Calciumhydroxid- Überpressung (2)

von Donald Becker

Letzte Woche habe ich an dieser Stelle von einer ausgeprägten Calciumhydroxidüberpressung an der mesialen Wurzel von Zahn 36 berichtet. Hier nun – wie sich die Bilder doch gleichen – ein  weiterer Zahn 36, ebenfalls mit massiver Überpressung von Calciumhydroxid (Metapex, Meta Biomed).  Und auch hier war die Überpressung nicht beabsichtigt.

Die zum Zeitpunkt der Erstvorstellung  41 jährige Patientin suchte unsere Praxis auf Grund einer starken Schmerzproblematik in Regio 36 auf Überweisung durch die Hauszahnärztin auf.

Die endodontische Behandlung gestaltete sich als unproblematisch, die Calciumhydroxidüberpressung war nicht gewollt. Typ 2:1 Konfiguration in der mesialen Wurzel. Lateraler Kanal im Bereich der Kanalvereinigung. Zum Zeitpunkt der WF am 25. Mai 2012 zeigte sich schon eine beginnende Knochenregenation, die mit einer Resorption des Calciumhydroxids einherging. Die Verlaufskontrollen nach 6, 20, 46 Monaten zeigten eine erfreuliche vollständige knöcherne Konsolidierung.

 

 

Und weil so gut ins Thema past, gleich noch 3 weitere Fälle von heute hinterher:

Fall 2
Zahn 46.
Keine Überpressung, aber auch Calciumhydroxid (Metapex, Meta Biomed) als medikamentöse Einlage. Heutige Röntgenkontrolle nach annähernd 4 Jahren, vollständige knöcherne Konsolidierung des apikalen und interradikulären Knochendestruktionsprozesses.

Fall 3

Zahn 46.
Zustand nach WF durch Hauszahnarzt. Apikale Aufhellungen an den Zähnen 46, 47, sowie an Zahn 25.  Überweisung durch einen unserer regelmäßigen Überweiser, einem Oralchirurgen, zu dem der Hauszahnarzt die Patientin geschickt hatte. Die 49 jährige Patientin hatte auf Grund parodontaler Probleme in der Vergangenheit schon eine Reihe von Zähnen verloren, besagter Zahn 25 sichert noch die weitspannige festsitzende Oberkieferversorgung. Nach endodontischer Behandlung des Zahnes 25 wenden wir uns den Zähnen 46 und 47 zu. Calciumhydroxideinlage (Metapex, Meta Biomed) an Zahn 46 für 9 Wochen.
Erste Röntgenverlaufskontrolle heute 6 Monate post WF 46.

Fall 4

Zahn 46.
47 jährige Patientin. Zustand nach WK/WF durch Hauszahnärztin im Mai/Juni 2015 und Metallkeramikrone 46. Seitdem immer wiederkehrende Beschwerden in Regio 46. Calciumhydroxideinlage (Metapex, Meta Biomed) für 16 Wochen. die Kontrollaufnahme zeigt eine vollständige Resorption des Calciumhydroxid bei beginnender knöcherner Konsolidierung sowohl an der mesialen als auch an der distalen Wurzel. Wurzelkanalfüllung mittels plastifizierter Guttapercha und Kerr Pulp Canal Sealer XWT. Überpressung von Wurzelfüllmaterial im Bereich der mesialen Wurzel.

Calciumhydroxid – Überpressung (1)

von Donald Becker

Zweimal Zahn 36.
Zweimal deutliche apikale Aufhellungen.
Zweimal für meine Verhältnisse weit überdurchschnittliche Überpressungen von Calciumhydroxid.

Ich habe kein Problem damit, wenn sich, insbesondere bei größeren und ausgeprägten apikalen Läsionen eine Überpressung von Calciumhydroxid ergibt. Aber in den beiden Fällen, die ich heute und nächste Woche vorstellen möchte, hätte es nicht ganz so viel sein müssen, hätte ich es vorbestimmen können.

Fall 1 habe ich im Jahr 2013 hier und hier zur Diskussion und Abstimmung gestellt.
Ob über den weiteren Verlauf der Behandlung berichtet wurde, weiss ich nicht mehr. Ich habe  gesucht, aber nichts im Archiv gefunden diesbezüglich. Das muss aber nichts heißen, bei 2000 Beiträgen kann auch mal etwas übersehen werden.

Nachfolgend daher (eventuell als Wiederholung) der Verlauf der Behandlung und die Ergebnisse der Nachkontrollen.

Hier zunächst einige Folien zum Behandlungsverlauf:

Als medikamentöse Einlage wurde in diesem Fall Calciumhydroxid (Metapex, Meta Biomed) verwendet. Es wird mit einer Kunststoffkanüle appliziert. An der mesialen Wurzel kam es in diesem Fall zu einer deutlichen Überpressung. Metapex weist gegenüber dem früher von mir verwendeten „Ultracal XS“ Calicumhydroxid- Präparat der Firma Ultradent eine deutlich pastösere Konsistenz auf. In bestimmten Konstellationen kann es wie in diesem Fall zu einem höheren Maß an Überpressungen kommen im Vergleich zu Ultracal XS.

