Unter langfristigen Aspekten ist der Erhalt der Brückenversorgung kritisch zu sehen und eher als Langzeitprovisorium einzustufen.

Zur Behandlung selbst. Nach der ersten endodontischen Behandlung verschwanden die akuten Beschwerden am Zahn 13. Die Fistel am Zahn 14 bestand weiter und aus der Taschen distal vom Zahn 14 kam weiterhin ein eitriges Exsudat.

Nach einer Woche entstanden Beschwerden am Zahn 14 in Form eines Parodontalabszesses. Therapeutisch erfolgte ein Scaling und Rootplaning unter Gabe des Winkelhoff-Cocktails.
Die Fistel hatte sich geschlossen und er Patient war vollkommen beschwerdefrei.
Die endodontische Behandlung von 14 und 13 wurde abgeschlossen und die Zugangskavitäten adhäsiv verschlossen.

Im abschließenden Behandlungsgespräch wurde dem Patienten nochmals die kritische Situation am Zahn 14 mit dem nicht beherrschbaren parodontalem Defekt in der Bifurcation dargelegt und die Situation als kritisch prognostiziert. Fistel und Exsudation waren zum Behandlungsabschluss verschwunden.

Anbei Röntgenbilder und einige klinische Bilder.

 

 

 

WARNUNG – gefälschte VDW Mtwo-Instrumente auf dem Markt

von Winfried Zeppenfeld

Wir haben kürzlich entdeckt, dass wir von einem großen deutschen Dentaldepot (Name des Depot wird nicht genannt, weder hier, noch auf private Anfrage) gefälschte Mtwo-Iinstrumente geliefert bekommen haben.

Die bei uns entdeckten Plagiate waren Instrumente mit 25 mm Länge, Größen 10/04, 25/06, 30/05 und
35/04.

 

Originalspitze ISO 25 unten und Plagiat oben: die Spitze des Plagiats ist viel zu dick und spatenförmig

Die breite Spitze des Plagiats 25/06 hat viel zu viel Biss, frisst sich leicht fest und hat dadurch eine erhöhte Gefahr von Instrumentenfrakturen und Stufenbildungen.

Die Durchmesser stimmen nicht! Im Bild steckt ein Original 10/04 rechts in dem Loch ISO 20 der Maillefer-Messlehre. Das Plagiat steckt links in dem Loch ISO 25. Trotzdem lässt sich das Original weiter hineinschieben als das Plagiat. Der Durchmesser des Plagiats ist also mehr als 5/100 mm zu dick.

falsche und verkleckerte Farbe und falsche Stopper bei 35/04

Die Stopper sind nicht auf beiden Seiten scharfkantig sondern auf einer Seite
etwas abgerundet und haben keine so glatte Oberfläche wie die Originale. Die Schleiftiefe bei den Fälschungen ist deutlich geringer und die Spanräume entsprechend auch.

Zeitnahme – Teil 3

von Christian Danzl

Hier und hier habe ich schon die ersten Erfahrungen mit der Stechuhr in der Praxis beschrieben.

Aktuell läuft (noch) das Gerät Terminal C2 Fingerprint von Chipdrive, das
Terminal C2 Fingerprint.

Nach ein paar Wochen, die das Gerät installiert ist, kann man folgendes sagen:

  • Fingerabduckscanner funktioniert so gut wie nicht
  • die mitgelieferten 5 RFID – Chips funktionieren nicht
  • nachgekaufte Chips funktionieren meistens, aber auch nicht immer

Da ich die Installation und die Programmierung der Chips nicht selber vornehme/vorgenommen habe, hält sich mein Ärger in Grenzen, da ich persönlich nicht soviel Zeit investiert habe, aber bei unserer Hard/Software-Firma, die uns betreut, ist mittlerweile durchaus ein gewisser Unmut vernehmbar.

Kurz: Bei den nächsten Problemen fliegt das Teil raus.

Cliff Ruddle / ÖEG

von Christian Danzl

Wer ihn noch nicht gesehen hat, oder nochmal sehen will, Cliff Ruddle kommt im Rahmen seiner European Lecture Tour nach Österreich.

Cliff Ruddle spricht am Samstag, den 03. Oktober 2015 während der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Endodontie, ÖGE,  in Salzburg.
Vormittags ein Vortrag über „Creating Endodontie Excellence“, nachmittags ein hands-on Kurs über Kanalpräparation.

 

 

Beyond Endo 3

von Wolfgang Saler

Kronenversorgung auf Einzelzahnimplantaten waren bei uns eigentlich immer zementiert.
Hauptsächlich aus ästhetischer Sicht. Denn wenn der Schraubenkanal mit Komposit zugedeckt ist, entstehen nach einiger Zeit immer dunkle Ränder am Klebespalt.
Erster Versuch hier Abhilfe zu schaffen:
Der Techniker zieht die Verblendkeramik bis in den Schraubenkanal hinein. Anschliessend wird die Keramik innen im Kanal mit Flusssäure geätzt.
Nach dem festen Verschrauben wird die Keramik mit Phosphorsäure gereinigt, silanisiert, gebondet und mit Komposit verklebt. Abdeckung der Schraube vorher mit Teflonband.

