Der Herbst bringt neue Instrumente/Geräte (4) – ReDent-Nova Endostation und Morita DentaPort ZX OTR

von Hans-Willi Herrmann

Die „reziproke“ Aufbereitungsweise ist etabliert. Neuester Beweis für diese These: Zwei neue „herstellerunabhängige“ Motoren weisen diese Arbeitsbewegung auf. Die Endostation von ReDent-Nova, dem Erfinder der SAF- Feile und der DentaPort ZX OTR der Firma Morita.

Screenshot 2014-10-27 19.48.27Was mir an der Endostation (die sowohl vollrotierend, aber auch  in Ghassan Yared-Technik, also „reziprok“ und mittels SAF- Instrument feilend arbeiten kann) gut gefällt – der automatische Timer, der exakt die Zeit misst, die die SAF-Feile im Kanal arbeitet. Ja, 4 Minuten pro Kanal können sehr, sehr lange sein. Und man ertappt sich immer mal wieder dabei, dass man diese Uhr verflucht. Aber machen wir uns nichts vor. Ohne diese Kontrolle würde man das Reinigungsprotokoll möglicherweise unbeabsichtigt abkürzen.

Die in der Endostation integrierte reziproke Arbeitsbewegung soll im Übrigen exakt den Einstellungen der VDW Reciproc- und Wave One – Instrumente entsprechen, sagt ReDent Nova und beruft sich auf Aussagen des Motoren- Herstellers. Als Reciproc- Anwender der ersten Stunde warte ich sicherheitshalber das Okay von VDW diesbezüglich ab und setze gegenwärtig die Endostation nur mit der SAF- Feile ein und nutze für meine konventionellen NiTi- Instrumente den VDW Gold Reciproc und den Endopiloten von Schlumbohm.

Auch das DentaPort ZX OTR ist ein Gerät mit Dreifachfunktion: Apexlokator, vollrotierende Bewegung und Ghassan Yared- Technik. Allerdings in abgewandelter Form: OTR steht für Optimum Torque Reverse. Soll heißen – solange die Belastung der Instrumente einen bestimmten Grenzwert nicht überschreitet, arbeitet das Instrument vollrotierend. Oberhalb des Grenzwertes macht das Instrument eine 180 Grad- Drehung im Uhrzeigersinn und eine 90 Grad Drehung im Gegenuhrzeigersinn. Das beste zweier Welten, ist man versucht, zu sagen, erlaubt doch die vollrotierende Arbeitsweise den Abtransport der Dentinspäne im Sinne eines Förderschneckenefffektes nach koronal und bei höherer Belastung ist es nicht wie bislang der Motor, der im Sinne eines „Auto Reverse“das Vordringen stoppt und damit den Arbeitsfluß hemmt, sondern er setzt, wenn auch in geänderter Art und Weise instrumentenschonend seine Apikalbewegung fort.

Lässt sich das DentaPort ZX OTR auch mit Reciproc und Wave One – Instrumenten nutzen ?

Man sollte dies annehmen, denn schließlich sind das ja die Instrumente, die den Trend auslösten. Da beide Instrumente jedoch Gewindeschneiden im Gegenuhrzeigersinn besitzen, wäre dies nur möglich, wenn die Arbeitsbewegung gewissermaßen „umpolbar“ ablaufen könnte und dies geht meines Wissens (man mag mich berichtigen) gegenwärtig zumindest nicht.

 

 

 

Wave One – offizielle Vorstellung

von Hans – Willi Herrmann

Am letzten Freitag hatten im Rahmen eines „Dentsply Deutschland“ OPL – Treffens rund 60 Zahnärzte, allesamt erfahrene Wurzelkanalbehandler,  die Möglichkeit,  nach Einführung durch Prof. Pierre Machtou die neue reziproke Maillefer – Feile „Wave One“ am Plastikblock und am natürlichen Zahn auszuprobieren.

