LED am ProErgo (II)

Vor circa sechs Wochen habe ich von unserer Licht-Umrüstung am Mikroskop berichtet.

Nach diesem Zeitraum fällt unserer erstes Fazit mehr als positiv aus. Ein wenig schwingt sogar der Gedanke mit…:

„Warum haben wir das nicht schon viiiel früher gemacht“…

Wir geniessen die „Stille“ durch den wegfallenden Geräuschpegel der Lüftung.

Außerdem stellt sich die Ausleuchtung als subjektiv viiiel besser da. Insbesondere in tieferen Arealen.

Daher meine uneingeschränkte Empfehlung für diese Investion.

Do it!

Noch eine Anmerkung in merkwürdigen Zeiten: Da bereits die bloße Nennung eines Produktes auf einer Homepage als Werbung interpretiert werden kann, benennen wir diesen Blogbeitrag (wie auch jeden bereits geschriebenen sowie alle zukünftigen Beiträge, in denen Produkte benannt werden) als unbezahlte Werbung. Sollten wir (jemals) finanzielle Zuwendungen von Firmen erhalten, die Erwähnung bestimmter Produkte betreffend, werden wir die entsprechenden Blogbeiträge als „bezahlte Werbung“ ausweisen.

Dentalmikroskop Kamera Setup Canon 550D/ Tubus F340/ Fokusmonitor

Wie letztens besprochen anbei einige Bilder aus Behandlungen, die wir mit der oben genannten Hardware an unserem Zeiss Pro Ergo Mikroskop angefertigt haben.
Die Fotos werden mit einer Belichtungszeit 1/250 und ISO 800 aufgenommen. Es hat sich als hilfreich erwiesen, die 5fache Vergrößerung im Liveview einzustellen. Das Auslösen erfolgt durch die Assistenz mit einem Fernauslöser.
Der Bereich, der scharf zu sehen ist, ist in diesem Setup u.a. sensorbedingt  deutlich geringer als bei Jörg Schröders Coolpix Variante.
Es ist etwas Übung notwendig, bevor die Aufnahmen gelingen.
Wir verwenden die Röderspiegel HR Front für Behandlung und Fotografie.

Die Beispielbilder sind out of the box von Behandlungsfällen der letzten Arbeitstage.

Mikroskop Setup DSLR

Sorry für den späten Beitrag.
Aber nach dem Drucker Gau kam der WordPresseditor Gau. Es wurde mal wieder etwas geändert und das gewohnte Layout war weg und damit der Workflow zerstört.
Einen alten Mann, wei mich werfen derartige aprupte Dinge nicht um, machen mich aber sehr verdrießlich. 

Nun hat mir ein WordPressmitarbeiter geholfen und ich habe ihm sofort eine Liebeserklärung gemacht. :))) Nun zum Beitrag.

Nach dem wir letztens über die Fotografie am Mikroskop gesprochen haben und verschiedenste Setups besprochen haben, möchte ich noch mein Setup vorstellen.

Nach vielen Versuchen habe ich mich mit dieser Variante angefreundet.
Der Aufbau besteht aus dem
Strahlenteiler 50:50,
dem Zeiss Fotoadapter SLR f340 und
der Canon D550

Diesen Aufbau habe ich schon seit einigen Jahren im Betrieb.
Zusätzlich habe ich mir einen Fokusmonitor auf die Kamera (Blitzschuh) installiert um besser fokussieren zu können:
FeelWorld Master MA6P Kamera Monitor 5,5 Zoll

Die Kameraeisntellung ist auf ISO 800 und einer Belichtungszeit von 1/250 eingestellt.
Bewegungen kann man damit halbwegs abfangen. Die Spiegelauslösung bereitet keine Probleme.
Der f340 Adapter lässt keine Einstellungen zu und war unter all meinen Fotoadaptern von Carr – Kaps der problemlossest zu händelnde und hat eine sehr gute Abbildungsqualität.

Bilder stelle ich demnächst ein.

Hier das Setup im Bild:

 

 

Handgriff- Problem gelöst (2)

von Hans- Willi Herrmann

Auch in unserer Praxis wurde (wie schon hier beschrieben) vor einigen Wochen vom Zeiss – Kundendienst das ProErgo Handgriff- Problem durch Tausch der vorhandenen Handgriffe gegen neue Handgriffe angegangen.

Um ehrlich zu sein, an unserem Pro Ergo- Mikroskop Baujahr 2007 trat der Fehler schon so lange und tagtäglich auf, dass ich nicht mehr damit gerechnet hatte, dass sich diesbezüglich noch einmal etwas ändern würde.

Umso erfreulicher die kostenlose Umtauschaktion.
Und da es gegenwärtig in Emailforen wieder einmal en vogue scheint, das Zeiss Pro Ergo schlechtzureden, möchte ich noch auf folgenden Umstand hinweisen: Die Funktion der Handgriffe war in unserer Praxis in all der Zeit, in der ich mit diesem tollen Mikroskop – dessen Kauf ich niemals auch nur eine Sekunde gereut habe –  arbeite  (bis auf wenige Ausnahmen, die sich in den vergangenen 7 Jahren an 2 Händen abzählen liessen) immer gewährleistet, da der andere Handgriff weiterhin die Bedienung des Mikroskopes uneingeschränkt zuliess und durch Betätigung des intakten Griffes spätestens nach 2- 3 Auslösungen der funktionslose Griff wieder zur Normalität zurückfand.

Kein praxisrelevantes Problem also.
Aber natürlich bleibt ein „Geschmäckle“, denn vom Spitzenprodukt der Dentalmikroskopie erwartet man –  insbesondere angesichts des Premium- Preises – uneingeschränkte und stets reibungslose Funktion. Zumal Zeiss im nach aussen getragenen Habitus keinen Zweifel daran lässt, das man nicht nur besagte Spitzenposition im Mikroskopbau innehat, sondern daneben/darunter lange, lange nichts nachkommt.

Und so hätte man erwarten können, dass wie bislang der zwar im Kollegenkreis immer wieder auftauchende, aber eben doch nicht konstant vorhandene und gegebenenfalls nicht unter Laborbedingungen reproduzierbare Fehler mit einem Achselzucken quittiert und in bekannter Altkanzlermanier ausgesessen wird.

Ein mittlerweile in der Dentalindustrie nicht unübliches, fast schon zur Normalität gewordenes Vorgehen.  Dessen Folgen, die Hinwendung zu Billiganbietern in den nächsten Jahren erst, dann aber unleugbar zunehmend, sichtbar werden wird.

Mit fatalen Folgen für diejenigen renommierten Firmen, die heute noch in Großtankermanier unbeirrt am „Mia san Mia“- Denken festhalten.

Bei uns kam – wie oben erwähnt – erfreulicherweise nach Voranmeldung der Zeiss- Techniker.
Überprüfte die Handgriffe und tauschte.

Soweit so gut.
Zufällig erwähnte ich im Gespräch mit dem Techniker, dass wir vor 2 Jahren den Zoom-Motor des Pro Ergo getauscht hatten. Dank einer Einbauanleitung von Jörg Schröder war es kein Problem, den Wechsel selbst durchzuführen, das Ersatzteil hatten wir über einen Händler bestellt, der neben anderen Mikroskopen auch Zeiss – Mikroskope vertreibt.

Der Techniker erzählte, dass bei älteren Geräten bei bestimmtem Mikroskopen Motoren zum Einsatz kamen, die mit der zur Verfügung gestellten Ausgangsspannung langfristig Probleme hatten. Bei den neueren Jahrgängen trete dieser Fehler durch Anpassung der Komponenten nicht mehr auf. Er überprüfte darauf hin die zur Ansteuerung des Zoom- Motors notwendige Platine. Und tauschte vorsorglich. Ebenfalls kostenfrei.

Fazit
Über Zeiss wird viel gesprochen und natürlich wird das Schlechte immer gerne und häufig kolportiert, interessanterweise oft auch von Leuten, die gar nichts aus eigener Erfahrung in der Sache berichten könnten, es aber dennoch tun.

Über das Gute redet kaum jemand.
Ein solch kulantes Verhalten weit über die Garantiezeit hinaus wie im vorliegenden Fall ist heutzutage sehr selten geworden und verdient ausdrücklich der positiven Erwähnung.

 

 

 

Handgriffe – Problem gelöst

von Oscar von Stetten
Seit 2008 habe ich das ProErgo in meiner Praxis. Ein edles Sportgerät, das ich nicht mehr missen möchte.
Probleme gab es keine ausser dem notwendigen Lampenwechseln. 2011 fingen dann die ersten Probleme mit den Handgriffen an. Der rechte Handgriff stieg immer aus, das Gerät meldete einen Fehler „Handgrip right: connection lost“.
Interessanterweise war die Funktion nicht betroffen, die Knöpfe gingen immer noch und man konnte weiterarbeiten.
Da es mich nicht unmittelbar betraf, ignorierte ich die Fehlermeldung. 2012 war es dann soweit, wenn die Fehlermeldung erschien war auch die Funktion weg. Sowohl vom linken als auch vom rechten Handgriff. Nach einer Wartezeit von ca. 20sec. funktionierten dann wieder beide. Wenn… Es wurde teilweise so nervig, dass das ProErgo neu gestartet werden musste. Also habe ich bei Zeiss angerufen und gefragt. Leider konnte keine Lösung angeboten werden, die Schuld wurde auf die „Überzieher“ geschoben.
Daraufhin habe ich mir „refurbished“ Handgriffe bei einem Drittanbieter organisiert und siehe da: der Fehler tauchte wieder auf.
Da die überarbeiteten Handgriffe bis dato keinen Überzieher gesehen hatte, konnte damit kein Zusammenhang bestehen. Auch Besuche eines Zeiss-Technikers brachten weder eine eindeutige Fehlerursache noch eine Lösung zu Tage. Zwischenzeitlich meldete man einen „Erfolg“, die dementsprechend modifizierten Handgriffe zeigten jedoch wieder das Fehlverhalten.

