von Hans – Willi Herrmann
Lange lange schon schiebe ich die Entscheidung vor mir her, für welches digitale Röntgensystem ich mich entscheiden soll.
Sensor oder Folie ? Das ist die Frage.
Für den Sensor spricht die sofortige Verfügbarkeit des Bildes unmittelbar nach der Aufnahme. Und, zumindest wenn ich mir Aufnahmen des neuesten Kodak – Sensors anschaue, eine Bildqualität, die analoge Röntgenaufnahmen übertrifft. Nicht in jedem Falle, aber doch auffällig, dass dies prinzipiell jetzt möglich ist. Offensichtlich hat die jetzige Sensoren – Generation endlich den Qualitätslevel erreicht, den die Marketing – Abteilungen der Hersteller schon seit mehr als 10 Jahren auf ihre Hochglanzbroschüren drucken.
Gegen den Sensor spricht für mich zunächst einmal, dass die Dinger doch immer mal wieder kaputt gehen können, aus Gründen, die zum Teil vollkommen außerhalb der Verantwortung des Zahnarztes liegen. Umso mehr schmerzt es dann, wenn zu den, sagen wir mal, um eine Zahl zu nennen, 5000 Euro + MWS sich weitere 3500 Euro für einen Ersatzsensor addieren.
Die Speicherfolien hingegen sind, sofern sie ausgetauscht werden müssen, mit 65 Euro netto pro Folie in der Größe 4*3 cm schon eher im Bereich des Verkraftbaren. Zumindest erscheint dies auf den ersten Blick so.
Auch das Handling der Sensoren ist gewöhnungsbedürftig. Sie lassen sich zum Teil schwierig platzieren und sind meist auch kleiner in ihrem Aufnahmefeld als wir dies von unseren Zahnfilmen gewohnt sind.
Seit 2 Wochen habe ich nun einen Dürr Speicherfolienscanner in der Praxis. Eine Entscheidung, die lediglich auf Grund einer Abwägung der verschiedenen Vor- und Nachteile getroffen wurde und mit der Option, bei Nichtgefallen den Scanner wieder zurückgeben zu können. Angeblich röntgen bereits fast 30 % der niederländischen Zahnärzte mit Speicherfolien, während bei uns erst etwas mehr als 5 % sich für dieses Prinzip entschieden haben. Warum dem so ist ? Keine Ahnung.
Der Scanner, der mich ein wenig an den Fusionsgenerator des De Loreans aus „Zurück in die Zukunft 1“ erinnert, ist schnell aufgebaut und installiert. Von da an läuft das System einwandfrei und ohne Probleme.
Die Folien sind ein wenig dünner als unsere Zahnfilme. Sie passen nicht in unsere Rechtwinkelhalter. Es gibt spezielle Halter, aber in der Probezeit behelfe ich mich damit, dass ich einen Röntgenfilm als Platzhalter hinter die Speicherfolie lege.
Und siehe da – der hinter der Speicherfolie liegende Zahnfilm wird einwandfrei belichtet, so dass sich für mich die Gelegenheit ergibt, Zahnfilm und Speicherfolienbild miteinander zu vergleichen.
Demnächst also also an dieser Stelle ein Praxistest mit vergleichenden Aufnahmen, aber auch mit einer grundsätzlichen Vorstellung des Praxis – Workflows im Vergleichs zur analogen Praxis und im Hinblick darauf, ob die Benefits des Speicherfolien – Systems sich auch wirklich in der tagtäglichen Praxis bewahrheiten.

Hallo Herr Herrmann.
Vielen Dank für dieses Thema. Auch wir schieben diese Entscheidung schon eine ganze Weile vor uns her.
Ich tendiere auch zu Speicherfolien. Allerdings ist die WiFi Funktion des neuen Kodak Sensors auch nicht zu verachten.
Preis: ca. 8000€ Mwst.
Was machen wir dann aber mit dem OPG?
Also doch Speicherfolien , denn wenn digital dann in allen Bereichen.
Ich bin auf Ihren Bericht sehr gespannt.
Lieben Gruß
Stefan Klinge
Hallo !
Ich habe 2007 auf Sensor (Orange Dental C-onII) umgestellt und war von der Bildqualität erstmal enttäuscht. Das Handling war ebenfalls sehr gewöhnungsbedürftig und der starre Sensor machte bei engen UK-Fronten und auch bei Kindern massiv Probleme.
