2 Zitate des Tages

Am Wochenende sind mir 2 interessante Zitate, Medizin bzw. Zahnmedizin betreffend, in die Hände gefallen.

Das erste ist aus der  Biographie von  Peter Janetta.
Janetta hat das Operationsmikroskop in die Neurochirurgie eingeführt und es erging ihm am Anfang nicht anderes wie vielen anderen Vordenkern, seine Idee wurde zunächst mit Häme und Ignoranz bedacht.

Mark Shelton, Biograph und Autor von „Working in a very small place“, schreibt:

„It is one thing for a surgeon to device something new and try it himself; it may be successful, he may be eminently satisfied with the results, he may do it again and again and again. But it is another thing to get others to do it, too. Without that, a generation may pass before someone happens upon the same idea and try his hand at having it catch on. One person cannot change medicine until he changes the minds of enough of his peers for word to begin to get around.
Only then is the revolution safe.“

Das zweite Zitat ist noch wesentlich älter. Es stammt aus dem 1932 erschienenen Lehrbuch „Der Goldguß“ von Max Rosenzweig.
Dort heißt es, einleitend:

In allen unseren Spezialdisziplinen hat fast jeder Zahnarzt eine andere, seine Methode. Noch schlimmer, noch nachteiliger für die Zahnheilkunde aber ist es, daß jede offizielle Lehrstätte in Europa ihre Methode lehrt, obwohl schon vielfach auf den ersten Blick nicht alle Methoden gleichwertig, viele sicherlich unzulänglich sind. Ich bin kein unbedingter kritikloser Nachbeter der Amerikaner, aber um Institutionen, wie die Dental-Association, das Buerau of Standards etc. müssen wir die Amerikaner beneiden, wenn die zahllosen, bei fast allen unseren konservativen und technischen Arbeiten geübten Methoden von einer objektiven, wissenschaftlich und fachlich autorisierten Stelle aus überprüft und per exclusionem die besten festgestellt und standardisiert würden. So machen es die oben erwähnten amerikanischen Prüfstellen. Wie segensreich wäre eine solche Institution, um nur eine Beispiel herauszugreifen, beim Wurzelkanalbehandlungsproblem gewesen, wieviel Mißerfolge hätten wir uns und unseren Patieten ersparen, wieviel Zähne erhalten können. Es gab schlechtweg fast soviele Methoden der Wurzelkanalbehandlung als es Zahnärzte gab. Kaum in einer anderen Disziplin unseres Faches wird soviel Ballast mitgeschleppt, werden soviele wertlose, den Erfolg ausschließende Methoden geübt, als gerade bei der Wurzelkanalbehandlung.

Zeiss- Dentalmikroskop „Manuelles Pro Ergo“

von Hans – Willi Herrmann

Schon bemerkenswert, welche Entwicklung der Markt und das Angebot an Dentalmikroskopen in den letzten 20 Jahren genommen hat. Als ich 1997 anfing, mit dem Mikroskop zu arbeiten, gab es Modelle um die 40.000 DM, mit denen man beim besten Willen nicht wirklich suffizient arbeiten konnte und es gab das Zeiss Pro Magis. Ergonomisch eine Klasse für sich, allerdings auch, was den Preis anging,  alles in allem habe ich rund 75.000 DM hingelegt, bis es in seiner endgültigen Form in der Praxis stand.

Heute hingegen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Angebote in allen möglichen Preisklassen. Das Pro Ergo steht nach wie vor an der Spitze der „bezahlbaren“ High End – Mikroskope (es gibt bei Zeiss in der Produktpalette noch einige Angebote zum Beispiel aus der Neurochirurgie, die preislich sogar deutlich höher angesiedelt  sind).

Warum also kein kostengünstigeres Mikroskop kaufen für das zweite Behandlungszimmer ?
Weil die Diskrepanz an Leistung mir den geringeren Preis nicht wert war. Soll konkret heißen, die billigeren Mikroskope, und da zählte ich immer auch das Zeiss Pico hinzu, konnten mir zu wenig, dass ich den Preisvorteil für mich in Anspruch genommen hätte.

So wurde das zweite Mikroskop ein Zeiss Pro Ergo. Das steht bei Vollausstattung dann mit über  60.000 Euro in den Büchern.