Da weder Zeiss noch ich etwas an dieser misslichen Situation ändern konnten, bleib mir nichts anderes übrig als zu denken „Sie haben es wenigstens versucht“ und mit dieser nervigen Einschränkung zu leben.

Dann, überraschend kam Ende November 2015 ein Anruf, man habe den Fehler jetzt isoliert und eine bug-freie Handgriffversion zur Verfügung. Ob ich diese testen wolle. Ja, ich wollte.

Fazit: neue Handgriffe dran, keine Fehlermeldungen mehr, Ruhe im Karton, normales Arbeiten ohne permanente Resets und Arbeitsunterbrechungen wieder möglich.

Noch bin ich zurückhaltend, bei der ersten Handgriffversion hat es auch knappe 3 Jahre gedauert, bis der Fehler zu Tage kam. Aber zumindest hat sich etwas getan.

P.S.: ich habe die alten Handgriffschutzhüllen ersetzt gegen diese: bessere Passung, nicht ganz so eng wie die alten.

http://www.kondomotheke.de/Sonodom_34mm_150_Med_Schutzhuellen_trocken_,3609.html

IDS-Neuheiten 2015 (7) – Neue Mittelklasse- Dentalmikroskope von Global und CJ- Optik

von Hans – Willi Herrmann

Auf Kursen werde ich immer wieder gefragt, welches Dentalmikroskop man sich kaufen soll. Und ich verweise stets auf das Zeiss Pro Ergo.

Natürlich ist  mir bewußt, dass dies nicht die Antwort ist, die der Fragesteller gerne hören möchte.
Denn natürlich setzt jeder Fragende voraus, dass für die nicht unbeträchtliche Summe, die beim Erwerb des Zeiss Pro Ergo im Raum steht, ein adäquater Gegenwert zu erwarten ist.

Aber man möchte eben nicht so viel Geld investieren, sondern ist vielmehr daran interessiert, für weniger Geld ein mögliches Maximum an Qualität und Leistung zu bekommen.

Ich persönlich bin nach wie vor der Meinung, das der finanzielle Mehraufwand nicht zum Fenster rausgeschmissen ist.  Sich auszahlt. Ich habe den Kauf meines Zeiss Pro Magis und Zeiss Pro Ergo ungeachtet der beträchtlichen Investitionssummen nie auch nur eine Sekunde bereut. Aber ich kann verstehen, dass man diese Ausgabe scheut.

Die gute Nachricht ist –  es gibt immer mehr Mikroskope in der Preisklasse 15.000 – 25.000 Euro, mit denen sich wirklich gut arbeiten lässt. Der Unterschied zum Pro Ergo ist da, aber bei weitem nicht mehr so eklatant, wie dies 1997 war, als ich mich für mein erstes Mikroskop, das Zeiss Pro Magis (dem Pro Ergo Vorgänger) entschied.

Zwei neue interessante Modelle, die gegen die Platzhirsche Zeiss Pico und Leica M320 antreten, wurden auf der IDS 2015 vorgestellt. Es ist zum einen das neue Global-Mikroskop (Deutschland- Vertrieb Sigma Dental) und zum anderen ein Dentalmikroskop von CJ Optik aus Wetzlar.

Würde ich mich heute für ein Mittelklasse- Mikroskop entscheiden wollen, so würde ich vor der Kaufentscheidung zunächst die  verschiedenen hier angesprochenen Modelle einer genaueren vergleichenden Betrachtung unterziehen. Das Zeiss Pro Ergo sehe ich nach wie vor einzigartig im Markt. Dies trifft für das Zeiss Pico in dieser Form mittlerweile nicht mehr zu. Konkurrenz belebt das Geschäft. Wenn dem so ist, darf man gespannt sein, was noch alles an Neuem in der nächsten Zeit auf uns zukommt und wie Zeiss auf die Mitbewerber reagiert.

Global Mikroskop Neuvorstellung IDS 2015

Neues Dentalmikroskop von CJ- Optik

Praxistest Pico vs. ProErgo

von Stephan Gäbler

Eines der großen Themen in der Endodontie war um die Jahrtausendwende die (breitere) Einführung der Dentalmikroskope. Diese Frage ist inzwischen sicher eindeutig geklärt und zumindest im Bereich der spezialisierten Kollegen wird niemand mehr ohne Dentalmikroskop arbeiten wollen.

Seither ist die Entwicklung der Mikroskope fortgeschritten. Halogen als Lichtquelle hat ausgedient. LED’s sind als neue Option hinzugekommen. Xenon ist eine weit verbreitete Lichtquelle.

Obwohl es von vielen Firmen zahlreiche neue Angebote gibt, haben sich bisher 2 Mikroskope der Firma Zeiss über die ganzen Jahre am Markt behaupten können. Das Pico und das ProErgo. Beide verkörpern nahezu gegensätzliche Philosophien. Einmal gibt es das Pico „puristisch“ mit Festbrennweite und Fünfach-Vergrößerungswechsler. Andererseits steht das ProErgo zur Verfügung, welches durch Motorzoom, variable Brennweite und Magnetbremsen punktet.

Ich selber arbeite seit 2000 in meiner Praxis mit Pico’s. Ich war mit den Mikroskopen zufrieden, schätzte die leichte Handhabung. Vor einiger Zeit habe ich die Nikon CoolPix-Kameras durch Sony’s Nex5-Modelle ersetzt. Insgesamt komme ich mit dem „einfachen“ Pico besser zurecht, als mit dem Modell mit Mora-Interface.

Nun ergab es sich durch einen massiven Wasserschaden in meiner Praxis, daß ich für 4 Monate gezwungen war, in anderen Praxen zu arbeiten. Das war zum einen die Praxis von Holger Dennhardt in Landshut, zum anderen die Praxis vom Michael Arnold in Dresden, dem ich für die Möglichkeit an der Stelle sehr danken will.
Beide Praxen sind mit Pro-Ergos ausgerüstet. Mein Behandlungsspektrum umfasste, wie „daheim“ überwiegend endodontische Prozeduren.
Damit hatte ich wohl so ziemlich einzigartig, die Möglichkeit, beide Mikroskop-Philosophien im laufenden Betrieb über einen längeren Zeitraum zu testen und damit zu vergleichen.

Hier also nun ein erster, zugegebener Maßen, sehr subjektiver, Bericht über meine Eindrücke bei der Umstellung von Pico auf ProErgo:

Die Umstellung lief, nach erster Einführung in die Bedienelemente an den Handgriffen und dem Umstand, daß die ProErgo’s erst „hochfahren“ werden müssen, problemlos. Michael Arnold hat einen zusätzlichen Vergrößerungswechsler unter dem Objektiv eingebaut. Das vergrößert die Bauhöhe um einige Zentimeter, die bei meiner Körpergröße dazu führte, daß ich teilweise „nach oben“ in das Okular schauen musste, statt „nach unten“. An das notwendige Auslösen der Magnetbremsen gewöhnte ich mich schnell. Auch das „Klacken“ der Magnete war nach einer Weile kein Problem mehr. Als Vorteil kann ich die Magnetbremse trotzdem nicht erkennen, da ich „mein“ Pico auch mal mit Nase oder Handrücken in die richtige Position bringen konnte.
Vorteilhaft fand ich das Zoomen per Knopfdruck und das motorische Verändern der Brennweite. Beide Funktionen setzte ich anfangs fast garnicht ein und verwendete sie erst mit zunehmender Zeit regelmäßig. Beim Zoomen kann man das Objekt des Interesses im Gegensatz zum Objektivwechsler kontinuierlich im Blick behalten, was einen leichten Vorteil ergibt. Jedoch ist das Vergrößerungs-Spektrum beim Pico wohl leicht größer, zusätzlich verbraucht die Optik auf Grund der größeren Zahl von Linsen wohl etwas mehr Helligkeit. Beides sollte zum Zoomen in Abwägung gebracht werden. Ehrlicher Weise muß ich sagen, daß ich während der 4 Monate keinen Fall hatte, in dem Vergrößerung und Licht an ihre Grenzen kamen, ich kenne aber solche Fälle.
Die Brennweitenänderung führe ich am Pico in der Regel durch Kniedruck in die Rückenlehne des Patientenstuhls durch. Das hat den Vorteil der handfreien Bedienung, führt aber meist zu einer Verschiebung des sichtbaren Ausschnitts. gegen eine Feinregulierung am Objektiv habe ich mich wegen Vergrößerung der Bauhöhe entschieden. Nachdem ich anfangs, meiner Gewohnheit entsprechend, mit der Rückenlehne gearbeitet habe, verwendete ich zunehmend die Knöpfe am Handgriff. Leider erfordert das immer, eine Hand aus dem Arbeitsbereich zu nehmen. Hier habe ich, wie auch bei den anderen Bedienelementen eine alternative Steuerungsmöglichkeit mit Fuß oder z. B. Sprache, vermißt.
Während meine eigenen Mikroskope an Centro-Säulen montiert sind, waren die ProErgo’s deckenmontiert oder auf Rollstativen befestigt. Ich habe keine gravierenden Handlingsunterschiede feststellen können.

