IDS-Neuheiten 2015 (8) – Endopilot Stand Alone Apexlocator von Schlumbohm

von Hans – Willi Herrmann

IDS2015-1-2Man kann es wie immer von zwei Seiten sehen.

Das Teil ist stockhäßlich.
So sehe ich es.
Typisches Beispiel eines –  ich nenn es – „Teutonic Un- Design“. Und das tut mir in der Seele weh. Man vergibt sich doch nichts, wenn man ein Gerät in eine ansprechende Hülle packt.

Aber so oft ich auch Herrn Schlumbohm darum bitte, für die Neugestaltung der Schlumbohm Endopilot- Baureihe  im Rahmen eines Designwettbewerbs an einer Uni oder FH einen Preis für Industriedesigner und Gestalter auszuloben, mein Flehen verhallt jedesmal ungehört.

Man kann es nämlich auch ganz anders sehen:  Das Produkt ist so gut, dass es eines schicken Designs überhaupt nicht bedarf.

Denn – „entscheidend is auf´ m Platz“.
Das hat Adi Preisler gesagt. In der „guten alten Zeit“ Kapitän des BVB und mit Dortmund 1956 und 1957 deutscher Meister.

Herr Schlumbohm in seiner verbindlichen norddeutschen Art nickt das vermutlich kurz zustimmend ab.

Und damit ist das Thema durch. Denn getreu (wir von WURZELSPITZE können nicht nur Fußball, wir können auch Feuilleton) der Bichsel´schen Weisheit „Ein Tisch ist ein Tisch“ muss ein Apexlokator nicht besonders toll aussehen, sondern lediglich einwandfrei, zuverlässig und genau funktionieren.

Und exakt das macht der Endopilot- ApexLocator.
So gut, dass ich  ihn – „fuck theee aussehen“- neben dem Morita Root ZX (Mini), unserem Gold- Standard der letzten 22 Jahre, routinemäßig als Zweitinstanz zum Einsatz bringe.

2 Apexlokatoren, gegebenfalls in schwierigen Fällen sogar 3 Geräte parallel zu betreiben, dafür kann es im Einzelfall sehr gute Gründe geben.

Nur die wenigsten jedoch werden (schon aus Kostengründen) dafür in der Vergangenheit den Kauf des „großen“ Endopiloten in Betracht gezogen haben.

Mit dem „stand alone“ Apexlokator von Schlumbohm sieht das nun ganz anders aus.
Für einen Preis von (aus der Erinnerung heraus) rund 700 Euro kann man eine solche Investition schon eher rechtfertigen, selbst wenn im Nachbarzimmer bereits ein anderes Gerät seinen Dienst verrichtet.

Mein Tipp.
In Kombination mit dem Root ZX Mini antesten.

Eine Bitte hätte ich noch.
Falls Ihnen das Gerät gefallen sollte und Sie es käuflich erwerben wollen, dann hadern sie pro forma mit dem Kauf und betonen sie Herrn Schlumbohm gegenüber, dass sie den Apexlokator sofort erstehen würden, wenn, ja wenn das Gerät nicht so abgrundtief häßlich wäre…

Ich zähl auf Sie.
Vielen Dank.

Endometrie on Board – Reloaded

von Jörg Schröder

Bereits im „Adventskalender 2012“ hatte ich von der in der Behandlungseinheit Soaric integrierten  Endometrie berichtet. Leider ohne Bilder, die auf meinem, zu dieser Zeit  aufgerauchten, MacBook verborgen waren.

Seit fast drei Monaten kommt die integrierte Endometrie (sie basiert auf dem altbekannten Root ZX bzw. Dentaport ZX von J.Morita) in unserer Praxis zum Einsatz. Ein Komfort, den ich nicht mehr missen möchte. Nachfolgend die Bilder:

Hätt´s dafür ein DVT gebraucht ?

von Donald Becker

In der letzten Woche erreichte mich eine private Email zu diesem DVT, dass der WURZELSPITZE- Autor Ronald Wecker hier im Blog vorgestellt hatte.

Der Schreiber fragte: „hallo hawi, wäre das vorgehen auch ohne dvt nicht das gleiche gewesen? ohne zusätzliche strahlung, ohne extra-kosten?“

Wenn es nicht er eigene Fall ist, dann ist es schwierig, diese Frage erschöpfend zu beantworten. Ich versuchs trotzdem.
Hätte man diesen Zahn ohne DVT  behandeln können ?
Ich denke schon.