Wir werden sehen, ob die Klebefuge auch wieder dunkle Ränder kriegt. Ich werde berichten.

Beyond Endo 2

von Wolfgang Saler

Letztes mal hatte ich einen UK-Fall vorgestellt, diesmal ist es ein Oberkiefer. Und auch keine Neuversorgung, sondern 8 Jahre alt.

Konstruktion seinerzeit auf 6 Teleskopen. Diese Konstruktion ist deutlich teurer als die vor zwei Wochen hier vorgestellte Konstruktion, da die Aufbauten und Teleskope aus Gold dazu kommen.
Ich weiss, Teleskope kann man auch ohne Gold machen oder auf andere „Schnappartismen“ ausweichen, aber die technische Konstruktion funktioniert. Langfristig.
Nachteil dieser Lösung ist, dass die Implantate im 6-er Bereich eher zu Knochenabau neigen sollen, weshalb wir diese Lösung auch nicht mehr anbieten.

Die Patientin kommt regelmäßig zur Kontrolle und auch der Chirurg kontrolliert „seine“ Implantate einmal jährlich, bis jetzt ist kein vermehrter Knochenabbau an den distalen Implantaten zu vermerken. Wir hoffen, dass es noch lange so bleibt.

Die Teleskope sind theoretisch leichter sauber zu halten, als die vor zwei Wochen vorgestellten Stege.
Theoretisch. Praktisch eigentlich auch.
In der Praxis sieht es aber wieder ganz anders aus.
Die Implantate werden meist mehr schlecht als recht sauber gehalten, trotz regelmäßiger Aufklärung und Hinweis auf den erhöhten Pflegebedarf der Implantate.

Es verwundert mich auch nicht groß, denn wer mit 60 Jahren schon (mindestens) einen zahnlosen Kiefer vorweisen kann, hat es mit der Zahnpflege noch nie übertrieben.
Und der wird es auch in Zukunft nicht tun, auch, wenn man den Gegenwert eines Kleinwagens im Mund herum trägt.

 

Beyond Endo

von Wolfgang Saler

Die Patientin ist seit relativ kurzer Zeit auch im UK zahnlos. Während sich im OK noch genügend Kieferkamm befindet, ist im UK einfach zu wenig, um mit einer Totalprothese ein für sie befriedigendes Kauergebnis zu erzielen.
Also war eine Implantatlösung Mittel der Wahl.

Hier die von uns favorisierte Lösung, ein, wie ich finde, sehr guter Kompromiss in Bezug auf Preis und Leistung.

4 Implantate, versorgt mit 2 Stegen, einer je Seite, keine Verblockung über die Mitte, um der UK-Spange mehr Bewegungsfreiheit zu geben und die mediane Sutur der Mandibula nicht zu schienen.
Die Stege sind individuell gefräst und direkt auf den Austrittstulpen der Straumannimplantete verschraubt, also ohne Zwischenteil.
An jedem Steg sitzt jeweils mesial und distal ein Preci-Geschiebe.

Nach ein paar Jahren muss erfahrungsgemäss die eine oder andere gelbe Matrize ausgetauscht werden, Unterfütterung (im link die Variante für den OK) ist auch kein Problem.
Ansonsten ist diese Konstruktion wartungsfrei.

3D-Anatomie du jour – Update

Von Bonald Decker

Heute möchte ich Ihnen das 2D-Update dieser 3D-Anatomie du jour vorstellen.

Wie eigentlich nicht anders zu erwarten stellt sich der Zahn nach Wurzelkanalfüllung im Einzelzahn-Röntgenbild recht „unspektakulär“ dar.

post op Röntgenaufnahme

prä op vs. post op

Ich hoffe auf eine 3D-Nachuntersuchung in 6 (-12) Monaten, um besser beurteilen zu können, inwieweit wir der Anatomie und dem bakteriellen Problem gerecht werden konnten…

Zeitnahme – Teil 2

von Christian Danzl

Hier habe ich schon zum Thema Zeiterfassung geschrieben.
Habe nach einigen Recherchen den Auftrag an meinen Systemadministrator übergeben, mit der Bitte, sie sollen sich was einfallen lassen.

Fündig wurde er bei Chipdrive:
Terminal C2 Fingerprint

Ein ähnliches Gerät, wie ich bereits zum testen hatte (RW-16 2,4″ TFT):

Stand alone, zeichnet die Uhrzeiten im Gerät auf, ist über Netzwerk Rechner angeschlossen, die Daten sind bei Bedarf auf die Software übertragbar.
Fingerabdruckscanner.

Hörte sich gut an, also bestellt.

Nach dem Urlaub wieder in der Praxis war das Gerät betriebsbereit.
Also fast.