Insgesamt geht meine Vergleichseinschätzung nach dem Wechsel zum ProErgo hin unentschieden aus:
Die Vorteile im Handling werden durch zwangsläufige Nachteile fast ausgeglichen. Dem steht eine hohe Preisdifferenz gegenüber.

Mein Fazit
Wenn Geld kein Entscheidungsfaktor ist, der macht mit einem ProErgo nix falsch. Alle anderen sollten die Vorteile gegen den Preisnachteil wichten. Ich könnte mir einzig die Notwendigkeit schwerer Anbauten am Strahlenteiler oder am Objektiv als KO-Kriterien für’s Pico vorstellen.

Ab heute Mittag werde ich wieder zu meinen Pico’s zurück wechseln, ich bin gespannt, ob ich nun, nach der Erfahrung mit den ProErgo’s eine andere Sicht auf die Pico’s haben werde.

Ich werde – zu gegebener Zeit – weiter berichten.

 

 

Herz OP, die zweite

von Hans – Willi Herrmann

Wenn es noch eines Beweises für die Sinnhaftigkeit des WURZELSPITZE – Blog´s bedurft hätte, dann wäre es nachfolgend beschriebenes Ereignis.

Denn ohne Jörg Schröders Beitrag „Op am offenen Herzen“ wäre ich nämlich nie auf die Idee gekommen, nachfolgende Reparatur unseres Zeiss Pro Ergo selbst durchzuführen.

So jedoch war ich bestens gerüstet, als – aus heiterem Himmel und Gott sei Dank erst am Ende unseres Behandlungstages am Freitag nachmittag – bei einer Untersuchung eines Neupatienten  unser Zeiss Pro Ergo Dentalmikroskop einen hässlich ratternden Ton von sich gab, der für mich, obwohl noch nie bislang vernommen, nur eine einzige Ursache haben konnte: der Zoom- Stellmotor war kaputt.

Und das Gerät war damit nicht mehr benutzbar.
Ein Anruf bei Herrn Ermerling von Hanchadent mit dem Telefonhörer am Mikroskopkopf brachte Gewissheit. Glück im Unglück. Das notwendige Ersatzteil war vorrätig, so dass ich vermutlich schon Montag, spätestens Dienstag nächster Woche die Reparatur würde vornehmen können. Ich nutzte das Wochenende, um im Baumarkt den benötigten, in Jörg´s Beitrag erwähnten  Torx- Schraubenzieher  zu besorgen und schon mal in Ruhe im Sinne einer Trockenübung den Ausbau der Mikroskop- Mechanik durchzuführen.

Das Ergebnis ?
Dank Jörgs Diaschau im Blogbeitrag gestaltete sich der  Ausbau kinderleicht und – unerwartet aber höchst willkommen – als Resultat der Probedemontage ging mein Stellmotor wieder. Allerdings nur etwa 2 Wochen, dann trat das knarzende Geräusch wieder auf.

Die Reparatur gestaltete sich als unkompliziert und war in 10 Minuten über die Bühne. Einschließlich dokumentierender Fotos des Ausbaus, die ich hier für alle zukünftig ebenfalls Betroffene als visuelle Unterstützung beifüge.

Herrn Ermerling von der Firma Hanchdent danke ich für die schnelle Lieferung des Ersatzteils. Mein besonderer Dank gilt meinem Freund Jörg Schröder, ohne dessen Hilfe und Anleitung ich diese Reparatur niemals gewagt hätte.

 

Neustart (VII) – Kinderkrankheiten (II) – Update

von Christoph Kaaden

Drei „Episoden“ umfassen unsere Erfahrungsberichte kleiner und grosser „Kinderkrankheiten“ einer Praxisneugründung mittlerweile…

gesammelt über die letzten circa zwölf Monate…

Zeit, für ein kleines Update…

Eines der Probleme handelte von unseren Mikroskop-Erfahrungen.

Nach zahlreichen Terminen diverser (innig bemühter) Techniker konnte eine Fehlerbeseitigung leider von keiner (Firmen-) Seite aus erzielt werden…

daher fiel vor Kurzem von Herstellerseite aus die Entscheidung …

…Ultima ratio…

…Austausch des Mikroskops gegen ein Neugerät….

…so geschehen…

…gestern…

…reibungslos und sehr professionell…

…mein Dank gilt insbesondere den Ansprechpartner Denis Schernich und Mario Köhler (sowie den Technikern) der Firma Zeiss…

…die (nahe) Zukunft wird zeigen (müssen), ob diese Massnahme unsere „Mikroskop-Kinderkrankheit „ausgeheilt“ hat…

…alle Beteiligten hoffen sehr (sehr) darauf…

…ich werde berichten…

Adventskalender 2012 (22) – Zeiss Pro Ergo

von Hans – Willi Herrmann

Über dieses Adventskalendertürchen gab es sicherlich „wurzelspitzenintern“ die meisten Diskussionen und vermutlich die größte Bandbreite in der Beurteilung.

Nachfolgend also nur meine eigene, sehr persönliche Sicht der Dinge, das Dentalmikroskop ZEISS Pro Ergo betreffend.

Seit 1997 arbeite ich mit einem eigenen Operationsmikroskop in der Praxis.
Ich hatte mich damals, als junger Zahnarzt, gerade mal im 4. Jahr der Niederlassung,  für das hochpreisige Spitzenprodukt Zeiss Pro Magis entschieden.
75.000 DM, alle Anbauteile mitgerechnet.
Ne Menge Geld.
Insbesonders im Hinblick darauf,  dass der Nutzen des Mikroskops in der Zahnmedizin zu diesem Zeitpunkt keinesfalls als gesichert gelten durfte.

Und das ist vorsichtig formuliert.
Mikroskopanwender galten zum damaligen Zeitpunkt , wenn sie denn überhaupt wahrgenommen wurden, gemeinhin als wirre Spinner  und wer über die Endo hinaus das Mikroskop für andere Dinge wie zum Beispiel im Rahmen der ZE -Herstellung oder Füllungstherapie einsetzte, ganz ehrlich, dem war nicht mehr zu helfen.

Ich habe diese Entscheidung trotzdem keinen Augenblick bereut.

2009 dann ein zweites Dentalmikroskop.
Das Zeiss Pro Ergo.
Ich hätte ein weiteres Pro Magis genommen, weil ich sehr gut damit zurecht gekommen war und es in all den Jahren ohne eine einzige Störung seinen Dienst verrichtet hatte. Aber das gabs ja schon länger nicht mehr neu zu kaufen. Und gebrauchte Pro Magis fanden sich gar nicht, oder, wenn überhaupt, zu horrenden Preisen. Wengistens wurde mittlerweile die Sinnhaftigkeit eines Mikroskopes woll nur noch von Ewig Gestrigen oder aus ideologischen Gründen in Frage gestellt.

Warum nun die Auflistung des ZEISS Pro Ergo in diesem Adventskalender ?

Ich halte  Zeiss Pro Ergo für das beste „erschwingliche“ Mikroskop in der Zahnmedizin. Punkt. Ungeachtet der Tatsache, dass es Mikroskope für weniger als ein Fünftel des Preises gibt. Und allen Unannehmlichkeiten zum Trotz. Ja, die will ich nicht unter den Tisch kehren, liebe Kritiker und auch ich  würde mir wünschen, es würde sich diesbezüglich etwas ändern.

Aber – am Ende des Tages – um eine geliebte Redewendung meines  Freundes Christoph Z. zu zitieren –   gibt es für mich nachwievor kein anderes Dentalmikroskop, das ich als Alternative auch nur in Betracht ziehen würde.
Gibt es kein Dentalmikroskop, mit dem ich lieber arbeiten würde.

Würde ich das Pro Ergo hergeben, eintauschen wollen ?
Ich wüßte nicht, wofür.

Daher verleihe ich 5 Wurzelspitzen, auch wenn ich verstehen kann, dass nicht alle meiner Sicht der Dinge werden folgen können. Und ich kann jedem nur empfehlen, vor der Wahl irgend eines Dentalmikroskops mit dem ZEISS Pro Ergo probezuarbeiten und erst danach seine Kaufentscheidung zu treffen.

Was Zeiss von Porsche lernen kann

von Hans – Willi Herrmann

Sie haben es vielleicht gelesen vorletzte Woche, ich war auf einem HNO – Kongress in Mainz, um mir ein neues Mikroskop anzuschauen.

Der Kongress ging von Donnerstag bis Samstag.
Ich war am ersten Tag da, bereits um 10 Uhr morgens.

Noch war alles ruhig, die HNO – Mediziner zumeist in den Vorträgen, demnach war die Industrieausstellung angenehm leer.
Von langen Schlangen und Gedränge keine Spur.

Ich war schnell fertig bei Atmos und gerade auf dem Weg zu Morita, als mir  am nicht zu übersehenden und von der Aufmachung her sehr gelungenen ZEISS -Stand das ZEISS HNO Top – Modell Vario 700 ins Auge fiel.

Das nur als Vorabinformation, um das Nachfolgende einordnen zu können.
Eine Ausrede, man sei am Ende eines langen Messe- Marathons, wie es an einem Samstag nachmittag auf der IDS nachvollziehbar wäre, kann ich in diesem Falle nicht gelten lassen.

