Recall – heilt es? (3)

von Ostidald Wucker

So langsam wird es schwierig die Fälle von Wurzelspitze im  Auge zu behalten und die aktuellen Recalls hier einzustellen.

Heute nun ein Fall über den schon hier und hier berichtet wurde. Im letzten Recalltermin mussten wir nach unserer Meinung feststellen, daß keine Heilungstendenz erkennbar ist. Nun nach knapp 2 Jahren kann eine deutliche Heilungstendenz beobachtet werden.

Anbei die aktuelle Röntgenaufnahme.

R8

 

Was ist das?

von Ostidald Wucker

Ein Rätsel zum 1. Mai.

Was könnte auf dem Röntgenbild am Zahn 14 apikal zu sehen sein?

Recall – heilt es?

von Ostidald Wucker

Die Patientin wurde uns mit akuten Beschwerden Regio 13, 14 überwiesen. Mit Ibuprofen Tabletten hielt sie sich über Wasser. Der Zahn 13 war trepaniert. Die Schmerzen bestanden unverändert weiter.

Die klinische Situation zeigte ausgeprägte Sekundärkaries an den Zähnen 13, 14. Die Sondierungstiefen waren im Sinne einer P. marginalis erhöht und es bestand eine Gingivitis. Der Lockerungsgrad betrug bei beiden Zähnen 0.

Die Patientin möchte einen herausnehmbaren Zahnersatz unbedingt vermeiden und wollte  gerne den Erhaltungsversuch.
Nach Entfernung der Kronen mit Füllungen zeigte sich eine stark zerstörte Restsubstanz. Nach Entfernung der Sekundärkaries und Dentindesinfektion erfolgte der präendodontische Aufbau. Die Wurzelkanäle waren im bis nahezu zum Beginn des mittleren Wurzeldrittels obliteriert. Die Entfernung des Reizdentins erfolgte mit Munceburs und Profile 15.04. Die Weiter Aufbereitung gelang mit MTWO Instrumenten. Nach einer abschließenden Desinfektion erfolgte in der zweiten Sitzung die thermische Obturation und der prophetische Aufbau unter Verwendung von Glasfaserstiften. Die Zähne wurden von uns mit provisorischen Kronen versorgt.

Nun sind die ersten Bilder aus dem Recall da. Heilt es?
Wie ist Ihre Einschätzung?

Take Our Poll

Interessante Kanalanatomie (2)

von Ostidald Wucker
Das DVT hat gezeigt, daß der Kanalverlauf in der mesialen Wurzel eine Stripperforation begünstigt. Wir haben auf eine „großtaperige“ Aufbereitung verzichtet,
wohlwissend, daß wir uns damit der Gefahr eines Puffs durch die thermischen Obturation der Wurzelfüllung aussetzen.

Die initiale Aufbereitung begann mit einer Gleitpfadpräparation mit Handinstrumenten # 08, #10. Danach wurde mit Race Scoutfeilen 10.02, 10.04 weiter gearbeitet. Die maschinelle Aufbereitung erfolgte mit Profile und Mtwo Instrumenten. Der Radialland der Profileinstrumente führte zu einer Zentrierung der Feile im Kanalverlauf und ließ uns auf eine möglichst geringe Begradigung hoffen. Mtwo Instrumente wurden bis 25.06 in der initalen Instrumentation des koronalen und mittleren Drittels des Kanalsystems eingesetzt.
Die apikale Aufbereitung erfolgte bis Iso 40.04 mit Profileinstrumenten in einer variabel Taper, variabel Tippräparation (VTVT).

Die Spülung und Desinfektion erfolgte mittels schall- und ultraschallgestützter Aktivierung mit Zitronensäure 10% und Natriumhypochlorit 5%.
Die Längenbestimmung erfolgte endometrisch unter radiologischer Kontrolle.

Anbei Röntgenbilder aus der Behandlung.

Röntgenbilder lügen…

von Ostidald Wucker

Röntgenbilder lügen. Das ist nicht neu. Trotzdem ist es immer wieder überraschend, wenn man einer Situation gegenüber steht, die plötzlich anders als erwartet ist.

Im vorliegenden Fall stellte sich die Patientin nach Überweisung in unserer Praxis vor. Zur Vorstellung waren akute Beschwerden vorhanden. Der Zahn 46 zeigte keine erhöhten Sondierungstiefen. Die Patientin gab starke Aufbissschmerzen und Perkussionsschmerzen horizontal an. Die Krone war okklusal provisorisch verschlossen.

Das Röntgenbild zeigt im distalen Kanal Fremdkörper. Diese stammen wahrscheinlich von der Präparation der Zugangskavität durch die Krone hindurch und sind Späne/Partikel der verwendeten Metallegierung. Mesial war ein Fragment im apikalen Drittel zu lokalisieren.