  1. Der qualitative Eindruck war sehr ähnlich dem RW-16 2,4″ TFT, also eher einfach.
  2. Der Installationsaufwand ist mit gut 6 Stunden auch in dem Bereich, den ich bei dem  RW-16 2,4″ TFT erwartet habe, und war für den IT-Mann ohne Hotline nicht zu schaffen.
  3. Die Bedienung/Zuordnung der MA über Fingerabdruck funktioniert so gut wie nicht, so dass RFID-Chips nachbestellt werden mussten (5 Stück waren dabei).
  4. Software macht vorerst einen gar nicht so schlechten Eindruck

Ich gehe davon aus (hoffe), dass sich der Preis des Gerätes über die Software rechtfertig.

Wir werden sehen, wie es läuft und werde berichten.

DAC universal – Teil 3

von Christian Danzl

Bilanz nach 1 1/2 Jahren (Teil 1 und Teil 2):

  1. Läuft. Problemlos. Immer noch.
  2. Spart Turbinenlager. Über den Daumen gepeilt haben wir 70-80% weniger Lagerschäden an den Übertragungsinstrumenten
  3. Kostet. Heftig.
    Die Jahres-Wartung wurde jetzt erst durchgeführt, da in unserer exponierten ländlichen Lage die Dentaldepots erst mal so weit sein müssen, eine Wartung und Validierung durchzuführen.
    Kostenpunkt Wartung mit anschließender Revalidierung incl. Fahrtkosten und Steuer:1.400,- €uro.Keine Freude.

    Klar, kann man sich das jetzt schönrechnen, weil man ja so viele Neulagerungen der Übertragungsinstrumente gespart hat.
    Geht leider nicht, weil wir uns mit der Ersparnis schon die Betriebskosten (Öl, Indikatoren, Arbeitszeit, usw.) schöngerechnet haben.

    Wir werden nach günstigeren Lösungen Ausschau halten…

 

Zirkonabutment 2

von Christian Danzl

Nachdem ich hier schon mal ein Zirkonabutment vorgestellt habe, hat sich etliches getan. Auch im Seitenzahnbereich. Nachdem unser Techniker die Zirkonabutments selber fräsen kann, werden sie deutlich preisgünstiger. Sie werden mit einem Titan-Normteil verklebt. Diese Kombination wird dann ganz normal verschraubt, die Krone darauf zementiert.

Vorteile:

  • Krone und Keramikteil des Abutments sind wie „aus einem Guß“, farblich, wie auch die Form
  • Klebe-/Zementfuge kann in den leicht zugänglichen Bereich gelegt werden, somit sehr gut Kontrolle beim Einsetzen und sehr einfache Zemententfernung
  • deutlich bessere Ästhetik als bei Massivsekundärteilen
  • nicht dramatisch teurer als SynOcta oder Massivsekundärteil

Beispiel Straumann (ich bitte, die suboptimale Qualität der Bilder zu entschuldigen):

IRS zum Zweiten

von Max Weber

Immer wieder bricht bei der Endo eine Feile ab. Nix Neues. Wenn möglich holen wir sie wieder raus.

Hier ein überwiesener Fall: „kannst Du mir nur die Feile rausholen?“

Sah aus als ginge es schneller. Der Kollege hatte eine C-Feile fast auf voller Länge im Kanal gelassen. Ein ca. 2-3 mm langes Stück stand noch über. Man konnte es mit der Pinzette fassen, aber nicht herausziehen. Also US-Spitze und um die Feile das Dentin abgetragen, das verdrillte Stück Feile ist schnell abgebrochen.

Auch durch weiteres Freilegen und „Schrauben“ mit dem US konnte die Feile nicht entfernt werden, da die Feile zu lange und zu dünn war, somit übertragen sich die Schwingungen nicht weit genug in die Feile, sondern werden vorher abgefangen.

Nachdem ca. 3 mm Dentin abgetragen waren, konnte das IRS-System von Maillefer mal wieder zum Einsatz kommen, nachdem es die letzten 10 Jahre in der Schublade zugebracht hatte. Kanüle darüber gestülpt, Dorn im Gegenuhrzeigersinn eingedreht, mit Gefühl weitergedreht und die Feile entfernt. Aber 30 min dauert es dann eben doch.

Saving hopeless teeth (36)

von Ostidald Wucker

Die Patientin wollte unseren Rat im Notdienst. Ihre 2 Monate alte Krone war herausgefallen. Zudem hatte sie so eine Verdickung neben der Zunge gespürt.

Ihre Befürchtungen wurden durch unsere Diagnose bestätigt: Z.n. Wurzelbehandlung, P. apicalis und submuköser Abszess lingual. Die vorhandene Krone zeigte zudem keinen suffizienten Randschluss.
Die Patientin stellte sich nach der Notbehandlung wider bei ihrem Hauszahnarzt vor.

Wochen später erschien die Patientin mit einer Überweisung zur endodontischen Behandlung von 46 wieder in unserer Praxis. Die akuten Beschwerden waren abgeklungen.