Ich trat also näher an das ZEISS Vario 700 heran, betrachtete und inspizierte es genauer. Ein ZEISS- Mitarbeiter kam herbei und  erkundigte sich, ob ich Interesse hätte an einem solchen Mikroskop.

Ich nickte zustimmend, gab aber zugleich an, dass ich kein HNO-ler, sondern Zahnmediziner sei und bereits 2  ZEISS- Mikroskope besäße.
Im Laufe des Gesprächs kam dann noch zur Sprache, dass ich ein Pro Ergo und ein  Pro Magis besitze und seit 1997 mit dem Mikroskop arbeite.

Wir fachsimpelten ein wenig über die Vor- und Nachteile des aufgebauten Gerätes, sprachen danach über die Möglichkeit der Vakuumabsaugung des Steril- Drapes beim ZEISS Pentero und ich  fragte  nach dem ZEISS Movena und wie denn ein solches Mikroskop im Vergleich zum Vario 700 preislich liege.

Ich hatte das ZEISS Movena -Mikroskop zum ersten Mal etwa 2 – 3 Wochen zuvor bei Jadent / Aalen gesehen und vom ersten Eindruck her  für mich als eine günstigere Alternative zum Pro Ergo eingestuft. Jedenfalls wesentlich eher als ein ZEISS Pico, dass normalerweise als Einstieg angepriesen wird, und welches für mich nie als Alternative zum Pro Magis / Pro Ergo in Frage gekommen war.

„Was kostet denn das Movena ? „, fragte ich.

„Mehr als ein ZEISS Pico“, war die knappe Antwort.

Was für eine Antwort ??? Ich war verblüfft. Konnte es nicht glauben. Der Verkäufer hatte offensichtlich keinerlei Interesse, sich um mich als potentiellen Kunden zu bemühen. Er gab sich nicht einmal die Mühe, sein Desinteresse nicht auffällig werden zu lassen.

„Das war mir klar“, entgegnete ich, „ich hätte aber gerne gewußt, was ein  Movena genau koste.

„Das müsste ich extra in der Preisliste nachschauen“, antwortete der ZEISS – Mitarbeiter, bewegte sich dabei keinen Millimeter und die Art, wie er es sagte, stellte unmissverständlich klar, daß er dies auch auf keinen Fall tun wolle.

Vorurteile wollen offensichtlich gepflegt werden. Der Firma Zeiss haftete in der Vergangenheit der Ruf an, arrogant im Umgang mit ihren Kunden zu sein und sich wenig  um die Belange und Wünsche der Zahnärzte zu kümmern.
Seit ein paar Jahren stelle ich fest, dass im Management und im Bereich der Führungsebene versucht wird, diesen angeknacksten Ruf von ZEISS wieder zurechtzurücken. Aus eigener Erfahrung kann ich sogar sagen, dass man genau dort überdurchschnittlich viel und voller Engagement tut, um ZEISS  den Status im Bereich Kundenbetreuung wiederzugeben, den die Firma in früheren Jahren und, meines Erachtens die Qualität ihrer Produkte betreffend, noch immer inne hat.

Wie schade, wenn solche Bemühungen an der Basis kontrakariert werden.
Meinen ursprünglichen Wunsch nach einer Probestellung des ZEISS Movena habe ich  nicht mehr vorgetragen.

Was kann nun ZEISS von Porsche lernen ?

Einer meiner Patienten, Herr Müller-Maier-Schmidt, Chef eines florierenden Sanitärinstallationsbetriebes, sah auf dem Weg zu einem Kunden  die nagelneue Audi A6 Limousine im Schaufenster des Audi – Händlers stehen, auf die länger schon gewartet hatte. Vermutlich sein nächstes Auto. So hatte er es fest vor.
Er ging hinein, um sich das Auto anzuschauen, wurde aber auf Grund seiner Dienstkleidung, bei uns sagt man „Schaffklamotten“ dazu, vom dem ihn beratenden Verkäufer mit arroganter Herablassung gestraft.

Man ließ sich kaum dazu herab, Auskünfte zu erteilen. Ähnlichkeiten mit besagtem ZEISS – Mitarbeiter sind vermutlich rein zufällig, aber nicht von der Hand zu weisen.

Herr MMS, der alle seine Firmenwagen und seine Privatautos bisher in diesem Autohaus der VW – Gruppe  gekauft hatte,  verliess das Autohaus mit der festen Absicht, dort in Zukunft  nicht mehr zu kaufen.

Wie es der Zufall so wollte, war Herr MMS ein paar Tage später beruflich bedingt in Wiesbaden. Und kam in der Mittagspause nach Besuch eines Schnellrestaurants am in der Nähe gelegenen Porsche- Autohaus vorbei.
Er ging, weil sich ihm eine solche Gelegenheit nicht jeden Tag  bot, hinein, um die Autos in Augenschein zu nehmen,  war sich aber angesichts seines „Blaumann“ – Anzuges innerlich sicher, dort ebenfalls mit Mißachtung gestraft zu werden.

Das Gegenteil war der Fall.
Er wurde ungeachtet seines „nicht standesgemäßen“ Äußeren sehr höflich und zuvorkommend betreut und es wurde ihm sogar eine Probefahrt angeboten. Das lehnte Herr MMS aus Zeitgründen ab, kam aber an einem der nächsten Wochenende zum Testen wieder und – kaufte.

Atmos Iview 31 – Frische Luft in der Dentalmikroskopie

von Hans – Willi Herrmann

Vergangene Woche fand in Mainz die 83. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für HNO statt. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, vorbeizuschauen, wenn nicht der Mainzer Kollege Jürgen Wettlauffer dankenswerterweise mich darauf aufmerksam gemacht hätte, dass dort die Firma ATMOS als Neu- und Eigenentwicklung ihre ATMOS- Iview- Mikroskope vorstellt.

ATMOS MedizinTechnik, ein familiengeführtes Mittelstandsunternehmen mit 260 Mitarbeitern und Firmenzentrale im Schwarzwald,  bezeichnet sich selbst als führendes Unternehmen der Medizintechnikbranche und Global Player mit hunderttausenden ausgelieferter Atemgeräte und HNO – Arbeitsplätzen in Praxen und Kliniken in 70 Ländern der Welt.

Ich schreibe dies, weil ich davon ausgehe, dass den hier mitlesenden Zahnärzten diese Fakten genauso unbekannt sind wie mir.

Das trifft auf  Carsten  Jung, den Entwickler des Atmos- Mikroskopes, sicherlich nicht zu. Dieser war langjährig als  Kaps – Produktentwickler tätig und hat sich danach mit eigener Firma (CJ Consultation, Wetzlar) und Neuentwicklungen wie dem „Hanchadent“- Adapter (der, Ehre, wem Ehre gebührt, eigentlich „Jung“- Adapter heißen sollte)  oder nachrüstbaren LED -Beleuchtungs – Kits für Zeiss Mikroskope Anerkennung verschafft.

Und jetzt, als nächster, bedeutender Schritt nun also ein komplett selbst entwickeltes HNO- Operationsmikroskop, dass demnächst in modifizierter Form auch als Dentalmikroskop erscheinen wird.
Angesiedelt im mittlerweile stark frequentierten Mittelklasse – Segment, der „VW Golf “ – Klasse. Mit dem Anspruch, es in vielen Details besser machen zu wollen als  der Marktführer mit seinem ZEISS Pico, das sicherlich zum gegenwärtigen Zeitpunkt als Referenz in dieser Preisklasse gelten kann.

Wie war mein erster Eindruck ?
Nicht schlecht.
Ich, weiss, sie hätten jetzt  mehr Euphorie erwartet.  Erhofft.

Aber meine Zurückhaltung ist zunächst einmal der Tatsache geschuldet, dass das vorhandene Mikroskop eben ein HNO -Mikroskop ist. Und dessen Inbetriebnahme und Nutzung sich, wie nicht nur ich, sondern auch andere zahnmedizinischen Kollegen an diesem Tag feststellen konnten,  deutlich von der eines Dentalmikroskopes unterscheidet. „Was zählt, ist auf dem Platz“.  Ein erstes fundiertes Urteil kann also gegenwärtig noch nicht erfolgen.

3 Details halte ich jedoch in der Tat für vielversprechend. Die breite Stereobasis könnte Plastizität und Raumwirkung erhöhen. Der Bildeindruck ist im Übrigen auf den ersten Blick näher an LEICA als an Zeiss (Fotografie- Enthusiasten wissen, was gemeint ist, zeichnen sich doch Zeiss- und Leica- Fotoobjektive durch eine ihnen jeweils eigene, im Bildeindruck unterscheidbare Charakteristik aus), was wohl weniger direkten Nähe zum Wetzlarer Foto – Giganten als vielmehr der Nutzung gemeinsamer personeller wie auch von Material- Resourcen geschuldet ist.
Und in naher Zukunft soll eine Lichtquelle lieferbar sein, die auf LED- Basis dem gegenwärtigen Xenon – Standard nicht nur standhalten, vielmehr ihn sogar noch übertreffen soll.

Wird das Atmos Iview diesen Ansprüchen gerecht werden können ? Das wird erst ein ausführlicher Praxistest zeigen können.  Sofern sich hierzu Gelegenheit bieten wird, werde ich darüber berichten.

