Dürr Speicherfolien – Praxisbericht (4): Fazit

von Hans – Willi Herrmann

Analog oder digital ?

Diese Frage kann ich nach nunmehr mehreren Jahren ganz klar mit „Ja zu Digital“ beantworten.

Im Vergleich zum analogen Film haben sich die Dürr- Speicherfolien bei uns in der Praxis bewährt und zwar  ohne Nachteile:

  • Die Verarbeitung geht wesentlich schneller.
    Kaum zu glauben, dass (wenn wir heute unsere Stoppuhr für das Aushärten des Impregum- Abformmaterials 6 Minuten  runterlaufen lassen) wir einstmals so lange haben auf unsere Röntgenbilder warten müssen.
  • Dann der Wegfall der Entwicklerwartung, die bei uns in der Regel nach 3 – 4 Wochen anstand.
    Eine Mitarbeiterin war damit insgesamt rund 45 Minuten beschäftigt. Und wehe, diese Mitarbeiterin war krank. Denn wie bei Allem brachte auch hier die Routine Sicherheit und Effizienz. Diese Problematiken fallen heute weg. Kein Entwickerl/Fixiererwechsel mehr, keine Entsorgung der Chemikalien. Auch die üblichen Veränderungen der Bildqualität zu Beginn und gegen Ende des Zyklusses, mit anfangs dunklen, aber irgendwann schlagartig hell werdenen Bildern gibt es nicht mehr.
    Sehr angenehm.
  • Dann die Bildqualität per se.
    Ich weiss noch, wie ich am Anfang die eingescannten Bilder mit meinen analogen Bildern verglich und zu dem Ergebnis kam, so schlecht seien die analogen Aufnahmen nicht. Heute kann ich diese Einschätzung – ganz ehrlich – nicht mehr nachvollziehen. Wenn ich heute analoge Bilder von Überweisern oder aus dem Altbestand diagnostizieren muss, dann vermisse ich die großformatige Darstellung der Speicherfolien und die Möglichkeiten ihrer Befundung und Auswertung auf dem Computerbildschirm. Ebenso wie die Möglichkeiten, mit dem Patienten am Bildschirm die radiologische Situation besprechen zu können.
    Mit dem analogen Röntgenbild am Röntgenbetrachter ? Keine Chance. Die Feinheiten im Format 3* 4 cm könnte man vielleicht einem Fachkundigen auf diese Art und Weise vermitteln, aber einem Laien ?
    Nur bei offensichtlichen Befunden, die sofort und unverkennbar ins Auge fallen, wäre  dies möglich, aber selbst das ist schwieriger. Natürlich könne man auch mit dem  Scan oder einem digitalen Foto des Röntgenbildes, auf den Computermonitor transferiert, arbeiten, aber der damit verbundene Aufwand ist doch im Praxisalltag ein größerer als im Falle der Speicherfolientechnik einfach das soeben gemachte Bild sofort zur Verfügung zu haben.  Als Beispiel, die unterschiedliche Bildqualität betreffend eine Gegenüberstellung eines analogen und eines digitalen Röntgenbildes, die gleiche Region zeigend.
  • Das Arbeiten mit den Speicherfolien ist weniger fehleranfällig. Sie tolerieren eine Über – oder Unterbelichtung wesentlich besser als der analoge Film. Selbst ein versehentlich falsch herum (also mit der Metallseite zum Röntgenstrahler hin) eingebrachtes Röntgenbild lässt sich noch gut auswerten. Scans mit 25 oder 40 Linienpaaren liefern sehr gute Ergebnisse. Weniger DPI sollten es dann aber nicht sein, hier werden das Qualitätsverluste sichtbar. Gut finde ich, dass bei jedem Röntgenbild die vorhandene Belichtung im Sinne einer korrekten (grün angezeigt) oder einer Unter/Überbelichtung (rot angezeigt) sofort am Computermonitor überwachen kann. Gerade in der Endodontie mit der Notwendigkeit mehrerer kurz aufeinanderfolgneder Aufnahmen ist damit die Möglichkeit gegeben, individuell auf die jeweilige patientenspezifische Situation angepasst, die Strahlenbelastung zu reduzieren. Apropos Strahlenreduktion – die immer wieder von Seiten der Industrie kolportieren deutlichen Einsparungen müssen leider als Marketing -Parolen angesehen werden. Bei uns liegt die durchschnittliche Aufnahmezeit lediglich eine Belichtungsstufe niedriger als zu unseren analogen Zeiten.

Aspekte der Wirtschaftlichkeit – analog vs. digital

Wer heute eine neue Praxis einrichtet, der wird  mit Sicherheit mit digitaler Röntgentechnologie starten. Wie steht es jedoch um Praxen, die zur Zeit noch analog röntgen und den Umstieg erwägen ?

Ohne Frage ist der Einstieg in die digitale Röntgentechnologie mit Investitionskosten nicht unerheblicher Größenordnung verbunden, die sich vermutlich nur amortisieren, wenn mit der digitalen Technik ein Zeitgewinn verbunden ist. Auch wenn eine solche Kosten/Nutzenrechnung im Praxisalltag nur schwierig bis unmöglich zu erstellen ist, so würde ich, aus dem Bauch heraus, postulieren, dass sich die digitale Technik auch finanziell lohnt, zumindest kein Zuschussgeschäft ist.

Für die „normale“ Zahnarztpraxis kann ich daher, selbst bei dafür notwendigem Umstieg von analog auf digital, die Speicherfolien – Technik als sinnvolle Anschaffung befürworten.  Gegenüber der konkurrierenden Sensor- Technik möchte ich noch ins Feld führen, dass insbesondere beim Arbeiten in mehreren unterschiedlichen Räumen mit jeweiliger eigener Röntgeneinheit (bei uns in 3 Behandlungszimmern) die Vorhaltung an Speicherfolien sowohl von der Logistik als auch von den Anschaffungskosten her in meinen Augen der kostengünstigere und einfacher zu handhabende Ansatz darstellt.

Leider kann ich diese Aussage für die endodontisch spezialisierte Praxis in dieser Form und Eindeutigkeit nicht mehr gelten lassen. Und dabei geht es mir nicht um die Vorteile des Sensors im Hinblick auf sofortige Verfügbarkeit des gemachten Röntgenbildes oder eine gegebenenfalls etwas bessere Bildqualität. Geschenkt, beide Aspekte sind im Praxisalltag zu relativieren.   Auch nicht um die Möglichkeit, schnell und einfach exzentrische Aufnahmen in Reihe durchzuführen, was zwar nicht oft gebraucht wird, dann aber in der Tat ein eindeutiges Plus der Sensoren darstellt. Vielmehr musste ich bedauerlicherweise feststellen, dass es uns nicht möglich war, die vom Hersteller angegebene Haltbarkeit der Speicherfolien von vielen Hunderten ja bis zu tausend Aufnahmen mit einer einzigen Speicherfolie zu erreichen. Nicht einmal näherungsweise.  In unserer Praxis stellten sich schon wesentlich früher Defekte auf der Speicherfolienoberfläche ein, die zu Artefakten auf den Aufnahmen führten.

Kratzer

Hierbei spielt sicherlich die endodontische Besonderheit unserer Praxis eine entscheidende Rolle. Die Patienten halten im Rahmen der Kontrollaufnahmen während der Wurzelkanalbehandlung den Zahnfilm mit dem Zeigerfinger fest und drücken diesen hierbei an den Flügel der Kofferdamklammer. Defekte auf der empfindlichen Filmoberfläche lassen sich so nicht immer vermeiden. Dies kann auch die von uns als zusätzlichen Schutz eingesetzte modifizierte Dürr Aufbissschutz- Pappfolie nicht grundsätzlich verhindern.

Die im Beispielröntgenbild Nr. 1 angeführten Defekte in Regio 25, 26 sind sicherlich als grenzwertig klein anzusehen. Dennoch können solche Defekte im Abschlussröntgenbild nach WF einen Seitenkanal, eine apikale Überpressung vortäuschen. Ab einer gewissen Defektgröße müssen daher die Folien aussortiert werden, selbst wenn gegebenfalls 99 Prozent der Folienoberfläche noch intakt ist. Beispiel Nr. 2 ist so ein Fall, der das Aussortieren der Folie zur Folge hatte.