Das am Ende vom Veranstalter abgefragte Stimmungbild war ausgesprochen positiv.
Ich hatte es in dieser Ausprägung so deutlich nicht erwartet. Denn das Verfahren, dass nach der Erschließung des Wurzelkanals mit einer ISO 10 Handfeile auf Arbeitslänge die definitive Aufbereitung mit einer einzigen 25.08 NiTi – Feile vorsieht, war bislang eher mit großer Skepsis beäugt worden. Verständlich, denn zu groß scheint die Diskrepanz zur  bisherigen Vorgehensweise, zu etabliert nach bald 20 Jahren die vollrotierende Aufbereitung, als das man radikal damit brechen wollte.

Für mich jedoch noch interessanter als das Urteil der Experten: 3 Tage zuvor hatte in  Köln ein Arbeitskurs stattgefunden, bei dem  20  Kolleginnen und Kollegen (darunter eine Reihe von absoluten NiTi – Neulingen)   die Gelegenheit hatten, VDW Reciproc – und Maillefer Wave One – Instrumente auszuprobieren, ebenfalls am Kunststoffblock oder Kunststoffzahn, vor allem aber an natürlichen Zähnen.

Das Ergebnis:  Die Behandler waren auf Anhieb in der Lage, mit den VDW Reciproc – Feilen Plastikblöcke  ideal formgebend zu präparieren.

Selbst unter dem Dentalmikroskop war es nicht einfach,  den angefertigten Musterblock des Referenten von den Blöcken der Teilnehmer zu unterscheiden.

Wer es stattdessen konventionell versuchte –  mit vollrotierend eingesetzten Nickel – Titan – Instrumenten – hatte es viel viel schwerer.
Stufen und apikales Zipping war die Folge.

Instrumentenfrakturen tauchten übrigens bei keinem der 20 Kollegen,  die mit VDW Reciproc arbeiteten,  auf. Eine  Frakturrate von 0,0 Prozent also und eine ideale Situation demnach, wie sie nicht einmal den WK – Profis 3 Tage später gelang, die allerdings die Instrumente teilweise bis zum Äußersten forderten und aufzeigten, das NiTi – Instrumente nachwievor brechen können, dies aber mit der neuen Vorgehensweise deutlich schwieriger geworden ist.

Kritische Stimmen in Mainz ?
Die gab es, aber nicht gegen das Prozedere per se, sondern der deutliche Hinweis, dass mit der schnellen Aufbereitung eine adäquate Desinfektion des Wurzelkanals einhergehen müsse.
Eine solche Forderung ist nichts Neues,  aber vielleicht besteht mit dem neuen Verfahren die Möglichkeit, nachdrücklich die Behandler darauf hinzuweisen, dass die bei der Aufbereitung eingesparte Zeit sinnvollerweise in effiziente zusätzliche Desinfektionsmassnahmen investiert werden sollte.

two file endo

von Bodald Necker

In den Wurzelspitze-Praxen wird – wie in vielen anderen Praxen auch – nach Möglichkeiten gesucht, die Endo besser, sicherer, einfacher, schneller und auch preiswerter zu machen. Ziele, die nicht mit jeder Neuerung funktionieren. Leider.

Ein großer Schritt in diese Richtung war die, von Ghassan Yared vorgestellte, Reziprok-Technik. Mit den, von VDW und Maillefer vorgestellten Reziprok-Systemen „Reciproc“ und „Wave One“, ist ein weiterer Schritt in diese Richtung gemacht worden.

Momentan wird von mir eine neue Kombination getestet:

Eine rein maschinelle Aufbereitung, die sich auf zwei Feilen beschränkt.

  1. Nach Darstellung der Kanaleingänge wird der Kanal bis zum Apex erschlossen mit einer FKG Scout-RaCe 10/02. Durch die spezielle Geometrie der Race-Feile und die hohe Drehzahl katheterisiert diese Feile die Kanäle – nach meinem subjektiven Empfinden – noch geschmeidiger als die Maillefer PathFile.
  2. Wenn der Kanal bis zu Apex mit der 10/02 RaCe gängig gemacht ist, wird mit einer Easy RaCe 25/06 (sehr flexibel und schneidfreudig) in Reziprok-Technik erweitert.
  3. Als Antrieb fungiert der Endo Pilot von Schlumbohm, er bietet Längenmessung während der Aufbereitung mit programmierbarem Endpunkt sowie freie Einstellung der Parameter im Reziprok-Modus.
    Momentan von mir genutzte Reziprokeinstellung (rein empirisch) für die Easy-RaCe 25/06 im Endo-Pilot:
    L 16, S 80, P 18, R 24 (Linksdrehung, Drehgeschwindigkeit, Pause, Rechtsdrehung).
    Torque auf mindestens 2,0 Ncm, da sonst der Motor nicht rückwärts dreht.

