LED-Licht beeinflußt die Kariesdiagnostik mit Diagnodent

von Lothar Pröbster

Kürzlich kam eine unserer Prophylaxeassistentinnen mit dem Ansinnen, bei einer Patientin eine erweiterte Fissurenversiegelung durchzuführen, da der Diagnodent-Wert bei 37 lag, obwohl klinisch keinerlei Verfärbung vorlag.

Beim Nachmessen fiel mir auf, dass das Diagnodent-Gerät (erste Gerätegeneration) bereits Werte über 20 anzeigte, obwohl noch kein Zahnkontakt bestand. Der erste Gedanke war, Sonde verunreinigt. Nach Reinigung lag die Anzeige bei 0, beim Einführen in die Mundhöhle wurden wieder Werte zwischen 20 und 30 angezeigt, was ich dann in Verbindung mit der LED-OP-Leuchte (Faro Alya) brachte, was sich dann durch Weg- und Wiedereinschwenken bestätigte. Weitere Experimente ergaben folgendes: Je nach Abstand und Richtung der Diagnodent-Sonde zur LED-OP-Leuchte werden Werte bis 99 erreicht, gleiches – Werte bis 99 – gilt für die LED-Leuchte der Lupenbrille (Orascoptic) unabhängig davon ob der Gelbfilter eingeschwenkt ist oder nicht. Die Sonde in die Nachmittagssonne gehalten ergab einen Wert von 9, während bei einer Halogenlampen-OP-Leuchte auch bei nur 1 cm Abstand vom Leuchtenglas ein Wert von 1 angezeigt wurde.

Fazit:
LED-Licht verfälscht die Laserfluoreszenz-Kariesdiagnostik mit Diagnodent und erhöht erheblich die Diagnodent-Werte. LED-Licht darf während der Messung nicht auf die Diagnodent-Sonde fallen.

Dreamteam

von Hans – Willi Herrmann

Um ehrlich zu sein – bislang hatten andere Apexlokatoren als unser Root ZX- Gerät  in unserer Praxis keine reelle Chance.
Dafür hatte ich einfach zu gute Erfahrungen mit diesem Gerät gemacht in den letzten 20 Jahren. Und wenn ich als Crosscheck einmal andere Geräte hatte mitlaufen lassen, so war es Ihnen nie gelungen, dem Root ZX seinen Stammplatz streitig zu machen.

ELM-1Aber auch beim Root ZX- Gerät gibt es – zugegeben selten – klinische Situationen, in denen die Messung nicht eindeutig ist oder das Messergebnis mit den anderen fallspezifischen Parametern in Widerspruch zu stehen scheint. Zunächst dachte ich, dass eventuell das Alter des Gerätes (wir besitzen es immerhin schon bald 21 Jahre) eine Rolle spielen könnte und tauschte es gegen das Nachfolgegerät, das Root ZX Mini. Aber auch hier gab es ab und an nicht ganz eindeutige Messungen.

In einem solchen Fall habe ich mich des VDW Raypex 6 erinnert.
Und siehe da, der Quercheck mit diesem ergab bei diesem Zahn „sinnvollere“ Werte.

Ein solches Ereignis  nimmt man dann zum Anlass, bei der nächsten unsicheren Messung wieder darauf zurückzugreifen. Und so hat sich  im Laufe der Zeit als Resümee –   aufbauend auf meinen langjährigen Erfahrungen – folgendes Procedere herausgebildet:

Entweder

das verwendete Root ZX Mini weißt eindeutige, verlässliche und reproduzierbare Messungen auf. Dann vertraue ich einzig auf dieses Messgerät und diese Messung.

In den Fällen, in denen keine eindeutigen Messungen erzielt werden können oder die Messungen nicht verlässlich und nicht reproduzierbar erscheinen, setze ich zusätzlich das Raypex 6 – Gerät ein:

Eine Wurzelkanallänge gilt dann als eindeutig, wenn mit beiden Geräte (die unterschiedliche Messverfahren einsetzen) ein identisches Ergebnis erzielt werden kann.

Fazit

Durch den zusätzlichen Einsatz des Raypex 6 in schwierigen Situationen konnte die Präzision der Messungen noch einmal gesteigert werden.
Ausserdem zeigt sich immer wieder, dass in den Fällen mit diskrepanten Messergebnissen mit fortschreitender Aufbereitung sich die abweichenden Messergebnisse der beiden Geräte immer mehr annähern und schließlich übereinstimmen, was dann  als Validitäts- Kriterium gewertet werden kann.
Ich möchte auf Grund der gemachten guten Erfahrungen auf dieses Messprocedere nicht mehr verzichten.

ZM Schnappschuss des Tages (2)

von Hans – Willi Herrmann

Immer mal wieder hört man im Kollegenkreis von Fehlmessungen bei der elektrischen Längenmessung auf Grund von Flüssigkeiten im Wurzelkanal.

Ich kann dies aus meiner bald 20 jährigen Erfahrung mit dem ROOT ZX – Gerät nicht bestätigen. Im Gegenteil – Das ROOT ZX zeigt sich hochgradig unbeeindruckt davon, was sich im Wurzelkanal befindet.

Als Beweis dafür ein Foto von heute.

Stark pulpitischer Zahn 16, die Trepanationskavität ist bis zum Rand gefüllt mit Blut.
Die Längenmessung war dennoch präzise und reproduzierbar.