Auch die Röntgenfilmhalter hinterlassen ihre Spuren, dies jedoch, wie im Filmbeispiel Nr. 3 zu sehen, am Bildrand auftreten,  was unschön aussieht, aber noch leichter zu tolerieren wäre. Alles in allem tauschen wir die Filmfolien nach ca. 6 Monaten aus. Über die Jahre kommt so eine nicht unbeträchtliche Summe an Filmkäufen zusammen. Ich buche dies für mich rechtfertigend als Verbrauchsmaterial ab, so wie es bei den analogen Zahnfilmen ja auch der Fall war. Aber ursprünglich war meine Entscheidung gegen den Sensor und für die Speicherfolie ja gerade im Hinblick auf den Aspekt der Kostenersparnis gefallen.  Zu einer Zeit, in der defekte Sensoren noch deutlich mehr an der Tagesordnung waren als  es heute zu sein scheint. Mit dem heutigen Wissen würde ich den Kostenaspekt im Vergleich Sensor- Speicherfolie als nebensächlich betrachten.

In der endodontischen Praxis wohlgemerkt, für die Allgemeinzahnarztpraxis mag das anders aussehen. Würde ich in einem solchen Szenario arbeiten, würde ich mich mit dem heutigen Wissen wieder für die Speicherfolien- Technik entscheiden. Für die endodontisch ausgerichtete Praxis ist die Speicherfolie kein Flop, aber der Sensor kann hier deutlich mehr Argumente in die Waagschale werfen, Boden gut und vielleicht sogar das Rennen machen.

Dürr Speicherfolien – Praxisbericht (3): Der endodontische Workflow

 von Hans – Willi Herrmann

Mittlerweile ist es schon einige Jahre her, dass wir auf die Dürr Speicherfolien umgestiegen sind. Und fast so lange schon habe ich versprochen, über unseren Workflow im täglichen Ablauf zu berichten. Zwischenzeitlich von verschiedener Seite immer mal wieder angefragt (dieser Bericht war für August 2012 angekündigt), hier nun also unsere Erfahrungen diesbezüglich. Wenigstens kann keiner sagen, die gemachten Erfahrungen (hier finden Sie Teil 1 und Teil 2) seien nicht längerfristig bewährt.

Mittlerweile allgemein bekannt ist die Tatsache, dass die Speicherfolien- Systeme sich der Kombination eines zahnfilmähnlichen Aufnahmemedium und einer digitalen Entwicklungseinheit bedienen.

Was zwei augenscheinliche Vorteile hat: Das Handling ist wie von einem analogen Zahnfilm her gewohnt, es gibt also keine Ein- und Umgewöhnungseffekte von Seiten der Benutzer. Und im Gegensatz zur überwiegenden Mehrheit der Sensorsysteme ist die Speicherfolie kabelfrei und hauchdünn und lässt sich so für den Patienten angenehmer, weil zum Beispiel mit deutlich weniger Würgereiz platzieren. Manche Patienten beklagen allerdings das „Einschneiden“ der Speicherfolie im Mundboden, etwa im gleichem Maße wie es von den analogen Filmen bekannt ist.

Der Dürr Vistascan Mini Plus ist die digitale Entwicklungseinheit der Folien, vergleichbar mit unserem Dürr XR 24 Röntgenentwickler aus analogen Zahnfilm und OPG – Zeiten.
Im Gegensatz zu diesem (ehemals „zentral“ im Röntgenraum positioniert), haben wir den Folienscanner (bei deutlich kleineren Abmaßen, er geht in etwa auf eine Din A 4- Fläche) in unserem Behandlungszimmer 1 auf der Hinterkopfzeile aufgestellt.
Wohlwissend das dort ca. 90 % unserer Röntgenaufnahmen stattfinden.
Ziel war es, so schnell wie möglich die fertige Aufnahme vor Augen haben zu können.

Dies ist, nach Desinfektion und Weiterverarbeitung des Zahnfilms ( Aufreissen der Schutzhülle, Einlesen in den Scanner, Scanvorgang) nach 45 Sekunden der Fall.

Und damit rund 35 Sekunden später als beim Sensor.
Berücksichtigt man jedoch die wesentlich leichtere, einfachere und damit oftmals schnellere Platzierung des Sensors (ein Fakt, den uns sensorgewohnte Hospitanten immer wieder bestätigen), so relativiert sich der Zeitverlust in vielen Fallen noch weiter.

Voraussetzung für den Scanvorgang in dieser Zeit ist das Scannen bei 1270 dpi / 25 Linienpaaren. Diese Einstellung kommt bei uns für alle Aufnahmen zur Anwendung, die intraoperativ gemacht werden, wie zum Beispiel Röntgenmessaufnahmen. Kontrollaufnahmen zum Beispiel post WF, nach Ende der Behandlung, nach Abnahme des Kofferdams oder diganostische Aufnahmen im Rahmen des Recalls oder zur endodontischen Eingangsuntersuchung werden bei 40 Linienpaaren angefertigt, brauchen dafür aber rund 20 Sekunden länger. Ziel dieser Maßnahme ist es, die bestmögliche Bildqualität bei vertretbarem Zeitrahmen zu erhalten.

Die Speicherfolien werden bei uns, genau wie zu analogen Zeiten, in Rinn- Rechtwinkelhaltern verwendet. Röntgenmessaufnahmen machen wir ohne Halter, verwenden zur Fixation eine Moskito – Klemme. Da es sich bei den Speicherfolien um „Filme“ mit einer entsprechenden empfindlichen Oberfläche handelt, die im Rahmen der Röntgenmessaufnahmen vom Patienten an die im Munde sich befindlichen Kofferdam- Klammern gedrückt werden, schützen wir die Folien, indem wir sie nach Verpacken in der Dürr – Schutzhülle mit einer zusätzlichen Papp- Schutzhülle umgeben.
Hierfür verwenden wir die von der Firma Dürr als Zubehör erhältlichenBißschutzhüllen für Aufbißaufnahmen, die wir für unsere Zwecke zweckentfremden und auf die benötigte Größe hin zuschneiden. In 98 Prozent der Fälle sind dies Speicherfolien der Größe 2, die den bekannten „normalen“ Zahnfilmen von 3*4 cm entsprechen.

Worüber wir nicht diskutieren müssen: Klar den Speicherfolien überlegen ist ein Röntgensensor im Übrigen bei der Anfertigung mehrerer exzentrischer Röntgenaufnahmen oder für den Fall, dass die gewünschten Strukturen projektionsbedingt nicht im Bild erscheinen. Letzteres kommt zwar eher selten vor, aber in diesem Fällen ist das Handling mittels Sensor deutlich besser, die Speicherfolienvariante hingegen wesentlich zeitaufwändiger und schwieriger.

Noch eine Bemerkung am Rande: Um die oben genannte kurze Scanzeit zu erreichen, ist es notwendig, dass die die Behandlung begleitende Assistenz im Vorfeld alle notwendigen Vorbereitungen trifft. Dazu gehört das Einstellen aller Parameter am Röntgengerät, in der DBS Win- Software (Patient, Zahn, Behandlungszimmer, Überprüfung der vorgeschlagenen Belichtungszahlen), weiterhin die rechtzeitige Bereitstellung des Desinfektionstuches. Die Aufnahme an sich nehme ich im Rahmen endodontischer Maßnahmen persönlich vor, ebenso wie das Einlesen der Speicherfolie. Sind alle Voraussetzungen seitens der Assitenz erfüllt, was kein Hexenwerk ist, dann gelingt ein zeitnahes Betrachten des Röntgenbildes, so dass  ein Gefühl der „Wartezeit“ gar nicht erst aufkommt.

Wie fällt nun mein abschließendes Fazit aus, nach mehreren Jahren des Arbeitens mit diesem System ? Darüber berichte ich nächste Woche (mit erläuternden Bildern) im abschließenden letzten Teil dieser Serie.

Dürr VistaScan Mini Plus und Dürr Speicherfolien im Einsatz – ein Praxisbericht (2)

von Hans – Willi Herrmann

Im zweiten Teil meines Praxisberichtes befasse ich mich genauer mit der Dürr VistaScan Mini Plus – Entwicklungseinheit im Praxisbetrieb und der von Dürr mitgelieferten Bildsoftware DBS Win.