Aus dem Stand heraus kann man jedoch ohne Zweifel die Neuentwicklung als erfreulich und bemerkenswert einstufen, sie ist – sofern das Seriengerät die qualitativen und preislichen Versprechungen der Vorserie halten kann – eine Bereicherung für den Dentalmikroskopiemarkt.
Und das in vielerlei Hinsicht. Insbesondere die Grundeinstellung und der Anspruch des Entwicklers unterscheidet sich sehr angenehm vom längst nicht mehr zeitgemässen, aber offensichtlich zumindest als konkretes Negativbeispiel auf dem Mainzer HNO – Kongress präsenten Standesdünkel des  Mikroskop – Establishments. Hierzu mehr nächste Woche an dieser Stelle.

Was fehlt ?

Gegenwärtig eine Möglichkeit, einen Mitbeobachtertubus andocken zu können.
Das mag für die Mehrzahl der Kollegen unbedeutend sein, für unsere Praxis stellt dies leider ein K.O. – Kriterium dar. Es gibt nur einen Dokumentationsausgang, der ist für die Kombi „Jung- Adapter“ und NEX 3/5/7 belegt und zudem auf der rechten Seite, also für Rechtshänder im Zusammenhang mit dem Mitbeobachtertubus nicht nutzbar.

Achja, und Magnetbremsen wären schön.
Sind vorgesehen, sagt Herr Jung.

Die offizielle Markteinführung soll im Übrigen zum 3. Kongress der ESMD, am 04. – 06. Oktober 2012 in Berlin erfolgen.

Wir sind gespannt.

Zeiss- Dentalmikroskop „Manuelles Pro Ergo“

von Hans – Willi Herrmann

Schon bemerkenswert, welche Entwicklung der Markt und das Angebot an Dentalmikroskopen in den letzten 20 Jahren genommen hat. Als ich 1997 anfing, mit dem Mikroskop zu arbeiten, gab es Modelle um die 40.000 DM, mit denen man beim besten Willen nicht wirklich suffizient arbeiten konnte und es gab das Zeiss Pro Magis. Ergonomisch eine Klasse für sich, allerdings auch, was den Preis anging,  alles in allem habe ich rund 75.000 DM hingelegt, bis es in seiner endgültigen Form in der Praxis stand.

Heute hingegen gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Angebote in allen möglichen Preisklassen. Das Pro Ergo steht nach wie vor an der Spitze der „bezahlbaren“ High End – Mikroskope (es gibt bei Zeiss in der Produktpalette noch einige Angebote zum Beispiel aus der Neurochirurgie, die preislich sogar deutlich höher angesiedelt  sind).

Warum also kein kostengünstigeres Mikroskop kaufen für das zweite Behandlungszimmer ?
Weil die Diskrepanz an Leistung mir den geringeren Preis nicht wert war. Soll konkret heißen, die billigeren Mikroskope, und da zählte ich immer auch das Zeiss Pico hinzu, konnten mir zu wenig, dass ich den Preisvorteil für mich in Anspruch genommen hätte.

So wurde das zweite Mikroskop ein Zeiss Pro Ergo. Das steht bei Vollausstattung dann mit über  60.000 Euro in den Büchern.

Vorletzte Woche habe ich bei Jadent dann zum ersten Mal ein Dentalmikroskop gesehen, dass ich für mich als interessante Alternative zum Pro Ergo sehen könnte.
Es hört auf den wenig griffigen Namen „Manuelles Pro Ergo“ und ist dahingehend gegenüber dem Zeiss Pro Ergo in der Ausstattung reduziert, dass ich mit den Abstrichen(Verzicht auf Motorzoom und Motorfokusierung, Festbrennweiten statt Zoomobjektiv, keine Magnetbremsen, besitzt aber den vom Pro Ergo bekannten riesigen variablen Arbeitsbereich von 20 – 41 cm), denke ich, leben könnte, bei dementsprechendem geringeren Kaufpreis.

Würde ich heute eine Praxis neu einrichten, ich würde ernsthaft in Erwägung ziehen, mit einem „manuellen Pro Ergo“ anzufangen, um dann später ein zweites hinzuzunehmen.

Noch mehr freuen würde ich mich, wenn Zeiss mir das oben genannte Gerät mit Magnetbremsen liefern würde, aber dies wird vermutlich auf ewig ein Traum bleiben.

Sony NEX 7 am Dentalmikroskop

von Jürgen Wettlauffer

Mein erster Eindruck ist, dass mit der Nex 7 deutlich bessere Bilder zu erzielen sind als mit meiner Lumix GH1. Ich denke die Lumix ist veraltet und entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Ich glaube allerdings auch, dass das kleinere Modell (Sony Nex 5N) die gleichen Ergebnisse am Mikroskop erzielt.

Mein Adapter (Hanchadent) und mein Kaps- Mikroskop sind gleich geblieben. Ich bin sicher, dass die aktuellen Kameras an den neuen HD-Kamera-Adaptern das Maximum an Bildqualität herausholen.
Neben den bekannten Schwierigkeiten gute Fotos mit „Consumer-Cameras“ an Mikroskopen zu erzielen ist der „Flaschenhals“ heute die Optik der meisten Mikroskope. Diese wurden in den 80er gerechnet, als es noch keine Digitaltechnik in der Fotografie gab. Das gleiche Problem tritt mit den alten Kamera Objektiven aus „Analog-Tagen“auf. Die Qualität dieser „Analog“-Objektive reicht für die Digitalkameras nicht aus. Ausnahme sind die Objektive von Leica. Die alten „Gläser“ von Leica waren schon immer viel besser als der analoge Film auflösen kann. Daher sind diese Optiken noch heute an den Digitalkameras exzellent.
Jetzt wird es Zeit, dass Mikroskophersteller mal anständige Optiken liefern, die mit den Kameras mithalten. Ich bin gespannt was die Zukunft uns bringt.

Morita Soaric – Ein Herz für Endo

von Hans – Willi Herrmann

Vorletzte Woche hatte ich Gelegenheit, eine  neue Behandlungseinheit etwas näher ins Auge zu fassen.

Die Morita Soaric.
Und es scheint, als hätten wir es hier zum ersten Mal mit einem Stuhl zu tun,  der vom Start weg unter Berücksichtigung der Belange von Wurzelkanalbehandlungen konzipiert wurde.

Ist bei Morita nicht ganz abwegig, denn immerhin ist diese Firma in Deutschland durch ihr ROOT ZX- und Tri Auto ZX- Gerät bekannt geworden. Allerdings aber bislang auch nur durch diese beiden Geräte. Zwar werden seit vielen Jahren auch Klein- Röntgengeräte, OPGs (und neuerdings DVT´s) sowie die auf der Beach- Philosophie beruhende Behandlungseinheit „Spaceline“ vertrieben, aber mehr als eine Aussenseiterolle wurde diesen Produkten –  in diesem unserem Lande zumindest – nie zuteil.

Das könnte sich jetzt ändern, aber bevor ich näher auf die Gründe dafür eingehe,  zunächst jedoch eine Würdigung eines anderen Behandlungsstuhles:

Seit 1993 arbeite ich an Siemens M1 Behandlungseinheiten. Eigentlich sogar noch 5 Jahre länger, denn schon im Studium habe ich an diesen Einheiten gelernt und einen Teil meiner Ausbildungsassistenzzeit an diesen Stühlen verbracht.

Die Siemens M1 ist ein Meilenstein in der Geschichte des dentalen Industriedesigns.
Noch heute, mehr als 20 Jahre nach ihrer Markteinführung ist dieser Stuhl (zumindest in seinen neueren Evolutionsstufen) schön anzuschauen, wirkt zeitlos.

Ich hatte mal 3 M1.
Eine davon habe ich vor ein paar Jahren eingetauscht.
Nicht das der Stuhl auf Grund von Alterschwäche den Geist aufgeben hatte, nein, die M1en sind  robust und zuverlässig auch nach bald 20 Jahren. Bis auf den obligatorsichen Wechsel des Amalgamabscheiders und dem Austausch von Verbrauchsteilen wie Birnchen, Schläuchen und Mikromotoren verrichtet die M1, gemäß der alten Volkswagen Käfer Werbung „und läuft und läuft und läuft…“ zuverlässig ihren Dienst.

Warum also der Neukauf ?
Ich wollte einen Behandlungstuhl, der ergonomisch auf das endodontische Arbeiten und das Arbeiten mit dem Dentalmikroskop abgestimmt ist.  Das – bei allem guten Willen –  kann die M1 – ein Kind der Achtziger – nun wirklich nicht leisten.

So stieß ich eine von meinen 3 M1en  ab.
Kleiner Fehler – ich hätte den Stuhl behalten sollen, als Ersatzteilträger für alle Fälle, den einen Restwert besitzt so ein alter Stuhl nicht mehr.

Ich kaufte einen neuen Stuhl – hoch beleumundet und angepriesen vom Hersteller – als die zwar hochpreisige, dafür aber  ultimative und individuell abgestimmte Lösung für meine Einsatzzwecke.

Großer Fehler. Das hätte ich besser gelassen.
Rückblickend nach mehr als 5 Jahren kann ich nur sagen, das die Lobeshymmen des Herstellers auf die eigene Leistung in konträrem Gegensatz stehen zur Qualität des Stuhles und des After Sale – Services, der defacto nicht existent ist. Dass diese Erfahrungen von einem weiteren sehr renommierten  Kollegen aus dem Endobereich in gleicher Schmerztiefe geteilt werden, tröstet im Übrigen kein bisschen.

Was also wäre zu tun, würden morgen meine M1en ihren Geist aufgeben ?

