Nachfolger für Sanyo E6/E60 – Erste Erfahrungen mit der Olympus Tough 3

von Jörg Schröder

Im Rahmen des alljährlich stattfindenden Teamdays der „Wurzelspitze“-Praxen gab Hans-Willi-Herrmann am Freitag in seinem Workshop „Ritsch-Ratsch-Klick – und fertig ist das Foto!“  neben vielen  Tipps zum perfekten Foto auch eine Empfehlung für eine einfach zu handhabende Kamera für intraorale Aufnahmen.

Die bewährte Sanyo E6 / E60, vor langer Zeit von Michael Logies empfohlen, ist nicht mehr, oder nur gebraucht erhältlich. Eine unserer beiden E60 hatte vergangene Woche ihr Leben ausgehaucht.

Also gleich am Montag die von Ha-Wi Herrmann empfohlene Olympus Tough 3 mit LED Ringlicht bestellt. Dienstag wurde geliefert und am Mittwoch kam auch die bestellte Speicherkarte an.

Neben einem „Mikroskop“-Modus für Nahaufnahmen besticht die Kamera durch ein besonders Feature : Ein Stacking-Modus. Dabei erstellt die Tough 3 beim Auslösen im Stacking-Modus 8 Bilder mit jeweils geringfügig verändertem Schärfebereich auf und stapelt (stacked) diese Bilder übereinander. Das Ergebnis ist eine, trotz hoher Vergrößerung, über das gesamte Objekt verteilte scharfe Darstellung.

Als Beispiel eine hoch vergrößerte Aufnahme eines ca. 0,6 mm dicken Guttapercharestes nach Entfernung aus dem Wurzelkanal.

OLYMPUS TOUGH 3 ohne Blitz , Mikroskop-Modus ohne Stacking

OLYMPUS TOUGH 3 ohne Blitz , Mikroskop-Modus ohne Stacking

 

OLYMPUS TOUGH 3 ohne Blitz , Mikroskop-Modus mit Stacking

ohne Stacking

mit Stacking

Danke für den tollen Tip, Ha-Wi!

Dentalfotografie mit Zeiss/Exo-Lens

von Christian Danzl

Ich habe ja schon berichtet, wie gut die Kommunikation von Zahnarzt zu Zahntechniker mit den neuen Medien (Smartphone und Messenger-Apps) funktioniert.
Auch die das Manfrotto KLYP+ System (Vorsatzlinsen, Polfilter, Licht, Stativgewinde) habe ich hier schon vorgestellt. Polfilter und Licht sind ja im Standardbereich nutzbar.
Das Makro-Objektiv ist eher etwas spezieller im Einsatz, da es nur eine Entfernung von ca. 20 mm zum Objekt erlaubt.
Exo-Lens hat sich jetzt mit Zeiss zusammengetan und haben auf der CES einige Vorsatzobjektive für das iPhone 6/6s und das Samsung Galaxy S6 vorgestellt.
Mit von der Partie ist auch wieder eine Makro-Objektiv.

 

 

 

 

Das Objektiv ist als Zoom ausgelegt, so dass Objekte von 3 – 12 cm Größe jeweils formatfüllend abgebildet werden können. Der aufschraubbare klare Diffusor soll die Ausleuchtung des Objektes verbessern und die Fokussierung erleichtern.

Befestigt werden die Objektive (ein Tele und ein Weitwinkelvorsatz sind noch im Zeiss-Angebot – neben verschiedenen bereits erhältlichen Ex-Lens Objektiven) per Gewinde an einem Halter, der über das Smartphone gesteckt wird.

 

 

Zumindest „auf dem Papier“ macht das Exo-System einen stabilen Eindruck. Die Zeiss-Optiken versprechen auch keine schlechte Wahl zu sein. Zumindest verspricht Zeiss,  neben einer über das ganze Bildfeld exzellenten Abbildungsleistung, auch eine nicht wahrnehmbare Verzerrung und chromatische Aberration.

In der Hand hatte ich noch nichts von alledem, angekündigt sind die Zeiss Objektive für Ende des 2. Quartals 2016. Auch über die Preis ist mir noch nichts bekannt.
Ich werde berichten…

Kapsadapter für Sony Nex am Kaps SOM 62 (1)

von Olaf Löffler

Nachdem Test des Hanchadentadapters in diesem, jenem und noch diesem Beitrag haben wir nun den Adapter von Kaps für die Sony Nex5 am Kapsmikroskop getestet.

Auffälligster Unterschied war, daß der Kapsadapter ein vergrößertes Bild gegenüber dem Hanchadentadapter liefert. Die Behandlungsassistenz in unserer Praxis fand dieses Bild angenehmer. Allerdings ist dadurch das dargestellte Gebiet kleiner und etwas unübersichtlicher.

Wir haben uns die Mühe gemacht und versucht gleiche Situationen an einem Modellzahn darzustellen. Damit kann sich der Leser ein Bild von beiden Systemen machen.

Listenpreis des Kapsadapters € 1800,00. Es gibt diesen für die Kapsmikroskope und ebenso eine Zeissvariante.

Erste Aufnahme bei gleicher Vergrößerung (0,3).

Hanchadent

Kaps

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Zweite Aufnahme bei gleicher Vergrößerung (0,85).

Hanchadent

Kaps

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Dritte Aufnahme bei gleicher Vergrößerung (1,0).

Hanchadent

Kaps

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Vierte Aufnahme bei gleicher Vergrößerung (2,0).

Hanchadent

Kaps

Lightbox DIY

von Stefan Klinge

Manchmal möchte man eine schöne prothetische Arbeit, einen Zahn mit besonderer Anatomie oder vielleicht auch nur ein Gipsmodell
fotografisch dokumentieren. Schon stellt sich die Frage: “ Wie fotografiere ich das?“

Professionelle Fotografen benutzen sehr gerne hierfür eine sogenannte „Lightbox“ also einen Lichtkasten oder auch bekannt unter Fotozelt. Der Vorteil eines solchen Fotozeltes ist die (fast) perfekte und schattenfreie Ausleuchtung des Objektes  Meist mit einen weißen Hintergrund, auf dem sich das Produkt ( in unserem Fall also ein dentales Motiv) schön abhebt.
Diese professionellen Lightboxen kann man nun teuer kaufen oder sich einfach und schnell selbst basteln.