Der Zahn 46 zeigte einen Lockerungsgrad von 1-2, erhöhte Sondierungstiefen zwischen 4 und 6mm, sowie Perkussionsschmerz horizontal und lateral. Die Patientin wünschte unbedingt den Zahnerhalt. In der klinischen Situation zeigte sich eine apikale Perforation mesiolingual. Die auf Grund dieser Diagnose sinkenden Chancen hat die Patientin nicht vom Erhaltungsversuch abgebracht.
Der Verschluss der Perforation erfolgte mit ProRoot MTA und die vorherige Aufbereitung des Kanalsystems erfolgte bis zur #50.04/60.04 mesial und 40.06/35.06 distal. Die Spülung und Desinfektion erfolgte mit NaOCl.

Im Recall zeigte sich eine deutliche Heilungstendenz und lässt uns hoffnungsvoll in die Zukunft sehen.

Bastelstunde

von Christian Danzl

Ich gebe es zu, die Aktualität dieser Bastelanleitung wird immer geringer, weil das analoge Röntgen immer mehr abnimmt.
Noch läuft bei mir in der Praxis das analoge Röntgen, aber sicher auch nicht mehr lange.

Um die analogen Röntgenbilder dennoch zügig digital weiter zu leiten, müssen sie digitalisiert werden. Am schnellst geht abfotografieren.
Und zwar mit iPhone/iPad/Smartphone/Tablet. Somit kann man sich den Weg Kamera, Import in Fotoprogramm, email sparen.

Eine kleine Kiste (bei mir war es eine alte Zigarrenkiste)genommen,  in den Boden ein Loch gebohrt (um die Naheinstellgrenze der Kamera nicht zu unterschreiten, habe ich noch eine Kappafix-Platte darüber geklebt), Rö auf den Rö-Bildbetrachter, Kiste drauf gestellt, iPhone mit der Kamera über das Loch gelegt, Bildausschnitt gewählt und abgedrückt.

Das Bild kann jetzt – wenn nötig – im Telefon/Tablet bearbeitet, und einfach verschickt werden.
Per mail, oder einfacher Instant-Messenger (ICQ, WhatsApp, Telegramm, Threema …)
Wenn möglich Bild nicht in der gleichen Nachricht mit dem dazugehörigen Namen durch das Netz schicken.

Kommunikation mit dem Zahntechniker

von Christian Danzl

Wie funktioniert die Echtzeit-Kommunikation mit entfernten Gesprächspartnern standardmäßig?

Genau, Telefon.
Genommen und den angerufen, mit dem man verbal kommunizieren will.
Funktioniert seit Jahrzehnten (mehr oder weniger) gut. Und zwar deshalb, weil jeder weltweit den gleichen Standart hat:

Telefon.
Mit Wählscheibe oder Tasten, analog, digital, Impulswahl oder Tonwahl, Festnetz oder Mobil.

Also, wenn ich mit den Zahntechniker was besprechen will, was auf dem Auftragszettel kompliziert oder zuviel zum Beschreiben ist:

Telefon.

Der ZT hätte gern ein Bild von der Situation im Mund (und hier bin ich nicht mehr bei der Polaroidkamera und Brief ;-):

Digitalkamera, Bild in den Rechner importiert, email.
Geht. Auch deshalb weil man wieder den gleichen Standart hat:
Computer, Internetverbindung, Digitalkamera.
Dauert aber wieder 10 Minuten.

Dazu doch noch eine Frage?

Wieder Telefon.
Wieder 5 Minuten.

Geht, aber dauert.

Was könnte man effizienter machen?

Schauen wir mal auf die „heutige Jugend“.
Können wir was von der Jugend zu diesem Thema lernen?

Genau, die Jugend meine ich, die den ganzen Tag mit dem Smartphone in der Hand durch die Gegend läuft, ständig sich und andere fotografiert und filmt, die Bilder und Videos durchs Netz schickt und kommentiert!

Genau das:

Bilder/Videos machen, beschriften, kommentieren und durchs Netz schicken!

Denn der Standard dürfte in vielen Zahnarztpraxen/Zahntechniklaboren der gleiche sein.
Zumindest kann er es (meist) mit überschaubaren Mitteln hergestellt werden:

Internetzugang, WLAN, Smartphone/Tablet mit Kamera.

Bilder, Videos und kleine Textnachrichten von Smartphone (oder iPod touch)/ Tablet zu Smartphone/Tablet am einfachsten über Instant Messenger wie:

„Nachrichten“ (apple), Whats App (Plattformübergreifend, jedoch nicht für iPad), ICQ, SkypeThreema (welches angeblich sicherer sein soll, als die Mitbewerber) usw.

Bilder können leicht beschriftet werden mit z.B. Skitch, oder Over.

