Für mich einer der wichtigsten Punkte in der Behandlung – das Ablegen, bzw. Abnehmen der Instrumente und Geräte.
Insbesondere aus der 12 und 11 Uhr Position. Das Cart der Behandlungseinheit hat sich bei uns nicht als Ablage bewährt, da es nur von einer Seite erreichbar ist.
Auf der Assistenzseite ist ebenso die Einschränkung der einseitigen Erreichbarkeit. Insbesondere, wenn man in 6 Handtechnik behandelt.
Deshalb haben wir auf den Schwebetisch gesetzt. Auf dem über dem Patienten „schwebenden“ Tisch können wir alle Instrument ablegen. Dieser ist in Griffweite von jeder Assistenz und dem Behandler. Allerdings sind Geräte, wie Endomotor, Ultraschallhandstücke, WF Handstücke und ggf. auch Polymeristationslampen nur zusätzlich auf den Instrumenten ablegbar. Das wird schnell unübersichtlich und die Absturzgefahr steigt erheblich.
Deshalb habe ich über Varianten zur Befestigung am Schwebetisch nachgedacht.
Bisher hatten wir mit Winkeln kleine Halter von NSK angebracht. Diese waren allerdings nur für wenige Instrumente brauchbar, da es unterschiedliche Durchmesser gibt.
Dazu kommt noch das Baumarktbastel-Aussehen.
Mit dem Einführen des 3D Drucks in unsere Praxis konnten wir da schrittweise Veränderungen einführen. Noch ist die Umsetzung in der Testphase. Aber es hat unsere Behandlungsergonomie so bereichert, daß ich es hier kurz vorstellen möchte.
Zuvor noch einige Hinweise.
Der Umgang mit dem 3D Drucker erinnert mich sehr an die Anfangszeit mit dem Mikroskop. Es ist eine zeitlang frustran. Man muss sich einarbeiten und es gelingt nichts von selbst. Es gibt kaum Vorlagen und alles muss selbst konstruiert werden.
Egal, welcher Drucker, man muss Zeit investieren und sich mit der Materie auseinander setzen.
In unserer Praxis sind 3 Zahnfilm Röntgengeräte mit Kodak/Carestream Sensoren 6100, 6200 vorhanden. Der älteste Sensor ist von 2006.
Angeblich der erste 6100 -Sensor der in Deutschland verkauft wurde. Bis heute haben wir keinen Kabelbruch erlebt. Nur ein Sensor zeigte ein Wabenmuster und wir nicht mehr eingesetzt.
Wir haben von Anfang an jedes Gerät mit einem Sensor ausgestattet und diesen an dem Gerät mit Kabelhaltern befestigt. Das hat sich sehr gut bewährt.
Allerdings wurden die Sensoren dann immer um den Strahler gewickelt oder hingen einfach herunter. Der Zum Sensor gehörende Halter kann nicht am Röntgengerät,obwohl beides von Kodak/Carestream kommt, befestigt werden.
Mit einem 3D Drucker habe ich mir die Halter gedruckt und kann die Sensoren einfach nach der Verwendung und Desinfektion am Gerät einhängen. Zuvor musste dieser in einem CAD Programm erstellt werden. Das und noch mehr Anwendungen beim nächsten Beitrag.
Zitat Google: Definition Ergonomie. Die Ergonomie (setzt sich zusammen aus ergon = Arbeit, Werk und nomos = Regel, Gesetz) beschreibt in erster Linie die Gesetzmäßigkeit menschlicher Arbeit. … Das heißt, wer ergonomisch arbeitet, sorgt nicht nur für eine kleine Wohlfühlatmosphäre, sondern auch für bessere Ergebnisse im Job.
Ergonomie ist ein nicht zu unterschätzender Punkt in der endodontischen Behandlung mit dem Mikroskop. Durch eine ergnomische Arbeitsplatzgestaltung sind längere Arbeitsphasen ohne Ermüdung bei größter Konzentrationsfähigkeit möglich.
In den Anfangszeiten meiner mikroskopischen Tätigkeit (zwischen 2004 und 2005) gab es wenig Ergonomie und führte oftmals zu Frust. In der ersten Woche der Mikroskopnutzung war ich felsenfest überzeugt, meine größte Fehlinvestition mit dem Mikroskopkauf getätigt zu haben. Erst allmählich erschloss sich mir der besondere Nutzen.
Bei aller Freude über das zu Sehende, es fehlten entsprechende Instrumente, die Behandler/Assistenzposition stimmte nicht, die fotografische Dokumentation war nahezu unmöglich und die Lichtverhälnisse waren unausgewogen. Die Assistenz langweilte sich schnell, weil sie nichts erkennen konnte was der Behandler tat – es fehlte die Mitbeobachtung. Aber wir hatten nur unseren Enthusiasmus. Der trieb uns vorwärts.
Die Industrie legte nur allmählich zu. Firmen wie der Spiegelhersteller Röder haben eine Zusammenarbeit mit Zahnärzten gesucht und es sind entsprechend hervorragende Produkte (HR-Front Mundspiegel) entstanden.
Heute sind viele Dinge gelöst. Fotodokumentationssysteme gibt es. Mikroinstrumentarium ist vorhanden und es wurde spezielle Endocarts gebaut.
Lange habe ich überlegt, mir dieses anzuschaffen. Letztendlich habe ich mich dagegen entschieden, da der Hersteller meist diese nur in Kleinserie gebaut hat und man auf Gedeih und Verderb an diesen gebunden ist. Zudem wollte ich den Patienten nicht mit der Vielzahl an Geräten im Ersttermin konfrontieren. Deshalb habe ich mir aus einem einfachen Rollwagen ein zusätzliches Cart gebaut und war damit für 4-6Handtechniken in der Assistenz ganz zufrieden. Dieser wird zusätzlich zu einem Cart der Behandlungseinheit genutzt.
Wir arbeiten dazu noch mit einem Schwebetisch über dem Patienten, der aus jeder Position der Assistenz erreichbar ist. Die Behandlerposition ist bei mir immer die 11 Uhr und 12 Uhr Position. Die Assistenz hat Mitbeobachtungsmonitore in 9 Uhr und 12 Uhr Position und einen Mitbeobachtungstubus am Mikroskop.
Am Schwebetisch fehlten mir die notwendigen Ablagen für die verschiedensten Geräte, wie beispielsweise Endohandstücke, Ultraschallhandstücke, kabellose Motoren und Hitzeplugger und Extruder der thermischen WF-Geräte. Diese Instrumente sollten in Greifweite durch die Assistenz oder den Behandlerwerden sicher abgelegt werden können und ebenso problemlos wieder aufgenommen werden können. Von NSK gab es Halter zum Ankleben oder Verschrauben. Damit hatten wir uns lange beholfen. Diese waren jedoch nicht ausreichend in der Anzahl und Größe. Von dem optischen Bastel-Eindruck mal ganz abgesehen.
Hier wollte ich unbedingt Veränderungen haben. Wir haben aber industriemäßig keine brauchbare Lösung finden können.
In den letzten Jahren kamen zunehmend 3D-Drucker in das Blickfeld der Privatanwender.
Ha-Wi gab mir dann den letzten Impuls, solch ein Gerät anzuschaffen.
Der aus Verzweiflung über den intraoralen Speichelfluß 1864 von Barnum eingeführte Kofferdam geriet mit der Erfindung intraoraler, maschineller Absaugung fast in Vergessenheit, auch wenn er mittlerweile wieder zum Standardhilfsmittel insbesondere in der Endodontie geworden ist.
Die maschinelle Absaugung blieb dann in ihrer klinischen Anwendung die letzten Jahrzehnte aber nahezu unverändert: Ein dünneres, rundes Saugendstück (Speichelsauger), das mangels Saugkraft nur Flüssigkeit vom jeweils tiefsten Punkt der Mundhöhle effizient aufnehmen kann, wird meist mit einem runden Saugendstück größeren Durchmessers kombiniert, mit dem sich auch Spraynebel auffangen läßt. Beide Sauger müssen von Zahnarzt und Stuhlassistenz während des gesamten Behandlungsablaufes mehr oder weniger virtuos gehandhabt werden, was ständiges Nachstellen erfordert, zahnärztliche Zeit und Aufmerksamkeit beansprucht und einen Großteil der klinischen Arbeitszeit der Assistenz bindet. Innovativ war hier die letzten Jahrzehnte nur die Strömungsoptimierung im großen Sauger, die die Geräuschentwicklung dämpfte (Dürr).
Ich war daher elektrisiert, als ich, lt. meinem Zoteroarchiv 2011, auf Isolite aufmerksam wurde (Isolite Systems, gegründet 2001), das seit 2002 diverse Industriepreise gewonnen hatte (u. a. Dental Products Report, The Dental Advisor, Dentistry Today, Business Week, World Congress of Minimally Invasive Dentistry Inventor Award, Dental Town). Leider wollte die Firma mir das Produkt damals nicht nach Deutschland liefern, und ich gab das Projekt vorläufig auf.
Vor kurzem wurde ich durch eine Werbewurfsendung auf Mr. Thirsty aufmerksam (Zirc, deutscher Vertrieb durch Loser), der wie ein Klon von Isolite aussah.
Die Grundidee von Isolite und Mr. Thirsty ist, auf den großen, also saugstarken Saugschlauch eine Absaugvorrichtung zu setzen, die besser an die menschliche Anatomie und die zahnärztlichen Notwendigkeiten angepaßt ist, als ein rundes Saugschlauchendstück. Ein flaches, hohes, vom Mundboden zum Gaumendach reichendes Gummischild teilt die Mundhöhle schräg, vom Mundwinkel bis zur Molarenregion der Gegenseite, in 2 Bereiche auf: Arbeitsfeld und hinter dem Arbeitsfeld. Das Schild ist doppelwandig und bietet damit Platz für Saugkanäle. Außerdem ist unmittelbar hinter dem Mundwinkel ein Aufbißkeil integriert, der dem Patienten das aktive Öffnen des Mundes erspart. Um den letzten Molaren herum läuft noch eine schmalere, weichere Verlängerung des Schildes, die sich an die Innenseite der Wange anlegt und diese schützt, eventuell abhält. Die Zunge bleibt hinter diesem Schild, kann nicht mehr stören. Sowohl zum Mundboden hin wie zum Gaumen verschließt das Schild weitgehend die Mundhöhle nach dorsal, so daß Spraynebel oder fliegende Materialfragmente den Patienten nicht mehr belästigen. In Anlehnung an eine ähnliche Vorrichtung für Schweißarbeiten möchte ich dieses Hilfsmittel orales Absaugschild nennen.
Der Effekt für das klinische Arbeiten ist erstaunlich und durchschlagend. Viele Tätigkeiten, die bisher ohne Assistenz nicht oder nur mit Mühe vom Zahnarzt alleine zu bewältigen waren, können jetzt mühelos alleine durchgeführt werden. Z. B. Deep Scaling, Zahnpräparationen bis zum Umspritzen der Zahnstümpfe mit Abdruckmaterial – erst danach Entfernen des Schildes, um den Abformlöffel einbringen zu können. Für die Füllungstherapie im Seitenzahnbereich wird die Assistenz bis zur Schlußphase, fürs Anreichen der Füllungsmaterialien, verzichtbar. Bei OK-Frontzahnfüllungen ist der Entlastungseffekt geringer, weil die Helferin noch irgendwie versuchen muß, den ventral austretenden Spraynebel zu bändigen, was schwierig ist, wenn der große Absaugschlauch vom Absaugschild besetzt ist. Eine angebotene Lösung dafür ist ein Y-Adapter, der den großen Saugschlauch aufzweigt (nicht getestet).
Auch mit Assistenz erleichtert das Absaugschild durch das Abhalten der Zunge die Arbeit enorm: etwa beim Zementieren von Kronen oder in der Füllungstherapie im dorsalen UK-Bereich.
Während der Behandlung im Seitenzahnbereich entfällt die Notwendigkeit der Umpositionierung der Absaugungen. Der Absaugschild alleine reicht, Watterollen entfallen fast völlig bzw. werden nur noch als Abstandshalter für die Lippe gebraucht. Kräftiges Sprayen und Luftpusten ist jederzeit möglich, da das Absaugschild das Wasser praktisch sofort aufnimmt und den Patienten vor Rachenspritzern schützt.
Mark Frias, RDH (http://markrdh.com), veröffentlicht seit Jahren Produkttests insbesondere zu verschiedenen Absaughilfsmitteln. Hier hat er 4 marktgängige Absaugschilde verglichen:
DryShield vs. Isolite vs. Mr. Thirsty vs. Izolation
Mr. Thirsty schneidet in diesem Video in seiner Einschätzung der Absaugleistung am schlechtesten ab, aber es fehlt jede Analyse, warum. Die Physik scheint nicht so kompliziert: Die Designer, wie in dem Video zu sehen ist, haben jeweils die Absaugkanäle und -löcher in den unterschiedlichen Produkten anders angeordnet, mit auch sehr unterschiedlichen Größen dieser Kanäle. Wenn die Summe der Querschnittsflächen der Auslässe sehr groß wird, fällt die Saugleistung pro Auslaß stark ab. Auch die Höhe der Auslässe ist wichtig. Bei Mr. Thirsty liegen sie etwas oberhalb des Randes des Absaugschildes, was ihr Verschließen durch den weichen Mundboden verhindert, durch den symmetrischen Schildaufbau im Gaumenbereich aber zu Saugleistungsverlusten führt. Was dann noch an Saugleistung im Mund lokal ankommt, hängt aber auch entscheidend von der Saugmaschine ab und davon, was an Absaugleistung nach den Wegeverlusten überhaupt noch dem Absaugschild anliegt. Außerhalb eines kontrollierten Experimentes mit unterschiedlichen anliegenden Absaugleistungen halte ich es für unmöglich zu entscheiden, welches Produkt das zur verfügbaren Absaugleistung optimal passende ist.
Auch der Adapter, mit dem der Absaugschild verbunden wird, um die Verbindung zum Saugendstück herzustellen, hat deutlichen Einfluß. Mark Frias hat seine Kona Adapter, leider nur aus Aluminium, entwickelt und vertreibt sie, mit denen sich Isolite- bzw. Dryshield-Absaugschilde anschließen lassen, so daß man auf die teureren Originaladapter verzichten kann (https://konaadapter.wordpress.com). Mr. Thirsty braucht keinen Adapter bzw. bringt diesen mit jedem Absaugschild schon mit.
Mir reicht die Absaugleistung von Mr. Thirsty völlig in Verbindung mit einer Dürr-Naßabsaugung an einer Heka Unicline (1996) bzw. einer F1 Side (2016), letztere mit Cattani-Absaugschläuchen bzw. -endstücken. In das Heka- bzw. Dürr-Endstück des großen Schlauches läßt sich Mr. Thirsty direkt fest einstecken. Das Cattani-Endstück ist minimal zu groß, so daß Mr. Thirsty herausfiele, obwohl sonst an beiden Dentaleinheiten gleiche Absaugkanülen von Dürr verwendet werden. Hier hilft der leichte Zwischenschlauch der Firma, das Mr. Thirsty Comfort Kit. Das Ende des Schlauches stecken wir locker in das senkrechte Absaugschlauchendstück, das in seiner Halterung hängen bleibt, nur minimal herausgezogen wird, damit es anfängt zu saugen und dann fixiert wird mit einem fest zwischen Halterung und Absaugendstück eingepreßten Interdentalkeil.
Hier einige Videos zur klinischen Anwendung:
How to use Mr Thirsty One Step -DENTALKART
Alternative Einbringtechnik (=1mal Falten, gedrehtes Einbringen):
mr. thirsty® One-Step
Weitere, alternative Einbringtechnik der Konkurrenz, die am geschicktesten erscheint (=2faches Falten vorm Einbringen, Verzicht auf Drehung):
DryShield Tutorial – Maximize Your DryShield Experience
(In diesem Video wird dazu geraten, dem Patienten Nasenatmung zu empfehlen, um mit dem Absaugschild entspannen zu können.)
Im Dentalmarkt http://www.aera-online.de lassen sich durch eine Suche nach „thirsty“ die verschiedenen Produktvarianten auffinden. Ein Trial-Kit mit je 5 großen und kleinen Ansätzen von Mr. Thirsty beginnt bei ca. 31 €. Angesichts der möglichen Zeitersparnis für Zahnarzt und Assistenz scheint ein Preis von unter 3 € pro Stück (100er Packung) angemessen, auch wenn zu hoffen ist, daß die Konkurrenz unter verschiedenen Absaugschilden mit den Jahren noch zu deutlich günstigeren Preisen führen wird.
Mr. Thirsty ist als Einmalprodukt gekennzeichnet, was einer Aufbereitung nach europäischem Medizinprodukterecht nicht im Wege steht, vorausgesetzt, man kann eine korrekte Aufbereitung gewährleisten. Mr. Thirsty besteht aus 2 Teilen, die nur zusammengesteckt sind: einem harten Plastikrohrwinkel, der die Verbindung zur Absaugung herstellt und dem weichen Absaugschild, s. Fotos. Einmal auseinandergezogen, sind die Teile einzeln auch von innen vollständig inspizierbar, zumindest mit Lupenbrille und LED-Licht, die bei uns auch die Mitarbeiterinnen tragen, was Mr. Thirsty als semikritisch A qualifiziert. Wenn eine deutliche Verunreinigung stattgefunden hat, etwa durch eingesaugtes Abformmaterial, scheint mir die Reinigung zu zeitaufwendig – aber wir sind hier noch in der Testphase. Rückstände z. B. in den Silikonwaben des Aufbißblockes könnten ein Problem sein, s. Fotos.
Der weiche Absaugschild hat bei uns Tauchdesinfektion, Geschirrspüler (70 °C) und Autoklav problemlos überstanden. Das harte Verbindungsstück hat sich aber im Autoklaven und auch noch im strömenden Dampf bei 100 °C stark verformt. Da dieser Teil aber außerhalb des Mundes sich befindet und damit als unkritisch A zu klassifizieren ist, ist hier Autoklavieren nicht zwingend, denn bis semikritisch A ist Desinfektion alleine schon ausreichend, also chemisch oder im Thermodesinfektor, sofern dort temperaturstabil (nicht getestet). Die Recherche, ob dieser Winkel z. B. durch einen gleich dimensionierten, metallischen aus dem Sanitärhandel ersetzbar wäre, ist noch nicht abgeschlossen. Auch eine gußtechnische Duplikation in NEM mit dem Kunststoffteil als verlorener Form wäre denkbar.
Mr. Thirsty hat sich nicht als bei jedem von bisher ca. 15 Patienten einsetzbar herausgestellt. Manchen ist das Draufbeißenmüssen auf den Aufbißkeil zu anstrengend, andere genießen es, den Mund nicht mehr aktiv aufhalten zu müssen. Würger sind auch mit Mr. Thirsty schwierig. Bei den beiden Größen von Mr. Thirsty (blau, lila) hat das kleinere Absaugschild (lila) auch einen flacheren Aufbißkeil, was schon helfen kann. Beschneiden des Absaugschildes mit der Papierschere ist leicht möglich. Wichtig scheinen die ersten 1-2 min der Nutzung, danach läßt die initiale Anspannung des Patienten angesichts des bisher unbekannten Hilfsmittels sichtbar nach und entscheidet sich die Akzeptanz. Auch vorherige, ruhige Aufklärung des Patienten und souveräne, standardisierte Einbringtechink helfen. Ich strebe initial immer die Plazierung distal des OK- u. UK-Eckzahnes an, weil die Eckzahnspitzen das Herausrutschen von Thirsty nach vorne blockieren helfen.