Als der Sensor mit einem Kabelproblem nach einem Jahr für teures Geld getauscht werden musste, hat sich für mich die Frage erledigt, ob ich mir noch eine kleinere zusätzliche Sensorgröße zulege.
Seit 2008 habe ich jetzt ebenfalls den Dürr Speicherfolienscanner und bin sehr zufrieden damit, die Bildqualität ist deutlich besser als bei meinem Sensor.
Wäre vielleicht mal einen Versuch wert, eine Speicherfolie vor den Sensor zu packen und ein Vergleichsbild anzufertigen…
Viele Grüße
Ich würde anhand z. B. eines Metallgitternetzes überprüfen, ob die Speicherfolie nicht doch etwas die Bildqualität des dahinter liegenden Zahnfilmes verschlechtert. Die Speicherfolie sollte etwas die Röntgenstrahlen streuen. Die Frage ist, ob dadurch der Film schon sichtbar weniger scharf wird.
Hallo Herr Logies,
Natürlich wird der Sensor die Qualität der Speicherfolie etwas verschlechtern.
Aber er tut es offensichtlich nicht in einem so großen Maße, das es nicht tolerierbar wäre.
Und die Tests zeigen, dass die Speicherfolie und der Röntgenfilm nicht exorbitant auseinander liegen.
Herzliche. Grüße
H. W. Herrmann
Meine Erfahrungen der letzten Jahre entsprechen komplett denen von Sascha.
Ich bin auch nach einem Ausflug in die ach so tolle Welt der Sensoren bei der digitalen Speicherfolie gelandet.
Den einzigen Vorteil des Sensors sehe ich bei der schnellen Aufnahme eines kompletten Zahnstatus mit mehreren Bildern hintereinander.
Wer hat schon 6 Folien mal so schnell rumliegen.
Dennoch ist der Vorteil der Speicherfolie in der Art des Handlings (und den Folgekosten) dem Sensor bisher weit überlegen. In der Qualität des Bildes kann ich nicht wirklich Unterschiede erkennen.
Grüße aus Madrid, Alex
Ich röntge seit 1999 digital, mit Sirona-Sensoren. Der erste fiel nach kurzer Zeit mit Steckerproblemem aus (anfälliges Steckersystem), der zweite mit Randablösung der Sensorfolie (?), der dritte mit Kabelbruch (wir behandeln den Sensor wie ein rohes Ei), woraufhin der vierte zu einem „Sonderpreis“ an mich verkauft wurde und ich eine 5-Jahres-Garantie abschloß. Allerdings wird mein jetzt 2 Jahre altes Sirona Sensormodell lt. Depot nur noch bis zum Ablauf der Garantie (also noch ca. 3 Jahre) supported, da bereits die nächste Generation verkauft wird. Dennoch tue ich mich schwer mit der Entscheidung, auf Speicherfolien umzusteigen, zu verlockend ist die superschnelle Verfügbarkeit der Aufnahmen mit dem Sensor. Möglicherweise entscheide ich mich zur Anschaffung zweier Sensoren, sodaß das Herumtragen und Umstecken entfällt, Finanzierbarkeit vorausgesetzt.
Hallo,
wir arbeiten seit 3 Jahren mit dem Sidexis-Sensor und haben die ganze Zeit mit verschiedenen Haltern experimentiert und Justierungen mit der Strahlendosis. Nebenbei wurde der Sensor 2 Mal wegen Defekten ausgetauscht. Die Bilder waren aber nie wirklich befriedigend. Etwas genervt haben wir uns zum Vergleich letzte Woche den Folienscanner zum Probieren herstellen lassen. Und: unglaublich – die Qualität ist besser. Wir haben gleiche Bilder gegenübergestellt und waren uns sehr schnell einig: Wir müssen umsteigen!
Möchte jemand einen ca. 6 Monate alten Sidexis-Sensor kaufen;-)?
Viele Grüße
Claudia Schaller
Sehr geehrte Frau Dr. Schaller,
besteht das Angebot noch mit dem Sensor? Und was soll er kosten.
Über eine Antwort würden wir uns freuen.
Mit freundlichen Grüßen
Praxis Dr. Christine Ludwig
Pingback: Dürr Scanner – Welcher ist der Richtige ? | Wurzelspitze