Hierzu benötigt man:

einen quadratischen Karton mittlerer Größe,
einen weißen Fotokarton A3,
ein wenig Klebeband,
etwas transparenten Stoff zb. weißes Backpapier oder dünne Schaumfolie ( Verpackungsmaterial ),
zwei oder drei Schreibtischlampen
und Leuchtmittel E27 5200 – 5500 Kelvin.

( z.b. http://www.amazon.de/Grundig-B%C3%BCrolampe-Schreibtischlampe-Tischlampe-Leselampe/dp/B006932QLI/ref=sr_1_1?s=officeproduct&ie=UTF8&qid=1360356603&sr=1-1 )

und Leichtmittel mit 5500 Kelvin zb. hier

http://www.pearl.de/a-NC1952-1123.shtml?vid=917&gclid=CLPItNjLp7UCFcfwzAod31wAZg

In den Karton schneidet nun man drei Fenster hinein – oben, rechts und links. Der Boden des Kartons und eine Seite bleiben unberührt, diese bilden Wand und Boden unserer Lightbox. Nun schneiden wir den weißen Fotokarton so zu, dass er sich über den Boden zur Wand hin einziehen läßt. Es ist dabei darauf zu achten, dass sich keine Falten oder Ecken bilden, diese werfen sonst später Schatten. Der Fotokarton wird dann nach oben zum oberen Ende der Kartonwand gezogen und dort mit ein wenig Tesa angeklebt. So kann er später nicht verutschen. Der weiße Fotokarton soll vom Kartonboden zur Wand hin eine leichte Hohlkehle bilden – also eine runde Ecke .
Die Fenster bedeckt man nun mit weißem Backpapier oder einer Schaumfolie und klebt diese wieder mit Tesa fest. Vor diese Fenster ( bzw. über das obere Fenster ) werden später die Lichtquellen aufgestellt. Die Beklebung dient als Diffusor, und spendet ein sehr weiches Licht und damit weniger Schatten.

Und das war es auch schon. Zeitaufwand 10 min. Kosten: ca. 9€ + Schreibtischlampen + Leuchtmittel. Das sollte sich also deutlich unter 80€ bewegen.

In meinem Beispiel habe ich auf das Verkleben der Fenster verzichtet, da ich schon über Softboxen verfüge, die eh schon ein weiches Licht spenden. Diese bekommt man recht günstig bei Ebay.
Leider hatte ich zuhause kein Zahnmodell zur Verfügung. Also musste ein Apfel herhalten, der nach dem „Fotoshooting“ auch ordnungsgemäß verspeist wurde.
Viel Spass beim Nachbau.

Sony Nex5 und HDadapter am Kaps

von Olaf Löffler

Neben einem Pro Ergo benutzen wir auch ein Kapsmikroskop in unserer Praxis.

Bisher lief die Fotodokumentation und Mitbeobchtung nicht optimal. Ein Carr-Adapter mit Nikon Coolpix 995 oder 4500 kamen daran zum Einsatz. Suboptimal war die Mitbeobachtung für die Assistenz. Das Monitorbild zeigte sich mitunter unscharf und konnte nur einen groben Überblick ermöglichen. Die Coolpix 4500 musste bei Nikon mehrfach repariert werden, da der Monitorausgang und damit die Mitbeobachtung ausfielen. Die 995 war stabil. Allerdings mussten immer Akkus eingesetzt werden, da bei Abschaltung des Netzteils sämtliche Einstellungen gelöscht waren.

Nach langem Zögern haben wir nun den Hanchadentadapter mit der Sony Nex5 seit dieser Woche am Mikroskop. Der Mitbeobachtungsmonitor ist mittels HDMI Kabel angeschlossen. Interessant zu erkennen war, daß die 7,50 Meter hochwertiges HDMI Kabel ein erkennbar schlechteres Bild ergaben als die Funkübertragung.  Das Kabel hatten wir bei Praxisinstallation bereits gelegt. Deshalb haben wir auf die Funkübertragung verzichtet.

Erster Eindruck der Assistenz:
Das Bild ist deutlich besser. Es ist kein vergrößerter Bildausschnitt mehr.

Fotodokumentation:
Auslösung per Funkauslöser ist bisher nicht störanfällig und erlaubt das Auslösen durch die Assistenz. Fokussierung ist über Mitbeobachtungsmonitor möglich und praktizierbar.
Scharfstellung des Monitorbildes zum Okkularbild ist nur in großen Vergrößerungen notwendig.
Die ersten Bilder werden wir an anderer Stelle hier vorstellen.

Bild a ohne Mikroskopbeleuchtung (J.Wettlaufer)

 

Bild b mit Mikroskopbeleuchtung (J.Wettlaufer)

Licht 3

von Christian Danzl

Über die Fotografie im Dentalbereich haben wir hier auf Wurzelspitze schon oft berichtet. Geeignete günstige Kameras für den Dentalbereich gibt es wenige. Im Spiegelreflexbereich ist es nicht schwierig. Gehäuse der Wahl, ein passendes Makroobjektiv und einen Makroblitz (ob Zange oder Ring ist eigentlich egal).
Aber der Blitz ist oft eine etwas schwierige Sache.
Es bedarf etwas Übung. Blende, Stellung und Stärke der einzelnen Blitze (beim Zangenblitz).
Der Blitz bedeutet aber auch mehr Gewicht vorne ab Objektiv, was den Autofokus belastet, wenn man ihn nicht ausstellt (was oft empfohlen wird).
Meist sehr teuer, wenn man bei Originalzubehör des Kameraherstellers bleibt, etwas günstiger wenn man zum Blitzspezialisten greift, deutlich billiger wenn man zu eher unbekannten Marken greift.
Alternative waren in letzter Zeit LED-Ringlichte, die man statt dem Makroblitz auf das Objektiv aufgeschraubt hat, hier gab es aber hin und wieder Probleme mit der richtigen Ausleuchtung des Objektes, da der Focus der Beleuchtung nicht einzustellen war. So blieb bei der falschen Entfernung des Objekts das Zentrum des Bildes dunkler.

Nachteil des Systeme, die am Filtergewinde des Objektives befestigt werden:
Wenn kein Filtergewinde vorhanden ist, wie bei Kompaktkameras, auch kein Makroblitz.

