Antibeschlag-System

von Christian Danzl

Bei der letzten Sendung vom Dental-Depot lag ein Probepäckchen von „mirror magic“ mit im Karton.

„mirror magic“ von Zirc ist ein Antibeschlag-System für dentale Mundspiegel.
Es besteht aus einer Antibeschlaglösung und Einwegpads (1 x 1 Zoll).

Die Einwegpads werden auf den Handrücken oder auf den Handschuh geklebt, mit einigen Tropfen Antibeschlaglösung beträufelt.
Daran kann dann während der Behandlung der Mundspiegel gereinigt werden.

Gut?

Möglich. Ein beschlagender Spiegel ist nicht das, was mich bei Arbeiten aus der Fassung bringt. Ein schmutziger Spiegel stört mich schon mehr. Diesen schnell und einfach sauber zu kriegen, ist sicher ein Vorteil während der Behandlung. Bei mir war es aber so, dass der Spiegel nach dem Abziehen auf dem Pad nicht so sauber und vor allem trocken war, wie ich es gerne habe. Da muss man vielleicht noch mit der Dosierung variieren. Oder ein zweites Pad zum Trocknen kleben.

Preiswert?

Probepack mit 2 x 6 ml Flüssigkeit und 24 selbstklebenden Pads für 25,- € netto über die Dental-Union.
Das ist zumindest kein Sonderangebot (leider habe ich keine Informationen, was der 100er Pack kostet), wenn man ein zweites Pad braucht, sowieso nicht.

 

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Polymerisationslampe aus China – billig, preiswert oder inakzeptabel?

von Noel Shabraq

Hab neulich mal wieder bei ebay vorbei geschaut und zufällig das unübersichtliche Angebot an Blaulicht Polymerisationslampen gesehen. Verschiedenste Formen und Farben der Gehäuse. Und verschiedenste Preise für augenscheinlich gleiche Produkte.

Eine Lampe, die mit 1.500 mW Leistung angepriesen habe ich dann doch bestellen müssen. 30,- € incl. Versand von anderen Ende der Welt. Da macht man nicht viel kaputt.
Selbst wenn das Gerät nicht funktioniert.

Nach gut 14 Tagen, schneller als erwartet war das Gerät da.

Ausgepackt, eingeschaltet, geht.

Die Lampe hat 3 voreingestellte Modi:

  • 10 s volle Leistung
  • 20 s Intervall
  • 20 s Softstart

Nach Ablauf weiterer 20 s schaltet sich die Lampe mit lautem Gepiepe aus. Nervig.

1.500 mW?

Kann ich nicht genau sagen.

Jedoch habe ich eine Bluephase-LED Lampe, welche nach Beschreibung 1.200 mW hat, und die ist nicht so hell. Also könnten 1.500 mW stimmen.

Also, sie geht, hat (wahrscheinlich) die angegebene Leistung, wie sieht sie sonst aus?
Es muss doch ein Unterschied sein zu einer vergleichbaren Polylampe (wo auch immer die hergestellt sein mag) eines namhaften Herstellers, die man bei uns im Dentalfachahandel  für den ca. 30-fachen Preis kauft.

Ja. Unterschiede sind ganz klar.
Negatives der Lampe, die offiziell aus China kommt:

  • billiges schwarzes Plastik
  • schlecht entgratet, unsaubere Fugen
  • einfach farbig lackiert
  • Akku selber nicht wechselbar
  • Kontaktprobleme in der Ladestation
  • Netzteil mit US-Stecker, jedoch Adapter auf Schuko dabei

Mögliche Propleme:

  • wie lange hält der Akku?
  • wie lange bringt die LED eine angemessene Leistung?
  • hält das Material mehrmalige tägliche Desinfektion durch?

Gibt es auch Positives?

  • Preis – unschlagbar
  • Lichtleiter macht einen sehr guten Eindruck – dieser allein ist den Preis der Lampe mehr als wert

Ach ja.
CE-Zeichen ist selbstverständlich Fehlanzeige.

Kaufen?

Wenn das mit dem CE-Zeichen nicht wäre, könnte man diese Lampe als Ersatzlampe bereithalten, wenn mal eine andere zur Reparatur wäre, oder im Labor für kleinere Reparaturen liegen haben.

 

Neuzugang 2014 (1) VDW MC Hedstroem- Instrument

von Hans – Willi Herrmann

Je mehr Jahre an Praxiserfahrung man aufweisen und damit auf bewährte Praxiskonzepte, die Behandlung betreffend, zurückgreifen kann, umso wählerischer wird man vermutlich werden. Neue Geräte, Instrumente, Materialien und auch Techniken betreffend. Und man kommt zu dem Schluß,  nicht mehr jedes neue Instrument oder Material, ganz gleich wie vollmundig beworben, ausprobieren zu müssen. Weil man weiß, was die vorhandene „Hardware“ zu leisten vermag.

Gewechselt, ausgetauscht oder neu eingeführt wird demnach nur noch, wenn das – um mit den „Eagles“ zu sprechen – „new kid in town“  handfeste Verbesserungen vorweisen kann.

Der Anteil an Neuzugängen wird demnach im Laufe der Zeit wesentlich niedriger werden und es ist schon ein Qualitätsbeweis  per se, falls es neue Instrumente, Geräte, Materialien überhaupt schaffen, sich einen Stammplatz in der Praxis zu erobern.

Für 2014 fallen mir spontan 3 Dinge ein, die ich diesbezüglich hier im Blog auflisten möchte. Den Auftakt machen an dieser Stelle die VDW- MC – Instrumente.

Bis dato für meine Belange unbrauchbar, hat sich die zweite Generation dieser Instrumentenfamilie durch ein Reihe von Modifikationen nun für mich als einsetzbar erwiesen.  Wären demnach eine Alternative zu den bislang verwendeten Micro Opener von Maillefer. Aber dies allein würde eine Erwähnung an dieser Stelle noch nicht rechtfertigen. Diesen Beitrag widme ich daher einem ganz bestimmten Instrument aus dem MC- Feilen- Sortiment, das bislang in unserer Praxis überhaupt nicht zum Einsatz kam.

Der VDW MC Hedstroem- Feile.
Einer Hedstroem- Feile am Stiel, sprich am Handgriff. Da sah ich bislang wenig Sinn drin, da  Hedstroem-Feilen so gut wie nie verwenden. Warum dann also noch eine zusätzliche Handgriff- Variante ? Die wir noch viel weniger benutzen werden als die ohnehin schon ein Schattendasein fristende konventionelle Variante  ????

Heute lieben wir das Instrument. So sehr, dass es bei uns sogar schon einen Spitznamen, einen Kosenamen bekommen hat.
Wir fischen damit bei Revisionen Guttapercha-Reste aus den Wurzelkanälen.
Die zum Beispiel in Isthmen oder auch gern mal periapikal sich befinden. Dafür benutzten wir bislang die Micro Opener. Mit den MC Hedstroem- Feilen – wir verwenden die weiße „ISO“ 15 – Variante – gelingt dies wesentlich schneller, effizienter, vorhersagbarer.
Macht Spass.

Kurzer Nachtrag.
Christoph Kaaden verwendet solche Instrumente schon eine ganze Weile.
Die Ur- Version, die mir persönlich zu nachgiebig war, aber vielleicht hätte ich nicht so schnell aufgeben sollen. Mit der neuen Variante komme ich hingegen hervorragend zurecht.  Er wird vermutlich beim Lesen dieses Berichtes sagen, „Hab ich Dir schon vor langer Zeit gesagt“. Recht hat er.

 

 

Laserschwert – Teil 2

von Christian Danzl

Neues zum hier beschiebenen grünen Laserpointer.

Der Link zu Amazon funktioniert nicht mehr.
Es kam letzte Woche eine mail von Amazon, dass der beschriebene grüne Laserpointer aus Sicherheitsgründen zurückgerufen, bzw. aus dem Verkehr gezogen wird.
Es wurde darum gebeten, das Gerät nicht mehr zu verwenden, der Kaufbetrag würde zurückerstattet werden.
War auch so. Zwei Tage später war die Gutschrift da.

Ähnliche Laserpointer zu einem vergleichbaren Preis gibt es aber noch.

Z.n. Schmerzbehandlung am Zahn 27 (2)

von Ostidald Wucker

Die entscheidende Frage wurde in einem Kommentar gestellt: Wo ist jetzt das Problem?

Was und wie will ich therapieren, wenn mir die Ursache unbekannt ist.
Zu den Fakten:
Eine irreversible Pulpitis lag vor.
Wie ist diese entstanden?

Am häufigsten wurden funktionelle Aspekte genannt.
Der Zahn zeigte im klinischen Bild keine Infraktur, keine Abrasion oder Attrition.Es waren keine erhöhten Sondierungstiefen, kein Lockerungsgrad zu verzeichnen.
Diese Fakten sprechen zunächst gegen eine funktionelle Komponente am Zahn.

Die Füllungslage ließ eine kariogene Ursache wenig wahrscheinlich erscheinen.

Die Entfernung der Weisheitszähne hat die Patientin erwähnt. Die distale Wurzel ist im Röntgenbild nicht genau zu erkennen. Ein erster Hinweis auf eine mögliche Komplikation mit den Weisheitszähnen.

Die Patientin hatte nach der ersten Schmerzbehandlung bei dem Kollegen noch leichte Aufbissbeschwerden an dem Zahn 27. Diese waren eindeutige reproduzierbar. Wir berieten die Patientin zur vorgesehenen und notwendigen endodontischen Behandlung. Die distale Wurzel zeigte ein mögliches Resorptionsgeschehen. Im Zusammenhang mit der Weisheitszahnentfernung 28, bzw der Lage des retinierten Zahnes 28 denkbar.

Wir haben zu einem DVT geraten. Verdachtsdiagnose: externe Resorption. Anbei die Aufnahmen.

 

Z.n. Schmerzbehandlung am Zahn 27

von Ostidald Wucker

Die Patientin ist beruflich stark eingespannt und sehr viel unterwegs. Seit einiger Zeit hatte sie latente Beschwerden an einem Zahn im Oberkiefer links. Diese waren mal kaum wahrnehmbar, mal etwas unangenehmer aber insgesamt aushaltbar.
Auf einer Dienstreise in Berlin kam es plötzlich zu akuten Beschwerden. Sie ging in eine ihr empfohlene Praxis. Der Berliner Kollege war etwas ratlos. Eindeutig waren die Aufbissbeschwerden am Zahn 27. Dieser hatte eine okklusale Füllung, keine Sekundärkaries, Lockerungsgrad 0 und keine erhöhten Sondierungstiefen. Vor 5 Jahren wurden die Weisheitszähne entfernt. Ansonsten hatte sie keine Probleme mehr – bis jetzt.

Nach einem Röntgenbild wurde der Zahn trepaniert und mit Ledermix versorgt. Die Beschwerden klangen etwas ab und wurden nach 2 Tagen wieder etwas heftiger.

Die Patientin stellte sich bei uns zur Schmerzbehandlung vor. Das von uns angefertigte Röntgenbild ließ keine eindeutige Ursache der endodontischen Problematik erkennen.

Was könnte eine mögliche Ursache sein? Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion.

DAC universal – update 1 Jahr

von Christian Danzl

So.
Ein Jahr läuft er nun unser DAC universal (der Zwischenbericht nach einem halben Jahr ist hier nachzulesen).

Was hat sich nach einem weitern halben Jahr getan?

Wie vor einem halben Jahr: Wieder nichts.

Läuft reibungslos uns zuverlässig. Ohne Murren und ohne Fehlermeldung.

Die anfängliche Befürchtung, dass die Lager der Turbinen und Winkelstücke arg leiden hat sich bei uns nicht bestätigt. Die Ölmenge ist auf Anraten eines Technikers auf max. eingestellt. Bis jetzt haben wir merklich weniger Lagerschäden als vorher.

Als Dokumentationsausgang haben wir uns für den Sego USB von Comcotec entschieden.

Die Revalidierung ist nun demnächst fällig. Ich bin zuversichtlich, dass alles ohne Probleme klappen wird.

 

Kurstadt

von Noel Shabrak

 

 

So sieht das Diagramm der Altersstruktur der Patienten in einer – nicht repräsentativen – Zahnarztpraxis in einer deutschen Kurstadt aus. Hier für das vergangene Jahr 2014.
Auf der X-Achse der Altersbereich (genau: 0-6 Jahre, 7-12, 13-20, 21-30, 31-40, 41-50, 51-60, 61-70, ab 71 Jahre), auf der Y-Achse die Anzahl der Patienten

Was fällt auf?

  • knapp 20% der Patienten sind über 70
  • mehr als die Hälfte der Patienten sind über 50
  • die „werberelevante Zielgruppe“ der 14-49-Jährigen ist mit nur ca. 40% Anteil dabei

Doch die Kurve könnte steiler verlaufen, tut sie aber nicht, denn:

  • wir haben eine Kinderzahnärztin auf Teilzeit beschäftigt, das hebt die Kurve im linken Bereich an
  • wir machen keine Hausbesuche in Alters-/Pflegeheimen oder Sanatorien, das dämpft die Steigung rechts
  • Praxis ist nicht komplett barrierefrei; dämpft auch rechts

Wie hat sich die Altersstruktue in den letzten Jahren verschoben?

Kaum. Die letzten 15 Jahre hat sich sehr wenig verändert. Das Diagramm schaut bei uns seit langem sehr ähnlich aus.

Was hat sich trotzdem verändert in den letzten 15 Jahren?

  • die Totalprothesen werden zugunsten implantatgetragener Lösungen weniger, liegt aber daran, dass sich Implantate in den letzten 10 Jahren als Behandlungsmöglichkeit etabliert haben
  • die „dicke Backe“ wird wieder mehr.
    Die 2004 eingeführten 10,- € Kassengebühr hat  die Patienten, die man jahrelang an einen jährlichen oder halbjährlichen Kontrolltermin herangeführt hat, alle wieder aus der Praxis getrieben, um Geld zu sparen. Das rächt sich natürlich nach einigen Jahren. Da ist es egal, dass die Kassengebühr schon wieder abgeschafft ist.

Was ist typisch für so eine Praxis mit dieser Altersstruktur der Patientenschaft?

  • eine/n Kinderzahnarzt/ärztin vollzeit zu beschäftigen ist nicht sinnvoll
  • für Rollatoren ist hin und wieder der Platz knapp
  • altersbedingte Schwerhörigkeit erschwert Terminvereinbarungen und Kommunikation vor Ort und besonders am Telefon
  • Entfernung von Druckstellen gehören zum täglichen Geschäft
  • die Patienten jenseits der 75 ist selten für einen Termin vor 10.00 Uhr zu begeistern

Was wird sich ändern in den nächsten Jahren?

  • die Kurve der Altersverteilung wird eher steiler, als flacher. Das liegt aber an der allgemeinen Altersstruktur Deutschland.
  • die prothetischen Arbeiten im preislichen Mittelfeld werden noch weniger werden. Es überwiegen jetzt schon die teuren und die ganz billigen Lösungen.

Z.n. Unfall 2005

von Ostidald Wucker

Die junge Patientin hatte 2005 einen Sturz von einem Klettergerüst. Der Zahn wurde in der Folge wurzelbehandelt. In den letzten Jahren fand eine kieferorthopädische Behandlung statt. Innerhalb dieser Behandlung wurde eine Veränderung der apikalen Region am Zahn 11 und eine leichte Verfärbung des Zahnes bemerkt.
Wahrscheinlich bestand die apikale Osteolyse bereits vorher, nur war diese im Orthopantomogram nicht zu erkennen. Es war etwas Glück dabei, dies dann auf dem Kontrollbild nach einem Jahr zu sehen.
Deshalb an dieser Stelle noch einmal den Hinweis traumatische Zahnverletzungen nachzuuntersuchen und ebenso Röntgenkontrollen anzufertigen.

Der Überweisungsgrund war die periapikal extrudierte und nicht entfernbare Wurzelfüllung für den Hauszahnarzt.

Die Nachkontrolle nach einem Jahr zeigt eine positive Entwicklung.

Recall einer wahrscheinlich kombinierten Paro/Endo Läsion

von Ostidald Wucker

Das neue Jahr brachte uns ein erstes Recall. Vor 4 Jahren wurde bei diesem Patienten mit einer kombinierten Ende/Paro Läsion eine endodontische und parosontologische Therapie begonnen. Wir haben dem Patienten damals keine so große Hoffnung gemacht.
Auf Grund der Anamnese ergab sich für uns der verdacht auf eine kombinierte Paro/Endo Läsion.
Klinische Befunde: Lockerungsgrad 0, Sondierungstiefen db 10mm, dl 9mm, b 5mm, li 6mm, ml 4mm, mb 4mm, Taschenexsudat +++, Sensibilität -, Perkussionsschmerz lateral und horizontal, deutliche Aufbissbeschwerden.
Der Zahn war endodontisch anbehandelt, was dem Patienten nicht bekannt war und definitiv mit Amalgam (allerdings insuffizient) verschlossen. Die Behandlung lag bereits längere Zeit zurück.

Nach der endodontischen Therapie schloss sich eine parodontalchirurgische Therapie an.
Die aktuellen Sondierungstiefen: Sondieungstiefen db 4mm, dl 5mm, b 3mm, li 2mm, ml 3mm, mb 2mm. Die prophetische Versorgung ist in der Planung.
Die Werte der generalisierten adulten Parodontitis zeigen sich im Verlauf der Behandlung von 2011 verbessert.
Wir sind für den weiteren Verlauf nunmehr optimistisch.

Literaturtip:

Endodontie 13 (2004), Nr. 2, Seite 133-146
Paro-Endo-Läsionen: Ätiologie, Diagnostik und Therapievorschläge – Eine Literaturübersicht
Zehnder, Matthias / Paqué, Frank / Gold, Steve / Hasselgren, Gunnar

Die Zahnarztpraxis in naher Zukunft – ein mögliches Szenario

von Noel Shabraq

Als ich noch jung war (70er/80er Jahre) ging ich regelmässig zum Zahnarzt und bei Bedarf zum Arzt.

Nein.

Dieser Satz ist KEINE Aufforderung für die Gleichstellungsbeauftragte tätig zu werden.

Ja.

Arzt und Zahnarzt.

Ich wuchs auf dem Land (Kleinstadt) auf.

Da waren Ärzte und Zahnärzte Männer.

Wenn man in eine „größere“ Stadt (Kreisstadt) kam, bemerkte man hin und wieder, dass auch Frauen als Ärztinnen tätig waren. Meist jedoch beschränkt auf Pädiatrie und Gynäkologie.

Dass es auch Zahnärztinnen gab, wurde mir erst später klar. Im Umkreis von 30 km war mir zumindest in der Jugend keine bekannt (was aber nicht heisst, dass es keine gab).

Irgendwann wurde man dann im Zahnmedizinstudium mit einer anderen Realität konfrontiert:

„Was machen die ganzen Mädels hier?“

Es gab also doch einen deutlich höheren Frauenanteil in der Zahnheilkunde, als mir bisher klar war. Uns so war es, dass bei uns im Examen (Mitte der 90er) dann ca. ein Drittel bis die Hälfte der Studierenden Frauen waren.

Niedergelassen hab ich mich in einer Kreisstadt Ende der 90er.
Ca. 17.000 Einwohner, 15 Zahnärzte, 2 Zahnärztinnen.
Mehr dann doch wieder das „klassische“ Verhältnis.

Und ich hab auch noch die „Macho“-Sprüche der alten Kollegen im Ohr:

„Naja. Karies ausbohren können Frauen vielleicht noch, aber denen geht doch die Kraft aus, wenn sie mal einen Weisheitszahn ziehen müssen!“

An den Satz hab ich noch oft denken müssen.
Denn, geschwitzt hab ich oft beim Entfernen von 8ern, aber eine KRAFTanstrengung war es sicherlich nie….

OK, aber, wie war es vorher?

Als Zahnarzt hat man eine Praxis übernommen oder sich eine neu gegründet. Man hat dort gearbeitet, die Praxis abbezahlt und wenn man sich zur Ruhe gesetzt hat, hat man die Praxis für gutes Geld verkauft und so war für die Altersversorgung auch sicher. Es gab eine Zulassungsbeschränkung, so dass auch immer ein gewisser Preis beim Verkauf erzielbar war.

Irgendwann fiel die Zulassungsbeschränkung.

Was zur Folge hatte, dass Praxen in exponierter Lage oder Praxen mit alter Einrichtung schwer, bis gar nicht mehr zu verkaufen waren. So kam es auch bei uns im Umkreis dazu, dass Praxen, wenn nicht ein Nachfolger in der Familie da war, einfach geschlossen wurden.
Wer noch ein wenig aktiv war konnte die Einrichtung noch bei eBay verkaufen, wer nicht, durfte für die Entsorgung auch noch bezahlen.

Eine gut gehende, zeitgemäss ausgestattete Praxis ist aber immer noch für einigermassen Geld zu verkaufen, da eine Neugründung heutzutage auch keine Zuckerschlecken ist.

Zur Zeit gibt es einen Trend, den ich hier am Ort beobachte:

Da noch genug Arbeit in der ZHK vorhanden ist, und jetzt Zahnärzt/Innen angestellt werden dürfen, geht der Trend auch dahin.
In den letzten 5 Jahren haben am Ort mindestens 5 Praxen Zahnärzte angestellt.
Genau, meistens Zahnärzte. Anfangs.

Jetzt sind es mehr Zahnärztinnen.
Es sind in den letzten Jahren auch einige Praxen von Frauen übernommen worden, aber angestellt sind durch die Bank Frauen (was aber auch nicht verwundert, da zur Zeit die Examensjahrgänge teilweise aus 90% Frauen bestehen).

So auch bei mir.

Meine angestellte ZÄ hat sich nach 6 Jahren in eine andere Praxis/Fachrichtung orientiert und ist noch einen halben Tag in der Woche da.
Also Stellenanzeige aufgegeben. Ersatz suchen.