Vorletzte Woche habe ich bei Jadent dann zum ersten Mal ein Dentalmikroskop gesehen, dass ich für mich als interessante Alternative zum Pro Ergo sehen könnte.
Es hört auf den wenig griffigen Namen „Manuelles Pro Ergo“ und ist dahingehend gegenüber dem Zeiss Pro Ergo in der Ausstattung reduziert, dass ich mit den Abstrichen(Verzicht auf Motorzoom und Motorfokusierung, Festbrennweiten statt Zoomobjektiv, keine Magnetbremsen, besitzt aber den vom Pro Ergo bekannten riesigen variablen Arbeitsbereich von 20 – 41 cm), denke ich, leben könnte, bei dementsprechendem geringeren Kaufpreis.

Würde ich heute eine Praxis neu einrichten, ich würde ernsthaft in Erwägung ziehen, mit einem „manuellen Pro Ergo“ anzufangen, um dann später ein zweites hinzuzunehmen.

Noch mehr freuen würde ich mich, wenn Zeiss mir das oben genannte Gerät mit Magnetbremsen liefern würde, aber dies wird vermutlich auf ewig ein Traum bleiben.

Wenn ich auch nur mit dem Gedanken spielen würde, ein Dentalmikroskop zu kaufen…

von Hans – Willi Herrmann

… dann würde ich auf jeden Fall vorab zur Entscheidungsfindung nach Aalen fahren zu Jadent.

Denn dort sind, Seite an Seite, eine so große Auswahl an unterschiedlichen Dentalmikroskopen verschiedener Hersteller und Preisklassen aufgebaut, wie ich es bislang noch nie bei einem Händler gesehen habe.

Die Palette reicht vom untersten Preissegment mit China – Mikroskop bis hin zum Zeiss Pro  Ergo. Vertreten sind Produkte der Firmen Alltion, Global, Kaps, Leica, Zeiss.
Alle betriebsbereit, so dass in ruhiger Atmosphäre und bei fachkompetenter Beratung eine Auswahl getroffen werden kann.
Und – ein Händler, der (mir fällt von den namhaften Herstellern spontan nur Möller und Wedel ein, die ich dort nicht vorgefunden habe) alles anbieten kann, hat zumindest keine Notwendigkeit, ein Produkt, dass er nicht im Angebot hat,“suboptimal zu promoten“. Denn der Kunde braucht sich ja nur aus den vielen vorhandenen Dentalmikroskopen das Mikroskop seiner Wahl auszusuchen.
Eine Win-Win- Situation.

Erfahrungen mit dem Zumax

von Günther Stöckl

Wie kam ich vor mehr als zwei Jahren dazu ein in Deutschlandvöllig unbekanntes Mikroskop zu importieren?

2004 hatte ich das Endo-Curri der Endoplus gemacht, da mein Chef kein Interesse hatte Patienten hochwertige Endodontie anzubieten musste ich mir damals alles mit meinem bescheidenen Assi-Gehalt besorgen. Mein erstes Mikroskop war dann damals ein relativ neues Low-budget Mikroskop (Optomic). Nach anfänglichen Schwierigkeiten in der Handhabung mit dem Mikroskop kam ich immer mehr in die Endo rein und so reichte mir schon bald mein Optomic nicht mehr. Ich verlängerte meinen Assi Vertrag für den Kauf eines Denta 300.

Im März 08 wollte ich dann meine eigene Praxis eröffnen und ich wollte in jedem Behandlungszimmer vernünftig mit Mikroskop arbeiten können. Damals nahm ich erstmal direkt mit Zumax Kontakt auf. Auf Grund von Importhindernissen hätte ich das Mikroskop nur über den Umweg Russland-Polen bekommen können, dies war mir zu heikel und ich legte mir ein Seiler Revelation zu.

Nachdem alles in geordneten Bahnen lief und das dritte Zimmer zum Ausbau stand war ich wieder auf der Suche nach einem Mikroskop und wandte mich erneut an Zumax, dieses Mal bestanden keine große Hindernisse im Import und ich kaufte auf gut Glück das Mikroskop.

Nach 4 Wochen stand es schließlich in meiner Praxis.

Was kann man erwarten:

In meinen Augen besticht dieses Mikroskop mit einem ausgezeichneten Preis-Leistungsverhältnis.