Möglicher Ausweg:

LED-Video-Leuchten.
Sie sind auf dem Blitzschuh der Kamera zu befestigen, oder über eine Schiene, die am Stativgewingde zu befestigen ist.
Sie sind mit der heutigen LED-Technik hell genug.
Durch ihrer große Fläche erzeugen sie sehr wenig Abschattung im Makrobereich, die Ausleuchtung ist mit der einer Softbox zu vergleichen.
Größter Vorteil in meinen Augen ist das konstante Licht, so sieht man durch den Sucher schon gut, wie das Bild ausgeleuchtet ist.

Der Preis richtet sich nach Hersteller (bekanntes Markenprodukt oder chinesisches NoName Produkt), Anzahl und Leistung der LEDs und Ausstattung (Dimmer, Filter, Akku, Blitzfunktion, Qualität).

Anbei Bilder von
Manfrotto ML 360HP Midi Plus mit eingebautem Li-Ionen-Akku, Blitzfunktion (über Synchronkabel, 4 x heller als Dauerlicht), längs und quer verwendbar, erweiterungsfähig, 36 LEDs, Lichttemperatur 5.600K und 420 Lux in einem Meter Abstand für eineinhalb Stunden und
Nanguang CN-126 (BV & Jo electronics), 126 LEDs, Lichttemperatur 5.400K, 9,6 W, dimmbar, für 6 Mignon-Zellen, oder verschiedene Sony oder Panasonic Lithium Akkus, 900 Lux in einem Abstand von 1 m.

Beide selbstverständlich Made in China.

Lichtfeldkamera

von Olaf Löffler

Durch einen Zufall bin ich beim Surfen im Internet auf das Thema Lichtfeldkamera vor einer geraumen Zeit gestoßen. Es klang interessant, doch hatte ich es im täglichen Praxisstress schnell vergessen. Dann kam in einer Mail wieder dieses Thema. Da war doch was… Am letzten Wochenende habe ich nach einiger Recherche wieder die Informationen gefunden.

Von Revolution der Fotografie bis nichts als Schall und Rauch gingen die verschiedensten Kommentare.

Die beschriebenen Vorteile dieser Fotografie könnten auch im Bereich der Mikroskopfotografie interessant werden. Man sollte das Thema beachten.

Um ein wenig Interesse darauf zu richten, hier ein Link mit interessanten Fakten.

Viel Spass beim Lesen.

MAL – 1 Olympus Close Up LED Licht für den Blitzschuh

von Hans – Willi Herrmann

Wie wär´s denn damit ?

Eine LED Beleuchtung für Olympus M43 – Foto – Kameras.
Vielleicht etwas, was wir für die intraorale Fotografie gut gebrauchen könnten. Eine kompakte Kamera mit sehr guten Bildeigenschaften, die eine gezielte Ausleuchtung auf kurze Distanz ermöglicht.

Einen Versuch wäre es wert.

Das Close Up Licht ist ein Original  Olympus – Zubehör (MAL – 1) und wird am Blitzschuh befestigt. Es benötigt keine zusätzliche Stromversorgung. Liefertermin und Preis stehen gegenwärtig noch nicht fest.



Hama – Funkfernauslöser fürs Arbeiten am Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Mit den digitalen Spiegelreflexkameras kommt der lange Zeit in Vergessenheit geratene Fernauslöser wieder zu neuen Ehren, erschließt er doch so manche Möglichkeiten, die im abschließenden Bildresultat mehr als überzeugend sind. Nicht nur, wenn bei langen Verschlusszeiten, wie sie zum Beispiel für Nachtaufnahmen erforderlich sind, schon die bloße Kameraberührung zu Verwacklern führen könnte, oder in der Naturfotografie mittels Funkauslöser Abstand zum Objekt geschaffen werden muss, ist er ein probates Hilfsmittel. Auch in der Mikroskop – Fotografie ist er von Nutzen und so ist die Neuvorstellung eines Fernauslöser – Systems der Firma Hama auch für die Zahnmedizin von Interesse.

Hama stellt drei Fernauslöser als Kabel-, Timer- und Funkvariante vor, die in puncto Kameraanschluss auf einem einfachen Systemgedanken beruhen. Darauf weist bereits die Produktbezeichnung DCCS (Digital-Camera-Connecting-System) hin. Der Fernauslöser an sich ist die Basis, für alle gängigen Kameramodelle mit Remote Control gibt es ein spezifisches Anschlusskabel, das separat erhältlich ist. Sollte also die Kamera einem Neukauf weichen oder aber mehrere Modelle im Einsatz sein, muss nur das entsprechende Kabel ausgetauscht werden.

Zwar gibt es No Name – Billig – Auslöser, für unter 20 Euro, aber zumindest mein Exemplar reagierte nicht im Zusammenspiel mit der Canon 5D Mk 2.

Den  Hama – Funkfernauslöser habe ich heute auf die Kamera montiert, er funktionierte auf Anhieb. Mal sehen wie er sich im Alltag bewährt. Heute zumindest schon mal bestens.

Nähere Infos zum Produkt gibt es hier.

Thronfolger für die Sanyo Xacti E6 / E60 (2)- Erste klinische Bilder aus der PENTAX Optio W90

von Andreas Habash

Seit einer Woche haben wir jetzt die Pentax Optio W90 in der Praxis.

Nachdem die Sanyo E6 / E60 die Messlatte für einen würdigen Nachfolger sehr hoch gelegt hat, ist es zu früh für die abschließende Beurteilung.

Deshalb zeige ich hier erst einmal einen Querschnitt der Bilder aus dem normalen Praxisalltag, aufgenommen mit der Optio W90.

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Seiler Mikroskope in Deutschland

von Hans – Willi Herrmann

Vor einiger Zeit wurden bei WURZELSPITZE  hier und hier Seiler – Mikroskope erwähnt.

Sicherlich einer der günstigsten Wege, an ein Mikroskop für die Zahnmedizin heranzukommen.

In Deutschland werden diese Geräte von Cumdente als Cumdente – Mikroskope vertrieben.
Es gibt zur Zeit 2 Varianten, die in Deutschland angeboten werden.

Mal schauen, ob Cumdente bereit ist, eines ihrer Geräte zum Test meinen Zeiss – Mikroskopen beiseite zu stellen.
Ich werde mal den Vorschlag machen und den Link zum Blogbeitrag an Cumdente senden.