Kurz:
Eine gleichwertigen (zeitlichen) Ersatz – also Vollzeit – haben wir nicht auf die Schnelle gefunden.
Sondern:
Eine Zahnärztin nach dem Mutterschutz (1. Kind), die Teilzeit arbeitet (16 h/Woche) und eine Zahnärztin nach dem Mutterschutz (nach dem 2. Kind), die auch Teilzeit (12 h/Woche) arbeitet.

Es wird zwar ein wenig komplizierter, aber es wird auch gehen.

So wie es aussieht, ist die ZA-Praxenlandschaft gewaltig im Umbruch.
Der Einzelkämpfer, der Vollzeit arbeitet und nach seiner aktiven Zeit seine Praxis für gutes Geld verkauft, ist eine aussterbende Spezies.
Zahnärzte anstellen wird immer schwieriger (ca. 10% Absolventen), Zahnärztinnen einstellen eher leichter (90% Absolventinnen). Anfangs noch Vollzeit werden nach diversen Schwangerschaften die Frauen in der ZHK hauptsächlich Teilzeit arbeiten (wenn überhaupt noch).

Und so wird ein Teil der Praxisinhaber selber weniger arbeiten, und dafür seine Teilzeitzähnärztinnen verwalten, die er für verschiedene Teilbereiche einstellt.

So kann ich mir durchaus vorstellen, dass man eben mit 55-65 Jahren (oder wann man eben aufhören wollte) die Praxis nicht verkauft, sondern Teilzeit-Zahnärztinnen einstellt und sich selber aus dem operativen Geschäft zurückzieht und nur noch die anfallenden, nicht delegierbaren Verwaltungsaufgaben erledigt.
So eine Praxis ist aber dann natürlich wieder deutlich leichter zu verkaufen.

Leider aber auch an Nicht-Zahnärzte.
Also Investoren, die aus dem medizinischen, oder nichtmedizinischen Umfeld kommen werden.
Privatklinikbetreiber, Pharmafirmen, Dentaldepots, Krankenkassen, aber auch andere, fachfremde Investoren, die nur Geld verdienen wollen.
Wenn das gesetzlich anfangs vielleicht noch nicht möglich sein sollte, wird das über Stohmänner erfolgen. Aber Gesetze werden dahingehend sicherlich noch geändert werden um den Ausverkauf auch der Zahnmedizin an Investoren zu ermöglichen.

Die Preise für den Patienten werden dabei sicher nicht sinken, die Qualität der Behandlung allemal. Dafür werden wir täglich mit Werbung zugerdröhnt werden, in der die höchste Qualität der Versorgung – ermöglicht durch den neuen Träger – angepriesen wird.

Freie Arztwahl?
Man muss kein großer Visionär sein, um sich diese Frage selber zu beantworten.

Wie gesagt, ein mögliches Szenario.
Hoffen wir, dass der Ausverkauf der Zahnheilkunde nicht so erfolgen wird, sondern die ZHK in Händen der Zahnärzte bleibt. Angestellt oder Selbständig.

Artikel in der „Zeit“ – Die Wurzel des Übels

von Hans – Willi Herrmann

Er habe in der „Zeit“ über ein spezielles Wurzelkanalinstrument gelesen.
Ob ich den Artikel kennen würde, fragte der zur Wurzelkanalbehandlung überwiesene Patient beim Aus-der-Tür-Gehen.
Es war seine erste Behandlungssitzung bei uns, ich hatte ihm während unserer Behandlung ein wenig vom Aufbau der von uns verwendeten Instrumente erzählt.

Ich verneinte, aber schnell war klar, im Zeitungsbericht ging es um das Lentulo.

Natürlich wollte ich den Artikel lesen.
Ob er mir die Zeitung mitbringen könne, fragte ich.
Der Patient hielt Wort. Und brachte zur nächsten Behandlungssitzung  die betreffende „Zeit“- Doppelseite mit.

Ein ausführlicher Bericht über die Wurzelkanalbehandlung in der wohl renommiertesten deutschsprachigen Wochenzeitschrift ?

Jeder Lobbyverband wäre froh über soviel kostenlose PR.
Wer nachlesen möchte, was  über Zahnschmerzen und Möglichkeiten des Zahnerhaltes durch Wurzelkanalbehandlung geschrieben wurde, der nutze diesen Link bei „Zeit Online“ zum Nachlesen.

Dem einen oder anderen wird dabei vermutlich gegen Ende der ersten Seite das Lachen spontan aus dem Gesicht verschwinden. Die Autorin wagt es nämlich, das böse C- Wort nicht nur zu erwähnen, sondern darüber hinaus besagtes Desinfektionsmittel als das beste und eindrucksvollste überhaupt anzupreisen. Nur der Vollständigkeit halber. Von Kofferdam, Dentalmikroskop, elektrischer Längenmessung war bis dato  keine Rede, wird auch im Nachfolgenden nicht gesprochen und der Begriff „Spezialist“ wird lediglich im Zusammenhang mit Korallenriffen erwähnt.

Wer nun zum Schluss kommen sollte, die „Zeit“ sei auch nicht mehr das, was sie einstmals war, den möchte ich auf das Erscheinungsdatum des Artikels kurz vor Weihnachten hinweisen. Jahreszeitlich gesehen schwebt über diesem Aufsatz adventsbedingt also nicht nur die auch im Dezember drückend heiße Mittagssonne Timbuktus, sondern auch der zur Versöhnung und Völkerverständigung aufrufende Stern von Bethlehem.

Und daher schlage ich vor –  Friede auf Erden – gewissermaßen als guter Vorsatz für das gerade begonnene Jahr 2015 – einfach mal versuchsweise – rein hypothetisch – anzunehmen, das das in den Artikel Beschriebene wahr ist.

Wie ließ Arthur Conan Doyle seinen Helden Sherlock Holmes einst sagen: „Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag.“

Es gab Jahrzehnte,  in denen die Endodontie generell als falsch verschrien war.
Es gibt Vorurteile aus dieser Zeit, die sich bis heute hartnäckig halten.
Die nicht tot zu kriegen, aber dennoch falsch sind.

Das alles im Hinterkopf und  dem entsprechenden zeitlichen Abstand sollte es doch heutzutage möglich sein, CHKM  erneut und vorbehaltlos zu revaluieren.

Was spräche also dagegen, in diesem Jahr einfach mal – von mir aus in den sogenannten hoffnungslosen Fällen – zu eruieren, ob man unter Zuhilfenahme „reinigender Kriechmittel“ die entsprechenden Zähne erhalten kann.

Und nächstes Jahr sprechen wir hier darüber, welche Erfahrungen gemacht wurden.
Einen Versuch wäre es wert und die Patienten  – die Autorin ist das beste Beispiel –  würden es danken.

Presskeramik

von Bodald Necker

da bei diesem Beitrag die Frage aufkam, ob man die fertige Arbeit zeigen könnte, hier eine vergleichbare Teilkrone aus Presskeramik.

Hinweise:

  • mit einer dünnen Kanüle lässt sich das Ätzgel ganz gut nur auf den Schmerz aufbringen, nach 15 s wird auch das Dentin für ca 15 sek mitgeätzt
  • total etch/total bonding mit Syntac Classic, Polymerisation vor dem Einbringen der Restauration
  • die TK kommt mit Flusssäure geätzt aus dem Labor, vor Ort nochmals Reinigung mit Phosphorsäure. Silan, Heliobond, Polymerisation vor dem Einbringen.
  • Komposit als Kleber
  • Rest der Pressfahne wird im zugänglichen Bereich nicht mehr entfernt sondern mitpolymerisiert und anschliessend mit Brownie entfernt

Röntgenauswertung zur Behandlungsplanung (2)

von Ostidald Wucker

Die Beschwerden der Patientin waren vorrangig auf den Zahn 46 zurückzuführen. Der fehlende Kontaktpunkt am Zahn 47 wurde zunächst provisorisch wiederhergestellt.

Die Auswertung des Röntgenbildes am Zahn 46 war nicht einfach. Das Bild zegte eine Unschärfe, welche durch einen erhöhten Würgereiz und dem damit verbundenen verwackeln zusammen hing.

Unsere Diagnose am Zahn 46 lautet:
Z.n Wurzelbehandlung mit Perforation(en) Pulpaboden und Fremdkörperextrusion
VD Z.n Wurzelbehandlung mit Instrumentenfraktur, P. apicalis und Z.n. Wurzelbehandlung und Verdacht auf unbehandelte Kanalstrukturen

Im DVT zeigte sich, daß im mesiobukkalen Kanal der Verdacht auf eine Instrumentenfraktur besteht und es konnte die Lage des Fremdmaterials dreidimensional erfasst werden. Dadurch wurde das „Blindfischen“ nach dem Material erleichtert und es gelang die nahezu vollständige Entfernung desselben. Das Hilfsmittel der Wahl ist bei uns ein modifizierter Microopener und Microdebrider.

Nach der erfolgreichen Entfernung des Fremdmaterials wurde die Perforation mit ProRoot MTA abgedeckt. Die Entfernung des Fragmentes gelang in 2 Teilen in der darauffolgenden Sitzung. In der Masterpointaufnahme zeigte sich noch verbliebenes Obturationsmaterial, welches nach US aktivierter Spülung mit Natriumhypochlorit entfernt werden konnte. Im Bereich des mesialen Pulpenbodens registrierten wir eine Mikroperforation. Der Verdacht wurde durch Kontrolle mit dem elektrischen Längenmessgerät erhärtet. Die Perforation wurde nach der Kavitätendesinfektion und -reinigung und Wurzelfüllung mit ProRoot MTA verschlossen.

Abschließend kann man die Behandlung als wahrscheinlich erfolgreich einstufen. Bedenken hat uns die nicht revidierter laterale Kanal in der Disteln Wurzel bereitet. Dies im Blickfeld des Zustandes im Pulpencavum mit der massiven bakteriellen Besiedelung. Die mögliche Instabilität des Puppenbodens ist ein weiterer kritischer Punkt. Die prothetische Versorgung wurde zeitnah angeraten.

Wir werden über den weiteren Verlauf berichten.

 

Saving hopeless teeth 28/5 – follow up 3 ein weiteres Jahr

von Bodald Necker

Das Follow Up nach einem Jahr ist hier beschrieben.
Nach weiteren 15 Monaten hat sich der Patient zur Routineuntersuchung und zur Professionellen Zahnreinigung wieder vorgestellt. Insgesamt zweieinhalb Jahre nach der WF stellt sich die Situation ganz gut dar.

Das aktuelle Röntgenbild zeigt kaum Veränderung. Man könnte maximal eine weitere Heilungstendenz an der mb-Wurzel interpretieren, aber das wird eher dem anderen Aufnahmewinkel geschuldet sein.
Die buccale Knochenlamelle wird nicht mehr zurückkommen.

Was sagt der Patient?
Keine Schmerzen, volle Funktion.
Der ist hoch zufrieden und froh, dass er sich nicht für die Extraktion entschieden hat.

Hoffen wir, dass es noch lange so bleibt.

Röntgenauswertung zur Behandlungsplanung

von Ostidald Wucker

Die Patientin wurde uns mit akuten Beschwerden überwiesen. Die Zähne 47 und 46 waren druckdolent auf Palpation vestibulär, aufbissempfindlich und der Zahn 46 reagierte zusätzlich auf laterale Perkussion. Der Lockerungsrad ist an beiden Zähnen 0. Die Sondierungstiefen sind zirkulär zwischen 3-5 mm im Sinne einer P. marginalis adulta.

Die Füllungen sind insuffizient und zeigen Sekundärkaries und insuffiziente Füllungsränder. Die Wurzelbehandlungen beider Zähne sind ca. 12 Monate alt.

Die Röntgenbilder zeigten multiple Probleme an den Zähnen 46,47. Welche Diagnose können Sie an Hand der vorhandenen Röntgenbilder erkennen, bzw. welche Verdachtsdiagnosen bestehen?

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Unerwartete Anatomie Zahn 26, 27- die WF

von Donald Becker

Ebenso unspektakulär wie der Ausgangszahnfilm kommen im letzte Woche hier vorgestellten Fall die orthograden WF- Kontrollaufnahmen daher.

Erst in den exzentrischen Aufnahmen offenbart sich zumindest ansatzweise die aussergewöhnliche Anatomie, wenngleich auch hier noch vieles verborgen bleibt. Es bleiben also nur Mutmaßungen, wieviel der vorhandenen Anatomie tatsächlich einer Bearbeitung und Wurzelfüllung zugeführt werden konnte. Genaueren Aufschluss könnte höchstens ein weiteres DVT geben, für das es meines Erachtens jedoch zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Indikation gibt.

Die Aufbereitung erfolgte mit VDW Reciproc R25-, VDW Flexmaster 15.02-,  VDW MTwo- Instrumenten von 15.05 aufwärts über R25, 30.06, 35.06. 40.06.

Mesiobukkal und distobukkal wurde apikal aufbereitet bis 40.06, mesiobukkopalatinal bis 30.06,  palatinal darüber hinaus mit ProFile 60/.04 auf Arbeitslänge.
Abschließend kam 4 Minuten pro Kanal die SAF- Feile (Durchmesser 2 mm)  zum Einsatz, danach ergänzend PUI mit einem Glasfaser- Instrumentenansatz,  bevor mit erwärmter Guttapercha in zeitgemäßer Schilder- Technik mit Kerr PCS XWT als Sealer die Wurzelkänle verschlossen wurden.

Zur Verdeutlichung der Anatomie habe ich ergänzend zum DVT- Video noch einige Screenshots hier aufgeführt.

Und hier die therapiebegleitend erstellten  Röntgenaufnahmen:

Kleine Helfer – Teil 8

von Christian Danzl

NEU ist er sicher nicht, der Interdentalkeil aus Ahorn. Jeder kennt ihn aus dem Studium, man kommt fast nicht ohne ihn aus, wenn es darum geht Zähne zu separieren oder Matrizen zu fixieren.

Seit geraumer Zeit benutze ich ihn (und auch seine Kollegen aus Kunststoff) während der Präparation. Ich bringe den Keil VOR der Präparation in den Approximalraum ein.

  • er verdrängt die Gingiva und schützt sie vor dem Diamanten oder Rosenbohrer
  • er hält das Blut fern, welches sich gern approximal in die Kavität schleicht und sorgt für bessere Sicht (leider hab ich nicht nur Patienten mit plaquefreien Approximalbereichen)
  • er bietet dem rotierenden Instrument Widerstand, somit „fällt“ man nicht in die Gingiva, wenn sich der Zahn mit zunehmender Kavitätentiefe nach zentral verjüngt
  • wenn der Keil durch das rotierende Instrument „individualisiert“ ist, passt er auch anschliessend besser, um die Teilmatrize bombieren zu können – sofern er nicht zu sehr beschädigt wurde

Anschliessend ein paar Bilder von der letzten Präparation für eine e.max Teilkrone.
Die weissen Stellen sind Reste von Gænial-Bond, GC. Z.n. Cp-Behandlung mit Calciumhydroxid, fixiert mit Vertise-Flow, abgedeckt mit Gænial Bond und Gænial Flow.
Die Präparation wurde finiert mit Shofu Brownie Minipoints mit FG-Schaft im roten Winkelstück/Turbine, das ergibt eine glatte Oberfläche für eine gute Abformung – kein Zahntechniker hat sich je darüber Beschwert ;-)
Die Provisorien werden anschliessend geklebt mit einem kontrastfarbenem Flow-Komposit (z.B. Venus Flow Baseliner) OHNE Bonding. So halten die Provisorien gut, lassen sich trotzdem ausreichend gut entfernen, die Kompositreste auf dem Zahn lassen sich Dank der Kontrastfarbe  gut erkennen und mit dem ZEG entfernen. Die Kavität wird dann zum Einsetzten vor dem Ätzen und Bonden sandgestrahlt (da werden auch die weissen Bonding-Reste mit entfernt und das Komposit und die Zahnoberfläche genügend angeraut um einen guten Halt zu sorgen)

Da in DIESEM Fall Komposit in der Kavität ist, wird das Provisorium mit Harvard-Zement eingesetzt.

Interdentalkeile für die Präparation im Approximalraum

Keile in situ

Approximalräume mit Brownie finiert

nach Entfernung der Keile

 

Interdentalkeile für die Präparation im Approximalraum

aus 7 mach 11

von Bodald Necker

Alle Jahre wieder, wenn der Pat zur Kontrolle kommt, gibt es wieder ein Bild.
Wie schon hier nach 7 Jahren gezeigt (und dazwischen auch hin und wieder) sieht die Füllung auch nach 11 Jahren auch immer noch passabel aus.
Trotz einer Mundhygiene, bei der sich der Patient sicher nicht überlastet.

Die Füllung wird weiter halten, und wird sicher auch, die – als nicht erreichbar prognostizierten – 7 Jahre, zwei mal erreichen.

 

 

11 y follow-up

 

 

 

Fragestellung: Parodontitis apicalis? (3)

von Ostidald Wucker

Die Ausgangssituation und die erhobenen Befunde haben wir bereits hier und hier vorgestellt.

Wir haben eine DVT erstellt.

25 P. apicalis,
Sensibilität negativ, Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, kein Palpationsschmerz.

24 VD verbreiterter Parodontalspalt
Sensibilität positiv (Zeitnahe Reaktion auf Kalt innhalb von 2 Sekunden.)
Lockerungsgrad 0, kein Perkussionsschmerz, kein Palpationsschmerz.
Klinisch intakte Kunststofffüllung.

Die Patientin wurde über die Befunde und Behandlungsplanung aufgeklärt. Wir haben die Therapie des Zahnes 25 primär angeraten. Eine zusätzliche Behandlung am Zahn 24 haben wir nicht vollständig ausgeschlossen. Diese jedoch erst nach weiterbestehenden klinischen Symptomen nach Behandlung des Zahnes 25 angeraten.

In der endodontische Behandlung des Zahnes 25 zeigte sich unter optischer Vergrößerung mit dem Dentalmikroskop eine unauffällige bestehende Wurzelfüllung. Nach Entfernung des Wurzelfüllmaterials und Desinfektion des Kanalsystems ließen sich apikal zwei Neoforamen optisch darstellen. Nach einer Einlage mit CaOH waren alle Symptome abgeklungen und die Patientin war vollständig beschwerdefrei.

Das mesiobukkale Formen  mit #70 und das distale Foramen mit #40 wurden mit ProRoot MTA ohne apikales Widerlager in der zweiten Behandlungssitzung verschlossen.

Der Zahn 24 wird innerhalb des endodontischen Recalls kontrolliert. Eine Behandlung erscheint im Moment nicht indiziert. Sensibilitätsprüfungen sollten zunächst im Abstand von 3 Monaten erfolgen.

Sehhilfe

von Christian Danzl

In einer Zahnarztpraxis sind nicht nur die Geräte einer gewissen Alterung unterworfen. Auch das Personal wird im Laufe der Jahre merken, dass verschiedene Dinge nicht mehr so sind wie früher.
So bemerkt man, dass durchaus beim Lesen, dass die Arme „zu kurz“ werden, wenn Elastizität der Linse im Auge nachlässt, und die Altersweitsichtigkeit zuschlägt.
Ist nichts neues, trifft fast alle.
Also ist eine Lesebrille nicht verkehrt.
Wenn es nur ums Lesen geht, reicht es in der Zahnarztpraxis auch. Beim Assistieren am Stuhl wird es schon schwieriger, da die meisten Lesebrillen nur bedingt als Schutzbrillen geeignet sind.

Mögliche Lösung des Problems sind „Leselinsen“ oder „Nahteilsegmente“.
Das sind auf Brillengläser aufklebbare Vergrösserungslinsen.

Wir haben in der Praxis zwei Typen getestet, einmal die Nahteilsegmentfolien „Press-On“ von 3M und die „Leselinsen“ von Hydrotac.

Beide Folienlinsen werden mit einem Tropfen Wasser auf die Brillengläser (innen oder aussen) aufgebracht, positioniert, festgedrückt und der Wasserüberschuss entfernt.
Die Linsen sind abnehmbar und können auf einer anderen Brille neu angebracht werden. Sicher nicht unendlich oft.

Mein erster Gedanke: Kann nicht gehen!

Geht doch. Und zwar gar nicht mal so schlecht.

Diese Linsen sind jetzt kein Allheilmittel, da braucht man sich nichts vormachen.
Die Linsen halten zwar sehr gut auf der Brille, die Reinigung ist aber durch die entstehenden Kanten auf dem Brillenglas erschwert. Es empfiehlt sich auch die Linsen auf der Innenseite der Gläser anzubringen, da bei der Schutzbrille aussen die Verschmutzung stärker sein wird (ausser die Gläser sind zu nah am Auge, dann ist potentielle Wimperntusche auch ein Problem).
Besser gefallen haben wir die Hydrotac, da dies richtige Linsen sind, während es sich bei den 3M um Fresnel-Linsen handelt. Diese sind zwar dünner, aber wegen der unebenen Oberfläche, deutlich schlechter zu reinigen.

Preislich liegen beide Systeme um 35,- €. Nicht unbedingt ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass die meisten Standard-Schutzbrillen um weniger als die Hälfte zu haben sind. Allerdings lassen sich auch Laser- und Blaulicht-Schutzbrillen einfach umrüsten.

 

3M Press-On

Hydrotac

Erweiterung EndoPilot

von Christian Danzl

Letzten Donnerstag, Freitag und Samstag fand in Hamburg die 4. Jahrestagung der DGET statt. Neben einem interessanten Fortbildungsprogramm präsentiert natürlich auch die Industrie Neuheiten.

Schlumbohm ist dabei den EndoPilot wieder zu erweitern. Aktuell wurde der Prototyp für die Erweiterung für die SAF, Self Adjusting File, vorgestellt.
Mit der schon länger verfügbaren Peristaltikpumpe ist die Versorgung mit Spülflüssigkeit gewährleistet. Die Einheit wird um einen Mikromotor erweitert, somit kann die SAF im separaten Winkelstück betrieben werden.
Wie gesagt, es handelt sich momentan noch um einen Prototypen, ein möglicher Liefertermin steht noch nicht fest.

