Elektrischer Pulpa Tester

von Christoph Kaaden

Vor einigen Wochen habe ich es „getan“,…

und einen elektrischen Pulpa Tester bestellt.

Soweit nichts besonderes… allerdings handelt es sich um ein Produkt hergestellt und geliefert aus China

Geordert hier bei Ebay…

Für knapp 74 Euro.

Zuzüglich Versandkosten von 14,85 Euro

Fünf (!) Tage später wurde es geliefert.

Wie „versprochen“.

Unser erster Eindruck…

Tadellos

Ob`s so bleibt…?

Ich werde berichten…

PS: Ein seeehr ähnlich aussehendes Produkt gibt es ansonsten hier

IDS 2011 Rückblick (8) – Reziprokes Endo – Handstück – Made in China

von Hans – Willi Herrmann

Ich gebe offen zu, dass ich nie erwartet hätte, daß das offensichtliche Billiggerät wirklich was taugt.
Ein Kollege hatte mir vor einigen Monaten den von einer Schanghaireise mitgebrachten 150 Dollar China No Name Apexlokator zum Testen gegeben, Zitat „weil ich mich mit so was auskenne“.

Dann die Überraschung. Das Gerät zeigte so verblüffend genau die gleichen Werte wie unser hochgeschätztes Root ZX, dass man vermuten musste, die Chinesen hätten nur das Gehäuse verändert und das Innenleben 1: 1 kopiert.

Soweit die Vorgeschichte. Auf der IDS fand ich in Halle 11.3 ein „chinesisches Viertel“ mit vielen kleinen Firmenbuden, darunter auch der Hersteller von besagtem Apexlokators.
Ich berichtete bei LI  TION am Stand zu großen Freude des anwesenden Präsidenten der Firma über meine Erfahrungen.
Worauf er mir ein Endohandstück in die Hand drückte und fragte, ob ich dieses nicht auch testen wolle.

Natürlich wollte ich, denn das zierliche Gerät (und rein äußerlich ebenfalls ein Morita – Clone)  hatte es offensichtlich in sich.

Es ist ein Akku – Endohandstück, dass sowohl vollrotierend wie programmierbar reziprok arbeitet und sogar mit integrierter Längenmessung, die laut Aussage des Herstellers dem mir bekannten Standgerät in nichts nachstehen soll.

Keine Ahnung wie die chinesischen Techniker es geschafft haben, die Reziprok – Funktion in das Gerät zu pressen zu einem Zeitpunkt, zu dem im gleichen Augenblick zwei Stockwerke tiefer die offizielle IDS Vorstellung von Maillefer Wave One und VDW Reciproc gerade eben erfolgt war. Mit einem stationären kabelgebundenen Motor wohlgemerkt.

Und das Beste kommt noch. Der Motor kommt ohne störende Kabel aus, die ELM –  Lippenklemme hängt an einem kleinen, streichholzschachtelgroßen Satelliten und sendet via Bluetooth an das Handstück.
Was mir ein Mitarbeiter sofort an sich selbst demonstrierte, in dem er die Klemme in seinen Mundwinkel hängte und mit dem Kopf des Endohandstücks an die Zungenspitze drückte.

Ich nahm den LI TION 2 BT mit nach Hause, nicht ohne dem Chef den voraussichtlichen Verkaufspreis abgefragt zu haben.
598 US – Dollar und damit rund 200 Dollar teurer als das Modell ohne Reziprok-  Funktion und ohne Blue Tooth ELM.
Für chinesische Verhältnisse demnach sogar überraschend teuer. Meines Erachtens ein Zeichen für das immer stärker aufkommende Selbstbewußtsein der Produzenten aus der Mitte und dass man sich sehr wohl ganz genau bewußt ist, welchen Knüller man da nach Köln gebracht hatte.

Wie sich das Gerät nach einer Woche in der Praxis geschlagen hat, darüber morgen hier an dieser Stelle.


Auslandszahnersatz: „Die Farbe des Geldes“ oder „Schneller als gedacht“

von Hans – Willi Herrmann

Auslandszahnersatz.