Hätte ich gerne hier ein DVT gehabt ?
Vermutlich.
Weil ich weiss, was mir das DVT in einem solchen Falle an zusätzlichen Informationen bringen könnte.

Und ich fühle mich zurückerinnert.
An die Zeit vor gut 10 Jahren.
Mit dem Aufkommen des Dentalmikroskops hatten wir nämlich eine ähnliche Situation. Dem fertigen Röntgenbild nach einer WF sieht man nämlich nicht an, dass der mit dem Mikroskop entdeckte 4. Kanal ohne dieses nicht gefunden worden wäre.

Das Endergebnis, die Wurzelfüllung, mutet unspektakulär an.
Der Weg dort hin war trotzdem steinig.

Auch damals wurde der Ruf laut, für diese Dinge brauche man doch kein Mikroskop.
Der Behandler, der  beide Verfahren (mit und ohne Mikroskop)  aus eigener Praxis kannte, er wusste, dass dies ein Irrglaube war, dass er den Zahn ohne Dentalmikroskop nie in gleicher Form hätte behandeln können.

Und jetzt das DVT ?
Geht es nur mit oder doch ohne ? Das ist hier die Frage.

Anbei ein Fall von letzter Woche, wo mir das DVT eine entscheidende Hilfe war.
Ohne DVT wäre es mir schwergefallen, diesen Fall so zu behandeln, wie ich es dann letztendlich getan habe.

Die Situation: Symptomatischer Zahn 17,  Palatinaler Fistelgang in Regio 16,17. Der Zahn 15 war vor circa einem Jahr wurzelkanalbehandelt worden, der Zahn 16 irgendwann danach  auf Grund eines eitrigen Entzündungsprozesses verloren gegangen.
Drohte dem Zahn 17 jetzt das gleiche Schicksal ?

Nach Trepanation zeigen sich die bukkalen Kanäle 18,5 mm bzw. 19 mm lang.
Im palatinalen Kanal ( alio loco vorbehandelt ?) zeigt das ROOT ZX -Gerät ebenso wie das Raypex 6- Gerät bei 14,5 mm Apex.
Vermutet hätte ich hier  eher 19 – 21 mm.
Was war hier los ?
Via Falsa ?
Großer Seitenkanal ?

Keine Ahnung ???
Das Kanalumen, mit dem DM gut zu sehen,  war ziemlich  groß. Überdurchschnittlich groß.
In den Röntgenbildern, die vorlagen, und die im Laufe der Behandung hinzukamen, gab es keine Hinweis auf die Ursache dieses Phänomens.
Auch ein Paperpoint – Test blieb unbefriedigend.

Das durchgeführte DVT (mit röntgenopaker Calciumhydroxid- Einlage nach definitiver Aufbereitung) zeigte dann, dass in der Tat die palatinale Wurzel deutlich kürzer war als die beiden bukkalen.

Vermutlich ein Resorptionsprozess, dessen Knochendestruktion auch in diesem Falle von den Zahnfilmen her in seinem wahren Ausmaß nur zu erahnen gewesen und definitiv in dieser Grösse von mir nicht vermutet worden wäre.

Nachdem feststand, dass die palatinale Wurzel in der Tat deutlich kürzer war als die beiden anderen, wurde in der auf das DVT folgenden Behandlungssitzung die WF durchgeführt.
Der Zahn war seit unserer Erstbehandlung beschwerdefrei, die Fistel war zwischenzeitlich verschwunden.

ZM Schnappschuss des Tages (2)

von Hans – Willi Herrmann

Immer mal wieder hört man im Kollegenkreis von Fehlmessungen bei der elektrischen Längenmessung auf Grund von Flüssigkeiten im Wurzelkanal.

Ich kann dies aus meiner bald 20 jährigen Erfahrung mit dem ROOT ZX – Gerät nicht bestätigen. Im Gegenteil – Das ROOT ZX zeigt sich hochgradig unbeeindruckt davon, was sich im Wurzelkanal befindet.

Als Beweis dafür ein Foto von heute.

Stark pulpitischer Zahn 16, die Trepanationskavität ist bis zum Rand gefüllt mit Blut.
Die Längenmessung war dennoch präzise und reproduzierbar.