Man kann und darf dieses Mikroskop nicht mit den High-End Modellen anderer Hersteller vergleichen (das wäre durch den Preis auch nicht gerechtfertigt), aber mit einem Pico oder Denta 300 nimmt es das ZUMAX allemal auf.
Ich finde es hat eine gute Optik. Die modulare Aufbauweise bietet für  spätere Aufrüstungen gute Voraussetzungen. Ich hatte Zumax empfohlen die Standardvariate nur mit 180° inclinable binoculars anzubieten, leider ist dies bei ADS nocht nicht so angekommen. Entscheidend für eine gute Positionierbarkeit sind der binocular extender und der binocular rotation ring beide Teile zusammen bilden das MORA-Interface nach (ähnlich ist es auch beim Seiler) gelöst. Als Lichtquellen gibt es Xenon, Metallhalid, Halogen und LED.

Mein 1. Zumax hat noch Halogen, das Mikroskop in LED Version ist grade im Schiff zu mir unterwegs. Über die Lichtleistung kann ich daher nix sagen, da mein Möller mit einer 150W Xenonlösung und mein Seiler mit ner 300W Xenonlösung ausgestattet ist. Für die Dokumetation ist ein Beam-Splitter verfügbar mit Adaptern für Photo- und Videolösung. Ähnlich dem Pico ist eine integrierte Videolösung verfügbar, ich habe Zumax allerdings aus Qualitätsgründen davon abgeraten dies auf dem deutschen Markt zu vermarkten.

Sehr zu empfehlen ist auch die optionale Doppel Irisblende.
Ein Target-Objektiv hängt ebenfalls momentan als Prototyp an meinem Zumax, mit ihm soll die Notwendigkeit der Fokussierung und Bildausschnittauswahl auf einem externen Monitor verringert werden.
Ebenfalls sind wir gerade dabei den Laserfilter (für Diode, Er:YAG und Co2) etwas zu verbessern, hatte Zumax vor 3 Monaten nur eine Vorsatzlinse, gibt es nun einen integrierten Filter in einer Höheneinheit. Ob es hierbei zu Farbveränderungen im Normalbetrieb und bei der Dokumentation kommt, kann ich momentan noch nicht sagen, da der Prototyp erst seit Samstag an meinem Zumax hängt. Ich möchte aber die Entwicklung eher in Richtung der GLOBAL-Lösung sehen, bei der man verschiedene Filter einsetzen aber eben auch aus dem optischen Weg nehmen kann.

Die Adaptation für die CENTRO-Säule ist ebenso in der Endphase der Produktentwicklung.
Für mich bestand die Anforderung für mein Mikroskop immer in einer vernünftigen Optik und einem vernünftigen Handling. Die Annehmlichkeiten eines motorischen Zooms oder dergl. sind mir den Aufpreis bei diesen Modellen nicht wert. Ich kann lieber in allen meinen Zimmern mit Mikroskop arbeiten als nur in einem (was so bei dem Preis eines Pro Ergo oder dergl. durch meinen finanziellen Rahmen wäre).

Als weiterer Punkt ist eine sehr gute Zusammenarbeit mit Zumax zu nennen, innerhalb relativ kurzer Zeit werden meine Änderungswünsche umgesetzt und die Prototypen zum Test verschickt.


Rimbacher Latex (2) oder „Zusammen ist man weniger allein“

von Hans – Willi Herrmann

Als Hygiene – Hüllen für das Dentalmikroskop Zeiss Pro Ergo haben sich bei uns Schutzhüllen von Rimbacher Latex bewährt.

Könnte ich schreiben und es damit gut sein lassen.

Aber das wäre nur die reine Sachinformation und in Wirklichkeit, wie immer im Leben, gibt es eine Geschichte, die dahinter steht und die ein wenig reflektiert, warum es Sinn macht, einen Blog wie diesen zu betreiben.
Also hole ich weiter aus: Vor einiger Zeit hat an dieser Stelle Oscar von Stetten über den Einsatz von Kondomen als Hygienehülle für das Zeiss Pro Ergo berichtet.

Zu dieser Zeit verwendeten wir ebenfalls zweckentfremdete Hygienehüllen für dieses Mikroskop.
Allerdings aus dem Dentalbereich, nämlich Hüllen unserer Bluephase UV – Lampe. Kondome hatten wir auch als Mikroskopschutz  ausprobiert, aber die von uns verwendeten waren nicht optimal, was nicht nur damit zusammenhing, dass man besagten Hüllen ihre Herkunft zu offensichtlich ansah, sondern vor allem auch damit, dass sie die Funktion der Kippschalter einschränkten.

