Dürr VistaScan Mini Plus und Dürr Speicherfolien im Einsatz – ein Praxisbericht (1)

von Hans – Willi Herrmann

Wir benutzen seit 2 Jahren die Dürr Speicherfolien / VistaScan Mini Plus Scanner System – Kombi. Demnach habe ich mir offensichtlich Zeit gelassen mit diesem Praxisbericht. Und die Länge des Zeitraums bis zum Erscheinen dieses Blogbeitrags   ist nicht der Tatsache geschuldet, dass soviel Zeit notwendig gewesen wäre, um ein solches Urteil fällen zu können. Sondern ist vielmehr zurückzuführen auf den Umstand, dass  a) die  Zeit rast und b)  (das ist schon ein erster Hinweis auf die Bewährung des Systems in unserer Praxis) – ich ganz einfach vergessen habe, dass wir schon so lange damit arbeiten.

Aber der Reihe nach.
Müsste ich ein Attribut wählen, welches in einem Wort und griffig die Dürr -Speicherfolien beschreibt, dann würde ich „unauffällig“ im Sinne von „nicht existent“ wählen.

Wird aber der Sache in sofern nicht gerecht, als dass es sich hier ja um einen positiven Befund handelt.
Es gab nämlich keinerlei Umgewöhnung beim Umstieg vom analogen Film auf das digitale Speicherfolien – Medium.

Ein Phänomen, das auch immer wieder  in unserer Praxis von Hospitanten, die selbst mit Sensoren arbeiten, anerkennend genannt wird.

Einfache Platzierung mit und ohne Kofferdam.
Kein übermäßiges Würgen.
Große Filmfläche.

In jedem unserer 3 Behandlungszimmer haben wir eine Röntgeneinheit am Stuhl.

Sensor hin- und herschleppen ?
Auf einen gerade in Benutzung befindlichen Sensor warten ?
Für uns kein Problem. Wir legen in jedes unserer Zimmer eine gewisse Auswahl an Speicherfolien zur sofortigen Benutzung bereit.

Und demnach ist alles so, wie wir es von den analogen Filmen her kennen.
Kann man dem System ein größeres Kompliment machen ?
Wohl kaum.

Das Beste zweier Welten. Analoge Handhabung, digitale Weiterverarbeitung.

Einzig die Lokalisation unserer Entwicklungseinheit hat sich verändert.
Während der Dürr XR 24 -Entwickler weiterhin seinen Dienst im Röntgenraum leistet, steht der Dürr VistaScan Mini Plus  -Scanner in  meinem meistgenutzten Behandlungszimmer. Dort also, wo ca. 80 Prozent unserer Endo – Behandlungen stattfinden. Ohne großartig Platz wegzunehmen wohlgemerkt. Denn der Scanner hat den Platzbedarf einer DIN A4 – Seite und befindet sich daher wenig raumfordernd sofort erreichbar auf unserer Hinterkopfzeile.

Damit ich für die Endo möglichst schnell meine Röntgenaufnahmen zur Verfügung habe. So war es gedacht und so funktioniert es auch.

Reproduzierbare 45 Sekunden nach Auslösung steht uns der desinfizierte und danach mit 25 LP/mm eingescannte Zahnfilm auf dem Monitor zur Verfügung.
Das fertige Röntgenbild wohlgemerkt. Keine Vorabschau des Scan- Vorgangs, dessen Existenz aus Marketinggründen schon nach 6 Sekunden angepriesen wird, aber in der Praxis keinerlei Relevanz besitzt, ausser vielleicht  der Tatsache, dass man schon ein wenig früher über das Gelingen oder Nichtgelingen der Aufnahme informiert wird, wenngleich auch diese Info in der Regel mehr als 20 Sekunden benötigt.

Alles in allem sind die genannten 45 Sekunden für uns eine für uns akzeptable Wartezeit. Zu Beginn unseres Umstiegs wie ein Wimpernschlag vorüberziehend,  hatten wir doch für das analoge Pendant bislang ziemlich exakt 6 Minuten benötigt.