Obwohl die Zahl meiner damit behandelten Patienten noch überschaubar ist, bin ich mir sicher, daß das orale Absaugschild, von welchem Hersteller auch immer, künftig aus der Zahnheilkunde nicht mehr wegzudenken ist.
Stellen Sie sich vor, sie sind mit dem Auto unterwegs, es regnet und ihr Scheibenwischer funktioniert nicht.
Würden Sie so Auto fahren ?
Vermutlich würde das keiner von uns.
In der Zahnmedizin tun wir dies permanent.
Achten Sie einmal darauf, wie oft sie bei der Kavitätenpräparation im Rahmen der Füllungstherapie oder der Präparation von Kronenzähnen im Rahmen der Anfertigung von Zahnersatz ihren Mundspiegel trockenwischen.
Sie machen es ständig.
Und auch wenn Ihnen diese Tätigkeit in Fleisch und Blut übergangen ist, so stellt dies doch eine permanente Unterbrechung ihres „Flows“ dar.
Wäre es da nicht schön, es gäbe eine Lösung, dieses lästige Abwischen und die damit verbundene Unterbrechung ihrer Bohrtätigkeit verschwinden zu lassen ?
Der Funktionsmechanismus ist weder neu, noch besonders aufwendig.
Eigentlich sogar banal.
Ein Luftstrom, der permanent auf die Oberfläche des Spiegels pustet, vertreibt die sich durch den Bohrvorgang auf der Spiegeloberfläche ansammelnden Wassertropfen.
Und das Ergebnis ?
Zunächst, um übertriebene Erwartungen auf ein realistisches Maß zurückzuschrauben, was man nicht erwarten darf, ist eine permanent vollkommen wasserfreie Oberfläche.
Was aber gut funktioniert, ist das die Spiegeloberfläche jederzeit eine Beurteilung des Bohrgeschehens zulässt.
Um den anfangs angeführten Vergleich mit dem Auto aufzugreifen, denken sie an eine Windschutzscheibe, die bei beginnendem Regen mit einzelnen Regentropfen bedeckt ist. Auch wenn die Scheibe damit nicht mehr absolut rein ist, so ist doch jederzeit eine vollständige und mehr als ausreichende Beurteilung der Strassensituation möglich.
Damit können sie leben ?
Gut, dann lassen sie uns darüber sprechen, warum sich bislang keines der früheren Systeme, denn natürlich ist der Yirro Plus Mundspiegel nicht der erste Versuch dieser Art, auf breiterer Basis durchsetzen konnte.
Der Yirro Plus Mundspiegel kommt in zwei unterschiedlichen Größen einher, die Spiegeloberfläche ist hochwertig, was sich in einer exzellenten Lichtwiedergabe , hier passt das Verb wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge, „wiederspiegelt“.
Der Yirro Plus Mundspiegel benötigt einen permanenten Druckluftanschluss am Behandlungsstuhl. Dies lässt sich durch geringe Modifikationen seitens des Dentaldepots unproblematisch umsetzen.
Ist aber erst mal eine Hürde, die es zu nehmen gilt.
Ich habe aus diesem Grund, den Yirro Plus Mundspiegel gibt es in zwei Varianten, eine manuelle Version, die ein händisches Ein- und Ausschalten der Luftzufuhr erforderlich macht und eine Komfort- Variante, die mittels Magnetventil den Luftstrom automatisch bei Entnahme des Spiegels aus seinem Instrumentenköcher in Gang setzt, erst mal im Sinne eines „Proof of Concept“ für die kostengünstigere Variante entschieden.
Und natürlich muss die Luft dann irgendwie zum Spiegel gelangen können, der, nach Empfehlung des Deutschland – Vertriebs (ich hätte es intuitiv genau andersrum gemacht und die Fotos auf der Hersteller – Seite zeigen dies auch so wie von mir vermutet) auf der Arztseite montiert werden soll, hängt also an einer sprichwörtlichen langen Leine, einem dünnen Kunststoffschlauch.
Gretchenfrage – wie umständlich ist das Ganze im Behandlungsalltag, stören Gewicht und die schlauchbedingte Bewegungseinschränkung ?
Zunächst, die Kombination Schlauch/Mundspiegel ist federleicht, ohne fragil zu wirken. Das Handling mit der Assistenz ist bei 6 Hand – Technik überhaupt kein Thema, aber auch, wer mit nur einer Stuhlassistenz arbeitet, was vermutlich die große Mehrheit der Behandler ist, wird sehr schnell den Yirro Plus Mundspiegel in einen effizienten Workflow integrieren.
In meiner Praxis war es im Rahmen des vierhändigen Arbeitens lediglich notwendig, dass der für kurze Zeit vom Behandler abgegebene Spiegel nicht wie gewohnt von der Erstassistenz auf dem Behandlungstray abgelegt, sondern in der linken Hand gehalten wird.
Und wie ist es nun so, beim Arbeiten mit dem Yirro Plus Mundspiegel ?
Der Spiegel kommt umso mehr zum Tragen, je schwieriger sich die Situation klinisch darstellt. Und unter diesem, allerdings nur unter diesem einen Aspekt, bedaure ich fast ein wenig, dass ich heute keine Kronen mehr an einem Zahn 27 präparieren muss.
Achten Sie mal darauf, wenn sie dies tun.
Bei der Präparation der interdentalen Anteile sind sie mehr damit beschäftigt, ihren Spiegel sauberzuwischen, als Zahnsubstanz abzutragen, immer unter der Voraussetzung natürlich, dass sie nicht grundsätzlich auf eine visuelle Kontrolle ihrer Bohrtätigkeit verzichten. Und – nein – ohne die Qualifikation ihrer Behandlungassistenz in Frage stellen zu wollen, es ist nicht das Gleiche, wenn diese mittels Luftpuster versucht, die Spiegeloberfläche trocken zu halten.
Fazit
Braucht man den Yirro Plus Mundspiegel ?
Nein, man braucht ihn nicht.
Wir sind die letzten 100 Jahre immer gut auch ohne dieses Hilfsmittel ausgekommen. Wenn ich aber sehe, wieviel Geld in Zahnarztpraxen für völlig nutzloses Handwerkszeug ausgegeben wird, dann hat es der Yirro Plus Mundspiegel verdient, dass sie sich einmal näher mit ihm beschäftigen.
Er ist sicherlich kein Werkzeug für jeden Behandler, aber er wird im Gegensatz zu seinen Vorgängern und im Vergleich zu alternativen Konzepten sich eine solide Fanbase sichern können.
Probieren geht über hier über Wischen.
Denn denken sie dran, ihr Auto ohne Scheibenwischer würden sie spätestens nach dem ersten Regen in die Werkstatt geben.
Disclaimer Auf den Yirro Plus Mundspiegel bin ich aufmerksam geworden, durch eine Empfehlung von Stefan Verch, Berlin, der wiederum von Winfried Zeppenfeld, Flensburg von dem Spiegel erfahren hat. Mein Dank an Beide für den Tipp !
Vom Hersteller wurde ein Testgerät kostenlos für die Dauer des Praxistestes zur Verfügung gestellt. Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.
Vermutlich erinnert sich heute noch kaum jemand an Dan Aykroyd, einen der Hauptdarsteller der 80er Jahre Kultfilme „Blues Brothers“, Ghostbusters“ und „Die Glücksritter“. Aykroyd spielte auch eine tragende Rolle in der Filmkomödie „Die Coneheads“, in der er als mit seiner Familie auf der Erde gestrandeter Ausserirdischer mit namensgebend monströs kegelförmigen Kopf herumlief.
Und genau daran muss ich zuweilen denken, wenn ich das Dentafix-Kissen am Patienten angelegt in Funktion sehe.
Aber der Reihe nach.
Das Dentafix-Kissen war eine Empfehlung der Kollegin Isa Helbig, für die ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte. Geäußert gegenüber meiner endodontischen Erstassistenz, anlässlich unseres Praxisrundgangs im Rahmen des diesjährigen 2. „Weck, Worscht, Woi“ Endodontie Intensivseminars, dass im April diesen Jahres stattfand.
Wir verwenden seit vielen Jahren ein Tempur – Kissen zur optimalen Langzeitlagerung des Patientenkopfes im Rahmen der Wurzelkanalbehandlung. In Kombination mit Tempurauflagen bzw. Tempur- Sitzflächen unserer Behandlungseinheiten ergibt sich so eine Lagerung, die von den Patienten immer wieder hinsichtlich ihres Komforts gelobt wird.
So gesehen gibt es eigentlich keinen Grund, von diesem Prozedere abzuweichen, zumal wir vor etlichen Jahren schon besagtes Dentafix-Kissen zum Testen in der Praxis hatten und damals zu dem Ergebnis kamen, dass es gegenüber der bestehenden Tempur-Lösung keine Vorteile bot. Es liess sich auf unseren damaligen Behandlungsstühlen von Siemens und Ultradent nur schwierig positionieren. Die eine Kopfstütze war eher breit und flach, dass es dem Kissen an seitlicher Fixation fehlte, die andere so zierlich, dass dem Kissen nicht genügend basale Abstützung geboten wurde.
Heute arbeiten wir mit Morita Soaric-Behandlungseinheiten. Und diese ermöglichen es, das Kissen adäquat zu positionieren, so dass sich eine stabile Positionierung des Dentafix-Kissen ergibt.
Das Funktionsprinzip der Kissens ist aus der Krankenhaus OP – Bereich bekannt. Der Patient wird vor der Operation wird in optimale Position gebracht, anschließend wird dem bis dato weichen, leicht formbaren Kissen mittels der Luftabsaugung des Speichelsauger der Behandlungseinheit die Luft entzogen. Der entstehende Unterdruck lässt das Kissen fest werden, der Patient ist in der festgelegten Position stabilisiert, ohne dass diese Positionierung in irgendeiner Art und Weise kurz oder längerfristig unangenehm wäre.
Nach kurzer Eingewöhnung gelingt die Positionierung im kongenialen Zusammenspiel von Behandler und Assistenz schnell und unkompliziert. Als sinnvoll hat sich erwiesen, zunächst die Positionierung des Patienten im Behandlungsstuhl für die jeweilige Behandlung in der notwendigen horizontalen Endposition vorzunehmen, bevor man diese, vom Patienten für angenehm befundete Stellung fixiert.
Zumeist wird das Kissen im Halsbereich im Sinne einer Nackenrolle eingeschlagen, um so, gedoppelt, dort für deine optimale Abstützung im Genickbereich zu sorgen. Und auch wenn die etwas ausladenden Ecken des Kissens die Behandlung nicht stören, so hat es sich als sinnvoll erwiesen, diese bei der Unterdruckerzeugung zum Hals des Patienten hin zu schieben. Eine noch stabilere Lagerung des Patientenkopfes bei gleichzeitig größerem Bewegungungsspielraum des Behandlers lässt sich so ohne großen Mehraufwand erzielen. Presst man hierbei noch die Oberseite der Ecken nach unten, lässt sich auch ein im Verlauf der Wurzelkanalbehandlung benötigtes Röntgenschutzschild optimal platzieren.
Die Assistenz befestigt nun den Anschluss des Speichelsaugers mit dem Ventil des Kissen. Innerhalb von ca. 3 Sekunden ist dem Kissen die Luft entzogen, die festgelegte Position nach Schliessen des Ventils somit manifestiert. Was hier kompliziert klingen mag, ist nach mehrmaligem Durchführen, demnach schon innerhalb des ersten Arbeitstages, in Fleisch und Blut übergegangene Routine geworden. Anfangsschwierigkeiten gibt es also keine, dafür aber die immer wieder positiv geäußerte Rückmeldung der Patienten über eine angenehme Lagerung über die gesamte Zeitdauer der durchgeführten Behandlungen.
Wie sieht es mit eventuellen Nachteilen aus ?
Hier wären zunächst die besagten ästhetischen Defizite, besagter Coneheads- Imitation zu nennen, weiterhin der Umstand, dass dieses Kissen das Design unserer Morita Soaric-Behandlungseinheiten nachteilig verändert.
Sie merken schon, es gibt eigentlich keine nennenswerte Nachteile, wenn man davon absieht, dass ihre in der Patientenbehandlung arbeitenden Assistenzen, denken sie an den Prophylaxebereich, für deren Behandlungssitzungen ebenfalls ein solches Kissen sich wünschen.
Mit Beidem, finde ich, kann man gut leben. Von daher gibt es von meiner Seite her die uneingeschränkte Empfehlung, das Kissen vielleicht einmal selbst auszuprobieren. Sollte ihr Behandlungsstuhl für das Kissen geeignet sein, das gilt es herauszufinden, werden sie das Dentafix-Kissen schon schnell nicht mehr hergeben wollen.
Disclaimer Ein Testexemplar des Dentafix-Kissen wurde uns für die Dauer des Praxistestes kostenlos zur Verfügung gestellt.
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.
Obwohl der entsprechende Beitrag schon Jahre her ist, erreichen mich in schöner Regelmäßigkeit immer wieder – so zuletzt vor ca. einer Woche – Mails, in denen ich gefragt werde, welche Erfahrungen ich mit dem hier beschriebenen kabellosen akkubetriebenen Endo- Handstück „made in China“ gemacht habe.
Ich verweise dann immer auf das Datum des Blog – Artikels – es war der 1. April 2011 – und dass ein solches Winkelstück bis heute lediglich ein wünschenwerter Traum sei, der bedauerlicherweise noch keine Realisierung erfahren habe.
Szenenwechsel.
Es ist Ende Januar und wie jedes Jahr hat Dentsply Maillefer Deutschland auch 2015 einen (mittlerweile nicht mehr ganz so kleinen) Kreis von Endo- Interessierten zusammengerufen, um Ihnen die Neuheiten des IDS- Jahres 2015 vorzustellen.
Und da ist es nun.
Das erste kabellose, weil akkubetriebene Endo- Winkelstück, dass sowohl vollrotierend als auch reziprok arbeiten kann.
Es heißt Maillefer XSmart iQ und wird zur IDS 2015 offiziell einem breiten Publikum vorgestellt werden.
Doch der kabellose Betrieb per se ist nicht das alleinig Innovative. Die Namensendung iQ gibt den entscheidenden Hinweis, denn ausgewählt werden die unterschiedlichen Instrumente, die zur Anwendung kommen sollen, via Ipad. Maillefer hat hierzu eine im Apple App Store erhältliche App entwickelt, die gelinde gesagt, sehr beeindruckend ist. Geht Sie doch weit über das bisher Gekannte an Einstellmöglichkeiten und Infos hinaus.
Ist der XSmart iQ das ideale „Endo-Aufbereitungs“- Gerät ?
Näheres hierzu, sobald ein entsprechender ausführlicher Praxistest stattgefunden hat.
Eines kann ich jedoch jetzt schon sagen.
Maillefer ist – sowohl den Motor als auch die dazugehörige App betreffend – ein großer Wurf gelungen. Dieses Gerät ist vermutlich das innovativste, was seit dem SET Endostepper auf den Markt gebracht wurde. Kurze Anmerkung für die jüngeren Mitleser – der Endostepper war der erste Torque Control Endo – Motor überhaupt und kam 1999, also vor nunmehr 16 Jahren auf den Markt.
Nachdem wir 2008 schweren Herzens vom Arbeiten mit zwei kabellosen Akku- Handstücken wieder zu kabelgebundenen VDW Reciproc- Motoren und später auch zum Schlumbohm Endopilot Mini zurückgewechselt sind, besteht nun zum ersten Mal die Möglichkeit, wieder kabelos zweimotorig unter dem Dentalmikroskop zu arbeiten.
Ich zitiere mich gerne aus gegebenem Anlaß. „Sechshändiges Arbeiten in der Endodontie ist der Versuch der Kompensation einer suboptimalen Ergonomie der Arbeitsumgebung.“ Und damit nicht erstrebenswerter Idealzustand, sondern – streng genommen – Armutszeugnis, weil lediglich ein personal- und damit auch kostenintensives Arrangement mit dem nicht vermeidbar Schlechten.
In unserem Fall befinden sich die kabelgebundenen Endo – Motoren auf dem Arztelement rechts neben dem Behandler. Ein Instrumentenwechsel erfolgt demnach durch den Behandler notgedrungen mit obligatem Abwenden vom Mikroskop, oder bedarf hierfür zwingend einer weiteren Assistenz an seiner Seite.
Mit zwei XSmart iQ´s kann auch vierhändig – also nur mit einer Assistenz – ergonomisch optimal mit reziproken Instrumenten unter dem Dentalmikroskop gearbeitet werden.
von Oscar von Stetten Es war schon länger im Gespräch – die kabellose Obturations-„Einheit“ von Sybron. Anfang des Jahres 2014 gab es auch eine offizielle Ankündigung für uns Opinion Leader. Mitte des Jahres würde es die ersten Testgeräte geben. Es wurde November. Normal. Kleinigkeiten, die erst auffallen, wenn die Geräte ausserhalb des Entwicklungslabors in Gebrauch sind.
Ich war sehr froh das zu hören, denn kabellos ist für mich gleichbedeutend mit „ergonomisch“. Deswegen bin ich froh, sowenig wie nur möglich kabelgebundene Geräte handhaben zu müssen.
Dann kam es. Der Look: stylish. Ein bisschen Apple-like. Weiss, hochglänzend. Wie sich der Kunststoff nach Jahren der Desinfektion und des Gebrauchs aussehen wird, kann man nicht sagen.
Angeschaltet, die Akkus waren zumindest für einen kleinen Test noch ausreichend geladen. Die Displays sind gut ablesbar, die Einstellung denkbar einfach. Tipp: der Heatcarrier erreicht die Temperatur SEHR schnell. Man sollte nicht, wie ich, den Finger dranhalten, aber das ist eine andere Geschichte. Und er hat den alten Aktivierungsring vom originalen System B bekommen. Der auch noch stylish blau leuchtet. Ein kleiner Nachteil ist die hohe Empfindlichkeit des Ringes. Aber nur am Anfang, man gewöhnt sich schnell daran. Wenn man von der kabelgebunden Obturation Unit kommt, ist das wirklich eine Umstellung, da der Aktivierungsknopf der Elements Obturation doch stärker und vor allem genauer gedrückt werden muss. Man gewöhnt sich im täglichen Arbeitsablauf doch recht schnell dran. Neueinsteiger werden keine Probleme damit haben.
Die Extrudereinheit kommt klein und gut ausbalanciert daher. Die üblichen Kartuschen von SybronEndo passen ohne Probleme und werden auch gut fixiert. Das Display ist auch hervorragend ablesbar und die Einstellung einfach. Es wird eine Ladestation mitgeliefert, in die die Geräte nach Gebrauch zum Laden eingestellt werden. Die Heizleistung ist auch in Ordnung, bedenkt man dass das Gerät, so gross wie ein kabelloses Endohandstück, eine Kartusche GP auf 220° heizen muss. Zum Aktivieren des Extruders ist ein Knopf vorhanden, kein Ring. Damit muss das Gerät zwingend korrekt an den Behandler übergeben werden und zusätzlich muss die Kartusche korrekt einleget worden sein, d.h. die Spitze sollte schon mal Richtung des Zahne zeigen. Die Kartuschenspitze ist zwar drehbar, dreht man jedoch zu viel, fällt die Kartusche einfach aus dem Gerät oder aber rutscht aus den Sicherungen und wird vom Kolben herausgedrückt. Auch das ist Übung und wenn man die Elements Obstration gewöhnt ist, bedeutet das keine Umstellung.