Just zu dem Zeitpunkt, an dem Oscar von Stetten auf die Kondome gestossen war, hatte Christian Danzl mit Hygienehüllen aus dem ärztlichen Bereich (für Ultraschallsonden)  experimentiert und mir  bei einem Treffen ein paar davon zum Testen in die Hand gedrückt. Diese haben gegenüber den Kondomen den Vorteil, dass sie sich, wenn man beim Aufspannen sehr  behutsam verfährt, auch mit dem  Zeiss Pro Magis – Mikroskop unserer Praxis verwenden lassen, eine willkommene Verbesserung. Aufs Pro Ergo passten sie nicht, wir mussten uns also zunächst weiter mit den Plastikwabbelhüllen der Bluephaselampe behelfen.
Egal, wir orderten die Hüllen  für das Pro Magis direkt vom Hersteller.
Der Lieferung lagen ein Produktkatalog und Probemuster bei. Und so sind wir dann, im zweiten Anlauf, auf die Rilaco Joy – Kondome der Firma Rimbacher Latex gestossen.

Funktionieren sehr gut am Pro Ergo.
Wir ordern jetzt immer die 1000 Stück Bulkpackung, kaufen dementsprechend günstig ein und verwenden unsere früheren Plastik-Schutzhüllen nur noch bei Patienten mit Latex – Allergie.

Ein „Danke Schön“ also an Christian Danzl und Oscar von Stetten, denn ohne Euch und eure Blog-  Beiträge wären wir nicht auf dieses Produkt gestossen.

Nachtrag zum Leica-Mikroskop M320

von Oscar von Stetten

Das LEICA Mikroskop M 320 wird in Deutschland von KaVo vertrieben.

Für weitere Infos steht Hr. Thomas Heiler gerne zur Verfügung, damit wird auch die Kontaktaufnahme deutlich erleichtert.

Nachfolgend seine Kontaktdaten:

Neue Komet- Rosenbohrer für das Arbeiten unter dem Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Über den Einsatz eines speziellen Komet – Rosenbohrers zum Arbeiten unter dem Dentalmikroskop habe ich schon berichtet an dieser Stelle.

Ursprünglich nur in der Größe 006 „gelauncht“ (wie es so schön neudeutsch heißt), bringt Komet nun zwei weitere Größen , nämlich 008 und 010 auf den Markt.
Offensichtlich ist der „006“ (als Versuchsballon losgelassen, um zusehen, ob überhaupt ein Markt besteht für einen solchen Bohrer) so gut angekommen, dass Komet nun das Sortiment nach oben hin erweitert.

Mir fehlt jetzt eigentlich nur noch  eine Größe (deutlich) jenseits der 010, um z.B. Überstände des Pulpakammerdachs effizient abtragen zu können.
Ich habe die Hoffnung, daß es dies vielleicht  irgendwann dann auch noch geben wird.

Memorix Zahnmedizin Neuauflage

von Hans – Willi Herrmann

Seit 25 Jahren nun beschäftige ich mich mit Zahnmedizin.

Und in dieser Zeit sind mir 3 Bücher als wirklich herausragend in Erinnerung geblieben.

Da war zunächst der erste Farbatlas der Zahnmedizin.
Band 1, Parodontologie.
Der Rateitschak.

Eine ganz neue Qualität in Druckqualität, Grafik und Aufmachung.

250 DM. Aus der Erinnerung heraus.

250 DM waren für mich als Studenten eine ganze Menge. Aber ich musste dieses Buch kaufen und das war gut so, kann ich auch heute noch sagen, fast 20 Jahre später. Auch wenn ich schon sehr sehr lange nicht mehr hineingeschaut habe.

Dann, 1990 ein Buch von Martignoni und Schönenberger mit dem merkwürdigen Namen „Präzision und Kronenkontur in der restaurativen Zahnheilkunde“.

Was für ein Werk.
Als blutjunger Assi, in meiner ersten Assistentenstelle bin ich auf dieses Buch gestossen und es war ein „eye opener“ für mich. Gigantische Bilder von Zähnen und Gingiva unter dem hochvergrößerenden Mikroskop. Wer einmal gesehen hat, wie eine PA – Sonde das Zahnfleisch traumatisiert und wie entzündungsfreie Gingiva formatfüllend aussehen kann, der kann nicht unbeeindruckt bleiben. Mich hat dieses Buch motiviert, geprägt.

