Kommunikation mit dem Zahntechniker

von Christian Danzl

Wie funktioniert die Echtzeit-Kommunikation mit entfernten Gesprächspartnern standardmäßig?

Genau, Telefon.
Genommen und den angerufen, mit dem man verbal kommunizieren will.
Funktioniert seit Jahrzehnten (mehr oder weniger) gut. Und zwar deshalb, weil jeder weltweit den gleichen Standart hat:

Telefon.
Mit Wählscheibe oder Tasten, analog, digital, Impulswahl oder Tonwahl, Festnetz oder Mobil.

Also, wenn ich mit den Zahntechniker was besprechen will, was auf dem Auftragszettel kompliziert oder zuviel zum Beschreiben ist:

Telefon.

Der ZT hätte gern ein Bild von der Situation im Mund (und hier bin ich nicht mehr bei der Polaroidkamera und Brief ;-):

Digitalkamera, Bild in den Rechner importiert, email.
Geht. Auch deshalb weil man wieder den gleichen Standart hat:
Computer, Internetverbindung, Digitalkamera.
Dauert aber wieder 10 Minuten.

Dazu doch noch eine Frage?

Wieder Telefon.
Wieder 5 Minuten.

Geht, aber dauert.

Was könnte man effizienter machen?

Schauen wir mal auf die „heutige Jugend“.
Können wir was von der Jugend zu diesem Thema lernen?

Genau, die Jugend meine ich, die den ganzen Tag mit dem Smartphone in der Hand durch die Gegend läuft, ständig sich und andere fotografiert und filmt, die Bilder und Videos durchs Netz schickt und kommentiert!

Genau das:

Bilder/Videos machen, beschriften, kommentieren und durchs Netz schicken!

Denn der Standard dürfte in vielen Zahnarztpraxen/Zahntechniklaboren der gleiche sein.
Zumindest kann er es (meist) mit überschaubaren Mitteln hergestellt werden:

Internetzugang, WLAN, Smartphone/Tablet mit Kamera.

Bilder, Videos und kleine Textnachrichten von Smartphone (oder iPod touch)/ Tablet zu Smartphone/Tablet am einfachsten über Instant Messenger wie:

„Nachrichten“ (apple), Whats App (Plattformübergreifend, jedoch nicht für iPad), ICQ, SkypeThreema (welches angeblich sicherer sein soll, als die Mitbewerber) usw.

Bilder können leicht beschriftet werden mit z.B. Skitch, oder Over.

Besprechung und Zeigen von Bildern, Situationen funktioniert gut mit Videotelefonie, wie Face-Time (apple), Skype, ICQ…

Notwendig, wie gesagt, drahtlose Internetverbindung (3G, LTE oder WLAN) mit genügend schneller Datenübertragung und ein tragbares Endgerät (Smartphone, iPod touch, iPad, Mit einem kleinen Gerät lässt sich besser fotografieren, ein Tablet ist besser zum Beschriften und/oder bearbeiten der Bilder) mit Kamera (am besten eine vorne eine hinten) und ausreichender Auflösung.

Grenzen:

  • Datenschutzrechtlich wird es schwierig, wenn Bilder/Röntgenbilder gleichzeitig mit Namen übermittelt werden (ebenso wie beim email).
    Auch sollte der Patient vorher schriftlich seine Einwilligung für Fotos oder Videos geben.
  • Datenübertragungsrate ist essentiell für die Qualität der Videoverbindung (schnelles Internet ist noch nicht überall in Deutschland verfügbar)
  • Farbtreue. Das Aussuchen der genauen Zahnfarbe ist über eine Handykamera und Wiedergabe auf einem anderen Bildschirm nur sehr bedingt möglich (wenn, dann Farbmuster und weisse Watterolle für Weissabgleich mit auf’s Bild). Jedoch können zumindest ein ungewöhnlicher Farbverlauf, farbige Linien, Flecken, Schmelzrisse oder die (ungefähre) Stumpfffarbe übermittelt werden.
    Eventuelle Abhilfe: Smile Lite & Smile Capture von Styleitaliano (siehe unten)

Wie gesagt, geht auch mit Digitalkamera und email, aber mit dem „neumodischen Zeug“, einfacher und schneller.
Man kann doch hin und wieder was von der Jugend lernen ;-)

Ach ja. Fast hätte ich es vergessen:

Licht.

Meist reicht die Raumbeleuchtung und die OP-Lampe.
Einige Geräte haben sowieso ein kleines LED-Licht an Bord.