Morita Root ZX Mini plus Tri Auto Mini

von Hans – Willi Herrmann

Auf der IDS 2009 habe ich zum ersten Mal das Root ZX Mini in Augenschein genommen. Ganz ehrlich, ich hätts nicht gebraucht, denn ich war und bin restlos zufrieden mit meinem ROOT ZX.

Aber selbst bei einer im positiven Sinne konservativen Firma wie Morita war vermutlich irgendwann die Entscheidung getroffen worden, man müsse nach all der Zeit seit Markteinführung des Root ZX endlich mal was Neues in Sachen Apex Lokator auf den Markt bringen, weil genauer jener nach Innovationen, und seien es auch nur scheinbare, verlange.

Aber was bitte soll das neue Root ZX mini denn besser machen, als es das alte seit vielen Jahren schon tut, nämlich höchst präzise und zuverlässig zu messen.

Und genauso so ist es auch im Praxistest. Das neue misst identisch zum alten.

Und so könnte ich zumindest, sollte irgendwann mal mein Gerät den Geist aufgeben, guten Gewissens zur aufgehübschten Design – Generation wechseln. Allerdings stört mich die neue Soundkulisse des Gerätes. Warum hat man es nicht bei den altbekannen Piepstönen des Originals gelassen ? Das neue Sounddesign nervt. Ich habe keinen Weg gefunden, den Ton zu ändern und – solange mein altes Gerät funktioniert – keine Lust, mich an die neue Akustik zu gewöhnen.

Ein Plus hat das Gerät jedoch zweifelslos und das ist die Einbindung des Morita Akku- Winkelstücks. Dieses ist klein und handlich und die  Kombination von beiden im Handling ein Gewinn gegenüber dem Tri Auto ZX, jenem Akku- Handstück- Vorreiter. Diesbezüglich seiner Zeit weit voraus, aber auch ein sperriger Klotz.

Ist das also die neue Kombi, ein Dreamteam also ?

Nicht so richtig, denn es fehlt beim neuen wie beim Original – Motor ein –  nennen wir es – „Fortgeschritten“- Modus, der es erlaubt, die Apical Stop Funktion von der ELM Messung zu trennen. Ich bin es nämlich nicht gewohnt, das der Motor automatisch nach eigenem Gusto  die maschinelle Rotation stoppt, sobald er glaubt, der apikale Endpunkt sei erreicht. Um mit Hape Kerkeling zu sprechen: „Ich möchte das nicht !“.

Ich möchte diese Entscheidung selbst treffen.

Apropos Rotation – die Drehbewegung ist im Übrigen eine rein vollrotierende. Reziprokes Arbeiten ist also nicht möglich.

Zwei Drawbacks also und ein Fazit – die bewährte Root ZX VDW Silver Reciproc- Kombi und der Schlumbohm Endopilot haben in der Summe Vorteile, ich bleibe vorerst weiter beim bewährten Vorhandenen.

Das muss nicht für ewig so sein, aber noch ist es so.

 

Raypex 6 – Erster Eindruck

von Hans – Willi Herrmann

Ein halbes Jahr nach seiner Vorstellung auf der IDS ist er nun lieferbar, der Raypex 6-  Apexlokator von VDW.

Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass ich mit den diversen Raypex Vorgängern nicht warm geworden bin. Es gab Abweichungen (zumindest in meinen Händen) in den Messergebnissen zum bewährten ROOT ZX und Berichte über Interferenzen mit anderen elektrischen Geräten im Bereich der Behandlungseinheit. Grund genug für mich, nicht vom Bewährten abzuweichen,  auch wenn die berichteten Vorkommnisse vermutlich nicht die Regel, eher die Ausnahme waren.

Umso positiver überrascht bin ich nun vom neuen Raypex 6, das im schicken Design und mit moderner  Touchscreen- Benutzeroberfläche mit hoch auflösendem Farbdisplay daherkommt.
Es sei hingestellt, ob so etwas wirklich bei einem Apexlokator zwingend notwendig ist, ich neige dazu, dies zu verneinen. Einem intuitiven Bedienen auch all derer, die mit dem Gerät nicht vertraut sind, kommt dieser Umstand auf jeden Fall entgegen und das „sexy“ Design wird zumindest die erste Aufmerksamkeit potentieller Käufer auf das Produkt lenken, eine positiv augenfällige Veränderung, verglichen mit dem eher biederen und altbackenen äußeren Auftritt der VDW- Geräte früherer Jahre.