Aber auch bei größeren Überpressungen wie im vorliegenden Fall kommt es fast immer zu einer raschen und vollständigen Resorption des Calciumhydroxides, die naturgemäß mit einer gewünschten knöchernen Konsolidierung einhergeht.

Zur Verdeutlichung der schnellen Resorption des Calciumhydroxids habe ich die nachfolgenden Röntgenbildern nach dem Aufnahmedatum sortiert. Bemerkenswert sind vor allem die rasche Resorption innerhalb von weniger als 3 Monaten zwischen Bild 2 und 3, aber auch die Veränderung innerhalb einer Woche zwischen Bild 3 und 4.

Fall 2 folgt dann nächste Woche.

 

 

Sensorspender – Alternative Update

von Christian Danzl

Hier hab ich schon vor zweieinhalb Jahren eine günstige Alternative zu den relativ teuren berührungslosen Desinfektionmittelspendern vorgestellt.
Hier nun nach 28 Monaten ein update:

Kurz:

Problemlos.

Einer machte mal Zicken. Er wurde eingeschickt und kam kostenlos repariert zurück. Jeder läuft noch mit dem ersten Satz Batterien.

Saraya bietet verschiedene brührungslose Spender an, hier die Übersicht. Auch diverse andere Spender, die sich auch auf der Patiententoilette gut machen sind im Programm.

Preisliste liegt mir keine vor, da aber die Desinfektionsspender im Gegensatz zu den anderen auf dem Markt befindlichen Geräten günstig war, gehe ich davon aus, dass es bei den anderen Geräten auch der Fall sein könnte.

 

Hygiene- Tastatur – Vergleich: MediBoard / CleanBoard / Mini-CleanBoard (Keywi)

von Torsten Hatzky
Als kürzlich eine Teil-Erneuerung unserer EDV notwendig wurde, sollten die neuen Tastaturen auf jeden Fall hygienefähig sein. Bislang hatte ich aus Platzgründen in den Behandlungszimmern 12“ Notebooks, und die Hygiene habe ich bisher nur durch Disziplin eingehalten: Vor der Behandlung alle erforderlichen Info`s für den nächsten Patienten einsehen, dann erst Handschuhe an. Nach der Behandlung: Handschuhe aus und die erforderlichen Eingaben machen. Das geht schon, aber ich möchte mich nicht dafür verbürgen, dass meine Mitarbeiterinnen dies auch in jedem Fall so gemacht haben – besonders wenn ich es nicht sehen konnte ….. und wenn es mal hektisch wurde, habe ich mich auch manchmal dabei ertappt, dass ich den Weg der korrekten Vorgehensweise versehentlich verlassen hatte.

Bei meiner Recherche fand ich diesen Bericht. Beim Durchstöbern des Webshops vom Hersteller Hoffmann u. Krippner konnte ich feststellen, das es inzwischen zusätzlich zum bekannten MediBoard 2.0 zwei weitere und vor allem kleinere Tastaturen gab. Da HaWi das MediBoard in seinem Langzeitbericht sehr gelobt hatte habe ich, davon ausgehend, dass diese sich nur bezüglich der Grösse unterscheiden, gleich zwei der neuen MiniCleanBoards bestellt.

Sie wurden schnell geliefert, und wir haben sie umgehend in Betrieb genommen. Alle waren spontan vom schönen Design und der „Desinfektions- Erinnerungs-Funktion“ begeistert: Man kann die Tastatur über eine Tastenkombination ganz einfach funktionslos schalten. So können bei der Wisch-Desinfektion keine versehentlichen Eingeben gemacht werden. Danach wird sie mit derselben Kombination wieder aktiviert. Eine kleine LED schaltet von Rot auf Grün und im Hintergrund beginnt eine Zeituhr abzulaufen. Nach 180 Minuten schaltet die LED von Grün auf Gelb und zeigt , dass man doch mal wieder desinfizieren könnte. Macht man dies nicht, erfolgt nach 360 Minuten der Wechsel zu Rot, was anzeigen soll, dass man nun unbedingt desinfizieren muss, auch wenn in der Zwischenzeit überhaupt nicht dran geschrieben wurde. Einen Wechsel des Patienten kann die Tastatur natürlich nicht registrieren. Man kann aber als selbstverständlich voraussetzten, dass in Zusammenhang mit der Aufbereitung des Behandlungsplatzes die Tastatur auch gereinigt wird.