Wieder ein Schritt in Richtung weniger Geräte und weniger Kabelsalat.

EdoPilot mit Peristaltikpumpe

EndoPilot mit zusätzlichen Handstück links für die SAF

Der Herbst bringt neue Instrumente/Geräte (4) – ReDent-Nova Endostation und Morita DentaPort ZX OTR

von Hans-Willi Herrmann

Die „reziproke“ Aufbereitungsweise ist etabliert. Neuester Beweis für diese These: Zwei neue „herstellerunabhängige“ Motoren weisen diese Arbeitsbewegung auf. Die Endostation von ReDent-Nova, dem Erfinder der SAF- Feile und der DentaPort ZX OTR der Firma Morita.

Was mir an der Endostation (die sowohl vollrotierend, aber auch  in Ghassan Yared-Technik, also „reziprok“ und mittels SAF- Instrument feilend arbeiten kann) gut gefällt – der automatische Timer, der exakt die Zeit misst, die die SAF-Feile im Kanal arbeitet. Ja, 4 Minuten pro Kanal können sehr, sehr lange sein. Und man ertappt sich immer mal wieder dabei, dass man diese Uhr verflucht. Aber machen wir uns nichts vor. Ohne diese Kontrolle würde man das Reinigungsprotokoll möglicherweise unbeabsichtigt abkürzen.

Die in der Endostation integrierte reziproke Arbeitsbewegung soll im Übrigen exakt den Einstellungen der VDW Reciproc- und Wave One – Instrumente entsprechen, sagt ReDent Nova und beruft sich auf Aussagen des Motoren- Herstellers. Als Reciproc- Anwender der ersten Stunde warte ich sicherheitshalber das Okay von VDW diesbezüglich ab und setze gegenwärtig die Endostation nur mit der SAF- Feile ein und nutze für meine konventionellen NiTi- Instrumente den VDW Gold Reciproc und den Endopiloten von Schlumbohm.

Auch das DentaPort ZX OTR ist ein Gerät mit Dreifachfunktion: Apexlokator, vollrotierende Bewegung und Ghassan Yared- Technik. Allerdings in abgewandelter Form: OTR steht für Optimum Torque Reverse. Soll heißen – solange die Belastung der Instrumente einen bestimmten Grenzwert nicht überschreitet, arbeitet das Instrument vollrotierend. Oberhalb des Grenzwertes macht das Instrument eine 180 Grad- Drehung im Uhrzeigersinn und eine 90 Grad Drehung im Gegenuhrzeigersinn. Das beste zweier Welten, ist man versucht, zu sagen, erlaubt doch die vollrotierende Arbeitsweise den Abtransport der Dentinspäne im Sinne eines Förderschneckenefffektes nach koronal und bei höherer Belastung ist es nicht wie bislang der Motor, der im Sinne eines „Auto Reverse“das Vordringen stoppt und damit den Arbeitsfluß hemmt, sondern er setzt, wenn auch in geänderter Art und Weise instrumentenschonend seine Apikalbewegung fort.

Lässt sich das DentaPort ZX OTR auch mit Reciproc und Wave One – Instrumenten nutzen ?

Man sollte dies annehmen, denn schließlich sind das ja die Instrumente, die den Trend auslösten. Da beide Instrumente jedoch Gewindeschneiden im Gegenuhrzeigersinn besitzen, wäre dies nur möglich, wenn die Arbeitsbewegung gewissermaßen „umpolbar“ ablaufen könnte und dies geht meines Wissens (man mag mich berichtigen) gegenwärtig zumindest nicht.

 

 

 

Fragmententfernung – mal anders

von Bodald Necker

Die Patientin kam neu zu uns in die Praxis.
Bei Ihrem Hauszahnarzt hätte sie erst in 4 Wochen einen trotz staker Schmerzen bekommen.
Die Schmerzen wären unten rechts, die Backe sei dick und heiss.

Klinische Inspektion zeigte extraoral nichts auffälliges, eine Schwellung war nicht zu erkennen auch ein Temperaturunterschied war nicht fühlbar.

Intraoral zeigte sich ein kariesfreies Gebiss. Alle Zähne im betreffenden Bereich zeigten sich sensibel auf Kälte. Perkussion war normal, lediglich der 47 zeigte sich empfindlicher als der Rest. Distal 47 imponierte eine verdickte Gingiva, faltig und weisslich. Sondierung in die Zahnfleischtasche löste Schmerzen und Blutung aus. Lokal distal und buccal begrenzt.
Da nach Aussage der Patientin vor nicht all zu langer Zeit Weisheitszähne entfernt wurden, fertigten wir ein Röntgenbild an.

Das Röntgenbild war bezüglich der angegebenen Schmerzen ohne Befund, so dass es sich um eine lokale Gingivitis bisher unbekannter Genese handelte. Therapie war Spülung der Tasche mit CHX und Einbringen von CHX-Gel.

Was jedoch auffiel war eine ca. 2 x 4 mm große, dreieckige, metalldichte Verschattung.

 

Die nochmalige Inspektion der Mundhöhle, Kontrolle der Hülle des Röntgenfilmes ergab keine Auffälligkeiten, so dass der Verdacht bestand, dass sich der Grund für die Verschattung auf dem Röntgenbild im Knochen befand.

Auf Nachfrage berichtete die Patientin, dass der 48 geteilt werden musste und die Wunde lange nicht zuheilte.

Die Patientin wurde am nächsten Tag wieder bestellt, um die Zahnfleischtasche nochmals zu spülen und nochmals ein Röntgenbild zur Kontrolle anzufertigen.

Ergebnis:
Der Schmerz war weg, die Verschattung noch da.

 

Es könnte also sein, dass es sich bei der im Röntgenbild sichtbaren Verschattung um ein frakturiertes Teil eines Luxators der von HZA durchgeführten Weisheitszahnentfernung handelt.

Was ist zu erwarten?

Der Helligkeit der Verschattung nach zu urteilen, ist dies kein Titaninstrument, das hier verblieben ist, es ist eher ein Stahlinstrument.
Titan hätte mich nicht groß ins Grübeln gebracht, aber was passiert mit dem Stahl, wenn es mehrere Jahre verbleibt.
Was ist drin im „Chirurgenstahl“?
Ausser Eisen werden wir Chrom, Nickel, Molybdän oder Mangan finden.

Jetzt die Frage:

Was tun?

Raus damit oder „aggressives Beobachten“?

Was wir auf jeden Fall tun werden, ist, den Vorbehandler zu kontaktieren um in Erfahrung zu bringen, um welches Instrument es sich handelt (falls der Kollege überhaupt etwas bemerkt haben sollte).
Ich werde berichten.

Take Our Poll

Paraformaldehydhaltiges Devitalisierungsmittel – ohne Nekrose II

von Maurice Eugene Brezner

14 Tage nach der Aufbereitung kam die Patientin wieder in die Praxis, um den 46 abfüllen zu lassen.
In der Zwischenzeit waren weder Schmerzen, noch andere Missempfindungen aufgetreten, also Stand der Wurzelfüllung der 4 Kanäle nichts mehr im Wege.

Also das Calciumhydroxid entfernt, nochmalige US-Spülung, Masterpoint und WF.

Da bisher keine Beschwerden auftraten, gehe ich davon aus, dass auch keine mehr kommen.

Masterpoint

WF

 

Laserschwert

von Christian Danzl

Bei mir in der Praxis läuft die Übertragung des Live-Bildes aus dem Mikroskop über eine Sony Nex 5, die an einen 40″ Fernseher an der Wand angeschlossen ist.
So kann die Helferin, Begleitpersonen oder Hospitanten sehen was gerade im Zahn passiert.
Aber auch die Patienten wollen hinterher ab und zu sehen, was gemacht wurde. So kann man während der Behandlung aufgenommene Fotos oder Videos zeigen und erklären.

Ist ja alles nix neues.

Um nicht immer mit dem Finger oder dem Stift rum zeigen zu müssen, hab ich mich dann doch mal entschlossen, einen Laserpointer zu kaufen. Ist auch keine Erfindung, die es erst seit letztem Jahr gibt.

Farbe?

Naja, das klassische Rot ist nicht immer so gut zu sehen, also hab ich mal einen Grünen und einen Blauen bestellt, um zu vergleichen (beide liefern einen Strahl mit einer Leistung unter 1 mW, Laser Klasse II (EN 60825-1), also im sichtbaren Spektralbereich und unter 0,25 s Bestrahlungsdauer für das Auge ungefährlich).

Der Grüne ist im 532 nm schön im hellen grünen Bereich sehr gut sichtbar. Die Reflektionen halten sich dank der matten Oberfläche des Bildschirms auch im Rahmen. Funktioniert.

Und der Blaue?
Geht auch, er tendiert mit 405 nm Wellenlänge leicht ins Violette ist nicht ausserordentlich gut zusehen auf dem Bildschirm. Würde reichen, aber der Grüne ist besser zusehen.

Aber er härtet Komposit aus. Und das nicht schlecht.
Während Campherchinon eine Wellenlänge von 440 bis 480 nm zur Polymerisation braucht, reagiert Phenyl-Propanniol auf Licht von 300 bis 450 nm.

Welcher Initiator in den bei mir verwendeten Kompositen eingesetzt ist hab ich noch nicht nachgelesen, aber jedes, das ich in der Praxis gefunden habe, härtet unter den Laserlicht sehr schnell aus.

Das heisst jetzt nicht, dass meine Polymerisationslampen rausfliegen, aber der Laser hat schon einen festen Platz im Labor um dort die hin und wieder anfallenden Lichtpolymerisationsaufgaben zu übernehmen.

Schutzbrille?
Diese hier filtert sehr viel vom Laserstrahl weg.

Paraformaldehydhaltiges Devitalisierungsmittel – ohne Nekrose

von Maurice Eugene Brezner

Die Patientin ist selber ZA-Helferin. Im Urlaub am Gardasee bekam sie plötzlich Zahnschmerzen. Der 46 machte massive Beschwerden. Vor Ort ging suchte sie eine Zahnarztpraxis auf.
Trepanation, medikamentöse Einlage, provisorischer Verschluss mit Cavit. Nach dem Urlaub kam sie zu mir in die Praxis, um die Wurzelbehandlung fertig stellen zu lassen. Die Frage nach momentanen Schmerzen konnte sie verneinen. Nach der Behandlung in Italien hatte sie noch zwei Tage Schmerzen.
„Aber ich glaube, sie hat Toxavit genommen. Der Geruch war unverkennbar.“, sagte die Patientin mit gerunzelter Stirn. Sie war sichtlich nicht begeistert. Nach klinischer Inspektion und Sichtung des Röntgenbildes konnte man nur eine perfekte Trepanationsöffnung und deren anschliessende saubere Verschluss mit Cavit ausmachen.
Leitungsanästhesie, Kofferdam, Entfernung des Cavit. Nach Entfernung von gut 1 mm Cavit war ein charakteristischer aromatischer Geruch wahrnehmbar, zurückzuführen auf ein paraformaldehydhaltiges Devitalisierungsmittel.
Nach der restlichen Entfernung des Cavits war der spezifische Geruch deutlich vernehmbar. Die Kanaleingänge und der Pulpaboden waren sehr sauber dargestellt und es fand sich noch paraformaldehydhaltiges Devitalisierungsmittel auf dem Pulpaboden. Dieses wurde entfernt und die Pulpakammer und die Kanaleingänge gespült. Anschliessend wurden die Kanäle aufbereitet.  
Der Geruch von paraformaldehydhaltigem Devitalisierungsmittel.war aber noch nicht ganz weg. Nach weiterer Inspektion der Kanäle fiel mesial unter einem kleinen Überhang ein Isthmus ins Auge, der noch Reste von paraformaldehydhaltiges Devitalisierungsmittel. enthielt.  
Der Isthmus wurde mit einer US-Spitze aufgezogen und das verbliebene paraformaldehydhaltiges Devitalisierungsmittel konnte entfernt werden. Anschliessend wieder Spülung mit NaOCl, Med mit Calciumhydroxid.  
Die WF erfolgt beim nächsten Termin. Die Kollegin in Italien hat wie aus dem Lehrbuch trepaniert, uns anschliessend dicht und ohne Wattepellet verschlossen. Alles perfekt.
Das ist kein Kunststück, sagen sie?
Ist es auch nicht. Wirklich nicht.
Trotzdem sehe ich jeden Tag in der Praxis, dass es anscheinend doch eines ist, das nicht jeder ZA beherrscht. Also ein dickes Lob an die Kollegin.

Nun zum paraformaldehydhaltiges Devitalisierungsmittel: Das kann jeder machen wie er will, da Jeder seine Behandlung selber verantworten muss,  bei uns in der Praxis gibt es das Mittel schon Jahre nicht mehr.
Durch die saubere Trepanation, die 4-wandige Kavität und den dichten Verschluss konnte das paraformaldehydhaltige Devitalisierungsmittel nicht koronal aus dem Zahn austreten und somit hier keinen Schaden anrichten. Ob es apikal Schaden angerichtet hat, kann ich nicht beurteilen, zumindest ist auf dem Röntgenbild nichts zu erkennen und die Patientin ist schmerzfrei.
Da die Kollegin sehr gut gearbeitet hat, sind keine primären Schäden aufgetreten, allerdings wäre ein ähnliches Ergebnis (zwei Tage nach Primärbehandlung noch Schmerzen) wahrscheinlich auch mit anderen Mitteln zu erreichen gewesen.

Gleitpfad – Komet PathGlider

von Christien Danzl

Es gibt verschiedene Wege bei der Wurzelkanalbehandlung einen Gleitpfad zu etablieren. Per Handfeile, maschinell, der eine Kombination daraus. Das macht jeder wie es ihm  beim jeweiligen Zahn am besten erscheint.
Bei den maschinellen Feilen kamen bis jetzt bei mir Maillefer PathFiles oder FKG Scout RaCe zum Einsatz.
Komet hat jetzt für diesen Einsatzzweck die PathGlider auf den Markt gebracht.
Sie sind momentan verfügbar als 15/03 und 20/03, eine 10er Feile soll noch kommen.
Optimale Drehzahl liegt bei 300 rpm (max. 500 rpm), Drehmoment 0,5 Ncm.
Der Feilenquerschnitt ist „drachenförmig“, wie auch bei den Komet AlphaKite Feilen.

Indikation sind lt. Hersteller gerade oder gekrümmte Wurzelkanäle und Betrieb mit drehmomentbegrenztem Antrieb.
Nicht empfohlen werden die PathGlider bei starken Kalzifizierungen oder starken, abrupten apikalen Krümmungen.

Die Feilen kommen vom Hersteller schon steril in der Verpackung, sind also sofort zu gebrauchen und natürlich nur für den einmaligen Gebrauch vorgesehen.
Bedingt durch die 03er Konizität sind sie steifer als PathFiles oder ScoutRaCe, was durchaus kein Nachteil ist, es verlagert sich vielleicht der Einsatzzweck nur ein wenig weg von den stark gekrümmten Kanälen, aber eher hin zu Kanälen mit leichteren Obstruktionen. Ist aber bis jetzt nur Theorie, da die Feilen erst letzten Freitag geliefert wurden, und ich sie noch nicht testen konnte.
Ich werde berichten.

„double feature“ – Teil 3

von Bodald Necker

Der Zahn dürfte aus diesem und diesem Beitrag hinlänglich bekannt sein.
Ich hab mir mal die Mühe gemacht, die Kanalkrümmungen darzustellen.
Sehr schön zu sehen an der mesialen Wurzel.
In mesio-distaler Richtung eine Wurzel, die man anhand der Zahnfilmaufnahme als eher weniger gekrümmt einstufen würde.
Da diese Wurzel jedoch längsfrakturiert ist, kann man sich die (aufbereiteten) Wurzelkanäle aus einer Perspektive ansehen, die sonst eher unzugänglich ist.
Und was sieht man?

Während (wie gesagt) in mesio-distaler Richtung nur eine geringe Krümmung zu erkennen ist, sind die Wurzelkanäle von buccal, bzw. lingual massiv nach zentral gekrümmt.

Auf dem Bild sind die Tangenten am Anfangs- und Endpunkt der Wurzelkanäle (an der Innenkurvatur) eingezeichnet. Es ist zu erkennen, dass die Krümmung der Kanäle jeweils um die 90° liegt, wenn auch ein relativ großer Krümmungsradius vorliegt.

So verwundert es nicht, dass sich untere 6er gerne mal ein Stückchen Feile behalten, wenn die Kanaleingänge vor der Aufbereitung nicht ordentlich begradigt werden.

„double feature“ – Teil 2

von Bodald Necker

Vielleicht erinnern Sie sich noch an die beiden längsfrakturierten Wurzeln aus diesem Fall.
Es verging noch einige Zeit, bis der Patient wieder den Weg in die Praxis fand um sie die beiden Moralen mit den längsfrakturierten medialen Wurzeln entfernen zu lassen, man sieht es schön an der Plaque, die sich im Frakturspalt breit gemacht hat.
Hier nun die Bilder der extrahierten Zähne.

Einmal direkt nach der Extraktion, und nach Reinigung mit NaOCl.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Validierung

von Noel Shabrack

Es ist noch gar nicht soooo lange her, da reichte bei unseren Autoklaven die Werksvalidierung.

Jetzt nicht mehr.

Warum?

Weil es für uns Zahnärzte so entschieden wurde.
Man kann dies anfechten und Beweise liefern, dass es sinnlos ist, dann spart man sich vielleicht etwas Geld. Aber es kostet einfach Nerven und Zeit. Beides mitlerweile kostbare Güter.

Also wurden Angebote für die Validierung eingeholt.
Die Preise waren im Bereich von „erträglich“ bis „voll daneben“.
Wir haben uns für das, für uns, interessanteste Angebot entschieden.

Im August war es dann soweit. Noch Urlaubszeit, wo die Praxis nicht auf Hochtouren läuft, und man mit einem Autoklaven arbeiten kann, während der andere validiert wird.

Meine erste (eigentlich nicht ganz ernst gemeinte) Frage an den Techniker, der die Validierung durchführte, war, ob seine Prüfgeräte schon validiert seien, und wer sie wann validiert habe.
Antwort mit etwas pikierter Miene: „Braucht es nicht, ist vom Hersteller kalibriert.“
Aha, also hier darf die Werksvalidierung noch sein ;-)

Und, was war?

Die Validierung musste nach ca. 2 Stunden abgebrochen werden.

Warum?

Weil der Prüfkörper kaputt war.
Der Prüfkörper war vor 3 Wochen schon kaputt und kam frisch von der Reparatur. Selbstverständlich war kein Ersatzprüfkörper verfügbar. Somit Abbruch.

Jetzt hatte wir praktisch Glück, denn der Prüfkörper war so weit defekt, dass es offensichtlich war, dass es der Prüfkörper war, der die Fehlermeldung auslöste. Es konnte also nicht unserem Autoklaven in die Schuhe geschoben werden, was wieder eine teuere Reparatur nach sich gezogen hätte.

Wenn ich nicht vorher noch gefragt hätte…..

Instrumentenfrakturen (2)

von Ostidald Wucker

Fragmente können an den verschiedensten Bereichen lokalisiert sein. In dem hier vorliegenden Fall war ein DVT notwendig um die Lage zu bestimmen und möglichst substanzschonend die Entfernung des Fragmentes zu erreichen.

Das Fragment befand sich in diesem Fall im zweiten mesiobukkalen Kanal. Der mesiobukkal erste Kanal war nicht dargestellt und instrumentiert, da die Zugangskavität den Kanaleingang nicht erfasste. Zusätzlich ließ sich noch ein dritter mesiobukkaler Kanal finden.

 

pic of the day – den Schnabel weit geöffnet

von Bodald Necker

Hallo liebe Leser,

schön, dass Sie nach der Sommerpause wieder vorbeischauen.
Zum Einstieg heute ein „leichter“ Fall.

Der Patient kam mit Schmerzen und Schwellung an 27.

Die Sondierung der Zahnfleischtasche verursachte einen Pusaustritt von nicht unerheblicher Menge. Nach Sichtung des Röntgenbildes (die mb Wurzel war längsfrakturiert und sieht aus wie ein weit aufgerissener Schnabel eines Vogels) wurde der Patient zum Chirurgen überwiesen zur X und Implantation nach Abheilung des Defektes.

Längsfrakturen benötigen also nicht zwingend eine vorangegangene endodontische Behandlung.

Bild des Tages – Handfeilen zur Erschließung

von Donald Becker

 

So schwierig sah der Zahn jetzt gar nicht aus.
Aber von aussen und nur mit Hilfe eines Röntgenbildes kann man die Schwierigkeiten, die in einem Wurzelkanal stecken, nicht immer erkennen. Eigentlich so gut wie nie, aber das ist ein anderes Thema.

Die gesammelten und wegen Aufdrillung zu verwerfenden Handfeilen, 25 an der Zahl, waren hauptsächlich notwendig zur Erschließung des mesiobukkalen Kanals.

Ein deutscher Zahnarzt in Madrid (Teil 4)

von Alexander Knobel

Fortsetzung: Ein deutscher Zahnarzt in Madrid (Teil 4)

Bereits Ende April bin ich gebeten worden erneut ein kleines Update meiner Erfahrungen im Ausland und speziell über meine neue Heimat Madrid zu schreiben und selten ist es mir so schwer gefallen wie im Moment.

Seit Wochen versuche ich nun etwas vernünftiges aufs digitale Papier zu bringen und es quält mich. Es quält mich weil ich einfach ausgebrannt bin, kaum Zeit finde und überhaupt nicht weiß, an welcher Stelle ich anfangen soll zu berichten.

Ich denke, dass ich inzwischen behaupten kann, dass mein Strategie aufgegangen ist und das Projekt „Deutsche Zahnarztpraxis im Herzen Spaniens“ definitiv aufgegangen ist.

Moderne Zahnheilkunde und nicht 08/15 Abfertigung. Nichts anderes, wie es wohl auch von den Lesern des Wurzelspitzen-Blog gelebt wird.