Wichtig für mich hingegen ist, dass das Gerät genau und zuverlässig misst.
Und hier kann ich bislang sagen, dass sich die Messgenauigkeit in keinster Weise von unserem Root ZX unterscheiden, wie bislang durchgeführte permanente Crosschecks gezeigt haben. Und noch ein weiterer Punkt ist für mich wichtig. Die akustische Anzeige der jeweiligen Feilenposition ist eindeutig zuordbar, sofort erkennbar und mit der Soundkulisse der Root ZX kompatibel, so dass es auch hier keine Umgewöhnung gibt und der Blick während des Arbeitens nicht vom Dentalmikroskop abgewendet werden muss.

Gerade der letzte Punkt war auffällig beim Einsatz des  Root ZX Mini (über dass ich nächste Woche berichten werde), einer ROOT ZX Alternative aus dem Hause des ELM – Marktführers, bei welchem der vertraute Signalton nicht übernommen wurde.

Morita Soaric – Ein Herz für Endo

von Hans – Willi Herrmann

Vorletzte Woche hatte ich Gelegenheit, eine  neue Behandlungseinheit etwas näher ins Auge zu fassen.

Die Morita Soaric.
Und es scheint, als hätten wir es hier zum ersten Mal mit einem Stuhl zu tun,  der vom Start weg unter Berücksichtigung der Belange von Wurzelkanalbehandlungen konzipiert wurde.

Ist bei Morita nicht ganz abwegig, denn immerhin ist diese Firma in Deutschland durch ihr ROOT ZX- und Tri Auto ZX- Gerät bekannt geworden. Allerdings aber bislang auch nur durch diese beiden Geräte. Zwar werden seit vielen Jahren auch Klein- Röntgengeräte, OPGs (und neuerdings DVT´s) sowie die auf der Beach- Philosophie beruhende Behandlungseinheit „Spaceline“ vertrieben, aber mehr als eine Aussenseiterolle wurde diesen Produkten –  in diesem unserem Lande zumindest – nie zuteil.

Das könnte sich jetzt ändern, aber bevor ich näher auf die Gründe dafür eingehe,  zunächst jedoch eine Würdigung eines anderen Behandlungsstuhles:

Seit 1993 arbeite ich an Siemens M1 Behandlungseinheiten. Eigentlich sogar noch 5 Jahre länger, denn schon im Studium habe ich an diesen Einheiten gelernt und einen Teil meiner Ausbildungsassistenzzeit an diesen Stühlen verbracht.

Die Siemens M1 ist ein Meilenstein in der Geschichte des dentalen Industriedesigns.
Noch heute, mehr als 20 Jahre nach ihrer Markteinführung ist dieser Stuhl (zumindest in seinen neueren Evolutionsstufen) schön anzuschauen, wirkt zeitlos.

Ich hatte mal 3 M1.
Eine davon habe ich vor ein paar Jahren eingetauscht.
Nicht das der Stuhl auf Grund von Alterschwäche den Geist aufgeben hatte, nein, die M1en sind  robust und zuverlässig auch nach bald 20 Jahren. Bis auf den obligatorsichen Wechsel des Amalgamabscheiders und dem Austausch von Verbrauchsteilen wie Birnchen, Schläuchen und Mikromotoren verrichtet die M1, gemäß der alten Volkswagen Käfer Werbung „und läuft und läuft und läuft…“ zuverlässig ihren Dienst.

Warum also der Neukauf ?
Ich wollte einen Behandlungstuhl, der ergonomisch auf das endodontische Arbeiten und das Arbeiten mit dem Dentalmikroskop abgestimmt ist.  Das – bei allem guten Willen –  kann die M1 – ein Kind der Achtziger – nun wirklich nicht leisten.

So stieß ich eine von meinen 3 M1en  ab.
Kleiner Fehler – ich hätte den Stuhl behalten sollen, als Ersatzteilträger für alle Fälle, den einen Restwert besitzt so ein alter Stuhl nicht mehr.

Ich kaufte einen neuen Stuhl – hoch beleumundet und angepriesen vom Hersteller – als die zwar hochpreisige, dafür aber  ultimative und individuell abgestimmte Lösung für meine Einsatzzwecke.