Wie schon im ersten Teil beschrieben steht der Scanner auf der Hinterkopfzeile im Behandlungszimmer 1.
Hier finden rund 80 Prozent unserer endodontischen Behandlungen statt und aus diesem Grund wurde der Scanner dort platziert, damit insbesondere die intraoperativen Röntgenaufnahmen mit geringstmöglicher Zeitverzögerung (45 – 50 Sekunden)  zur Verfügung stehen, was im Praxisbetrieb auch einwandfrei funktioniert.

Der Mini Plus trägt hierzu seinen Teil bei, gestaltet sich doch der „Einleseprozess“ einfacher und schneller als beim Urmodell, dem großen Bruder. Bei letzterem werden die Speicherfolien nämlich zunächst in einen Bildschlitten überführt, der wiederum in den Scanner eingesteckt werden muss, damit anschließend das Bild mittels besagtem Schlitten in den Scanner eingeschoben werden kann. Beim Mini Plus wird das Bild nach Aufreissen der Schutzhülle direkt in den Scanner eingeführt, der Zwischenschritt über den Bildschlitten entfällt.
Es geht demnach schneller, allerdings wird der Zeitgewinn mit dem Nachteil erkauft, dass das  von Hand zugeführte Bild in der Regel nicht parallel eingeführt wird, was einen treppenartigen Versatz der Bilddaten bewirkt. Dieser wird zwar softwareseitig korrigiert, ist aber IMHO mit einem leichten Qualitätsverlust verbunden, der vermutlich jedoch  in den allermeisten Fällen gänzlich unbemerkt bleiben wird.

Davon abgesehen funktioniert der Scanner im Praxisalltag einwandfrei.

Meine zunächst vorhandene Unsicherheit, einen eventuellen Datenverlust betreffend (auch das ein Grund, warum wir zunächst die analogen Röntgenfilme als „Backup“ mitlaufen liessen), erwies sich als unbegründet.
In den vergangenen 2 Jahren gab es keinen einzigen Zwischenfall, bei dem das Bild in irgendeiner Weise im Rahmen des Scanprozesses verloren gegangen wäre oder nicht auswertbar gewesen wäre.

Lediglich ganz zu Beginn haben wir ein Bild verloren, weil versehentlich die Folie mit der Rückseite zum Scanner hin in das Gerät eingeführt wurde.
Typischer Anfängerfehler, vergleichbar dem nicht gelöschten Licht in der Dunkelkammer. Seitdem warnt ein von uns angebrachter Schriftzug „Bild mit Schrift nach vorne einführen“ vor versehentlicher Fehlbedienung. Bis heute mit Erfolg, das Ereignis ist ein einmaliges  geblieben hast.

Der Scanner hat sich demnach als ausgesprochen alltagssicher erwiesen.
Am Anfang verunsicherte uns eine periodisch wiederkehrende, überdurchschnittlich oft zu Beginn des Arbeitstages bei der ersten Nutzung auftauchende Fehlermeldung sinngemäß „Datenübertragung nicht möglich“. Wir brachen die Aktion ab und riefen erneut die Scan- Routine auf.
Manchmal jedoch fror das Programm auch an dieser Stelle ein.
Es  half zunächst nur der Programmschluss über ALT – F4 und der anschließende Neustart.

Die Daten waren danach ausnahmslos sicher vorhanden und konnten problemlos in DBS  Win übertragen werden.

Irgendwann erkannten wir die die Ursache des „eingefrorenen“ Programms.
Das  oben erwähnte Fenster mit der Fehlermeldung versteckte sich hinter allen geöffneten Fenstern der anderen Programme.  Es wurde nur sichtbar, wenn die Fenster der anderen geöffneten Programme ausgeblendet und das Fenster von DBS Win verkleinert und soweit verschoben wurde, daß das Fehlermeldungsfenster sichtbar wurde und dann in den Vordergrund geklickt werden konnte. Für diejenigen , die sich ein wenig auskennen, wir haben es hier mit einem modalen Fenster zu tun, dass jedoch nicht obligat im Vordergrund erscheint. Liebe Dürrianer, dieses „Feature“ liesse sich sicherlich einfach beheben und würde die Arbeit mit dem Programm im Praxisalltag erleichtern.

Was gibt es zur Weiterverarbeitung der Röntgenaufnahmen in DBS Win zu sagen ?

Funktioniert, soll heißen man kommt nach kurzer Eingewöhnung gut damit zurecht. Umgehauen hat mich das Programm jedoch nicht,  es besitzt den Charme und die Haptik einer Windows- Software der Jahrtausendwende.  Das macht die Konkurrenz besser.

Ich muss gestehen, dass ich im Praxisalltag nur wenige Basisfunktionen nutze.
In der Regel die drei Schieberegler zur Bildbearbeitung (Kontrast, Helligkeit, Gamma – Wert), um das Bild möglichst gut am Bildschirm darstellen zu können. Ausserdem die Längenmessung, die in 2 Varianten existiert, eine einfache gerade Linie und eine sich aus mehreren Punkten zusammensetzende Strecke. Letztere nutzen wir mit sehr guten Ergebnissen.

Alles, was darüber hinaus geht an bildbearbeitenden Funktionen fristet in unserer Praxis ein Schattendasein. In Fehlfarbendarstellungen oder zum Beispiel dem 3 D Embossing- Effekt  habe ich bislang keinen Sinn für die Endodontie entdecken können, mag sein, dass es in anderen Teilbereichen der Zahnmedizin anders ist, wenngleich mir auch hier  die Vorstellungskraft fehlt, wozu dies nützlich sein soll.

Darüber hinaus gibt es noch andere Filtereinstellungen, zum Beispiel zur Kariesdiagnostik oder eine weitere speziell für die Endodontie.

Insbesondere den Endo -Filter habe ich zu Beginn sehr häufig benutzt. Er führt sicherlich in einer Reihe von Fällen mittels „One Click“ zu einer  verbesserten Diagnostik,neigt aber in der Regel zu sehr kontrastreichen und „geschärften“ Bildern und schiesst oftmals über das Ziel hinaus mit entsprechend mediokren Ergebnissen.

Ich verwende ihn heute kaum noch und versuche stattdessen, über die drei oben beschriebenen Helligkeitsreglern das entsprechende Optimum aus dem Bild herauszuholen.

Ein Schärfe – Regler, wie ich ihn von Bildbearbeitungen aus dem Fotobereich kenne, wäre von großem Vorteil, hier sollte Dürr unbedingt nachbessern und sich ein Beispiel an den Mitbewerbern nehmen, die es schaffen, mehr aus den Ausgangsdaten herauszuholen.

Wie sieht es aus, wenn wir Röntgenbildern in den anderen beiden Behandlungszimmern anfertigen müssen ?
Zimmer 2 ist mit Zimmer 1 durch einen Verbindungsgang von etwa 4 Metern verbunden. Röntgenbilder lassen sich auch in solchen Fällen mit nur wenigen Sekunden mehr an Wartezeit erstellen.

Lediglich unsere ZMF in Zimmer 3 muss längere Laufwege absolvieren und ist zudem gehandikapt, dass der Zugang zum Scanner in der Regel durch die Behandlung in Zimmer 1 erschwert ist. Dieser Fall tritt aber eher selten auf, so dass er im Praxisalltag nicht negativ ins Gewicht fällt.

Wesentlich unangenehmer hingegen erschwert sich der Arbeitsablauf mit dem Scanner, wenn, zum Beispiel beim Erstellen eines PA – Status, mehrere Zahnfilme unmittelbar nacheinander aufgenommen und entwickelt werden müssen.
Zwar sind in unserer Praxis genügend Speicherfolien vorhanden, um einen solchen Status in einem Rutsch am Patienten aufnehmen zu können, die Entwicklung dieser gestaltet sich jedoch zum Geduldsspiel, müssen doch alle Folien nacheinander der Reihe nach eingelesen und jeweils der Scan – Vorgang abgewartet werden.