Mit zwei verwendeten Feilen, die nach der Behandlung verworfen werden, halten sich bei diesem System die Ausgaben im Rahmen.

Klar, diese „Zweifeilenendo“ ist nicht in jedem Zahn optimal, es ist auch keine High-End-Aufbereitung und auch nicht für jeden Zahn ausreichend. Aber mit welchem System, welches weniger als 10 Feilen braucht, ist das schon so?

In der Vielzahl der Fälle funktioniert dieses System gut. Es ist schneller und billiger durch den Einsatz von nur zwei Feilen und der ELM während der Erschliessung und Aufbereitung. Und durch das, mit der Reziproktechik einhergehende, geringere Frakturrisiko, ist dieses System einfacher und sicherer.

Eine gewisse Einarbeitungszeit wird trotzdem notwendig sein.
Auch die Parameter für die Reziprokeinstellung sind sicher noch nicht.

Selbstverständlich können auch andere Feilen für diese two file endo verwendet werden. Ich komme momentan mit dieser Kombination am besten zurecht.

Anbei die Bilder eines 26, der mit diesem System aufbereitet wurde.

Die Masterpointaufnahme dient zur Verifizierung der ELM, WF mit üblichem System.

RECIPROC® – One File Endo

von Hans – Willi Herrmann

Gestern habe ich auf die Wave One Feile hingewiesen.
Via ROOTS kam noch am selben Tag der Hinweis auf entsprechende Infos und Videos zur VDW Reciproc im Netz.


 

Wave One – Reziprokes RNiTi – Instrument von Maillefer

von Hans – Willi Herrmann

Seit ein paar Tagen finden sich auf der Homepage von Maillefer detaillierte Informationen zum  Wave One – Instrument, welches  ebenso wie das  VDW Reciproc – Instrument die von Ghassan Yared vorgestellte nichtkontinuierliche, teilweise rückgeführte Rotationsbewegung verwendet.

Sieht nach einer runden Sache aus. Und das mein ich jetzt nicht allein  bezogen auf den   Aufhänger der Werbe -Broschüre.

Ich bin zuversichtlich, dass viele Anwender, sobald sie sich mit dieser Technik erst einmal vertraut gemacht haben, den Nutzen und die Vorteile der reziproken Arbeitsweise für ihre endodontische Aufbereitung entdecken werden.

Das wird nicht über Nacht sein, weil schon so viele Leute mit  konventioneller rotierender NiTi – Aufbereitung arbeiten und für die neue Technik ein spezieller Antrieb erforderlich ist, dessen Anschaffung man zunächst scheuen wird.
Aber diejenigen, die sich darauf einlassen,  werden sukzessiv den Anteil an Aufbereitungsarbeit vom konventionellen Verfahren an die reziproke Vorgehensweise übertragen.

Falls der Preis stimmt, denn eins ist klar. Unterm Strich müssen die Vorteile (die Synthese aus Aufbereitungsergebnis, Zeitaufwand und Preis) überwiegen, sonst wird diese neue Technik, ungeachtet ihres tatsächlichen Potentials, wieder vom Markt verschwinden.

Wie wird es letztendlich ausgehen ?
Keine Ahnung, wird sicherlich spannend sein, die weitere Entwicklung zu verfolgen, ich für meine Person kann nur sagen,  nach mehr als 2,5 Jahren Arbeiten mit der GYT würde ich es sehr bedauern, wenn ich wieder auf die konventionelle Technik umsteigen müsste.

Auf der exzellent gemachten Maillefer -Homepage findet sich neben einer Vielzahl von Informationen auch ein ausführliches Video zur Wave One.
Dort auch zu finden eine weitere Neuheit, der Thermaprep 2 Ofen.