Ich würde die Morita Soaric genau unter die Lupe nehmen: Der Stuhl bietet einen vollständig integrierten  Endomotor plus Apex-Lokator, der  die Messfunktionen auf den LCD – Monitor überträgt.  Man kann beim Aufbereiten des Wurzelkanals auf dem Display oder Monitor die Feilenspitzenposition im Kanal verfolgen. Nettes Feature, für jemanden, der die ganze Zeit durch sein Mikroskop schaut aber unerheblich. Viel wichtiger für mich ist jedoch, dass die Nickel-Titan-Feilen ohne separate Feilenelektrode das elektrische Signal weiterleiten, dies macht den Feilenwechsel schneller und einfacher. Und die Schleimhautelektrode wird in der Rückenlehne eingeklickt. Störende  Kabel, die über dem Patienten hängen, gibts damit nicht mehr.

In die Soaric können Mikroskope von Zeiss oder Leica integriert werden – genaugenommen das Zeiss Pico oder das Leica M320, fest eingebaut in die Beleuchtungs- und Schwebetischsäule. Ist die netzwerkfähige Soaric in das Praxisnetzwerk eingebunden, lassen sich die Mikroskopaufnahmen auf den Behandlungsmonitor übertragen.

Mittels eines (sogar eigen patentierten) sogenannten „Slow-Speed-Modus“ lässt sich der Soaric- Behandlungsstuhl sanft via Fusssteuerung hygienisch einwandfrei an die optimale Mikroskopposition anpassen.  Ein separates Fokussieren über das Mikroskop kann entfallen.

Klingt alles gut -trotzdem hoffe ich, dass meine M1en noch eine ganze Zeit lang halten. Aber – immerhin habe ich jetzt wieder eine Alternative, falls eine der Einheiten ihren Geist aufgeben sollte.

Dass diese (wie heißt es so schön – ausstattungsbereinigt) sogar kostengünstiger ausfällt als mein Stuhl, den ich vor ein paar Jahren gekauft habe, ist schon mal eine gute Sache. Viel wichtiger erscheinen mir aber zwei andere Morita – Facts. Zum einen ist Morita eine Firma, die, im Sinne des japanischen Firmengründers, mit dem Anspruch herangeht, ein Produkt nur auf den Markt zu bringen, wenn es wirklich gut ist. Das sagen alle Anderen auch, aber bei Morita gibt es bislang, man denke nur an  Root ZX oder Aquitomo, keinen Anlass, zu denken, dass dem nicht so sei. Zum anderen ist Morita – hätt ich nicht gedacht –  ein Dentalkonzern mit 2400 Mitarbeitern. Und demnach eine Firma, der genügend Manpower zur Entwicklung profunder Lösungen zur Verfügung steht.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich die Soaric in der Zukunft platzieren wird.
Bei Morita ist man offensichtlich gewillt, diesen Stuhl noch mehr an die Belange der Endodontie heranzubringen. Neben diversen möglichen kleineren Anpassungen bedeutet das für mich vorrangig die Integration des Zeiss Pro Ergo in die Behandlungseinheit. Und noch etwas ist zumindest nicht mehr blosse Fiktion:  Den Vorschlag der Integration der Displayanzeige des ELM in die Okulare des Pro Ergo im Sinne eines Head up Display will man wohlwohlend prüfen.

Das ist immerhin schon viel viel mehr, als man bislang von allen anderen Herstellern erwarten konnte.

Die Mortia Soaric ist im übrigen meiner Meinung nach kein Stuhl nur für den Endodontisten. Ich sehe als  Zielgruppe  all jene Zahnmediziner, die eine moderne Zahnmedizin machen, denn da gehört sowohl das Dentalmikroskop wie auch die Endodontie zwingend dazu.

Eine Sache noch.
Und die ist der Grund, warum ich mich überhaupt mit diesem Stuhl befasst habe.
Beim Arbeiten unter dem Dentalmikroskop sollte der Behandler idealerweise den Blick nicht von den Okularen wenden.

In der Praxis bedeutet dies, mit zwei Assistentinnen – sechshändig – zu arbeiten oder aber… das Ideal blosse Therorie sein zulassen und doch immer wieder zum Arztelement rüberschauen, weil sich die dort befindlichen Instrumente (Turbine, Ultraschall, Endomotor, Mehrfunktionsspritze) eben nicht blind aus dem Köcher nehmen und wieder zurückführen lassen.

Bei der Soaric ist das anders.
Ich habe mich – auf der IDS und vorletzte Woche wieder – an die Einheit gesetzt, und konnte sofort, ohne jegliche Übung an diesem mir unbekannten Stuhl die Instrumente greifen und wieder zurücklegen – den Blick nicht vom Okular abgewendet.
Es gibt kaum eine Einheit, wo dies in gleicher Weise gelingt.

Probieren Sie es aus.

IDS 2011 Rückblick 1 – Zeiss

von Hans – Willi Herrmann

Ich habe zwei ZEISS – Mikroskope und weiss daher ziemlich genau, dass ich dieses Jahr kein weiteres PRO ergo zukaufen werde. Zum ZEISS – Stand kam ich daher eher zufällig. Zum Glück – denn mir haben  zwei Neuheiten in der Produktpalette so gut gefallen, dass ich meinen IDS Rückblick 2011 genau damit beginnen möchte:

Neuheit 1:
Ein neuer Mikroskop – Kopf für das ZEISS PRO ergo.  Endlich – hat der Mikroskop – Kopf  die Ergonomie, die der Carr-Extender beim Global schon vor vielen Jahren im Hinblick auf die Kopfposition des Behandlers als sinnvoll vorgegeben hat.  Ein weiterer Schritt  auf dem Weg zur optimalen Ergonomie für das Arbeiten unter dem Dentalmikroskop.

Was bewirkt dieser Mikroskopkopf ?
Der Behandler sitzt deutlich weiter weg vom Mikroskop, muss den Kopf nicht mehr oder kaum noch  im Nacken beugen. Die Wirbelsäule und die Nacken – und Schultermuskulatur wird es danken. Ich kenne eine Reihe von  Mikroskop – Besitzern, die wissen (wenn sie das hier lesen) genau, was ich meine.

Darüberhinaus erlauben die nun möglichen  unterschiedlichen Winkeleinstellungen der Okulare eine bessere Anpassung an die Größe des Behandlers.

Und dann wäre da noch der Extender, der eine zusätzliche 50 %ige Vergrößerung erlaubt. Ein  praktisches Feature, da es den Zoombereich des PRO ergo nach oben hin den Vorgaben der Festbrennweiten der anderen Mikroskope  annähert.
Bei wohlgemerkt erstaunlich geringem Lichtverlust.

Der neue Mikroskopkopf, für mich wäre es ein Pflichtkauf bei der Zusammenstellung eines ZEISS PRO ergo´s.

Neuigkeit 2:
Eine vollständig in den Mikroskopkörper integrierte HD – Kamera.
Saubere Lösung.
Echtes Full HD.
Zunächst beim Pico, aber auch das PRO ergo wird früher oder später  nicht aussen vor bleiben.

Externe Lösungen sind günstiger, reichen jedoch in der Summe ihrer positiven Eigenschaften nicht an die ZEISS – Lösung heran. Und – wer eine Kamera als Videoquelle für die Assistenz zur Mitbeobachtung sucht, der ist bei ZEISS mit diesem Produkt genau richtig, denn die Assistenz ist auf diese Art viel viel näher am Okularbild des Behandlers als mit all den anderen bisherigen Lösungen.

Eine genauere Betrachtung der neuen Kamera demnächst hier bei Wurzelspitze.

Sony NEX 5 + HD Adapter am ZEISS PRO ergo – Beispielbilder

von Hans – Willi Herrmann

Anbei ein paar Bilder eines Milchmolaren 75 mit interner Resorption  bei einem erwachsenen Patienten.

Aufgenommen mit der Sony NEX 5 am HD – Adapter von Hanchadent am ZEISS PRO ergo mit Xenon – Beleuchtung.
Die Bilder sind nicht nachbearbeitet, 2 der 5 Bilder stellen eine leichte Auschnittsvergrößerung da.

Die Bilder wurden in einer Galerie abgelegt, so dass bei Interesse die Originalgrösse als auf 50 % komprimiertes JPG bei 72 dpi abgerufen werden kann. Die Original Metadaten wurden mit ausgegeben und können so ebenfalls  ausgelesen werden. Videos sehen naturgemäß besser aus, auch hier werde ich zu gegebener Zeit ein Beispiel einstellen.

Sony NEX 5 am Zeiss Pro Ergo Dentalmikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Die Möglichkeiten der Foto / Video Dokumentation am Dentalmikroskop sind sehr übersichtlich (um es mal zurückhaltend zu formulieren).
Umso erfreulicher, dass nun mit der Kombi Sony NEX 5 und HD  Adapter von Hanchadent eine weitere vielversprechende Lösung zur Verfügung steht. Vielversprechend zum einen  wegen des in der Kamera  verwendeten Sensorchip (ein APS C – Format, welches mehr als die 13-  fache Fläche des früheren  Kompaktkamera – Goldstandards Nikon Coolpix aufweist) und weil  die NEX 5 gegenüber digitalen SLR Kameras durch Verzicht auf den Reflexspiegel und Wegfall des damit konstruktiv verbundenen Spiegelschlags geringere Bewegungsunschärfen aufweisen sollte.

Die Kamera/Adapterkombination ist nun  schon mehrere Monate im Markt und wie immer sind die Meinungen, Qualität und Nutzen des Kameraeinsatzes  betreffend,  inhomogen.