In den Anfangstagen von WURZELSPITZE, im Februar 2009,  habe ich zu diesem Thema unter der Überschrift Auslandszahnersatz – Hart aber fair ? geschrieben.
Die Resonanz auf den Blogbeitrag war gering, von Zahntechniker – Seite minimal bis „gefühlt nicht vorhanden“.
Eine erste Entwicklungseinschätzung von offizieller Seite gab es dann  hier im August 2009. Die Zuschriften auf diesen Beitrag  hierzu zumeist von Labors, die mehr oder weniger verdeckt im Sinne eines viralen Guerilla Marketings für ihr Auslandszahnersatz – Engagement  werben wollten.

Und heute ? Knapp 2 Jahre später scheint sich der billigere Zahnersatz bereits etabliert zu haben. Etabliert – nicht nur im Sinne von, „Ja das gibt es“, sondern im Sinne von, „Ja, dass machen wir, Herr Müller Maier Schmidt, selbstverständlich“.

Billigerer Zahnersatz als Verkaufsargument der Praxis,  zumindest als willkommener Türöffner im Sinne einer Fielmann – Preispolitik. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand.  Zahntechnik (sofern nicht im Eigenlabor der Zahnarztpraxis hergestellt, an dem der Praxisinhaber gewinnschöpfend partizipieren kann) wird ja,  finanziell gesehen, durchgereicht.
Jede Zahntechnik – Arbeit, ganz gleich ob in Manila  oder Wolfenbüttel gefertigt, generiert allerdings Mehrumsatz auf zahnärztlicher Seite.
Besteht daher in der Zahnarztpraxis  keine Vollauslastung, sind also noch Zuwachsreserven vorhanden,  ist dem Kollegen vielleicht die Butter auf dem Brot näher als die Wurst vor der Nase, zumal  letztere für den Praxisbetreiber scheinbar keinen höheren Nährwert aufweist. Auslandszahnersatz wird heutzutage von einer Reihe von Zahnarztpraxen aktiv beworben, zumindest jedoch auf Wunsch des Patienten als „normale“ Produktvariante geliefert. Und – je mehr gute Erfahrungen der Zahnarzt mit einer solchen Versorgung bislang gemacht hat, umso vorbehaltloser wird er eine solche Variante vertreten, gegebenfalls sogar enthusiatisch anbieten.

„Zahnersatz aus der Mitte“  scheint also in unserer Mitte angekommen.
Als Indiz hierfür  ein Branchenbericht der ortsansässigen Volksbank:

Ich zitiere einen (in sich ungekürzten) Teil des Reports :

„Es scheint sich abzuzeichnen, dass vor allem die Herstellung einfachen, niedrigpreisigen Zahnersatzes nach Asien auswandert. Gleichzeitig hat der „Zahntourismus” nach Osteuropa einen wahrnehmbaren Marktanteil erreicht. Bei hochwertigen und komplexen Versorgungen, vor allem in der Implantologie, wird weiterhin die spezialisierte Arbeitsteilung zwischen Zahnarzt und Zahntechniker im Zentrum prothetischer Dienstleistungen stehen. Das sind neue, aber nicht unbedingt schlechte Voraussetzungen, um in einem umkämpften und im Umbruch befindlichen Markt perspektivisch bestehen zu können.

In erster Linie kommt es für den Zahntechniker darauf an, die Probleme und Erfordernisse seiner Kunden zu kennen und zu überlegen, wie er zum Problemlöser bei der Generierung prothetischer Umsätze werden kann. Hierzu sind ständiger Kontakt und das Gespräch mit den Zahnarztpraxen unabdingbar. So ist z.B. zu erkennen, dass die Zahnärzte besonders beim Zahnersatz einem härteren Wettbewerb ausgesetzt sind. Die Zahl der Patienten, die sich eine hochwertige Zahnersatzlösung nicht leisten können oder wollen, nimmt gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu. Hier ist es erforderlich, dem Zahnarzt nicht nur Premiumlösungen, sondern auch für den Großteil der Patienten bezahlbaren Zahnersatz anbieten zu können.