Aber natürlich nicht vergleichbar mit den 5 – 10 Sekunden, die gerade mal vergehen, bis ein sensorbasiertes Röntgenbild auf dem Monitor des Computers erscheint.
Berücksichtigt man allerdings die gegebenenfalls schwierige und damit zeitaufwändige Positionierung des Sensors im Vergleich zur Speicherfolie, dann relativiert sich der Zeitvorteil wieder, denn es zählt ja nicht nur die Zeit des Wartens nach Auslösung, sondern auch die Zeit vor der Aufnahme.

Unser Dürr Entwickler blieb weiterhin in Gebrauch, für benötigte OPG´s.
Und bot uns so die Möglichkeit, Speicherfolie und Röntgenfilm miteinander zu vergleichen.

Bringt man nämlich einen analogen Zahnfilm hinter der Dürr- Speicherfolie an, so ist man in der Lage, beim selben Objekt beide Speichermedien zu belichten. Vorausgesetzt man verwendet  die Belichtungszeit des analogen Films.
Diese liegt bei uns in der Regel nur eine Belichtungsstufe höher als die der Speicherfolie, ein Schelm der Arges denkt. Natürlich ist man der Lage, die Belichtungszeit zu reduzieren, das Bildergebnis ist dann aber suboptimal, so dass man sehr schnell doch wieder bei höheren Zeiten landet. Der uns zur Verfügung gestellte Kodak – Sensor reagierte im Übrigen noch drastischer auf eine Unterbelichtung, so dass sich im Endeffekt sogar eine dem Analogfilm vergleichbare Belichtungszeit einstellte, sich also gar keine Strahlenreduktion erzielen liess.

Unabhängig davon – der Trick mit den hintereinandergelegten digitalen und analogen Filmmedien  gab mir Gelegenheit, beide Systeme direkt miteinander zu vergleichen.

Was ich nicht gedacht hätte – der Zahnfilm schnitt (zunächst) sehr gut ab. Mehr als einmal ertappte ich mich dabei, anerkennend festzustellen, dass ich in der Lage war, selbst kleine Details im analogen Zahnfilm zu erkennen, auch wenn dieser um ein Vielfaches kleiner sich präsentierte als sein digitales Gegenstück auf dem 24 Zoll Monitor.

Andersrum betrachtet. Den vielleicht insgeheim stande pede erhofften Quantensprung des Aufspüren  einer Vielzahl neuer Details im digitalen Röntgenbild gab es nicht. Keine Entdeckung neuer unbekannter Welten.

Hätte ich also beim analogen Röntgenfilm bleiben können ? Oder sollen ?

Auf keinen Fall.
Einfache Frage, ans Team und an mich selbst, nach den ersten 2 Wochen.

Wollten wir auf das neue System verzichten ? Sollten wir es (rein hypothetisch) zurückgeben ?

Keiner wollte. Warum nicht ?

Hier  3 KO -Facts für das Dürr – System.

1. Wesentlich schneller. 45 Sekunden vs. 6 Minuten

2. Gleichbleibende Entwicklungsergebnisse – Kein Vergleich zur Röntgenchemie mit den allmählich immer schwächer kontrastierten, zuweilen auch plötzlich hell und fad aus dem Entwickler kommenden Aufnahmen. Keine arbeitsintensiver und fehleranfällige Wechsel- und Reinigungsarbeit an der Entwicklungsmaschine.

3. Einfache Längenmessung – Die wurde zwar von mir in der Vergangenheit ebenfalls sehr präzise am Röntgenbild durchgeführt (in der Regel auf den halben Millimeter genau), aber das war mein Job. Mit dem Dürr- System macht diese meine Endo – Assistentin. Entweder vorab oder „on the fly“ während der Behandlung unmittelbar nach Erscheinen des Bildes. Das Messergebnis ist für mich jederzeit einsehbar und wird automatisch dokumentiert. Da kann kein analoger FIlm mithalten.

Wie gehts nächste Woche an dieser Stelle weiter ?
Teil 2 widmet sich einer genaueren  Betrachtung der Entwicklungseinheit im Praxisbetrieb und der von Dürr mitgelieferten Bildsoftware DBS Win.

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