Reciproc

von Christoph Kaaden

Vielleicht geht es ja dem ein oder anderem Leser dieses Blogs wie mir und hatte keine Möglichkeit in Wien oder Berlin (oder anderen Ortes) Vorträge von Dr. Ghassan Yared zu der von Ihm neu entwickelten Aufbereitungstechnik incl. neuer Instrumente zu hören…

aber heute habe ich erstmals im ROOTS Journal davon gelesen.

Hier der link zu dem Bericht (auf Seite 40) und weiteren lesenswerten Artikeln…

Neues von der Fachdental München am 16.10.2010

von Christian Danzl

Letzten Samstag war die Bayerische Fachdental. In München, wie jedes Jahr.

Was gibt es Neues zu berichten?

Hier eine nicht-repräsentative Auswahl:

Schlumbohm

Der Endo-Pilot von Schlumbohm hat mir immer schon gefallen. Aufbereitung, simultane Längenmessung und Warmabfülltechnik (Downpack und Backfill) in einem kompakten Gerät ist eine äusserst interessante Sache. Es reduziert die Geräte, die rumstehen, gewaltig und es gibt auch nur einen Fussanlasser.

Interessant ist auch die Möglichkeit verschiedene Endo-Boxen zu verwalten, der Endo-Pilot misst für jede ihm einprogrammierte Feile, die aufgetretene Belastung und rät bei Überschreitung der programmierten Lebenszeit zum Feilenwechsel (Feilenalarm).

Die Bedienung und Programmierung des Endo-Pilot erfolgt einfach und angenehm über Touch-Screen.

Zur DG-Endo JT in Berlin wird Herr Schlumbohm noch den Co-Pilot vorstellen. Dieser soll ein Akku-Pack beinhalten um von der Steckdose unabhängig zu werden und noch zusätzlich ein US-Gerät.

Leica Microsystems

Das neue Leica-Mikroskop M320 F12b hab ich mir angesehen. Die Verarbeitung ist teilweise (Arm), wie von Oscar von Stetten hier schon beschrieben (momentan) sehr durchschnittlich, allerdings seien es – wie mir bei KaVo und Henry Schein versichert wurde, Protptypen. Die „richtigen“ Exemplare sollen auf dem gewohnt hohen Standard sein.

  • Die Optik hat mir ganz gut gefallen, auch bei hohen Vergrößerungen
  • Das LED Licht ist nicht viel dunkler als die Xenon-Lichtquelle des Zeiss-Pico (zumindest im Vergleichsaufbau auf den Henry Schein-Stand), allerdings hatte das Xenon für mich im direkten Vergleich eine angenehmere Farbtemperatur
  • Die Feinfokussierung fand ich im Gegensatz zu OvS sehr gut, weil sie mit einem Finger funktioniert.
  • Die integrierte Video/Foto-Lösung in Kombination mit dem LED-Licht (kein Lichtleiter) gibt es keine störenden Kabel. Foto und Video (Mpeg 4) werden auf einer leicht zugänglichen SD-Karte gespeichert. Über eine Eye-Fi-Karte dürften die Daten auch ohne Umstecken schnell auf dem Rechner zur Weiterverarbeitung sein.

VDW

hat das Mtwo Feilensortiment um 4 Feilen erweitert. Neu sind 30/.06, 45/.04, 50/.04 und 60/.04.

Der „Gold“ Endo-Motor ist jetzt auch für Reziprok-Technik geeignet.

Über die hier gezeigte Reziproc-Feile hat man sich ausgeschwiegen. Das allerdings sehr ausgiebig.

Schade.

Ghassan Yared Technik – Fortsetzung

von Bodald Necker

Über die Ghassan-Yared Technik ist hier schon einiges geschrieben worden.

Hier mal ein Film, wie es aussieht.
ATR Visio-Endo-Motor (umprogramiert auf reziproke Bewegung. 4/10  Kreisdrehung CW alternierend mit 2/10 Kreisdrehung CCW) mit W&H 16:1 Untersetzungs-Winkelstück. Statt der von Yared beschriebenen ProTaper F2 mit einer VDW M2 25/06. Aufbereitung eines Plastik-Blockes.