Beim „guten alten“ Dürr XR 24 Röntgenentwickler konnten diese Filme in der Regel parallel eingelegt werden, so dass nach etwa 1 Minute die Assistentin den Röntgenraum verlassen und sich in den nächsten 6 Minuten mit anderen Dingen beschäftigen konnte.
Jetzt ist sie die ganze Zeit am Gerät eingebunden und der Zeitgewinn zur analogen Entwicklung ist dahin, bei großen Zahnstaten verkehrt sich die Zeitersparnis sogar ins Gegenteil.
Hier wäre vermutlich der von Dürr angebotene VistaScan Perio Plus Scanner von Vorteil, der eine zeitgleiches Einlesen mehrerer Zahnfilme erlaubt.
Für uns lohnt sich das Gerät jedoch nicht, die Mehrkosten amortisieren sich nicht angesichts des seltenes Anlasses multipler beinahesimultaner Aufnahmen.
Dann würde ich eher einen zweiten VistaScan Mini Plus- Scanner als Anschaffung für unsere Praxis in Erwägung ziehen, aber auch dazu besteht nach 2 Jahren bislang kein Anlass.

Was gibt es weiter zu berichten ?
Der 3. Teil meines Praxisberichtes beschreibt unseren Workflow im konkreten Praxisablauf Schritt für Schritt für einen optimalen Arbeitsablauf. Dieser erscheint (nach der Wurzelspitze- Sommerpause) voraussichtlich am 07. August.

Dürr VistaScan Mini Plus und Dürr Speicherfolien im Einsatz – ein Praxisbericht (1)

von Hans – Willi Herrmann

Wir benutzen seit 2 Jahren die Dürr Speicherfolien / VistaScan Mini Plus Scanner System – Kombi. Demnach habe ich mir offensichtlich Zeit gelassen mit diesem Praxisbericht. Und die Länge des Zeitraums bis zum Erscheinen dieses Blogbeitrags   ist nicht der Tatsache geschuldet, dass soviel Zeit notwendig gewesen wäre, um ein solches Urteil fällen zu können. Sondern ist vielmehr zurückzuführen auf den Umstand, dass  a) die  Zeit rast und b)  (das ist schon ein erster Hinweis auf die Bewährung des Systems in unserer Praxis) – ich ganz einfach vergessen habe, dass wir schon so lange damit arbeiten.

Aber der Reihe nach.
Müsste ich ein Attribut wählen, welches in einem Wort und griffig die Dürr -Speicherfolien beschreibt, dann würde ich „unauffällig“ im Sinne von „nicht existent“ wählen.

Wird aber der Sache in sofern nicht gerecht, als dass es sich hier ja um einen positiven Befund handelt.
Es gab nämlich keinerlei Umgewöhnung beim Umstieg vom analogen Film auf das digitale Speicherfolien – Medium.

Ein Phänomen, das auch immer wieder  in unserer Praxis von Hospitanten, die selbst mit Sensoren arbeiten, anerkennend genannt wird.

Einfache Platzierung mit und ohne Kofferdam.
Kein übermäßiges Würgen.
Große Filmfläche.

In jedem unserer 3 Behandlungszimmer haben wir eine Röntgeneinheit am Stuhl.

Sensor hin- und herschleppen ?
Auf einen gerade in Benutzung befindlichen Sensor warten ?
Für uns kein Problem. Wir legen in jedes unserer Zimmer eine gewisse Auswahl an Speicherfolien zur sofortigen Benutzung bereit.

Und demnach ist alles so, wie wir es von den analogen Filmen her kennen.
Kann man dem System ein größeres Kompliment machen ?
Wohl kaum.

Das Beste zweier Welten. Analoge Handhabung, digitale Weiterverarbeitung.

Einzig die Lokalisation unserer Entwicklungseinheit hat sich verändert.
Während der Dürr XR 24 -Entwickler weiterhin seinen Dienst im Röntgenraum leistet, steht der Dürr VistaScan Mini Plus  -Scanner in  meinem meistgenutzten Behandlungszimmer. Dort also, wo ca. 80 Prozent unserer Endo – Behandlungen stattfinden. Ohne großartig Platz wegzunehmen wohlgemerkt. Denn der Scanner hat den Platzbedarf einer DIN A4 – Seite und befindet sich daher wenig raumfordernd sofort erreichbar auf unserer Hinterkopfzeile.

Damit ich für die Endo möglichst schnell meine Röntgenaufnahmen zur Verfügung habe. So war es gedacht und so funktioniert es auch.

Reproduzierbare 45 Sekunden nach Auslösung steht uns der desinfizierte und danach mit 25 LP/mm eingescannte Zahnfilm auf dem Monitor zur Verfügung.
Das fertige Röntgenbild wohlgemerkt. Keine Vorabschau des Scan- Vorgangs, dessen Existenz aus Marketinggründen schon nach 6 Sekunden angepriesen wird, aber in der Praxis keinerlei Relevanz besitzt, ausser vielleicht  der Tatsache, dass man schon ein wenig früher über das Gelingen oder Nichtgelingen der Aufnahme informiert wird, wenngleich auch diese Info in der Regel mehr als 20 Sekunden benötigt.

Alles in allem sind die genannten 45 Sekunden für uns eine für uns akzeptable Wartezeit. Zu Beginn unseres Umstiegs wie ein Wimpernschlag vorüberziehend,  hatten wir doch für das analoge Pendant bislang ziemlich exakt 6 Minuten benötigt.

Aber natürlich nicht vergleichbar mit den 5 – 10 Sekunden, die gerade mal vergehen, bis ein sensorbasiertes Röntgenbild auf dem Monitor des Computers erscheint.
Berücksichtigt man allerdings die gegebenenfalls schwierige und damit zeitaufwändige Positionierung des Sensors im Vergleich zur Speicherfolie, dann relativiert sich der Zeitvorteil wieder, denn es zählt ja nicht nur die Zeit des Wartens nach Auslösung, sondern auch die Zeit vor der Aufnahme.

Unser Dürr Entwickler blieb weiterhin in Gebrauch, für benötigte OPG´s.
Und bot uns so die Möglichkeit, Speicherfolie und Röntgenfilm miteinander zu vergleichen.

Bringt man nämlich einen analogen Zahnfilm hinter der Dürr- Speicherfolie an, so ist man in der Lage, beim selben Objekt beide Speichermedien zu belichten. Vorausgesetzt man verwendet  die Belichtungszeit des analogen Films.
Diese liegt bei uns in der Regel nur eine Belichtungsstufe höher als die der Speicherfolie, ein Schelm der Arges denkt. Natürlich ist man der Lage, die Belichtungszeit zu reduzieren, das Bildergebnis ist dann aber suboptimal, so dass man sehr schnell doch wieder bei höheren Zeiten landet. Der uns zur Verfügung gestellte Kodak – Sensor reagierte im Übrigen noch drastischer auf eine Unterbelichtung, so dass sich im Endeffekt sogar eine dem Analogfilm vergleichbare Belichtungszeit einstellte, sich also gar keine Strahlenreduktion erzielen liess.

Unabhängig davon – der Trick mit den hintereinandergelegten digitalen und analogen Filmmedien  gab mir Gelegenheit, beide Systeme direkt miteinander zu vergleichen.

Was ich nicht gedacht hätte – der Zahnfilm schnitt (zunächst) sehr gut ab. Mehr als einmal ertappte ich mich dabei, anerkennend festzustellen, dass ich in der Lage war, selbst kleine Details im analogen Zahnfilm zu erkennen, auch wenn dieser um ein Vielfaches kleiner sich präsentierte als sein digitales Gegenstück auf dem 24 Zoll Monitor.

Andersrum betrachtet. Den vielleicht insgeheim stande pede erhofften Quantensprung des Aufspüren  einer Vielzahl neuer Details im digitalen Röntgenbild gab es nicht. Keine Entdeckung neuer unbekannter Welten.

Hätte ich also beim analogen Röntgenfilm bleiben können ? Oder sollen ?

Auf keinen Fall.
Einfache Frage, ans Team und an mich selbst, nach den ersten 2 Wochen.

Wollten wir auf das neue System verzichten ? Sollten wir es (rein hypothetisch) zurückgeben ?

Keiner wollte. Warum nicht ?

Hier  3 KO -Facts für das Dürr – System.

