Schade… 2

von Bodald Necker

Die Patientin kam zur zweiten Sitzung der Wurzelkanalbehandlung in die Praxis.

Die erste Sitzung war – wie so oft – ein Schmerztermin. Also das übliche Spiel:
klinische Untersuchung (Perkussion, Sensibillitätstest), Röntgen, Aufklärung, Lokalanästhesie, Kariesentferung, evtl. Aufbaufüllung, Kofferdam, Trepanation, Darstellung der Orifizien, Aufbereitung/Längenmessung/Desinfektion, medikamentöse Einlage mit Ledermix, Cavit und neuer Termin zur erneuten Desinfektion/weiteren Aufbereitung, Wurzelfüllung und definitiver Verschluß/Füllung.

„Alles bestens ich katte überhaupt kein Schmerzen mehr!
Nur vorgestern als ich auf einen Kern gebissen habe, hat es kurz weh getan, dann aber nicht mehr.“

Der erste Satz hat mich beruhigt, der zweite nicht mehr.

Nach der Entfernung der provisorischen Verschlusses haben sich meine Bedenken bestätigt. Längsfraktur.

Also Med, Cavit, Aufklärung.
Und einen Termin beim Chirurgen vereinbart zur Zahnextraktion und anschliessenden Implantation.

Schade.

 

Crack-1

Fraktur?

von Olaf Löffler

Heute eine schwierige Fragestellung. Ist im DVT eine Längsfraktur am Zahn 21 erkennbar? Die Sondierungstiefen liegen zwischen 2-3mm und der Lockerungsgrad ist 0. Klinisch zeigt sich eine Fistelbildung vestibulär.

Der Zahn wurde bereits wurzelbehandelt und vor einem nicht näher bekanntem Zeitraum resiziert nach einer ebenfalls nicht erruierbaren traumatischen Verletzung in der Jugendzeit.

Wir haben dem Patienten die intrakanaläre Diagnostik vorgeschlagen.

Was ist Ihre Meinung?

 

 

 

„double feature“ – Teil 3

von Bodald Necker

Der Zahn dürfte aus diesem und diesem Beitrag hinlänglich bekannt sein.
Ich hab mir mal die Mühe gemacht, die Kanalkrümmungen darzustellen.
Sehr schön zu sehen an der mesialen Wurzel.
In mesio-distaler Richtung eine Wurzel, die man anhand der Zahnfilmaufnahme als eher weniger gekrümmt einstufen würde.
Da diese Wurzel jedoch längsfrakturiert ist, kann man sich die (aufbereiteten) Wurzelkanäle aus einer Perspektive ansehen, die sonst eher unzugänglich ist.
Und was sieht man?

Während (wie gesagt) in mesio-distaler Richtung nur eine geringe Krümmung zu erkennen ist, sind die Wurzelkanäle von buccal, bzw. lingual massiv nach zentral gekrümmt.

Auf dem Bild sind die Tangenten am Anfangs- und Endpunkt der Wurzelkanäle (an der Innenkurvatur) eingezeichnet. Es ist zu erkennen, dass die Krümmung der Kanäle jeweils um die 90° liegt, wenn auch ein relativ großer Krümmungsradius vorliegt.

So verwundert es nicht, dass sich untere 6er gerne mal ein Stückchen Feile behalten, wenn die Kanaleingänge vor der Aufbereitung nicht ordentlich begradigt werden.

„double feature“ – Teil 2

von Bodald Necker

Vielleicht erinnern Sie sich noch an die beiden längsfrakturierten Wurzeln aus diesem Fall.
Es verging noch einige Zeit, bis der Patient wieder den Weg in die Praxis fand um sie die beiden Moralen mit den längsfrakturierten medialen Wurzeln entfernen zu lassen, man sieht es schön an der Plaque, die sich im Frakturspalt breit gemacht hat.
Hier nun die Bilder der extrahierten Zähne.

Einmal direkt nach der Extraktion, und nach Reinigung mit NaOCl.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

pic of the day – den Schnabel weit geöffnet

von Bodald Necker

Hallo liebe Leser,

schön, dass Sie nach der Sommerpause wieder vorbeischauen.
Zum Einstieg heute ein „leichter“ Fall.