Nach entsprechender Beratung, Aufklärung erfogte die Schmerzbehandlung mit Darstellung des Fragmentes. Es zeigte sich bereits eine Stufe in Höhe des Fragmentkopfes. Nickeltitaninstrumente haben die Eigenschaft sich gerade zu stellen. Damit liegt die Oberkante des Fragmentes immer an der mesialen Wand (Außenkurvatur) des mesiobukkalen Kanales an.  Die Ultraschallpräparation erfolgt an der Innenseite der Kurvatur der Kanalkrümmung. Um das Überstreifen einer Schlinge oder Kanüle zu ermöglichen wurde das Fragment mit einem Kissen aus Teflon dezent aufgerichtet. Durch Ultraschallkontakt entgegen der Uhrzeigerrichtung konnte das Fragmentes mobilisiert und entfernt werden. Eine Kontrollaufnahme zeigte zwei weitere Fragmente. Diese waren im Ausgangs Bild nicht zu erkennen.

Die Länge des Fragmentes 1 lässt einen Ermüdungsbruch vermuten.

War das Fragment 1 durch den Ultraschalleinsatz an der Spitze frakturiert?
Lange festsitzende Fragmente können durch den Ultraschalleinsatz einen weiteren Ermüdungsbruch zeigen. Im vergrößerten Röntgenausgangsbild könnte man eine Unterbrechung des Fragmentes apikal vermuten. Aber sicher sagen lässt sich das nicht.

Mittels DVT wäre die genaue Lage der Fragmente erkennbar gewesen. Im vorliegenden Fall wären diese Informationen hilfreich gewesen. Da es uns nicht in der Praxis zur Verfügung stand, konnte auf diese Diagnostik nicht intra operationem zugegriffen werden.

Die Entfernung des Fragmentes 2 gelang nach weiterer sonoabrasiver Präparation und optischer Darstellung im Isthmus. Die Schaumstoffabdeckung des mesiolingualen Kanales wurde entfernt und mittels hydrodynamischer Bewegung durch wechselseitige Schall- und Ultraschallaktivierung der Spülflüssigkeit konnten beide Fragmente nacheinander entfernt werden. (Der Fremdkörper im distalen Kanal wurde bereits in der ersten Sitzung mit der Mikroabsaugung abgesaugt.)

Die Schumstoffpellets der Abdeckung des distalen Kanales erwiesen sich als Fragmentfänger.
Abschließend wurde das Kanalsystem nach Desinfektion thermisch obtruiert und adhäsiv verschlossen.

DVT präoperativ – ja oder nein? (2)

von Ostidald Wucker

Mit der digitalen Volumentomografie ist ein gewaltiges Hilfsmittel in der endodontischen  Diagnostik und Therapie entstanden. Leitlinien sind im Entstehen oder schon nutzbar. Doch oftmals herrscht eine Unsicherheit ob dies notwendig ist oder ob es hilfreich ist.

Für mich war es in diesem Fall interessant zu wissen, wie die hier mitlesenden Kollegen urteilen. Der Stand aktuell ist dieser:

Aus meiner Sicht muss ich sagen, daß 103 Votes dafür zeigen, daß das Bild genau angeschaut wurde.
Warum ein DVT?
Das möchte ich Ihnen mit nachfolgender kurzer Fallvorstellung darstellen.

Zunächst – es wurde kein DVT angefertigt.

Anamnestisch ergab sich eine Behandlung vor längerer Zeit. Hin- und wieder Beschwerden, welche aber immer vergingen und nie besonders lang anhaltend oder heftig waren. Die Sondierungstiefen waren unter 3mm. Es lag kein erhöhter Lockerungsgrad vor. Die vorhandenen Füllungen zeigten Sekundärkaries und Demineralisierungen.

Neben einer P. apicalis ist bei genauerem Betrachten des Röntgenbildes der Verdacht eines Resorptionsgeschehens zu vermuten. Dies könnte interner oder externer Genese sein.
Nach präendodontischem Aufbau und Gestalten der Zugangskavität zeigte sich, daß das apikale Gebiet durch eine Krümmung entgegen der Erwartung nicht einsehbar war. Der Substanzverlust um dies zu erreichen wäre sehr groß gewesen und hätte die Zahnwurzel stark geschwächt. Die Zugangspräparation war zudem bereits über die Schneidekante ausgedehnt.