Soweit erst mal ein sehr erfreulicher Eindruck. Nach den ersten Eigaben kam aber leider die grosse Ernüchterung: Das Schreiben macht auf dieser Tastatur keine Freunde. Auch nach mehreren Tagen wurde dies nicht besser. Die Tasten lassen sich nur schwer erfühlen, da sie sich kaum vom Untergrund abheben. Folge: Man spürt nicht wo man ist, und driftet allzu oft irgendwo hin ab. Ausserdem ist der Kontakt unter den Tasten zu klein, so dass man auch deswegen allzu oft daneben trifft. Flüssiges Schreiben ist selbst für eine unserer Mitarbeiterinnen, die fließend 10-Finger-blind zu schreiben gewohnt ist, nicht möglich. Man muss immer ganz genau hinschauen, wo man hindrücken will, damit man wirklich trifft. Und dann ist auch noch der Anschlagdruck gewöhnungsbedürftig und gleichzeitig die Rückmeldung des erfolgten Tips recht unpräzise. Folge: Ich habe noch nie so viele und vor allem ungewöhnliche Tipfehler gemacht. So kam es oft dazu, dass das gleiche Zeichen zweimal getippt war, nachdem es beim ersten Anschlag nicht geklappt hatte. Dies konnten meine Mitarbeiterinnen ebenfalls bestätigen und es wurde der Wunsch geäussert, die Tastaturen zurückzugeben.

Nach Rückfrage bei der Schweizer Niederlassung des Herstellers hatte man zunächst einmal wenig Verständnis für unser Problem und ich bekam die Info, dass die Tastatur ja eigentlich nur für kurze Eingaben gedacht sei und nicht für längere Texte. Das wurde aber im Web-Shop nirgendwo zur Sprache gebracht. Jedoch bot man an, uns zwei andere Tastaturen für weitere Versuche zuzuschicken.

So hatte ich Gelegenheit, sowohl das etwas grössere CleanBoard und im Vergleich dazu auch das MediBoard zu testen. Das Foto zeigt alle drei Tastaturen im Grössenvergleich. Gleich vorab: Das etwas grössere CleanBoard hat die selbe praktische Erinnerungsfunktion, schreibt sich aber kaum besser als das MiniCleanBoard. Für kurze Eingaben ist es aber okay. Ich habe mir aber in letzter Zeit immer mehr angewöhnt, aus forensischen Gründen sehr ausführlich zu dokumentieren. So kommen doch recht schnell längere Texte zusammen, die noch dazu in kürzester Zeit geschrieben werden müssen.

Ich kann mir aber vorstellen, dass andere Kollegen dies anders handhaben und mit den CleanBoard Tastaturen hinreichend klar kommen. Sinnreich ist vielleicht auch die Anwendung am Rechner eines digitalen Röntgen-Systems, wo nur schnell die entsprechende Patientendatei geöffnet werden muss und sonst kaum andere Eingaben notwendig sind. Vom Preis her sind sie auf jeden Fall sehr attraktiv: Nur wenig mehr als die Hälfte des Preises, der für das grosse MediBoard zu zahlen ist.

Ganz anders war dann der Eindruck beim MediBoard. Hier konnten wir alle nach nur kurzer Eingewöhnungszeit fliessend längere Texte eingeben, ohne durch technische Unzulänglichkeiten bedingte Fehler. Ich selbst schreibe inzwischen überaus gern damit. Die Tasten haben offensichtlich einen aufwendigeren technischen Aufbau, was sich leider im deutlich höheren Preis niederschlägt. Die Desinfektions-Erinnerungs-Funktion bietet diese Tastatur nicht und man kann sie nicht durch Tastendruck funktionslos schalten. Weiterhin negativ: Sie nehmen leider viel Platz weg und die als Track-Pad gestaltete Maus-Funktion funktioniert mit Latex-Handschuhen nur arg widerwillig. Hier wäre noch Verbesserungspotential.

Da die anderen, zum Teil auch hier vorgestellten Optionen mir nicht so gut gefallen haben, war dann doch schnell entschieden: Das MediBoard wollen wir haben!

Nach erneuter Kontaktaufnahme mit der Herstellervertretung und deutlichem Hinweis auf die unzureichende Beschreibung im Web-Shop, erklärte man sich schliesslich doch bereit, gegen eine Bearbeitungsgebühr von 10% (für die erforderliche Neuverpackung), die bereits gelieferten Mini-CleanBoards zurückzunehmen, wenn ich dafür 2 MediBoard bestelle.

Diese haben wir nun schon mehr als 2 Wochen im Einsatz und sind bislang sehr zufrieden damit.

Disclaimer:
Es besteht beim Autor kein Interessenskonflikt in Form von eigenen finanziellen Interessen oder finanziellen Interessen Dritter, die von einer positiven Berichterstattung profitieren oder eine negative Darstellung behindern.

3D-Anatomie du jour – Update

Von Bonald Decker

Heute möchte ich Ihnen das 2D-Update dieser 3D-Anatomie du jour vorstellen.