Besprechung und Zeigen von Bildern, Situationen funktioniert gut mit Videotelefonie, wie Face-Time (apple), Skype, ICQ…

Notwendig, wie gesagt, drahtlose Internetverbindung (3G, LTE oder WLAN) mit genügend schneller Datenübertragung und ein tragbares Endgerät (Smartphone, iPod touch, iPad, Mit einem kleinen Gerät lässt sich besser fotografieren, ein Tablet ist besser zum Beschriften und/oder bearbeiten der Bilder) mit Kamera (am besten eine vorne eine hinten) und ausreichender Auflösung.

Grenzen:

  • Datenschutzrechtlich wird es schwierig, wenn Bilder/Röntgenbilder gleichzeitig mit Namen übermittelt werden (ebenso wie beim email).
    Auch sollte der Patient vorher schriftlich seine Einwilligung für Fotos oder Videos geben.
  • Datenübertragungsrate ist essentiell für die Qualität der Videoverbindung (schnelles Internet ist noch nicht überall in Deutschland verfügbar)
  • Farbtreue. Das Aussuchen der genauen Zahnfarbe ist über eine Handykamera und Wiedergabe auf einem anderen Bildschirm nur sehr bedingt möglich (wenn, dann Farbmuster und weisse Watterolle für Weissabgleich mit auf’s Bild). Jedoch können zumindest ein ungewöhnlicher Farbverlauf, farbige Linien, Flecken, Schmelzrisse oder die (ungefähre) Stumpfffarbe übermittelt werden.
    Eventuelle Abhilfe: Smile Lite & Smile Capture von Styleitaliano (siehe unten)

Wie gesagt, geht auch mit Digitalkamera und email, aber mit dem „neumodischen Zeug“, einfacher und schneller.
Man kann doch hin und wieder was von der Jugend lernen ;-)

Ach ja. Fast hätte ich es vergessen:

Licht.

Meist reicht die Raumbeleuchtung und die OP-Lampe.
Einige Geräte haben sowieso ein kleines LED-Licht an Bord.

Zur Erweiterung gibt es zusätzliche LED-Leuchten.
Beispiele:

Metz bietet mit dem Mecalight LED-72 smart ein LED-Licht an, welches in die Kopfhörer-Buchse gesteckt werden kann.

Manfrotto bietet für verschiedene iPhones des KLYP+-System an:

  • Schutzhülle
  • verschiedene LED-Leuchten
  • verschiedene Vorsatzlinsen
  • Stativhalterung
  • Aufstellfuss, Tischstativ – interessant wenn bei Videotelefonie das Telefon nicht ständig gehalten werden muss
  • Polarisationsfilter für das Objektiv – zum Ausschalten von Spiegelungen z.B. auf Zahnoberflächen

Styleitaliano bietet mit Smile Lite & Smile Capture ein Farbnahmesystem für’s iPhone (4, 4S, 5, 5S, leider noch kein 6) an.
Es kommt mit einer Leuchte, Polarisationsfilter und eigener App.
Zu beziehen über Goldquadrat.

echter 5 Kanäler

von Josef Leingschwendtner

Letzten Donnerstag lief mir noch ein 5-kanäliger 26 über den Weg.
Hier die intra-op Bilder von der Suche und Darstellung der Kanaleingänge.

 

Zeitnahme – Teil 1

von Christian Danzl

Der Mindestlohn ist da.
Schon seit Anfang des Jahres.

Was soll man sagen?

Es ist wieder einer sehr deutsche Angelegenheit geworden.

Warum?
Was hat der Mindestlohn mit sich gebracht, ausser Ausnahmeregelungen?

Hauptsächlich Bürokratie.

Der Arbeitgeber muss nachweisen, dass er den Mindestlohn zahlt, der Zoll muss es kontrollieren.

In der Zahnarztpraxis  in der Stadt wird er nicht unbedingt zum Tragen kommen, in den ländlichen Regionen schon eher, ist aber über die Arbeitsverträge geregelt.

Freude machen nur die Minijobs, denn da muss wieder mal genau aufgeführt werden, wann der Arbeitnehmer wie lange gearbeitet hat.

Eine „unbürokratische“ Liste reicht, der AN trägt ein, wann er gekommen und gegangen ist.
Schön, einfach, aber in höchstem Masse unpraktisch (eigentlich sollten wir als Zahnärzte froh sein, dass beim AN von gesetzeswegen KEINE RS 232 Schnittstelle gefordert wird, wo die Arbeitszeiten validiert werden ;-) ), denn es fliegt wieder eine Liste oder ein Ordner durch die Gegend.

Lösung:

Eine Stechuhr.

Lange Jahre war es nicht notwendig, aber jetzt scheint es mir die praktikabelste Lösung.

Erster Versuch:

Geht ganz einfach über einen Computer. Einfache Software, Kartenlesegerät, Karten für jeden MA. Kosten überschaubar. Passt.

Fast jedenfalls.