Großer Fehler. Das hätte ich besser gelassen.
Rückblickend nach mehr als 5 Jahren kann ich nur sagen, das die Lobeshymmen des Herstellers auf die eigene Leistung in konträrem Gegensatz stehen zur Qualität des Stuhles und des After Sale – Services, der defacto nicht existent ist. Dass diese Erfahrungen von einem weiteren sehr renommierten  Kollegen aus dem Endobereich in gleicher Schmerztiefe geteilt werden, tröstet im Übrigen kein bisschen.

Was also wäre zu tun, würden morgen meine M1en ihren Geist aufgeben ?

Ich würde die Morita Soaric genau unter die Lupe nehmen: Der Stuhl bietet einen vollständig integrierten  Endomotor plus Apex-Lokator, der  die Messfunktionen auf den LCD – Monitor überträgt.  Man kann beim Aufbereiten des Wurzelkanals auf dem Display oder Monitor die Feilenspitzenposition im Kanal verfolgen. Nettes Feature, für jemanden, der die ganze Zeit durch sein Mikroskop schaut aber unerheblich. Viel wichtiger für mich ist jedoch, dass die Nickel-Titan-Feilen ohne separate Feilenelektrode das elektrische Signal weiterleiten, dies macht den Feilenwechsel schneller und einfacher. Und die Schleimhautelektrode wird in der Rückenlehne eingeklickt. Störende  Kabel, die über dem Patienten hängen, gibts damit nicht mehr.

In die Soaric können Mikroskope von Zeiss oder Leica integriert werden – genaugenommen das Zeiss Pico oder das Leica M320, fest eingebaut in die Beleuchtungs- und Schwebetischsäule. Ist die netzwerkfähige Soaric in das Praxisnetzwerk eingebunden, lassen sich die Mikroskopaufnahmen auf den Behandlungsmonitor übertragen.

Mittels eines (sogar eigen patentierten) sogenannten „Slow-Speed-Modus“ lässt sich der Soaric- Behandlungsstuhl sanft via Fusssteuerung hygienisch einwandfrei an die optimale Mikroskopposition anpassen.  Ein separates Fokussieren über das Mikroskop kann entfallen.

Klingt alles gut -trotzdem hoffe ich, dass meine M1en noch eine ganze Zeit lang halten. Aber – immerhin habe ich jetzt wieder eine Alternative, falls eine der Einheiten ihren Geist aufgeben sollte.

Dass diese (wie heißt es so schön – ausstattungsbereinigt) sogar kostengünstiger ausfällt als mein Stuhl, den ich vor ein paar Jahren gekauft habe, ist schon mal eine gute Sache. Viel wichtiger erscheinen mir aber zwei andere Morita – Facts. Zum einen ist Morita eine Firma, die, im Sinne des japanischen Firmengründers, mit dem Anspruch herangeht, ein Produkt nur auf den Markt zu bringen, wenn es wirklich gut ist. Das sagen alle Anderen auch, aber bei Morita gibt es bislang, man denke nur an  Root ZX oder Aquitomo, keinen Anlass, zu denken, dass dem nicht so sei. Zum anderen ist Morita – hätt ich nicht gedacht –  ein Dentalkonzern mit 2400 Mitarbeitern. Und demnach eine Firma, der genügend Manpower zur Entwicklung profunder Lösungen zur Verfügung steht.

Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich die Soaric in der Zukunft platzieren wird.
Bei Morita ist man offensichtlich gewillt, diesen Stuhl noch mehr an die Belange der Endodontie heranzubringen. Neben diversen möglichen kleineren Anpassungen bedeutet das für mich vorrangig die Integration des Zeiss Pro Ergo in die Behandlungseinheit. Und noch etwas ist zumindest nicht mehr blosse Fiktion:  Den Vorschlag der Integration der Displayanzeige des ELM in die Okulare des Pro Ergo im Sinne eines Head up Display will man wohlwohlend prüfen.

Das ist immerhin schon viel viel mehr, als man bislang von allen anderen Herstellern erwarten konnte.

Die Mortia Soaric ist im übrigen meiner Meinung nach kein Stuhl nur für den Endodontisten. Ich sehe als  Zielgruppe  all jene Zahnmediziner, die eine moderne Zahnmedizin machen, denn da gehört sowohl das Dentalmikroskop wie auch die Endodontie zwingend dazu.

Eine Sache noch.
Und die ist der Grund, warum ich mich überhaupt mit diesem Stuhl befasst habe.
Beim Arbeiten unter dem Dentalmikroskop sollte der Behandler idealerweise den Blick nicht von den Okularen wenden.