Wie eigentlich nicht anders zu erwarten stellt sich der Zahn nach Wurzelkanalfüllung im Einzelzahn-Röntgenbild recht „unspektakulär“ dar.

post op Röntgenaufnahme

prä op vs. post op

Ich hoffe auf eine 3D-Nachuntersuchung in 6 (-12) Monaten, um besser beurteilen zu können, inwieweit wir der Anatomie und dem bakteriellen Problem gerecht werden konnten…

Herodontics – Zahn 21 – Recall nach 7 Jahren

von Donald Becker

Fast auf den Tag genau 7 Jahre post WF  (die Wurzelkanalfüllung  war am 14.05.2008) stellte sich Ende letzter Woche der Patient zur Kontrolle seines „Sauerbruch“ – Zahnes 21 bei uns vor.

Ich hatte erstmalig  hier darüber berichtet.
Das war 2009.

Und 2012  ein Update des Falls hier eingestellt.

Sauerbruch- Zahn.
So nenne ich Zähne, die sich intraoperativ als infaust oder irreparabel präsentieren, allerdings dies aber erst zu einem Zeitpunkt offenbaren, da schon viel zu viel Zeit investiert wurde, um jetzt einfach resignierend aufzugeben, die Behandlung abzubrechen und den Zahn zu extrahieren.

Der „alte“ Sauerbruch, so steht es in seinen Memoiren („Sauerbruch – Das war mein Leben“)  hatte während einer Operation angesichts einer scheinbar ausweglosen Situation ausgerufen: „Dieser Patient verstirbt mir nicht auf dem Tisch !“ und die Operation fortgesetzt. So war es letztendlich dem ausgeprägt großen Ego des Professors zu verdanken, dass der Patient wider Erwarten überlebte und  kurze Zeit später als geheilt aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte.

Die Zeiten der „unfehlbaren“ Medizin- Titanen a la Sauerbruch  sind lange vorbei.
Und im vorliegenden Fall ging es nicht um egomane Professoren-Psychen.

Sondern ganz pragmatisch nach Entdecken der palatinalen Resorption darum, angesichts der bereits investierten Anstrengungen und der reichlich verstrichenen Behandlungszeit den Fall zum Abschluss zu bringen, um ihm so überhaupt eine Chance geben zu können.

Wenn man dies tut, stellt man wie im vorliegenden Falle fest, das auch hoffnungslose Zähne „funktionieren“ können.
Gut sogar.

Die vorhandene Fistel verschwindet.
Mit ihr die über ein Jahrzehnt sporadisch wiederkehrenden Beschwerden.
Die laterale Aufhellung bildet sich zurück.

Klinische Situation 7 Jahre post WF

Zwischenzeitlich wurden Zahn 21 und (obwohl ich vehement davon abgeraten habe) der Zahn 11 vom Hauszahnarzt überkront. Die PA- Situation ist stabil. Mesiopalatinal eine Tasche von 4 mm, palatinal und distopalatinal 3 mm, vestibulär jeweils an Zahn 21 2 mm. Der Zahn weist Lockerungsgrad wie auch Zahn 11 Lockerungsgrad 1 auf.

Im Moment spricht nichts dagegen, dass der Zahn 21 nicht auch noch ein paar Jahre im Mund verbleiben kann.

Und wer sich das Wirken Sauerbruchs in der  1954 von Bavaria- Film auf die Kinoleinwand gebrachten Sauerbruch – Biographie einmal  in Bewegtbildern anschauen möchte, der wird  auf der Website Archive.org fündig. Dort stehen tausende Filme bereit –  nicht nur Spielfilme, sondern auch Werbespots, Interviews oder Weiterbildungsfilme. Sie können kostenlos direkt im Browser angesehen oder heruntergeladen werden – sogar im DivX-Format, das bei hoher Komprimierung noch relativ gute Bildqualität liefern kann.

Das Angebot ist legal: Das Copyright der Filme ist abgelaufen oder von den Firmen freigegeben worden.

Fistel am KFO – Zahn

von Donald Becker

Die 50 jährige vollbebänderte Patientin suchte im am 16. April 2013 unsere Praxis auf Anraten ihres Kieferorthopäden auf. Der Abschluss der Erwachsenen – KFO stand nach über 2 Jahren Behandlung kurz bevor. Der Zahn 16 machte der Patientin zum damaligen Zeitpunkt  keine Beschwerden, der PA- Befund war mit Taschen von 2 bis 3 mm unauffällig. Allerdings zeigte sich eine vestibuläre Fistel mit ausgeprägtem Fistelmaul im Bereich der Umschlagfalte. Aus dem Fistelmaul entleerte sich Eiter. Die Hauszahnärztin, Wurzelkanalbehandlungen gegenüber grundsätzlich kritisch eingestellt, hatte die Extraktion des Zahnes angeraten.

Nach zeitintensiver Untersuchung und Beratung verließ die  Patientin unsere Praxis, ohne Termine auszumachen, entschied sich dann aber später doch für den Versuch des Zahnerhaltes durch Wurzelkanalbehandlung.