Nachteil:

Der Rechner muss immer laufen.
Heisst: zusätzlicher 24/7 Rechner mit USV wird benötigt. Nix mehr mit günstiger Lösung.
Fällt also aus (mein Systemadministrator hat sich geweigert, so ein System auf dem Server zu installieren).

Zweiter Versuch:

Eine kleine elektronische Standalone-Uhr, die über Fingerabdruck den AN registriert (und schon ist der AN wieder ohne RS 232 doch validierbar), die Daten können über einen USB-Port ausgelesen und eine Excel-Datei erstellt werden.

Kosten sehr überschaubar für unter 100,- bei Amazon, oder einem anderen Versandhändler.

Bestellt und ausgepackt:
Gerät, Netzteil mit definitiv zu kurzem Kabel, Befestigungsmaterial (je 3 Schrauben und Dübel) und Bedienungsanleitung.

Scanbot 26.04.2015 12.44

Keine Notstromversorgung.
Die Bedienungsanleitung ist eine (!) ganze Seite lang und kann trotz englischer Sprache nicht verheimlichen, dass sie aus Fernost kommt ;-)

Wenn man sich mal eine Stunde damit auseinandersetzt bekommt man das mit der Programmierung im Trial-und-Error – System schon hin.
Den Helferinnen kann man die Handhabung bestimmt auch noch nahebringen.
Wie sieht es aber mit den Reinigungsfachkräften aus?

Also wieder eigepackt und zurückgeschickt :-(

Dann wird es wahrscheinlich eine ganz banale Stechuhr mit Stempelkarten werden, wie in alten Zeiten in der Fabrik.

Ich werde berichten.

Mundspiegelaufbereitung

von Christian Danzl

auf der IDS war ich auf dem Stand von Röder-Spiegel. Der Chef hatte gerade eine Tüte voll mit reklamierten Spiegeln in der Hand.
Er war fassungslos, wie sehr seine Spiegel zerkratzt waren, und wie man so etwas schaffen kann.
Er hat mir seine Aufbereitungsanleitung mitgegeben.

roeder

Die ist so ausgelegt, dass die Spiegel so lange wie möglich halten.
Allerdings ist die Sache – meiner Meinung nach – nicht immer 100% praktikabel und durchführbar.

Jetzt würde mich interessieren, welche Schritte der Aufbereitung bei Euch gemacht werden, und welche nicht.

Bitte hakt in der Umfrage das an, was bei Euch gemacht wird.

Beispiel:
Wenn Ihr die Spiegel auseinander schraubt und getrennt voneinander aufbereitet, bitte ein Häkchen.
Wenn Ihr die Spiegel durch den Thermo laufen lasst, dann bitte auch ein Häkchen (obwohl man es lt. Anleitung nicht tun soll).
Wenn bei der Aufbereitung eine Temperatur von 200°C überschritten wird (was ich mir nicht vorstellen kann), bitte ein Häkchen setzten.

Take Our Poll

IDS Nachlese – Kaeser

von Christian Danzl

Das vielgerühmte „Herz der Praxis“ ist nicht die Helferin, die seit mehr als 25 Jahren die Patienten freundlich empfängt, auch nicht der Zahnarzt, der seit 30 Jahren täglich die Patienten von Schmerzen befreit.
Nein, es ist (zumindest in der Definition der Dentaldepots ;-) ) der Kompressor, der die Praxis mit lebensnotwendiger (weil arbeitsnotwendiger) Druckluft versorgt.
Wer jemals einen Kompressor-Ausfall erlebt hat, weiss von was ich rede.

So ziemlich das einzige, was in einer Zahnarztpraxis noch ohne Druckluft funktioniert sind Computer und Kaffeemaschine.

Gottseidank sind Kompressoren relativ langlebig, und wenn man sich hin und wieder um sie kümmert, danken sie es einem mit noch längerem Leben.
Mein Kompressor, vom Vorgänger nicht sehr geachtet, war nicht mehr der beste (es lief seit Jahren nur ein Aggregat von ehemals zweien) und so beschloss ich ihn auszutauschen.
Und zwar zu einem Zeitpunkt den ich bestimme, und nicht der Kompressor.
Denn mit dem, was zwei Tage Praxis/Verdienstausfall kosten, ist ein neuer Kompressor auch schon fast bezahlt.

Ein einigermassen leistungsfähiger Dentalkompressor ist nicht billig, besonders, wenn etwas mehr Luftleistung gefragt ist, als in einer Einzelpraxis.
2 – 3 Zahnärzte, 2 – 3 PZR/Zahnstein plus kleines Praxislabor, da ist ein 3-Zylinder schon ganz schön am Rödeln.
Also im Zweifelsfall den Größeren. Geworden ist es dann ein 3-Zylinder-Tandem Kolbenkompressor von Cattani.
Preisbereich noch unter 10.000,-

Gut. Wieso schreib ich das?

Ein paar Wochen später auf der IDS treibt es mich zufällig bei Kaeser-Kompressoren vorbei.