Zur Erweiterung gibt es zusätzliche LED-Leuchten.
Beispiele:

Metz bietet mit dem Mecalight LED-72 smart ein LED-Licht an, welches in die Kopfhörer-Buchse gesteckt werden kann.

Manfrotto bietet für verschiedene iPhones des KLYP+-System an:

  • Schutzhülle
  • verschiedene LED-Leuchten
  • verschiedene Vorsatzlinsen
  • Stativhalterung
  • Aufstellfuss, Tischstativ – interessant wenn bei Videotelefonie das Telefon nicht ständig gehalten werden muss
  • Polarisationsfilter für das Objektiv – zum Ausschalten von Spiegelungen z.B. auf Zahnoberflächen

Styleitaliano bietet mit Smile Lite & Smile Capture ein Farbnahmesystem für’s iPhone (4, 4S, 5, 5S, leider noch kein 6) an.
Es kommt mit einer Leuchte, Polarisationsfilter und eigener App.
Zu beziehen über Goldquadrat.

Neuer Blitz für die Dentalfotografie

von Andreas Habash

In Zeiten, in welchen bekanntermaßen Preissteigerungen an der Tagesordnung sind und sich hinter einer vordergründigen Preisstabilität oftmals nur unzureichende „abgespeckte“ Versionen ursprünglich ausgereifter Produkte verbergen, gibt es erfreulicherweise auch Firmen, die diesem Trend entgegenwirken und von denen glücklicherweise auch die dentale Fotografie profitiert.

Leider passiert dies allzuoft im Verborgenen. Unbemerkt von vielen Insidern und  engagierten Dentalfotografen stellte die Firma Metz (Zirndorf) auf der Photokina 2008, Ende September in Köln ein solches aus der Masse der Neugeräte herausragendes Ausnahmeprodukt vor: Es handelt sich dabei um den „mecablitz 15 MS-1 digital“. Ein sehr gut durchdachtes Blitzgerät, dass  nicht zuletzt wegen seiner benutzerfreundlichen/komfortablen Bedienung durchaus mehr Beachtung verdient hätte.

Folgende Eigenschaften halte ich nach den ersten eigenen praktischen Einsätzen  gerade im Bereich der Dentalfotografie für besonders bemerkenswert:

  • Drahtlose TTL-Blitzsteuerung, Slave und manueller Blitzbetrieb
  • Auslösung mit in der Kamera integrierten Blitz möglich
  • Auslösung über ein Systemblitzgerät mit Master-Funktion möglich
  • Auslösung über Blitzsynchronkabel möglich
  • USB-Buchse zum Firmwareupdate via Internet
  • Zusätzliches Autofokus-Hilfslicht, welches das Fokussieren unter schwierigen intraoralen Lichtbedingungen deutlich erleichtert
  • Die Reflektoren links und rechts unabhängig voneinander um 10 bzw. 20 Grad schwenkbar
  • Adapterringe für Filterdurchmesser von 52mm, 55mm und 58mm liegen bei (weitere Adapterringe 62, 67, 72 mm sind als Zubehör erhältlich)

Der Blitz ist in einer handlichen Gürteltasche erhältlich, die ebenso im Lieferumfang inbegriffen ist wie eine Bouncerscheibe, Infrarot-Klammer und Adapterringe.

Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass der als Slave-Blitz konzipierte 15 MS-1 in Verbindung mit einem Master auch TTL fähig ist (Canon E-TTL, Nikon-i-TTL, Olympus/Panasonic FourThirds-System TTL, Pentax/Samsung P-TTL und Sony TTL).
Das gilt auch für die integrierten Kamerablitze, die als Master funktionieren wie nach meinem Wissen zum Beispiel bei

Nikon D90 D300 D700 D200
Fujifilm Finepix S5Pro
Sony Alpha 100 200 300 350 700 900
Olympus SP570UZ E-3 E-420 E-520
Pentax K20D K200D K10D
Samsung GX-20 GX-10

In der Slave Betriebsart beherrscht der 15 MS-1 eine Vorblitzunterdrückung über eine integrierte Lernfunktion.

Der Blitz ist also auf alle auf dem Markt befindlichen Kamerasysteme programmierbar und somit ohne Aufwand mit unterschiedliche Kameras kompatibel.

Die Teillichtleistungen sind von 1/1 bis 1/64 anpassbar und auch ein ungleiches Verhältniss der beiden Reflektoren kann eingestellt werden.

Die ersten Tests unter Praxisbedingungen sind vielversprechend. In der Gallerie finden sie Bilder des Metz 15 MS-1 mit Zubehör und der bereits aufgesetzten Bouncerscheibe, außerdem  ein paar erste „Schnappschüsse“ aus dem klinischen Alltag.