In der Praxis bedeutet dies, mit zwei Assistentinnen – sechshändig – zu arbeiten oder aber… das Ideal blosse Therorie sein zulassen und doch immer wieder zum Arztelement rüberschauen, weil sich die dort befindlichen Instrumente (Turbine, Ultraschall, Endomotor, Mehrfunktionsspritze) eben nicht blind aus dem Köcher nehmen und wieder zurückführen lassen.

Bei der Soaric ist das anders.
Ich habe mich – auf der IDS und vorletzte Woche wieder – an die Einheit gesetzt, und konnte sofort, ohne jegliche Übung an diesem mir unbekannten Stuhl die Instrumente greifen und wieder zurücklegen – den Blick nicht vom Okular abgewendet.
Es gibt kaum eine Einheit, wo dies in gleicher Weise gelingt.

Probieren Sie es aus.

DVT ? Irgendwo, irgendwie, irgendwann ?

von Hans – Willi Herrmann

Jedes Mal, wenn eine neue Technik in die Wissenschaft eingeführt wird, etwas, dass es in dieser Form vorher nicht gab und daher neu und unvergleichlich ist, steht zwangsläufig die Frage im Raum: Wofür brauchen wir das ? Brauchen wir so etwas unbedingt ? Oder ist es lediglich  „nice to have“, aber entbehrlich ?

Vielleicht sogar gänzlich unnütz.
Eine nicht selten zu findende skeptische, von der Einstellung geprägte Auffassung: „Wir haben es ja bislang auch ohne hinbekommen und sind nicht schlecht damit gefahren“.

Richtig, ich erinnere mich.
Vor 20 Jahren.
Ohne Nickel Titan Instrumente, ohne Dentalmikroskop, ohne Apexlokatoren.

Damals.
In der guten alten Zeit.

Jetzt haben wir das DVT.
Und man kann lange und trefflich streiten. Zumal, wie jede neue Technik, auch das DVT in der Endodontie seine  Pferdefüße und Widerhaken, seine Pros und Contras aufzuweisen hat.

Im Falle der digitalen Volumentomografie sind es die hohen Anschaffungskosten, die zunächst vorhandene zu geringe Auflösung  und die erhöhte Strahlenbelastung gegenüber den bisherigen Verfahren.

Die entscheidene Frage ist:  Kann ich mit DVT etwas, was ich ohne nicht kann ?

Das DVT verbessert die Diagnose, ist demnach hilfreich für die Indikationsstellung, für die Durchführung. Damit verbessert es die Prognose. Natürlich nur in den Fällen, in denen der adäquaten Entscheidungsfindung eine ebensolche Therapie folgt, dort jedoch wird es so sein.

Das Problem in der Wahrnehmung –  In einem Endo – Fall, der mit dem DVT beurteilt und für erhaltungsfähig eingestuft wird, und dann, nach Durchführung der Behandlung zum Behandlungserfolg wird, wie bitte soll ich hier den Anteil des DVT´s am Erfolg messen ?

Ich hör schon die Kritiker, hinterher: „Hätt man auch ohne DVT hinbekommen.“

Umgekehrt, ein DVT, dass zur Nichtdurchführung des Falles führt, kann ebenfalls nicht (messbar)  den Nutzen des DVT´s belegen.

Allerdings erlauben  DVT ´s eine Nachkontrolle und damit eine Einschätzung der kurz- und langfristig erzielten Ergebnisqualität der durchgeführten Leistung in einem viel viel präziseren Maße als das bislang mit konventionellem Röntgen der Fall war.

Das setzt jedoch voraus, dass vor und nach der Behandlung DVT´s gemacht werden.
Wie rechtfertigt man die damit verbundene Strahlenbelastung ?

Und – das Vorhandenseins solcher DVT´s  wird in einer Reihe von Fällen für den Behandler schmerzhaft sein. Analog dem Sichtbarmachen einer suboptimalen Präparation unter Dentalmikroskop –   Kontrolle oder dem Realisieren einer Überinstrumentierung nach Rö – Bild Längenkontrolle und ihrer Verifiztierung mittels ELM zeigt das DVT die Mängel der bisherigen Behandlungsmöglichkeiten auf, führt aber im zweiten Schritt -zukünftig, (sofern man bereit ist,  die dafür notwendigen Konsequenzen zu tragen, sein Behandlungsprotokoll kritisch zu hinterfragen und zielgerichtet umzustellen, zu  einer Verbesserung der Arbeitstechnik),  zu einem verbesserten Ergebnis.