Beide Geräte haben auch eine akustische Signalisierung, die allerdings wie ein erkältetes Tamagochi klingt und am Anfang zu viel Gelächter geführt hat. Man kann es ja auch einfach stumm schalten….
So weit, so gut. Die erste WF stand an und nach anfänglichen oben erwähnten Problemchen klappte es sehr gut. Doch dann: die Batteriewarnung leuchtete am Extruder. Nach einer Molaren-WF. Die Akkus lassen sich zwar einfach austauschen, es sind keine Hindernisse wie bei anderen Geräten eingebaut, aber das kam dann doch überraschend. Akkus benötigen mehrere Ladezyklen, um die volle Kapazität zu erreichen. Nach einer Wochen Nutzung hielt unser Extruder dann 3 volle GP-Kartuschen durch, das reicht für eine Weile. Und seien wir ehrlich, 3 Kartuschen sind eine Menge Guttapercha, die man wohl nur selten in einer Sitzung hintereinander braucht.
Es gibt noch ein System auf dem Markt welches vergleichbar wäre, die Alpha und Beta von B&L. Der Heatcarrier ist sicher miteinander vergleichbar, denn ein Gerät welches eine Metallarbeitsspitze auf Temperatur bringt ist kein Hexenwerk. Bei der Pistole ist die Vergleichbarkeit schwierig. Beides hat seine Vorteile und auch Nachteile. Ich persönlich komme mit den Pistolen nicht zurecht. meine Handhaltung dafür ist einfach nicht ergonomisch genug und ich hatte Probleme im Seitenzahnbereich die Pistole halbwegs vernünftig in den Zahn zu führen. Dosierten Druck anschliessen zu applizieren war dann noch eine andere Geschichte. Vielleicht bin ich auch zu sehr die Elements Obstration Unit gewöhnt, aber ich empfinde es als ungemein angenehm, nur einen Knopf drücken zu müssen anstatt aktiv dosiert Kraft auszuüben und den Applikator präzise in einen Kanal zu halten. Für mich DER grösste Vorteil.
Ein Nachteil des maschinellen Extruders, der immer gerne angeführt wird: ich kann immer nur Guttapercha benutzen. Und dann auch nur von einem Hersteller. Spielt für mich in meiner Umgebung keine Rolle, da ich ausser Guttapercha kein anderes WF-Material verwende. Bei Sybron bekomme ich die Mischungen light body, heavy body und regular body. Das reicht mir. Der höhere Preis der Kartuschen? Dafür habe ich keinen Ärger und gleichbleibende Konsistenz. Jetzt wieder. Aber das ist ein anderes Thema.
Bei dem B&L-Gerät sollen sich in letzter Zeit zudem vermehrt Risse in der Plastikverschalung gebildet haben, das hört man zumindest von Kollegen. Nach 6 Monaten. Und Austausch brachte wohl auch keine deutliche Verbesserung. Kein Gerät ist perfekt, das ist keine Frage! Für welches man sich entscheidet ist Geschmacks- und Workflowsache.
Fazit bisher: Ich mag es, meine Assistenz hat sich dem Sybronverteter in den Weg gelegt als er das Muster abgeholt hat weil sie so begeistert war vom den Gerät und der Erleichterung des Handlings bei der WF.
Werde ich es mir holen? Ja, sehr wahrscheinlich. Alleine schon, um meiner Assistenz die Erleichterung zu gönnen.
Die „reziproke“ Aufbereitungsweise ist etabliert. Neuester Beweis für diese These: Zwei neue „herstellerunabhängige“ Motoren weisen diese Arbeitsbewegung auf. Die Endostation von ReDent-Nova, dem Erfinder der SAF- Feile und der DentaPort ZX OTR der Firma Morita.
Was mir an der Endostation (die sowohl vollrotierend, aber auch in Ghassan Yared-Technik, also „reziprok“ und mittels SAF- Instrument feilend arbeiten kann) gut gefällt – der automatische Timer, der exakt die Zeit misst, die die SAF-Feile im Kanal arbeitet. Ja, 4 Minuten pro Kanal können sehr, sehr lange sein. Und man ertappt sich immer mal wieder dabei, dass man diese Uhr verflucht. Aber machen wir uns nichts vor. Ohne diese Kontrolle würde man das Reinigungsprotokoll möglicherweise unbeabsichtigt abkürzen.
Die in der Endostation integrierte reziproke Arbeitsbewegung soll im Übrigen exakt den Einstellungen der VDW Reciproc- und Wave One – Instrumente entsprechen, sagt ReDent Nova und beruft sich auf Aussagen des Motoren- Herstellers. Als Reciproc- Anwender der ersten Stunde warte ich sicherheitshalber das Okay von VDW diesbezüglich ab und setze gegenwärtig die Endostation nur mit der SAF- Feile ein und nutze für meine konventionellen NiTi- Instrumente den VDW Gold Reciproc und den Endopiloten von Schlumbohm.
Auch das DentaPort ZX OTR ist ein Gerät mit Dreifachfunktion: Apexlokator, vollrotierende Bewegung und Ghassan Yared- Technik. Allerdings in abgewandelter Form: OTR steht für Optimum Torque Reverse. Soll heißen – solange die Belastung der Instrumente einen bestimmten Grenzwert nicht überschreitet, arbeitet das Instrument vollrotierend. Oberhalb des Grenzwertes macht das Instrument eine 180 Grad- Drehung im Uhrzeigersinn und eine 90 Grad Drehung im Gegenuhrzeigersinn. Das beste zweier Welten, ist man versucht, zu sagen, erlaubt doch die vollrotierende Arbeitsweise den Abtransport der Dentinspäne im Sinne eines Förderschneckenefffektes nach koronal und bei höherer Belastung ist es nicht wie bislang der Motor, der im Sinne eines „Auto Reverse“das Vordringen stoppt und damit den Arbeitsfluß hemmt, sondern er setzt, wenn auch in geänderter Art und Weise instrumentenschonend seine Apikalbewegung fort.
Lässt sich das DentaPort ZX OTR auch mit Reciproc und Wave One – Instrumenten nutzen ?
Man sollte dies annehmen, denn schließlich sind das ja die Instrumente, die den Trend auslösten. Da beide Instrumente jedoch Gewindeschneiden im Gegenuhrzeigersinn besitzen, wäre dies nur möglich, wenn die Arbeitsbewegung gewissermaßen „umpolbar“ ablaufen könnte und dies geht meines Wissens (man mag mich berichtigen) gegenwärtig zumindest nicht.
Es gibt bei der Anwendung des Mikroskops in der Zahnmedizin, besonders in der Endodontie immer Dinge von denen man nicht genug haben kann. Zum Beispiel Licht. Und das am Besten ohne hohe Kosten, Wärme, Lärm des Lüfters und möglichst farbentreu.
Bei Festbrennweiten ist der Lichtverlust deutlich geringer als bei den Vario Objektiven. Grund ist die Optik (mehr Linsenflächen beim VarioFocus). Aber auf die deutlich bessere Ergonomie die durch diese Objektive möglich wird (variabler Arbeitsabstand) möchte niemand verzichten. Leider ist die menschliche Sinnesempfindung der Helligkeit etwa dem Logarithmus des Reizes proportional – sie folgt wie viele andere neurologische Prozesse dem Weber-Fechner-Gesetz.
Dies bedeute in der Praxis, das eine Verdopplung der Lichtintensität geringer wahrgenommen wird.
Zusätzlich sorgt noch ein größerer (aber ergonomischer) Arbeitsabstand zusätzlich zu Lichtverlust (im Quadrat zum Abstand!).
Aus den oben genannten Gründen müssen wir bis heute mit Lichtverlust leben.
Jetzt bringt eine neue Lichtquelle, (entspricht ca. 300 W –Xenon Beleuchtung) mehr Licht in das Dunkel des Kanals.
Laut Herstellerangaben hat diese brandneue Technologie viele Vorteile:
-Kein Anteil von UV- und IR-Licht im Spektrum des generierten Lichts
-Rund 50 % weniger Energieverbrauch gegenüber konventionellen Xenon-Entladungslampen
Vorteile gegenüber den weißen, konventionellen LED-Lösungen
-Deutlich mehr Licht (bis zu über vier mal so hell)
-Erforderliche Lichtleistungen auch ohne Übersteuerung der verbauten Komponenten möglich – Einfache Kühlung und geringere Geräuschentwicklung -Keine Änderung der Farbtemperatur des Lichts über weite Dimm Bereiche -Kaum Änderung der Farbtemperatur des Lichts über die Lebensdauer.
Ich hatte am letzten Wochenende die Chance eine absolut neue und innovative Lichtquelle zu testen. Carsten Jung von CJ Consultation kam bei mir in der Praxis zur Teststellung vorbei und ich packte sofort mein Luxmeter aus. Dann haben wir das „gute Stück“ an meinem Kaps und Zeiss Pico Mikroskop angeschlossen.
Gleich vorweg: Diese Lichtquelle ist heller als es mein Luxmeter messen kann!. Ich kann bis max. 400.000 Lux messen. (Dies bedeutet, dass alle Werte über 400.000 Lux geschätzt sind.)
Die deutlich schlechteren Helligkeitswerte des Zeiss Pico im Vergleich zum Kaps erklären sich durch die Größe der ausgeleuchteten Fläche. Kaps leuchtet einen ca 4.5 cm Durchmesser Kreis aus und Zeiss einen 8 cm Kreis. (siehe Fotos) Die Verteilung des vorhandenen Lichtes auf eine größere Fläche geht zu Lasten der Leuchtintensität.
Hier die von mir gemessenen Lichtwerte (Lux, lx)
KAPS f/250
KAPS, Vario 200mm AA
KAPS, Vario 350mm AA
PICO f/250
PICO, Vario 200mm AA
PICO, Vario 350mm AA
XENON
200.000 lx
130.000 lx
60.000 lx
80.000 lx
Laser LED
über 400.000 lx
400.000 lx
135.000 lx
180.000 lx
200.000 lx
70.000
LED, konv.
70.000 lx
60.000 lx
25.000 lx
Kaps Opmi: f/250, sowie Zeiss Pico f/250 : Festbrennweite vom Hersteller
Kaps Xenon sowie Zeiss Xenon: Xenon vom Hersteller
Variofocus 200 – 350 mm Arbeitsabstand (AA) an Kaps / Zeiss :
Variofocus : CJ Consultation
Laser LED Lichtquelle : CJ Consultation
LED „konventionell“ : LED Nachrüstsatz für Zeiss Pico: CJ Consultation
Resümee Sobald ich diese Lampe erwerben kann werde ich dies tun. Sie hat wesentlich mehr Licht, weniger Abwärme und daher deutlich weniger Lärm des Lüfters sowie wesentlich geringere Betriebskosten im Vergleich zu meiner Xenon Beleuchtung.
Disclaimer: Der hier veröffentliche Beitrag gibt ausschließlich die persönliche Einschätzung/Meinung des Gastautors wieder. WURZELSPITZE hat keine Möglichkeit, die Richtigkeit/Neutralität der Aussagen des Beitrags zu verifizieren.
Letztes Wochenende bei meinem Curricularkurs in Dresden präsentierte mir der wie immer sehr rührige Herr Ermerling von Hanchadent am Zeiss Pico seine neueste Attraktion, eine Modifikation des Jung Variofocus- Objektivs. Das Variofocus- Objektiv ermöglicht mit einer auf der Stirnseite und damit gut zugänglichen und intuitiv erreichbar angebrachten Stellschraube die Veränderung des Arbeitsabstandes im Bereich von 200 – 350 mm, demnach um 15 cm.
Das „neue“ Variofocus- Objektiv zum Preis von 3150 Euro (im Übrigen nicht nur am Zeiss Pico, sondern auch an Kaps, Leica und Zumax- Mikroskopen verwendbar) ergänzt das bereits auf dem Markt befindliche „alte“ Variofocus- Objektiv. Dieses deckt bei einem Arbeitsabstand von 220 – 300 mm einen Verstellbereich von 8 cm ab, schlägt dafür aber auch nur mit 2150 Euro zu Buche.
Die Firma Zeiss hat im Übrigen mit dem Zeiss Vario ein ähnliches Produkt im Angebot, dass ich an dieser Stelle hier nur ergänzend erwähnen kann, weil ich bislang keine persönlichen Eindrücke damit sammeln konnte.
Womit wir beim Thema wären: Wie schlägt sich das Variofocus 2 ?
Ich muss zugeben, ich bin ziemlich beeindruckt, gewinnt doch bei schönem dreidimensionalen Bild (dass selbstverständlich immer ein Ergebnis des Gesamtpaketes Zeiss Pico + Vario Focus ist) das Zeiss Pico im vorliegenden Fall enorm an Ergonomie.
Was fehlt noch zu dem Top- Modellen ?
Wenig.
Zumindest viel weniger, als man auf Grund der Preisdifferenz zunächst vermuten würde.
Und so bin ich versucht, zu sagen, dass, wenn ich noch einmal (als junger Zahnarzt zur Erstausstattung ) die Kaufentscheidung treffen müsste, ich mich vermutlich angesichts des vorliegenden Kosten- Nutzen- Verhältnis für eine solche Kombi entscheiden würde, um finanziell tragbar alle meine Behandlungszimmer mit Dentalmikroskopen ausstatten zu können.
Aus dem Munde eines Zeiss Pro Magis- und Zeiss Pro Ergo- Benutzers und von Jemandem, der seit 1997 mit Dentalmikroskopen arbeitet, sicherlich ein besonderes Lob.
Der VDW Gold Reciproc- Motor wurde mir im Rahmen einer kostenlosen Teststellung im August 2012 zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz zu einem bis dato an seiner Stelle verwendeten VDW Silber Reciproc der ersten Stunde zeichnet sich der neue VDW Gold Reciproc durch zwei bedeutsame Unterschiede aus:
Zum einen durch die Möglichkeit der Nutzung eines in das Gerät integrierten Apexlokators, zum anderen besitzt das Gerät auch im „Reziprok“ – Modus eine Sicherheitsfeature im Sinne eines „Auto Reverse Control“ bei Überbelastung.
Gleich zu Beginn: Über die ELM – Funktion des Gerätes kann ich im Praxisalltag nichts sagen, weil ich diese nicht nutze. Das hat nichts damit zu tun, dass ich (in der Tat) kein Freund der alleinigen maschinellen Aufbereitung bei simultaner Längenmessung bin, sondern ist der Tatsache geschuldet, dass im Gegensatz zum linksseitig montierten Endopiloten von Zimmer 2 der Aufbereitungsmotor in Zimmer 1 auf dem Arztelement auf der rechten Seite des Behandlungsstuhls seinen Platz findet.
Und daher für meinen Weg der separaten und wiederholt immer wieder stattfindenden ELM zu umständlich die benötigten Kabel herbeigeholt und weggelegt werden müssten. Dieses Manko kann selbst die Zweitassistenz und ein Arbeiten in 6 Hand – Technik nicht wettmachen.
Auch den vom Hersteller als RECIPROC REVERSE Komfortfunktion angepriesenen Überlastschutz der Reciproc – Instrumente habe ich für mich zu Beginn als unnötiges Feature angesehen. Schließlich zeichnet sich ja die VDW Reciproc- Feile von vorneherein dadurch aus, dass sie so gut wie „unkaputtbar“ ist. Die bislang 2 Feilenbrüche einer Reciproc- Feile kann ich für meine Person als seit mehreren Jahren nicht aufgetretenes Ausnahmeereignis aus der Testphase mit Prototypen einordnen.
Nach mehr als einem halben Jahr Arbeiten mit dem Gold Reciproc hat sich meine Ansicht, die RECIPROC REVERSE – Funktion betreffend, vollständig gewandelt.
Nicht nur für Anfänger, aus didaktischen Gründen, auch in meinem Praxisalltag hat sich diese Sicherheitsfunktion bewährt.
Ich möchte sie nicht missen und bedauere den Tag, an dem der VDW Gold Reciproc seine Heimreise nach München antreten wird.
Und wer die VDW Reciproc- Feile in der von ihrem Erfinder Ghassan Yared propagierten (ich sach mal „dosiert druckvollen“) Arbeitsweise einsetzt, der sollte auf jeden Fall auf einen Motor mit RECIPROC REVERSE – Funktion zurückgreifen, zu groß sind einfach die Vorteile im Einsatz einer solchen Kombination im Vergleich zur bisherigen Version.
Vor einiger Zeit habe ich hier über den Zeiss-Falttubus für unser Zeiss Pro Ergo Mikroskop berichtet, der gleich mehrere Funktionen vereinigt. Unter anderem einen integrierten Vergrößerungswechsler, der den Vergrößerungsbereich des Pro Ergo sinnvoll erweitert.
Beim Neukauf eines Zeiss -Dentalmikroskopes würde ich diesen Falttubus mir vermutlich zulegen, weil er- insbesondere im Hinblick auf das Arbeiten mit Assistenz am Mitbeobachtertubus – ein Plus an Ergonomie bringt.
Warum nur beim Neukauf ?
Bei bereits vorhandenem konventionellen Tubus schlägt der Mehrpreis, der ja de facto die Investition in 2 Tuben widerspiegelt, stark durch. Aus diesem Grund habe ich bislang auf die Nachrüstung meiner Zeiss – Mikroskope mit dem Falttubus verzichtet, auch wenn ich prinzipiell von den Qualitäten dieses Zubehörteils überzeugt bin.
Seit kurzem gibt es für Bestandskunden aber immerhin die Möglichkeit, die Funktionalität eines Vergrößerungswechslers für die Zeiss -Dentalmikroskope nachzurüsten.
Die Firma CJ Consultation bietet einen 2-stufigen apochromatischer Vergrößerungswechsler für Dentalmikroskope an.
Dieser wird vom Hersteller wie folgt beschrieben:
„Der neue CJ Consultation 2 fach Wechsler 0,77/1,3 vereint brillante Optik mit erhöhter Flexibilität des Vergrößerungsvermögen. Durch Drehen des Knopfes kann die Vergrößerung der Objekte um 2×30% vergrößert bzw. verkleinert werden. Gerade für das ProErgo wo Vergrößerungswerte von 24 fach aufgrund der Varioskopbrennweite unerreicht bleiben gibt es die Variante mit Festfaktor 1,3 welche nur einen minimalen Aufbau von ca. 30 mm hat.
Durch die apochromatische Korrektion entstehen keine Farbsäume und es ist kein sichtbarer Lichtverlust erkennbar.“
Ich hatte die Möglichkeit diesen Wechsler für einen Zeitraum von 3 Wochen an meinem Zeiss Pro Ergo – Dentalmikroskop auszuprobieren.
In dieser Zeit verrichtete der Wechsler unauffällig seinen Dienst. Tat also das,was er tun sollte und zwar ohne irgendwelche negativen Auffälligkeiten. Unauffällig ist also in diesem Fall eine positive Eigenschaft. Es fehlt natürlich der direkte Vergleich zum Zeiss- Pendant. Und es ist schon zu lange her, dass ich diesen in der Praxis hatte, um konkret dazu etwas sagen zu können. Interessenten kommen demnach nicht umhin, die Unterschiede für sich selbst anzutesten.
Zwei Fotos des Wechslers habe ich hier beigefügt.
Einen Unterschied gibt es allerdings, der zumindest für die Assistenz mit Mitbeobachtertubus oder für die Assistenz, die über eine an den Strahlenteiler angedockte Kamera zuschaut, von Bedeutung ist.