Hier ein erster Kurzcheck am Zeiss Pro Ergo, Bild – und Videomaterial werden folgen.

1. Plug and Play ?
Kamera anschliessen, kurzer Vergleich der Schärfeebenen Auge, Kamera. Identisch. Sehr gut. Im Vergleich zur Canon 5D ein Riesenvorteil und in der Praxis ein wichtiger Punkt für die Kaufentscheidung.

2. Fotoqualität ?
Geht so. Wer eine deutliche Verbesserung gegenüber dem bisherigen Standard erwartet, wird enttäuscht sein. Was andererseits bedeutet, dass nicht wenige mit den erzielbaren Ergebnissen hoch zufrieden sein werden. Die Knackpunkte: Wenns dunkel wird im Zahn, kommt der Sensor an seine Grenzen. Details im Wurzelkanal im Foto festzuhalten wird zunehmend grenzwertiger, je tiefer es in den Kanal hineingeht.

Videoqualität ?
Gut. Als Mitbeobachterquelle für die Assistenz brauchbar. Die Wahlmöglichkeit des Videoformats zwischen AVCHD und MP4 erleichtert die Verwaltung mit Lightroom 3.0, da sich Dateien des letztgenannten Formats problemlos in Lightroom verwalten und am Mac mit Quicktime direkt aus Lightroom heraus abspielen lassen.

Benutzerführung ?
Das geht bei vielen anderen Kameras wesentlich einfacher, besser, intuitiver, aber da man nicht allzuoft Änderungen vornimmt, ist dies ertragbar.

und noch ein Endochuckbeispiel

von Olaf Löffler

Über den Einsatz des Endochuck wurde bereits einiges geschrieben und einige Beispiele vorgestellt.

Heute nun noch etwas zum Thema Fremdkörperentfernung periapikal
und sonoabrasive Mikropräparation, um diesen darzustellen.

Das ist ein weiterer Versuch einen Fall, mit bewegten Bilder darzustellen.
(Hier gehts zum Film)

Neuer Lichtleiter

von Christian Danzl

Ich gebe es offen zu, ich habe kein Zeiss Mikroskop. Ich bin dem ProErgo-Boom nicht erlegen. Mir ist es schlichtweg zu teuer.

Ich bin mit meinem KAPS im großen und ganzen seit gut sieben Jahren zufrieden. Aber es freut einen dann doch, wenn es wieder mal Neuerungen gibt. Wie zu Beispiel einen neuen Lichtleiter.

Er ist auf der Lampenseite abgewinkelt und nicht mehr so hitzeempfindlich wie das Vorgängermodell, das heisst, dass ihm die Hitze der Xenonlampe nicht mehr viel anhaben kann. Das Lichtfeld ist sehr homogen, auch eine deutliche Verbesserung zu meinem bisherigen.

Ich habe ihn mal für 30 Tage zum Testen, aber ich glaube, dass ich nicht mehr zurückschicken werde.

Schutzhüllen für Mikroskopgriffe – Gib AIDS keine Chance (2)

von Christian Danzl

Einfache, preisgünstige Schutzhüllen für das Zeiss Pro Ergo Dentalmikroskop hat Oscar von Stetten an dieser Stelle schon vorgestellt. Leider sind diese Überzieher nicht für die kleinen Griffe von Kaps geeignet. Hier bin ich bei Praxisdienst fündig geworden. Latex-Fingerlinge 100 Stück zu 0,89 €.

Wieviel Mikroskop braucht der Zahnarzt? (2)

von Oscar von Stetten

(eine Antwort auf diesen Blogbeitrag )

Sicher stellt ein Investitionsvolumen von 60k€ für ein Dentalmikroskop für viele eine Hürde dar. Wobei damit noch lange nicht Schluss ist. Folgeinvestitionen werden folgen. Das Armamentarium muss angepasst werden, evtl. ein Zimmerumbau usw. usw. Eine endlose Geschichte ;-)

Aber warum ist eigentlich immer das Gefühl da, dass es unbedingt das ProErgo sein muss?

Wohl weil viele Referenten mit dem ProErgo arbeiten. Dabei mag der falsche Eindruck entstehen, dass nur und nur das ProErgo den Erfolg ermöglicht. Dabei ist das Mikroskop nur ein Werkzeug. Mehr nicht. So banal es klingen mag. Ein Tool, vergleichbar einem Ultraschallansatz für die Endo.

Ich persönlich habe mit einem Leica-Gerät begonnen. Nach kurzer Zeit war ich nicht mehr zufrieden, weil es mir keinerlei modulare Erweiterungsmöglichkeiten bot.

Ein anderes Fabrikat wurde angeschafft. Aber auch dieses reichte mir nach einer gewissen Zeit nicht mehr.

Nun arbeite ich seit knapp 1,75 Jahren mit dem ProErgo. Fazit: das Kaps ist manchmal besser. In der Kons oder der Prothetik. Warum? Weil es mir mehr Mobilität bietet, nicht so sperrig ist, einfach mobiler. In manchen Bereichen, wie z.B. der Endodontie (die ja per se eine sehr statische Behandlungssituation ist), hat das ProErgo die Nase vorn. Aber alleine die Unterschiede der Geräte auf dem Markt zu beschrieben würde eine komplette Blogwoche füllen ohne den Anspruch, komplett zu sein. Darum geht es auch nicht.

Muss es nun immer das ProErgo sein? Meiner Meinung nach nicht. Arbeiten kann man sicher auch mit anderen Mikroskopen. Und auch sicher sehr gut arbeiten. Denn Erfolg ist immer eine Kombination aus Werkzeug und Werkzeugnutzer. Letztendlich ist es (fast) immer eine emotionale Entscheidung, was man sich kauft. In diesem Preissegment sicher noch viel mehr als bei anderen Dingen. Geht man alleine nach der optischen Güte, der Mechanik etc. wird man über kurz oder lang zwangsläufig beim ProErgo ankommen.

Und:  Wenn man diesen Luxus in der Behandlung länger hatte (ProErgo), gewöhnt man sich daran. Mir geht es immer so, wenn ich am Kaps arbeite. Ich suche immer die Funktionstasten. Und noch manche andere Sache dazu. Macht es das Kaps damit zu einem minderwertigeren Gerät? Ganz sicher nicht, denn es besitzt ebenfalls seine Vorzüge.

Wie beziffert man also die Bequemlichkeit während der Behandlung? Ist es mehr oder weniger wert? Ich meine: das ist eine rein persönliche Entscheidung.

Man sollte aber bedenken: wir reden von einem Gerät, welches mich ca. 6-7h als wichtiges Tool am Tag begleitet. Und das ist mir der Luxus in Form eines ProErgo für mein Wohlbefinden wert.

Gib AIDS keine Chance

von Oscar von Stetten

Mich hat immer wieder die empfindliche Oberfläche der ProErgo-Handgriffe gestört.

Und das diese, egal wie motiviert die Damen pflegen, über kurz oder lang unansehnliche Flecken zeigt.

Zudem die Oberfläche von Kippschaltern und Knöpfen durchbrochen wird, was eine Nischenbildung bedeutet. Da die Griffe elektronische Bauteile enthalten, fällt eine Tauchdesinfektion oder ein TD-Gang leider aus. Bei operativen Eingriffen wollte ich zudem nicht mit meinen evtl. Blut-kontaminierten Handschuhen die Griffe bedienen.

Nach mehreren Versuchen mit z.B. Mikrowellenkochbeuteln, Steri-Schläuchen, Frischhaltefolien kam mir eine andere Idee.
Fingerlinge erwiesen sich als zu klein. Es gibt aber eine andere Art von Fingerlingen, die deutlich grösser sind. Zwar nicht beim Dentaldepot zu erstehen, aber hier:  http://www.kondomotheke.de. Und zwar unter der Bezeichnung Plain-End Silke-Latex. Der Vorteil: Kein Reservoir. Damit nicht direkt als das erkennbar, was es wirklich ist: ein Kondom. Naturgummi, per Wischinfektion desinfizierbar,  kommt morgens auf den Griff, fliegt Abends wieder runter.

Der Preis?
Bei Abnahme einer 100er Packung 0,46€ pro Stück. Verschmerzbar. Neue Griffe für das ProErgo? Ich habe nicht gefragt, aber sicher deutlich mehr als die „Fingerlinge“. Meine Damen haben nach den ersten skeptischen Blicken und Gelächter die  Fingerlinge akzeptiert. Weil es die Rüstzeit für das Zimmer um sicher 2-3 Minuten senkt. Die Zeit, die sie früher mit dem peniblen Wischen der Handgriffe zu gebracht haben.

Macht es mich nun schneller, kann ich mehr Patienten behandeln. Nein, sicher nicht. Aber es entspannt meine Damen ein wenig. Und damit auch mich ;-)

 

Aktenzeichen XY gelöst

von Hans – Willi Herrmann

von Hans – Willi Herrmann

Nicht Ruhenwalde, Ruhethal heißt der Ort, von dem ich gestern geschrieben habe.
Ein ortskundiger Kollege und regelmäßiger Leser von WURZELSPITZE  hat mich informiert und er schreibt:
„Der gesuchte Ort heißt Ruhethal (Gemeinde Guttau) und liegt in einer Gegend, wo Wölfe wieder heimisch geworden sind.
Dort, in Ostsachsen ist allgemein eher eine Kombination von hoher Zahnarztdichte, schwindender Bevölkerung und unterdurchschnittlicher Kaufkraft zu verzeichnen.
OP-Mikroskope gehören also keineswegs zum Standard.“

Das ist aber auch bei uns in Bad Kreuznach nicht anders.
1998 begann der erste Kollege, mit eigenem Dentalmikroskop zu behandeln.