Was steht da? Ein netter Schraubenkompressor für 10.000,- und daneben ein Vertriebsrepräsentant, des sagt, es gäbe momentan eine staatliche Förderung für dieses Gerät in Höhe von 30 % (die muss natürlich vorher beantragt werden, und ob die dann auch für Zahnarztpraxen auch gilt, weiss ich nicht).

Das wäre bei mir eine echte Alternative gewesen.

Gut, das Gerät ist ein wenig größer, aber erheblich leiser im Betrieb.
Wenn in einer größeren Praxis mal wieder Bedarf sein sollte, und der Geräuschpegel eine Rolle spielt, dann mal schauen, was es an Schraubenkompressoren gibt.

Therapie zweier invasiver zervikaler Resorptionen

Von Norwald Wacker

Die Patientin stellte sich erstmals im März 2012 in der Praxis vor. Die Ästhetik der Frontzahnfüllung an Zahn 21 stellte Sie nicht zufrieden und der beginnende Schmelzeinbruch an Zahn 11 veranlasste die behandelnde Kollegin die Patientin zu überweisen. Die klinische Untersuchung zeigte keinerlei Lockerungen an den betroffenen Zähnen und parodontaleinwandfreie Befunde. Lediglich labial an 11 und 21 waren moderate Knochenrückgänge messbar.Zahn 21 reagierte auf den Kältetest negativ und Zahn 11 nur noch minimal und sehr verzögert positiv. Das angefertigte Ausgangsröntgenbild zeigte einen endodontischversorgten Zahn 21 und eine große Resorptionslakune an Zahn 11.

Zahn 11 mir deutlich sichtbarer Resorption

klinischer Ausgangsbefund

 

 

 

 

 

 

 

Im weiteren Gespräch erklärte die Patientin, dass Sie vor Jahren bei einem Sturz auf die Frontzähne geschlagen ist. Es erfolgte damals keine weitere Behandlung. Die, vor dem Besuch bei uns, erfolgte Vorstellung in einer chirurgischen Praxis endete mit der Diagnose: nicht erhaltungswürdige Zähne 11 und 21. Therapie: Extraktion und Implantation.
Diese Variante war der Patientin zu radikal. Die Patientin wurde von mir darüber aufgeklärt, das bei einem so massiven Befund ein Zahnerhalt über endodontische Behandlungen und Resorptionsdeckungen mindestens fraglich ist. Die Patientin wollte trotz der offensichtlich schlechten Prognose eine Zahnerhaltende Behandlung. In einer ersten Sitzung wurde eine vestibuläre Aufklappung durchgeführt und die Kompositefüllung an Zahn 21 entfernt. Des weiteren habe ich so gut wie möglich alle resorptiv veränderten Gewebeanteile entfernt und beide Defekte unter relativer Trockenlegung mit Komposite gedeckt. Das Anlegen von Kofferdam war vollkommen unmöglich, wie man den Fotos entnehmen kann.

Zustand nach Entfernung der Kompositefüllung

Mit Komposit gedeckte Resorptionsbereiche

 

 

 

 

 

 

In einer zweiten Sitzung zwei Wochen später wurde der Zahn 11 endodontisch therapiert und der Zahn 21 ebenfalls revidiert.

Masterpointaufnahme

WF Kontrolle

 

 

 

 

 

 

 

 

Die jetzt erfolgte 34 Monatskontrolle lässt uns optimistisch in die Zukunft blicken und zeigt, dass auch scheinbar hoffnungslose Situationen mit etwas Glück gelöst werden können.

34 Monatskontrolle 2015

 

11,21 12 Monatsrecall

11,21 34 Monatsrecall

Silberstift Zwei

von Fritz Ziegler

Die Patientin wurde überwiesen zur Endo-Revision.
Im Röntgenbild imponieren ein Silberstift und suboptimal gefüllte Kanäle.

Silberstifte zu entfernen sind immer so eine Sache.
Nach meinen Erfahrungen lassen sie sich ganz leicht mit der Pinzette herausziehen, oder es dauert richtig lange.
Erstere sind locker im Wurzelkanal „liegend“, mit mehr oder weniger (meist weniger) Sealer ummantelt und wenn man sie herauszieht, sind sie noch silberfarben.
Zweitere liegen meist schon länger im Kanal und sind auf der Oberfläche oxidiert, dadurch ist die Oberfläche retentiv verändert und somit halten sehr gut im Kanal.

Dieser Stift war leider von der zweiten Sorte.

Andere Schwierigkeit des Materials Silber ist, dass es sehr weich und somit nicht widerstandsfähig gegen eine US-betrieben Stahlspitze ist. Das heisst, dass man den Kontakt der US-Spitze zum Silberstift möglichst vermeidet soll, um den Stift nicht abzutrennen, denn sonst wird der Aufwand immer noch größer.

In diesem Kanal hat es ganz gut funktioniert, da dieser in oro-buccaler Ausdehung genügend Platz bot, um ohne Probleme neben dem Stift in die Tiefe zu präparieren.