Bisher scheint für viele Zahnärzte die Lösung beim preisgünstigen Zahnersatz aus dem Ausland zu liegen. Doch zunehmend lohnt es sich für Dentallabore, sich mit neuen Technologien und Materialien zu beschäftigen. CAD/CAM-Systeme und Fräszentren bieten mittlerweile den deutschen Labors viele Möglichkeiten, hochwertigen Zahnersatz in Deutschland günstig herzustellen und damit gegen die Auslandskonkurrenz zu bestehen. Darauf zu vertrauen, dass immer wieder gestartete Versuche, Zahnersatz aus Ostasien pauschal als minderwertig dazustellen, ist riskant und wohl auf Dauer nicht tragfähig. Die Anbieter qualifizieren ihre Mitarbeiter nach westlichen Standards. Materialien und Geräte, die dort eingesetzt werden, stammen in der Regel aus Europa oder werden nach europäischen Regeln zertifiziert, sind also auch in deutschen Labors zu finden.

Konkurrenz erwächst den Dentallabors nicht nur aus dem Ausland, sondern auch im Inland durch (industriebasierte) Fräszentren. Sie gehen direkt auf die Zahnärzte mit dem Angebot zu, zahntechnische Wertschöpfung, nicht zuletzt mit Hilfe der digitalen Abformung, in die Zahnpraxis zu verlagern. Ob dieses Angebot für die Zahnärzte lukrativ ist, wird auch vom marktgerechten Alternativangebot der Dentallabors abhängen.“

Und die nächste Runde des Preiskampfes ist bereits eingeleitet.

Vor zwei Wochen brachte ein Privatpatient ein Schreiben einer privaten Krankenversicherung mit, dass dem Kostenvoranschlag des Zahnlabors, der jeder unserer Heil – und Kostenpläne beiliegt, ein Alternativangebot zweier Auslandszahnersatz – Labors gegenüberstellte: Anvisierte Kostenersparnis ? 2 Drittel.

Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass eine nicht unbedeutende Zahl von Patienten solche Alternativen in Anspruch nehmen wird und  demnach der Zahnarzt sich mit der Situation konfrontiert sieht, mit besagten Labors zusammenzuarbeiten. Das Problem, daß sich daraus ergibt: Nachwievor rate ich jedem Kollegen, den  Erfolg seiner Zahnarztpraxis  darin zu suchen, eine möglichst hohe Qualität zu liefern. Dies mit einem Labor zu erreichen, daß viele 1000 Kilometer entfernt ist, erscheint mir, zurückhaltend formuliert – schwierig, realistisch eingeschätzt –  unmöglich.

Erschwerend kommt hinzu: Das Preisgefüge in der Zahntechnik wird sich zwangsläufig weiter nach unten bewegen als Folge des Konkurrenzdrucks, ganz gleich ob durch Menschen in Schwellenländern oder CNC Fräsmaschinen verursacht.
Selbst wer es als Zahntechniker schafft, seine Preise zu halten, der sieht sich zumindest einer wesentlich höheren Konkurrenzsituation ausgesetzt.

Der Druck nimmt also weiter zu.

Es wäre naiv, zu glauben, dass dies nicht mit negativen Folgen verbunden wäre, selbst wenn diese sich nicht in Tabellen pressen, sich nicht  aus Statistiken herauslesen lassen.

Und – was für Zahntechniker gilt, das gilt auch, zeitversetzt, für Zahnärzte.
Wer glaubt, dass eine solche Entwicklung isoliert die Zahntechnik betrifft und die Zahnärzte davon verschont bleiben, der hat nicht verstanden, dass es hier um Kostensparmodelle geht, die vollkommen unabhängig von der tatsächlichen Versorgungsituation lediglich an ihrem Einsparbenefit bewertet werden.

Der Grund ist einfach. Die Kostenersparnis ist sofort gegenwärtig und messbar. Damit verbundene Qualitätsdefizite sind  nicht zu erfassen und in ihren Auswirkungen zeitverzögert.

Was resultiert daraus ?
Die Zahnmedizin befindet sich, in ihrer Gesamtheit betrachtet, auf dem Weg zu einem niedrigeren Qualitätslevel.

Die Konsequenz ?
Mut zur Lücke. Und das ist kein flapsiges Bonmot, sondern  schon bald auch bei uns eine ebenso reale Situation wie der Zahntechnikimport.

Wer sind die Verlierer ? Es sind Zahntechniker, Zahnärzte, vor allem jedoch die Patienten. Letztere trifft es am schlimmsten, denn es geht nicht um ihren Geldbeutel, sondern um ihre körperliche Integrität.

Wie immer in solchen Fällen wird die Politik die Eigenverantwortlichkeit der Patienten hervorheben. Soll heißen,wenn Du Löcher hast, Zahnfleischprobleme oder gar ein Gebiss, dann bist du selber schuld daran.