Insofern stellt sich nicht mehr die Frage, ist ein DVT von Nutzen? Sondern lediglich die Frage, ist die Auflösung des DVT´s ausreichend für die notwendige Einschätzung der klinischen SItuationen und – welches DVT kaufe ich wann ?

Der Nutzen des DVTs in der Endo liegt in der gleichen Größenordnung wie NiTI, ELM, DM.

Er ist vergleichbar mit dem Dentalmikroskop. Zwar sichtbar, aber nicht in gleichem Maße messbar, erfassbar wie dies bei NiTi und ELM der Fall ist. Es wird also sehr sehr lange keine Studien geben können, die den Nutzen des DVT´s beweisen könnten.

Das wird die Durchsetzung anfangs erschweren, aber die Etablierung dieser diagnostischen Neuerung nicht verhindern können.

Wer sich den analytischen Aussagekraft eines (ausreichend auflösenden) DVT´s in der Endodontie verschließt im Sinne eines ignoranten „Braucht man nicht“ , der leugnet die anatomischen und strukturellen Schwierigkeiten und Besonderheiten der Wurzelkanalbehandlung.

Das DVT wird kommen.
Lediglich die Entwicklung einer noch besseren, günstigeren und strahlungsärmeren Technologie (die praxisreif noch nicht am Horizont zu sehen ist) könnte es aufhalten oder verdrängen.

IDS 2011 Rückblick (8) – Reziprokes Endo – Handstück – Made in China

von Hans – Willi Herrmann

Ich gebe offen zu, dass ich nie erwartet hätte, daß das offensichtliche Billiggerät wirklich was taugt.
Ein Kollege hatte mir vor einigen Monaten den von einer Schanghaireise mitgebrachten 150 Dollar China No Name Apexlokator zum Testen gegeben, Zitat „weil ich mich mit so was auskenne“.

Dann die Überraschung. Das Gerät zeigte so verblüffend genau die gleichen Werte wie unser hochgeschätztes Root ZX, dass man vermuten musste, die Chinesen hätten nur das Gehäuse verändert und das Innenleben 1: 1 kopiert.

Soweit die Vorgeschichte. Auf der IDS fand ich in Halle 11.3 ein „chinesisches Viertel“ mit vielen kleinen Firmenbuden, darunter auch der Hersteller von besagtem Apexlokators.
Ich berichtete bei LI  TION am Stand zu großen Freude des anwesenden Präsidenten der Firma über meine Erfahrungen.
Worauf er mir ein Endohandstück in die Hand drückte und fragte, ob ich dieses nicht auch testen wolle.

Natürlich wollte ich, denn das zierliche Gerät (und rein äußerlich ebenfalls ein Morita – Clone)  hatte es offensichtlich in sich.

Es ist ein Akku – Endohandstück, dass sowohl vollrotierend wie programmierbar reziprok arbeitet und sogar mit integrierter Längenmessung, die laut Aussage des Herstellers dem mir bekannten Standgerät in nichts nachstehen soll.

Keine Ahnung wie die chinesischen Techniker es geschafft haben, die Reziprok – Funktion in das Gerät zu pressen zu einem Zeitpunkt, zu dem im gleichen Augenblick zwei Stockwerke tiefer die offizielle IDS Vorstellung von Maillefer Wave One und VDW Reciproc gerade eben erfolgt war. Mit einem stationären kabelgebundenen Motor wohlgemerkt.

Und das Beste kommt noch. Der Motor kommt ohne störende Kabel aus, die ELM –  Lippenklemme hängt an einem kleinen, streichholzschachtelgroßen Satelliten und sendet via Bluetooth an das Handstück.
Was mir ein Mitarbeiter sofort an sich selbst demonstrierte, in dem er die Klemme in seinen Mundwinkel hängte und mit dem Kopf des Endohandstücks an die Zungenspitze drückte.

Ich nahm den LI TION 2 BT mit nach Hause, nicht ohne dem Chef den voraussichtlichen Verkaufspreis abgefragt zu haben.
598 US – Dollar und damit rund 200 Dollar teurer als das Modell ohne Reziprok-  Funktion und ohne Blue Tooth ELM.
Für chinesische Verhältnisse demnach sogar überraschend teuer. Meines Erachtens ein Zeichen für das immer stärker aufkommende Selbstbewußtsein der Produzenten aus der Mitte und dass man sich sehr wohl ganz genau bewußt ist, welchen Knüller man da nach Köln gebracht hatte.