500 DM, für einen Assi mit 3500 DM brutto eine Menge Geld.
Egal.
Gekauft.
Über viele Jahre hinweg war das Buch meine Bibel. So kann Zahnersatz aussehen. So können Präparationen aussehen. Soll mir keiner erzählen, dass so etwas nicht machbar ist. Es geht. Die Beiden haben es gezeigt.

Wie gerne hätte ich Martignoni selbst für dieses Werk gedankt, ich hatte jedoch keine Gelegenheit dazu. Als ich vor ein paar Jahren Marco Martignoni, seinen Sohn kennenlernte und ihn bat, seinem Vater meinen Dank zu übermitteln, war Martignoni  kurz vorher verstorben.
Früher habe ich immer wieder in diesem Werk geblättert. Leider habe ich irgendwann einmal das Buch an einen Freund verliehen, aber nie wieder zurückerhalten. Ich vermisse dieses Buch.

Eines Tages, dachte ich im Übrigen, als ich das Buch am Anfang in Händen hielt, werde ich auch mit dem Operationsmikroskop arbeiten in meiner Praxis.

Ich hätte nie gedacht, dass dies schon wenige Jahre später, 1997,  der Fall sein würde. Noch heute kann ich es nicht glauben, mit welcher Dynamik das Mikroskop und alle anderen Dinge, die damit verbunden waren, mein weiteres Berufsleben verändert, geprägt haben.

Und dann Buch Nummer 3.
Mit Abstand das kleinste, unscheinbarste, aber auch bei weitem das günstigste. Und jeden Cent wert.

Das Memorix Zahnmedizin, von Thomas Weber, dass nun ganz neu, in seiner 3. Auflage erschienen ist.

Was wäre mir dieses Buch im Studium und Staatsexamen eine Hilfe gewesen. Aber – zu meiner Zeit gab es das noch nicht. Wer sagt eigentlich, das früher alles besser war.

Auf irgendeiner IDS, Ende der Neunziger habe ich das Buch entdeckt und seitdem immer wieder in der Praxis zum schnellen Nachschlagen von alltäglichen und nicht alltäglichen Fakten zur Hand genommen.
Meine Azubis haben es bekommen und vor allem meine Assistentinnen im Rahmen ihrer  ZMF – Weiterbildung. Wer dieses Buch hat, der ist gewappnet für den Praxisalltag.

Dieses Buch ist ein Muss für jede Zahnarztpraxis und sollte dem Zahnmedizinstudenten spätestens beim Eintritt in den klinischen Studienabschnitt unter den Weihnachtsbaum gelegt werden.

Ich ziehe meinen Hut vor Thomas Weber, der über viele Jahre hinweg all diese Informationen zusammengetragen, überprüft, geordnet, gewichtet und schlussendlich in kompakter Form für dieses Werk aufbereitet hat.

Vielen Dank Thomas, für dein Memorix. In meiner Praxis seit 1997 sicherlich das Buch, welches am meisten von allen  zur Hand genommen wurde.

Dentalmikroskopstuhl – mit Abstand betrachtet

von Hans – Willi Herrmann

„Wäre schön, muss aber nicht zwingend sein“.

Das war, plakativ verkürzt und mit spezifischen Einschränkungen zu sehen,  mein Fazit bezüglich des Jörg und Sohn OP – Stuhles, den wir in der Praxis zum Ausprobieren hatten.

Naja, und wenn das Testgerät dann wieder abgeholt ist und man zurückkehrt zum altbewährten Stuhl, den man seit langer Zeit kennen und schätzen gelernt hat, dann ist erst mal wieder alles so wie früher.

Und es dauert eine Weile.
Bis eine schwierige Behandlung oder eine langandauernde oder eine höchste Präzision erfordernde Behandlung auftaucht.

Wie zum Beispiel die Exkavation und der Füllungsverschluss einer subgingival gelegenen Kronenrandkaries distal eines endständigen Zahnes 46.

Das jahrelange Arbeiten mit dem Dentalmikroskop versetzt einen in die Lage, solche Defekte, absolut indirekt, nur über die Sicht der Operationsfeldes mittels Mundspiegel, sicher und souverän zu handhaben. Gingivektomie mit Elektrotom, Exkavation mittels Winkelstück und oszillierenden Präparationsinstrumenten, Cp – Behandlung, Oberflächenkonditionierung und Füllungslegung – alles unter Sicht an einer ohne Spiegel nicht einsehbaren Stelle.
Kein Problem.
Vorhersagbar handhabbar.