Das Video ist in Echt-Zeit, d.h. der Kanal im Plastik-Block ist in ca. 1 Minute aufbereitet. Der „Behander“ ist ein sehr endo-erfahrener Kollege, aber es war sein erster Kontakt mit der Yared-Technik.

ATR „grün“ – Programmieranleitung für die GYT

von Hans – Willi Herrmann

Vor einiger Zeit schon haben wir hier eine Programmieranleitung eingestellt, die es ermöglicht, einen ATR Vision Motor in reziproker Arbeitsweise nach Ghassan Yared (GYT) einzusetzen.

Jochen Friedrich fragte nun, ob es eine Möglichkeit gäbe, auch den älteren „grünen“ ATR – Motor für diese Technik zu programmieren.

Bitte schön, hier ist sie:

ATR Tecnika Programming Instructions

Using the system button, find the Protaper preset.  If your Tecnika is really old,  and you don’t have any Protapers settings, use a preset that you wouldn’t use.  I used the Profiles orifice shapers pre-set because I don’t use Profiles.

Set the RPM to 300.

Press the “ctrl” button (the checkmark) and the Fwd/Reverse buttons at the same time.

Use the torque buttons to set FW=0.09.

Use the RPM buttons to set REV=0.05.

Press the torque min button to save.

To disengage the reciprocating motion, press the Fwd/Reverse button.  The motor should then switch back to the original rotary setting with the original amount of torque control.

GYT

von Hans – Willi Herrmann

„Hallo Kollege Herrmann,

habe Ihren Beitrag in der Wurzelspitze gelesen und kann bestätigen, dass die Pathfile eine gute Ergänzung für die Gleitpfaderschließung ist. Was ist allerdings GYT? Kann mit diesem Begriff noch nichts anfangen? Vielleicht könnten Sie eine kurze Auskunft geben bzw. ein Link mit Info`s dazu!“

Diese Mail erreichte mich letzte Woche und ich bin mir ziemlich sicher, dass es bislang über „GYT“ wenig zu googlen gibt, denn es ist ein Begriff, der vollkommen unbekannt sein dürfte.

Daher hier ein paar kurze Infos.

Bei „GYT“ handelt es sich um eine neuartige Art des maschinellen Antriebs von Nickel – Titan – Instrumenten.
In die Zahnmedizin eingeführt von Ghassan Yared werden die Instrumente nicht in einer kontinuierlichen rotierenden Bewegung eingesetzt, wie wir es bislang kannten, sondern reziprok.
So bezeichnet zumindest Yared diese Technik.

“ reciprocation“.

Meines Erachtens ist der Begriff  ein wenig unglücklich gewählt , denn traditionell ist dieser Begriff bei uns zumindest besetzt durch eine gleichmäßige Rechts / Links –  Bewegung, seit vielen Jahren von der guten alten Giromatic her bekannt.

Ghassan Yared´s Bewegung sieht ein wenig anders aus.
Einer Rotation im Uhrzeigersinn von sagen wir 140 Grad folgt eine Rotation kleineren Winkels (z.B. 90 Grad) im Gegenuhrzeigersinn.
Von daher würde ich eher von einer nichtkontinuierlichen rotierenden Bewegung sprechen oder noch besser von einer teilweise rückgeführten rotierenden Bewegung.

Beides ist zu lang.
Daher habe ich entschieden, in der Kurzform zu Ehren des Erfinders von der Ghassan Yared Technik (GYT) zu sprechen.

Eine solche Bewegung bietet 3 wichtige Vorteile gegenüber den bisherigen Vorgehensweise:

1. Die Gefahr des Torsionsbruches wird vollkommen ausgeschaltet oder zumindest deutlich reduziert. Eine Spitze, die nicht fortwährend weitergedreht wird, sondern wieder ein wenig zurückgedreht wird, kann sich im Wurzelkanal nicht festfressen und abdrehen.

2. Die Gefahr des Ermüdungsbruches wird reduziert. Weniger Rotationen pro Zeiteinheit bedeutet weniger Materialermüdung.

3. Es ist in einer Reihe von Fällen möglich mit wenigen oder sogar nur einen einzigen Instrument einen Wurzelkanal vollständig aufzubereiten.