Mittels apikalem Gauging lies sich uns die Größe des Foramen apikale mit #70 bestimmen. Nach Aufbereitung und ultraschallgestützter Desinfektion des Kanalsystems erfolgte die Trocknung und der Verschluss mit ProRoot MTA. Das Verdichten des MTA wurde vorsichtig mit Papierspitzen durchgeführt. Bei der zweiten Portion „rutschte“ der Plugger zum Einbringen des MTA plötzlich ohne Widerstand bis auf die gemessene Arbeitslänge des ersten Plugs. Das angefertigte Röntgenbild brachte keine Erklärung. Alles sah ganz gut aus. Beim weiteren MTA stopfen haben wir nahezu drucklos gearbeitet. Dies führte zu Lufteinschlüssen. Die letzten eingebrachten MTA-Schichten wurden wieder entfernt. Der Kanal getrocknet und wieder mit etwas mehr Druck auf das MTA gearbeitet.
Wie ließ sich das plötzliche „Durchrutschen“ des Pluggers erklären?
Das MTA wurde in die lateralen Bereiche der Resorptionslakune gepresst. Wenn die Ausdehnung vorher bekannt gewesen wäre, hätte die Behandlung kontrollierter und deutlich weniger zeitaufwendig durchgeführt werden können. Die Kontrolle der MTA-Applikation erfolgte durch Röntgenaufnahmen und einige Schritte mussten mehrfach wiederholt werden.  Die Routine des Behandlungsteams führte zu einem annehmbaren Ergebnis. Dies hätte aber durchaus ungünstiger verlaufen können.

Mit einem DVT und dem Wissen um die apikale Anatomie wäre ein kontrolliertes und damit sicheres Arbeiten möglich gewesen.  So war das Ergebnis eher ein Glücksfall.

Messaufnahme

MTA Plug 1

MTA Plug 2

MTA Wurzelfüllung 1

MTA Wurzelfüllung 3

MTA Wurzelfüllung 4

Abschlusskontrolle

Heilung?

von Ostidald Wucker

Diese Röntegbilder entstanden nicht geplant. Der Patient kam auf Grund einer Überweisung zur Behandlung des Zahnes 13. Grund der Überweisung war die koronal vollständige Obliteration des Kanalsystems.

2007 behandelten wir die Zähne 14,15.
Die Sondierungstiefen waren damals nicht erhöht. Der Lockerungsgrad war 1-2 an den Zähnen 14,15. Zu dem Zeitpunkt fand eine kieferorthopädische Behandlung statt.
Die Zähne sind heute symptomfrei. Es sind keine erhöhten Sondierungstiefen vorhanden.
Nun nach 5 Jahre steht die Frage – vollständige Heilungen 14 und 15, ja oder nein?

Take Our Poll

Saving hopeless teeth…

von Ostidald Wucker

In diesem Fall gelang es einen bestehenden Zahnersatz funktionsfähig zu erhalten. Die Patientin hatte zu uns besonderes Vertrauen gefasst, da wir vor mehreren Jahren bereits einen durch einen Stiftaufbau perforierten Zahn 23 erhalten haben. Damals waren noch keine Konuskronen angefertigt. Die Pfeilerwertigkeit erschien uns zweifelhaft. Nach nunmehr 6 Jahren scheint es doch zu funktionieren…

Der Zahn 24 war frakturiert. Die Primärkrone ließ sich nahezu spaltfrei aufsetzen und Ferrule blieb auch nach Kariesentfernung erhalten. Das Kanalsystem war vollständig oblitertiert und musste mühsam mit Ultraschall und Nickeltitaninstrumenten aufbereitet werden.

Nun hoffen wir, daß der Zahnersatz wieder problemfrei weitere Jahre funktioniert und 24 und 23 sich weiter gemeinsam stützen und schützen…

Recall

von Ostidald Wucker

Um den Erfolg einer Therapie zu erkennen sind Nachuntersuchungen wichtig und sinnvoll. Zum einen für den Patienten, zum anderen für den Behandler. In unserer Praxis wird im endodontischen Recall der Zustand auf Symptomfreiheit, die aktuellen Sondierunsgtiefen und mindestens ein Röntgenbild erhoben, bzw. erstellt.

Wir halten uns an die Angaben in der Stellungnahme der DGZMK („Good clinical practice“: Die Wurzelkanalbehandlung):

  • Der Erfolg der Wurzelkanalbehandlung soll über mindestens 4 Jahre in regelmäßigen Abständen klinisch und röntgenologisch überprüft werden.
  • Empfohlene Zeitintervalle sind: 6 Monate, 1 Jahr, 2 Jahre und 4 Jahre nach Abschluss der Behandlung.

Die ersten 2-3 Nachuntersuchungen werden in der Regel von nahezu jedem Patienten wahrgenommen. Leider wird es ab dem 24. Monat, bzw. 2 Jahren kritisch die Patienten innerhalb unserer Praxissoftware zu „recallen“, da die Software größere Abstände als 2 Jahre nicht unterstützt. Das ist sehr schade, da das händische Recallen große Ressourcen bindet. Aber vielleicht ändert sich bald etwas…

Anbei ein aktueller 1 Jahres Recallfall.

Kurzbeschreibung:
Anamnese: Heftige Beschwerden linksseitig, Ausstrahlend zum Ohr, seit 8 Tagen.
Diagnose: 36 infizierte Pulpanekrose, P. apicalis, 37 Karies profunda.
Therapie: Wurzelkanalbehandlung nach Kariesentfernung 36, Füllungstherapie 37.

Recall