Zahnmedizinische Standards (QM von der Praxishygiene bis zum Eingliedern von Keramikinlays), High-End Dentistry (Mikroskop, DVT, CAD/CAM, T-Scan…), Fortbildungen, Freundlichkeit und permanente Präsenz in der Praxis haben zum Ziel geführt.

Aber sollte man nun auf die Idee kommen in einem fremden Land Fuß zu fassen, sollte man niemals außer Acht lassen, dass 100% nicht reichen. 100% bringen alle Anderen. Um sich also aus der Masse als Neuankömmling hervorzuheben muss es deutlich mehr sein.

Ich verbringe ca. 70h+ pro Woche in der Praxis und dann kommt noch das Wochenende mit Plänen, Auswertungen, Medical Reports … Papierkram dazu. Viel Freizeit bleibt da nicht!

Erfolg habe ich … aber der Preis ist doch sehr hoch. Besonders für meine Familie die mich leider viel zu selten zu Gesicht bekommt. Das war in Deutschland definitiv anders!

Der ewige Kampf, das „andere System“, andere Wertvorstellungen und Arbeitsweisen zu verstehen ist nicht immer einfach und extrem kräftezerrend. Ein komplett anders funktionierendes Gesundheitssystem, die Krise, ein brutaler Konkurrenzkampf, Praxisketten (Lowbudget und von Versicherungen), die wie Heuschrecken aus dem Boden schießen und die Preise ins bodenlose drücken, ….

Jeder dieser Punkte wäre im Einzelnen bereits mehr als abendfüllend und sicherlich auch für die meisten Leser uninteressante Kost. Aber damit muss man sich nun einmal auseinandersetzen, wenn man den Gedanken einer beruflichen Auswanderung in sich trägt.

Alle Versuche eine zahnärztliche Assistenz einzustellen sind bisher kläglich gescheitert.

Die universitäre Ausbildung junger Zahnmediziner ist extrem the­o­rie­las­tig und das selbstständige Arbeiten aufgrund fehlender bzw. minimalster praktischer Ausbildung fällt den Meisten direkt nach dem Studium dann auch extrem schwer.

Viele flüchten sich daher auch erst einmal in die postgraduierte Ausbildung (sofern sie es sich leisten können) und machen einen Master, welcher im Anschluss der Ausbildung für viel Geld direkt von den Universitäten angeboten wird. Dadurch ist der Markt von Spezialisten überflutet, die ihr Handwerk anschließend auch verstehen, allerdings auch nur einen Mikrokosmos der Zahnmedizin abdecken. Hier sieht man dann sehr schön, inwiefern sich eine reine Spezialisierung der Zahnmediziner auswirkt. Keiner hat mehr eine Ahnung vom Ganzen und der Patient wird herumgereicht.

Auf keine Fall jetzt aber falsch verstehen. Es gibt ganz tolle und extrem talentierte Zahnmediziner in Spanien, die ihr Handwerk meisterlich verstehen. Auch den Sinn einer Spezialisierung möchte ich nicht in Frage stellen.

Nur sollte die Aufgabe einer Universität wohl eher in der allgemeinen Ausbildung und dem praktischen Heranführen an den täglichen Bedarf eines jungen Zahnmediziners liegen.

Die schlechtesten Arbeiten, die ich bisher gesehen hatte waren übrigens deutscher Herkunft. Da wurden z.B. schlecht gemachte GIZ Füllungen als „Spezial Inlays“ verkauft und teuer berechnet.

Nicht alles was glänzt ist nun einmal ist Gold.

Arbeiten im Ausland hat absolut nichts mit dem Erlebten im letzten Urlaub zu tun. Auch nicht, wenn die Kollegen dort einen relaxten Eindruck beim Bier an der Bar hinterlassen hatten.

Eines ist sicher: Kein Mensch hat hier auf mich gewartet bzw. nach mir geschrien. Es ging vor mir und wird auch ohne mich gehen.

Mein Fazit:

Mein Konzept ist aufgegangen. Und in naher Zukunft stehen auch noch einige gravierende Veränderungen an, welche mir endlich das erhoffte Maß an mehr Lebensqualität bringen sollen.

Nur hartes und zielorientiertes Arbeiten, ein hohes Maß an Opferbereitschaft und etwas Glück kann zum Erfolg führen. Der Standort macht dann nur noch eine kleineren Prozentsatz des Erfolges aus.

Garantien gibt es aber auch dann keine.

 

Übungszahn – als Werbemittel

von Christian Danzl

letzte Woche findet ein Schreiben eines endodontisch tätigen Kollegen aus dem benachbarten Ausland über Umwege zu mir in die Praxis. Im Schreiben bietet er seine endodontischen Dienste an. Dabei waren natürlich Visitenkarten und auch ein Übungszahn von VDW mit einem 006 Reamer als Anschauungsobjekt.
Der hier beschriebene obere Molar hat 3 eingefärbte (mb, db und p), und einen nicht eingefärbten Wurzelkanal (mb2). Der mb2 ist auch nicht ohne weiteres zu finden und auch nicht zu katheterisieren – wie im richten Leben eben auch so oft.

Ich finde die Idee, einem Schreiben zur Akquise von neuen Überweisern, so ein Anschauungsobjekt beizulegen, gar keine so schlechte Idee, da so ein Übungszahn wahrscheinlich nicht so schnell im Papiermüll verschwindet, wie ein Schreiben alleine, und vielleicht noch ein paar Tage auf dem Schreibtisch liegen bleibt.
Und – sollte sogar etwas damit „herumgespielt“ werden – bleibt er vielleicht auch noch ein wenig im Kopf.

Blick in die Trepanationsöffnung

Blick in die Trep-Öffnung mit dargestelltem mb2

mb2 aufbereitet bis ISO 40

mb2 katheterisiert

mb2 unbehandelt

 

Ein halbes Jahr mit dem DAC universal – ein Zwischenbericht

von Christian Danzl

Ganz kurz: Läuft.

Bis jetzt sind knapp 800 Zyklen durchgelaufen.
Alle ohne Fehlermeldung.
Das Gerät läuft leise und macht was es soll.
Leider ist das in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit mehr.
Der Ölverbrauch hat sich eingependelt auf 1 Dose für 6 Wochen.
Sehr bewährt hat sich der zweite Deckel, da das Gerät sofort wieder beladen werden kann, ohne, dass man ca. 100°C heisse Winkelstücke aus den Aufsätzen entfernen muss.

Was ist das (3)

von Ostidald Wucker

Über den Fall haben wir bereits hier und hier  berichtet.
Dank der 3 dimensionalen Röntgendarstellung fand die Behandlung geplant und ohne unerwartete Überraschungen statt. Was uns nicht ganz gelang war das DVT optimal für eine möglichst substanzschonenede Zugangsgestaltung anzuwenden.
Auf Grund der Krümmung des Zahnes opferten wir etwas mehr Substanz als geplant. Neben dem Isthmus mussten wir etwas an der mesialen Wurzelkanalwand mit Ultraschall präparieren um das apikale Neoforamen einsehen zu können.

Die Fistel verschwand nach der ersten Sitzung.

Die Therapie haben wir versucht in den Bildern darzustellen.

Mal wieder Glück gehabt

von Bodald Necker

Freitag Abend:

der 12-jährige Patient legt sich auf die Nase, Frontzahntrauma, die Oma fährt mit dem Jungen in die nächste Kieferchirugie.
Diagnose: unkomplizierte Kronenfraktur (Schmelz-Dentin-Fraktur) an 21.
Therapie: er soll sich bei seinem Hauszahnarzt vorstellen.

Montag Nachmittag:

Der Patient stellt er sich bei uns vor.
Nach Sichtung der mitgebrachten Röntgenaufnahmen der Klinik und klinischer Untersuchung kamen wir zur gleichen Diagnose.
Keine Schmerzen, keine Lockerung mehr, Sensibilität auf Kältespray war vorhanden.
Durch die feste Spange wurde das Fragment mit Bracket in situ gehalten, was heisst, er hatte es dabei und es war nicht ausgetrocknet.
Also Lokalanästhesie, Bogen entfernt und Zähne (inklusive Fragment) gesäubert, denn darauf hatte der Patient über’s Wochenende verzichtet, anschliessend wurde Kofferdam gelegt und die Passform des Fragmentes überprüft.
Da alles gepasst hat, lediglich am Rand fehlten ein paar Schmelzprismen, wurde es mittels SÄT wieder angeklebt. In diesem Fall mit Syntac Classic und Gradia-Flow.

Der Pat. wurde aufgeklärt über Verhaltensregeln und mögliche Schmerzen und der Möglichkeit des Absterbens des Zahnes. WV in 4 Wochen zur Sensibilitätsprüfung.
Anschliessend Überweisung zur KFO zur Eingliederung des Bogens.

Da wir den Jungen schon länger kennen, müssen wir sagen, dass die feste Spange definitiv ein Glück war, denn ohne, hätte er das Fragment sicher nicht mitgebracht.
Wenn der Zahn überlebt – da bin ich zuversichtlich – wird das angeklebte Fragment – auch da bin ich zuversichtlich – lange Jahre halten.

 

 

 

Neue MTA-Quelle

von Christian Danzl

Das beliebte MTA ist meist kein Sonderangebot.
Das „Original“ ProRoot MTA ist preislich, meines Wissens, noch Spitzenreiter. Als etwas preiswertere Version ist das MTA Angelus auf dem Markt. Das Produkt aus der Schweiz war günstig, wurde aber im Laufe der Zeit deutlich teurer, ist aber über DSI Huber jetzt auch einfacher zu erwerben.

Über die Dom Apotheke in Freising ist jetzt sterilisierter medizinischer Portlandzement zu beziehen.
Momentan noch nicht röntgenopak und steril im Fläschchen zu beziehen. Aber dafür zu einem günstigeren Preis.

Darreichung in kleinen, einzeln sterilisierten Kapseln und Zugabe röntgenopaker Materialien, sind durchaus noch machbar.
Der Preis dafür steht noch nicht fest.

Informationen im Laufe der nächsten Woche über dom-apotheke@t-online.de

„double feature“

von Bodald Necker

Der Patient kam mit dicker Backe in die Praxis. Das Schwellungsmaximum lag in Regio 43/44 wobei der 44 schon fehlte und 43 und auch 45 vital waren.

Das kuriose an diesem Fall waren aber 46 und 47.
Beide wurzelkanalbehandelt, und bei beiden eine Längsfraktur der mesialen Wurzel.
Beide nicht schmerzhaft und perkussionsunempfindlich, und so wie es aussieht, nicht verantwortlich für den Abszess in Regio 44.

Ein Überweisung zum Chirurgen brachte auch keine weiteren Ergebnisse. Für die Größe der Schwellung wenig Pus und keine erkennbare Verbindung zu 46/47.

46/47 stehen sowieso an zur X, ich werde berichten…

 

Geht´s auch ohne DVT – Die Fortsetzung

 von Donald Becker

Im letzte Woche hier vorgestellten Patientenfall zeigte das angefertigte DVT eine ausgeprägte interne Resorption in der palatinalen Wurzel. Die knöcherne Begrenzung zur Kieferhöhle im Bereich der palatinalen Wurzel war aufgelöst.

Beides zusammen könnte unangenehme Folgen haben im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung. Klinisch war die Resorption nicht auszumachen, denn auch ein OP -Mikroskop vermag nicht, bildlich gesprochen, die Ausdehnung einer Höhle auszumachen, die sich hinter dem schmalen Höhleneingang verbirgt.

Die Behandlung verlief problemlos, die Patientin war nach der ersten Behandlung schmerzfrei und ist es bis heute geblieben. Der apikale Part des palatinalen Kanals (Durchmesser > 1 mm) wurde mit MTA gedeckt, der Resorptionsdefekt mit erwärmter Guttapercha in Squirt- Technik.

Anbei Röntgenbilder der Behandlung und eine erste Röntgenkontrolle 7 Monate post WF. Der im Röntgenbild (Zustand nach MTA – Applikation) sichtbare Materialüberschuss ist im Übrigen zum größten Teil kein MTA, sondern Calciumhydroxid.

Welcher war es ? Die Auflösung

von Bodald Necker

Sie erinnern sich an die Umfrage vom 19. Mai diesen Jahres?
Hier die Auflösung:

Die Mehrheit lag richtig!
Gut 41%  (Stand 01.06.2014) tippten auf beide Einser als Schmerzauslöser.
Nachdem der Wahrscheinlichere von Beiden, der 41 per LA schmerzfrei wurde (Perk -), war der 31 immer noch sehr perkussionsempfindlich und die Schmerzen in der UK-Front waren noch fast genau so stark. Dass es nicht nur der 31 war, bestätigte der Pusabgang nach der Trepanation von 41.

Die Zähne wurden aufbereitet bis 20/06, Spülung mit NaOCl, anschliessende Ledermix-Einlage und Cavit. WV am nächsten Tag. Schmerzen etwas besser, keine Schwellung. Eine Suche nach einem zusätzlichen Kanal verlief in beiden Zähnen erfolglos.
Nach zwei weiteren Tagen waren die Schmerzen weg.
Weitere Aufbereitung bis 25/06, nochmalige Desinfektion mit NaOCl und CHX, WF mit GP und Ah Plus mit anschliessender adhäsiver Insertation je eines Glasfaserstiftes, um die Frakturgefahr zu reduzieren.
Nach dem Urlaub der Patientin stehen die Zähne zur Überkronung an.

 

Masterpoint

Masterpoint

WF

Glasfaserstifte abgetrennt

mit Füllung versorgt

WF

Glasfaserstift reduziert

 

 

Geht´s auch ohne DVT ?

von Donald Becker

In der letzten Zeit kommt es jetzt dann doch immer mal wieder vor, dass Patienten zur endodontischen Behandlung DVT´s mitbringen, die aktuell gemacht wurden. Diese zeichneten sich fast ausnahmslos dadurch aus, dass sie zu einer aussagekräftigen Beurteilung der Behandlungssituation nicht geeignet waren, dafür aber, gewissermaßen „kompensatorisch“,  das gesamte Gebiss umfassten.  Pauschale Verunglimpfung einer neuen Technologie mit der Totschlagkeule „medizinisch nicht notwendig“, wie es die PKVen gegenwärtig tun, ist sicherlich nicht der richtige Weg, aber besagte mir  vorliegende Ergebnisse (und nur auf diese bezieht sich meine nachfolgende Aussage) kann ich nur als „sinnfreie Verstrahlung“ des Patienten bezeichnen. Und warum man diese dann nicht wenigsten auf das kleinstmögliche field of view beschränkt, ist für mich ebenfalls nicht nachvollziehbar.

Oder doch ?
Wie sagte der Kollege, den ich im Rahmen des DGET – Curriculums bei seiner Falldarstellung eines endodontisch zu behandelnden Zahnes 45 fragte, warum das angefertigte (nicht aussagekräftige) DVT nicht auf den kleinstmöglichen Bereich beschränkt wurde. „Ich hatte Angst, dass der benötigte Kieferbereich nicht auf dem DVT zu sehen sei.“  Man merke – Nicht nur die DVT – Qualität per se, sondern auch die Möglichkeiten der „Zielvisierung“ haben einen in der Praxis nicht unerheblichen Einfluss auf das Endresultat.

Es tut mir in der Seele weh, wenn ich solche DVT´s in Händen halte.

Dabei gäbe es eine Reihe von klinischen Situationen, in denen ein DVT in der Endodontie einen mehr als deutlichen und hochwillkommenen Erkenntnisgewinn bringen könnte.

Anbei ein Röntgenbild eines Zahnes 27.

Die heute 48 jährige Patientin hatte 2011 ihren Hauszahnarzt wegen starker Beschwerden im linken OK -Seitenzahnbereich aufgesucht. Nach Eingliederung einer Aufbisschiene verschwanden die Schmerzen, tauchten dann 2013 wieder auf. Es folgte die endodontische Behandlung an Zahn 27 mit Pusentleerung bei Trepanation, daraufhin Antibiotikagabe. Der Zahn wurde aber in der Folgezeit nicht schmerzfrei, weshalb die Patientin dann auf Überweisung des Hauszahnarztes im Oktober 2013 unsere Praxis zur Weiterbehandlung des Zahnes 27 aufsuchte.

Das in der Untersuchungssitzung erstellte Röntgenbild habe ich hier eingefügt.

Die Frage (liebe Leser, nutzen Sie bitte ausgiebig die Kommentarfunktion): Welche verborgenen Schwierigkeit(en) lauert/lauern in diesem Zahn ?

 

 

 

kurz-kurz-lang-kurz

von Bodald Necker

Die Patientin kam mit Schmerzen oben rechts in die Praxis. Als dafür verantwortlicher Zahn stellte sich der 16 heraus.
Die Ausgangsaufnahme liess buccal keine geraden Wurzeln erwarten.
Nach Sondierung der Orifizien wurden diese erweitert, um einen geraden Zugang für die Aufbereitung herzustellen. Med mit Ledermix. Verschluss mit Cavit und die Pat. bekam einen Termin zur Fertigstellung der Wurzelbehandlung.
Nach eigenen Angaben war die Patientin nach der Erstbehandlung schmerzfrei.
Die Aufbereitung erfolgte rein maschinell mit simultaner Längenmessung
Mit der ersten Feile (Scout RaCe 10/02) stellte sich heraus, dass die buccalen Kanäle eher kurz (15 und 16 mm) sind und die Krümmung beherrschbar sein wird.
Weitere Aufbereitung Scout RaCe 15 und 20/02 und Mtwo 25/06 in reziproker Bewegung, palatinal bis Mtwo 40/06.
Desinfektion mit NaOCl, US-aktiviert, WF mit formkongruentem Zentralstift.
Verschluss mit Komposit, Abdeckung der Orifizien mit weissem Flow-Komposit zur leichteren Orientierung bei einem evtl. re-entry.
Aussergewöhnlich bei diesem Zahn waren die kurzen, stark gekrümmten buccalen Wurzel (mb und mb2 mit weit nach medial verlagertem Eingang) im Gegensatz zur langen geraden palatinalen Wurzel.

 

 

Welcher war es?

von Bodald Necker

Bei Schmerzpatienten ist es mitunter schwierig sofort den Zahn, der die Schmerzen verursacht, herauszufinden. So auch bei diesem Fall.
Die 70-jähige Patientin klagte über starke Schmerzen in der ganzen UK-Front. Perkussionsempfindlich sind 32 – 42. 32 und 42 zeigen sich sensibel auf Kälte, 31 und 41 reagieren nicht.
Ein weiterer Test zeigt, dass 32 und 42 nicht empfindlich auf leichte Berührung sind, 31 und 41 sehr wohl. An 41 ist apikal eine Aufhellung zu sehen, an 31 lässt sich eine erahnen.
Ein Schwellung ist nirgends zu tasten.

 

 

Jetzt die Frage die sich unweigerlich stellt:

Welcher Zahn ist für die Schmerzen verantwortlich?
Oder sind es beide?

Take Our Poll

 

Routine UK -Prämolar ?

von Donald Becker

Besonders schwer sah der UK- Prämolar 34 jetzt nicht unbedingt aus.
Die vorhandene WF (vom Oktober 2009) schien okay.
Mehr noch, sie war durchgeführt worden von einem Kollegen, den ich in meiner Assistenzzeit als sehr sorgfältigen Behandler kennengelernt hatte und  dem die Endo sehr am Herzen lag.

Warum also der Misserfolg ?

Ein Routine- Zahnfilm, im Februar 2013 nach dem Umzug des Patienten in unsere Gegend beim neuen Hauszahnarzt durchgeführt, hatte eine apikale Aufhellung am seit Erstbehandlung vollkommen symptomlosen  Zahn 35 offenbart.  Und zwei Kollegen, unabhängig voneinander, rieten zur WSR. Die vorhandene Angst allem Zahnärztlichen gegenüber und die wage Hoffnung, einer chirurgischen Intervention davonzukommen liess den Patienten dann den Weg in unsere Praxis finden.

Was dem konventionellen Zahnfilm verborgen blieb, offenbarte sich  im DVT.
Ein zweiter lingual gelegener Kanal, der erst im zentralen Kanal selbst bei ca 12.5 mm nach lingual abzweigte.
Und – darüberhinaus – deutlich vor dem zentralen Kanal endete. Was sicherlich mit dem Apexlokator sich gezeigt hätte, jedoch – auf Grund der deutlich Längendifferenz zum Hauptkanal – für Stirnrunzeln beim Behandler geführt hätte. Ein Umstand, der sicherlich nicht dazu beigetragen hätte, die Stimmung des starken Angstpatienten positiv aufzuhellen.

Die endodontische Revisionsbehandlung gelang komplikationslos. Das radiologische Endergebnis gab sich ähnlich umspektakulär wie das Ausgangsröntgenbild.

Wird die Behandlung gelingen ?

Das wird der Recall zeigen – ich werde hier berichten.

Eine WSR hätte vermutlich keine Verbesserung erreicht.
Wenn der zweite Kanal erkannt worden wäre, so wäre dennoch vermutlich zuviel nekrotisches, infiziertes Material im lingualen Kanal unbearbeitet verblieben.

 

 

 

 

 

 

 

Wenn Oraseal gerade nicht zur Hand sein sollte

von Christian Danzl

In Zeiten von QM kann OraSeal von Ultradent ja gar nicht ausgehen.
Sollte es doch mal sein, hat sich bei mir Prothesen-Haftcreme als Ersatz zum Abdichten von Kofferdam bewährt.
Eingefüllt in eine kleine Luerlock-Spritze und eine Ätzgel-Applikationskanüle mit größerem Durchmesser kann es aufgetragen werden wie OraSeal (caulking, also die „dünnflüssige“ Variante).
Die Haftcreme klebt auch relativ gut an feuchter Gingiva oder Kofferdam, ist ja auch auf Zellulose-Basis wie OraSeal.
Die Haftcreme hat nicht ganz die genialen Eigenschaften des OraSeal, lässt sich auch (noch) schlechter entfernen, aber wie gesagt, wenn das Original gerade nicht zur Hand sein sollte…..