Der Patient kam mit Schmerzen und Schwellung an 27.

Die Sondierung der Zahnfleischtasche verursachte einen Pusaustritt von nicht unerheblicher Menge. Nach Sichtung des Röntgenbildes (die mb Wurzel war längsfrakturiert und sieht aus wie ein weit aufgerissener Schnabel eines Vogels) wurde der Patient zum Chirurgen überwiesen zur X und Implantation nach Abheilung des Defektes.

Längsfrakturen benötigen also nicht zwingend eine vorangegangene endodontische Behandlung.

„double feature“

von Bodald Necker

Der Patient kam mit dicker Backe in die Praxis. Das Schwellungsmaximum lag in Regio 43/44 wobei der 44 schon fehlte und 43 und auch 45 vital waren.

Das kuriose an diesem Fall waren aber 46 und 47.
Beide wurzelkanalbehandelt, und bei beiden eine Längsfraktur der mesialen Wurzel.
Beide nicht schmerzhaft und perkussionsunempfindlich, und so wie es aussieht, nicht verantwortlich für den Abszess in Regio 44.

Ein Überweisung zum Chirurgen brachte auch keine weiteren Ergebnisse. Für die Größe der Schwellung wenig Pus und keine erkennbare Verbindung zu 46/47.

46/47 stehen sowieso an zur X, ich werde berichten…

 

Hier war kein DVT notwendig

von Bodald Necker

Wir hier auf Wurzelspitze sind froh um die Erweiterung der Diagnosemöglichkeiten, die uns das DVT beschert. Schwierige Behandlungen können besser geplant werden, Behandlungen, deren Ausgang infaust ist, können besser erkannt werden.
Allerdings gibt es auch immer noch Diagnosen, die man mit dem normalen Zahnfilm stellen kann. Da könnte man schon fast auf die klinische Untersuchung verzichten.
Allerdings sieht man es auf dem Röntgenbild selten so schön wie hier:

 

„J-förmiger“ Knochenabbau => Längsfraktur.
Eindrucksvoll bewiesen nach der Extraktion.

 

Längsfraktur, oder …

von Ronald Wecker

… nicht behandeltes Kanalsystem?

Das präoperativ angefertigte Einzelbild zeigt j-förmige Aufhellungen mesial und distal der Wurzel von Zahn 45. Diese Art der radiologischen Veränderung findet sich häufig bei vertikalen Wurzelfrakturen.

Klinisch zeigten sich keine erhöhten Sondierungstiefen. Der Zahn war nicht erhöht beweglich. Das angefertigte DVT zeigt im Frontalschnitt und im Horizontalschnitt eine nicht mittenzentrierte Lage der Wurzelfüllung. Lingual besteht der Verdacht auf ein unbehandeltes Kanalsystem.

Die vorhandenen Obturationsmassen liessen sich beinahe widerstandslos herausspülen. Der Abzweig des lingualen Kanals lag sehr tief und musste mühsam mittels Ultraschallfeilen frei gearbeitet werden. Der linguale Kanal endete in einer nach distal gerichteten Krümmung, was die Lage der Aufhellungen mesial und distal der Wurzelstruktur erklärt.

Die geplanten Recalltermine werden schon mit Spannung erwartet.

Misserfolg du Jour (3)

von Ronald Wecker

Niederlagen schmerzen. Zumindest mich.

Nachfolgender Fall schmerzt mich ganz besonders, da das „Aus“nach einem Beobachtungszeitraum von 4 Jahren kam. Irgendwie hatte ich damit nicht mehr gerechnet. Und wieviele unserer zumeist überwiesenen Patienten können wir überhaupt über einen solchen oder längeren Zeitraum nachuntersuchen?

Wieder einmal kommt mir Terry Pannkuk in den Sinn, der weitab jeglicher politischen Korrektheit auf ROOTS seine nicht sehr wohlmeinende Ansicht zu kurzfristigen (einstellige Jahreszahl) Recalls kundtat. Recht hat er.