Beim Jung- Wechseler haben sie die Möglichkeit, den Wechsler über oder unter dem Strahlenteiler zu montieren, im Gegensatz zum Zeiss -Gegenstück, der prinzipbedingt oberhalb des Strahlenteilers residiert.
Was spricht für oder gegen die Montage oberhalb des Strahlenteilers ?
Die lichtschluckende und gegebenenfalls qualitätsmindernde Wirkung des Wechslers schlägt sich nicht in den Fotos nieder, dafür fehlt natürlich aber auch die Möglichkeit, eben besagte Vergrößerung im Bild festzuhalten.
Bei Montage unterhalb des Strahlenteilers ist die Assistenz in der Lage, an der vergrößernden Wirkung des Wechslers teilzuhaben, ebenso wie die Kamera. Allerdings geht dies unter anderem zu Lasten der Belichtungszeit, die zwangsläufig etwas in die Höhe gehen muss.
Was nun als das jeweils Bessere zur Anwendung kommt, ist nicht nur situationsbedingt sondern auch vom Gusto des Behandlungsteams abhängig.
Insofern ist es nicht schlecht, wenn man diesbezüglich wählen kann.
Nachfolgend noch drei Bilder, die einen Eindruck der Vergrößerungseigenschaften des Wechslers vermitteln sollen.
Disclaimer Der CJ Consultation 2 fach Apo – Vergrößerungswechsler wurde uns von CJ Consultation kostenlos für eine Zeit von 3 Wochen zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt. Nach dieser Zeit wurde das Gerät für uns kostenfrei zum Hersteller zurückgesandt. Der hier niedergeschriebene Artikel gibt die persönliche Einschätzung des Autors wieder. Es gab keine Vergütung von Seiten des Herstellers oder Dritter für die Erstellung dieses Artikels.
Herr Ermerling von Hanchadent hatte mir endlich „seinen“ bereits vor Jahren zum Ausprobieren versprochenen Behandlerstuhl (dazu in einem anderen Beitrag) für das Arbeiten unter dem Dentalmikroskop zur Verfügung gestellt. Um ihn dann ausserplanmäßig kurze Zeit später schon wieder abholen zu müssen. Als Ersatz schleppte er einen „neuartigen“ Stuhl (der angeblich ein ganz besonderes Sitzgefühl liefern sollte) die Treppen hoch.
Den ich zunächst nicht ausprobieren wollte.
Hatte dieser doch die mir sattsam bekannten Teleskoparmlehnen meines „Schwedenstuhls“, den ich Mitte der 90er erworben hatte, der dann aber schon kurz danach mit Einführung des Dentalmikroskopes in unserer Praxis ein Schattendasein erleidete.
Zu wacklig, zu klein, zu wenig fixierbar waren damals dessen Armlehnen.
Und jetzt hier, mehr als 15 Jahre später ein Dejavü ?
Dazu noch eine – bezogen auf ihre Dimensionierung – lächerlich zu nennende Rückenlehne und eine Sitzmulde in Form einer überdimensionalen Käseecke.
Auch das nicht unbedingt etwas, was sofortigen Sitzkomfort suggerierte geschweige denn „Unbedingt Testen – Muss“- Reflexe auslöste.
Ich hab den Stuhl dann doch ausprobiert und muss sagen, ich habe extrem angenehm gesessen und gerne damit gearbeitet. Und damit ging es nicht nur mir so. Eigentlich jeder, dem ich den Stuhl zum Probesitzen angeboten hatte, zeigte sich anschließend angetan vom Sitzgefühl. Der Stuhl besitzt eine ihm eigene Sitzdynamik, die man vielleicht am ehesten mit den Bewegungen eines Jockeys beim Pferderennen assoziieren könnte.
Wer also die Möglichkeit hat, auf dem Stuhl probezusitzen, der sollte dies unbedingt mal tun. Allerdings auch aus einem anderen Grund.
Um zu testen, ob man mit den Armlehnen zurecht kommt.
Es gibt im Übrigen 2 Varianten.
Die zweite, mit festen, OP -Stuhl ähnlichen Armstützen ist unten abgebildet.
Ich kam im Übrigen wider Erwarten mit der Teleskop -Version (die nicht meinem Armlehnideal entspricht, nachwievor nicht) besser zurecht als mit der mit unbeweglichen, aber auch ein wenig mühsam zu justierenden festen Variante.
Aber das ist vermutlich Geschmack- und Übungssache.
Über die reine Behandlungstätigkeit hinaus fallen administrative Arbeiten in der Zahnarztpraxis an, sei es die Notwendigkeit der Dokumentation als auch der Erfassung der angefallenen Abrechnungspositionen. Dies geschieht heute zum größten Teil im Behandlungszimmer, teilweise während der Behandlung. Dadurch kommt es gegebenenfalls zu einer Kontamination der Computertastatur. Und daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Reinigung, will man nicht Gefahr laufen, Keime im Sinne einer Kreuzkontamination von einem Patienten auf den anderen zu übertragen.
Normale Computertastaturen sind für eine Reinigung nicht geeignet.
Desinfektionsmittel können Schäden an der Tastatur verursachen und dabei geht es nicht allein um Schäden durch agressive Desinfektionsmittel, sondern vielmehr alleine durch Kurzschlüsse bei Feuchtigkeitszutritt, weil diese Tastaturen nicht gegen Feuchtigkeit abgekapselt sind.
Lösung 1 – Die „normale“ Computertastatur
Schreibgefühl/ Schreibkomfort – sehr gut
Kosten – ab wenigen Euro
Reinigungsfähigkeit – nicht gegeben
…scheidet also aus. Was wären die Alternativen und wie schneiden diese ab ?
Lösung 2 – Cleankeys – Glastastatur
Kosten: Um 300 Euro (aus der Erinnerung)
Reinigungsfähigkeit – optimal
Schreibgefühl/ – suboptimal, gewöhnungsbedürftig – es gibt keine Tasten- nur Schreibflächen. Dementsprechend fehlt jeglicher Druckpunkt und damit auch eine taktile Rückmeldung beim Schreiben. Zwar gibt es ein akustisches Signal beim Schreiben, dass im Sinne einer Rückmeldung das Treffen des Schreibfeldes signalisieren soll, aber das ist nur ein schwacher Ersatz für das fehlende Schreibgefühl. Dennoch – wenn man sich an die Tastatur gewöhnt hat, dann kann man damit akzeptabel gut arbeiten, man verfasst ja keine Romane, sondern nur kurze Eingaben und dafür ist die Tastatur okay. Ein Touchpanel als Mausersatz ist integriert.
Lösung 3 – Silikon Roll -Tastatur
Kosten: ca. 10 – 15 Euro
Die bei Pearl erhältliche Tastatur ist wasserdicht.
Und somit desinfizierbar im Sinne von „sie funktioniert ohne Probleme weiter“, wenn man dies tut. Das Schreibgefühl wurde in der Praxis unterschiedlich beurteilt. Es gab Mitglieder des Praxisteams, die damit lieber schrieben als mit der Cleankeys – Tastatur, was ich für mich nicht bestätigen kann. Mir war der Druckpunkt der Tasten zu fest und ungenau, zumal die Wackligkeit der Tasten ein reproduzierbares Schreiben zusätzlich erschwerte. Aber auch die scheinbar vorhandene Desinfektionsfähigkeit hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Fakt ist nämlich, dass die herausragenden Tasten eine vollständige Desinfektion nicht zulassen. Man kommt schlicht und einfach nicht in die vielen vorhandenen Ritzen zwischen den einzelnen Tasten. Das Foto zeigt die Staubansammlung der ungenutzten freiherumliegenden Tastatur nach mehreren Monaten. Eine Tauchdesinfektion der gesamten Tastatur wäre denkbar, dass hierfür notwendige Szenario (Bereithaltung und Tausch mehrerer Tastaturen im Wechsel, Einrichten eines ausreichend großen Tauchbades, in dem die (rollfähige)Tastatur eingebracht wird), ist jedoch nicht wirklich praxisgerecht, weil aufwändig.
Lösung 4 – Cherry – Tastatur mit Silikon – Schutzhülle
Kosten ca. 80 Euro.
Schreibgefühl / Schreibkomfort – sehr gut, wie wir es von diesen Tastaturen gewohnt sind. Die Silikonhülle, über deren Preis man besser nicht sinniert oder gar versucht, ihn mit Materialaufwand und Herstellungskosten zu rechtfertigen, behindert nicht beim Schreiben. Die Silikonhülle hält auch lange, Bedenken das nach wenigen Wochen der Überzug undicht und damit nicht mehr zu gebrauchen wäre, sind unbegründet. Das Reinigungsmanko bleibt aber auch hier und wer nach einiger Zeit die Hülle von der Tastatur abzieht, der sieht, wieviel Schmutz sich dort im Laufe der Zeit ansammelt. Lösungsansatz wäre hier ähnlich wie bei der Silikontastatur die Tauchdesinfektion der Schutzhülle in einem speziell dafür vorgesehenen Tauchbad.
Lösung 5 Keywi – Tastatur
Kosten ca. 300 Euro.
Das Schreibgefühl mit der Keywi – Tastatur ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig und mit einer guten Computertastatur wie der Cherry-Tastatur nicht einmal annähernd vergleichbar. Im Gegensatz zur Cleankeys Tastatur sind jedoch kugelsphärenartige, linsenförmige Tasten vorhanden wie bei den guten alten Dieter Rams Braun – Taschenrechnern. Sie verfügen über einen Druckpunkt, es bedarf jedoch einer deutlichen, bewußten Kraftanstrengung, um das Schreiben eines Buchstabens auszulösen. Ein Touchpanel als Mausersatz ist integriert.
Was die Deinsfektionsfähigkeit angeht, so ist diese grundsätzlich gegeben, ähnlich wie bei der Cleankeys- Tastatur. Längerfristig muss sich aber zeigen, ob der Materialmix aus Kunststoff und Silikondichtung den Desinfektionsmitteln trotzen kann, ohne Veränderungen zu zeigen.
Lösung 6 – „Der Christo – Melitta Wrap“
Einpacken einer handelsüblichen Computertastatur mit einer hauchdünnen transparenten „Melitta“ – Folie.
Nachdem alle Schreibarbeiten beim jeweiligen Patienten gemacht worden sind, entfernt man die dünne Plastikfolie und ersetzt diese durch eine neue. Auch so kann eine Kreuzkontamination vermieden werden. Diese Lösung hat darüber hinaus den besonderen Charme, dass der Behandler, sofern er persönlich nach Ende der Schreibtätigkeit die Folie entfernt, sich sicher sein kann, dass die neu adaptierte Folie bislang unkontaminiert ist. Dies ist sogar ein Vorteil gegenüber allen bislang genannten Verfahren, den eine per se reinigungsfähige Tastatur garantiert ja nicht automatisch, dass die Reinigung auch wirklich erfolgt ist.
Nachteilig bei der Melitta – Folien Variante ist, dass die Folie bei entsprechendem Lichteinfall spiegelt und, sofern sie nicht fest genug adaptiert wurde, beim Schreiben an den Fingern leicht kleben bleiben kann. Beides ist tolerierbar, aber gegebenenfalls nervig. Je öfter es vorkommt, umso mehr.
Lösung 7 Handschuhwechsel
Einfach, setzt aber – und da liegt bei aller Banalität die Schwierigkeit – höchste Disziplin voraus. Zum Schreiben ausnahmslos die Handschuhe ausziehen und nach dem Schreiben die Handschuhe wieder anziehen bzw. neue Handschuhe anziehen. So verfahre ich, weil es, insbesondere bei warmen Temperaturen deutlich schneller geht. BTW wer so verfährt, hat nach entsprechender Zeit die Kosten für eine hygienefähige Tastatur in Wechselhandschuhe gesteckt.
Über den Einsatz unterschiedlicher Tastaturen in der Zahnarztpraxis habe ich schon des öfteren berichtet.
Ein weiterer Zwischenbericht steht zur Veröffentlichung bereit, aber jetzt ist mir noch folgende Alternative in die (bislang nur sprichwörtlichen) Hände gefallen.
Es handelt sich um die IC-KEYS- Tastatur. Diese ist wasserdicht und kann lt. Aussage des Herstellers IC medical jederzeit mit Wasser und Reinigungsmitteln gereinigt und mit allen handelsüblichen Desinfektionsmitteln desinfiziert werden kann. IC-KEYS ist wasserdicht nach Schutzart IP 64.
Zur Reinigung wird die Tastatur über eine Tastenkombination gesperrt.
Für uns hat die Tastatur ihren Reiz in der Möglichkeit der Wireless – Anbindung, da unsere Rechner teilweise weit weg vom Behandlungszimmer stationiert sind und die Verbindung von Tastatur und Maus über mittlerweile vorsintflutliche PS2- Steckverbindungen erfolgen muss. Zur Verfügung stehende USB – Adapter funtionierten nicht dauerhaft zuverlässig, notwendige Resets der PC´s waren immer mal wieder die Folge, ein nicht akzeptabler Zustand.
Empfohlen wurde mir die IC Keys – Tastatur durch DentalSynergie, den Deutschland- Vertrieb der WamKey -Produkte.
Ich hoffe, demnächst auch über praktische Erfahrungen berichten zu können. Der Preis wird gegenwärtig mit 299 Euro + MWS angegeben und bewegt sich damit im Bereich der Mitbewerber.
Die nachfolgende Behandlungsweise ist gar nicht mein Ding. Zwei renommierte endodontisch tätige Kollegen, die ich sehr schätze, sind hingegen bekennende Fans besagter Ergonomie und für die ist vielleicht das „Bodytray“ eine interessante Entdeckung. Worum handelt es sich ? Um eine Instrumentenablage, die direkt auf dem Brustkorb des Patienten platziert wird. Hier geht es zur Homepage, zu einem Anwendungsvideo und zur Produktbroschüre.
Vorletzte Woche hatte ich Gelegenheit, eine neue Behandlungseinheit etwas näher ins Auge zu fassen.
Die Morita Soaric.
Und es scheint, als hätten wir es hier zum ersten Mal mit einem Stuhl zu tun, der vom Start weg unter Berücksichtigung der Belange von Wurzelkanalbehandlungen konzipiert wurde.
Ist bei Morita nicht ganz abwegig, denn immerhin ist diese Firma in Deutschland durch ihr ROOT ZX- und Tri Auto ZX- Gerät bekannt geworden. Allerdings aber bislang auch nur durch diese beiden Geräte. Zwar werden seit vielen Jahren auch Klein- Röntgengeräte, OPGs (und neuerdings DVT´s) sowie die auf der Beach- Philosophie beruhende Behandlungseinheit „Spaceline“ vertrieben, aber mehr als eine Aussenseiterolle wurde diesen Produkten – in diesem unserem Lande zumindest – nie zuteil.
Das könnte sich jetzt ändern, aber bevor ich näher auf die Gründe dafür eingehe, zunächst jedoch eine Würdigung eines anderen Behandlungsstuhles:
Seit 1993 arbeite ich an Siemens M1 Behandlungseinheiten. Eigentlich sogar noch 5 Jahre länger, denn schon im Studium habe ich an diesen Einheiten gelernt und einen Teil meiner Ausbildungsassistenzzeit an diesen Stühlen verbracht.
Die Siemens M1 ist ein Meilenstein in der Geschichte des dentalen Industriedesigns.
Noch heute, mehr als 20 Jahre nach ihrer Markteinführung ist dieser Stuhl (zumindest in seinen neueren Evolutionsstufen) schön anzuschauen, wirkt zeitlos.
Ich hatte mal 3 M1.
Eine davon habe ich vor ein paar Jahren eingetauscht.
Nicht das der Stuhl auf Grund von Alterschwäche den Geist aufgeben hatte, nein, die M1en sind robust und zuverlässig auch nach bald 20 Jahren. Bis auf den obligatorsichen Wechsel des Amalgamabscheiders und dem Austausch von Verbrauchsteilen wie Birnchen, Schläuchen und Mikromotoren verrichtet die M1, gemäß der alten Volkswagen Käfer Werbung „und läuft und läuft und läuft…“ zuverlässig ihren Dienst.
Warum also der Neukauf ?
Ich wollte einen Behandlungstuhl, der ergonomisch auf das endodontische Arbeiten und das Arbeiten mit dem Dentalmikroskop abgestimmt ist. Das – bei allem guten Willen – kann die M1 – ein Kind der Achtziger – nun wirklich nicht leisten.
So stieß ich eine von meinen 3 M1en ab.
Kleiner Fehler – ich hätte den Stuhl behalten sollen, als Ersatzteilträger für alle Fälle, den einen Restwert besitzt so ein alter Stuhl nicht mehr.
Ich kaufte einen neuen Stuhl – hoch beleumundet und angepriesen vom Hersteller – als die zwar hochpreisige, dafür aber ultimative und individuell abgestimmte Lösung für meine Einsatzzwecke.
Großer Fehler. Das hätte ich besser gelassen.
Rückblickend nach mehr als 5 Jahren kann ich nur sagen, das die Lobeshymmen des Herstellers auf die eigene Leistung in konträrem Gegensatz stehen zur Qualität des Stuhles und des After Sale – Services, der defacto nicht existent ist. Dass diese Erfahrungen von einem weiteren sehr renommierten Kollegen aus dem Endobereich in gleicher Schmerztiefe geteilt werden, tröstet im Übrigen kein bisschen.
Was also wäre zu tun, würden morgen meine M1en ihren Geist aufgeben ?
Ich würde die Morita Soaric genau unter die Lupe nehmen: Der Stuhl bietet einen vollständig integrierten Endomotor plus Apex-Lokator, der die Messfunktionen auf den LCD – Monitor überträgt. Man kann beim Aufbereiten des Wurzelkanals auf dem Display oder Monitor die Feilenspitzenposition im Kanal verfolgen. Nettes Feature, für jemanden, der die ganze Zeit durch sein Mikroskop schaut aber unerheblich. Viel wichtiger für mich ist jedoch, dass die Nickel-Titan-Feilen ohne separate Feilenelektrode das elektrische Signal weiterleiten, dies macht den Feilenwechsel schneller und einfacher. Und die Schleimhautelektrode wird in der Rückenlehne eingeklickt. Störende Kabel, die über dem Patienten hängen, gibts damit nicht mehr.
In die Soaric können Mikroskope von Zeiss oder Leica integriert werden – genaugenommen das Zeiss Pico oder das Leica M320, fest eingebaut in die Beleuchtungs- und Schwebetischsäule. Ist die netzwerkfähige Soaric in das Praxisnetzwerk eingebunden, lassen sich die Mikroskopaufnahmen auf den Behandlungsmonitor übertragen.
Mittels eines (sogar eigen patentierten) sogenannten „Slow-Speed-Modus“ lässt sich der Soaric- Behandlungsstuhl sanft via Fusssteuerung hygienisch einwandfrei an die optimale Mikroskopposition anpassen. Ein separates Fokussieren über das Mikroskop kann entfallen.
Klingt alles gut -trotzdem hoffe ich, dass meine M1en noch eine ganze Zeit lang halten. Aber – immerhin habe ich jetzt wieder eine Alternative, falls eine der Einheiten ihren Geist aufgeben sollte.