Kofferdamabdichtung mit Haftcreme

Massive apikale Aufhellung an Zahn 27 im Recall

von Donald Becker

Die Patientin, zum damaligen Zeitpunkt 69 Jahre alt, kam zu uns, auch wenn ihre Hauszahnärztin ihr keine Hoffnung gemacht hatte, die Prognose des Zahnes 27 betreffend.

Diese Aussage war aber vemutlich weniger der tatsächlichen Ausdehnung der apikalen Läsion zuzuschreiben (denn die Einschätzung wurde ohne vorab angefertigtes Röntgenbild getroffen) als vielmehr einer prinzipiell vorhandenen Skepsis, endodontische Behandlungen betreffend.

Die Patientin entschied sich dennoch für den Versuch des Zahnerhaltes durch endodontische Maßnahmen und suchte unsere Praxis auf.

Zahn 27 machte Schwierigkeiten beim Kauen. Das Beissen fester Speisen war sehr unangenehm. Ansonsten war der Zahn parodontal unauffällig (Taschentiefen circulär 2 mm, Lockerungsgrad 0).

Im Zahnfilm zeigte sich an Zahn 27 eine deutliche apikale Aufhellung, deren  reales Ausmaß der Knochendestruktion sich allerdings erst im DVT in wahrer Größe darstellte.

Sollte die Hauszahnärztin also doch Recht behalten und wäre der Zahn in der Tat nicht erhaltungsfähig ?
Die Patientin wollte dennoch den Versuch des Zahnerhaltes von Zahn 27, der von mir als erhaltungswürdig eingestuft worden war, wagen.
Der Verlauf der Behandlung an sich gestaltete sich problemlos, wenn man von den (dem geringen periapikal vorhandenen Gewebswiderstand geschuldeten) etwas stärkeren Sealerüberpressungen absieht.

Klinische und röntgenologische WF- Kontrollen nach 6,12  und 24 Monaten zeigten unauffällige Ergebnisse bei seit Erstbehandlung vorhandener Beschwerdefreiheit. Die össäre Situation betreffend schien sich im Laufe der Zeit eine Konsolidierung im Sinne einer Knochenregeneration einzustellen.

Eine zwischenzeitlich aufgetretene Parkinson- Erkrankung nahm die Patientin bei der Zweijahreskontrolle zum Anlass, die tatsächliche Knochensituation genauer überprüfen zu lassen, um im Sinne einer von paramedizinscher Seite vorgeschlagenen „Herddiagnostik“ den Zahn 27 als Verursacher der Erkrankung einordnen zu können. Aus diesem Grunde kann hier der seltene Fall eines Folge-DVT gezeigt werden, dass eine genauere Beurteilung der erfolgten Konsolidierung ermöglicht, als es zweidimensionale Aufnahmen zuliessen.

(Anmerkung des Autors: Leider werden offensichtlich die Videos dieses Beitrags je nach Wiedergabegerät nur unvollständig oder gar nicht korrekt wiedergegeben. Bisher ist nicht ersichtlich, womit dieser Umstand in Zusammenhang steht und wie das Problem aus der Welt zu schaffen ist.)

Draussen sind sie trotzdem

von Noel Shabrack

Die Zähne 11 und 12 standen vor fast 2 Jahren zur Wurzelkanalbehandlung an.
Der 11 mit apikaler Parodontitis, der 12 ohne.
Bei 11 entstand apikal ein Puff, beim 12 nicht.
Nach fast 2 Jahren wurden die beiden Frontzähne extrahiert, da die Patientin die stark nach vestibulär geneigten Zähne nicht mehr haben wollte. Ersatz wurde an die bestehende Teleskopprothese angefügt – mit deutlich verbesserter Ästhetik.

Nach Extraktion war zu sehen, dass das Puff am 11 nicht nur Sealer (Ah +) war, sondern, dass dieser mit Guttapercha deutlich überfüllt war. Die GP stand um 1,5 mm über.

Trotzdem war nach knapp zwei Jahren die apikale Aufhellung, zumindest röntgenologisch, verschwunden.

Das soll jetzt nicht heissen, dass eine Überextension der GP wünschenswert oder gar gefordert sei, im Gegenteil. Aber es scheint Fälle zugeben, wo eine gewisse Überextension die Heilung nicht verhindert.

 

WF

Masterpoint

vor Extraktion

Was ist das?

von Ostidald Wucker

Ein Rätsel zum 1. Mai.

Was könnte auf dem Röntgenbild am Zahn 14 apikal zu sehen sein?

Saughilfe

von Christian Danzl

Ich möchte es mal vorsichtig formulieren:

Amalgam steht nicht im Ruf der Gesundheit des Menschen zuträglich zu sein.

Aber, wie überall, muss man auch hier die Kosten/Nutzen-Relaton sehen, und so kann jeder Patient für sich entscheiden, ob dieses Füllungsmaterial für ihn in Frage kommt, oder nicht.
Der Patient hat ja die Wahl.
Der Zahnarzt und das zahnärztliche Personal meist nicht.

Oder haben Sie jemals einen Patienten weggeschickt, weil Sie die Amalgamfüllung aus Gründen der Quecksilberbelastung nicht entfernen wollen?
Wahrscheinlich nicht.
Somit bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, die Belastung für Zahnarzt und Personal so gering wie möglich zu halten.

Eine Möglichkeit ist ein spezielle Absaugkanüle, die den, beim Ausbohren entstehenden Spraynebel, möglichst vollständig absaugt. Die Schutzkappe wird über den Zahn gestülpt, sie dichtet das Arbeitsgebiet nach unten ab, von oben ist sie offen, um mit den Instrument an den Zahn zu gelangen.
Den Tip bekam ich von einem netten Kollegen im Ort.

Die Clean Up – Absaugkanüle.

Weitere Möglichkeiten, sich, das Personal und den Patienten zu schützen auf den Homepage der International Academy of Oral Medicine an Toxicology, IAOMT. Ob die, auf dieser Seite dargestellten Möglichkeiten oder Vorschläge zum Schutz vor Quecksilber/Amalgam, sinnvoll, notwendig oder übertrieben sind, muss auch wieder jeder für sich selber entscheiden. Jedenfalls ist es wert, die Sache einmal zu überdenken.

… und 8 Jahre nicht erschienen

von Bodald Necker

Der Patient kam 8 Jahre nach der Eingliederung seines Zahnersatzes das erste Mal wieder in die Praxis, weil ein Stück der Verblendung abgeplatzt war. Er wollte es repariert haben.
Der Aufforderung den ZE zu entnehmen kam er sofort nach.
Aber er entnahm nicht nur den abnehmbaren Teil, sondern auch den festsitzenden Teil und das alles in einem Stück.
„Da stimmt aber was nicht, da haben Sie zuviel herausgenommen!“, meinte die Helferin.
„Wieso? Das hab ich immer schon so gemacht!“
„Das glaub ich nicht.“
„Immer schon, ganz sicher!“

Der Zustand war doch schon einige Jahre so. Die Mundhygiene war nicht gut, das fortgeschrittene Alter (89) hat auch oft keinen positiven Einfluss auf die Putzgewohnheiten, aber trotzdem waren die „Teleskopzähne“, obwohl stark dunkel verfärbt, nirgends kariös.

Nach einiger Zeit ist es dem Patienten dann doch noch in den Sinn gekommen, dass es anders gewesen sein könnte. Zumindest hat er sich den festsitzenden Teil wieder fest einsetzen lassen, und die abnehmbare Prothese funktioniert wieder normal.

 

Neue Wege gehen – UK – Prämolar, 90 Grad gedreht – so ging´s weiter

von Donald Becker

Über diesen Zahn hatte ich hier geschrieben und möchte nun berichten, wie es weitergeht.

Letzten Mittwoch war der Patient nach 12 Wochen Liegezeit des CaOH2 als medikamentöse Einlage nun bei uns zur Wurzelfüllung.

Anbei Fotos/Röntgenbilder zum Fall.

Petri Heil – 2

von Bodald Necker

Hier und hier wurden die Angelhaken schon vorgestellt. Zum Einsatz kamen sie in diesem Fall, genauer gesagt hier. Die markierten Sealer/GP-Rest sollten noch entfern werden.
Es war letzt keine Sache von 10 Sekunden, aber die Angelhaken erleichterten die Entfernung der unerwünschten Überbleibsel sehr.

Blick durch den Apex, ohne GP-Reste

post Op, Reste entfernt

prae Op

 

 

Kinder-Keramik-Kronen – Teil 2

von Christian Danzl

Bei den von uns hier beschriebenen keramischen Kinderkronen ist die aktuelle Studienlage seeeehr dünn.
Recht viel hat sich nicht getan. Aber es gibt ein Poster, welches beim Frühjahrsymposium der ÖGK in Salzburg den GABA-Posterpreis gewonnen hat.

Hier das Abstract:

Praxisfall mit vollkeramischen Kinderkronen

Dr. Dinah Fräßle, Kinderzahnordination Salzburg

 Bei fortgeschrittener, mehrflächiger Karies oder nach Vitalamputation an Milchmolaren waren silberfarbene Kinderkronen bisher die empfohlene Standardbehandlung (Dawson et al.1981). In Zeiten steigender ästhetischer Ansprüche besteht jedoch vielfach seitens der Eltern der Wunsch nach einer zahnfarbenen und metallfreien Versorgung. 

Bisher gab es die Möglichkeit, die betroffenen Zähne mit Komposit- oder Kompomerfüllungen zu versorgen, wobei es  nicht selten zu Sekundärkaries, Randspaltbildung und Frakturen gekommen ist (Eriksson et al. 1988). 

Alternativ konnten weiß verblendete Stahlkronen verwendet werden, die allerdings zeit- und kostenintensiver in der Beschaffung, Präparation und Anpassung sind. Zudem ist der ästhetische Vorteil oft nur eingeschränkt, da die Kronenform sehr ausladend ist und zudem die Verblendung häufig den Kau- und Scherkräften der Kinder nicht gewachsen ist. Unschöne Abplatzungen und frei liegende Metallanteile sind die Folge (Beattie et al. 2011).

Vor gut zwei Jahr fanden wir mit vollkeramischen Zirkon-Kinderkronen aus den USA einen alternativen  Lösungsansatz für die Problematik der Ästhetik, des Füllungsbruchs, der Randspaltbildung mit Sekundärkaries und der extrem selten vorkommenden Kontaktallergie auf Nickelbestandteile der Stahlkrone. Die vollkeramischen Kronen werden bereits seit 2010 in den USA erfolgreich eingesetzt.

Im Rahmen einer praxisinternen  Vergleichsuntersuchung wurden bisher fünf Kinder (n = 10) mit weißen vollkeramischen Kinderkronen versorgt. Nach bisher 2 Jahren kam es bei keiner eingesetzten Keramikkrone weder optisch noch röntgenologisch zu Abplatzungen, Frakturen oder Verlust. Nur eine der eingesetzten Kronen musste auf Grund einer interradukulären Entzündung extrahiert werden.

Abschließend kann gesagt werden, dass vollkeramische Kinderkronen sicherlich ein interessanter neuer Ansatz hin zu hochwertigen, ästhetischen Milchzahnversorgungen sind. Durch den hohen Substanzabtrag, die erschwerte Anpassung und den erhöhten Zeitaufwand, sind die vollkeramischen Kinderkronen jedoch in der Praxistauglichkeit bisher noch im Vergleich zu den silberfarbenen Stahlkronen eingeschränkt zu betrachten.

Jedoch kann durch geübte Abläufe auch eine vollkeramische Kinderkrone in einer relativ zügigen und vor allem kindgerechten Zeit angefertigt werden. 

Und das Poster als pdf:

Kinderkronen

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung der Autorin.

ZE Planung

von Ostidald Wucker

Der Patient möchte den Lückenschluss des Zahnes 16 angehen. Die Lücke besteht seit mehr als 10 Jahren. Implantologische (Implantat 16) und kieferorthopädische (Aufrichtung 17) Therapien möchte der Patient nicht.

Es bleibt also nur Brücke 17 -15. Ist die 1998 durchgeführte Ende ok?
Was würden Sie tun?

Take Our Poll

Bitte einmal mit Allem

von Elwood Blues
Dieser Fall hat von Allem (von jeder Fragestellung) etwas zu bieten.
Deswegen stehen zur Erstvorstellung, vor Allem die Fragen nach Problemstellungen während einer eventuellen Behandlung, der Prognose des langfristigen Zahnerhaltes und der Alternativen zur Debatte. 
Röntgenaufnahme im Rahmen der Erstvorstellung der Patientin:Zahn 12 und 13 mit LEO im Brückenverbund:
  • Zustand nach WF vor 6 Jahren, jeweils Insertion von vermutlich rigiden Stiften und WSR vor 2 Jahren (alles alio loco).
  • danach immer wiederkehrende, teils andauernde, Schmerzsymptomatik.
  • Fistel ausgehend von Zahn 12.
  • Perk +, Vipr -, Taschentiefe (6 Messpunkte) max. 3 mm, Lockerungsgrad jeweils I
  • Z.n. WSR in deutscher Uniklinik (inkl. Demo für die Studierenden während der OP). 

Ein DVT ist nicht vorhanden, in der Einzelaufnahme scheint allerdings zumindest Zahn 12 sehr schräg reseziert worden zu sein, evtl. ist eine leichte Drehung des Zahnes 13 zu vermuten, ein Zementspalt zwischen Stiften und Wurzelkanalwand ist nicht sicher auszumachen.

Fragestellungen:

  1. Können die Kronen zuverlässig trepaniert werden und sind diese erhaltungswürdig oder müssen diese zwingend entfernt werden?
  2. Lassen sich die Stifte entfernen?
  3. Ist eine Fraktur der Wurzel sicher auszuschliessen?
  4. Lässt sich das Wurzelkanalsystem vollständig erschliessen?
  5. Liegen unter Umständen Instrumentenfragmente im Kanalsystem?
  6. Wie lässt sich eine sichere Obturation apikal gewährleisten (Zahn 12 mit deutlich erweitertem Foramen, Zahn 13 vermutlich ebenfalls)?
  7. muss ggf. mit MTA gearbeitet werden?
  8. Wie ist der langfristige Zahnerhalt einzuschätzen?
  9. Welche Alternativen sind denkbar und sinnvoll / ergibt ein endodontischer Erhaltungsversuch Sinn?

Sicher scheint nur eines zu sein:

Die Prognose ist ungewiss!
Ich werde über zu treffende Entscheidungen berichten.
Wo sehen Sie Unwegsamkeiten und Probleme und wie würde Ihr Behandlungsregime in diesem Fall aussehen?
Welche Alternativtherapie würden Sie empfehlen?

Bitte nutzen Sie die Kommentarfunktion!

Beste Grüße, Elwood Blues

Wann ist ein DVT sinnvoll (3) – Zahn 36 mit radix entomolaris und Instrumentenfragmenten – Die WF

von Donald Becker

Zwischenzeitlich ist die Behandlung des hier und hier vorgestellten Zahnes 36 abgeschlossen und ich möchte über den Verlauf der Behandlung informieren und das Behandlungsergebnis im Röntgenbild darstellen. Man kann trefflich darüber streiten, ob man nicht auch ohne DVT die radix entomolaris und den „middle mesial canal“ aufgefunden und bearbeitet bekommen hätte.  In besagtem Fall war ich zumindest erstaunt darüber, wie wenig, um nicht zu sagen gar nicht sich klinisch einen Hinweis auf die radix entomolaris finden liess. Der reguläre distale Kanal lag zudem –  wie im DVT – Screenshot links zu sehen –  mittig zwischen den beiden mesialen Kanälen ohne Verbindung auf Pulpakammerniveau.  Ein Befund, der im Normalfall die Existenz eines weiteren Kanals unwahrscheinlich erscheinen lässt.

In der mesialen Wurzel gelang es, die Instrumentenfragmente zu passieren. Nach Aufbereitung des regulären distalen Kanals bis 60.04 und der anderen Kanäle bis 35.06 wurde nach medikamentöser Einlage schließlich mit der Wurzelkanalfüllung die endodontische Behandlung, sowie in darauf folgender Sitzung mit der  postendodontischen Stabilisierung die Gesamtbehandlung in unseren Händen abgeschlossen. Die Behandlung in Röntgenbildern finden sie in der nachfolgenden Galerie:

Softwareversion 51 für den EndoPilot verfügbar

von Christian Danzl

Schlumbohm hat das Update für Version 51 für den Endopilot vorgestellt.
Neben kleineren „Bugfixes“ gibt es noch folgende Neuerungen:

  • BT-Race-Feilen von FKG werden  nun unterstützt
  • es gibt jetzt 3 unterschiedliche Start-Menus für die verschiedenen Ausführungen, auch die „Mobil“ Version wird unterstützt
  • der Sleepmodus wurde verbessert, besonders im US-Modus
  • die „MYFile“-Taste wurde aus dem Motormenu entfernt
  • die Apexmessung wurde verbessert:
    im Motormenu wird jetzt unterschieden, ob während der Aufbereitung gemessen wird, dann regiert das Messgerät schneller, bei der Handmessung im Motormenu eher langsamer

Disclaimer: Der Autor hat den EndoPilot ganz regulär von Schlumbohn gekauft und nimmt am kostenpflichtigen Update-Programm teil.

Wieder ein Gerät mehr – 2. Teil

von Christian Danzl

Hier im ersten Teil habe ich den DAC Universal vorgestellt. Diesmal ein paar Nachträge dazu.

  • wir haben umgestellt auf die günstigeren Indikatoren GKE Steri-Record,  von GKE, 2000 Stück ca. 200,- €uro
  • das Wasser wird jetzt kontrolliert mit dem Reinstwassermessgerät GLF 100 RW von Greisinger, Regenstauf (über Conrad). Über die Meladem Wasseraufbereitung haben wir momentan einen Leitfähigkeitswert von ca. 0,6 bis 0,7 µS, das gekaufte destillierte Wasser hat einen Leitwert von 1,2 µS (versprochen auf dem Kanister sind < 0,9). Beides Werte, die voll im grünen Bereich sind.

Beide Tips von Michael Logies. Vielen Dank!

  • Öl-Verbrauch bei 6-8 Zyklen am Tag, ca. 1 Dose Nitram-Öl pro Monat

Das Gerät läuft bis jetzt noch ohne Probleme.

Fundstück der Woche

von Noel Schabrack

Ein neuer, frisch zugezogener Patient kam zu uns in die Praxis.
Routineuntersuchung bei meinem Assistenzzahnarzt. Dieser holte mich hinzu, da er etwas „komisches“ gefunden hatte. Denn der Patient klagte über „etwas Lockeres“ an der Implantatkrone an 11, wenn er hinten mit der Zunge rangehe.
Zahn 11, bzw. das Implantat, das an Stelle des 11 inseriert war, hatte einen „Ring“ um den Hals. Und dieser war locker und ein wenig drehbar.

„Was ist das?“, fragte mich der Kollege.
Einen Verdachte hatte ich schon, liess aber noch ein Röntgenbild anfertigen um den Knochen um das Implantatbett zu beurteilen.

Klar war zumindest, dass der Ring um das Implantat dort, wo er war, nichts zu suchen hatte, deshalb wurde er auch entfernt. Und der Verdacht hat sich bestätigt:

Es war eine Draht-Naht.
Beim Implantieren wurde mit der Naht ein Knochenblock augmentiert. Normalerweise verbleibt der Draht an Ort und Stelle und stört nicht, aber dieser hat sich nach koronal verabschiedet und wurde somit für den Patienten mit der Zunge tastbar.

Neue Wege gehen (2)

von Hans – Willi Herrmann

„Schneller, höher, weiter ! “

Das Motto der olympischen Spiele, aus aktuellem Anlass (Tag 11 in Sotschi)  auf die endodontischer Zugangskavität übertragen, würde lauten: „Kleiner, zierlicher, substanzschonender !“

Und um dem Ganzen einen griffigen Namen zu geben, stellt man einen neuen Anglizismus in den Raum: „ninja access“.

Klingt cool.
Irgendwie geheimnisvoll und nach schier übermenschlichen Superkräften.

Ich persönlich kann mit dem Begriff nichts anfangen.
Mehr als das. Er geht  für mich vollkommen an der eigentlichen Intention vorbei, setzt – im Gegenteil – meines Erachtens einen Akzent, der nicht im Dienst der Sache ist.

Denn es geht eben nicht um ein „So klein wie möglich !“, dessen wahrer Zweck die  Bestätigung des Behandler – Egos darstellt, sondern stattdessen um ein im Dienste der Sache „Nicht größer als notwendig !“, allerdings zwingend mit folgender Grundvoraussetzung:

Durch den vorgenommenen minimalinvasiven Zugang dürfen die endodontischen sowie alle damit in Zusammenhang stehenden vorgeschalteten und nachfolgenden restaurativen Therapien auf keinen Fall in ihrer Durchführung behindert werden oder  dadurch das  aus den durchgeführten Behandlungen resultierende  Ergebnis nachteilig beeinflusst werden.

Der hier aufgeführte Fall soll exemplarisch zeigen, dass eine substanzschonende Vorgehensweise unter Zuhilfenahme von Dentalmikroskop und DVT von Vorteil sein kann. Konkret geht es um den Erhalt der neu angefertigten Zahnersatzversorgung, natürlich unter Beachtung der obengenannten Prämisse.

Der überwiesene Patient trägt  relativ neue  zahn/implantatgetragene ZE- Restaurationen (verankert auf dem natürlichen Zahn 34 und zwei Implantaten in Regio 36 37, als Träger einer Extensionsbrücke 35-37).

Und Zahn 34, für die Aufnahme einer Teilkrone als Brückenpfeiler präpariert, weisst wenig Retention auf. Umso wichtiger für den Erhalt der weniger als 2 Jahre alten Restauration ist eine möglichst substanzschonende Vorgehensweise bei der Präparation der Zugangskavität, die unter Zuhilfenahme des DVT´s, jedoch nicht navigiert erfolgte.

