Kleine Helfer – Teil 8

von Christian Danzl

NEU ist er sicher nicht, der Interdentalkeil aus Ahorn. Jeder kennt ihn aus dem Studium, man kommt fast nicht ohne ihn aus, wenn es darum geht Zähne zu separieren oder Matrizen zu fixieren.

Seit geraumer Zeit benutze ich ihn (und auch seine Kollegen aus Kunststoff) während der Präparation. Ich bringe den Keil VOR der Präparation in den Approximalraum ein.

  • er verdrängt die Gingiva und schützt sie vor dem Diamanten oder Rosenbohrer
  • er hält das Blut fern, welches sich gern approximal in die Kavität schleicht und sorgt für bessere Sicht (leider hab ich nicht nur Patienten mit plaquefreien Approximalbereichen)
  • er bietet dem rotierenden Instrument Widerstand, somit „fällt“ man nicht in die Gingiva, wenn sich der Zahn mit zunehmender Kavitätentiefe nach zentral verjüngt
  • wenn der Keil durch das rotierende Instrument „individualisiert“ ist, passt er auch anschliessend besser, um die Teilmatrize bombieren zu können – sofern er nicht zu sehr beschädigt wurde

Anschliessend ein paar Bilder von der letzten Präparation für eine e.max Teilkrone.
Die weissen Stellen sind Reste von Gænial-Bond, GC. Z.n. Cp-Behandlung mit Calciumhydroxid, fixiert mit Vertise-Flow, abgedeckt mit Gænial Bond und Gænial Flow.
Die Präparation wurde finiert mit Shofu Brownie Minipoints mit FG-Schaft im roten Winkelstück/Turbine, das ergibt eine glatte Oberfläche für eine gute Abformung – kein Zahntechniker hat sich je darüber Beschwert ;-)
Die Provisorien werden anschliessend geklebt mit einem kontrastfarbenem Flow-Komposit (z.B. Venus Flow Baseliner) OHNE Bonding. So halten die Provisorien gut, lassen sich trotzdem ausreichend gut entfernen, die Kompositreste auf dem Zahn lassen sich Dank der Kontrastfarbe  gut erkennen und mit dem ZEG entfernen. Die Kavität wird dann zum Einsetzten vor dem Ätzen und Bonden sandgestrahlt (da werden auch die weissen Bonding-Reste mit entfernt und das Komposit und die Zahnoberfläche genügend angeraut um einen guten Halt zu sorgen)

Da in DIESEM Fall Komposit in der Kavität ist, wird das Provisorium mit Harvard-Zement eingesetzt.

Interdentalkeile für die Präparation im Approximalraum

Interdentalkeile für die Präparation im Approximalraum

Keile in situ

Approximalräume mit Brownie finiert

nach Entfernung der Keile

 

Interdentalkeile für die Präparation im Approximalraum

Teilmatrizen und Separierringe – Erfahrungen aus fast 3 Jahren

von Christian Danzl

Ich habe schon des öfteren von Teilmatrizensystemen berichtet. Von Neuerungen und Neuentdeckungen. Ich habe etliche Systeme ausprobiert.

Was bleibt nach 3 Jahren?

Die Antwort ist einfach.

Von den Teilmatrizenbändern ist eigentlich jedes gut zu verwenden. Jeder Hersteller hat eigene Formen und jede Form hat ihr Einsatzgebiet, das eine wird mehr gebraucht das andere weniger. Übrig bleibt keines.

Von den Separierringen ist bei mir die erste Wahl ganz eindeutig das V3 System, von Triodent.

  • Die Ringe sind stark, separieren ordentlich
  • die geteilten Füße lassen das Einbringen von Interdentalkeilen auch nach dem Aufsetzen des Ringes zu
  • der Kunststoffüberzug hält gut, hält den Autokraten aus, verschleisst kaum,
  • seit sie im Einsatz sind mussten die Ringe noch nicht nachgespannt werden.
  • sind sehr gut geeignet, wenn der Approximalraum weit offen ist

Nachteile (wie überall, so auch hier):

  • Wenn die Zähne nicht weit aus der Gingiva herausschauen und die Füsse nicht genug Unterschnitt finden, rutschen sie wieder nach oben ab.
  • Preis

An zweiter Stelle: die Standard Ringe von Garrison.

  • sie separieren ordentlich
  • halten die Spannung gut
  • in verschiedenen „Fusslängen“ erhältlich (farblich codiert)
  • Füße sind am Ende etwas verdickt, so können sie sich besser fest halten

Nachteile:

  • Keil muss vorher gelegt sein
  • wenn der Approximalraum weit offen ist, wird das Matrizenband oft nur unzureichend adaptiert, oder die Füße rutschen durch.

An dritter Stelle die Ringe on Polydentia

  • sehr ähnlich den Ringen von Garrison, jedoch ohne „Kodierungsgriff“
  • sehr preiswert
  • keine Kanten und Nischen, somit leicht zu reinigen und sterilisieren
  • für die Füße gibt es Aufsteckteile aus Silikon, um eine bessere Konturierung im weiten Approximalraum zu erreichen

Nachteile:

  • Spannung lässt sehr schnell nach, sie müssen vor fast jedem Einsatz nachgespannt werden.
  • Keine Verdickung an den Fußenden (sonst könnte das Silikonteil nicht aufgesetzt werden), rutschen dadurch eher ab

Keiner der Ringe ist schlecht, auch wenn der eine weniger oft zum Einsatz kommt, als der andere.