Von Bonald Decker
Auf meinen ersten Beitrag zum Thema –Internes Bleichen– gab es u.a. diese Fragen:
- Mit welchem Material wurde die WF abdeckt und bis auf welche Höhe (subkrestal/epikrestal/subgingival)?
- Welche Wartezeit wurde nach dem Entfernen des Bleichmittels eingehalten?
- Bringt eine EDTA Spülung etwas um die H202-Rückstände welche das Bonding kompromittieren könnten zu entfernen?
- Wie erfolgte der provisorische Verschluss während des Bleichens?
Gerne möchte ich versuchen diese Punkte nachfolgend zu beantworten.
Zu1.) Nach erfolgter Wurzelkanalfüllung achten wir darauf, dass das Material nicht zu weit in das Kavum extendiert wird. Ziel ist es WF-Materialien und Abdeckung mindestens subgingival enden zu lassen (Abb.4). Dies wird mittels Parodontalsonde überprüft (Abb.5).
Vor der Abdeckung des WF-Materials wird die Zugangskavität ferner von allen Füllungsmaterialien (Guttapercha, Sealer etc.) befreit. Dafür verwenden wir Rosenbohrer (Munce) und Diamanten. Nachfolgend wird die Kavität mit Alkohol und Microbrush ausgewaschen. Die Abdeckung des Wurzelkanalfüllmaterials erfolgt mit Rely X Unicem. Bei der Anwendung ist darauf zu achten, dass das Material (möglichst) blasenfrei eingebracht wird.
Zu 2.)
Laut Wiegand & Attin ist ist die Adhäsion von Kompositen auf der gebleichten Zahnhartsubstanz zunächst verringert, so dass erst zwei Wochen nach Abschluss des Bleichens die definitive Versorgung vorgenommen werden sollte. Da laut der Autoren eine Kalziumhydroxideinlage zur Neutralisierung des sauren pH-Wertes beitragen kann und somit das Risiko des Auftretens von zervikalen Resorptionen vermindert wird folgen wir dieser Empfehlung nach Abschluss des Bleachings und vor der Kompositrestauration.
Zu 3.)
Wiegand & Attin empfehlen eine zwischenzeitliche Spülung der Kavität mit Natriumhypochlorit zur Auflösung verbliebener Peroxidreste.
Zu 4.) In aller Regel erfolgt bei uns der provisorische Verschluss während der Bleichphase mit Cavit und Ketac Molar.
Anbei einige Impressionen zu dem Vorgehen bei einem aktuellen Fallbeispiel.

Abb.1: Ausgangssituation radiologisch
Abb.2.: Ausgangssituation klinisch
Abb.3: Intrakoronale Verfärbungen
Abb.4: Zustand nach Wurzelkanalfüllung
Abb. 5: Überprüfung der Füllhöhe mittels Parodontalsonde
Abb.6: Zustand vor und nach internem Bleichen
Und was sagt die BlogPolizei? Ok so?
Hallo Herr Decker,
ich bin soweit einverstanden mit dem Vorgehen ;-)
Ich verschließe provisorisch adhäsiv, da sehe ich den einzigen Unterschied der allerdings nicht von Belang ist.
Ich weiß um die Karenzzeit für die definitive Füllung nach internem Bleaching, allerdings versorge ich auch gerne direkt nach Entfernen der Bleicheinlage ohne für mich bislang ersichtlichen negativen Auswirkungen.
VG
Wow, vielen Dank für die ausführliche Antwort, super! :-)
Was spricht eigentlich dagegen die Barriere zur WF mit Bonding und Flowkomposit anzulegen, wenn unter Sichtkontrolle (OPMI) das Bonding eingebracht wird, sodass es nicht in der ganzen Kavität verteilt wird?
Viele Grüße
Aus meiner Sicht nicht. Wichtig ist der Punkt mit den unbenetzten Wände…
In Cohen´s Pathway of the Pulp wird auch Cavit genannt … als Barriere, die dann vor dem definitiven Verschluss wieder entfernt wird … finde ich auch interessant, vorallem wenn noch ein adhäsiver Stift folgen soll …