Was soll man darauf antworten ?
Natürlich beinhaltet diese Aussage einen  wahren Kern. Wer allerdings sich mit der Zahnmedizin genauer befasst, der weiss, dass diese monokausale Argumentation an der Pathologie und der Eigendynamik dentaler Erkrankungen vorbeigeht, zu kurz greift.
Und ein fachlich geschulter näherer Blick auf das von Kameras eingefangene Talk Show – Lächeln vieler Politiker entlarvt die in Zeiten knapper Kassen vielbeschworene Eigenverantwortlichkeit als („offensichtlich“ im wörtlichen Sinne) kurz gebeinte Worthülse, die man nur dann so ansatzlos aus der Pistole geschossen heraus  postulieren kann, wenn man sich selbst weit weit auf der sicheren Seite der zahnärztlichen Versorgung positioniert weiß.

Update LED Labomed Mikroskop

von Hans – Willi Herrmann

Der Markt für Dentalmikroskope im 10000 Euro – Bereich wird größer.
Neben dem Zumax  -DM aus China, das in Deutschland über ADS vertrieben wird, ist nun auch das Labomed- Mikroskop aus USA in Deutschland erhältlich.

Im Juni hatte ich die Gelegenheit im Rahmen eines Arbeitskurses,  mit dem Labomed – Mikroskop zu arbeiten, welches statt herkömmlicher Beleuchtung eine LED – Beleuchtung aufweist.  Der Preis erschien interessant, die Lichtquelle aber eher duster.

Letzteres hat sich, wie ich bei einem weiteren Arbeitskurs im August feststellen konnte, zum Positiven hin geändert, die LED Lichtquelle wurde modifiziert und ist nun deutlich heller.

Der Hersteller hat folgende Informationen zur neuen LED geschickt:

„Helligkeit bei einem f 250 mm Objektiv 55.000 Lux und einem Leuchtfeld von 85 mm

Farbtemperatur: 5.800 K

Elektronisch geregelt, somit keine Farbtemperaturänderung.“

Nähere Informationen zum Labomed – Mikroskop gibt es bei Hanchadent.

Made in PRC – Teil 3

von Bodald Necker

In der Zwischenzeit war der Patient zum Einsetzen da.
Besser: Er wäre zum Einsetzen da gewesen, wenn der ZE gepasst hätte.

Also, neue Abdrücke und wieder über das deutsche Labor nach China.

Nach 14 Tagen war er wieder da, der ZE. Es wurde wieder eine Einprobe bestellt, es wurde aber wieder ein fertiggestellter ZE geliefert. Also wieder keine Einprobe.

Gut.

Fast gut.

Der OK-ZE hat gepasst, der vom UK nicht.

Vielleicht das nächste mal…..

Welche Konsequenzen ziehen wir daraus?

Der (mögliche) deutliche Mehraufwand auf zahnärztlicher Seite wird sich irgendwo in der Kalkulation niederschlagen müssen. Wir, und wahrscheinlich sehr viele andere Kollegen werden nicht bereit sein, schlechtere zahntechnische Arbeiten durch gesteigerten zahnärztlichen Aufwand (mehrere zusätzliche Termine, erneute Abformungen) unbezahlt zu kompensieren.
Somit ist der Preisvorteil des fernöstlichen zahntechnischen Anteils verspielt.

Letztlich wird der Billigzahnersatz aus Billiglohnländern genauso teuer werden, wie vor Ort angefertigter ZE. Zumindest, wenn es um aufwändigere Arbeiten geht.

Hier noch ein paar Eindrücke…..

„Können wir Ihren kooperativen Dentallabor in China werden?“ -Auslandszahnersatz – Made in China

von Hans – Willi Herrmann

Klappern gehört zum Handwerk.

Ich vermute unter diesem Aspekt ist die folgende Mail zu sehen, die einen Kollegen kürzlich erreichte. Er legt im Übrigen Wert darauf legt, mit diesem Labor nichts zu tun haben zu wollen.
Ich verstehe das. Mir ginge es genauso. Und daran ändert auch die ISO – Zertifizierung nichts.

Aber lassen wir die Mail für sich selbst sprechen:

Sehr geehrter Herr Dr. Müller Maier Schmidt,