Der Haken: Es gibt gegenwärtig nur 2 Motoren, die eine solche Bewegung anbieten.
Und beide Motoren sind schon seit langer Zeit nicht mehr im Handel.

Es ist der ATR (grün) und der ATR Vision (blau), beide wurden in Deutschland von Maillefer angeboten, der eine vor der Milleniumswende, der andere kurz danach.

Glücklich daher ist der, der noch so einen Motor in der Praxis hat.

ATR Vision Programmieranleitung – Deutsche Übersetzung

von Christian Danzl Hier noch eine Ergänzung zum Blog – Beitrag von heute. Ich habe die Programmieranleitung ins Deutsche übersetzt. Programmierung des ATR Vision auf Yared-Technik 1. Nicht genutzten Speicherplatz auswählen  2. Drehmoment mit [Torque] auf Wert 5 stellen  3. Übersetzung über [redct.] auf 1:1 stellen  4. Tasten [ctrl] und [torque up] gleichzeitig drücken  5. „forward <-> reverse“ erscheint im Display  6. über [redct.] Übersetztung zurückstellen auf 16:1  7. mit [rpm up]  Drehzahl auf 400 stellen  8. [ctrl] und [musik note] gleichzeitig drücken  9. mit [programm down] „trs. fwd“ auf 0,4 stellen  10. mit [torque down] „trs. rev“ auf 0,2 stellen  11. mit [rpm down] „del. inv“ auf 25 stellen  12. [system up] zum Speichern drücken

ATR Vision für die Ghassan Yared – Technik – Programmieranleitung

von Hans – Willi Herrmann

Soll einer nicht sagen, dass wir nicht umgehend auf Wünsche reagieren.

Soeben erreicht mich eine Mail mit folgender Bitte:

„Ich bin heute beim Herumstöbern in der Praxis meines Chefs auf ein ATR Technika Vision – Gerät gestossen, was ungenutzt in der Ecke steht.
Wäre es Ihnen möglich, mir die Einstellungsmöglichkeiten, mit denen Sie in der Ghassan Yared – Technik arbeiten, zukommen zu lassen oder als Artikel auf Wurzelspitze zu veröffentlichen?

Tun wir doch gerne. Bei der GYT handelt es sich um eine besondere Antriebsart von Nickel -Titan – Instrumenten zur Wurzelkanalaufbereitung. die sowohl die Gefahr des Instrumentenbruchs reduzieren soll, als auch im Rahmen einer einfachen Anwendungstechnik mit wenigen Instrumenten auskommen soll.

Nachfolgend die Programmieranleitung, die Drew Moncarz, im Frühjahr 2008 bei ROOTS ins Netz gestellt hat. Er schreibt: .

“ I graduated from endo at the University of Toronto in 2004.  Ghassan Yared was one of my professors.  I’ve been using an ATR Tecnika for his reciprocating technique. The early results are very impressive.
I recently bought two ATR Vision motors.  It took some effort, but I got the programming sequence to make the Vision reciprocate.  The programming/storage cards aren’t necessary.  Ghassan is happy to have me share this with you.

Here is the sequence to get the motor to reciprocate:
1. Find a preset that you would never use.  I used „large canal prep“ „PF Or. Shaper #6/5“.   I’ll never get confused because I don’t use Profiles.
2. Decrease the torque to 5.
3. Press the „redct.“ button to change the reduction to 1:1.
4. Press the „ctrl“ button (the check mark) and the „torque“ increase buttons at the same time. „Forward Reverse“ will appear on the screen.
5.  Press the „redct.“ button to change the reduction back to 16:1.
6.  Press the „rpm“ up button to increase the RPM to 400.
7.  Press the „ctrl“ button (the check mark) and the music note button directly above it at the same time.
8.  Use the „Program“ down button to decrease the „trs. fwd“ to 0.4.
9.  Use the „torque“ down button to decrease the „trs. rev“ to 0.2.
10.  Use the „rpm“ down button to decrease the „del. inv“ to 25.
11.  Hit the „System“ up button to save the settings.

Soweit die Programmieranleitung.
Ich bin gespannt auf die ersten Eindrücke und Erfahrungen.
Kommentare sind ja seit Neuestem möglich !