Heute,  bald 12 Jahre später, scheint er immer noch der  einzige zu sein, zumindest ist  bisher nicht bekannt geworden, dass noch weitere Dentalmikroskope in Verwendung wären.

Wieviel Mikroskop braucht der Zahnarzt ?

von Hans – Willi Herrmann

Ich bin mir bewußt, dass der heutige Beitrag sehr kontrovers diskutiert werden wird, aber ich frage trotzdem: „Wieviel Dentalmikroskop braucht der Zahnarzt ?“

Grund für die Frage sind die exorbitant hohen Preise der Dentalmikroskop- Flagschiffe.
60.000 Euro  stehen im Raum und nach oben hin ist noch deutlich mehr möglich.
Angemessen oder nicht, dass sei dahingestellt und jeder muss für sich selbst diese Frage beantworten.

Etwas anders ist es jedoch, wenn der Eindruck erweckt wird, ohne eine solche Investition seien die Vorteile der Dentalmikroskops nicht oder nur stark eingeschränkt nutzbar.

Im Juni war ich in Moskau und der Kollege Ilya Mer, den Jörg Schröder und ich besuchten,  arbeitete mit einem Seiler Mikroskop.
Mal abgesehen davon, dass die optische Qualität nicht augenscheinlich schlecht war, was per se schon eine lobende Erwähnung wert ist  (es gibt andere Mikroskope gleichen Investitionsvolumens, die unter die Rubrik optische Körperverletzung fallen), so war es letztendlich der Kollege, der mit seinem Können, seinem Willen,seiner Geduld einen vermeintlich extraktionswürdigen Zahn erfolgreich endodontisch behandeln konnte.
Nicht das Mikroskop brachte den Erfolg, es war der Behandler.

Szenenwechsel.

Gerade mal 2 Wochen später, in Nordamerika.

Ich besuche einen international renommierten Kollegen in seiner Praxis.
Im Zimmer steht besagtes Seiler – Mikroskop. Sogar in noch deutlich geringerer Ausrüstung als in Moskau.
Er kaufte es, weil es bei guter optische Qualität das preisgünstigste war, dass er kriegen konnte.
Seine Fälle leiden nicht darunter und vermutlich käme niemand auf die Idee, das diese Koryphäe mit einem der preisgünstigsten Dentalmikroskope überhaupt auf dem Markt arbeitet.

Also – mein Rat an all diejenigen Behandler, die bei beschränktem Budget in die Dentalmikroskopie einsteigen wollen.
Nicht verrückt machen lassen.
Es gibt ein Leben vor  Pro Ergo und Pentero und das muss kein schlechtes sein.

Und ein Bonmot habe ich noch, aus Moskau mitgebracht, das kannte ich noch nicht: Wie nennen die Zeiss – Mitbewerber in Russland das Zeiss – Top – Modell  ?
„Pro EGO.“

Video am Dentalmikroskop – eine Alternative?

von Oscar von Stetten

Wer sich mit der Möglichkeit der Videodokumentation am Mikroskop auseinandersetzt, konnte in den letzten zwei Jahren eine deutliche Technikweiterentwicklung feststellen. Full-HD setzt sich allmählich durch, effizientere Videocodecs lassen die Dateigrössen immer kleiner werden bei gleichbleibender Qualität, die Computerpower ist mehr als ausreichend zur Nachbearbeitung, Speicherplatz kostet fast nichts mehr. Was nicht wesentlich weniger geworden ist, ist der zeitliche Aufwand für die Nachbearbeitung.

Ich möchte in diesem Artikel eine Lösung vorstellen, die durch eine Kooperation mit der CarlZeissAcademy zustande gekommen ist.

Alle 3 Monate suche ich gezielt nach Full-HD-Kameras im Internet und informiere mich, was es denn neues auf dem Markt gibt. Dabei fiel mir im Dezember die Beschreibung der Sony SONY HXR-MC1P ins Auge. Diese Kamera entspricht in vielen Punkten dem, was ich mir von einer Kamera am Mikroskop wünsche. Full-HD, klein, leicht, einfach zu reinigen, einfach zu installieren, wenig Einstellungen, fernbedienbar, Live-Bild-Vorschau in Full-HD über HDMI. Sony-Kameras sind zudem rel. einfach an Zeiss-DM´s adaptierbar, aus historischen Gründen die in einer engen Zusammenarbeit von Sony und Zeiss liegen.

Auf die physikalischen und daraus resultierenden Vorteile der kleinen Videochips gehe ich an dieser Stelle nicht näher ein, aber die Videoaufzeichnung bietet optisch mannigfaltige Vorteile.

Nach mehreren Telefonaten und EMails wurde eine dieser Kameras geliefert, zusammen mit dem Flexiomotion-Tubus von Zeiss. Warum? Weil es für dieses Tubussystem passende Filteradapter gibt, die einen sofortigen Einsatz der Kamera möglich machen.

Leider hatten wir im Februar nur 3 Tage die Kamera im klinischen Einsatz, aber für ein erstes proof-of-concept war es ausreichend. Überzeugt, dass diese Kamera-Tubus-Kombi ein gutes Preis-Leistungsverhältnis erreicht, beurteilte ich die Kamera als durchaus geeignet. Gerade habe ich die Kamera wieder bei mir, diesmal für 3 Wochen, so dass ich tiefer in die Beurteilung einsteigen kann.

Auf einer Fortbildungsveranstaltung der Carl Zeiss Academy in Adelboden, präsentierte ich die Kamera Vertretern der Academy. Beistehende Teilnehmer waren sofort begeistert wegen der Qualität, die sich auf dem 50“-LCD zeigte.  Die Kamera hat einen Video und einen Fotomodus. In beiden Modi funktioniert das Live-View. Im Fotomodus nimmt die Kamera 4MP-Bilder auf, aus dem laufenden Videoaufnahmen heraus gibt es die Möglichkeit, Stills zu extrahieren oder mit bis zu 2,3MP Bilder zu machen. Zwei Wermutstropfen: die Kamera nimmt nur im Interlaced-Modus auf und speichert die Videos im AVCHD-Format auf, welches beim Bearbeiten konvertiert werden muss, was ein wenig mehr Zeiteinsatz nötig macht. Meine Bearbeitungskette besteht beim Video aus eine Macbook Pro, das mitgeliferte IMovie kann ohne Umwege die AVCHD-Videos bearbeiten und importieren etc. Wie vieles beim Mac intuitiv nutzbar und belästigt nicht mit (bei Videoediting manchmal ausufernden) Einstellungen.

Da die Kamera als solche zolltechnisch definiert ist, ist sie nicht wie z.B. eine Canon 5D MarkII aus zolltechnischen Gründen auf max. 29:59 min (oder Dateigrössen) limitiert, sonder nimmt auch länger am Stück auf. Wenn man eine durchschnittliche Behandlungsdauer für eine Wurzelkanalbehandlung rechnet, kann das schon von Vorteil sein, die Aufnahme nicht mehrmals neu zu starten.

Im Betrieb am DM funktioniert der AF der Kamera erstaunlich zuverlässig. Ebenso die Belichtungssteuerung und die Blende. Durch die (leider) kabelgebundene Fernbedienung lässt sich die Kamera hervorragend steuern.  Der Import der Daten in den Rechner kann entweder über ein USB-Kabel oder einen Kartenleser, der Memory-Sticks lesen kann, stattfinden.

Der Akku hält einen kompletten Tag durch, wenn man kann und den Platz dafür hat, empfiehlt es sich allerdings, die Kamera mit dem mitgelieferten Netzteil zu betreiben.

Die Verarbeitung ist solide, da diese Kamera als Helmkamera konzipiert wurde. Sie kann also ruhig mal hinfallen ;-) Der Vorschaubildschirm ist nicht üppig, und zur Beurteilung nicht unbedingt zu gebrauchen, aber licht- und kontraststark, was in unseren sehr hellen Arbeitsumgebungen wichtig ist. Im Normalfall wird man einen LCD-Bildschirm für die Mitbeobachtung haben, der über HDMI und Full-HD eine gute Qualität bietet. Schade ist nur, dass man wieder Kabel am DM hängen hat und diese dementsprechend drapieren/verstecken sollte.

Eines muss ganz klar an dieser Stelle gesagt sein. Diese Kamera-Tubus-Kombination spielt nicht in der Liga von anderen, auf dem Markt angebotenen Full-HD-Lösungen. Aber sie hat Vorteile, wie eine leichte Bedienung, leichte Installation, alles „out-of-the-box“. Und sie ist qualitativ deutlich besser als analoge 3CCD-Kameras. Dabei günstiger.

In weiteren Artikeln soll der Aufbau am ProErgo vorgestellt und auch klinische Beispiele gezeigt, sowie eine kritische Auseinandersetzung um die Qualität geführt werden.

Kabelbaum (Update)

von Oscar von Stetten

Im Foto – Archiv habe ich noch dieses Foto des im „Kabelbaum“ – Artikel erwähnten Mikroskop – Drapes gefunden.

Sie zeigen ein Zeiss Pentero – Mikroskop, eingepackt in ein Steril – Drape.
So eingepackt störe dann auch eventuell herumliegende Kabel nicht mehr. 

Der Aufwand dafür, finanziell und zeitlich ist jedoch zu berücksichtigen.