Trotzdem hat es fast eine Stunde gedauert um den Stift in einem Stück zu entfernen, obwohl er zugegebenermassen von koronal etwas an Länge eingebüsst hat ;-)

Die Aufbereitung, Desinfektion und Füllung der Kanäle war dann glücklicherweise nur noch Routine.

 

Recalls – Ein UK Prämolar und Einbahnstraße WSR

von Ostidald Wucker

Letzte Woche kamen einige Reclls von hier vorgestellten Fällen. Diese möchte ich Ihnen nicht vorenthalten.

Fall1 Ein UK Prämolar

 

 

 

 

 

 

 

 

Fall2 Einbahnstraße WSR

 

Aus gegebenem Anlass – Off Topic

von Christian Danzl

Letzten Freitag war es wieder soweit.

Nachdem die letzte totale Sonnenfinsternis 1999 doch schon wieder etwas her ist, haben wir auf die partielle Sonenfinsternis gewartet.

Für die, die nicht Richtung Sonne blicken konnten, weil sie kein schönes Wetter hatten, gerade im Wurzelkanal waren oder anderweitig verhindert, hier ein paar Bilder aus Bad Reichenhall:

Canon EOS 5/III, die meisten Bilder mit ISO 400 1/200s Blende 8,
Canon EF 1:2,8/200 L
drei Graufilter Haida Slim ND 0,9 (8x) – 1,8 (64x)  – 3,0 (1.000x)

Schade… 2

von Bodald Necker

Die Patientin kam zur zweiten Sitzung der Wurzelkanalbehandlung in die Praxis.

Die erste Sitzung war – wie so oft – ein Schmerztermin. Also das übliche Spiel:
klinische Untersuchung (Perkussion, Sensibillitätstest), Röntgen, Aufklärung, Lokalanästhesie, Kariesentferung, evtl. Aufbaufüllung, Kofferdam, Trepanation, Darstellung der Orifizien, Aufbereitung/Längenmessung/Desinfektion, medikamentöse Einlage mit Ledermix, Cavit und neuer Termin zur erneuten Desinfektion/weiteren Aufbereitung, Wurzelfüllung und definitiver Verschluß/Füllung.

„Alles bestens ich katte überhaupt kein Schmerzen mehr!
Nur vorgestern als ich auf einen Kern gebissen habe, hat es kurz weh getan, dann aber nicht mehr.“

Der erste Satz hat mich beruhigt, der zweite nicht mehr.

Nach der Entfernung der provisorischen Verschlusses haben sich meine Bedenken bestätigt. Längsfraktur.

Also Med, Cavit, Aufklärung.
Und einen Termin beim Chirurgen vereinbart zur Zahnextraktion und anschliessenden Implantation.

Schade.

 

Brownie 2

von Christian Danzl

Über den Einsatz von Brownies bei der Präparation von Kronen und Teilkronen bei mir in der Praxis habe ich hier und hier schon berichtet.

Allen Unkenrufen zum Trotz bezüglich zu glatter Oberfläche und damit einhergehendem Retentionsverlust hatte ich noch keine Dezementierungen von Kronen oder Teilkronen. Lediglich grinsende Gesichter von Zahntechnikern wegen der schönen Oberfläche mit einer damit einhergehenden deutlich besseren Passform der Restaurationen im Randbereich.

Also hatte der Shofu-Brownie einen festen Platz in meinen Schubläden.

Genau.

Hatte.

Der wird ihm jetzt streitig gemacht von einem Vertreter der gleichen Art.
Nämlich Amalgam/Edelmetall-Polierer von Komet.

Sieht eigentlich genau so aus, ist aber härter, somit nicht so stark dem Verschleiß unterworfen wie sein japanischer Bruder.

Der Polierer von Komet ist, ebenso wie der Shofu, optimiert für eine Drehzahl von ca. 6.000 rpm. Maximaldrehzahl ist mit 15.000 rpm angegeben.

Modifiziert macht er aber ohne Probleme 100.000 bis 150.000 U/min mit.

 

Komet

Shofu

 

Was ist das – apikale Fraktur?

von Ostidald Wucker

An dieser Stelle mal wieder ein Rätselbild mit Auflösung.
Die Aufnahme entstand am Abschluss der Aufbereitung eines vollständig obliterierten Frontzahnes. Die primäre Penetration des verschlossenen Kanallumens gelang mit Profile 15.04. Das Tertiärdentin wurde nahezu vollständig mit Ultraschall entfernt. Die abschließende Desinfektion und Oberflächenglättung erfolgte unter Einsatz der SAF.

Nach Trocknung des Kanals ist das Bild entstanden. Ursprünglich glaubte ich an eine apikale Fraktur. Der Bruch an der SAF war selbst unter Vergrößerung nur schwer zu erkennen.

Die SAF Fragmente lassen sich einfach entfernen. Hier gelang dies mit einer an der Spitze befeuchteten Papierspitze.