Die endodontische Behandlung wurde am 04.06.2013 begonnen.
Nach einer weiteren Sitzung am 31.07.2013 wurde am 16.08.2013 (die Bebänderung war nachwievor in situ) mit der Wurzelkanalfüllung die Wurzelkanalbehandlung abgeschlossen.

Am 27.02.2015 stellte sich die Patientin zur Nachkontrolle nach 18 Monaten vor.
Das angefertigte Röntgenbild zeigt eine vollständige Knochenregeneration im Bereich des ehemaligen Defektbereichs um die beiden bukkalen Wurzeln.

„Der Prophet im eigenen Land“ oder „Des Kaisers neue Kleider“

von Hans – Willi Herrmann

Wenn es zutrifft, dass der Prophet, der im eigenen Land nichts gilt, weit reisen muss, um in der Fremde die ihm zustehende Anerkennung zu erfahren, dann hat Rüdiger Osswald zu Beginn diesen Jahres eine weitere Etappe dieses Weges beschritten. Er wurde von der Academy of RV Tucker Study Clubs (ARVTSC) zum Sprecher der Ehrenvorlesung der ARVTSC erwählt. Diese „ lecture of excellence“ wird im Rahmen des Jahreskongresses der Academy of Operative Dentistry jährlich im Februar in Chicago abgehalten.  500 internationale Zuschauer verfolgten den knapp einstündigen Vortrags Osswalds, den das  nachfolgenden Video ungekürzt wiedergibt.

Artikel in der „Zeit“ – Die Wurzel des Übels

von Hans – Willi Herrmann

Er habe in der „Zeit“ über ein spezielles Wurzelkanalinstrument gelesen.
Ob ich den Artikel kennen würde, fragte der zur Wurzelkanalbehandlung überwiesene Patient beim Aus-der-Tür-Gehen.
Es war seine erste Behandlungssitzung bei uns, ich hatte ihm während unserer Behandlung ein wenig vom Aufbau der von uns verwendeten Instrumente erzählt.

Ich verneinte, aber schnell war klar, im Zeitungsbericht ging es um das Lentulo.

Natürlich wollte ich den Artikel lesen.
Ob er mir die Zeitung mitbringen könne, fragte ich.
Der Patient hielt Wort. Und brachte zur nächsten Behandlungssitzung  die betreffende „Zeit“- Doppelseite mit.

Ein ausführlicher Bericht über die Wurzelkanalbehandlung in der wohl renommiertesten deutschsprachigen Wochenzeitschrift ?

Jeder Lobbyverband wäre froh über soviel kostenlose PR.
Wer nachlesen möchte, was  über Zahnschmerzen und Möglichkeiten des Zahnerhaltes durch Wurzelkanalbehandlung geschrieben wurde, der nutze diesen Link bei „Zeit Online“ zum Nachlesen.

Dem einen oder anderen wird dabei vermutlich gegen Ende der ersten Seite das Lachen spontan aus dem Gesicht verschwinden. Die Autorin wagt es nämlich, das böse C- Wort nicht nur zu erwähnen, sondern darüber hinaus besagtes Desinfektionsmittel als das beste und eindrucksvollste überhaupt anzupreisen. Nur der Vollständigkeit halber. Von Kofferdam, Dentalmikroskop, elektrischer Längenmessung war bis dato  keine Rede, wird auch im Nachfolgenden nicht gesprochen und der Begriff „Spezialist“ wird lediglich im Zusammenhang mit Korallenriffen erwähnt.

Wer nun zum Schluss kommen sollte, die „Zeit“ sei auch nicht mehr das, was sie einstmals war, den möchte ich auf das Erscheinungsdatum des Artikels kurz vor Weihnachten hinweisen. Jahreszeitlich gesehen schwebt über diesem Aufsatz adventsbedingt also nicht nur die auch im Dezember drückend heiße Mittagssonne Timbuktus, sondern auch der zur Versöhnung und Völkerverständigung aufrufende Stern von Bethlehem.

Und daher schlage ich vor –  Friede auf Erden – gewissermaßen als guter Vorsatz für das gerade begonnene Jahr 2015 – einfach mal versuchsweise – rein hypothetisch – anzunehmen, das das in den Artikel Beschriebene wahr ist.

Wie ließ Arthur Conan Doyle seinen Helden Sherlock Holmes einst sagen: „Wenn man das Unmögliche ausgeschlossen hat, muss das, was übrig bleibt, die Wahrheit sein, so unwahrscheinlich sie auch klingen mag.“

Es gab Jahrzehnte,  in denen die Endodontie generell als falsch verschrien war.
Es gibt Vorurteile aus dieser Zeit, die sich bis heute hartnäckig halten.
Die nicht tot zu kriegen, aber dennoch falsch sind.

Das alles im Hinterkopf und  dem entsprechenden zeitlichen Abstand sollte es doch heutzutage möglich sein, CHKM  erneut und vorbehaltlos zu revaluieren.