Nachfolgend 3 erläuternde Fotos.

Noch eine Anmerkung zur Kanalanatomie – Stünde der Zahn orthograd im Kiefer, würde der vorhandene linguale Kanal (Abzweigung bei 16 mm) nicht sichtbar werden. In einem solchen Fall (dem Regelfall wohlgemerkt) würde ich  (Asche auf mein Haupt ) ohne DVT eventuell  diesen auch bei konventioneller Zugangskavität nicht erkennen und demnach nicht behandeln. Ich möchte nicht wissen, wieviele solcher okkulter Kanäle in UK -Prämolaren (die ich persönlich aus genau diesen Gründen zu den schwierigsten Zähnen für die endodontische Behandlung zähle) Tag für Tag im Praxisalltag übersehen werden.

Unterfütterung

von Christian Danzl

In letzter Zeit haben wir viele Totalprothesenträger mit Implantaten versorgt.
Im OK alle mit 6 Implantaten und abnehmbar. Entweder auf 6 Teleskopen oder mit 2 Stegen auf je 3 Implantaten. Als abnehmbare Brücke mit Kunststoffsattel.
Die Patienten sind alle zufrieden, auch langfristig.
Das einzige was sich am Anfang als schwierig herausstellte war die Unterfütterung des Sattels.
Wie unterfüttern, ohne das Unterfütterungsmaterial zwischen Primär- und Suprakonstruktion zu bringen und gleichzeitig den korrekten Sitz zu kontrollieren um eine Bisserhöhung zu vermeiden?

Lösung war, die Suprakonstruktion fest auf zu setzen und das UF-Material seitlich ein zu bringen.

Oral und vestibulär werden Löcher in die „Gingiva“ der Suprakonstruktion gebohrt, von einer Seite wird das Silikon eingespritzt, bis es auf der anderen Seite heraus ausquillt. Die Löcher sollten möglichst gut an die Größe der Kanüle angeglichen sein, damit das UF-Material nicht aus dem Loch wieder herausquillt, in welches es eingespritzt wird.

Neue Wege gehen

von Hans – Willi Herrmann

Ich bin mir bewusst, dass dieser Beitrag gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden wird. So wie es immer ist, wenn man etwas neu und anders macht als bisher.
Ich möchte niemanden bekehren, viele Wege führen nach Rom, lediglich auf neue und – wie ich finde – interessante Möglichkeiten hinweisen, wie sie bislang in dieser Form nicht zur Verfügung standen.

Nachfolgend  zwei Fälle der letzten Woche: Während man beim ersten Fall (einem devitalen Zahn 13 bei einer 74 jährigen Patientin) sicher darüber streiten kann, ob die gezeigte Vorgehensweise zwingend notwendig wäre (sie ist es nicht, zeigt aber dennoch die Möglichkeiten einer minimalinvasiven Vorgehensweise bei der Trepanation), so liegt im zweiten Fall bei einem 13 jährigen Mädchen eine starke Obliteration des Wurzelkanals vor als Folge eines Traumas in jungen Jahren. Erst bei 13 mm lässt sich mit dem Dentalmikroskop ein erster Hinweis auf den ehemals vorhandenen Wurzelkanal erkennen, ein Befund, den ich auf Grund des geringen Alters und der großen Ausdehnung der apikalen Pulpa nicht erwartet hätte. Ohne die angewandte Vorgehensweise hätte ich Blut und Wasser geschwitzt.  Auch wenn ich bislang schon eine ganze Reihe ähnlich schwierige Zähne (mit tiefen Obliterationen bei selbst unter Dentalmikroskopkontrolle nicht  sichtbarem ursprünglichen Kanalverlauf) behandelt habe, stellen doch solche Ausnahmesituationen jedes Mal wieder eine  Herausforderung dar, über der das Damoklesschwert der Perforation und des Zahnverlustes schwebt.

Umso mehr freut es mich, dass wir in diesem Fall vorhersagbar und mit sehr geringem Substanzverlust die Trepanation des Zahnes durchführen konnten.

interdentale Säuberung

von Christian Danzl

Dass Zähneputzen der Mundgesundheit zuträglich ist, hat sich schon weit (aber beileibe noch nicht überall) herumgesprochen.
Die regelmässige Säuberung der Interdentalbereiche ist aber immer noch ein Stiefkind der häuslichen Mundpflege. Aber wen wundert es?

  • Zahnseide ist nicht jedermanns Sache. Zu aufwändig, schwierig zu handhaben, oft blutet es bei der Anwendung, man braucht zwei Hände dafür, so dass man auch nichts nebenbei machen kann, wie beim Zähne putzen. Eine deutliche Erleichterung stellen sog. Flosser dar. Sie sind aber auch noch relativ unbekannt in der Bevölkerung.
  • Einfacher geht es mit Interdentalbürsten, sie funtkionieren – nach einer gewissen Lernzeit relativ gut, man tut sich bei größeren Zahnzwischenräumen allerdings leichter, als bei engeren.
  • Mundduschen sind auch eine umstrittene Sache. Einerseits ist der Strahl meist nicht stark genug um fest anhaftende Plaque zu entfernen, andererseits werden bei unzureichender Reinigung oft Algen in den wasserführenden Bereichen gezüchtet. Bei unsachgemässer Anwendung kann es auch dazu kommen, dass „flowing Plaque“ in eine Gingivatasche gespült wird und es dort zu Entzündungen kommen könnte.

Philips Sonicare bietet mit dem Air Floss ein Gerät zur Pflege der Zahnzwischenräume an, die, nicht wie eine Munddusche mit kontinuierlichem oder gepulstem Wasserstrahl, sondern mit einzelnen, starken Sprühstößen arbeitet. Bleibt man auf dem Auslöser, so wird ca. alle 2 Sekunden eine kleine Wassermenge mit hoher Geschwindigkeit ausgeworfen.
Die Auswurfgeschwindigkeit ist deutlich höher als bei einer normalen Munddusche. Man merkt es sehr schnell, wenn man die Zunge auf der Unterseite trifft, denn das ist unangenehm bis schmerzhaft. Ungebremst fliegt der Wassertropfen gute 4 m weit.

Eine Reinigungswirkung ist definitiv vorhanden, ob mit dem gebotenen Druck der Zahnzwischenraum frei von Plaque werden kann, und wie viele Anwendungen dazu benötigt werden, weiss ich nicht. Wir werden weiter testen.

Zeitlupenvideos des Auswurfs mit 600 und 1.200 fps.

Disclaimer:

Der Autor hat Sonicare Airfloss regulär im Handel erworben. Er hat keinerlei Zuwendungen von Philips Sonicare oder Dritten erhalten.

Petri Heil

von Christian Danzl

Die hier vorgestellte „Angelzubehör“ ist jetzt in Deutschland zu beziehen.

G. Hartzell and Son stellt die Guttapercha-Removal-Instruments her.
EGPR-L/R und EGPR-U/D

Das Stück zu 60,- €  über ADSystems.

Arbeitsende mit Widerhaken

Was zeigt das DVT ? (5) – Zahn 46 und 47 vor WF – Revision

von Donald Becker

Ganz ehrlich- die Röntgenaufnahme 45 bis 47 sah für mich harmlos aus. Kein Grund, eine WF – Revision nicht in Angriff zu nehmen. Nach der Sichtung des DVT´s  war meine Einschätzung nicht mehr ganz so positiv.  Das 46 und 47 jeweils eine Radix entomolaris besaßen und bei beiden Zähnen nur 2 der 4 Wurzelkanäle bearbeitet waren, ordnete ich noch unter normalen Praxisalltag ein. Aber da war der im DVT nach zentral hin nun deutlich sichtbare Verlust an Zahnhartsubstanz im Bereich der  distolingualen Wurzel (Perforation oder Resorption?) von Zahn 46 und der wog schwer. Sollte man hier nicht besser dem Implantat den Vorzug geben gegenüber einem Versuch des Zahnerhaltes 46 mit nicht vorhersagbarer Prognose?  

Und was war mit dem Zahn 47 apikal los.
Die Wurzelkontur auf der vestibulären Seite lies mich vermuten, dass hier eine (offensichtlich unvollständige)  WSR vorgenommen worden war. Die Patientin bestätigte dann auf Nachfrage, dass in diesem Bereich mal eine „Zahnoperation“ vorgenommen worden war.  Auch hier stelle ich die Frage i nden Raum, ob man den Versuch des Zahnerhaltes 47 wagen soll angesichts der zur Verfügung stehenden Alternativen. 

Ich habe angesichts der Ausdehnung des distolingualen Hartsubstanzdefektes für die Extraktion  des Zahnes 46 plädiert mit nachfolgender Implantation.  Und angesichts dessen, dass nun hier ohnehin implantiert würde die Patientin darauf hingewiesen, dass man versuchen kann, den Zahn 47 zu erhalten, dass aber alle Argumente pro Implantat 46 auch auf den Zahn 47 zutreffen.

Wieder ein Gerät mehr

von Christian Danzl

Die Hygienevorschriften in deutschen Zahnarztpraxen nehmen teilweise lustige Ausmasse an.
Da für Übertragungsinstrumente die manuelle Vorreinigung vor dem Gang in den Autoklaven nicht mehr reicht, muss jetzt ein maschinelles Reinigungsgerät her (unseren Helferinnen, die eine Hygiene- und QM-Schulung nach der anderen machen durften, wird nun also genau diese erlangte Kompetenz sofort wieder abgesprochen).

Prinzipiell stehen zwei Möglichkeiten zur Debatte:

  1. Geräte, die innen und aussen reinigen, pflegen und desinfizieren.
    Gute Idee.
    Nachteil: die Übertragungsinstrumente müssen danach (obwohl schon sauberer, als es eine Zahnarzthelferin je könnte) noch durch den B-Klasse Autoklaven.
    Aufbereitungszeit netto: gut 30 min bei den schnellsten Programmen.
    Zeit, bis sie in der Praxis wirklich wieder zur Verfügung stehen, deutlich länger, da nicht unbedingt ein Autoklav startbereit ist, wenn die Übertragungsinstrumente aus der Vorreinigung kommen, und es läuft definitiv nicht immer nur das Schnellprogramm, π mal Daumen also 60 min.
    Vorteil: nicht ganz so teuer wie 2.
    Gibt es von KaVo, W&H, NSK…
  2. Gerät, das innen und aussen reinigt, pflegt, desinfiziert UND autoklaviert.
    Noch bessere Idee.
    Nachteil: deutlich höhere Kosten in Anschaffung und Betrieb
    Aufbereitungszeit kürzer, netto: ca. 15 min
    Zeit bis sie in der Praxis wirklich wieder zur Verfügung stehen, ca. 30 min.
    Ca. 15 min Aufbereitung, aber danach sind die Teile HEISS und somit noch nicht einsetzbar.
    Vorteil: schnellere Aufbereitung als bei 1., keine Abhängigkeit vom Autoklaven.
    Gibt es von Sirona, DAC Universal
    Benötigte Anschlüsse: Pressluft, Strom, (aufbereitetes) Wasser, Abwasser

Da die Geräte unter 1. auch kein Sonderangebot sind, die Aufbereitungszeit trotzdem stark vom Autoklaven abhängig sind, war für mich der DAC universal das Gerät der Wahl.

Die freundlichen Mitarbeiter von Dental-Depot meines Vertrauens stellten das Teil auf, schlossen es an und wiesen die Helferinnen ein. Läuft. Und das schon seit 4 Wochen problemlos, was in der heutigen Zeit im Dentalbereich definitiv nicht Standard ist.

Jetzt ist die Geschichte noch nicht zu Ende.
Stellen Sie sich vor, man kauft so ein Gerät, und das wär’s.
Die Übertragungsinstrumente halten länger, weil so ein Automat die besser schmieren kann, als eine Helferin und die Hitze mehrmals am Tag (im Gegensatz zur früheren Wischdesinfektion) ist der Haltbarkeit ja auch zuträglich….
Sie würden Geld aus geben, und könnten dafür an anderer Stelle Sparen?
Das geht, aber dann sind sie nicht Zahnarzt in Deutschland.
Hier investieren Sie, damit sie an anderer Stelle NICHT sparen.

Was braucht das Gerät ausser Strom, demin. Wasser und Pressluft noch zum Betrieb?

  • pro Durchlauf einen Comply Sterigage-Idikator 1000 Stück ca. 400,-
  • alle 40-50 Zyklen eine Reinigungstablette 100 Stück ca. 30,-
  • Nitram Oil zum Schmieren 6 x 200 ml ca. 350,-
  • Luftfilter 1 x pro Monat, 6 Stück ca. 40,-

und selbstverständlich doch noch:

  • das gute alte KaVo-Spray für die tägliche Spannzangen-Pflege, denn die schafft der DAC wohl dann doch nicht ohne Helferin (wir erinnern uns, das war die Fachkraft, die so viel schlechter als der Automat aufbereitet, dass das Verfahren nicht mehr zulässig ist).

und was man noch in Erwägung ziehen sollte, wenn der Durchlauf in der Praxis höher ist, wie etwa bei zwei Behandlern, oder Übertragungsinstrumente nicht in großer Überzahl in der Praxis vorrätig sei sollten:

  • einen zweiten Deckel/Instrumententräger
    Dann kann die Zykluszeit wirklich auf ungefähr 15 min gebracht werden, denn die frisch autoklavierten Winkelstücke und Turbinen zieht niemand sicher ohne eine Verbrennung hin und wieder ab.
    Kosten: Deckel ca. 500,- und je ca 100,- für die 6 Adapter.

Ach ja, Validierung…
Die kommt ja auch noch dazu.

Bis jetzt läuft alles störungsfrei. Ich werde berichten..

Kessel innen

Filter

Reinigungstabletten

Reinigungstabletten

Deckel/Instrumententräger

Intikatoren

Intikatoren

DAC universal

Nitrom Öl

Was raus muss, muss raus – Teil 1

von Bodald Necker

Eines vorweg.
Das ist kein Fall, den ich als Heldentat bei einem der einschlägigen Fachmagazine einreichen würde. Aber er zeigt, was „aggressives Abwarten“ mit sich bringen kann. Deshalb wollte ich Ihnen den 26 nicht vorenthalten. Es zeigen sich auf dem Rö auch noch andere Baustellen, wie ein 2-kanäliger 5er, ein 3-kanäliger 4er und eine WSR am 7er, die sind hier aber nicht das Thema.

Dieser 26 hat schon eine lange Endo-Karriere hinter sich. Das erste mal gesehen hab ich ihn 2001. Da kam er in die Praxis mit einer Endo, an deren Handschrift man der Vorbehandler kannte. Ein Molar, der mit 2 Silberstiften, und sonst mit nichts Sichtbarem gefüllt ist, kommt nur aus einer Praxis im Landkreis.

Silberstifte

Er machte Probleme. Also Revision.
Silberstifte frei gelegt und mit der Pinzette raus gezogen. Fertig. Zumindest die Entfernung der gesamten WF.

Die Aufbereitung war nicht so einfach. Ein Mikroskop hatte ich damals auch noch nicht zur Verfügung. Kurz, die WF war nicht das was man sich so vorstellt. Der Zahn kam trotzdem zur Ruhe. Zumindest für einige Zeit. Nach 2 gut Jahren fing er an zu fisteln. Erneute Revision. Die mb-Wurzel sah nicht gut aus. Eine Längsfraktur war nicht aus zu schließen. Der Patient bestand auf WF und den Versuch des Zahnerhaltes. Ziehen könne man ihn ja immer noch.

Z.n. 2. Revision

Der Zahn gab wieder Ruhe. Längere Zeit. Dann hin und wieder eine Fistel, mal ein Missempfinden, mehr nicht. Größtenteils keine Probleme.
Hinweise auf Knochenverlust und Schädigung eines Implantatlagers konnte den Pat. nicht zur Extraktion bewegen.
So vergingen die Jahre. Kaufunktion war zwar eingeschränkt, aber das hat nicht gestört.

Vor Weihnachten stand der Patient vor meiner Tür und übergab mit breit grinsend ein Bild:

„Weisst Du, was das ist?“

„Nein.“

„Das ist die Wurzelfüllung aus meinem oberen linken 6er, den Du schon immer ziehen wolltest.“

„Und wo hast Du die her?“

„Hatte wieder mal eine Fistel. Und nachdem die Fistel aufging, stand was raus. Das hab ich dann mit der Pinzette rausgefischt. Die Wurzelfüllung kannst Du haben, aber Zahn behalt ich noch.“

excorporierte Wurzelfüllung

Jetzt fragen Sie, liebe Leser: „Wo ist das aktuelle Röntgenbild?“
Ich habe leider noch keines, da der Patient seit dem noch nicht in der Praxis war.
Es tut ja nicht weh ;-)

Ich werde es nachreichen.
Vielleicht krieg ich den Zahn (oder was davon übrig ist)  ja doch noch…..

Hätten Sie es gesehen? (2)

von Ostidald Wucker

Der Fall wurde hier vorgestellt.

Auf Grund der vorliegenden DVT Aufnahmen waren wenige Überraschungen in der Behandlung zu erwarten.

Trotz Anästhesie gab der Patient ein Schmerzgefühl an. Dies war bereits früher aufgefallen. Auf Kälte und elektronische Reize gab der Patient immer eine positive sensible Reaktion an.
Wir führen dies auf den flüssigkeitsgefüllten Hohlraum (Pulpa/Wurzelkanalsystem) zurück, der Druckveränderungen schnell weiterleitet. Die Sensibilität war mit der Trepanation der Pulpakammer verschwunden.
Nach dem Gestalten der Zugangskavität war ein relativ lange Sekret-, richtiger Exsudatabsaugung (30 Minuten) notwendig.

Die Aufbereitung erfolgte bis #60.04 unter aktiver ultraschallgestützter Spülung mit Natriumhypochlrit und Zitronensäure. Es wurde Ca(OH)2 (Ultracal XS) eingebracht.

In der nächsten Sitzung wurde nach einer abschließenden Desinfektion mit Natriumhypochlorit der Zahn apikal mit ProRoot MTA verschlossen. Zur besseren Kontrolle  des Plugs haben wir nach einem Hinweis von Stefan Verch mit einem individualisierten Guttaperchastift und nicht mit einer Papierspitze, bzw. Plugger gearbeitet. Die Bewegung konnte in meinen Händen besser kontrolliert werden und eine apikale Überpressung ließ sich durch eine entsprechende Längenmarkierung vermeiden. Das apikale Foramen war nicht einsehbar.

Im ersten Recall nach 3 Monaten war eine Heilungstendenz erkennbar und lässt uns optimistisch in die Zukunft schauen.

Sie können es ja rausmachen, wenn es Sie stört. – Auflösung

von Bodald Necker

Vor einiger Zeit hab ich hier schon diesen Fall vorgestellt. Mit der Frage, was denn das im Kanallumen sei. Gerne hätte ich die Auflösung schon eher vorgestellt, der Patient hatte aber – trotz Schmerzen – immer wieder seine Termin abgesagt.
Egal, nun war er da und wir haben den Kanal aufgemacht.

Was haben wir gefunden?

  • 2 Guttaperchastifte
  • viiiiiieeel Sealer
  • Eiter

Es war weder ein Stift jeglicher Form, noch ein abgebrochener Bohrer, es war einfach nur viel WK-Sealer, der sich apikal schön abgerundet auf dem Röntgenbild zeigte.

Nach der Trepanation zeigt sich im koronalen Bereich viel Guttapercha. Sobald an dieser manipuliert wurde, drang sofort Eiter an die Oberfläche. Die GP-Stifte konnten ohne Mühe mit Hedstrøm-Feilen entfernt, der Sealer konnte mit US-Spitzen von der Kanalwand „geschält“ werden. Desinfektion erfolgte mit NaOCl und US, der Kanal konnte getrocknet werden, medikamentöse Einlage mit Ah-Temp. Verschluss adhäsiv.
Der Apex war weit geöffnet, so dass vom Vorbehandler schon GP in den periapikalen Bereich extrudiert wurde. Dieses konnte auf Grund der gegebenen Zeitknappheit noch nicht entfernt werden. Das wird aber in der nächsten Sitzung erste Aufgabe sein.

Ein weiteres System zur (richtigen?) Farbnahme

von Christian Danzl

Dennis Braunston widmet sich schon seit über 20 Jahren der Dentalfotografie, so hat er es uns zumindest beim NYGDM Anfang Dezember erzählt.
Zusammen mit DLCenters bietet er ein einfaches, funktionierendes Set für die Dentalfotografie an. OK, damit ist er sicher nicht allein.
Aber er hat auch ein Farbnahme-System entwickelt, das einfach über fast jede Digitalkamera funktioniert.
Es läuft über ein Digitalfoto der zu bestimmenden Zähne zusammen mit einem Norm-Farbmuster. Dieses kann auf seinen Shade-Arm platziert werden (um möglichst alles zu standardisieren). Das Foto wird in eine Software eingespielt, Weiss, Schwarz, Neutralgrau (neu, auf der HP noch nicht zusehen) und ein Zahnfarbmuster werden per Klick zugeordnet, die Farben werden online berechnet und die zu bestimmenden Zähne auf einer Grafik ausgegeben, in der markiert ist, wo sich welche Farbe befindet.
Es kann eingegeben werden, wie viele Farben auf dem Zahn unterschieden werden sollen.
Somit kann der einzelne Zahn von – einfach bis sehr komplex – in seine Farben aufgeschlüsselt werden.
Kosten wurden beziffert von ca. 600,- US$ pro Jahr, also ein Abo. Dies ist für den einzelnen Zahnarzt vielleicht nicht so interessant, ich könnte mir aber vorstellen, dass Zahnlabore in dieses System einsteigen und dann ihren Zahnärzten zur Verfügung stellen.

Ob dieses System so funktioniert, wie man es sich vorstellt, oder nicht, kann ich leider nicht sagen, es machte aber einen vernünftigen Eindruck.

Das Farbnahmesystem ist in Deutschland bis jetzt noch nicht verfügbar, soll aber kommen.

