von Donald Becker
In der letzten Zeit kommt es jetzt dann doch immer mal wieder vor, dass Patienten zur endodontischen Behandlung DVT´s mitbringen, die aktuell gemacht wurden. Diese zeichneten sich fast ausnahmslos dadurch aus, dass sie zu einer aussagekräftigen Beurteilung der Behandlungssituation nicht geeignet waren, dafür aber, gewissermaßen „kompensatorisch“, das gesamte Gebiss umfassten. Pauschale Verunglimpfung einer neuen Technologie mit der Totschlagkeule „medizinisch nicht notwendig“, wie es die PKVen gegenwärtig tun, ist sicherlich nicht der richtige Weg, aber besagte mir vorliegende Ergebnisse (und nur auf diese bezieht sich meine nachfolgende Aussage) kann ich nur als „sinnfreie Verstrahlung“ des Patienten bezeichnen. Und warum man diese dann nicht wenigsten auf das kleinstmögliche field of view beschränkt, ist für mich ebenfalls nicht nachvollziehbar.
Oder doch ?
Wie sagte der Kollege, den ich im Rahmen des DGET – Curriculums bei seiner Falldarstellung eines endodontisch zu behandelnden Zahnes 45 fragte, warum das angefertigte (nicht aussagekräftige) DVT nicht auf den kleinstmöglichen Bereich beschränkt wurde. „Ich hatte Angst, dass der benötigte Kieferbereich nicht auf dem DVT zu sehen sei.“ Man merke – Nicht nur die DVT – Qualität per se, sondern auch die Möglichkeiten der „Zielvisierung“ haben einen in der Praxis nicht unerheblichen Einfluss auf das Endresultat.
Es tut mir in der Seele weh, wenn ich solche DVT´s in Händen halte.
Dabei gäbe es eine Reihe von klinischen Situationen, in denen ein DVT in der Endodontie einen mehr als deutlichen und hochwillkommenen Erkenntnisgewinn bringen könnte.
Anbei ein Röntgenbild eines Zahnes 27.
Die heute 48 jährige Patientin hatte 2011 ihren Hauszahnarzt wegen starker Beschwerden im linken OK -Seitenzahnbereich aufgesucht. Nach Eingliederung einer Aufbisschiene verschwanden die Schmerzen, tauchten dann 2013 wieder auf. Es folgte die endodontische Behandlung an Zahn 27 mit Pusentleerung bei Trepanation, daraufhin Antibiotikagabe. Der Zahn wurde aber in der Folgezeit nicht schmerzfrei, weshalb die Patientin dann auf Überweisung des Hauszahnarztes im Oktober 2013 unsere Praxis zur Weiterbehandlung des Zahnes 27 aufsuchte.
Das in der Untersuchungssitzung erstellte Röntgenbild habe ich hier eingefügt.
Die Frage (liebe Leser, nutzen Sie bitte ausgiebig die Kommentarfunktion): Welche verborgenen Schwierigkeit(en) lauert/lauern in diesem Zahn ?

Guten Morgen, ich denke aufgrund der Pusentleerung wird hier eine ausgeprägte Osteolyse mit wahrscheinlich apikalen Resorptionen vorliegen. Aufgrund der im zweidimensionalen Bild erkennbaren Beziehung zur knöchernen KH ist hier auch an eine Auflösung der knöchernen Begrenzung denkbar. Desweiteren rechne ich mit einer unvollständigen Erschließung der Kanalsysteme aufgrund der Schmersymptomatik.
Calcification,Perforation?
2 mesiale oder zwei palatinale Kanäle?
Wurzelfraktur?
Ich tippe auf Perf oder db hat zwei Kanäle .. bin gespannt auf die auflösung…
Das Fortbildungsangebot zur Digitalen Volumentomografie ist recht überschaubar. Zumeist handelt es sich um Kurse zum Erwerb der Fachkunde. Aus eigener Erfahrung kann ich den Voxeltalkkurs ( http://voxeltalk.wordpress.com/fortbildung/ ) als weiteren Kurs empfehlen. Die Vorstellung der verschiedensten Software-Viewern der Hersteller ist sehr gelungen.
Gruß
O: