Endorevision

von Ostidald Wucker

Der Patient kam Anfang 2013 auf Überweisung seiner Hauszahnarztpraxis zu uns.

Er gab an zeitweilig latente, aushaltbare Beschwerden am Zahn 44 zu haben. Anamnestisch war nicht wirklich erruierbar seit wann die Beschwerden vorhanden sind. Es soll schon einige Zeit so sein. Die Sensibilität war negativ, die Sondierungstiefen waren nicht erhöht. Es konnte kein Perkussionsschmerz provoziert werden und auch im Aufbiss waren keine Beschwerden. Der Lockerungsgrad war 0.
Das Röntgenbild zeigte eine Wurzelfüllung nahe der Wurzelspitze, der Parodontalspalt war nachverfolgbar, die okklusale Füllung war intakt.

Was tun. Ende ja oder nein.
Wir haben den Patienten beraten und dieser sah von einer endodontischen Behandlung ab, da ich ihm nicht versprechen konnte, daß Problem zu lösen.

Nun nach einem 3/4 Jahr kam der Patient wieder und wünschte die Behandlung. Die Beschwerden waren lästiger geworden und der Zahn reagierte leicht empfindlich auf Perkussion (vertikal).
Die Revision der Wurzelfüllung gestaltete sich unauffällig. Apikal war ein harter Widerstand tastbar und es konnte initial keine Patency etabliert werden. Nach einer Ca(OH)2 Einlage gab der Patient ein leichte Besserung an.
In der zweiten Behandlungssitzung gelang die Aufbereitung der apikalen Bereiche und die thermische Obturation des Kanalsystems. In beiden Behandlungssitzungen wurde mit Zitronensäure und Natriumhypochlorit unltraschallgestützt gespült.

Während der apikalen Präparation war deutlich verfärbtes Dentin, bzw. Debris im Spanraum der Feile unter dem Dentalmikroskop zu sehen. Ab ISO 40.04 und 40.06 konnte weißes Material im Spanraum beobachtet werden. Die Aufbereitung wurde bis ISO 45.04 durchgeführt. Nach zwei Tagen sagte uns der Patient auf telefonische Nachfrage, daß die Beschwerden deutlich geringer sind.

Und wie es so manchmal ist haben wir zwar Fotos gemacht, aber auf Grund eines Behandlerwechsels am Mikroskop waren die Okulare verstellt und sämtliche Fotos in der Schärfentiefe verschoben.

Anatomie unterer Molaren (6) – Radix entomolaris – reloaded –

von Bonald Decker

Vor längerer Zeit habe ich in diesem Beitrag über Vorkommen und Behandlung zusätzlicher distaler Wurzeln unterer Molaren berichtet.

Vor Kurzem war es mal wieder so weit und wir „durften“ eine solche „Laune der Natur“ erneut endodontisch versorgen…

Die vorhandene Anatomie zeigte sich für uns jedoch erst klinisch und somit etwas unerwartet, da sich die zusätzliche Radix auf den mitgelieferten Röntgenaufnahmen des Hauszahnarztes (für uns) vorab nicht zweifelsfrei erkennen lies.

Hier „zur Gegenüberstellung“ unsere postoperative Aufnahme:

Nachfolgend noch die Eckdaten unserer Behandlung:

Diagnose:

Pulpal: Nekrose

Periapikal: normal

Therapie:

chemo-mechanische Desinfektion in zwei Terminen, Med. Einlage: Ca(OH)2, Mesial: Konfluation der Kanalsysteme; Apikale Präparation: mesial: 35.04; distal: 35.06;

WF: warm-vertikale Obturation von Guttapercha&Sealer (AHplus)

Prognose (prä/post-operativ):

sehr gut

Wer zu diesem Thema übrigens noch mehr Informationen einholen möchte, empfehle ich u.a. diesen Artikel

P.S.: Mal schauen, wie gut Zahn 36 die parapulpären Stifte auf Dauer toleriert.

P.P.S: Und weil`s so gut passt: Ich „liebe“ unseren Kodak 6100, den wir ganz neu haben. Im Vergleich zu der mir bekannten „Abbildungsgenauigkeit“ von Sidexis, Gendex und Dürr ein Traum… auf jeden Fall für mich. Mal schauen, was die Langlebigkeit angeht…

;-)