Weissabgleich am Dentalmikroskop – Das Outing.

von Hans – Willi Herrmann

Ich oute mich jetzt.

Seit fast  12 Jahren arbeite ich jetzt mit dem Dentalmikroskop.

Und ich habe noch nie einen Weissabgleich vorgenommen.

So. Jetzt ist es raus. Nicht das ich es hätte nicht tun können.

Nein, ich wollte nicht.
Ganz ehrlich, ich sehe wenig Sinn drin in einem solchen Weissabgleich am OPM, auch wenn ich grundsätzlich nichts dagegen habe, Taschentücher unter Mikroskope zu halten. Ist ne gute Sache. Ehrlich. Gibt ein gutes Gefühl.

Jedoch, die Frage sei erlaubt. Warum mache ich einen Weissabgleich ?
Und mindestens genauso wichtig, was mache ich bei einem Weissabgleich in der Dentalfotografie ?

Ketzerische Antwort: ich mache einen Weissabgleich, weil oder sagen wir besser damit ich ein Fotoprofi bin. Oder so ausschaue.  Alle Dentalfotoprofis machen Weissabgleich. Da muss es doch richtig sein. Oder ? Und deshalb macht man es dann auch.

Sie merken, für mich ist das ein wenig ein Reizthema. Warum ? Weil, wenn man die Sache zu Ende denkt, es ein typischer Fall von Guru- Gehabe ist. Viel Lärm um wenig. Weil, um ein wirklich brauchbares Ergebnis zu bekommen, muss ich noch einen weiteren Schritt tun, und wenn ich diesen Schritt tue, dann kann ich mir Schritt 1 sparen.

Ich will versuchen, es zu erklären, aber dazu muss ich weiter ausholen.

Zu Beginn der Fotografie hatte der Fotograf neben der Kamera als Werkzeug keinerlei Hilfsmittel, die ihm eine adäquate Bilderzeugung erleichterten. Entfernung und Belichtung musste er nach eigener Erfahrung und Gutdünken je nach Situation und Sujet einstellen.
Was in Merksätzen wie „Sonne lacht, nimm Blende 8“ seinen Widerhall gefunden hat.

Heute sind in die Kamera integrierte oder externe Belichtungsmesser vorhanden, um die richtige Belichtung zu finden.
Das klappt in den meisten Fällen sehr gut, aber jeder, der schon mal Bilder im Schnee gemacht hat, weiss, dass es Ausnahmesituationen gibt.  Der weisse Hase im Schnee, die schwarze Katze im Kohlenkeller, mal wird das Bild deutlich unter, mal deutlich überbelichtet wiedergegeben.
Warum ? Weil der Belichtungsmesser von einer durchschnittlichen Hell/Dunkelverteilung ausgeht, die fotografiert wird. Der Belichtungsmesser wurde also auf eine bestimmte Standardsituation geeicht. Und immer, wenn das nicht der Fall ist, dann gibt es suboptimale Ergebnisse. Will man diese vermeiden, dann gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am gebräuchlichsten ist es in solchen Fällen, eine Spotmessung (idealerweise auf eine 18% Standard Graukarte) durchzuführen. Bei der Spotmessung visiert man ein bildwichtiges Detail an, stellt die Kamera manuell danach ein bzw. speichert den Messwert bei Automatik-Kameras zwischen, richtet danach die Kamera auf den gewünschten Ausschnitt aus und drückt dann ab. Dieses Verfahren hört sich kompliziert an, ist es nach einiger Gewöhnung aber nicht. Die Spotmessung bietet so bei geringem Mehraufwand und mit etwas Erfahrung eine wesentlich bessere Kontrolle über das Belichtungsergebnis.

Mit der digitalen Fotografie ist noch eine zusätzliche Varianz hinzugekommen.
Bei der analogen Fotografie ist durch die Wahl des Speichermediums Film das Farbergebnis in einem genau definierten Rahmen festgelegt. Auch wenn es unter den verschiedenen Filmmarken teils beachtliche Farbunterschiede gibt und auch die Art der Filmbearbeitung einen großen Einfluss auf das Endergebnis Bild und Dia hat, so kann man doch davon ausgehen, dass bei standardisierter Filmbearbeitung und gleichem Film im Wiederholungsfall mit konstanten Ergebnissen gerechnet werden kann, was die Farbcharakteristik des Bildes angeht.

Dies ist in der digitalen Fotografie in viel viel größerem Rahmen variabel.
Das bietet gerade uns in der Dentalfotografie neue Möglichkeiten, stellt uns aber auch vor neue Probleme.

Jetzt nämlich müssen wir der Kamera nicht nur sagen, was ein „durchschnittliches“ Grau ist, um richtig zubelichten, sondern auch noch, was eigentlich weiss ist, damit die Farben des Bildes korrekt wiedergegeben werden. Die Kamera braucht also gewissermaßen eine Farb – Referenz, an der sie sich ausrichten kann.

Anbei zwei Bilder, geschossen mit einer Profikamera, im Abstand von Zehntelsekunden. Das gleiche Motiv, die gleiche Belichtungsituation, aber zwei vollkommen unterschiedliche Farbstimmungen.

Wohlgemerkt, dies kann passieren unabhängig davon, ob ein Weissabgleich gemacht wurde oder nicht.

Fakt ist, der Weissabgleich führt zu einer Änderung der Farbtemperatur, die Aufnahme betreffend. Tageslichtaufnahmen liegen bei 5500 Kelvin, Kunstlicht bei 3400 Kelvin. Arbeite ich unter dem Dentalmikroskop oder mache Fotos im Schein der Halogenlampe meines Behandlungsstuhls, so kann ich mittels Weissabgleich den „Farbstich“ der Lichtquelle kompensieren.

Soweit so gut. Hier hilft ein Weissabgleich mit Taschentuch durch das Dentalmikroskop.

Aber reicht das ? Reicht uns das ? Klare Antwort: Nein, es reicht nicht.

Denn unsere Kamera weiss immer noch nicht, was genau in unserem Bild jetzt nun wirklich „weiss“ ist. Wir können es der Kamera auch nicht sagen, dazu müsste es eine Farb – Spotmessung mit einer Weisskarte geben, die im Bild platziert wird.

Und damit sind wir bei des Pudels Kern, sofern es den ein weißer Pudel wäre.