Endorevision

von Ostidald Wucker

Der Patient kam Anfang 2013 auf Überweisung seiner Hauszahnarztpraxis zu uns.

Er gab an zeitweilig latente, aushaltbare Beschwerden am Zahn 44 zu haben. Anamnestisch war nicht wirklich erruierbar seit wann die Beschwerden vorhanden sind. Es soll schon einige Zeit so sein. Die Sensibilität war negativ, die Sondierungstiefen waren nicht erhöht. Es konnte kein Perkussionsschmerz provoziert werden und auch im Aufbiss waren keine Beschwerden. Der Lockerungsgrad war 0.
Das Röntgenbild zeigte eine Wurzelfüllung nahe der Wurzelspitze, der Parodontalspalt war nachverfolgbar, die okklusale Füllung war intakt.

Was tun. Ende ja oder nein.
Wir haben den Patienten beraten und dieser sah von einer endodontischen Behandlung ab, da ich ihm nicht versprechen konnte, daß Problem zu lösen.

Nun nach einem 3/4 Jahr kam der Patient wieder und wünschte die Behandlung. Die Beschwerden waren lästiger geworden und der Zahn reagierte leicht empfindlich auf Perkussion (vertikal).
Die Revision der Wurzelfüllung gestaltete sich unauffällig. Apikal war ein harter Widerstand tastbar und es konnte initial keine Patency etabliert werden. Nach einer Ca(OH)2 Einlage gab der Patient ein leichte Besserung an.
In der zweiten Behandlungssitzung gelang die Aufbereitung der apikalen Bereiche und die thermische Obturation des Kanalsystems. In beiden Behandlungssitzungen wurde mit Zitronensäure und Natriumhypochlorit unltraschallgestützt gespült.

Während der apikalen Präparation war deutlich verfärbtes Dentin, bzw. Debris im Spanraum der Feile unter dem Dentalmikroskop zu sehen. Ab ISO 40.04 und 40.06 konnte weißes Material im Spanraum beobachtet werden. Die Aufbereitung wurde bis ISO 45.04 durchgeführt. Nach zwei Tagen sagte uns der Patient auf telefonische Nachfrage, daß die Beschwerden deutlich geringer sind.

Und wie es so manchmal ist haben wir zwar Fotos gemacht, aber auf Grund eines Behandlerwechsels am Mikroskop waren die Okulare verstellt und sämtliche Fotos in der Schärfentiefe verschoben.

Hoffnungsloser Frontzahn – Lockerungsgrad 3 – Die Fortsetzung

von Donald Becker

Über diesen symptomatischen, mit einer Fistel versehenen, hochgradig gelockerten (weil mit einer Wurzelresorption behafttet) und damit  – machen wir uns nichts vor – im wortwörtlichen Sinne mehr als  „infaust“ einzustufenden Zahn 21 habe ich hier berichtet.

Und mich –  gemäß dem Motto „Nie aufgeben !“ – zunächst für den Versuch des Zahnerhaltes durch WF- Revision entschieden.

Nach Entfernung der vorhandenen Wurzelkanalfüllung, Beseitigung einer Stufe, Herstellung der apikalen Durchgängigkeit, Wurzelkanalaufbereitung, medikamentösen Einlagen, Wurzelkanalfüllung und nachfolgendem koronalen Bleaching in Walking Bleach- Technik präsentiert sich der Zahn nicht nur seit der ersten Behandlungssitzung schmerzfrei, sondern darüber hinaus (für die vorhandene Ausgangssituation) bemerkenswert befestigt.

Er weist nun einen Lockerungsgrad von etwas mehr als 1 auf und zeigt gegenüber seinem Pendant 11 (mit einem Lockerungsgrad 1) eine nur unwesentlich stärkere Beweglichkeit.

Ein – wie ich finde – sehr erfreuliches Ergebnis.

Mal was für die Kinder

von Christian Danzl

Gesehen auf dem GNYDM.
Der Dino-Chair.
Behandlungseinheit für Kinder bis 12.
Der Behandlungsstuhl in Form eines Dinosauriers, Zahnarzteinheit sieht wie ein Rochen, dazu gibt es einen Fuchs der den Kopf dreht und im Bauch eine Schublade versteckt hat zur Aufbewahrung von Give-Aways.
Die Behandlungseinheit hat integrierte Gurte zur Sicherung sedierter Kinder, und ist ausgestattet mit einer LED-Behandlungsleuchte, Röntgenbildbetrachter, sowie einem Bildschirm für das Unterhaltungsprogramm.
Unter Umständen eine Alternative zur Kinderbehandlungsliege „Fridolin“ von Ultradent, München.

Der Vertrieb in Deutschland läuft, so wie es aussieht, über Multident/Arseus Dental.
Dort wird als Hersteller Dentronic angegeben, über den ich allerdings nichts Näheres in Erfahrung bringen konnte.

Schützenhilfe – Axes Repère

von Christian Danzl

Hand auf Herz!
Wie viele Unterkiefer Leitungsanästhesien sitzen bei Ihnen auf’s erste Mal?
100% ?   – Uiuiuiui. Vielleicht doch noch mal überdenken.
95% ?     – Respekt!
90% ?     – nicht schlecht
80% ?     – immer noch passabel

70% würde heissen, Sie müssten fast bei jeder 3. LA nachanästhesieren.

Keine 100% Trefferquote zu haben ist aber auch nicht verwunderlich, wenn man sich überlegt, dass so eine UK-LA ja Hauptsächlich im „Blindflug“ stattfindet. Man will möglichst vor dem Muskel einstechen, muss um die Kurve und um dann, je nach Anatomie, mehr oder weniger tief auf den Knochen, neben den Nerv, zu treffen.

Abhilfe bzw. Erleichterung auf diesem Gebiet verspricht eine französische Entwicklung, die auf dem GNYDM diesen Jahres vorgestellt wurde (auf der nächsten IDS werden sie sicher auch sein):

Axes Repère

Eine „Zielvorrichtung“ für die UK-Leitungsanänthesie.

Hier eine Videoanleitung zur Handhabung.

Ein Foto davon durften wir auf der Messe leider nicht machen (warum weiss ich nicht genau, denn einen Flyer mit Abbildungen bekamen wir mit und auf der Website ist alles genau zu sehen), deshalb nur die Verweise auf die Website.

So, nun der Preis: 399,-€

Auf den ersten Blick nicht unerheblich. Eine Karpulenspritze ist dabei, dann bleiben immer noch gut 350,- € für ein einfaches Plastikspritzgußteil.
Aber:
Wenn man überlegt, dass durchaus ein paar Münder vermessen werden müssen, um die optimale Form zu erreichen, Modelle, Prototypen, Spritzgussform(en) hergestellt werden müssen, wahrscheinlich erst für eine Kleinserie, Marketing (Messestände, Internetauftritt….), Vertrieb usw. verwundert der Preis weniger.
Auch unter dem Gesichtspunkt, dass man dieses Teil nur einmal im Leben kaufen wird.

Jetzt fragen Sie sich:

Wer braucht sowas?

Hab ich mich auch gefragt, denn bei mir sitzen die Leitungen relativ sicher.
Immer?
Definitiv nicht.
Wenn der Patient den Mund weit aufmacht, die Zunge aus dem Weg ist und ruhig hält, zu 99%.
Aber wenn nicht?
Übergewichtiger, bruxender Pykniker mit Spritzenangst, „breiter“ Zunge, sehr eingeschränkter Mundöffnung und starkem Speichelfluss als Worstcase?
Da ist man um jede Hilfe froh.

Ob das Teil in solchen Extremfällen einwandfrei funktioniert, weiss ich leider nicht.

Zirkonabutment

von Christian Danzl

Wenn die Endo dann doch versagt hat, kommt oft das Implantat.
Im Frontzahngebiet hat sich bei uns das Bone-level Implantat von Straumann bewährt.
Wenn es um die Ästhetik geht, auch mit einem Zirkon-Abutment. Da sich die Gingiva im Laufe der Jahre doch mal zurückziehen könnte, lassen wir auch das Abutment vom Zahntechniker einfärben. Möglichst übergangslos vom Kronenrand.

Hoffnungsloser Frontzahn – Lockerungsgrad 3

Von Donald Becker

Hier war guter Rat teuer.

Die Patientin, ein 17 jähriges Mädchen, war von einem Überweiser an uns verwiesen worden, nachdem ihn eine Kollegin in einer Mail um Hilfe gebeten hatte:

„Hallo XXX,

hier die Rö-Bilder des Zahnes 21. Nach langer Suche hatte ich irgendwann den Kanal gefunden.
Die Meßaufnahme war 15 mm ( RH: inz).
Abgefüllt ist der Zahn mit einem Gutta Stift Gr. 50. Leider fistelt der Zahn jetzt. Vielleicht hast du ja eine Idee.

Danke dir

Liebe Grüße

YYY“

War röntgenologische Befund schon deprimierend genug, so stellte sich die klinische Situation noch prekärer dar. Aus der bei Erstvorstellung in unserer Praxis noch immer vorhandenen Fistel entleerte sich Pus, die Patientin hatte Schmerzen und der Zahn wies (nicht verwunderlich angesichts der vermutlich als Zustand nach KFO vorhandenen Wurzelresorption und dem entzündlich bedingten Knochenbau) einen Lockerungsgrad von 3 auf.

Ich möchte daher die Frage des Hauszahnarztes weitergeben, vielleicht haben Sie, liebe Leser, eine Idee:

Wie sollte im vorliegenden Fall konkret vorgegangen werden und welche Prognose hat die von Ihnen präferierte Therapie ?

Anbei noch 2 OPG – Bilder und ein Video des angefertigten DVT´s.

Eine Bemerkung noch zu den „beiden“ OPG`s.

Es handelt sich bei beiden Bildern um die gleiche Aufnahme, es wurde also nur ein OPG erstellt.  Die Bilder zeigen vielmehr das Original – OPG und die veränderte Aufnahme nach Anpassung der Frontzahnschicht auf die patientenspezifische Situation. Ein Feature, das unser Röntgengerät bereithält. Man sieht eine verbesserte Erkennbarkeit der Frontzahnbereichs, die in diesem Falle sich in einem (für mich tolerablen)  wellenförmigen Verlauf der OK- Eckzahn- und Prämolarenwurzeln niederschlägt.

Hier noch das Video.

Sensorspender – Alternative

von Christian Danzl

Es wurden hier schon langfristig funktionierende Spender vorgestellt.
Eine günstige Alternative, der Saraya GUD 1000, kommt aus Japan, allerdings, wie so oft, Made in China. Drauf gestossen bin, als ich dem Dental-Depot meines Vertrauens einen Besuch abgestattet habe.

Auf die Frage, ob der günstige Spender auch funktioniere, bekam ich als Antwort ein klares Ja. Bis jetzt keine Beanstandungen.
Dann hab ich mal bestellt. Letzte Woche sind sie gekommen. Sie funktionieren mit 1l Euro-Flaschen und benötigen 4 Mono-Batterien.
An der Wand oder auf dem Tisch.

Ich werde berichten.

aus 7 mach 10

von Bodald Necker

Hier habe ich vor 3 Jahren noch gemutmasst:

„… die 10 Jahre kriegen wir hin.“

Jetzt ist es soweit. Die Kompositfüllung am 16 ist 10 Jahre in situ.
Mängel?

Ja.

Okklusal ist ein kleiner Teil der Füllung ausgebrochen. Vor kurzem erst, nach Auskunft des Patienten. Die Stelle war kariesfrei, also oberflächlich angeraut und adhäsiv repariert.

Mängel behoben.

Sonst nichts auszusetzen, auch nicht an der mb Zahnhalsfüllung.

Mal sehen, wie es sich weiter entwickelt…

Diagnose gefragt (2)

von Ostidald Wucker

Die Diagnose war bei dem hier geschilderten Fall gefragt.
3 Möglichkeiten standen zur Auswahl.

Meine Diagnose lautete: P. apicalis.

Die Perforation oder externe Resorption ist auch an Hand eines DVT nur eine Verdachtsdiagnose. Wir können an Hand der Anamnese einen Verdacht erhärten oder ausschließen.

Als Verdachtsdiagnose ist für mich die externe Resorption am wahrscheinlichsten. Das Schmerzgeschehen entstand ca. 12 Monate nach der endodontischen Behandlung. Bis dahin waren keine Beschwerden vorhanden. Der Zahn war klinisch unauffällig. Das anamnestisch ermittelte Traumageschehen erhärtet diesen Verdacht.

Eine Perforation wäre wahrscheinlich in der endodontischen Behandlung aufgefallen. Zumindest, wenn man ein Längenmessgerät benutzt. Der Behandler hat mit Längenmessgerät gearbeitet und den Perforationsverdacht nicht bestätigt. Die verwendete thermische Obturation hätte bei einer Perforation eine Sealer- und /oder Guttaperchaüberpressung gezeigt.

Entfernung Glasfaserstift

von Noel Shabraq

Der Patient wurde überwiesen zur Endorevision.
Ein Zahnarzt, der Onkel des Patienten, hatte den Zahn versorgt, mit Wurzelkanalbehandlung, Glasfaserstift und Krone.
Gut zwei Jahre keine Probleme. Danach hin und wieder Missempfinden, Druckschmerz.
Also Revision.
„Schau es Dir mal an. Da ist ein Glasfaserstift drin, den kriegst Du schon raus… .“

Das ist das Schöne an den Glasfaserstiften, man kann sie relativ leicht entfernen.

Also Injektion, Kofferdam, Krone trepaniert, im Kunststoffaufbau den Stift gesucht und dargestellt. Ultraschallspitze eingespannt und los.

Es ist ein eher langwieriges Unterfangen einen, gut in Komposit eingeklebten, GF-Stift mit US zu entfernen, wenn eine bestehende Krone (vorerst) noch erhalten werden soll. Deutlich schneller ging es mit den Munde-Discovery Burs. Unter Sicht konnte der Stift gut raus gebohrt werden, die Kleberreste waren dann gut mit US zu entfernen.
Anschliessend ging es weiter mit der Excorporation der GP-Füllung.

Aber was fällt auf, wenn ein GF-Stift mit US entfernt wird?

Glasfasern, überall zerfledderte Glasfasern.

Ich weiss nicht, wie sich, speziell diese Glasfaserfragmente, beim Aspirieren (und dazu wird es unweigerlich beim Patienten und vor allem beim zahnärztlichen Personal kommen) im Respirationstrakt langfristig verhalten.
Eine Empfehlung kann aber sein, zumindest beim Einsatz des US, mit Wasser zu arbeiten, um die Partikel nicht im ganzen Behandlungszimmer zu verteilen – auch wenn die Sicht beim Arbeiten deutlich eingeschränkt ist.

„Chapeau“ oder der Wirt und die Wette

von Donald Becker

Der Patient, heute Ende 40, suchte im Februar 2011 wegen Beschwerden in Regio 35 unsere Praxis auf.
Ein angefertigter Zahnfilm des nicht auf einen durchgeführten Kältetest reagierenden, überkronten und als Brückenpfeiler dienenden Zahnes 35 ergab eine 6 * 12 mm messende apikale Aufhellung.

Der Zahn 35 wurde daraufhin am 09. Februar 2011 initial wurzelkanalbehandelt.
Nach Calciumhydroxideinlage erfolgte dann am 01. Juni 2011 die Wurzelkanalfüllung.

Am 23.Oktober 2013 suchte der Patient wieder unsere Praxis auf.
Die Röntgenkontrolle zeigte eine vollkommene knöcherne Konsolidierung der ehemals vorhandenen apikalen Knochendestruktion.

Der Patient, vor etlichen Jahren beruflich bedingt von unserem Praxisstandort weggezogen, ist mir aber aus einem anderen Grund nachhaltig in  Erinnerung geblieben:

Er suchte im März 2000 mit extremen Zahnschmerzen unsere Praxis als Notfallpatient auf. Er hatte 2 Tage nicht geschlafen und verlangte die Extraktion des bereits irgendwann einmal alio loco wurzelkanalbehandelten Zahnes 25.

Die Symptomatik war nicht eindeutig, aber im Gegensatz zum Patienten vermutete ich nicht den Zahn 25, sondern den ebenfalls klopfempfindlichen und schwach auf den Kältetest reagierenden  Zahn 24 als Schmerzauslöser.

Der Patient, Koch und Restaurantchef, beruflich stark eingebunden, bestand jedoch darauf, das ich zunächst seinen Zahn 25 behandle.  Originalzitat: „Ich wette mein Haus darauf, dass es dieser Zahn ist, der die Schmerzen verursacht.“ Bei der WF- Revision fand sich mit dem damals noch weithin unbekannten Operationsmikroskop ein zweiter Wurzelkanal im Zahn 25, dessen bisherige Nichtbearbeitung als Grund für die Schmerzproblematik hätte dienen können.

Die Schmerzen blieben jedoch weiterhin bestehen, worauf der Patient nach einer weiteren schlaflosen Nacht mir am nächsten Tag die Erlaubnis gewährte, nun auch den Zahn 24 endodontisch zu behandeln. In diesem war es deutlich schwieriger, die 2 vorhandenen Wurzelkanäle aufzufinden, es fand sich zunächst nur einer, aber im Hinblick darauf, dass schon Zahn 25 2 Kanäle besaß, konnte ich sehr sehr sicher davon ausgehen, dass der Zahn 24 nicht weniger Kanäle haben würde.

Nach durchgeführter initialer Wurzelkanalbehandlung an Zahn 24 mit Instrumentation des einzigen auffindbaren Wurzelkanals verschwanden die Schmerzen und mit Ihnen der Patient, der die nächsten 3 WK – Termine verfallen liess. Erst im Juli 2001, also mehr als ein Jahr nach Behandlungsbeginn, konnte mit der Wurzelkanalfüllung an Zahn 24 (der zweite Wurzelkanal war schließlich doch noch auffindbar) die Behandlung abgeschlossen werden.

Diesen Fall habe nach Behandlungsende in der Zahnmed- Liste von Michael Logies vorgestellt und sah mich daraufhin harter  Kritik  von Seiten eines endodontisch engagierten Kollegen ausgesetzt. Das seiner damaligen Mail vorangesetzte und mir bis heute unvergessene „Chapeau, Herr Kollege!“ klang zwar auf den ersten Blick anerkennend, war aber aus seinem Munde zynisch zu verstehen, unterstellte er  doch im Nachfolgenden angesichts eines von seiner Vorgehensweise abweichenden Behandlungsprotokolls eine Fehlbehandlung.

Umso mehr freue ich mich, das bei besagtem Patienten, der in den Jahren 2005, 2007, 2009 unsere Praxis zu Nachkontrollen aufsuchte, alle bislang von uns endodontisch behandelten Zähne 15, 24, 25 und zuletzt, wie oben aufgeführt,  auch Zahn 35 bis heute erhalten werden konnten.

Der Patient hat im Übrigen Besserung gelobt, seine parodontale Situation betreffend. Wenn er seinen bisherigen Turnus beibehält, werde ich vermutlich 2016 nach der nächsten Verlaufskontrolle an Zahn  35 berichten können,  ob er sich zwischenzeitlich dazu entschliessen konnte, engmaschige reguläre Zahnarzt- und Prophylaxetermine  wahrzunehmen.

Diagnose gefragt?

von Ostidald Wucker

Der Patient stellte sich mit plötzlich auftretenden Beschwerden vor. Druckgefühl am Zahn 26. Vestibulär war eine Schwellung palpierbar. Erhöhte Sondierungstiefen waren nicht erkennbar. Grund der vorhergehenden Wurzelbehandlung waren die Folgen eines Traumas, Kronenfraktur 26, 27 und Jochbogenfraktur. 27 wurde extrahiert. 26 wurzelbehandelt.

Anbei das Röntgenbild.

 Und hier Screenshots des angefertigten DVT:

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Follow up nach 8 Jahren

von Bodald Necker

Es war 2005, als sich der junge Mann mit Schmerzen oben rechts vorstellte. Es endete mit einer Wurzelkanalbehandlung am 16. Damals schon mit der Aufklärung über die Notwendigkeit einer Kronenversorgung am wurzelbehandelten Zahn, sobald dieser beschwerdefrei und röngenologisch unauffällig ist.


Der Patient kam länger nicht mehr zu uns in die Praxis – warum auch immer.
Dieses Jahr kam er wieder zur Routineuntersuchung und meinte: „Oben rechts sollte mal eine Krone gemacht werden. Ich hab’s bis jetzt leider immer noch nicht geschafft.“
Die Frage nach Missempfinden am zu behandelndem Zahn verneinte er.
Perkussion war negativ, Sondierungwerte unauffällig.
Also zum Röntgen.

Was fällt auf nach 8 Jahren?

  • die palatinale WF scheint zu lange
  • palatinal sowie mb/mb2 scheint die WF auf den letzten Millimetern dünner geworden zu sein, möglicherweise durch Resorption des Sealers
  • ein apikales Granulom ist nicht eindeutig zu erkennen.

Wie würden Sie in diesem Fall verfahren?

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Fotodokumentation am Dentalmikroskop – Wireless

von Christian Danzl

Die Zahl der Zahnärzte, die ein Dentalmikroskop nutzen steigt immer weiter.
Sei es zur Wurzelkanalbehandlung, zur Chirurgie, zur minimalinvasiven Behandlung oder zu, was auch immer. Es gibt viele Gründe mehr sehen zu wollen.
Dem Wunsch mehr zu sehen, folgt meist der Wunsch, sein Tun auch andern zu zeigen, oder es zu dokumentieren.
In letzter Zeit wurde die Dokumentation etwas einfacher.
Jetzt wird das ganze noch etwas komfortabler. Durch die WLAN-Funktion der spiegellosen Sony NEX 5 R/T oder NEX 6 kann das Live-Bild direkt über WLAN an ein iPad/Tablet (auch iPad 1. Gen., somit wäre für ein altes iPad auch wieder Verwendung gefunden ;-) ) ausgegeben werden (die NEX 5 T unterstützt auch NFC). Dieses kann per Schwanenhals an verschiedene Mikroskope angebracht werden und somit als (zusätzlicher) Monitor genutzt werden. Plattform ist PlayMemories.
Auch das Auslösen ist über das iPad möglich, die Bilder können gleich gespeichert, verarbeitet, weitergeschickt oder dem Patienten gezeigt werden.
So kann, wenn man auf’s Stromkabel verzichtet und die NEX im Akku-Betrieb laufen lässt, die Dokumentation und die Mitbeobachtung kabellos ablaufen.
Wieder ein Kabel weniger.
Strike!
Zu beziehen über Hanchadent.