Was spräche also dagegen, in diesem Jahr einfach mal – von mir aus in den sogenannten hoffnungslosen Fällen – zu eruieren, ob man unter Zuhilfenahme „reinigender Kriechmittel“ die entsprechenden Zähne erhalten kann.

Und nächstes Jahr sprechen wir hier darüber, welche Erfahrungen gemacht wurden.
Einen Versuch wäre es wert und die Patienten  – die Autorin ist das beste Beispiel –  würden es danken.

Infratronic Desinfektionsspender – Langzeitupdate

von Hans – Willi Herrmann

Kaum zu glauben, das wir schon bald 4 Jahre mit dem Infratronic -Desinfektionsspender arbeiten sollen.

Eine Empfehlung des Kollegen Andreas Mrohs für die ich an dieser Stelle wieder einmal Danke sagen möchte, nachdem zuvor berührungsfreie Spender eines anderen Herstellers schon nach wenigen Monaten ihren Dienst quittiert hatten.

Die Ergebnisse nach dem ersten Jahr mit dem Infratronic – Spender waren vielversprechend, aber seitdem ist eine lange Zeit vergangen.

Was hat sich seitdem geändert ?
Nichts.

Nachwievor verrichtet der Spender einwandfrei seinen Dienst.

Grund für uns, die gesamte Praxis (Behandlungszimmer,Steri, Labor, Röntgenraum, Patiententoilette und Eingangsbereich) mit berührungsfreien Spendern von Infratronic auszurüsten.

Muss ich mehr sagen.
Eigentlich nicht.

 

Zahnschmerzen können grausam sein (II)

von Hans – Willi Herrmann

Ein Kollege schrieb in einer privaten Mail zu diesen Fällen: „Bemerkenswert einfach !“

Und da mag er – aus seiner Sicht – Recht haben.

Bemerkenswert einfach sind solche Fälle immer dann, wenn man weiss, „wie es geht“.

Für Andere, denen besagter Lösungsweg fehlt, mögen diese Fälle gar nicht mehr so einfach, möglicherweise sogar schwierig bis unlösbar sein.

Fakt ist, dass keiner der Vorbehandler den Patienten wissentlich die Schmerzausschaltung vorenthalten wollte.
Jeder Zahnarzt will dem Patienten helfen.

Der sadistische Zahnarzt als Stereotyp aus irgendwelchen Hollywood – Filmen ist eine Fiktion.
Im Gegenteil. Studien haben gezeigt, dass ein zahnärztlicher Behandler besonderem Stress ausgesetzt ist, wenn ein Patient Schmerzen erfährt. Und nichts ist unbefriedigender, als einen Patienten mit manifesten Schmerzen ohne adäquate Schmerzausschaltung ziehen lassen zu müssen.

Wir können also davon ausgehen, dass den Behandlern in den vorliegenden Fälllen nicht der Wille, sondern lediglich der notwendige Lösungsweg fehlte.

Ende Januar diesen Jahres habe ich mein 20 jähriges Berufsjubiläum „gefeiert“.

Rückblickend waren es nur wenige, banal erscheinende Ereignisse, die meinen Weg geführt, geprägt haben.

Ein Buch, das Augen öffnete für eine neue Welt der Zahnmedizin mit dem Dentalmikroskop. Ein Patient im Notdienst mit einer Knochennekrose nach Einlage eines Devitalisierungsmittels. Zu sehen, wie einfach Kofferdam auch in scheinbar schwierigen Situationen appliziert werden kann. Ein massiver Phönixabszess nach Offenlassen eines bis dato relativ unproblematischen OK- Schneidezahnes. Ein Artikel über eine effizeinte Aufbereitungstechnik bei engen Wurzelkanälen.

Ich hatte Glück. Ich habe in der so wichtigen ersten Zeit des Berufsstartes gelernt, gesehen, erfahren, dass Dinge funktionieren. In Situationen, von denen viele sagen, dass hier besagte Vorgehensweise nicht funktionieren kann.

Denn zu oft hört man: „Das klappt eh nicht. Das ist in der Praxis nicht umsetzbar. Das kann man an der Uni so machen, aber nicht im zahnärztlichen Alltag.“

Wir hier bei WURZELSPITZE möchten zeigen, wie es geht.
Unsere Lösungswege aufzeigen.
Es gibt viele andere.
Und das will keiner hier in Frage stellen. Hier geht es nicht darum, Dogmata aufzustellen. Lediglich um praktikable Lösungen. In der Hoffnung, dass Kollegen, so wie ich damals, dadurch ein wenig besser, einfacher, sicherer,erfolgreicher ihren Weg in die Zahnmedizin finden.

Die Staffette weitergeben. Dafür schreibe ich.