Mit einem Weissabgleich ala „Taschentuch vor die Linse gehalten“ (der Trick ist ja nicht neu und nicht auf Mikroskope beschränkt) schaltet man zwar idealerweise den Farbstich der Lichtquelle aus, hat aber noch lange keine Gewähr, dass die Farbwiedergabe des jeweiligen Sujets der Realität entspricht.

Und dies gilt umso mehr, je weniger alltäglich die fotografierte Situation ist (und machen wir uns nichts vor, großformatig fotografierte Prämolaren oder kofferdamumrahmte Trepanationseingänge sind weit vom fotografischen Mainstream entfernt.)

Die Lösung ist einfach. Sie lautet: Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, dann kommt der Berg eben zum Propheten.

Wir nehmen Adobe Lightroom, nutzen die Weissabgleich -Funktion der Pipette (siehe Blogbeitrag von Oscar von Stetten) und richten diese auf einen weißen Gegenstand, den wir in unserem Bild platziert haben.

Zu Beginn habe ich weisse Silikonstopps auf die Zähne aufgebracht (die alten Hasen bei ENDO2 wissen es vielleicht noch), aber schnell festgestellt, dass eine weiße Watterolle es noch einfacher und besser tut (siehe auch Kommentar von Andreas Habash zum Blogbeitrag von gestern).

Watterolle einlegen, Foto machen, Watterolle raus, und jetzt kann man soviele Fotos machen wie man will, all diese Fotos können dann im Computer innerhalb von Sekundenbruchteilen angepasst werden über die Synchronisierungsfunktion.

Naja, aber schaden kann ein Weissabgleich mit dem Taschentuch doch nicht, oder ?

Nein, schaden tut es nicht. Insofern – wer es tun möchte, der soll es tun.

Hier noch ein paar Bilder zur Verdeutlichung.

Und hier noch 3 Bilder mit Oraseal. Da ich das eigentlich immer bei der Endo verwende, habe ich immer meine Weiss – Referenz mit im Bild. Bild 1 ist das Original, Bild 3, die Korrektur mittels Oraseal und Lightroom – Pipette, die im Übrigen in allen möglichen und unmöglichen Situationen, wie auch Oscar von Stetten gestern schon schrieb, sensationell funktioniert.

Ja und Bild 2, das ist mein Weissabgleich. Vollautomatisch. Den habe ich nämlich als Vorgabe in Lightroom hinterlegt und beim Import oder auf Knopfdruck wandelt das Programm das Halogenlicht des Dentalmikroskops in Tageslicht um. Nur für den Fall, dass ich mal vergesse, eine Watterolle einzulegen. Die Kamera macht nämlich auch nichts anderes als eine Farbtemperaturverschiebung und so ist es egal, ob es am Mikroskop oder im  Computer geschieht.

Aber ich gebe zu, am Mikroskop ist es beeindruckender.

Weisse Wände

von Olaf Löffler

Die Wandgestaltung meiner neuen Praxis hat mir einiges Kopfzerbrechen bereitet. Ich wollte keine der typischen Katalogbilder.

Zunächst habe ich mich in den einschlägigen Onlineprintstudios (ooge.com) umgetan und den einen oder anderen Leinwandprint bestellt. Vorteilhaft ist die große Auswahl an Kunstwerken aller Genres und der qualitativ gute Druck. Die Produkte sind sorgfältig verpackt und werden umgehend geliefert.
So ganz zufrieden stellte mich das Angebot jedoch nicht.

Inzwischen ist so ziemlich in jedem Haushalt in Deutschland eine Digitalkamera vorhanden.
Der Preisverfall von digitalen Spiegelreflexkameras führte auch dazu, daß ich neugierig wurde und auf diesem Gebiet erste Gehversuche unternahm. Recht bald hatte ich eine Ansammlung von mehr oder weniger gelungenen Fotografien.
Diese für Dritte zugänglich zu machen, führt entweder zur Veröffentlichung in den digitalen Medien, wie beispielsweise bei Imagehostern, wie Flickr oder zur Erstellung eigener Webalben, wie  Picasa, iPhoto oder Aperture, usw..

Für mich stand die Frage, wie kann ich diese Bilder in nichtvirtueller Form präsentieren, daß heißt als reelles Bild und  für die Gestaltung der Praxis nutzen.
Dafürs habe ich nach einem transparenten und gleichzeitig frabbrillianten Produkt gesucht. Es sollte kein Leinwanddruck sein.

Ein Leipziger Künstler machte mich auf Diasec aufmerksam. Diasec® ist ein seit 30 Jahren bewährtes spezielles, lizenziertes Verfahren zur Herstellung einer dauerhaften, schlieren- und blasenfreien Verbindung von Bildmaterial mit einem hochwertigem Acrylglas. Dies entsprach genau meinen Vorstellungen.
Die Fotografien wirken plastischer und räumlicher. Durch das Acryl entsteht allerdings auch ein spiegelnder Effekt, welcher bei ungünstigen Lichtverhältnissen störend wirken kann.

Relativ schnell waren viele Anbieter zu diesem oder einem sehr ähnlichem Verfahren zu ermitteln. Aufgrund der hohen Herstellungskosten habe ich von Versuchen abstand genommen, den besten Anbieter selbst zu ermitteln und habe nur nach größeren Herstellern gesucht.

Meine Wahl ist auf WhiteWall.com. gefallen. Hinter WhiteWall stehen Stefanie Harig und Marc Ullrich aus Berlin. 2003 haben sie haben sie die Galerie LUMAS gegründet.
Im Stilwerk im Königsbau in Stuttgart habe ich die hervoragenden Lumasec – Arbeiten gesehen. Die Qualität war sehr überzeugend.

Meine bei WhiteWall hergestellten Fotografien wurden wie erwartet umgesetzt, gleichen  farbgetreu dem Original und erfreuen mein Auge jeden Tag.

Apfel – ein Muss ?

von Olaf Löffler

Irgendwann musste ich mich dem Mac ergeben.

Als früherer Windows-Poweruser war das nicht unbedingt zu erwarten. Mit MS-DOS bin ich groß geworden und wurde Nutzer der Kommandozeilen. Aber da war noch etwas…

GEOS – das erste graphische Benutzersystem für den C64. Das war ein faszinierendes Programm.