Dass diese (wie heißt es so schön – ausstattungsbereinigt) sogar kostengünstiger ausfällt als mein Stuhl, den ich vor ein paar Jahren gekauft habe, ist schon mal eine gute Sache. Viel wichtiger erscheinen mir aber zwei andere Morita – Facts. Zum einen ist Morita eine Firma, die, im Sinne des japanischen Firmengründers, mit dem Anspruch herangeht, ein Produkt nur auf den Markt zu bringen, wenn es wirklich gut ist. Das sagen alle Anderen auch, aber bei Morita gibt es bislang, man denke nur an Root ZX oder Aquitomo, keinen Anlass, zu denken, dass dem nicht so sei. Zum anderen ist Morita – hätt ich nicht gedacht – ein Dentalkonzern mit 2400 Mitarbeitern. Und demnach eine Firma, der genügend Manpower zur Entwicklung profunder Lösungen zur Verfügung steht.
Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich die Soaric in der Zukunft platzieren wird.
Bei Morita ist man offensichtlich gewillt, diesen Stuhl noch mehr an die Belange der Endodontie heranzubringen. Neben diversen möglichen kleineren Anpassungen bedeutet das für mich vorrangig die Integration des Zeiss Pro Ergo in die Behandlungseinheit. Und noch etwas ist zumindest nicht mehr blosse Fiktion: Den Vorschlag der Integration der Displayanzeige des ELM in die Okulare des Pro Ergo im Sinne eines Head up Display will man wohlwohlend prüfen.
Das ist immerhin schon viel viel mehr, als man bislang von allen anderen Herstellern erwarten konnte.
Die Mortia Soaric ist im übrigen meiner Meinung nach kein Stuhl nur für den Endodontisten. Ich sehe als Zielgruppe all jene Zahnmediziner, die eine moderne Zahnmedizin machen, denn da gehört sowohl das Dentalmikroskop wie auch die Endodontie zwingend dazu.
Eine Sache noch.
Und die ist der Grund, warum ich mich überhaupt mit diesem Stuhl befasst habe.
Beim Arbeiten unter dem Dentalmikroskop sollte der Behandler idealerweise den Blick nicht von den Okularen wenden.
In der Praxis bedeutet dies, mit zwei Assistentinnen – sechshändig – zu arbeiten oder aber… das Ideal blosse Therorie sein zulassen und doch immer wieder zum Arztelement rüberschauen, weil sich die dort befindlichen Instrumente (Turbine, Ultraschall, Endomotor, Mehrfunktionsspritze) eben nicht blind aus dem Köcher nehmen und wieder zurückführen lassen.
Bei der Soaric ist das anders.
Ich habe mich – auf der IDS und vorletzte Woche wieder – an die Einheit gesetzt, und konnte sofort, ohne jegliche Übung an diesem mir unbekannten Stuhl die Instrumente greifen und wieder zurücklegen – den Blick nicht vom Okular abgewendet.
Es gibt kaum eine Einheit, wo dies in gleicher Weise gelingt.
Auch ich hatte – ebenso wie Oscar von Stetten, der darüber gestern berichtete – in den letzten Wochen die Gelegenheit, mit dem neuen ZEISS Tubus „4in1“ zu arbeiten. Hier meine Erfahrungen und Gedanken zum Thema:
Der Tubus wurde von mir auf mein ZEISS Pro Ergo montiert. Der Umbau lief innerhalb von 2 Minuten ab und war vollkommen unkompliziert. Die vorhandenen Okulare wurden umgesteckt und konnten so weiterverwendet werden.
Der mir vorliegende Tubus besteht eigentlich aus 4 Komponenten unterschiedlicher Funktion. Da wäre zunächst der Vergrößerungswechsler zu nennen, der eine 50%ige Vergrößerung ermöglicht, dann die Winkeloptik, die wir z.B. vom Global Mikroskop als Carr-Extender kennen und schließlich der Falttubus und Drehteller. Beginnen wir mit letzteren:
Falttubus plus Drehteller Wann ist eine solcher Falttubus von Vorteil ?
Spontan fallen mir 2 Szenarien ein.
Zum einen bei Mikroskopen ohne Variozoom, wie zum Beispiel beim PICO oder bei unserem PRO Magis. Diese Mikroskope (wie fast alle anderen auch) besitzen einen festgelegten Arbeitsabstand.
Meist 25 cm, selten 20 oder 30 cm.
Es ist offensichtlich, dass eine solcher „fester“ Arbeitsabstand in vielen Fällen nur ein Kompromiss sein kann.
Ein schätzungsweise 2 Meter großer Endodontist wird vor einem solchem Mikroskop ganz anders sitzen als sein knapp 40 cm kleinerer Kollege. Natürlich kann die variable Positionierung des Patienten über den Behandlungsstuhl in einem gewissen Bereich die körperlichen Eigenheiten des jeweiligen Behandlers ausgleichen, aber machen wir uns nichts vor, optimale Ergonomie sieht anders aus. Mit dem Falttubus kann man also viel viel mehr als bisher das Mikroskop in der Höhe an den Behandler anpassen. Siehe dazu auch die in der Galerie beigefügten Bilder (zum einen mit, zum anderen ohne Winkeloptik).
Je mehr also der Behandler – bezogen auf seine Größe – von der Norm abweicht, umso deutlicher kommt vermutlich der Nutzen des Falttubus zum Tragen.
Könnte ich, weder sonderlich groß noch sonderlich klein, also drauf verzichten ?
Vermutlich ja, aber da gibt es ja noch Szenario 2: Bei einem am Mikroskop vorhandenen Mitbeobachtertubus ermöglicht der Falttubus eine Anpassung des Mikroskopes in der Höhe an Assistenz und Behandler, die auch hier umso wichtiger wird, je mehr die Teammitglieder voneinander in der Größe abweichen. Von daher – Daumen hoch für den Falttubus.
Und was ist mit dem Drehteller ?
Der bringt ein wenig Mora – Interface – Feeling ins Spiel. Soll heißen, der Tubus lässt sich „verdrehen“, so dass man das Mikroskop schwenken, aber denoch aufrecht vor dem Mikroskop sitzen kann. In Kombination mit der Magnetbremsenjustage kann so mit dem PRO Ergo das Mora Interface des PICO simuliert werden. Ein Druckknopf an der Oberseite des Vergrößerungswechslers arretiert oder löst die Drehfunktion. Eine praktikable Lösung, die sicher funktioniert.
Die Winkeloptik Während der Falttubus eine bessere Positionierung in der Senkrechten gestattet, ermöglicht die Winkeloptik, wie schon zu Beginn erwähnt, eine ergonomischere Positionierung in der Waagrechten.
Bei Global gibt es das – als Carr Extender bekannt – schon seit über 10 Jahren.
Jetzt endlich auch bei Zeiss.
Ich bin sicher, dass viele Kollegen die Winkeloptik sehr schnell zu schätzen wissen werden. All die nämlich, die unter Beschwerden im Nacken und Schultergürtelbereich beim Arbeiten mit dem Dentalmikroskop leiden.
Und das sind nicht wenige, es wird nur nicht drüber gesprochen.
Rückenschmerzen weg, Nackenschmerzen da.
Unter Mikroskopnutzern gar nicht so selten, weil viele Kollegen gezwungenermaßen oder unbeabsichtigt eine Abwinklung der Halswirbelsäule eingehen. In Kombination mit einer unphysiologischen Haltung der Arme (fehlender Armlehnstuhl) auf Dauer ein sicherer Kandidat für Schmerzproblematiken.
Die Winkeloptik „entfernt“ den Behandler von Mikroskop und optischer Achse direkt über dem Patienten, richtet ihn demnach de facto auf und verringert damit die „Halswirbelsäulenknickproblematik“.
Eigentlich sind es ja nur ein paar Zentimeter und eine 45 Grad Abwicklung, aber es ist ein deutlicher Unterschied, die Sitzhaltung betreffend, der beim ersten Abreiten schon positiv auffällt.
Zweiter Daumen hoch !
Der Vergrößerungswechsler
Es gibt nicht wenige Leute, die die Vergrößerungseigenschaften des ZEISS PRO Ergo bemängeln.
Ich gehöre nicht dazu, stimme aber zu, dass das Zeiss PRO Ergo mit einer geringen Minimalvergrößerung beginnt und demnach auch nicht so weit hoch vergrößert wie andere Mikroskope. Auch mein PRO Magis kann das besser. Trotz direktem Vergleich hat mir dennoch eigentlich nie was gefehlt. Und ich finde, dass gerade die geringe Anfangsvergrößerung das PRO Ergo für die gesamte Zahnheilkunde interessant macht.
Was auch gut ist, denn wer 60.000 Euro investiert, der will auch was haben für sein Geld und es nicht nur in der Endo, sondern auch in der Kons und Prothetik oder auch in der Chirurgie einsetzen.
Allen Anderen, denen die bisherige Maximalvergrößerung nicht aussreichend war, bietet ZEISS nun den Vergrößerungswechsler an. 50 % Bildausschnittvergrößerung bei bemerkenswert geringem (physikalisch bedingtem und daher nicht zu verhindernden) Lichtverlust, das ist der Deal.
Gibt es über die erhöhte Vergrößerung hinaus noch Vorteile ?
Auf jeden Fall. In der Praxis macht es Spaß, in Sekundenbruchteilen aus der Übersichtsvergrößerung in die Totale zu wechseln. Hoch, runter, hoch mit einem Dreh.
Also noch mal Daumen hoch !
Und noch ein Benefit.
Während der Behandler nach den Details schaut, hat die Assistenz durch den Mitbeobachtertubus oder via Monitor das unvergrößerte Bild als Überblick im Auge. Der Mitbeobachtertubus setzt nämlich unterhalb des Vergrößerungswechlsers an. Daher bleibt dieser für die Assistenz unsichtbar.
Noch ein Detail am Rande.
Es gibt eine Version mit und ohne Strahlenteiler.
Oscar von Stetten arbeitete ohne Strahlenteiler. Ich mit integriertem Strahlenteiler, was den Vorteil hat, dass weniger Licht verloren geht. Inwieweit sich das praktisch auswirkt, kann ich nicht sagen, da ich nur die eine Variante kenne und auch damit erst seit kurzem arbeite, denn die Winkeloptik gab es bei mir erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung zu den anderen beiden Tubusbestandteilen. Was aber zeigt, dass Falttubus und Winkeloptik separat von einander erworben werden können. Inwieweit das Sinn macht, dürfte vermutlich vom vorhandenen Altbestand der Praxis an Mikroskopanbauteilen und vom Preis der Einzelteile abhängen.
Fazit Jedes der 4 Komponenten bringt eine signifikante und sinnvolle Verbesserung des Status Quo. Oscar von Stetten hat die 4er Kombi gestern mit „Gut“ bewertet. Ich setze noch eins drauf. Ich finde den neuen „4in1″ -Tubus“ sehr gut, eigentlich hervorragend.
Ich habe nichts, aber auch gar nichts daran auszusetzen.
Von meiner Seite gibt es daher eine klare Kaufempfehlung, sofern….ZEISS so weise ist, den Preis der Falttubus-Drehteller – Kombi „zurückhaltend sensitiv“ im Markt zu platzieren.
Auf der IDS wurde am Zeiss-Stand ein neuer Tubus vorgestellt. Er kann sowohl stark gefaltet als auch in alle Lagen gedreht werden. Zudem bietet er den Vorteil, mittels einer einfachen Handbewegung die effektive Vergrösserung um 50% zu erhöhen. Für die ProErgo-Nutzer kann das schon ein Vorteil sein, denn man muss nicht auf das Rein- oder Raus-Zoomen warten, sondern kann von der Übersichts- in die Arbeitsvergrösserung schnell und einfach wechseln. Ebenso könnten die Pico-Nutzer von diesem Tubus profitieren. Haptisch ist das Ding top, aber was anderes erwarte ich von einer Firma mit Premium-Anspruch auch nicht.
Auf dem Messestand erschien mir der neue dem alten optisch leicht überlegen (heller). Allerdings war das nur ein erster Eindruck. Ein genaues Bild kann man sich sicher nur in der täglichen Arbeit machen. Freundlich auf dem Stand gefragt, war Zeiss gerne zu einer Leihstellung bereit.
Seit ca. 4 Wochen arbeiten wir nun mit dem Falttubus. Wichtig: man sollte die Winkeloptik mitordern, ansonsten kann es sehr eng werden, hat man einen Dokumentationsaufbau am DM. Der Drehteller ist inzwischen die gesamte Zeit über entriegelt, so dass ich vor allem in der allgemeinen ZHK (Prothetik, Kons) das Mikroskop schnell schräg stellen kann, und dennoch gerade davor sitze. Natürlich ist es umständlicher als das Pico-Mora, kann aber diesen gewissen Makel beim ProErgo sehr gut kompensieren. Die Optik ist tatsächlich gefühlt etwas besser (das Ausmessen der optischen Qualität erfordert eine Menge know-how und seeeeeehr teueres Equipment), ich vertraue dahingehend den Aussagen von Zeiss (und wurde bis dato nicht enttäuscht). Der grosse Faltbereich und der damit erreichbare Distanzausgleich zwischen Mikroskopkörper und mir ist inzwischen auch schon zur Gewohnheit geworden. Am Anfang ist es ein wenig gewöhnungsbedürftig, nun mag ich es (fast) nicht mehr missen. Auch die „ein-Hebel-schnell-50%-mehr-Vergrösserung“ ist inzwischen vermehrt im Gebrauch, wobei ich in der Endodontie den Tubus fast immer in der höheren Vergrösserung betreibe. Warum? Weil ich mehr sehe ;-)
In der allgemeinen ZHK ist das schnelle Hoch-Runter auf jeden Fall sehr angenehm, in der Präparation ist man sehr schnell in der Lage, aus der Übersicht in die Arbeitsvergrösserung gehen.
Fazit
Gut!
Wie, nichts zu meckern?
Nö, zumindest nichts wichtiges. Alles in allem ein sauberes Stück Ingenieurskunst.
In meinen Augen ist der Tubus eine sinnvolle Anschaffung beim Neukauf. Für die Nachrüstung schwanke ich noch ein wenig, dafür müssten die Konditionen super sein.
Hier nun die Umfrageergebnisse bei knapp über 200 Teilnehmern.
23% Handlichkeit / Ergonomie
21% Programmierbare Elektronik
19% integrierte Längemessung (Ton und Display)
17% Kabelloser Motor
10% Gewicht
6% integriertes Ultraschallgerät (kabellos + ohne Fussanlasser)
3% integriertes Ultraschallgerät (kabelgebunden)
Warum so eine Umfarge. Eigentlich ganz einfach. Die derzeit angebotenen Endodontiemotoren entsprechen nicht meinen ergonomischen Anforderungen, oder sind
nicht für aktuelle Instrumentensysteme nutzbar (Reciproc, WaveOne). Im Gespräch mit Kollegen erfahre ich immer wieder Bestätigung zu dieser Meinung.
In Auswertung der Ergebnisse kann man festhalten:
Der Motor sollte ergonomisch und optimalerweise schnurlos sein. Eine frei programmierbare Elektronik haben. Eine integrierte Längenmessung wäre wünschenswert. Diese könnte kabellos, nur mit akustischen Signalen arbeiten. Oder eine WLAN-Schnittstelle für das Mikroskop haben um dann die Längenmessung in das Okkular graphisch einzublenden. Das ist jetzt weit voraus galoppiert, aber vielleicht inspiriert es ja die eine oder andere Firma…
Das Ultraschallgerät mit dem Endodontiemotor zu verbinden ist offensichtlich nicht gefragt. Ebenso landen schnurlose Ultraschallgeräte in Verbindung mit dem Endodontiemotor weit hinten.
Die Firma Leica war so freundlich, uns für eine Woche das M320 zur Verfügung zu stellen. Der erste Eindruck: klein, einfach, ohne SchnickSchnack. Was uns ein wenig verwundert hat: keine Kabel, keine Lichtleiter, schmaler Arm, schmaler Fuss. Die Verarbeitung war nicht das, was wir erwartet haben. Das betrifft allerdings nur die Armkonstruktion. Sei es dem Umstand geschuldet, dass das Gerät auf Messen gezeigt wurde und wird, so dass sich leichte Aufbau- und Transportschäden nicht 100% vermeiden lassen. Der Mikroskopkopf war hervorragend verarbeitet, der Mehrfachwechsler rastet satt ein, im Gegensatz zu der Tür meines Minis. Schön: ein Neigungsschalter. Wenn das Mikroskop in Parkposition ist, geht das Licht von alleine aus, wird es in die Arbeitsposition geschwenkt, geht es automatisch an.
Was gleich ins Auge fällt: Als hygienisch einwandfrei beworben, offenbaren sich ungeschützte, damit offene Schraubenlöcher. Diese werden zur Balancierung des Mikroskops benötigt. Eine Tätigkeit, die einmal erfolgt, eigentlich keine permanente Nachjustierung benötigt. Abdeckungen aus Kunststoff würden das ganze näher an die beworbene hygienische Oberfläche bringen.
Weiterer Schwachpunkt: der rechte Vergrösserungswechsler liegt sehr nah am Griff, so dass eine Verstellung der Vergrösserung den gezielten Zwei-Finger-Einsatz benötigt, aber die Gefahr birgt, dass man das Mikroskop aus seiner Position bewegt, weil man am Griff angestossen ist. Der linke Vergrösserungswechsler liegt dagegen sehr gut, allerdings hat man bei der mikroskopgestützten Zahnheilkunde meist den Spiegel in der linken Hand. Und wenn man den Spiegel bereits gut positioniert hat, wird man diese Position nicht aufgeben.
Der Lichtkasten steht weit ab. Weiter, als man es von anderen Geräten gewohnt ist. Bei den herkömmlichen Dentalmikroskopen findet man auf der Rückseite nur den Eingang für den Lichtleiter, aber nicht diesen Aufbau. Der Lüfter des Lichtkastens ist nicht laut und stört beim Arbeiten auf 12-Uhr -Position auch nicht. Bei einer 9-Uhr Sitzposition kann der Lüfter schon mal die Assistenz mit dem Luftstrom ein wenig irritieren.
Optimierbar wäre auch die Lüftung der LED-Leuchte. Vor allem, weil der Lüfter und das Gitter nicht ohne weiteres zu reinigen sind. Ob es eine sehr gute Idee ist, mit Druckluft dort rein zu blasen, wage ich zu bezweifeln. Lüfter können das übel nehmen und dann den Dienst quittieren, ohne dass es sofort bemerkt wird. Die LED-Beleuchtung stirbt dann den Hitzetod. Ja, Hitzetod. LED bedeutet nicht zwangsläufig „kalt“. Highpower-LED´s produzieren eine Menge Abwärme auf engsten Raum. Und die muss weg.
Durch die Ausladung des Lichtkastens wird die Sicht der Assistenz auf das Behandlungsfeld ein wenig eingeschränkt. Ein höherer Arbeitsabstand wäre besser. 30 cm z.B., aber das muss jeder für sich individuell erfahren. Man erhält durch die Vergrösserung des Arbeitsabstandes einfach mehr Platz zum Behandeln, ohne dass man mit den Instrumenten am Gerät anstösst. Und das Arbeitsfeld wird für alle übersichtlicher, die Patientenlagerung einfacher, eine ergonomische Sitzposition von Assistenz und Behandler oft erst dann möglich.
Die Lichtqualität ist gut und vollkommen ausreichend für das Arbeiten bis 16-fach. Darüber hinaus wird es schon ein bisschen dunkel, aber das ist einfach der LED-Technik und der Physik geschuldet. Die Leica-Optik ist ohne Fehl und Tadel, aber etwas anderes haben wir auch nicht erwartet. Der Farbeindruck durch die Okulare ist gut. Über dem Lichtkasten ist das Fach für die SD-Karte angelegt, auf diese werden die Bilder und/oder Filme gespeichert. Mit einer EyeFi-Karte kommen uns interessante Anwendungen in den Kopf.