Penn Endo Global Symposium Vienna 2014

von Christian Danzl

Ich gebe zu, es dauert noch ein wenig, bis dieses Event stattfindet.
Das Penn Endo Global Symposium Vienna 2014.
Die Österreichische Gesellschaft für Endodontie veranstaltet ihre Jahrestagungen abwechselnd in Salzburg und Wien. Am vergangenen Wochenende fand die Tagung in Salzburg statt.
Nächstes Jahr ist wieder Wien dran.
04. bis 06. Dezember 2014, Palais Ferstel.
Dann das erste Mal in Zusammenarbeit mit der University of Pennsylvania.
Mit sehr interessanten Referenten.

Was zeigt das DVT ? (5) PA – Abszess, frakturiertes Instrument – Abstimmungsergebnisse

von Donald Becker

Im Beitrag „Was zeigt das DVT ? (5) PA – Abszess, frakturiertes Instrument“ stellte ich den Fall einer 26 jährigen Patientin vor, die als dringlicher Sehmerzfall unerwartet notfallmäßig unsere Praxis aufsuchte. Ich fragte die Leser nach ihren Einschätzungen, den Fall, seine Prognose und eine mögliche Therapie, sowohl die Notfallsituation als auch diesich anschließende weitere Behandlung betreffend.

Hier zunächst die Ergebnisse der Umfragen jeweils mit meinen Ansichten und Vorgehensweisen ergänzt:

1. Notfallbehandlung

In der nachfolgend aufgeführten Liste sehen sie das Ergebnis der Abstimmung.

Ich habe mich für die WF- Revision als Notfall- Behandlungsmaßnahme entschieden. Natürlich ist dies die zeitaufwändigste Alternative und wirft vermutlich – wie auch in unserem Falle – den Zeitplan der Praxis über den Haufen. Solche „unerwünschten Nebenwirkungen“ lassen sich  durch entsprechende praxisorganisatorische Maßnahmen (Einrichten von Schmerzzonen) möglicherweise zwar nicht gänzlich ausschalten, aber doch auf ein in der Regel vertretbares Maß verringern.

Der systemischen Antibiotikagabe im Rahmen der endodontischen Therapie  stehe  ich generell sehr skeptisch gegenüber.
Ich sehe ihre Indikation auf deutlich raumgreifende eitrige Entzündungen (die sprichwörtlichen „dicken Backen“) beschränkt, wobei auch hier immer eine solche Maßnahme mit einer kausal therapierenden (sprich wurzelkanalaufbereitenden) einhergehen muss. Als schmerzausschaltende Maßnahme ist die alleinige Antibiotika- Gabe im Übrigen nicht geeignet, diesbezüglich gibt es Studien, welche die Unwirksamkeit belegen.

2. Weiterführende Therapie

Bei der weiteren Therapie hat der überwiegende Teil der Abstimmenden (78,4 %) für die Revision gestimmt. Angesichts des Alter der Patientin auf jeden Fall eine lobenswerte Entscheidung, vollkommen ungeachtet der Schwierigkeiten, die möglicherweise mit einem solchen Fall verbunden sind. Das abgebrochene Instrument hat eine nicht unbeträchtliche Länge, liegt im apikalen Drittel der Wurzel und ist vermutlich mit dem Dentalmikroskop nicht einsehbar. Auf Grund des Durchmessers und der Länge des Fragmentes ist davon auszugehen, dass es sich nicht um einen Torsionsbruch, sondern um einen Ermüdungsbruch handelt, das Fragment daher möglicherweise über seine gesamte Fläche hinweg sich ins Dentin eingeschraubt hat und demnach sehr fest sitzt.

3. Prognose

Bei der Prognose stimmten 48 % für eine gute Prognose bei WF- Revision.
Für mich ein überraschend positives Ergebnis. Ich persönlich würde  in einem  Fall wie dem vorliegenden für „nicht vorhersagbar“ stimmen. Wir müssen von einer massiven Infektion des Wurzelkanalsystems ausgehen und wissen nicht, ob es uns möglich sein wird, besagtes Fragment zu entfernen.  In diesem Fall wäre dann aber davon auszugehen, dass  sowohl die Reinigung und Desinfektion wie auch die nachfolgende Wurzelkanalfüllung in dem zu erzielenden Ergebnis als kompromitiert anzusehen sind.

Lösungsmittel

von Bodald Necker

Vor einiger Zeit flatterte ein Prospekt von einem Lösungsmittel für provisorischem Zement ins Haus.
Auf die Frage an die Helferinnen, ob so etwas hilfreich sei, erntete ich heftiges Kopfnicken.
Also wurde bestellt und getestet.
Das Testergebnis löste breites Grinsen aus.
„Es funktioniert!“
Die zu säubernde Objekt in den Löser einlegen, 10 min warten, abspülen, und beim Absprühen ist der Zement weg.
Meine Damen waren begeistert.
Bezogen haben wir es über HanChaDent.

 

Teilrevision Zahn 46 – Wie würden Sie entscheiden?

von Kelban Frock

Frage:

Bei dem Patienten (39 J.) war im Jahr 2008 umfangreicher festsitzender Zahnersatz, vor allem im Oberkiefer geplant. Der im Röntgenbild gezeigte damalige Zustand des 46 bestand seit mehreren Jahren unverändert und praktisch beschwerdefrei (geringe apikale Druckdolenz, sporadisch minimale Ruhebeschwerden). Der Zahn war klinisch fest, kariesfrei und marginal parodontal unauffällig.

Welche Therapie hätten Sie durchgeführt – und warum?

Revision der mesialen Wurzelkanäle ?
Revision aller Wurzelkanäle ?
Hemisektion ?
Entfernung der mesialen Wurzel ?
Extraktion ?
Oder irgend etwas Anderes ?

Auflösung:
Es wurde bei uns zunächst eine Teilrevision nur der beiden mesialen Wurzelkanäle durchgeführt. Nach mehrfacher Spülung und medikamentöser Einlage trat keine Beschwerdefreiheit ein. Nach Absprache mit dem Patienten erfolgte eine Überweisung zum Oralchirurgen zwecks Hemisektion und Entfernung der mesialen Wurzel. Dort wurden auf Wunsch des Patienten jedoch nach erneuter Aufbereitung, Spülung und medikamentöser Einlage und nachfolgender Beschwerdefreiheit mesial Wurzelkanalfüllungen und Wurzelspitzenresektion durchgeführt. Anschließend wurde – wieder in unserer Praxis – der Zahn mit einem Glasfaserstift und einer Aufbaufüllung versorgt. Nach Begutachtung und Befürwortung der prothetischen Planung erfolgte die Überkronung. Die Röntgenkontrolle nach einem Jahr zeigt eine weitgehende Ausheilung und knöcherne Durchbauung der früheren Knochenkavität. Der Patient befindet sich weiterhin in unserer Kontroll-Behandlung, demnächst soll eine Langzeit-Röntgen-Kontrolle des (beschwerdefreien) 46 erfolgen.

Anschlussfrage:
Unter welchen Voraussetzungen führen Sie eine Teilrevision durch?

Praxisbeschallung 2

von Bodald Necker

Hier hatte ich schon mal was geschrieben zum Thema Praxisbeschallung. Lange Zeit lief es bei mir in der Praxis über die vorhandene Infrastruktur, wie WLAN und Airplay.
iTunes und Airplay funktioniert bei mir gut, die Dateien musstne aber auch nicht weit gesendet werden. Internetradio und WLAN ging langfristig nicht ohne Frust, da immer wieder der Stream zum Endgerät abriss oder der Repeater sein Netz nicht fand (ich muss zugeben, dass ich kein professionelles WLAN habe mit Antenne in jedem Behandlungszimmer).
Funktionierende Multiroom-Systeme gibt es einige auf dem Markt (LINN, Naim-Audio), aber die sind meist in einem Preisbereich, in dem ich nicht einsteigen wollte.

Mehr oder weniger durch Zufall bin ich wieder auf das SONOS-System gestossen, welches ich schon kannte, ich hab mich aber nie damit beschäftigt.
Die scheint jetzt für die Praxis eine sehr gute Lösung zu sein.

Das System ist einfach zu installieren/erweitern, alles was man braucht ist ein Router, an dem entweder ein Player (Play:3, Play:5) oder die Bridge (WLAN-Modul) angeschlossen wird. Die Bridge oder die Player bauen ein eigenes WLAN auf und jede Komponente erweitert dies wieder, so dass sehr wenig Empfangsprobleme gibt.
Jeder Player braucht nur einen Stromanschluss, sie beinhalten jeweils WLAN, Verstärker und Lautsprecher. Man kann alle Player gleich ansteuern, so dass alle Komponenten die gleiche Quelle wiedergeben (ohne Zeitversatz!) oder man kann auf verschiedenen Playern verschiedene Quellen anhören.
Steuerung erfolgt über iOS-/Android-Geräte oder Mac/PC (Lautstärke- und Mute-Taster sind an jedem Player) einzeln oder gruppiert.
Als Quelle fungieren Internetradio via tune in, gebührenpflichte Straemingdienste wie Napster, Spotify o.ä.,  amazoncloud player oder die vorhandene Musikbibliothek, über iTunes, Airplay, iOS-Geräte oder NAS-Laufwerk (über LAN, auch ohne Computer).

Der Klang ist eigentlich ganz OK, er hängt aber sehr stark von Klangeinstellungen und Aufstellung der Player ab, des weiteren lassen sich zwei Play:3 zu einem Stereopaar verbinden und es lässt sich ein Subwoofer dazu kombinieren. Das verbessert zwar den Klang, treibt aber auch den Preis in die Höhe.

Sie können es ja rausmachen, wenn es Sie stört.

von Bodald Necker

Dieses Röntgenbild wurde mir zugeschickt mit der Frage:
„Was ist das in dem Kanal?“

Vorgeschichte:
Der Patient war zur Wurzelkanalbehandlung an Zahn 21 im deutschsprachigen Ausland. Der Patient bemerkte während der Behandlung ein relativ lautes Knacken, welches vom Behandler aber nicht kommentiert wurde.
Nach einiger Zeit fing der Zahn an zu schmerzen. Ein Kollege im Inland war nun nach Wohnortwechsel mit der weiteren Behandlung des Zahnes betraut.
Versuch der Revision scheiterte an einer Blockade im mittleren Kanaldrittel.
Rückfrage beim Vorbehandler bezüglich des eingebrachten Materials (metalldichte Verschattung) brachte nichts, ausser der Bemerkung:
„Sie können es ja rausmachen, wenn es Sie stört. Ich habe die Wurzelbehandlung ordentlich gemacht, der Zahn geht mich nichts mehr an.“

Jetzt kommt das Röntgenbild zu mir mit der Frage, was das sein könnte.

Apikal zeigt sich leicht extrudiertes Material, sowie eine kleine Osteolyse, evtl. auch eine geringe Resorption/Lyse der Wurzelspitze. Und eben eine metalldichte Verschattung im mittleren und unteren Kanaldrittel, bei der es beim Überweiser kein Durchkommen gab (soviel ich weiss, kamen dort weder Bohrer, US, noch chemische Mittel zum Einsatz).

Ich leite die Frage an Sie weiter.

Was ist das in dem Kanal?

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Läuse und Flöhe

von Bodald Necker

Vielleicht kennen Sie das aus der Praxis: Ein Schmerzpatient sucht Ihren Rat, er/sie weiss nicht genau, wo es weh tut. Es sind mehrere Stellen. Oben links UND unten rechts, vielleicht auch noch unten links der letzte Zahn.
Doch nach genauerer Anamnese, Sensibilitätsprüfungen, Perkussions- und Provokationstests ist es meistens doch immer nur ein Zahn, der akut schmerzt.
Also aus „Läusen und Flöhen“ werden dann doch nur  „Flöhe“

Meistens.

Hin und wieder sind es aber doch zwei schmerzende Zähne.
Wie in diesem Fall: 16 und 26

Der 20 jährige Patient kam am Freitag Mittag mit großen infusffizienten Füllungen an den oberen 6ern mit Restkaries darunter, beide mit stark überhöhter Sensibilität auf Kälte und Perkussionsempfinglichkeit. Das restliche Gebiss war kariesfrei und füllungsfrei.

Zuerst buccale und palatinale Infiltration am 26. Kariesentfernung, die Pulpa war erwartungsgemäss eröffnet, Kofferdam, VitE, WK, Phys, Med, prov. Verschluss ……. das übliche Spiel.
Dann das gleiche an 16.
WV die Woche darauf. Der Pat. war schmerzfrei, also WF und Füllung.
Aufbereitung erfolgte mit 2-Feilensystem:
Gleitpfad maschinell mit FKG Scout-RaCe 10/02 auf Arbeitslänge, anschliessend VDW Mtwo 25/06 im reziproken Modus auf AL, WF Single-Cone Guttapercha Maillefer 25/06, nur jeweils der palatinale Kanal hatte ein größeres Lumen, hier wurde warm vertikal verdichtet mit anschliessendem backfill.
Der mb2 liess sich jeweils ohne Probleme auffinden, instrumentieren und Füllen.

saving hopeless teeth 28/4 – follow up 2 nach einem Jahr

von Bodald Necker

Der Fall wurde hier und hier beschrieben, das erste follow up hier.
Wie sieht es nach einem Jahr aus?

Gut.

Der Zahn ist komplett symptomlos, hat mittlerweile Lockerung 0 und ist in Funktion, so weit es die Bisssituation zulässt.
Klinisch liegt die Furkation immer noch frei, ist aber auch nicht größer geworden.
Bild der röntgenologischen Kontrolle anbei.

3 mon post op

 

1 y post op

 

 

Was zeigt das DVT ? (5) PA – Abszess, frakturiertes Instrument

von Donald Becker

Die 26 jährige Patientin, überwiesen im Hinblick auf eine mögliche  Erhaltungsfähigkeit des Zahnes 36  durch endodontische Maßnahmen suchte unerwartet schon vor dem vereinbarten Beratungsgespräch  als dringender Schmerzfall unsere Praxis auf.

Zahn 36 stellte sich dar als  Zustand nach WF ca. 6 Monate zuvor durch den Hauszahnarzt. Ein frakturiertes Instrument befand sich in der mesialen Wurzel, die
Überweisung durch Hauszahnarzt erfolgte zur Beurteilung der Möglichkeit des Zahnerhaltes durch WF – Revision  36.

Der klinische Befund ergab starke Schmerzen und eine leichte vestibuläre Schwellung im Sinne eines PA – Abszesses an Zahn 36, der Perkussionstest zeigte Zahn 35 minimal klopfempfindlich, Zahn 36 leicht leicht klopfempfindlich. Eine Sensibilitätsprüfung mittels  Kältespray  ergab negative Reaktionen an Zahn 35 und 36.

Im PA- Befund wies der Zahn 36 folgende Werte auf:

distovestibulär 2 mm
vestibulär 3 mm
mesiovestibulär 2 mmmesiolingual 2 mm
lingual 2 mm
distolingual 3 mm

Lockerungsgrad 0

Nun die Frage an die Leser, zu beantworten in den Kommentaren oder in den Umfragen:

Welche Therapieempfehlung sollte der Patientin gegeben werden ?

Wie sieht die Schmerzbehandlung aus ?

Wie ist die Prognose der jeweiligen angestrebten Lösungen ?

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WSR

von Ostidakd Wucker

Wurzelspitzenresektionen sind in unserer endodontischen Praxis eher selten. Zum einen liegt es daran, daß einige Überweiser Kieferchirurgen sind und in den notwendigen Fällen dies selbst durchführen wollen. Zum anderen sind Wurzelspitzenresektionen, bzw. apikale Kürettagen an endodontisch behandelten Zähnen sehr selten notwendig und wenn, meist nur bei dem Vorliegen extraradikulärer Infektionen der Wurzeloberfläche. Die Fälle aus den letzten 5 Jahren können wir an einer Hand abzählen. Selbst große apikale Veränderungen heilen nach endodontischer Therapie und benötigen keine weitere chirurgische Intervention.

Auch bereits resezierte Zähne sind durch alleinige orthograde endodontische Therapie erhaltbar. Einige Beispiele im Recall anbei.

In einem Fall mussten wir nach endodontischer Revision eine apikale Küretage durchführen, da keine Heilungstendenz und Beschwerdefreiheit erkennbar war. Der Patient stellte sich zum Recall nach 1 Jahr nach apikaler Kürettage und 3,5 Jahren nach endodontischer Therapie vor.
Eine Heilungstendenz ist erkennbar. Der Zahn ist symptomlos.

und wieder ein Recall

von Ostidald Wucker

Die Patientin lebt für einige Zeit in Deutschland. Die Erstbehandlungen erfolgten in Japan.

Die Frontzähne zeigten eine stark erhöhte Aufbissempfindlichkeit. Die Patientin wurde uns von einem Kieferchirurgen überwiesen. Dank dessen Fachverstand erfolgte keine WSR.

Die metallenen Aufbauten unter den Frontzahnkronen wurden entfernt. Anschließend wurde die abgebrochene Feile dargestellt.
Die Hedströmfeile war nicht so einfach entfernter, da diese beim eindrehen sehr stark verkeilt wurde. Offensichtlich wurde damals beschlossen dies als verschraubte Wurzelfüllung zu belassen.
Nach Instrumentenentfernung erfolgte der präendodontische Aufbau und die Aufbereitung der Kanäle. Danach wurden provisorische Kronen inseriert.
Nach einer abschließenden Desinfektion und vorhergehender Zwischeneinlage mit CaOH wurden die Zähne mit Guttapercha in einer thermischen Obturationstechnik verschlossen.

Die Patientin hatte nach der Behandlung beschlossen alle weiteren endodontischen Behandlungen bei uns durchführen zu lassen. 36 ( Sekundärkaries/Wurzelkaries) und 34 (Längsfraktur) waren leider nicht erhaltbar. 47 war bereits entfernt. 45 konnten wir endodontisch versorgen.

Was tun (2)

von Ostidald Wucker

In dem bereits hier kurz angerissenen Fall wurde das Problem am Zahn 14 nach dem Downpack geschildert. Ein einfaches Fortfahren in der Behandlung erschien uns nicht sinnvoll. Es könnte durchaus eine apikal gelegene Teilung des Kanalsystems in der buccalen Wurzel sein. Die Kontur des Zahnquerschnittes an der Schmelzzementgrenze zeigte keine Einziehung, welche auf eine Teilung der buccalen Wurzel hinweisen könnte.

Wir haben uns entschlossen die Wurzelfüllung im betroffenen Kanalsystem zu revidieren und nach der Verzweigung zu suchen. Mittels vorgebogener Handinstrumente sondierten wir die Kanalwände. Dieses Vorgehen brachte keinen Erfolg. Die betroffene Region war auf Grund einer Krümmung der Wurzel nicht einsehbar. Die Kurvatur wurde mittels sonoabrasiver Präparaten teilweise begradigt.

Eine Verzweigung konnte nicht dargestellt werden. Einen weiteren Substanzverlust wollten wir nicht riskieren und entschlossen uns deshalb in Absprache mit dem Patienten zur Wurzelfüllung. Anbei die Bilder.

Bierflasche 1

von Bodald Necker

Der junge Mann kam zur Routineuntersuchung in die Praxis.
„Ach ja, vor ein paar Tagen hab ich beim Trinken aus der Bierflasche einen Schlag bekommen. Aber, jetzt tut es nicht mehr weh.“
Er gab den 11 an als den betroffenen Zahn.
Lockerung war mehr 0 als 1. Perkussion negativ. Sensibilität auf Kälte positiv.
Sonst keine Auffälligkeiten. Anamnestisch war nichts mehr in Erfahrung zu bringen, ob Blutung, Dislokation, oder größere Lockerung. Auf Nachfragen ernteten wir nur ein „Keine Ahnung“.
Ein Röntgenbild wurde angefertigt.
Der PA-Spalt war vergrößert. Eine Querfraktur im apikalen Drittel konnte nicht ausgeschlossen werden

3-4 Tage posttraumatisch

Da keine Beschwerden mehr bestanden, die Lockerung sich sehr in Grenzen hielt, wurde der Pat. über noch mögliche Komplikationen und engmaschige Kontrollen aufgeklärt und mit Termin zur WV in einer Woche zur VitPr entlassen.

Doch genauso ernst, wie er das Trauma und seine möglich Folgen nahm, so ernst nahm er auch seinen nächste Termin. Er kam nicht.

Es ging ein mehr als ein halbes Jahr ins Land, bis er sich wieder blicken liess. Nicht wegen des 11, sondern wegen eines anderen Problems.
„Ach ja, und der da vorne vom letzten Mal ist dunkel geworden. Kann man den überziehen?“

Ja. Das hätten wir verhindern können.
Kältetest, wie erwartet, negativ, sonst klinisch keine Auffälligkeiten. Perkussion negativ, keine Schmerzen. Lockerung 0.
Eine kleine apikale Aufhellung ist zu erahnen, evtl. auch ein Resorptionsprozess oder die Dislokation eines apikalen Fragmentes.
Vielleicht bringt ein DVT mehr Klarheit.

ca. 8 Monate posttraumatisch

Mit der geplanten engmaschigen Kontrolle hätten wir die Endo, die jetzt nächste Woche ansteht, nicht verhindern können, aber zumindest die Verfärbung.
Naja, er ist nicht der einzige Patient, den seine Zähne nur dann interessieren, wenn etwas nicht gut aussieht oder wenn etwas weh tut.