Ein Bekannter hatte dann eines Tages einen alten Apple Macintosh zu Hause. Mit Schwarz/Weiss Bildschirm.
Das solide Äußere begeisterte. Die inneren Werte waren leider recht schwach, aber man erkannte schon wo die Reise hingehen könnte…

Inzwischen ist die Zeit fortgeschritten. Auf dem Windowsrechner kann man ein OSX (Operatingsystem 10) installieren und Windows läuft auf dem Mac.

Für mich ist entscheidend, wie einfach ich bestimmte Programme einsetzen und wie schnell den erhofften Nutzen daraus ziehen kann. Dabei möchte ich nicht abgelenkt werden, durch ausufernde Internetrecherche und/oder das Durchforsten von Newsgroups nach Spezialkenntnissen oder Einstellungstricks.

Doch auch beim Mac ist ein gewisses Grundwissen wichtig und hilfreich, trotz der oft intuitiven Bedienung.
Mir hat Arne Neumann sehr geholfen und von seinem Wissen profitiere ich noch heute.

Im Rahmen der Werkstattgespräche Leipzig wurde ein Kurs zum Programm Aperture (Fotoverwaltung und Nachbearbeitung von Fotos) von Apple aufgebaut und durchgeführt. Die Teilnehmer dieses Kurses wollten noch mehr wissen und es wurde über weitere Kurseinhalte gesprochen.
Im ersten Kurs mussten wir feststellen, daß einige entscheidende Grundlagen nicht bekannt waren. Wir verbrachten viel Zeit damit, daß vorhandene Operatingsystem mal schnell anzupassen und etwas zu optimieren. Deshalb haben wir uns entschlossen,  die Kurse „Aperture“ und „Mac für Zahnärzte“ zusammenzulegen.

Es ist eine informative und interessante Kursreihe um den Mac entstanden.
Für Interessenten habe ich hier noch einige Infos eingestellt.

www.werkstattgespraeche-leipzig.de

Der König ist tot! Es lebe der König!

von Christian Danzl

Eine Frage vorweg: Ist der König wirklich tot?

Nun ja, DIE Digitalkamera für den universellen dentalen Einsatz, die Sanyo VPC-E6, die uns der Wallenhorster Zahnarzt Michael Logies nahegebracht hat, wird zumindest schon lange nicht mehr hergestellt. Die Einzelhändler haben auch schon lange keine mehr, nur auf Ebay tauchen hin und wieder welche auf. Also auch keine verlässliche Quelle.

Und da die Halbwertszeiten von Konsumerkameras immer kleiner werden,nehmen in letzter Zeit die Berichte zu, die vom Ableben der Sanyo Kameras erzählen.

Einige Kollegen haben gleich mehrere Exemplare in der Praxis, um Ersatz zu haben. Aber auch diese werden irgendwann dahinscheiden…
Also der König ist noch nicht ganz tot, aber es ist eine Frage der Zeit.

Aber es ist ein vielversprechender Neuling eingezogen. Die Canon Powershot D10.

Sie hat einige Eigenschaften, die sie, wie die E6, für den Einsatz in der Praxis tauglich machen:

  • gute Macro-Eigenschaften, kürzeste Distanz 4 cm (da war die E6 noch besser: Abstand ab 1cm)
  • Blitz nahe und mittig über dem Objektiv (auch da war die E6 noch besser, da der Abstand noch geringer und der Blitz nicht hinter der Frontlinsenebene angeordnet war)
  • die Frontlinse/das Objektiv kommt nicht aus dem Kamera-Gehäuse heraus
  • relativ großer Monitor (der von der E6 war größer)

Bis hier liegt die E6 eindeutig vorne.
Aber auch die D 10 kann punkten:

  • sie ist wasserdicht bis 10 m Tauchtiefe – in der Praxis nur dahingehend interessant, dass sie abwaschbar ist. Ob sie Behandlungen mit Desinfektionsmitteln aushält sei dahingestellt, aber zumindest hält sie das Wasser aus
  • die D 10 hat keinen Objektivdeckel oder Verschlussmechanismus (der bei der E6 hin und wieder ausfallen soll), sondern nur eine Scheibe – dekorativ verschraubt.
  • es gibt einen Image Stabilizer, der einem das eine oder andere Bild retten kann, wenn man auf den Blitz verzichten kann
  • der Weissabgleich im Blitzmodus ist NICHT blaustichig wie bei der E6

Nachteile zur E6:

  • unhandlicher
  • mehr Bedienknöpfe
  • 12,1 Megapixel Auflösung, das hört sich gut an, vergrößert aber bei – wenn überhaupt – unwesentlicher Verbesserung der Bildqualität die Dateien erheblich. Hier kann man wahrscheinlich die Bildgröße im Menu getrost verringern.

Den ersten Vergleichstest gewinnt ganz klar der alte König. Aber nur solange er noch käuflich erworben werden kann und funktioniert.
Praxistests und Vergleichsbilder folgen.

Schärfeebenenabgleich am Dentalmikroskop bei Verwendung des Carr – Adapters

von Oscar von Stetten

Der Carradapter ist meiner Meinung nach einer der universellsten Adaptationslösungen für die digitale Dokumentation auf dem Markt.
Sicher mit Schwächen, nicht nur mit Stärken.

Die grösste Stärke ist die Möglichkeit, verschiedene Objektive mit all ihren Vorzügen an ein Mikroskop zu adaptieren. Eine funktionierende Belichtungsmessung, funktionierende Blendenautomatik, das sind schon Vorteile, wenn man mit einer dSLR dokumentiert.

Was ist der wirkliche Vorteil?
Die Objektive für dSLR sind auf ganz andere Vorzüge gerechnet und qualitativ konstruiert worden, als die momentan auf dem Markt befindlichen Mikroskopadapter. Weiterer Vorteil: die Blendensteuerung im Objektiv erhöht die Qualität, anstatt sie manchmal deutlich zu verschlechtern, wie es mit den Adapterseitigen Blendenlösungen wie z. B. Accubeam der Fall ist. Weiterer Vorteil des Carradapters: es wird nur der zentrale Teil des Objektives effektiv für die Aufnahme genutzt, der Bereich also, der von bester optischer Güte ist. Die Randbereiche, die aufgrund physikalischer Gegebenheiten einfach schlechter abschneiden, kommen gar nicht zum Tragen. Flexibilität: egal, für welches Objektiv ich mich entscheide, es gibt immer die passenden Adapterringe, um dieses auch an den Carr-Adapter zu befestigen.