Zwischeneinwurf: man darf LED nicht mit Xenon vergleichen. Das ist unfair und führt zu nichts. Die LED-Technik steht noch am Anfang der Entwicklung und dafür ist es schon sehr weit gediehen. Noch sehe ich nicht, dass LED Xenon vollkommen verdrängt. Aber die Entwicklung ist rasant.
Die Griffe sind die baugleich mit den Griffen von KaVo. Abnehmbar, sterilisierbar. Die Neigung der Griffe ist auch verstellbar, leider nur mit Werkzeug.
Die Okulare enthalten ein Highlight. Eine stufenlose Winkelnivellierung für die Betrachtung, die eine Schrägstellung des Mikroskopkopfes bei gerade stehenden Okularen ermöglicht, ähnlich wie das MORA-Interface von Zeiss. Cave: Ähnlich, nicht gleich.
Jammern auf hohem Niveau: der Feintrieb sitzt bei Leica-Mikroskopen am Objektiv (wo denn auch sonst ;-) ). Er wird durch einen Ring verstellt. Ergonomischer wäre eine Hebelverstellung analog dem Global, oder eine horizontal angeordnete Drehschraube wie bei Kaps oder Zeiss. Warum? Weil dann die Handbewegung nicht so gross ausfällt und man den Feintrieb mit zwei Fingern betätigen kann ohne Gefahr, das Mikroskop aus seiner Lage zu bewegen. Und das mit der rechten Hand, weil man in der linken ja den abgestützten und positionierten Spiegel hält. Aber das ist wie vieles in der ZHK Geschmackssache.
Beim Ständer ist noch anzumerken, dass das Stromkabel und das evtl. vorhandene HDMI-Kabel der optional eingebauten Kamera nicht integriert wurden. Das Konzept der unsichtbaren Kabel wurde hier leider unterbrochen. Da sollte Leica noch nachlegen, es wäre so schön, die Kabel durch den Ständer zu führen und am Fuss ein Anschlusspaneel zu integrieren. Dann würde kein Kabel mehr stören, zumindest nicht optisch. Und auch nur bei der Ständervariante.
Bislang kein Wort zur Kamera? Mit Absicht, denn die besprechen wir in einem weiteren Artikel. Sie hat Vor-, aber auch Nachteile.
Mein Fazit:
Gute Ideen, gute Ansätze. Optik sehr gut, Licht auch ausreichend. Mechanik genügend für das Gewicht, stabil. Gut zu balancieren, Kopf leicht und kompakt (bis auf den Lichtkasten ;-) ). Die integrierte Dokumentation sicher ein Schritt in die richtige Richtung.
Ein Gerät mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis. Für Einsteiger hervorragend. Und es hat Potential zur Weiterentwicklung.
Würde ich es mir kaufen?
Ich habe vor 10 Jahren mit einem Leica M300 begonnen. Heute wäre es wahrscheinlich ein M320.
Fakt ist, ich habe weder von Zürich, noch von der DG Endo Frühjahrsakademie mehr als einen kurzen Augenblick gesehen.
Fakt ist aber auch, dass Clemens Bargholz als wissenschaftlicher Leiter und Frank Paque als Gastherr vor Ort einen Super Job gemacht haben.
Was für eine Auflistung an Kursen, an Inhalten, an Referenten. Zu Beginn des Jahres schrieb ich hier, die EMED – Jahrestagung in Vilnius sei ein „must have“. Dies gilt noch viel mehr für die Frühjahrstagung der DG Endo, deren Konzept der (praktischen) Intensiv -Fortbildung in Kleingruppen in diesem Jahr voll gelungen ist. Ich schlage vor, bei der nächsten Frühjahrsakademie alle Kurse 2 mal anbieten, damit man als Teilnehmer nicht die Qual der Wahl hat, sich zwischen Parallelveranstaltungen entscheiden zu müssen.
Diese Frühjahrsakademie war, ich gebe jetzt einen Tipp ab, vermutlich die beste Endodontie – Veranstaltung 2010.
Kann man sich schon für 2011 anmelden ?
Bedanken möchte ich mich bei Franziska Bruß, Ramona Großmann, Alexandra Hub und Jörg Schröder für den tollen Kurs. Ich habe viele Anregungen mitgenommen und freue mich auf die Umsetzung in der Praxis nächste Woche.
3 Wochen haben wir nun den Dürr Vistascan und die dazugehörigen Speicherfolien in der Praxis in Verwendung.
Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen, die natürlich nicht vollständig sein, kann, denn es fehlt der direkte Vergleich mit dem Kodak 6100 Sensor.
Wie war nun das Arbeiten mit den Speicherfolien ?
Zunächst einmal, und das kann man sicherlich als großes Kompliment stehen lassen, vollkommen unauffällig.
Die Speicherfolien sind in ihrer Handhabung (abgesehen davon, dass Sie etwas dünner sind und nicht in unsere Rinn – Halter passen) absolut identisch mit dem analogen Röntgenfilm.
Und das von der ersten Aufnahme an. Keine Umgewöhnung, keine Schwierigkeiten. Okay, es gibt eine Einschränkung. Am Anfang habe ich Ewigkeiten gebraucht, bis ich die Speicherfolie aus ihrer Schutzhülle hatte.
Was für eine Fummelei.
Heute, nach 3 Wochen, geht das Ganze innerhalb von 5 Sekunden über die Bühne und ich kann mir gar nicht mehr erklären, warum ich zu Beginn soviel Zeit dafür gebraucht habe.
Apropo Zeit. Das ist eines der Kriterien, wenn es um den Vergleich Sensor – Speicherfolie geht. Fakt ist: Es dauert 2 Minuten, bis das Bild auf dem Monitor ist. In einem optimierten Workflow schafft man es vielleicht auf 90 Sekunden runterzukommen, aber alles was darüber hinausgeht im Punkte Zeitersparnis wird sehr sehr schwierig. 1: 0 also für den Sensor, der nach rund 10 Sekunden das Bild zur Verfügung stellt. Im Vergleich zum analogen Film sind wir aber deutlich schneller. In ziemlich exakt der Zeit, die benötigt wird, um aus dem Röntgenraum wieder herauszukommen, steht das fertige Bild auf dem Monitor zur Verfügung. Rund 4 – 5 Minuten Zeitersparnis gegenüber analog. Schöne Sache.
Dann die Sache mit der Auflösung. Wie ich schon zu Beginn des Praxistestes schrieb, ist die Auflösung der Speicherfolie nicht (wie erhofft) Lichtjahre besser als die des analogen Films. Soll heißen – ohne Bildbearbeitung ist das Bild leicht schlechter als das (optimale) analoge Bild, mit automatisierter Bildbearbeitung (Endo – Knopf) ist das Bild leicht besser als der analoge Film. Bis heute fehlt mir der direkte Vergleich zum Kodak 6100, aber von dem, was ich bei Kollegen schon gesehen habe, finde ich den Kodak Sensor leicht im Vorteil. Vielleicht trügt mich mein Eindruck, aber bis zum Beweis des Gegenteils sage ich: Advantage Kodak 6100.
Dann wäre da der Punkt Strahlenbelastung. Fakt ist, dass das digitale Röntgen nur unwesentlich niedriger in seiner Belichtungszeit liegt als wir seit 1994 mit unseren analogen Filmen röntgen. Eine einzige Belichtungsstufe niedriger. 90 Prozent Strahlenreduktion, das habe ich noch im Ohr, war der Wert, der von den Firmen, die digtales Röntgen im Markt etablieren wollten, genannt wurde. Nichts davon trifft zu. Hier wurde von Marketingseite mit den Ängsten der Patienten Druck ausgeübt. Und wenn man jetzt noch in die Überlegungen miteinbezieht, dass ein Röntgensensor eine kleinere Belichtungsfläche besitzt, demnach möglicherweise für das gleiche zu diagnostizierende Gebiet mehr „Zahnfilme“ gemacht werden müssen, dann bleibt von der Strahlenersparnis nicht mehr viel übrig.
Apropo Sensorgröße. Die Speicherfolie, die wir fast ausschließlich eingesetzt haben, entspricht in ihrer Fläche dem bekannten 3* 4 cm Zahnfilm. Wie sieht das mit den Sensoren aus ? Sie sind entweder kleiner von der Filmfläche her und/oder sie sind in ihren Aussenmaßen deutlich größer als Rö – Film und Speicherfolie. Speicherfolien gibt es im Übrigen in eine ganzen Reihe unterschiedlicher Größen, zu kleinen Preisen. Deshalb ist es kein Problem, sich unterschiedliche Größen in der Praxis bereitzulegen.
Und der Scanner unseres Praxistests verarbeitet sogar OPG -Folien. Eine Umrüstung analog- digital der gesamten Praxis ist also damit von einer Sekunde auf die andere möglich und dass, ohne das ein Röntgengerät getauscht werden muss.
Olaf Löffler hatte die Ergonomie angesprochen.
Fakt ist: Der Sensor ist immer dann von Vorteil, wenn es, wie in der Endo, um sofortige Bilder, geht. Auch für Zahnstaten ist die Handhabung des Sensors wesentlich besser, weil schneller. Andererseits ist das Platzieren des Sensors in einer Reihe von Fällen ein Kreuz und man darf ruhig einmal als Advocatus diaboli die Frage stellen, ob der Vorteil der sofortigen Verfügbarkeit des Bildes auch deshalb eine große Rolle spielt, weil man mit dem Sensor deutlich, ja wirklich deutlich öfter bei der Aufnahme daneben liegt als mit der Speicherfolie, bei der dieser unangenehme Zwischenfall so gut wie nie vorkommt. Womit wir auch wieder bei Thema Strahlenersparnis wären.
Worüber muss noch gesprochen werden ? Die Kosten natürlich und an dieser Stelle setzt sich die Speicherfolie natürlich haushoch von ihren Sensorkonkurrenten ab. Sensor hingefallen, 3500 Euro zum Fenster rausgeschmissen, über dieses Horrorszenario kann der Speicherfolienanwender nur müde lächeln. Bei 65 Euro pro Folie lässt sich ein Totalverlust doch wesentlich leichter verschmerzen als beim mehr als 50 fachen.
Ich halte das, gelinde gesagt, für eine Milchmädchenrechnung. Eine Speicherfolie ist nämlich ein Gebrauchsartikel. Sie leidet unter ihrer Benutzung und, wenn man Pech hat, ist schon nach kurzer Zeit ihre Oberfläche mit Punkten und Kratzern „verunreinigt“ und zwar unwiderruflich. Und glauben sie mir, ich habe versucht, so schonend wie möglich mit den Folien umzugehen, trotzdem waren schon nach einer Woche auf einer der Folien Kratzer zu sehen. Die Oberfläche der Speicherfolien ist empfindlich und Kofferdamklammern sind eine harte Prüfung. 1000 Bilder pro Folie ? Ich halte das für unrealistisch. Meine Gegenrechnung. Eine Folie pro Monat. Und in diesem Szenario ist die Ersparnis gegenüber dem Sensor, der nach 3 Jahren den Geist aufgibt, deutlich geringer, als zunächst vermutet.
Trotzdem wäre die Speicherfolie für die Allgemeinzahnarztpraxis meine erste Wahl. Sie ist deutlich universeller als der Sensor. Einen Sensor würde ich, zu gegebener Zeit und wenn das Ergebnis überzeugt, zusätzlich kaufen. Er ist für mich sinnvolle Ergänzung, nicht jedoch Entweder – Oder Alternative.
Ach – und noch ein letzter Punkt.
Mag sein, dass man, als Zahnarzt und damit fachkundig, auf dem Röntgenfilm alles genau so erkennen kann wie mit den digitalen Medien.
Der Patient jedoch kann es nicht.
Wenn ein Bild mehr sagt als 1000 Worte, dann ist nur das überlebensgroße Monitorbild des digitalen Zahnfilms in der Lage, den Patienten wirklich inhaltlich zu erreichen.
Und das ist ein echtes Plus der digitalen Technik.
Die Lampe ist ohne Akku und besitzt ein Netzkabel. Zur Funktion ist eine Steckdose erforderlich.
Alugehäuse eloxiert und beschichtet
Für die Valo gibt es Hygieneschutzhüllen. Dabei ist festzustellen, daß die Handhabung der Lampe nicht beeinträchtigt wird.
Die Valo passt in so ziemlich jeden Geräteköcher der Einheit.
Bisher erweist sich die Valo als ergonomisch günstiges und einfach zu nutzendes Gerät. Durch die Netzleitung, welche sich nicht als störend zeigt, ist die Akkuproblematik ausgeschlossen. Ein nicht ablesbares oder reflektierenders Display ist nicht vorhanden. Die Bedienung ist einfach und an Hand der Statuslämpchen erkennbar.
Die Valo hat 4 eingebaute LED für die verschiedensten Farbspektren. Eine davon ist von geringer Leuchtintensität für unser Auge (405 nm). Das ist kein Defekt der LED. Das muss so sein.
Abschließend ist festzustellen, die VALO ist unser persönlicher Favorit. Es werden alle gängige Photoinitiatoren erreicht, die Ergonomie ist hervorragend und das Kabel erwies sich nicht als hinderlich. Letzteres wurde von uns nicht erwartet.
Bluephase 1.200 mW/cm2 (± 10% ± 10%) 10 mm Lichtleiter*
Bluephase 20i 2.000 –2.200 mW/cm2 10>8 mm Lichtleiter*
In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die Bluephase.
Die Bluephase zeichnet sich durch gefällige Details aus. Im Falle eines Akkuzusammenbruchs kann die Bluephase mit dem Netzstecker der Ladeschale verbunden werden und funktioniert als kabelgebundenes Gerät weiter. Die Emissionsspektrum ist ausgesprochen breit. Die Lampe hat mehrere Programme, welche an einem Display ablesbar sind.
Die technischen Daten:
Wellenlängenbereich: 380-515 nm
Lichtintensität: 1.200 mW/cm2 ± 10%
Belichtungsprogramme: High Power, Soft Start, Low Power
Stromversorgung: Lithium-Polymer-Akku ca. 60 Minuten Kapazität (Belichtungszeit) ca. 2 h Ladezeit
Spannungsversorgung: 100-240 VAC / 50-60 Hz
Gewicht: 256g
Handling: Das ist in unseren Händen das Problem der Bluephase. Eine gezielte Polymerisation des mesialen Kontaktpunktaufbaus gegen die Garrisonmatritze von distal am unteren zweiten Molaren bei etwas eingeschränkter Mundöffnung ist nicht möglich. Die pistolenartige Lampenform findet befürwortende und ablehnende Meinungen bei unseren Mitarbeiterinnen. Die Auslösen der Polymerisation über den Schalter an der Unterseite der Lampe ist nicht immer einfach. Dieser ist zu klein und in manchen Situationen schwer zu erreichen.
Für die Bluephase sind Einweg-Hygienehüllen erhältlich.
Die technischen Daten sind grandios. Ergonomisch kann die Lampe nicht überzeugen.
* Bei parallelwandigen Lichtleitern (10 mm) ist der Durchmesser beim Lichteintritt und der am Lichtaustrittsfenster gleich. Bei der Verwendung von fokussierenden Lichtleitern (10>8 mm Lichtleiter, Pin-Point Lichtleiter 6>2 mm) ist der Durchmesser beim Lichteintritt grösser als der am Lichtaustrittsfenster. Das einfallende Blaulicht wird so auf eine kleinere Fläche gebündelt. Dadurch erhöht sich die abgegebene Lichtintensität.
Problem Defokussierung: Bei allen Lichtgeräten wird mit zunehmendem Abstand vom Austrittsfenster die belichtete Fläche größer. Die Lichtleistung pro Fläche sinkt. Die Defokussierung hängt von der Konstruktion der Lampe und dem dazugehörigen Lichtleiter ab. Bei Turbo Lichtleitern ist der innere Durchmesser größer als der äußere. Das Licht wird am ALichtleiteraustritt gebündelt, und durch die höhere Intensität pro Fläche Intensität erreicht. Die Polymeristaionszeit wird verkürzt werden. Diese Auffächerung des Licht (Defokussierung) ist um so stärker ausgeprägt, je größer das Verhältnis von innerem zu äußerem Lichtleiterdurchmesser ist.
Ein Lichtleiter mit Innen-Durchmessern von 13 mm und Außendurchmesser von 8 mm erzeugt nur bei Abständen von weniger als 4 mm eine höhere Strahlungsflußdichte als ein linearer Lichtleiter. Bei mehr als 4 mm Abstand ist der lineare Lichtleiter dem „Turbo-Tip“ sogar überlegen.
Geräte der neuesten Generation ohne Lichtleiter weisen häufig eine besonders starke Defokussierung auf.
über die Demi habe ich bereits hier und dort berichtet. Diese Lampe gab mit den beschriebenen Mängeln letztendlich den Anlass, nach anderen Modellen zu suchen. Die geschilderten Mängel wurden alle auf Kulanz repariert, bzw. das Gerät wurde ausgetauscht. Seit dem letzten Tausch sind einige Monate vergangen. Es gab keine Probleme mehr. Insgesamt haben wir die Demi jetzt 2 Jahre unter Beobachtung.
Die technischen Daten:
Wellenlängenbereich: 450 – 470 nm*
Ausgangsleistung von 1100 mW/cm2 auf eine Höchstleistung von 1330 mW/cm2
Gewicht: 154 Gramm mit Akku.
Akku: Wir haben die Grenzen noch nie erfahren. ( Zweimal wurde die Lampe wegen Verarbeitungsproblemen mit Akku getauscht. )
Die Bedienung ist intuitiv und es ist die Lampe mit der einfachsten Bedienung im Test. Die 4 Tasten sind schnell erfühlbar, zuordenbar und ergonomisch angeordnet. Der Lichtleiter (8mm) kann gedreht werden. Es gehört ein Lichtschutzschild zur Ausstattung. Die Ergonomie der Lampe ist vorbildlich.
Für die Demi werden Einmalschutzhüllen angeboten und sind empfehlenswert, da das Gehäuse der Lampe kiemenartige Kühlungsöffnungen zeigt. Das ist ein Minuspunkt, da zum einen die Oberflächendesinfektion dadurch deutlich erschwert ist, andererseits die angebotenen Schutzhüllen, sofern eingesetzt, die Luftzufuhr, die zur Kühlung benötigt wird, beeinträchtigen.
Fazit: Wir setzen die Lampe in allen nichtkritischen Behandlungen, wie Versiegelungen ein. Die Demi hat auf Grund der ausgewogenen Ergonomie nur positive Noten von der Assistenz bekommen. Sie steht bei uns jetzt im Prophylaxezimmer. Hat aber das Zeug, den kompletten Zahnarztalltag zu meistern. Das Hygienedefizit verhindert die Bewertung: Absolut empfehlenswert.
* Ausschlaggebend für eine schnelle und vollständige Polymerisation ist nicht allein die Lichtleistung einer (LED)Lampe. Entscheidend ist der Anteil der Überschneidung der Absorptionskurve des Photoinitiators mit dem Emissionsspektrum der LED-Lampe. Kampherchinon (häufigster Fotoinitiator) hat eine maximales Absorption bei 468 nm. Einige Hersteller benutzen zusätzliche Fotoinitiatoren, welche bei Wellenlängen kleiner als 450 nm absorbieren, besonders bei bei hellen, transluzenten Farbtönen.