Und eine definierte Auflage der Arbeitsarme mittels Armstützen, die eine Abstützung des Arems nicht nur über die Ellenbogen, sondern über die Auflage des gesamten Unterams gewährleisten, ermöglicht eine Präzision in den Arbeitsbewegungen, wie sie mit den konventionellen Armstützen nicht zu erreichen ist.

Fakt ist, es gibt solche klinischen Situationen, für die solche Armlehnen höchst nützlich sein können. Solange man nicht mit einem solchen Stuhl gearbeitet hat, vermist man nichts. Wenn man mit einem solchen Stuhl gearbeitet hat, langegenug, dann tauchen vereinzelt, aber immer wieder,  verschiedene Situationen auf, in denen man einen solchen Stuhl qualitätsverbessernd einsetzen könnte.

Ich wiederhole daher mein Plädoyer bezüglich des Jörg und Sohn OP – Stuhles.
„Ein solcher Stuhl pro Praxis wäre nicht schlecht“.

Jörg und Sohn Coburg Medicalift + OP Armstützen 2016 – Ein Fazit

von Hans – Willi Herrmann

Seit ein paar Tagen ist der Jörg und Sohn Medicalift –  Stuhl, der mir nach der IDS zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt wurde, wieder zurück zum Hersteller.

Wie habe ich damit gearbeitet ?

Der Medicalift verleiht dem Behandler ein Höchstmaß an Stabilität und Kontrolle, die Arbeitsbewegungen betreffend. Hat man sich erst einmal auf den Stuhl eingeschossen, dann ist dieser Zugewinn an Stabilität feststellbar.
Man empfindet dies, unabhängig davon, inwieweit sich dies konkret im Sinne der EBD  in einer Qualitätssteigerung niederschlagen kann, als positiv.

Die Einstellmöglichkeiten der Armlehnen sind extrem vielzeitig und dank Kugelgelenken und großformatiger Drehschraube in Sekundenschnelle präzise und stabil fixiert. Man kann so jeden Patienten und jede Behandlung optimal adaptieren und voreinstellen.

Was sind die Nachteile ?

Keine mit denen man nicht leben, sich nicht arrangieren könnte: Der Stuhl ist eine Wuchtbrumme.
Man muss als Aussenstehender mehr als bei den anderen Stühlen darauf achten, nicht mit dem Stuhl zu kollidieren.

Auch der Behandler muss vorsichtiger sein. Die ausladenden Armlehnen können, bei unbedachten Bewegungen, je nach Lagerung des Patienten,  diesen am Kopf oder der Schulter berühren.

Hier mein Fazit:
Man kann gut ohne den Medicalift ihn auskommen, wenn man wie wir die „normalen Jörg und Sohn“ – Mikroskop –  Stühle hat.
Und wenn man nicht mit dem Dentalmikroskop arbeitet.
Aber hätte ich noch keine Mikroskop -Stühle, ich hätte  zumindest einen Medicalift gekauft.
Bei der Präparation und der Exkavation bringt der Medicalift einen Zuwachs an Stabilität, der sich, messbar oder nicht, davon bin ich überzeugt, positiv verbuchen wird.
Die vielseitigen Einstellmöglichkeiten, die eine sekundenschnelle Anpassung im Praxisalltag ermöglichen, heben ihn von seinen Mitbewerbern ab.

Wünschen würde ich mir, dass man meine Jörg und Sohn  – Stühle mit den OP Armstützen 2016 nachrüsten könnte.
Ich würde es tun.

Und noch ein Mikroskop – Stuhl…

von Hans – Willi Herrmann

Während des 3. Südtiroler Endodontie – Oktobers in Bozen standen  die beiden nebeneinander.

Der Jadent – Mikroskop Stuhl und sein Pendant von Jörg und Sohn.  
Über beide haben wir an dieser Stelle schon berichtet und beide haben prominente Befürworter wie Gary Carr (Jörg und Sohn) und Michael Arnold (Jadent).

Was der Jadent – Stuhl dem Jörg und Sohn – Stuhl, der in unserer Praxis Behandlern und Assistenz zur Verfügung steht, voraus hat, sind schräg anwinkelbare Armstützen. 