1. Wesentlich schneller. 45 Sekunden vs. 6 Minuten

2. Gleichbleibende Entwicklungsergebnisse – Kein Vergleich zur Röntgenchemie mit den allmählich immer schwächer kontrastierten, zuweilen auch plötzlich hell und fad aus dem Entwickler kommenden Aufnahmen. Keine arbeitsintensiver und fehleranfällige Wechsel- und Reinigungsarbeit an der Entwicklungsmaschine.

3. Einfache Längenmessung – Die wurde zwar von mir in der Vergangenheit ebenfalls sehr präzise am Röntgenbild durchgeführt (in der Regel auf den halben Millimeter genau), aber das war mein Job. Mit dem Dürr- System macht diese meine Endo – Assistentin. Entweder vorab oder „on the fly“ während der Behandlung unmittelbar nach Erscheinen des Bildes. Das Messergebnis ist für mich jederzeit einsehbar und wird automatisch dokumentiert. Da kann kein analoger FIlm mithalten.

Wie gehts nächste Woche an dieser Stelle weiter ?
Teil 2 widmet sich einer genaueren  Betrachtung der Entwicklungseinheit im Praxisbetrieb und der von Dürr mitgelieferten Bildsoftware DBS Win.

Dürr Scanner – Welcher ist der Richtige ?

von Hans – Willi Herrmann

Wie lange wartet man eigentlich, bis man ein endgültiges Urteil fällt ?

Im Falle der Dürr- Speicherfolien sind es mittlerweile  2 Jahre, in denen wir diese in der täglichen Praxis nutzen.

Eigentlich Zeit genug, aber dazu später.

Wie alles anfing, im Vorfeld der Kaufentscheidung,  lässt sich unter anderem hier, hier  und hier nachlesen.

Der Entschluss zur Neuinvestition war zu Beginn 2010 gefallen.
Ich hatte mich gegen einen Sensor und für ein Speicherfoliensystem entschieden.

Und zwar für das Dürr – System.
Auf Grund der Tatsache, dass ich im Rahmen meiner Fortbildungstätigkeit das System an mehreren Stellen in Aktion gesehen hatte und die Ergebnisse für mich akzeptabel waren, was heißen soll, daß diese die mir bekannten Ergebnisse des Kodas 6100 – Sensors zwar nicht übertrafen, aber doch recht ordentlich daran heranreichten.

Das war zumindest mein ( zugegeben bei geringer Fallzahl) subjektiver Eindruck.

Aber mit der grundsätzlichen Entscheidung für das Dürr – System war die Entscheidungsfindung noch nicht abgeschlossen.

Denn Speicherfolien müssen eingelesen werden.  Und Dürr hat für diesen Zweck 3 unterschiedliche Scanner im Angebot. Es galt also eine weitere Entscheidung zu treffen für das betreffende Lesegerät.

Das erste und größte der drei Modelle sieht ein wenig aus wie der Warp – Antrieb von Raumschiff Enterprise  oder die vergrößterte Version des Fusions – Antriebs des Zeitreisen- De Lorean aus „Zurück in die Zukunft 1“. Der VistaScan Plus liest nicht nur Zahnfilme unterschiedlichster Größen (0 -4) sondern auch OPG´s ein.
Und wird daher von Dürr den Kollegen empfohlen, die beim Umstieg in die digitale Röntgenpraxis ihr  „analoges“ OPG -Gerät nicht in den Müll geben möchten, aber dennoch an den Vorteilen der digitalen Röntgenentwicklung teilhaben möchten. Darunter subsummiert sich der Verzicht auf die konventionelle analoge Entwicklung mittels Röntgenchemie und Entwicklungsgerät, eine schnellere Bildentwicklung und konstante Bildergebnisse, weil der Faktor der Chemikalienalterung und Abnutzung wegfällt. Im Vergleich zum „rein digitalen“ OPG ist der VistaScan Plus um einiges kostengünstiger, aber deutlich teurer als das Einsteigergerät VistaScan Mini.

Gerät Nummer 2 ist der Dürr VistaScan Perio Plus, der mehrere Zahnfilme auf einmal einlesen kann.

Und – als kleinstes und kostengünstigstes Gerät von Dürr gibt es den Dürr VistaScan Mini Plus. Er liest immer nur einen Zahnfilm zur selben Zeit ein.

Welchen also nehmen ?

Die Entscheidung fiel mir schwerer als gedacht. Und zwar – paradoxerweise -nicht weil ich keines der Geräte vor der endgültigen Kaufentscheidung, sondern gerade weil ich durch einen glücklichen Zufall (das Wunschgerät war nicht sofort lieferbar) die Gelegenheit hatte, sowohl den VistaScan Plus als auch den VistaScan Mini in der Praxis auszuprobieren.

Letztendlich habe ich dann den VistaScan Mini gekauft. Und mich so bewußt gegen den VistaScan Plus entschieden, obwohl ich den Eindruck hatte, dass dieser eine etwas bessere Bildqualität aufweist. Das war zumindest meine Empfindung, unmittelbar nachdem ich auf den VistaScan Mini gewechselt hatte.

„Kann nicht sein, sagte der Dürr- Aussendienstmitarbeiter, der mich beratend betreute. Eine eigene laienhafte, jedoch von Dürr dementierte Erklärung hätte ich trotzdem. Beim VistaScan Plus werden die Speicherfolien durch einen „Folienschlitten“ in das Gerät eingeführt. Eine absolut parallele Einführung ist so  gewährleistet. Beim VistaScan Mini führt man die Speicherfolie von Hand zu. Dies wird nur in den seltensten Fällen absolut gerade erfolgen, was man in der Regel an einem leicht treppenartigen Versatz der Bildkanten erkennen kann. Zwar korrigiert die Software diese Fehlstellung in Sekundenbruchteilen automatisch, aber vielleicht gehen im Rahmen dieses Rekonturierungsprozesses ja doch ein paar Feinheiten verloren.

Kaufentscheidend wirkte letztendlich, dass der VistaScan sich auf Grund seiner Größe nicht optimal in unser Behandlungszimmer integrieren ließ.
Zwar wäre er im Röntgenraum oder in unserem Sterilsationsbereich, der meine beiden Behandlungszimmer verbindet, problemlos zu stellen gewesen. Ich hatte jedoch die Vorstellung,  die Speicherfolien so schnell wie möglich entwickeln zu wollen und suchte daher eine Bereitstellung unmittelbar am Behandlungsstuhl.

Das die Bildverarbeitung durch effizienteres Handling mit dem Mini auch noch wesentlich schneller und einfacher geht als mit dem großen Gerät nahm ich gerne billigend in Kauf.

Und die OPG´s ?
Wollte ich zunächst weiterhin analog entwickeln. Ein digitales OPG kam für mich nicht in Frage, die Fallzahlen in unserer auf Endodontie spezialisierten Praxis in den letzten Jahren gingen gegen Null und auch die Investition in die Dürr OPG – Speicherfolien- VistaScan Plus – Variante machte wirtschaftlich keinen Sinn, zudem die Folie gegenüber der rein digitalen Variante deutliche Abstriche in der Bildqualität erkennen liess und auch die Entwicklungszeit gegenüber der Sensor- Variante deutlich höher anzusiedeln ist.

Der Perio Plus war im Übrigen sofort aus dem Rennen. Er kann prinzipiell nicht mehr als der Mini, nämlich auch nur Zahnfilme einlesen, ist aber deutlich teurer. Ob dieser Sofortausschluß  so eine gute Idee gewesen war,  würde sich allerdings erst einige Zeit nach dem Kauf zeigen.

Noch war alles rosig.
Und dann gab sich sogar eine Gelegenheit, den Kodak – Sensor und die  Dürr – Speicherfolien am gleichen Objekt unmittelbar in Folge zu testen. Das Ergebnis fiel unterwartet positiv für die Speicherfolie aus, das Sensorbild zeigte sich (insbesondere vor Anwendung der Softwarealgorithmen zur Bildbearbeitung) eher flau und verwaschen.

War es also die richtige Entscheidung gewesen ? Die Antwort darauf  und   wie es mir in den letzten 2 Jahren ergangen ist mit dem VistaScan Mini finden sie nächste Woche hier bei WURZELSPITZE.

