Presskeramik

von Bodald Necker

da bei diesem Beitrag die Frage aufkam, ob man die fertige Arbeit zeigen könnte, hier eine vergleichbare Teilkrone aus Presskeramik.

Hinweise:

  • mit einer dünnen Kanüle lässt sich das Ätzgel ganz gut nur auf den Schmerz aufbringen, nach 15 s wird auch das Dentin für ca 15 sek mitgeätzt
  • total etch/total bonding mit Syntac Classic, Polymerisation vor dem Einbringen der Restauration
  • die TK kommt mit Flusssäure geätzt aus dem Labor, vor Ort nochmals Reinigung mit Phosphorsäure. Silan, Heliobond, Polymerisation vor dem Einbringen.
  • Komposit als Kleber
  • Rest der Pressfahne wird im zugänglichen Bereich nicht mehr entfernt sondern mitpolymerisiert und anschliessend mit Brownie entfernt

6 Gedanken zu „Presskeramik

  1. Warum kommt die Keramik geätzt aus dem Labor? In der Adhäsivtechnik arbeiten wir auf der molekularen Ebene: „Adhäsion ist das Aneinanderhaften zweier Körper. Ursache sind die zwischen den Körpern bei hinreichend starker Annäherung an den Berührungsflächen wirksam werdenden molekularen Anziehungskräfte.“(Zitat aus Meyer´s Universallexikon 1970). Nach dem Ätzen ist die Keramikoberfläche energetisch hoch aktiv und bindungsbereit. Beim Transport und der Lagerung adsorbiert Luftfeuchtigkeit, bei der Einprobe wird die Oberfläche kontaminert und das Ätzmuster beschädigt, das „Reinigen“ mit Phosphorsäure ist m.E. nur eine Notlösung. Was spricht denn gegen das Ätzen mit HF-Gel nach der Einprobe, so dass die Keramik dann sofort und nur noch mit dem SIlan und dem Befestigungskomposit in Berührung kommt, was mit Sicherheit zu einer höheren Qualität des Verbundes führt. Ganz abgesehen davon, dass Ätzen und Silanisieren von Keramik eine Eigenlaborleistung ist.

    Noch ein Hinweis: Das Bonden der geätzten Keramikoberfläche mit Heliobond und Polymerisieren ist werkstoffkundlich nicht notwendig (auch wenn es in jeder Herstelleranleitung steht). Durch den Vorbeifluss des im Überschuß aufgetragenen Befestigungskomposites wird die Keramikoberfläche hinreichend benetzt. Ich fürchte eher, dass beim Verblasen des lichthärtenden Bondings der Film doch nicht so gleichmäßig hauchdünn wird und dann die Passung beeinträchtig wird. Je nach Transportsystem steigt beim Verblasen des Bondings auch das Risiko, dass sich die Restauration löst und durch das Behandlungszimmer geblasen wird.

    Adhäsive Grüße
    Lothar Pröbster

  2. Viele Fragen, viele Anregungen…. ;-)
    Ich habe im Laufe der Jahre diverse Fortbildungen zum Thema Adhäsivtechnik genossen.
    Der Grundgedanke der Adhäsivtechnik ist bei jedem Referenten gleich.
    In den Details unterscheiden sich alle.
    Jeder Referent hat die „richtige“ Version.
    Die meisten funktionieren.
    Also muss es – wie so oft – mehrere Wahrheiten oder mehrere Wege, die nach Rom führen, geben.
    Warum ich es genau so mache, wie beschrieben?
    Es hat sich bei mir bewährt.
    Die Teilkronen halten. Es hat sich noch keine gelöst. Eine habe ich „aktiv“ verloren, ich musste eine so befestigte TK entfernen, weil der so versorgte Zahn nach knapp 3 Jahren doch als Brückenanker dienen musste. Die ganze Keramik musste abgeschliffen werden. Es hat sich kein, auch noch so kleines Keramikstückchen gelöst, weder vom Schmelz noch von Dentin.
    Das war für mich auch ein Grund den Work-Flow so zu belassen.

    LG
    Bodald

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