Die Flashmax habe ich auf eine Empfehlung hin gekauft. Die Werte waren beeindruckend. Die Kosten im Verhältnis zur Bluephase 20i geradezu günstig. Das Design war ok. Beworben wird die Lampe mit einem eindrucksvollen Slogan: Zeit-Zyklus: 1 bis 3 sec. Aushärtungstiefe: 4+ bis 6+ mm!
Mich hat anfänglich die Hitzeentwicklung der Lampe erschreckt. Den Finger hält man nicht lange darunter. Ein kleiner Testaufbau mit einem Temperaturfühler, welcher in einem Zahn befestigt war ergab jedoch kaum drastische Veränderungen. Da ich etwas Zweifel an der Trägheit des Fühlers hatte, wurde die Messung noch mit einem Infrarotthermometer kontrolliert. Es gab keine nennenswerten Erwärmungen im Zahn bei den vorgegebenen Polymerisationszeiten.
Gewicht: 131 Gramm – Ein Leichtgewicht. Beim Akku allerdings auch.
Die Bedienung ist sehr einfach und verständlich.
Handling: In dieser Disziplin ist die Lampe in unserer Praxis nicht erfolgreich gewesen. Alle Helferinnen sind mit der abgewinkelten Form und dem starren Lichtleiter nicht warm geworden. Die Lampe muss um die Längsachse gedreht werde, was auf Grund der Bumerangform ungünstig ist. Die Schalter sind für die Unterkieferbehandlung der okklusalen Flächen gut zu erreichen. Im Oberkiefer nach dem Drehen der Lampe sind die Schalter schwer zu erreichen.
Wertigkeit: Die Lampe zeigt eine gute Verarbeitungsqualität. Abstriche gibt es für die nicht spaltenfreie Hygieneschutzhülle.
Hygiene: Als einzige aller Lampen hat die Flashmax eine autoclavierbare, aufsteckbare Hygieneschutzhülle. Allerdings gibt es keine Einweghüllen. Ob das wirklich praktikabel ist im Praxisalltag, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Die Schalter sind ohne Spalten als Drucktaster im Gehäuse eingearbeitet.
Fazit: Die Lampe steht auf Grund des gewöhnungsbedürftigen Handlings im Labor. Hier spielt sie bei allen anfallenden Arbeiten ihre überragende Lichtleistung von > 4000 mw/cm2 aus.
Über den Einsatz eines speziellen Komet – Rosenbohrers zum Arbeiten unter dem Dentalmikroskop habe ich schon berichtet an dieser Stelle.
Ursprünglich nur in der Größe 006 „gelauncht“ (wie es so schön neudeutsch heißt), bringt Komet nun zwei weitere Größen , nämlich 008 und 010 auf den Markt.
Offensichtlich ist der „006“ (als Versuchsballon losgelassen, um zusehen, ob überhaupt ein Markt besteht für einen solchen Bohrer) so gut angekommen, dass Komet nun das Sortiment nach oben hin erweitert.
Mir fehlt jetzt eigentlich nur noch eine Größe (deutlich) jenseits der 010, um z.B. Überstände des Pulpakammerdachs effizient abtragen zu können.
Ich habe die Hoffnung, daß es dies vielleicht irgendwann dann auch noch geben wird.
Auch in unserer Praxis wird seit geraumer Zeit ein Polymerisationlampentest durchgeführt.
Für mich sind die technischen Daten wichtig. Für die Assistenz ist es die möglichst ergonomische Handhabung. Die Helferin muss in der Regel mit dem Gerät arbeiten und umgehen. Deshalb gebe ich nur technischen Vorgaben und die Assistenz entscheidet. Damit unnötige Investitionen vermieden werden können, schreibe ich über unsere Erfahrungen und ob wir die eierlegende Wollmilchsau gefunden haben.
Wir haben 4 verschiedene Lampen im Test.
3 Akkugeräte:
die Demi von Kerr,
die Bluephase G2 von Ivoclar
und die Flashmax von Uptodent.
Dazu kommt ein Kabelgerät:
die Valo von Ultradent .
Folgende Punkte werden Beachtung finden.
Gewicht
Bedienbarkeit/Handling
Wertigkeit/Verarbeitungsqualität
Hygienefähigkeit
Die technischen Parameter werden, soweit bekannt, mit angegeben, wobei diese vom Hersteller übernommen und für uns nicht überprüfbar sind. Die Geräte befinden sich im Dauereinsatz in unserer Praxis. Ich lege Wert darauf, festzustellen, daß die im Test wiedergegebenen Erfahrungen meine subjektive Meinung ist und es sich um einen Praxistest und nicht um eine wissenschaftliche Untersuchung handelt.
Was spricht für, was spricht gegen die jeweilige Lampe ?
Ich denke, dass letztendlich der persönliche Geschmack die entscheidende Rolle spielt.
Warum ich das glaube ?
Weil in unserer Praxis die Meinungen geteilt waren, dies aber eindeutig.
Alle Mitarbeiterinnen, die ich befragte, haben sich für die Radii Plus ausgesprochen.
Warum ? Liegt besser in der Hand.
Ich hingegen empfand das genau umgekehrt.
Ich mag den Pistolengriff der Bluephase. Es ist zwar keine Walther PPK und ich fand die James Bond Werbung (daher auch der „Ein Quantum Trost“ Blogbeitrag) eher peinlich, aber sie liegt gut in der Hand. Die Radii ist mir zu schmal im Griff, was nicht heißt, dass man damit nicht ohne Probleme zurechtkommt.
Auch das Display der Bluephase finde ich gut.
Mir ist es wichtig, jederzeit sehen zu können, in welchem Modus die Lampe sich befindet und gegebenenfalls ja nach Situation auch Modifikationen, Zeit und Intensität betreffend, vornehmen zu können.
Aber es geht auch genau anders rum. Wenn ich sowieso in 98 % der Fälle mit einer Standardeinstellung arbeite, wozu brauche ich dann ein teures und zumeist nutzloses Display.
Und wenn ich einen Softstart – Modus möchte (denn es nichtdestotrotz auch bei der Radii Plus gibt) , dann halte ich die Lampe für 2- 3 Sekunden etwas weiter weg vom Zahn und spare mir das Umstellen.
Apropo Umstellen. Bei der Bluephase kommt es doch immer mal wieder vor, dass die von mir bevorzugten Einstellungen unbeabsichtigt verändert sind, so gesehen ist das Display zur Kontrolle auch notwendig. Bei der Radii muss man schon wirklich vorsätzlich den Modus abändern, denn hierzu muss der einzige Knopf des Geräts längere Zeit gedrückt werden. Kommt also de facto nicht vor.
Zuletzt noch die Lichtleistung.
SDI wirbt mit der höchsten Lichtintensität im Vergleich. Ich fand das erstaunlich, mir kam das Licht der Bluephase intensiver, gebündelter vor.
Ich kenne nicht den aktuellen Marktpreis der Radii Plus.
Das ist sicherlich noch ein Entscheidungskriterium, dass es zu berücksichtigen gilt.
Die Frage, kabelos oder nicht, rein vom Handling her, beantworte ich ganz klar mit „Daumen hoch“ für die Akku – Geräte.
Zumindest solange, bis das nächste Akku – Gerät den Geist aufgibt.
Die zweitägige Hospitation meiner Assistentin Franziska Lori in der Berliner Praxis von Jörg Schröder und Sebstian Riedl hat neben einigen behandlungstechnischen Veränderungen unseres täglichen Therapiesablaufes auch die Anschaffung einiger „Tools & Toys“ nach sich gezogen.
Zu einem dieser sehr nützlichen Gadgets zählen die Tip Taxis, in denen wir seit dieser Zeit nun die Ultraschallansätze (nach Indikationen) geordnet und materialgerecht sortiert, lagern können.
Wahrscheinlich gibt es die Tip Taxis schon lange, allerdings wussten wir von deren Existenz bis vor Kurzem nichts. Vielleicht geht es dem ein oder anderen Leser ja ähnlich und zieht jetzt eine Anschaffung in Erwägung, ohne das ein vorheriger Besuch der „Hauptstadt-Kollegen“ notwendig wird…
Und die 2. internationale Tagung der europäischen Gesellschaft für mikroskopgestützte Zahnmedizin.
Diese findet vom 16. – 18. September 2010 in Vlinius/ Litauen statt.
Das Referentenaufgebot verspricht eine hochkarätige Fortbildung, die ich mir, wenn irgend möglich, nicht entgehen lassen möchte.
über meine persönliche Vorliebe hinsichtlich des kabellosen Arbeitens mit endodotischen Geräten habe ich hier bereits an anderer Stelle berichtet. Umso erfreuter war ich, als ich vor Kurzem bei einer Vortragsreise in Südkorea zwei für mich neue Produkt einer koreanischen Firma entdeckte. Es handelt sich hierbei um die Geräte Alpha und Beta.
Nach den ersten Anwendung fällt unser bisheriges Fazit positiv aus. Entgegen der Erwartungen scheinen die (Akku)-Leistungen (mehr als) auszureichen, die für die warme vertikale Kompaktion benötigten Temperaturen problemlos erzielen zu können, und im Falle der Guttapercha-„Pistole“ auch halten zu können.
Während uns die „Umstellung“ auf den „Hitzeträger“ problemlos gelungen ist, fällt die Anwendung einer Guttapercha-„Pistole“ im Vergleich zu einem motorbetriebenen „Guttapercha-Pen“ (wie beim Beefill; Fa. VDW) nicht nur aus ergonomischen Gründen deutlich schwerer und erlaubt u.a. aus diesem Grund noch kein abschliessendes Fazit.
Hier noch einige technische Daten zu den Geräten:
9 unterschiedliche Hitzeplugger von Grösse 30/04 bis 60/12.
3 verschiedene Guttapercha Applikations-Nadeln der Grössen: 20G, 23G und 25G. Die beiden letztgenannten sind schwenkbar einsetzbar.
Auf dem deutschen Markt werde die Geräte übrigens seit Kürzerem unter dem Namen HotTip & HotShot hier vertrieben.
mit dem Beginn meiner rein endodontisch-ausgerichteten Praxistätigkeit vor gut einem Jahr habe ich einige Dinge in meinem Behandlungsablauf verändert.
Als wohl bis dato beste Neuerung hat sich für uns die Anwendung des akkubetriebenen Endo-Winkelstücks „Entran“ der Firma W&H erwiesen. Genauer gesagt zweier dieser Winkelstücke. Endlich ist es uns ohne lästigen Fussanlasser und „Kabelsalat“ erlaubt, eine möglichst ergonomische Wurzelkanal-Präparation durchzuführen.
Nähere Informationen zu dem Winkelstück finden sich auf der Firmen-Homepage.
Als besonders positiv möchte ich einige Punkte hervorheben:
keine Wartung & Reparatur in der bisherigen Nutzungsphase
subjektiv empfundene sehr gleichmässige Laufleistung und „Durchzugskraft“
sehr gute Akku-Leistung
auch nach einjähriger Anwendungszeit keine (bzw. kaum) Abnutzungserscheinungen an den Winkelstücken
Eine zusätzliche Ausstattung des Entran, die z.B. andere bzw. höhere Umdrehungszahlen erlauben würde, vermisse ich im klinischen Alltag (quasi) nicht, da die überwiegende Mehrzahl der Kanal-Präparationen mit der gegebenen Umdrehungszahl bewältigt werden. Einzig ein akustisches, anstelle eines rein optischen „Warnsignals“ beim Erreichen des eingestellte Drehmoments würde ich mir für zukünftige Weiterentwicklungen wünschen.
Unser persönliches Fazit steht daher fest. Der Entran ist ein „must buy“ und für uns ein unverzichtbares Gadget im täglichen endodontischen „Alltag“.
Eines der am wenigsten beachteten Gebiete einer zahnärztlichen Berufskarriere ist die Ergonomie.
Am Anfang des Berufslebens sind Kredite zu tilgen, sind Mitarbeiter zu bezahlen, Umsatzzahlen der Banken zu erfüllen. In der knapp bemessenen Freizeit wird Weiterbildung notwendig um am Ball zu bleiben. Die Familie leidet am darunter, eigene Freiräume werden aufgegeben.
Im Laufe des Berufslebens wird, neben diesem seelischen Stress, der überbelastete Körper reagieren. Bei dem einen kommen die ersten Warnsiganle eher, beim anderen später.
In der Regel werden diese nicht erkannt oder wahrgenommen, jedoch nicht beachtet.
Sehr ernst wird dieses Thema, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, wenn die tägliche Behandlung zur Schmerztortur wird, wenn die Beschwerden auch außerhalb der Arbeitszeit auftreten.
Nun wird nach verschiedensten Therapiemöglichkeiten geforscht. Die Ursache wird oftmals nicht erkannt und nur symptomatisch therapiert. Die Ursachenbeseitigung ist oftmals mit erheblichen Investitionen verbunden.
Die Gedanken dazu sollten jedoch schon beim Kauf von Einrichtungen und Instrumenten aufkommen. Die Industrie zeigt verhaltene Ansätze zur ergonomischen Gestaltung von Geräten und Arbeitsplätzen. Anregungen von Zahnärzten werden jedoch kaum oder spärlich wahrgenommen, oder umgesetzt.
Häufig wird mit einer Namensgebung, wie bei einem großen Mikroskophersteller, das Produkt schon „ergonomisch“. Leider erfüllte es dies im täglichen Einsatz nicht.
Auch wir Zahnärzte müssen umdenken und gezielt die Produkte hinterfragen. Industriemessen bieten die Möglichkeit Produkte optisch und haptisch zu erfassen. Jedoch kaum diese zu erproben.
Wer kauft heute ein Auto ohne dies probegefahren zu haben?
Im Juli habe ich einen Ergonomie-Kurs besuchen dürfen, welcher von der Firma Morita ausging. Dr. Neddermeyer stellte das Konzept von Dr.D. Beach vor. An Hand von Phantomköpfen und Behandlungseinheiten ( Morita ) wurde das Beach-Konzept demonstriert und erste Behandlungsversuche damit unternommen. Hauptmerkmal ist die optimale physiologische Positionierung des Behandlers und die konsequent abgestützte Arbeitsweise. Es ist in meinen Augen ein ernsthaftes und sinnvolles ergonomisches Konzept. Allerdings verlangt es eine konsequent indirekte Arbeitsweise. Diese muss erlernt und geübt werden.
Für mich als Dentalmikroskopnutzer war die Umsetzung weniger schwierig, da meine hauptsächliche Behandlungsposition (11-12Uhr) bereits gleich war.
Die Quintessenz des Kurses war:
– Es muss Ergonomie mehr in unser Praxiskonzept einfließen.
– Das Berufsleben wird nicht kürzer und mit konsequenter zahnärztlicher Ergonomie bleibt die Freude am beruf länger erhalten.
Sprechen Sie also beim nächsten Kauf über Ergonomie. Verlangen Sie eine Testmöglichkeit. Ein seriöser Verkäufer ist an einer langfristigen Kundenbindung interessiert und wird diesen Punkten nicht verschlossen bleiben.
Das war, plakativ verkürzt und mit spezifischen Einschränkungen zu sehen, mein Fazit bezüglich des Jörg und Sohn OP – Stuhles, den wir in der Praxis zum Ausprobieren hatten.
Naja, und wenn das Testgerät dann wieder abgeholt ist und man zurückkehrt zum altbewährten Stuhl, den man seit langer Zeit kennen und schätzen gelernt hat, dann ist erst mal wieder alles so wie früher.
Und es dauert eine Weile.
Bis eine schwierige Behandlung oder eine langandauernde oder eine höchste Präzision erfordernde Behandlung auftaucht.
Wie zum Beispiel die Exkavation und der Füllungsverschluss einer subgingival gelegenen Kronenrandkaries distal eines endständigen Zahnes 46.
Das jahrelange Arbeiten mit dem Dentalmikroskop versetzt einen in die Lage, solche Defekte, absolut indirekt, nur über die Sicht der Operationsfeldes mittels Mundspiegel, sicher und souverän zu handhaben. Gingivektomie mit Elektrotom, Exkavation mittels Winkelstück und oszillierenden Präparationsinstrumenten, Cp – Behandlung, Oberflächenkonditionierung und Füllungslegung – alles unter Sicht an einer ohne Spiegel nicht einsehbaren Stelle.
Kein Problem.
Vorhersagbar handhabbar.
Und eine definierte Auflage der Arbeitsarme mittels Armstützen, die eine Abstützung des Arems nicht nur über die Ellenbogen, sondern über die Auflage des gesamten Unterams gewährleisten, ermöglicht eine Präzision in den Arbeitsbewegungen, wie sie mit den konventionellen Armstützen nicht zu erreichen ist.
Fakt ist, es gibt solche klinischen Situationen, für die solche Armlehnen höchst nützlich sein können. Solange man nicht mit einem solchen Stuhl gearbeitet hat, vermist man nichts. Wenn man mit einem solchen Stuhl gearbeitet hat, langegenug, dann tauchen vereinzelt, aber immer wieder, verschiedene Situationen auf, in denen man einen solchen Stuhl qualitätsverbessernd einsetzen könnte.
Ich wiederhole daher mein Plädoyer bezüglich des Jörg und Sohn OP – Stuhles. „Ein solcher Stuhl pro Praxis wäre nicht schlecht“.
Vor ein paar Wochen vorangekündigt.
Zukünftige Fortbildungen des WURZELSPITZE – Teams.
Heute möchten wir an dieser Stelle einen ersten Ausblick geben über die Kurse, die ab 2010 angeboten werden.
Es wird zunächst 3 zweitägige Kurse geben, die inhaltlich aufeinander aufbauen:
Kurs 1
Moderne Endodontie – Der Start in den Praxiserfolg
Dr. Hans – Willi Herrmann
Dr. Olaf Löffler
widmet sich schwerpunktmäßig den Basics, den Grundlagen für ein erfolgreiches modernes Endodontie – Praxis Konzept.
Heute lernen, am nächsten Arbeitstag umsetzen.
Kurs 2
Moderne Endodontie – Komplikationen und Herausforderungen
Dr. Jörg Schröder
Dr. Hans – Willi Herrmann
befasst sich mit den Schwierigkeiten, die zwangsläufig auftauchen, wenn man sich der Endodontie schwerpunktmäßig widmet, den Tricks und Tipps, die wichtig sind, um diese Probleme zu lösen.
Kurs 3
Moderne Endodontie – Moderne Wurzelkanalfüllung
Dr. Christoph Kaaden
Dr. H.W. Herrmann
hat das Thema „Wurzelkanalfüllung“ zum Inhalt.
Warm oder Kalt ?
Das ist nachwievor die Frage, wenn es um Wurzelkanalfülltechniken geht.
Wir sprechen über die wissenschaftlich relevanten Details zum Thema, über die Grenzen der Literatur, über Neues und Gut Bewährtes.
Wir führen vor und üben ein die verschiedenen warmen Wurzelfülltechniken.
Dann gibt es die Add ons.
Das sind Fortbildungen, die unabhängig von den regulären Kursen belegt werden können.
Add on 1
Das endodontische Back Office
Nach internen Wetten einer der beiden Kurse, die zuallererst ausgebucht sein werden.
Es geht um die Endodontie.
Aber diesmal um die Dinge, die hinter den eigentlichen Behandlungsschritten ablaufen, aber nicht weniger wichtig sind.