Digitales Röntgen – Der Umstieg – ein praxisbezogener Erfahrungsbericht (2)

von Hans – Willi Herrmann

Im ersten Teil dieser Artikelserie habe ich mich mit den Vorzügen und Nachteilen digitaler Sensoren beschäftigt. Heute möchte die die Speicherfolien etwas genauer betrachten.

Eins vorneweg.
Nachwievor erscheinen mir die Speicherfolien ein wenig wie die „Ugly Betty“ der digitalen Röntgentechnik. Im Deutschen würde man vielleicht vom „häßlichen Entlein“ sprechen. Das trifft es aber nicht exakt, denn, wie wir alle  wissen, verwandelt sich das häßliche Entlein am Ende des Märchens in einen schönen Schwan. Ich  bin mir nicht sicher, ob dies bei der Speicherfolientechnik genauso sein wird.

Speicherfolientechnik ist definitiv unsexy.
Warum ?

Im Gegensatz zum Röntgensensor, der unmittelbar nach Auslösung der Röntgenröhre sein Röntgenbild auf den Monitor unseres Praxiscomputer wirft, folgt auf die Belichtung der Speicherfolie zunächst wie beim analogen Röntgenbild  in einem separaten Arbeitsschritt die Entwicklung des Röntgenbildes.
Zwar gibt es keinen Röntgenentwickler (wir haben in unserer Praxis den Dürr XR 24) und demnach auch keine Röntgenchemie mehr mit ihren Nachteilen (einerseits Wechsel von Entwickler/Fixierer mit nachfolgender Entsorgung, Reinigung des Entwicklungsgerätes, andererseits Nachlassen der Entwicklungsleistung mit zunehmender Alterung der Entwicklungschemikalien über die Zeit und durch entsprechenden Gebrauch).

Geblieben ist aber der Entwicklungsvorgang an sich. Er dauert keine 6 Minuten mehr, aber es vergeht doch eine gewisse Zeit, bis das Bild zum Betrachten zur Verfügung steht.

Hätten wir es nicht mit Röntgentechnik, sondern mit Fotoapparaten zu tun, dann wäre der Röntgensensor die heute allgegenwärtige  digitale Kamera mit Sofortbetrachtung des Bildes nach Auslösung auf dem Kameradisplay.
Die Speicherfolie wäre eine Art digitale Polaroidkamera, deren „Bild“ eine gewisse Zeit benötigt, bevor wir es betrachten können. Oder wäre vergleichbar einem Diascanner, der erst nach getaner Arbeit das eingescannte Bild am Monitor anzeigen kann.

Wir alle wissen, welche Technik sich durchgesetzt hat. Wird es in der Radiologie genauso kommen ?

Aber es gibt auch Vorteile der Folientechnik:
1.  Das Handling, das de facto mit der gewohnten Vorgehensweise analoger Röntgenfilme identisch ist. Umstellungen in der Anwendung fallen also weg bzw. gar nicht erst an. Dies ist beim Sensor deutlich schwieriger.

2. Die Kosten. Eine Röntgenfolie, laut Aussage des Herstellers bis 1000 mal benutzbar kostet mit rund 60 Euro nur ein Bruchteil eines digtalen Röntgensensors. Da tut es kaum weh, wenn die Folie zu Boden fällt. Das sieht beim Röntgensensor schon anders aus. Und Kabel, die abknicken oder sich lösen können gibt es auch nicht. Wir haben in jedem unserer 3 Behandlungszimmer ein Kleinröntgengerät. Speicherfolien in der Schublade erlauben jederzeit sofortige Röntgenaufnahmen. Dies zu erreichen, bedürfte es 3 Röntgensensoren pro Praxis. Wollte man noch zumindest einen kleinen Sensor vorhalten für entsprechende beengte Kieferverhältnisse, müsste man sogar 4 Sensoren kaufen. Ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

Wie sieht es nun mit der Qualität aus ?
Sie scheint (ich beziehe mich im Nachfolgenden auf die Dürr Speicherfolie) gut zu sein, allerdings empfinde ich persönlich die Qualität des Kodak 6100 – Sensors noch ein wenig besser.

Und damit kommen wir zu einem großen Problem.
Der Katze im Sack nämlich, die wir kaufen, wenn wir uns für ein digitales Röntgensystem entscheiden.

Es gibt nämlich keine Möglichkeit, das Ganze mal auszuprobieren.
Geschweige denn mehrere Systeme im direkten Vergleich beurteilen zu können.

Es bleiben also flüchtige Eindrücke auf Messen. Mit Beispielröntgenbildern der Hersteller, die, wer will es Ihnen verübeln, vermutlich eine Positivauswahl darstellen. Am Besten wäre die Chance eines Einblicks in die Röntgenpraxis eines Kollegen, aber auch dies ist nur den Wenigsten möglich.

Eine Entscheidung mit hoher Tragweite stand also im Raum, noch problematischer im Hinblick auf die Tatsache, dass es nicht nur ein System, sondern eine Vielzahl verschiedener Speicherfolien und Sensoren zur Auswahl gab.

Letztendlich blieben für mich 2 Systeme übrig. Der Kodak 6100 – Sensor und die Dürr – Speicherfolie.

Ich habe mich für die Dürr – Speicherfolie entschieden.
Keine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Denn dann hätte ich den Kodak- Sensor gewählt.
Vielmehr ein nüchternes Abwägen des Für und Wider.
Den Ausschlag gaben die Berichte einer Reihe von Kollegen, Defekte der Sensoren betreffend und die von Ihnen geschilderten Anekdoten im Bezug auf den  After Sale – Service des Herstellers.

Was bleibt ?

Zunächst einmal nur ein schales Gefühl, denn das Bauchgefühl ist meistens richtig.

Welche Erfahrungen ich in der Praxis gemacht habe, das Dürr – Speicherfolien – System und den entsprechenden Scanner betreffend, darüber berichte ich im nächsten Beitrag an dieser Stelle.

Digitales Röntgen – Der Umstieg – ein praxisbezogener Erfahrungsbericht (1)

von Hans – Willi Herrmann

In 2010 habe ich den Wechsel von analogem zu digitalem Röntgen vollzogen. Spät ? Sicherlich, angesichts der Tatsache, dass seit ca. 15 Jahren es bereits die Option des digitalen Röntgen gibt.

Aber über lange Zeit war mir die Qualität des digitalen Zahnfilms nicht ausreichend.
Auch die immer wieder betonte Reduktion an Strahlendosis schien in der Praxis weitaus geringer als vom Hersteller propagiert. So bestätigte mehrmals der TÜV-  Experte, der turnusgemäß die Überprüfung unserer Röntgengeräte vornahm, dass wir mit der gleichen niedrigen Strahlendosis röntgen würden wie Kollegen, die digital röntgen. Und bei meinen Arbeitskursen in Instituten, die über digitales Röntgen verfügten, konnte ich dies auch genau so feststellen.

Seit Juni 2010 arbeite ich nun mit digitalen intraoralen Aufnahmen und jetzt, Anfang 2012 haben wir den nächsten Schritt hin zur volldigitalen Röntgenpraxis vollzogen.

Im Nachfolgenden möchte ich über meine Entscheidungsfindung  berichten und in mehreren Beiträgen über die  nachfolgende Integration in die vorhandenen Praxisabläufe berichten:

Teil1

  • Einleitung
  • Entscheidungsfindung Möglichkeit 1: Sensor

Teil 2 

  • Entscheidungsfindung Möglichkeit 2: Speicherfolie
  • Entscheidung

Teil 3

  • Integration in die Praxis
  • Fazit

Die Frage, die es zunächst zu beantworten galt, lautete:  Für welches Systemkonzept (Sensor oder Speicherfolie) sollte ich mich entscheiden ?

Was stand zur Auswahl ?

Zunächst natürlich der Kodak- Sensor 6100. Denn es waren  Röntgenbilder dieses Sensortyps, die ich  bei Kollegen im Praxisalltag gesehen hatte,  die mich überzeugten, dass wir es hier nun endlich mit einem Aufnahmegerät zu tun haben, welches die Bildqualität analogen Röntgens übertrifft.
Lange hatte es gedauert, viele mediokre Ergebnisstufen hatte es im letzten Jahrzehnt gegeben, aber nun offensichtlich war der Durchbruch geschafft, die Ergebnisse sogar besser als mit analogen Zahnfilmen zu erreichen.

