von Bodald Necker
Die Patientin kam zur zweiten Sitzung der Wurzelkanalbehandlung in die Praxis.
Die erste Sitzung war – wie so oft – ein Schmerztermin. Also das übliche Spiel:
klinische Untersuchung (Perkussion, Sensibillitätstest), Röntgen, Aufklärung, Lokalanästhesie, Kariesentferung, evtl. Aufbaufüllung, Kofferdam, Trepanation, Darstellung der Orifizien, Aufbereitung/Längenmessung/Desinfektion, medikamentöse Einlage mit Ledermix, Cavit und neuer Termin zur erneuten Desinfektion/weiteren Aufbereitung, Wurzelfüllung und definitiver Verschluß/Füllung.
„Alles bestens ich katte überhaupt kein Schmerzen mehr!
Nur vorgestern als ich auf einen Kern gebissen habe, hat es kurz weh getan, dann aber nicht mehr.“
Der erste Satz hat mich beruhigt, der zweite nicht mehr.
Nach der Entfernung der provisorischen Verschlusses haben sich meine Bedenken bestätigt. Längsfraktur.
Also Med, Cavit, Aufklärung.
Und einen Termin beim Chirurgen vereinbart zur Zahnextraktion und anschliessenden Implantation.
Schade.