Welches Objektiv an welcher Kamera sollte es sein?
Das ist und bleibt Geschmackssache. Nach verschiedenen Rumprobieren und Überlegungen zum Preis/Leistungsverhältnis bin ich bei meiner derzeitigen Kombination Canon 40D Canon f85/1,8 gelandet. Vom Gewicht her erträglich, vom Anschaffungspreis ebenso. Zusätzlich habe ich mir das Zeiss Planar T* f85/1.4 zugelegt. Bilder beider Objektive findet man zum Vergleich am Ende des Artikels.

Es werden weitere Testreihen bei mir laufen, ob die Canon 50D einen Vorteil in der Bildqualität bringt. Die 5D MarkII tut es auf jeden Fall nicht. Nicht so gravierend, als das ich mich gezwungen sehen würde, mir noch eine für das Dokumentieren mit dem Mikroskop zu holen. Zudem ich den Cropfaktor der 40D oder 50D von 1,6 essentiell wichtig empfinde, da mit diese beiden Kamerabodies den Bildwinkel eines effektiven f136-Objektives bringen, das Bild also bereits gezoomt wird. Interessant ist, ob der neuere Sensor der 50D (5MP mehr, bessere Signalverarbeitung) tatsächlich einen Vorteil bringt, der eine Investition rechtfertigt.
Was Nikon angeht, muss ich leider immer noch passen. Die Bilder, die ich von einer D300 laufend sehe, bestärken mich vielmehr in meiner Annahme, dass die vorgesetzte Optik viel wichtiger ist als der Kamerabody hintendran.

Schärfeadaptation

Was mich zuallererst verwirrt hat, war die Tatsache, dass bei einer APS-C Kamera wie der 40D der Schärfepunkt NICHT mit der Unendlichkeitseinstellung des Fokus korreliert. Bei der Vollformatkamera wie der 5D MarkII tut er es. Logisch eigentlich, erstaunlich war es trotzdem. Mit einem EF-S Objektiv von Canon, welches speziell auf APS-C gerechnet wurde, korreliert die Unendlichkeitseinstellung des Objektivs auch wieder mit dem Fokus. Das war also der Grund, der Crop-Faktor der Kamera.

Der optimale Punkt für diese Kombi liegt bei der Entfernungseinstellung von ca. 1,2m. Den optimalsten Punkt gilt es nun heraus zu finden. Das ist aufgrund der LiveView-Fähigkeit der 40D nicht weiter schwer.

Man fokussiert einen schräg stehenden Gegenstand durch die Okulare, bis ein definierter Punkt auf diesem Gegenstand scharf durch die Okulare zu sehen ist. Dann schaltet man die LiveViewfunktion ein und stellt solange am Objektiv die Entfernung ein, bis der scharfe Punkt auch im Liveview scharf zu sehen ist. Wichtig ist es, die Suchbildvergrösserung 5x einzuschalten, erst dann kann man den Effekt, der die richtige Schärfe anzeigt, auch wirklich sehen. Ist die optimale Objektschärfe erreicht, zeigt der Gegenstand eine farbige Korona, auch Farbquerfehler oder Abberation genannt. Ein Effekt, der eigentlich unerwünscht ist, im klinischen Bild aber nicht weiter auffällt.

Fein raus ist derjenige, der ein ProErgo mit Autofokus (Speedfokus) sein eigen nennt. Man hört mehr Schlechtes als Gutes über den Autofokus des Gerätes, aber wenn man halbwegs erfahren hat, wie dieser tickt, macht die Dokumentation viel mehr Spass. Denn die Fotokamera auf den Punkt einzustellen, der auch von der Mikroskopautomatik scharf gesehen wird, ist natürlich viel einfacher, als der Trick mit den Okularen.

Selbstverständlich kann man auch über die LiveView-Fähigkeit moderner Kameras auf ein Abgleich der Schärfebenen verzichten, allerdings dann nicht mehr auf einen Vorschaumonitor. Auf den sollte man sowieso nicht verzichten. Schon alleine aus Mitbeobachtungs- und Motivationsgründen für die Assistenz. Wenn man sich denn keinen Mitbeobachtertubus kaufen möchte, dann bleiben die Kameras das einzige Auge der Asisstenz.

Was jetzt?
Das Zeiss-Objektiv ist in meinen Augen weit aus besser als das Canon, kostet aber ca. das 3-fache. Es hat zudem den Vorteil, das der Verfahrweg des Zeiss bis 2m etwa 3/4 des gesamten Verfahrweges ausmacht, man den Schärfepunkt wirklich sehr gut finden kann.

Letztendlich entscheidet der persönliche Anspruch, was man haben möchte.
Aber eines ist mir in den letzten 4 Jahren deutlich geworden: billig und qualitativ hochwertig am DM dokumentieren, das gibt es einfach nicht.
Es ist nur die Frage, wird mit jedem Euro mehr auch die Qualität gleichzeitig besser?
Nein, es gibt IMHO eine Grenze des Sinnhaften.

Das Dokumentieren mit dem DM ist immer weit entfernt von dem, was ich persönlich als plug´n´play-Lösung bezeichnen würde.
Es bahnt sich aber mit den rasanten Entwicklungen auf dem Kameramarkt nur Gutes für uns an, da bin ich mir sicher.

Tipp zum Scharfstellen für intraorale Fotos

von Hans – Willi Herrmann

Wer mit einer Spiegelreflexkamera intraorale Bilder macht, hat das Problem in der Regel nicht, die Nutzer von digitalen Kompaktkameras aber des öfteren.

Die Kameras findet auf Grund der kontrastarmen Bildobjekte (sowohl Zahn als auch Gingiva sind nicht selten zu gleichmäßig) keine Anhaltspunkte,  um dem Autofokus eine Scharfstellung zu ermöglichen.

Vor einiger Zeit habe ich diesbezüglich den Tipp gelesen, das die zahnmedizinische Assistentin ein weisses Papier mit einem Kreuz darauf über den betreffenden Zahn hält, um dem Autofokus ein Ziel zu bieten.