Sensor oder Speicherfolie ?

Für den Sensor spricht sehr stark die sofortige Verfügbarkeit des Bildes. Unmittelbar nach dem Auslösen wird das Bild auf dem Monitor angezeigt. Ein weiterer Vorteil, den der Sensor beim häufigen endodontischen Behandeln bieten  könnte, ist die Möglichkeit, durch Repositionierung der Röntgenröhre schnell und einfach exzentrische Aufnahmen erzeugen zu können oder auch notwendig gewordene Wiederholungsaufnahmen unmittelbar durchführen zu können.

2: 0 für den Sensor. Plus die Super- Bildqualität.
Zwischenstand 3: 0 also.

Was spricht dagegen ?
Zunächst die Tatsache, dass die Abbildungsfläche des Sensors kleiner ist als vom Zahnfilm her gewohnt. Es geht also weniger drauf, auf einen solchen „Sensorfilm“. Möglicherweise fehlt genau das, was wir sehen wollen. Die Wurzelspitze. Kleinerer Ausschnitt bedeutet aber auch, es müssen z. B. im Rahmen eines Zahnstatus mehr Aufnahmen gemacht werden und der Sensor muss präziser im Mund platziert werden. Apropos Platzierung. Die ist schon von vornherein schwieriger, teilweise sogar deutlich schwieriger als vom Zahnfilm her gewohnt.

Von den anderen Problemen, die von Kollegen berichtet wurden, ganz zu schweigen.  Defekte Sensoren, Probleme in der Abstimmung mit der Röntgensoftware mit Ausfällen des angefertigten Bildes und damit nutzloser Bestrahlung des Patienten. Und mangelhafter bis nicht existenter After Sale- Service bestimmter Sensorenhersteller sowie hohe Anschaffungs- und Reparaturkosten. Ein Studienkollege hat in der Zeit seines digitalen Röntgens (nicht ganz 10 Jahre) 3 Generationen an Sensoren und 2 OPG – Varianten durchlebt, sprich wegschmeissen und wieder neu käuflich erwerben müssen. Er sagt, diese Investitionsverluste könne er im Laufe seines Berufslebens nicht mehr kompensieren, egal wie viele Röntgenbilder er zukünftig noch machen würde, Röntgen würde also, selbst wenn keine weiteren Kosten mehr hinzukämen,  zeitlebens für ihn ein Verlustgeschäft bleiben.

Wie sieht es nun mit der Speicherfolie aus ?
Ist diese eine Alternative, vielleicht sogar die bessere ?  Oder ist dieses Röntgenkonzept nur zweite Wahl, aus der Not heraus geboren und seine Existenz lediglich auf der Unzulänglichkeit der Sensoren und ihrer Rahmenbedingungen gründend ?

Darüber, und warum/wie ich mich letztendlich entschieden habe,  berichte ich hier an dieser Stelle in meinem nächsten WURZELSPITZE- Beitrag.

Dürr Vistascan – 3 Wochen Praxistest

von Hans – Willi Herrmann

3 Wochen haben wir nun den Dürr Vistascan und die dazugehörigen Speicherfolien in der Praxis in Verwendung.

Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen, die natürlich nicht vollständig sein, kann, denn es fehlt der direkte Vergleich mit dem Kodak 6100 Sensor.

Wie war nun das Arbeiten mit den Speicherfolien ?

Zunächst einmal, und das kann man sicherlich als großes Kompliment stehen lassen, vollkommen unauffällig.
Die Speicherfolien sind in ihrer Handhabung (abgesehen davon, dass Sie etwas dünner sind und nicht in unsere Rinn – Halter passen) absolut identisch mit dem analogen Röntgenfilm.
Und das von der ersten Aufnahme an. Keine Umgewöhnung, keine Schwierigkeiten. Okay, es gibt eine Einschränkung. Am Anfang habe ich  Ewigkeiten gebraucht, bis ich die Speicherfolie aus ihrer Schutzhülle hatte.
Was für eine Fummelei.
Heute, nach 3 Wochen, geht das Ganze innerhalb von 5 Sekunden über die Bühne  und ich kann mir gar nicht mehr erklären, warum ich zu Beginn soviel Zeit dafür gebraucht habe.

Apropo Zeit. Das ist eines der Kriterien, wenn es um den Vergleich Sensor – Speicherfolie geht. Fakt ist: Es dauert 2 Minuten, bis das Bild auf dem Monitor ist. In einem optimierten Workflow schafft man es vielleicht auf 90 Sekunden runterzukommen, aber alles was darüber hinausgeht im Punkte Zeitersparnis wird sehr sehr schwierig. 1: 0 also für den Sensor, der nach rund 10 Sekunden das Bild zur Verfügung stellt. Im Vergleich zum analogen Film sind wir aber deutlich schneller. In ziemlich exakt der Zeit, die benötigt wird, um aus dem Röntgenraum wieder herauszukommen, steht das fertige Bild auf dem Monitor zur Verfügung. Rund 4  – 5 Minuten Zeitersparnis gegenüber analog. Schöne Sache.

Dann die Sache mit der Auflösung. Wie ich schon zu Beginn des Praxistestes schrieb, ist die Auflösung der Speicherfolie nicht (wie erhofft) Lichtjahre besser als die des analogen Films. Soll heißen – ohne Bildbearbeitung ist das Bild leicht schlechter als das (optimale) analoge Bild, mit automatisierter Bildbearbeitung (Endo – Knopf) ist das Bild leicht besser als der analoge Film. Bis heute fehlt mir der direkte Vergleich zum Kodak 6100, aber von dem, was ich bei Kollegen schon gesehen habe, finde ich den Kodak Sensor leicht im Vorteil. Vielleicht trügt mich mein Eindruck, aber bis zum Beweis des Gegenteils sage ich:  Advantage Kodak 6100.

Dann wäre da der Punkt Strahlenbelastung.  Fakt ist, dass das digitale Röntgen nur unwesentlich niedriger in seiner Belichtungszeit liegt als wir seit 1994 mit unseren analogen Filmen röntgen. Eine einzige Belichtungsstufe niedriger. 90 Prozent Strahlenreduktion, das habe ich noch im Ohr, war der Wert, der von den Firmen, die digtales Röntgen im Markt etablieren wollten, genannt wurde. Nichts davon trifft zu. Hier wurde von Marketingseite mit den Ängsten der Patienten Druck ausgeübt. Und wenn man jetzt noch in die Überlegungen miteinbezieht, dass ein Röntgensensor eine kleinere Belichtungsfläche besitzt, demnach möglicherweise für das gleiche zu diagnostizierende Gebiet mehr „Zahnfilme“ gemacht werden müssen, dann bleibt von der Strahlenersparnis nicht mehr viel übrig.

Apropo Sensorgröße. Die Speicherfolie, die wir fast ausschließlich eingesetzt haben, entspricht in ihrer Fläche dem bekannten 3* 4 cm Zahnfilm.  Wie sieht das mit den Sensoren aus ? Sie sind entweder kleiner von der Filmfläche her und/oder sie sind in ihren Aussenmaßen deutlich größer als Rö – Film und Speicherfolie. Speicherfolien gibt es im Übrigen in eine ganzen Reihe unterschiedlicher Größen, zu kleinen Preisen. Deshalb ist es kein Problem, sich unterschiedliche Größen in der Praxis bereitzulegen.
Und der Scanner unseres Praxistests verarbeitet sogar OPG -Folien. Eine Umrüstung analog- digital der gesamten Praxis ist also damit von einer Sekunde auf die andere möglich und dass, ohne das ein Röntgengerät getauscht werden muss.