Zahnschmerzen können grausam sein

von Hans – Willi Herrmann

Nachfolgend exemplarisch 3 Fälle des letzten Monats.
Ihnen ist  gemeinsam, daß die Patienten über einen Zeitraum von mindestens einem Monat (Minimum 4 – Maximum 6 Wochen) an immer wiederkehrenden, zum Teil sehr starken Zahnschmerzen litten.

Die Therapie bis dato trotz wiederholter Behandlungen brachte keinen Erfolg.

In allen drei Zähnen (Rö Bild 1 -Zahn 44, Rö- Bild 2 Zahn 25, Rö- Bild 3 Zahn 47)  sind die Wurzelkanäle weit aufbereitet, daß davon ausgegangen werden kann, daß eingebrachte Desinfektionslösungen und Medikamente ihre Wirkung entfalten konnten, die eingesetzten Substanzen sind  in der Zahnmedizin seit vielen Jahrzehnten bekannt und renommierte Endodontologen haben deren Wirksamkeit in Studien bestätigt.

Was sagt man nun diesen Patienten ?
Soll weiter der Versuch der Zahnerhaltes gewagt  oder sollte der jeweilige Zahn entfernt werden ?

Die Patienten sitzen bei uns auf dem Behandlungsstuhl und erwarten konkrete Hilfe.

Was wäre eine sinnvolle Vorgehensweise, um dem jeweiligen Patienten die Schmerzen zu nehmen und den Zahn zu erhalten ?

Ich werde nächste Woche berichten, wie ich konkret den jeweiligen Zahn behandelt oder gegebenenfalls auch nicht behandelt habe.
Das gibt dem interessierten Leser die Möglichkeit, Behandlungsvorschläge als Kommentar eingestellt werden.



Hygienefähige Tastaturen in der Zahnarztpraxis – ein Vergleich

von Hans – Willi Herrmann

Über die reine Behandlungstätigkeit hinaus fallen administrative Arbeiten in der Zahnarztpraxis an, sei es die Notwendigkeit der Dokumentation als auch der Erfassung der angefallenen Abrechnungspositionen.  Dies geschieht heute zum größten Teil im Behandlungszimmer, teilweise während der Behandlung. Dadurch kommt es gegebenenfalls zu einer Kontamination der Computertastatur. Und daraus ergibt sich die Notwendigkeit der Reinigung, will man nicht Gefahr laufen, Keime im Sinne einer Kreuzkontamination von einem Patienten auf den anderen zu übertragen.

Normale Computertastaturen sind für eine Reinigung nicht geeignet.
Desinfektionsmittel können Schäden an der Tastatur verursachen und dabei geht es nicht allein um Schäden durch agressive Desinfektionsmittel, sondern vielmehr alleine durch Kurzschlüsse bei Feuchtigkeitszutritt, weil diese Tastaturen nicht gegen Feuchtigkeit abgekapselt sind.

Lösung 1 – Die „normale“ Computertastatur

Schreibgefühl/ Schreibkomfort – sehr gut

Kosten – ab wenigen Euro

Reinigungsfähigkeit  – nicht gegeben

…scheidet also aus. Was wären die Alternativen und wie schneiden diese ab ?

Lösung 2 – Cleankeys – Glastastatur

Kosten: Um 300 Euro (aus der Erinnerung)

Reinigungsfähigkeit – optimal

Schreibgefühl/ –  suboptimal, gewöhnungsbedürftig  – es gibt keine Tasten- nur Schreibflächen. Dementsprechend fehlt jeglicher Druckpunkt und damit auch eine taktile Rückmeldung beim Schreiben. Zwar gibt es ein akustisches Signal beim Schreiben, dass im Sinne einer Rückmeldung das Treffen des Schreibfeldes signalisieren soll, aber das ist nur ein schwacher Ersatz für das fehlende Schreibgefühl. Dennoch  – wenn man sich an die Tastatur gewöhnt hat, dann kann man damit akzeptabel gut arbeiten, man verfasst ja keine Romane, sondern nur kurze Eingaben und dafür ist die Tastatur okay. Ein Touchpanel als Mausersatz ist integriert.

Lösung 3 – Silikon Roll -Tastatur

Kosten: ca. 10 – 15 Euro

Die bei  Pearl erhältliche Tastatur ist wasserdicht.
Und somit desinfizierbar im Sinne von „sie funktioniert ohne Probleme weiter“, wenn man dies tut. Das Schreibgefühl  wurde in der Praxis unterschiedlich beurteilt. Es gab Mitglieder des Praxisteams, die damit lieber schrieben als mit der Cleankeys – Tastatur, was ich für mich nicht bestätigen kann.  Mir war der Druckpunkt der Tasten zu fest und ungenau, zumal die Wackligkeit der Tasten ein reproduzierbares Schreiben zusätzlich erschwerte. Aber auch die scheinbar vorhandene Desinfektionsfähigkeit hält einer genaueren Betrachtung nicht stand. Fakt ist nämlich, dass die herausragenden Tasten eine vollständige Desinfektion nicht zulassen. Man kommt schlicht und einfach nicht in die vielen vorhandenen Ritzen zwischen den einzelnen Tasten. Das Foto zeigt die Staubansammlung der ungenutzten freiherumliegenden Tastatur nach mehreren Monaten. Eine Tauchdesinfektion der gesamten Tastatur wäre denkbar, dass hierfür notwendige Szenario (Bereithaltung und Tausch mehrerer Tastaturen im Wechsel, Einrichten eines ausreichend großen Tauchbades, in dem die (rollfähige)Tastatur eingebracht wird), ist jedoch nicht wirklich praxisgerecht, weil aufwändig.