Wie sich das Gerät nach einer Woche in der Praxis geschlagen hat, darüber morgen hier an dieser Stelle.


Top 2009 (6) Rely X

von Hans – Willi Herrmann

Diese Woche hatte ich 17 jähiges Praxisjubiläum.

Und spontan fallen mir nur zwei Dinge ein, die ich seit dieser Zeit unverändert habe oder mache.

Ich nutze das Root ZX Gerät für die Elektrische Längenmessung.
Und ich setze meine Kronen / Teilkronen / Inlays mit Panavia  ein.

Panavia – ein super Material.

Hält hervorragend.
Wenn man weiss, wie man damit umzugehen ist, kann man Restaurationen in mehr als einstelligen Zahlen ohne Hektik einsetzen. Es hat eine extrem dünne Schichtstärke und es gibt  keine Sensibilitäten mit diesem Material oder andere postherapeutische Probleme.

Und deshalb habe ich nie über den gegenüber Vergleichsmaterialien höheren Preis sinniert und verwende das Material bis heute.

Einen Nachteil hat  Panavia allerdings.

Die Überreste kleben extrem und so ist die Entfernung der Zementüberschüsse teilweise mit sehr hohem Zeitaufwand verbunden.

Im letzten Jahr habe ich dann in einigen Fällen Rely X ausprobiert.
Zunächst nur ganz vereinzelt, dann etwas öfters.
Bis jetzt gibt es nichts Nachteiliges zu berichten. Und die Zementreste lassen sich hervorragend entfernen.
Noch bin ich skeptisch, denn was aussen leicht abgeht, bringt vielleicht mit sich, dass auch die Krone nicht so hält, wie ich das bisher gewohnt bin.

Aber bis jetzt gibt es keine Retentionsverluste.
Und dass, obwohl das Material keiner Konditionierung der Zahnoberfläche bedarf.


ELM – Studie RootZX 2

von Hans -Willi Herrmann

Seit 1993 arbeite ich mit dem ROOT ZX Gerät von Morita.

Und wenn wir die letzten Tage von suboptimal funktionierenden Gräten gesprochen haben, dann kann ich sagen, es gibt wohl kaum ein Gerät, auf dass ich mich mehr verlasse und dass mich weniger im Stich gelassen hat als das ROOT ZX.

Ich würde, wenn es heute seinen Geist aufgäbe, sofort wieder ein ROOT ZX – Gerät kaufen.

Aber – es gibt es nicht mehr.

Stattdessen liegt es  seit einiger Zeit als ROOT ZX 2 in einer neuen Version vor und mir ist vor ein paar Tagen eine Studie von Felippe et. al. in die Hände gefallen, die dieses Gerät auf seine Genauigkeit hin untersucht.

Ergebnis: Im Genauigkeitsintervall (+ -0.5 mm)  in 86 % der Fälle.

So wenig ? Das fand ich überraschend. Ich hätte mehr erwartet.

Daraufhin habe ich  mir die Studie  etwas genauer angeschaut und zwar im Hinblick auf die von mir durchgeführte Vorgehensweise, die Lage des Foramens apicale zu bestimmen und von diesem Wert 0.5 mm zurückzugehen.

Wenn ich so verfahre, dann bin ich lediglich in 3% der Fälle 0.5 mm zu lang, in allen anderen, demnach 97 % der  Fälle zumeist 0.5 mm vom Foramen entfernt, selten am Foramen oder maximal 1 mm kürzer.

97 Prozent Erfolgsrate.
Damit kann ich gut leben.

„Be a Mac Gyver“

von Christoph Kaaden

zu den wohl besten technischen Neuerungen in der Endodontologie zählen moderne Endometriegeräte. Diese „Mini-Computer“ erlauben eine sehr vorhersagbare, zuverlässige und reproduzierbare Bestimmung der endodontischen Arbeitslänge mittels Impedanzmessung. 

Allerdings sieht man sich in der klinischen Anwendung gelegentlich mit gewissen anwendungstechnischen Problemen konfrontiert.
Hierzu zählen in erster Instanz Fehlmessungen bei Zähnen mit metallischen Restaurationen (z.B. Kronen).

Weiterlesen