Olaf Löffler hatte die Ergonomie angesprochen.
Fakt ist: Der Sensor ist immer dann von Vorteil, wenn es, wie in der Endo, um sofortige Bilder, geht. Auch für Zahnstaten ist die Handhabung des Sensors wesentlich besser, weil schneller. Andererseits ist das Platzieren des Sensors in einer Reihe von Fällen ein Kreuz und man darf ruhig einmal als Advocatus diaboli die Frage stellen, ob der Vorteil der sofortigen Verfügbarkeit des Bildes auch deshalb eine große Rolle spielt, weil man mit dem Sensor deutlich, ja wirklich deutlich  öfter bei der Aufnahme daneben liegt als mit der Speicherfolie, bei der dieser unangenehme Zwischenfall so gut wie nie vorkommt. Womit wir auch wieder bei Thema Strahlenersparnis wären.

Worüber muss noch gesprochen werden ? Die Kosten natürlich und an dieser Stelle setzt sich die Speicherfolie natürlich haushoch von ihren Sensorkonkurrenten ab. Sensor hingefallen, 3500 Euro zum Fenster rausgeschmissen, über dieses Horrorszenario kann der Speicherfolienanwender nur müde lächeln. Bei 65 Euro pro Folie lässt sich ein Totalverlust doch wesentlich leichter verschmerzen als beim mehr als 50 fachen.

Ich halte das, gelinde gesagt, für eine Milchmädchenrechnung. Eine Speicherfolie ist nämlich ein Gebrauchsartikel. Sie leidet unter ihrer Benutzung und, wenn man Pech hat, ist schon nach kurzer Zeit ihre Oberfläche mit Punkten und Kratzern „verunreinigt“ und zwar unwiderruflich. Und glauben sie mir, ich habe versucht, so schonend wie möglich mit den Folien umzugehen, trotzdem waren schon nach einer Woche auf einer der Folien Kratzer zu sehen. Die Oberfläche der Speicherfolien ist empfindlich und Kofferdamklammern sind eine harte Prüfung. 1000 Bilder pro Folie ? Ich halte das für unrealistisch. Meine Gegenrechnung. Eine Folie pro Monat. Und in diesem Szenario ist die Ersparnis gegenüber dem Sensor, der nach 3 Jahren den Geist aufgibt, deutlich geringer, als zunächst vermutet.

Trotzdem wäre die Speicherfolie für die Allgemeinzahnarztpraxis meine erste Wahl. Sie ist deutlich universeller als der Sensor. Einen Sensor würde ich, zu gegebener Zeit und wenn das Ergebnis überzeugt, zusätzlich kaufen. Er ist für mich sinnvolle Ergänzung, nicht jedoch Entweder – Oder Alternative.

Ach – und noch ein letzter Punkt.
Mag sein, dass man, als Zahnarzt und damit fachkundig, auf dem Röntgenfilm alles genau so erkennen kann wie mit den digitalen Medien.
Der Patient jedoch kann es nicht.
Wenn ein Bild mehr sagt als 1000 Worte, dann ist nur das überlebensgroße Monitorbild des digitalen Zahnfilms in der Lage, den Patienten wirklich inhaltlich zu erreichen.

Und das ist ein echtes Plus der digitalen Technik.

Sensor oder Speicherfolie?

von Olaf Löffler

Die „Für und Wider“ – Diskussion habe ich mit Interesse verfolgt.
Es werden Kostenaspekte vorgebracht, es werden Qualitätseinbußen beachtet. Die Ergonomie kommt etwas zu kurz weg.

Bringt mir ein Sensor mehr Ergonomie?
Das kann ich nur für mich und meine Praxis beantworten. Ich sage ja.

Beispiel:
Was ist in diesem Fall passiert?
Der Sensor war schlecht positioniert und ich musste diesen korrigieren. Das hat mich ca. 10 Sekunden gekostet. Der Sensor war mit Halter, welcher an der Röntgenröhre befestigt ist noch im Mund. Ich konnte diesen sofort besser positionieren. Das nächste Bild ist i.d. R. in Ordnung. Wird dies auch so einfach gehen, wenn ich alles neu einstellen muss. Kann ich die manchmal geringe Korrektur der Positionierung ebenso sicher erreichen?

Beispiel

Die Positionierung des Sensors ist für mich leichter handhabbar, als die Positionierung mit dem Zahnfilm. Ich sehe darin kein Problem, insofern man die von mir früher beschriebenen Sensorhalter nutzt.

Kosten und Reparaturanfälligkeit des Sensors ist ein weiteres Kapitel. Die Kosten eines Sensors sind für mich nicht nachvollziehbar und bewertbar. Sie sind jedoch abschreckend hoch und werden daher das Hauptargument gegen den Kauf sein.

Ich nutze den Kodak 6100 seit seiner Einführung. Dieser Sensor ist bisher nicht defekt gewesen und funktioniert ohne Probleme. Allerdings ist bei mir der Sensor an der Röhre befestigt und wird kaum umhergetragen.

Übrigens fertige ich alle Röntgenaufnahmen am Patienten in der endodontischen Behandlung selber an und kann daher als praktizierender Anwender berichten.

Sensor oder Speicherfolie ?

von Hans – Willi Herrmann

Lange lange schon schiebe ich die Entscheidung vor mir her, für welches digitale Röntgensystem ich mich  entscheiden soll.

Sensor oder Folie ? Das ist die Frage.

Für den Sensor spricht die sofortige Verfügbarkeit des Bildes unmittelbar nach der Aufnahme. Und, zumindest wenn ich mir Aufnahmen des neuesten Kodak – Sensors anschaue, eine Bildqualität, die analoge Röntgenaufnahmen übertrifft. Nicht in jedem Falle, aber doch auffällig, dass dies prinzipiell  jetzt möglich ist.  Offensichtlich hat die jetzige Sensoren – Generation endlich den Qualitätslevel erreicht, den die Marketing – Abteilungen der Hersteller schon seit mehr als 10 Jahren auf ihre Hochglanzbroschüren drucken.

Gegen den Sensor spricht für mich zunächst einmal, dass die Dinger doch immer mal wieder kaputt gehen können, aus Gründen, die zum Teil vollkommen außerhalb der Verantwortung des Zahnarztes liegen. Umso mehr schmerzt es dann, wenn zu den, sagen wir mal, um eine Zahl zu nennen, 5000 Euro + MWS sich weitere 3500 Euro für einen Ersatzsensor addieren.

Die Speicherfolien hingegen sind, sofern sie ausgetauscht werden müssen, mit 65 Euro netto pro Folie in der Größe 4*3 cm schon eher im Bereich des Verkraftbaren. Zumindest erscheint dies auf den ersten Blick so.

Auch das Handling der Sensoren ist gewöhnungsbedürftig. 
Sie lassen sich zum Teil schwierig platzieren und sind meist auch kleiner in ihrem Aufnahmefeld als wir dies von unseren Zahnfilmen gewohnt sind.

Seit 2 Wochen habe ich nun einen Dürr Speicherfolienscanner in der Praxis. 
Eine Entscheidung, die lediglich auf Grund einer Abwägung der verschiedenen Vor- und Nachteile getroffen wurde und mit der Option, bei Nichtgefallen den Scanner wieder zurückgeben zu können. Angeblich röntgen bereits fast 30 % der niederländischen Zahnärzte mit Speicherfolien, während bei uns erst etwas mehr als 5 % sich für dieses Prinzip entschieden haben. Warum dem so ist ? Keine Ahnung.

Der Scanner, der mich ein wenig an den Fusionsgenerator des De Loreans aus „Zurück in die Zukunft 1“ erinnert, ist schnell aufgebaut und installiert. Von da an läuft das System einwandfrei und ohne Probleme.

Die Folien sind ein wenig dünner als unsere Zahnfilme. Sie passen nicht in unsere Rechtwinkelhalter. Es gibt spezielle Halter, aber in der Probezeit behelfe ich mich damit, dass ich einen Röntgenfilm als Platzhalter hinter die Speicherfolie lege.

Und siehe da – der hinter der Speicherfolie liegende Zahnfilm wird einwandfrei belichtet, so dass sich für mich die Gelegenheit ergibt, Zahnfilm und Speicherfolienbild miteinander zu vergleichen.

Demnächst also also an dieser Stelle ein Praxistest mit vergleichenden Aufnahmen, aber auch mit einer grundsätzlichen Vorstellung des Praxis – Workflows im Vergleichs zur analogen Praxis und im Hinblick darauf, ob die Benefits des Speicherfolien – Systems sich auch wirklich in der tagtäglichen Praxis bewahrheiten.