Es geht um Kommunikation mit Patienten, Überweisern, Kostenerstattern, und es geht um Arbeitsabläufe, Aufbau, Ausstattung, Ergonomie des Endo – Arbeitsplatzes
Add on 2
Teamkurs Dentalmikroskop und Ergonomie
Endodontie ist Teamarbeit.
Und perfekte Teamarbeit lernt man am besten in einer Teamfortbildung.
Unter Anleitung.
Erst wirds vorgemacht, dann unter Anleitung eingeübt.
Vom Team, mit dem Team, im Team.
Und langfristig ?
Wird es weitere Kurse geben unter anderem ein Team – Motivationsseminar.
Soll einer nicht sagen, dass wir nicht umgehend auf Wünsche reagieren.
Soeben erreicht mich eine Mail mit folgender Bitte:
„Ich bin heute beim Herumstöbern in der Praxis meines Chefs auf ein ATR Technika Vision – Gerät gestossen, was ungenutzt in der Ecke steht.
Wäre es Ihnen möglich, mir die Einstellungsmöglichkeiten, mit denen Sie in der Ghassan Yared – Technik arbeiten, zukommen zu lassen oder als Artikel auf Wurzelspitze zu veröffentlichen?
Tun wir doch gerne. Bei der GYT handelt es sich um eine besondere Antriebsart von Nickel -Titan – Instrumenten zur Wurzelkanalaufbereitung. die sowohl die Gefahr des Instrumentenbruchs reduzieren soll, als auch im Rahmen einer einfachen Anwendungstechnik mit wenigen Instrumenten auskommen soll.
Nachfolgend die Programmieranleitung, die Drew Moncarz, im Frühjahr 2008 bei ROOTS ins Netz gestellt hat. Er schreibt: .
“ I graduated from endo at the University of Toronto in 2004. Ghassan Yared was one of my professors. I’ve been using an ATR Tecnika for his reciprocating technique. The early results are very impressive.
I recently bought two ATR Vision motors. It took some effort, but I got the programming sequence to make the Vision reciprocate. The programming/storage cards aren’t necessary. Ghassan is happy to have me share this with you.
Here is the sequence to get the motor to reciprocate:
1. Find a preset that you would never use. I used „large canal prep“ „PF Or. Shaper #6/5“. I’ll never get confused because I don’t use Profiles.
2. Decrease the torque to 5.
3. Press the „redct.“ button to change the reduction to 1:1.
4. Press the „ctrl“ button (the check mark) and the „torque“ increase buttons at the same time. „Forward Reverse“ will appear on the screen.
5. Press the „redct.“ button to change the reduction back to 16:1.
6. Press the „rpm“ up button to increase the RPM to 400.
7. Press the „ctrl“ button (the check mark) and the music note button directly above it at the same time.
8. Use the „Program“ down button to decrease the „trs. fwd“ to 0.4.
9. Use the „torque“ down button to decrease the „trs. rev“ to 0.2.
10. Use the „rpm“ down button to decrease the „del. inv“ to 25.
11. Hit the „System“ up button to save the settings.
Soweit die Programmieranleitung.
Ich bin gespannt auf die ersten Eindrücke und Erfahrungen.
Kommentare sind ja seit Neuestem möglich !
Gestern erreichte mich die Nachricht, dass eine Lösung bereits entwickelt wird, die es, wie von mir gewünscht, erlauben soll, die OP – Armlehnen 2016 des Jörg und Sohn Medicalift an den „normalen“ Jörg und Sohn – Stühlen zu adaptieren.
Es kommt noch besser – die Entwicklung ist fast fertig und alte Stühle können nachgerüstet werden.
Preis und Liefertermin stehen noch nicht fest, aber ich werde berichten, sobald die entsprechende Info vorliegt und natürlich, wenn die ersten Exemplare bei mir in der Praxis zum Test eintreffen.
Seit ein paar Tagen ist der Jörg und Sohn Medicalift – Stuhl, der mir nach der IDS zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt wurde, wieder zurück zum Hersteller.
Wie habe ich damit gearbeitet ?
Der Medicalift verleiht dem Behandler ein Höchstmaß an Stabilität und Kontrolle, die Arbeitsbewegungen betreffend. Hat man sich erst einmal auf den Stuhl eingeschossen, dann ist dieser Zugewinn an Stabilität feststellbar.
Man empfindet dies, unabhängig davon, inwieweit sich dies konkret im Sinne der EBD in einer Qualitätssteigerung niederschlagen kann, als positiv.
Die Einstellmöglichkeiten der Armlehnen sind extrem vielzeitig und dank Kugelgelenken und großformatiger Drehschraube in Sekundenschnelle präzise und stabil fixiert. Man kann so jeden Patienten und jede Behandlung optimal adaptieren und voreinstellen.
Was sind die Nachteile ?
Keine mit denen man nicht leben, sich nicht arrangieren könnte: Der Stuhl ist eine Wuchtbrumme.
Man muss als Aussenstehender mehr als bei den anderen Stühlen darauf achten, nicht mit dem Stuhl zu kollidieren.
Auch der Behandler muss vorsichtiger sein. Die ausladenden Armlehnen können, bei unbedachten Bewegungen, je nach Lagerung des Patienten, diesen am Kopf oder der Schulter berühren.
Hier mein Fazit:
Man kann gut ohne den Medicalift ihn auskommen, wenn man wie wir die „normalen Jörg und Sohn“ – Mikroskop – Stühle hat.
Und wenn man nicht mit dem Dentalmikroskop arbeitet.
Aber hätte ich noch keine Mikroskop -Stühle, ich hätte zumindest einen Medicalift gekauft.
Bei der Präparation und der Exkavation bringt der Medicalift einen Zuwachs an Stabilität, der sich, messbar oder nicht, davon bin ich überzeugt, positiv verbuchen wird.
Die vielseitigen Einstellmöglichkeiten, die eine sekundenschnelle Anpassung im Praxisalltag ermöglichen, heben ihn von seinen Mitbewerbern ab.
Wünschen würde ich mir, dass man meine Jörg und Sohn – Stühle mit den OP Armstützen 2016 nachrüsten könnte.
Ich würde es tun.
Im Blogbeitrag Spieglein, Spieglein an der Wand (1) habe ich die Röder – Spiegel im Überblick vorgestellt. Heute möchte ich heute ein weiteres Produkt aus dem Hause Röder berichten, den doppelseitigen Mundspiegel.
Der Einsatz ist insbesondere bei der Nutzung des Spiegels als Wangenhalter oder im Unterkiefer auch als Zungenhalter von Vorteil.
Der Spiegel wird nicht mit Wegdrücken der Wange über den Spiegelrücken, sondern durch den gewohnten Zug der Wange mit der Spiegelvorderseite eingesetzt.
Hervorzuheben ist die hygienisch einwandfreie Spiegelglaseinfassung.
Durch die zwei Gläser ist der Spiegel deutlich kopflastiger als der gewohnte einseitige Mundspiegel.
Die Länge des Spiegels wird noch optimiert, so daß dieser ebenso in ein Normtray passt.
Nachdem mein ProErgo Dentalmikroskop immer mehr nach der Kabel-Grabbelkiste beim bekannten Media-Fachmarkt aussah, bat ich einen Bekannten, sich der Sache anzunehmen.
Nach einer gewissen Anzahl Arbeitsstunden hatte er die Kabelschlange soweit im Griff, dass alles ordentlich und verstaut aussah. Dabei fiel mir auf, dass im Arm des ProErgo KEIN Platz mehr war und ist. Es geht nicht einmal mehr ein Klingeldraht durch. Durch wahrscheinlich schon, dann sind allerdings die Gelenke blockiert.
Der Grund dafür lautet weniger, dass ich zu viele Kabel habe (Mann kann nicht genug Kabel haben ;-)), sondern dass jedes einzelne Kabel isoliert und zusammengefasst ist. Diese Isolierung ist zu einem beträchtlichen Teil dafür verantwortlich, dass der Platz in einem DM-Arm knapp wird. Andererseits ist die Isolierung auch ein mechanischer Schutz für die Kabel, somit nicht von der Hand zu weisen, wichtig.
Was wäre nun, wenn man vor der Installation der Dentlamikroskope Kabelbäume einzieht, die dann vor Ort mit den nötigen Steckern zur Adaptation der Ausrüstung am DM versieht. Man bleibt flexibel, denn bei einem evtl. Tausch der Fotoausrüstung lötet man einfach einen neuen Stecker an. Wobei sich einige Kabelbelegungen nie ändern, höchstens die Steckerform, da der Hersteller sein Zubehörgeschäft neu beleben möchte.
Angenommen, ich würde mir 2 Kabel mit jeweils 15 Leitern ins DM ziehen lassen, dann verringert sich die Anzahl der Kabel im Arm enorm, ich bin flexibel, die Anzahl der aus dem Arm führenden Stecker verringert sich ebenso, alles sieht aufgeräumter aus, was wäre mir das wert? Ich weiss es nicht, dass käme auf den Preis an. Wenn ich retrospektiv mir allerdings überlege, wie viel Ärger und Unmut, abgesehen von den hämischen Kommentaren der Kollegen, mich die Kabelbaumgeschichte bisher gekostet hat, wäre mir diese Dienstleitung schon einiges wert.
Warum bietet niemand diesen Service an, auch wenn er aus wirtschaftlichen Gründen kostenpflichtig wäre? Weil jemand, der bereits eine 5-stellige Summe für ein Dentalmikroskop ausgegeben hat, nicht noch einmal Geld für Kabel ausgeben möchte, weil die gibt es im Fachmarkt des Vertrauens in der Grabbelkiste für 5€. Ich dachte damals genauso. Heute sage ich: das wäre eine Investition für die Zukunft, die mir viel Ärger erspart. Ich kann nicht ein optisches High-Techgerät für die Summe X kaufen und dann ausgerechnet an dem sparen, das für den Gesamteindruck dieses Gerätes verantwortlich ist.
Oder würden Sie sich ein Auto kaufen, bei dem man die Leitungen AUF der Karosserie verlegt hat?
Während des 3. Südtiroler Endodontie – Oktobers in Bozen standen die beiden nebeneinander.
Der Jadent – Mikroskop Stuhl und sein Pendant von Jörg und Sohn.
Über beide haben wir an dieser Stelle schon berichtet und beide haben prominente Befürworter wie Gary Carr (Jörg und Sohn) und Michael Arnold (Jadent).
Was der Jadent – Stuhl dem Jörg und Sohn – Stuhl, der in unserer Praxis Behandlern und Assistenz zur Verfügung steht, voraus hat, sind schräg anwinkelbare Armstützen.
Diese erlauben eine Abstützung des Unterarms über die gesamte Fläche hinweg.
Dies kann beim Arbeiten unter dem Operationsmikroskop von Vorteil sein, weil es auch langes ermüdungsfreies Arbeiten mit lediglich Klasse 1 – und Klasse 2 – Bewegungen erlaubt, während die Armstützen des Jörg und Sohn – Stuhles nur eine Abstützung des Unterarms in der Waagrechten zulassen. Bewegt man sich ausserhalb dieser Ebene, finden die Arme ihre Abstützung lediglich über die Ellenbogen.
Auch damit lässt sich sehr gut arbeiten, aber vielleicht geht es ja doch noch besser.
Seit ein paar Tagen steht nun ein anderer Stuhl aus der Jörg und Sohn Produkt – Palette in meiner Praxis und der hat genau das, was bisher noch fehlte: In der 3. Ebene justierbare Armlehnen.
Der Stuhl, von meinen Damen liebevoll „das Monster“ genannt, angesichts seiner imposanten Erscheinung und seines hohen Gewichts, legt die Messlatte noch einmal höher.
Die Armlehnen lassen sich dank eines Kugelgelenks nicht nur schrägstellen, sondern auch noch zusätzlich in sich kippen. Eine Drehschraube unter der Armstütze erlaubt darüber hinaus die Verschiebung der Armstütze zusätzlich nach vorn und hinten. Dies ermöglicht in Sekundenschnelle, die Armlehnen vor und zurückzuschieben, ohne die eigentliche Einstellung verändern zu müssen.
Das ist hilfreich, wenn der Stuhl zum normalen Arbeiten genutzt werden soll.
Die Armlehnen, nach hinten gefahren, erleichtern den schnellen Ein- und Austieg.
Wie arbeitet es sich nun mit dem „Monster“ – Stuhl ?
So gut, dass ich heute, vor die Wahl gestellt, mich für diesen Stuhl entscheiden würde.
Die zusätzliche Armabstützung ist nicht zwingend notwendig, aber angenehm in bestimmten Arbeitssituationen. Und falls diese nicht benötigt werden, kann man die Armlehnen so adaptieren, dass sie nicht im Weg sind. Die Einstellmöglichkeiten sind extrem vielfältig und die Mechanik funktioniert schnell und arretiert absolut stabil.
Allerdings ist der Zugewinn an Ergonomie nicht so groß, dass ich von nun an mit meinen Jörg und Sohn Stühlen gar nicht mehr arbeiten könnte. Die Verbesserung ist spürbar, aber der Abstand zwischen den beiden Jörg und Sohn Stühlen ist deutlich geringer als zu meinem „Schwedenstuhl“.
Was ich mir wünschen würde: Dass die Armlehmen sich an meine deutlich zierlicheren Arbeitsstühle adaptieren lassen.
Dies liesse sich mit vertretbarem Aufwand bewerkstelligen und vielleicht bewirkt dieser Blogbeitrag, dass Jörg und Sohn dieses Feature in ihr Lieferprogramm aufnehmen.
Nun ist es soweit: man hat sich für ein Dentalmikroskop entschieden, es wurde installiert, das Team hat die ersten Hürden im Umgang mit dem Instrument gemeistert, und der Wunsch nach Dokumentation der Behandlungsergebnisse wird immer grösser.
Kein Problem, jeder Mikroskophersteller hat passende Adapterlösungen im Programm. Flugs dran geschraubt und los geht die Dokumentation.
Aber ein Aspekt trübt die Freude: die KABEL!!!!
Kabel? Welche Kabel ? In den Prospekten sieht man keine Kabel.
Ergebnis geschickter Werbefotografie oder heutzutage professioneller Umgang mit Retuscheprogrammen ala Photoshop.
Kabel würden nur den runden Gesamteindruck zerstören.
Blättern sie doch mal in Lifestyle- oder Wohnzeitschriften ala „Schöner Wohnen“. Sie sehen lauter Elektrogeräte ohne Kabel. Zu Hause sieht das anders aus. Wer eine ausgewachsene Heimkinoinstallation sein eigen nennt, weiss wovon ich rede.
Am Dentalmikroskop ist das Ganze aber noch viel komplizierter. Weiterlesen →
Die Visualisierung und das Erkennen der Strukturen im Wurzelkanalsystem eines Zahnes ist einer der Erfolgsgaranten in der modernen dentalmikroskopgestützten Endodontie. Neben einer besonders hellen Lichtquelle sind die Qualität der optischen Systeme des Mikroskops und die Reflektionseigenschaften der benutzten Spiegel bedeutungsvoll.
In meiner Praxis wird fast ausschließlich indirekt in der endodontischen Behandlung gearbeitet. Im Mikroskop ist das Spiegelbild des Behandlungsobjektes zu sehen. Damit wirkt auch der Mundspiegel entscheidend bei der Abbildentstehung mit. Weiterlesen →
Schon etwas länger arbeiten wir in unserer Praxis mit dem kabellosen Winkelstück NSK TC2.
Es ist eine Alternative zu dem Winkelstück von W&H, dass ich vor ein paar Tagen vorstellte.
Was mir gut gefällt, ist bei diesen kabellosen Winkelstücken die Möglichkeit, daß ich mit 2 Winkelstücken arbeite und diese mit vormontierten Feilen von meiner Endo – Assistentin (selbst wenn ich nur mit einer Assistentin, also in 4 Hand – Technik arbeite) unter dem Dentalmikroskop angereicht bekomme, so dass ich den Blick vom Mikroskop nicht abwenden muss.
Eine deutliche Verbesserung der Ergonomie gegenüber den kabelgeführten Winkelstücken.
Gegenwärtig benutzen wir sowohl das W&H Winkelstück und das NSK – Winkelstück parallel.
Ich werde zu gegebener Zeit über unsere Erfahrungen und über die Unterschiede zwischen den beiden Geräten im Praxisalltag berichten.
Und gleich noch eine Neuigkeit, die mir in den Niederlanden über den Weg gelaufen ist.
Eine LED – Beleuchtung für die Lupenbrille. Von Sigma Dental Flensburg.
Seit langer langer Zeit (also seit zumindest mehr als 10 Jahren) arbeite ich mit einer ZEON – Halogenbeleuchtung an meiner Lupenbrille.
Unverzichtbar, wenngleich ein wenig den vollkommen freien Handlungsbereich einschränkend.
Ich komme damit zurecht.
Man arrangiert sich.
Trotzdem wäre es schön, wenn man auf den Glasfaserlichtleiter verzichten könnte und auch das Herumtragen der nicht gerade handlichen Leuchteinheit von Zimmer zu Zimmer ist etwas, worauf ich gerne verzichten würde.
Aus diesem Grund habe ich schon seit Auftauchen der ersten LED – Beleuchtungen mit dem Kauf einer solchen neuzeitigen Lichtlösung geliebäugelt.
Tests mit den LED – Lampen der ersten Generationen waren jedoch nicht so durchschlagend, dass ich meine ZEON – Einheit, die nachwievor klaglos funktioniert, einfach so in die Ecke gestellt hätte.
Zu lichtschwach waren diese ersten Modelle, als dass sie gegenüber der vorhandenen Halogen -Einheit einen Mehrwert gebracht hätten, der die nicht unbeträchtliche Investition rechtfertigen würde.
Für mich waren diese Tests eher enttäuschend und so habe ich die Entwicklungen auf diesem Gebiet zwar aufmerksam beobachtet, jedoch bis dato an meinem Vorhaben festgehalten, mich mit dem Thema LED erst wieder zu zwingend beschäftigen, wenn meine antiquierte Halogen- Funzel ihren Geist aufgegeben hat.
Dies hat sich jetzt geändert.
Die Lampe, die mich überzeugt hat, nennt sich „Led ION DeLux Edition 50.000+“.
Ziemlich kryptischer Name, der da die Verpackung ziert, aber was zählt, ist das Ergebnis.
Und mit einer Nennleistung von 50.000 Lux gehört die Lampe zu den leuchtstärksten LED – Lampen, die gegenwärtig auf dem Dentalmarkt erhältlich sind.
Jetzt sind Meßwerte immer so eine Sache und auch der Unterschied zum Vorgänger, der mit 40.000 Lux aufwartet und als rund 100 Euro günstigere Variante immer noch erhältlich ist, ist nicht so, dass er ultimativ ins Auge fällt.
Aber wenn ich mir die Beleuchtungsmöglichkeiten mit dieser Lampe vor Augen halte, kann ich nur sagen, dass ich einen deutlichen Unterschied in der Lichtleistung sehe gegenüber meiner gegenwärtigen Variante. Von den anderen Vorteilen ganz zu schweigen.
Für mich steht fest.
Ich werde dieses Teil ausprobieren.
Und irgendwie habe ich so ein Gefühl, dass mein ZEON – Licht auf dem Weg ist, im Keller der Praxis seinen Lebensabend zu fristen.
Bleibt nur noch die Frage, was andere Firmen an ähnlichen Produkten aufweisen können.
Die Firma starMED zum Beispiel hat ebenfalls interessante Lichtquellen in ihrem Produktportfolio.