Kann man machen, muss man aber nicht. Warum umständlich, wenn einfach geht …
Viel einfacher ist es, eine zahnärztliche Sonde objektnah zu platzieren, denn diese ist immer sofort verfügbar.
Die Assistentin platziert die Sonde und in dem Moment, in dem die Kamera die Scharfstellung des Autofokus mit einem Pieps quittiert, nimmt die Assistentin die Sonde weg und der Behandler löst das Bild aus.

Mit einer solchen Vorgehensweise gelingen ohne Probleme auch Spiegelbilder, die normalerweise durch Scharfstellen der Kamera auf Spiegelebene ( es sind Kratzer oder Schlieren auf dem Spiegel, die den Autofokus fehlleiten) mit unscharfen Ergebnissen behaftet sind.

Kamera – Dinosaurier (1) Sanyo E6

von Hans – Willi Herrmann

Allzuoft kommt es vor: Für die Praxis wird ein neues Gerät gekauft und es ist nicht gerade billig. Wie das nun mal so ist, wenn ZAHNMEDIZIN irgendwo drauf steht. 
Das wäre noch zu verschmerzen, man gewöhnt sich halt dran im Laufe der Zeit und dann tuts nicht mehr ganz so weh, wenn man wieder mal mit dem nicht ausgesprochenen aber stets vorausgesetzten Verweis auf die bis zur Obergrenze auszureizende Kaufkraft des DENTAL – Marktes kräftig zur Kasse gebeten wird.
Aber dann erfüllt das teure Gerät nicht die Erwartungen, die einen zum  Kauf bewogen haben.
Und so verstaubt das exklusive Teil  alsbald in irgendeiner Schublade irgendeines Praxisschranks, um dann über viele viele Jahre immer mal wieder in die Hand genommen und anschließend doch wieder in eben diese Schublade zurückgelegt zu werden. 
Schlußendlich – bei einer Inventur, vermutlich im Rahmen der Praxisübergabe, wird es dann mit großem Kopfschütteln darüber, wie man für so einen Mist Geld ausgeben konnte, entsorgt werden.

Der umgekehrte Fall ist eher selten, aber dann umso lobenswerter.
Ich spreche von ebenso nützlichen wie kostengünstigen Hilfsmitteln, bei denen es einfach Spass macht, damit zu arbeiten und man sich auch nach längerer Zeit immer wieder über die erzielten Ergebnisse freut.

Wie bei der Sanyo E6 Kamera, einer digitalen „point and shoot“ –  Kamera, die so unscheinbar ist, dass diese selbst im Hinblick auf für ihre eigentlichen Bestimmung, der unkomplizierten Schnappschussfotografie, extrem wenig Beachtung beim Käufer gefunden hat. Weiterlesen

Neuer Blitz für die Dentalfotografie

von Andreas Habash

In Zeiten, in welchen bekanntermaßen Preissteigerungen an der Tagesordnung sind und sich hinter einer vordergründigen Preisstabilität oftmals nur unzureichende „abgespeckte“ Versionen ursprünglich ausgereifter Produkte verbergen, gibt es erfreulicherweise auch Firmen, die diesem Trend entgegenwirken und von denen glücklicherweise auch die dentale Fotografie profitiert.

Leider passiert dies allzuoft im Verborgenen. Unbemerkt von vielen Insidern und  engagierten Dentalfotografen stellte die Firma Metz (Zirndorf) auf der Photokina 2008, Ende September in Köln ein solches aus der Masse der Neugeräte herausragendes Ausnahmeprodukt vor: Es handelt sich dabei um den „mecablitz 15 MS-1 digital“. Ein sehr gut durchdachtes Blitzgerät, dass  nicht zuletzt wegen seiner benutzerfreundlichen/komfortablen Bedienung durchaus mehr Beachtung verdient hätte.

Folgende Eigenschaften halte ich nach den ersten eigenen praktischen Einsätzen  gerade im Bereich der Dentalfotografie für besonders bemerkenswert:

  • Drahtlose TTL-Blitzsteuerung, Slave und manueller Blitzbetrieb
  • Auslösung mit in der Kamera integrierten Blitz möglich
  • Auslösung über ein Systemblitzgerät mit Master-Funktion möglich
  • Auslösung über Blitzsynchronkabel möglich
  • USB-Buchse zum Firmwareupdate via Internet
  • Zusätzliches Autofokus-Hilfslicht, welches das Fokussieren unter schwierigen intraoralen Lichtbedingungen deutlich erleichtert
  • Die Reflektoren links und rechts unabhängig voneinander um 10 bzw. 20 Grad schwenkbar
  • Adapterringe für Filterdurchmesser von 52mm, 55mm und 58mm liegen bei (weitere Adapterringe 62, 67, 72 mm sind als Zubehör erhältlich)

Der Blitz ist in einer handlichen Gürteltasche erhältlich, die ebenso im Lieferumfang inbegriffen ist wie eine Bouncerscheibe, Infrarot-Klammer und Adapterringe.

Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass der als Slave-Blitz konzipierte 15 MS-1 in Verbindung mit einem Master auch TTL fähig ist (Canon E-TTL, Nikon-i-TTL, Olympus/Panasonic FourThirds-System TTL, Pentax/Samsung P-TTL und Sony TTL).
Das gilt auch für die integrierten Kamerablitze, die als Master funktionieren wie nach meinem Wissen zum Beispiel bei

Nikon D90 D300 D700 D200
Fujifilm Finepix S5Pro
Sony Alpha 100 200 300 350 700 900
Olympus SP570UZ E-3 E-420 E-520
Pentax K20D K200D K10D
Samsung GX-20 GX-10

In der Slave Betriebsart beherrscht der 15 MS-1 eine Vorblitzunterdrückung über eine integrierte Lernfunktion.

Der Blitz ist also auf alle auf dem Markt befindlichen Kamerasysteme programmierbar und somit ohne Aufwand mit unterschiedliche Kameras kompatibel.

Die Teillichtleistungen sind von 1/1 bis 1/64 anpassbar und auch ein ungleiches Verhältniss der beiden Reflektoren kann eingestellt werden.

Die ersten Tests unter Praxisbedingungen sind vielversprechend. In der Gallerie finden sie Bilder des Metz 15 MS-1 mit Zubehör und der bereits aufgesetzten Bouncerscheibe, außerdem  ein paar erste „Schnappschüsse“ aus dem klinischen Alltag.