Diese erlauben eine Abstützung des Unterarms über die gesamte Fläche hinweg.
Dies kann beim Arbeiten unter dem Operationsmikroskop von Vorteil sein, weil es auch langes ermüdungsfreies Arbeiten mit lediglich Klasse 1 – und Klasse 2 – Bewegungen erlaubt, während die Armstützen des Jörg und Sohn – Stuhles nur eine  Abstützung des Unterarms in der Waagrechten zulassen. Bewegt man sich ausserhalb dieser Ebene, finden die Arme ihre Abstützung lediglich über die Ellenbogen.
Auch damit lässt sich sehr gut arbeiten, aber vielleicht geht es ja doch noch besser.

Seit ein paar Tagen steht nun ein anderer Stuhl aus der Jörg und Sohn Produkt – Palette in meiner Praxis und der hat genau das, was bisher noch fehlte: In der 3. Ebene justierbare Armlehnen.

Der Stuhl, von meinen Damen liebevoll „das Monster“ genannt, angesichts seiner imposanten Erscheinung und seines hohen Gewichts, legt die Messlatte noch einmal höher.

Die Armlehnen lassen sich dank  eines Kugelgelenks nicht nur schrägstellen, sondern auch noch zusätzlich in sich kippen. Eine Drehschraube unter der Armstütze erlaubt darüber hinaus die Verschiebung der Armstütze zusätzlich nach vorn und hinten. Dies ermöglicht in Sekundenschnelle, die Armlehnen vor und zurückzuschieben, ohne die eigentliche Einstellung verändern zu müssen. 
Das ist hilfreich, wenn der Stuhl zum normalen Arbeiten genutzt werden soll.
Die Armlehnen, nach hinten gefahren, erleichtern den schnellen Ein- und Austieg. 

Wie arbeitet es sich nun mit dem „Monster“ – Stuhl ?
So gut, dass ich heute, vor die Wahl gestellt,  mich für diesen Stuhl entscheiden würde.
Die zusätzliche Armabstützung ist nicht zwingend notwendig, aber angenehm in bestimmten Arbeitssituationen. Und falls diese nicht benötigt werden, kann man die Armlehnen so adaptieren, dass sie nicht im Weg sind. Die Einstellmöglichkeiten sind extrem vielfältig und die Mechanik funktioniert schnell und arretiert absolut stabil.

Allerdings ist der Zugewinn an Ergonomie nicht so groß, dass ich von nun an mit meinen Jörg und Sohn Stühlen gar nicht mehr arbeiten könnte. Die Verbesserung ist spürbar, aber der Abstand zwischen  den beiden Jörg und Sohn Stühlen ist deutlich geringer  als zu meinem „Schwedenstuhl“. 

Was ich mir wünschen würde: Dass die Armlehmen sich an meine deutlich zierlicheren Arbeitsstühle adaptieren lassen.
Dies liesse sich mit vertretbarem Aufwand bewerkstelligen und vielleicht bewirkt dieser Blogbeitrag, dass Jörg und Sohn dieses Feature in ihr Lieferprogramm aufnehmen.

 

 

 

 


IDS 2009 (7) Microscopes are here to stay

von Hans – Willi Herrmann

Spätestens mit dieser IDS ist es nicht mehr zu übersehen.

Das Dentalmikroskop hat sich seinen festen Platz in der Zahnmedizin erobert.

Erkennbar an 2 Dingen.

Zum einen gab es eine ganze Reihe von Ständen, an denen ein Dentalmikroskop den Kollegen zum Arbeiten und zur Visualisierung zur Verfügung stand. Immer und immer wieder, wenn man durch die Reihen ging, gab es die verschiedensten Mikroskope an den Ständen der Aussteller zu entdecken. Und diese Mikroskope wurden genutzt.
Wohlgemerkt, ich rede von Ständen, die keine Mikroskope verkaufen.

Zum anderen hat OMS, ein italienischer Hersteller u.a. von zahnärztlichen Behandlungseinheiten den ersten Zahnarztstuhl vorgestellt, in den ein Dentalmikroskop als fester Bestandteil integriert ist.

Ein Kaps – Mikroskop, wie unschwer zu erkennen ist.

Bleibt nur die Frage, wann Kavo oder Sirona die erste integrierte Lösung mit einem Zeiss Pro Ergo anbieten werden. Spätestens dann ist das Dentalmikroskop zahnärztlicher Mainstream geworden. Wird aber vermutlich noch etwas dauern.

Dentalmikroskop am Stuhl