Ich bin mir bewusst, dass dieser Beitrag gegebenenfalls kontrovers diskutiert werden wird. So wie es immer ist, wenn man etwas neu und anders macht als bisher.
Ich möchte niemanden bekehren, viele Wege führen nach Rom, lediglich auf neue und – wie ich finde – interessante Möglichkeiten hinweisen, wie sie bislang in dieser Form nicht zur Verfügung standen.
Nachfolgend zwei Fälle der letzten Woche: Während man beim ersten Fall (einem devitalen Zahn 13 bei einer 74 jährigen Patientin) sicher darüber streiten kann, ob die gezeigte Vorgehensweise zwingend notwendig wäre (sie ist es nicht, zeigt aber dennoch die Möglichkeiten einer minimalinvasiven Vorgehensweise bei der Trepanation), so liegt im zweiten Fall bei einem 13 jährigen Mädchen eine starke Obliteration des Wurzelkanals vor als Folge eines Traumas in jungen Jahren. Erst bei 13 mm lässt sich mit dem Dentalmikroskop ein erster Hinweis auf den ehemals vorhandenen Wurzelkanal erkennen, ein Befund, den ich auf Grund des geringen Alters und der großen Ausdehnung der apikalen Pulpa nicht erwartet hätte. Ohne die angewandte Vorgehensweise hätte ich Blut und Wasser geschwitzt. Auch wenn ich bislang schon eine ganze Reihe ähnlich schwierige Zähne (mit tiefen Obliterationen bei selbst unter Dentalmikroskopkontrolle nicht sichtbarem ursprünglichen Kanalverlauf) behandelt habe, stellen doch solche Ausnahmesituationen jedes Mal wieder eine Herausforderung dar, über der das Damoklesschwert der Perforation und des Zahnverlustes schwebt.
Umso mehr freut es mich, dass wir in diesem Fall vorhersagbar und mit sehr geringem Substanzverlust die Trepanation des Zahnes durchführen konnten.
Symptomatischer Zahn 13 mit Fistel
Zahn 13 – palatinale Ansicht
Zustand nach initialer Trepanation
Zustand nach Wurzelkanalaufbereitung bis 35.06
Symptomatischer Zahn 13- karies- und füllungsfrei
Zahn 13 – initialer Zugang
In 13 mm Tiefe gibt es zum ersten Mal einen Hinweis auf den früheren Kanalverlauf
Zahn 13- Zustand nach initialer Erschließung des apikalen Kanalanteils
Wurde die Trep mit den Endoguide Bohrern gemacht? Ich habe in solchen Fällen gute Erfahrung damit gemacht. Nett ist auch der Markerpunkt auf dem Frontzahn damit der richtige Zahn behandelt wird, und es nicht zu einem „Mr. Bean’schen“ Zahnarztbesuch wird :-) …. Wurde hier eine „guided trep“ nach DVT gemacht? Es wurde zwar im Text nicht erwähnt, aber DVT wurde mit diesem Artikel verschlagwortet…
Wurde hier eine “guided trep” nach DVT gemacht? Es wurde zwar im Text nicht erwähnt, aber DVT wurde mit diesem Artikel verschlagwortet…
Für mich sind gerade solch tiefen Obliterationen wie im zweiten Fall mittels DVT wesentlich leichter (und damit meine ich vor allem sicherer) handhabbar. Wenn sie es adäquat ohne DVT schaffen wäre das umso besser.
Ich sehe eher in diesem Vorgehen die Schwierigkeit einen blasenfreien dentinadhäsiven Verschluß zu erreichen bei einem solchen „Kaminschacht“ oder wie handeln Sie später den dichten Verschluß der Kavität?
VG,Markus
Hallo Ha-Wi,
ich schließe mich der Frage von Gregor S. an. Für mich ist bei diesen Obliterationsfällen eine der größten Schwierigkeiten bei der Präparation mit Endosonore-Feilen das Finden bzw. Beibehalten der korrekten Achsrichtung. Hast Du da eine besondere Technik bzw. worauf bezieht sich Deine Formulierung „ohne die angewandte Technik…“?
Fällt das schon unter die Kategorie Ninja Access oder machen das manche noch kleiner?
Auf jeden fall interessant .. machst du bei Ok 1ern immer einen Punkt auf den zu behandelnen Zahn… erinnert mich ein wenig Atul Gewande Checklisten
Die Fistelung am 13 erscheint ungewöhnlich weit koronal zu verlaufen, das ist m.E. nicht der kürzeste Weg für eine Osteodemineralisation zur Außenwelt Mundhöhle. Wie erklären Sie sich das? Zeigt das Weichgewebe narbige Anteile? Danke!
Wurde die Trep mit den Endoguide Bohrern gemacht? Ich habe in solchen Fällen gute Erfahrung damit gemacht. Nett ist auch der Markerpunkt auf dem Frontzahn damit der richtige Zahn behandelt wird, und es nicht zu einem „Mr. Bean’schen“ Zahnarztbesuch wird :-) …. Wurde hier eine „guided trep“ nach DVT gemacht? Es wurde zwar im Text nicht erwähnt, aber DVT wurde mit diesem Artikel verschlagwortet…
Nein, mit Komet – Rosenbohrern, in zweiten Fall beispielsweise mit einem H1SML205.010.
Wurde hier eine “guided trep” nach DVT gemacht? Es wurde zwar im Text nicht erwähnt, aber DVT wurde mit diesem Artikel verschlagwortet…
Für mich sind gerade solch tiefen Obliterationen wie im zweiten Fall mittels DVT wesentlich leichter (und damit meine ich vor allem sicherer) handhabbar. Wenn sie es adäquat ohne DVT schaffen wäre das umso besser.
Was ist mit einer großen kronenpulpa?
Die wird entsprechend unter Sicht adäquat aufgezogen. Es geht nicht um „so klein wie möglich“, sondern um „so klein wie nötig“.
Ich sehe eher in diesem Vorgehen die Schwierigkeit einen blasenfreien dentinadhäsiven Verschluß zu erreichen bei einem solchen „Kaminschacht“ oder wie handeln Sie später den dichten Verschluß der Kavität?
VG,Markus
Hallo Ha-Wi,
ich schließe mich der Frage von Gregor S. an. Für mich ist bei diesen Obliterationsfällen eine der größten Schwierigkeiten bei der Präparation mit Endosonore-Feilen das Finden bzw. Beibehalten der korrekten Achsrichtung. Hast Du da eine besondere Technik bzw. worauf bezieht sich Deine Formulierung „ohne die angewandte Technik…“?
Herzliche Grüße aus Berlin
Bernard
Fällt das schon unter die Kategorie Ninja Access oder machen das manche noch kleiner?
Auf jeden fall interessant .. machst du bei Ok 1ern immer einen Punkt auf den zu behandelnen Zahn… erinnert mich ein wenig Atul Gewande Checklisten
Hallo Hawi
was für ein Kamera-Set-Up hast Du an deinem OPMI genutzt?
Die Fistelung am 13 erscheint ungewöhnlich weit koronal zu verlaufen, das ist m.E. nicht der kürzeste Weg für eine Osteodemineralisation zur Außenwelt Mundhöhle. Wie erklären Sie sich das? Zeigt das Weichgewebe narbige Anteile? Danke!