Lösung 4 – Cherry – Tastatur mit Silikon – Schutzhülle

Kosten ca. 80 Euro.

Schreibgefühl / Schreibkomfort – sehr gut, wie wir es von diesen Tastaturen gewohnt sind. Die Silikonhülle, über deren Preis man besser nicht sinniert oder gar versucht, ihn mit Materialaufwand und Herstellungskosten zu rechtfertigen, behindert nicht beim Schreiben. Die Silikonhülle hält auch lange, Bedenken das nach wenigen Wochen der Überzug undicht und damit nicht mehr zu gebrauchen wäre, sind unbegründet. Das Reinigungsmanko bleibt aber auch hier und wer nach einiger Zeit die Hülle von der Tastatur abzieht, der sieht, wieviel Schmutz sich dort im Laufe der Zeit ansammelt. Lösungsansatz wäre hier ähnlich wie bei der Silikontastatur die Tauchdesinfektion der Schutzhülle in einem speziell dafür vorgesehenen Tauchbad.

Lösung 5 Keywi – Tastatur

Kosten ca. 300 Euro.

Das Schreibgefühl mit der Keywi – Tastatur  ist ebenfalls gewöhnungsbedürftig und mit einer guten Computertastatur wie der Cherry-Tastatur nicht einmal annähernd vergleichbar. Im Gegensatz zur Cleankeys Tastatur sind jedoch kugelsphärenartige, linsenförmige Tasten vorhanden wie bei den guten alten Dieter Rams Braun – Taschenrechnern. Sie verfügen über einen Druckpunkt, es bedarf jedoch einer deutlichen, bewußten Kraftanstrengung, um das Schreiben eines Buchstabens auszulösen. Ein Touchpanel als Mausersatz ist integriert.

Was die Deinsfektionsfähigkeit angeht, so ist diese grundsätzlich gegeben, ähnlich wie bei der Cleankeys- Tastatur. Längerfristig muss sich aber zeigen, ob der Materialmix aus Kunststoff und Silikondichtung den Desinfektionsmitteln trotzen kann, ohne Veränderungen zu zeigen.

Lösung 6 – „Der  Christo – Melitta Wrap“

Einpacken einer handelsüblichen Computertastatur mit einer hauchdünnen transparenten „Melitta“ – Folie.

Nachdem alle Schreibarbeiten beim jeweiligen Patienten gemacht worden sind, entfernt man die dünne Plastikfolie und ersetzt diese durch eine neue. Auch so kann eine Kreuzkontamination vermieden werden. Diese Lösung hat darüber hinaus den besonderen Charme, dass der Behandler, sofern er persönlich  nach Ende der Schreibtätigkeit die Folie entfernt, sich sicher sein kann, dass die neu adaptierte Folie bislang unkontaminiert ist. Dies ist sogar ein Vorteil gegenüber allen bislang genannten Verfahren, den eine per se reinigungsfähige Tastatur garantiert ja nicht automatisch, dass die Reinigung auch wirklich erfolgt ist.

Nachteilig bei der Melitta – Folien Variante ist, dass die Folie bei entsprechendem Lichteinfall spiegelt und, sofern sie nicht fest genug adaptiert wurde, beim Schreiben an den Fingern leicht kleben bleiben kann. Beides ist tolerierbar, aber gegebenenfalls nervig. Je öfter es vorkommt, umso mehr.

Lösung 7 Handschuhwechsel

Einfach, setzt aber – und da liegt bei aller Banalität die Schwierigkeit – höchste Disziplin voraus. Zum Schreiben ausnahmslos die Handschuhe ausziehen und nach dem Schreiben die Handschuhe wieder anziehen bzw. neue Handschuhe anziehen. So verfahre ich, weil es, insbesondere bei warmen Temperaturen deutlich schneller geht. BTW wer so verfährt, hat nach entsprechender Zeit die Kosten für eine hygienefähige Tastatur in Wechselhandschuhe gesteckt.

Endodontie ist der Beweis für die Toleranzfähigkeit des menschlichen Organismus. Aber wie lange noch ?

von Hans – Willi Herrmann

In der Endodontie funktioniert viel.
Eigentlich sogar extrem viel.

Warum dem so ist ? Weil Endodontie  ein Beweis ist für die Toleranzfähigkeit des menschlichen Organismus.

Und genau aus diesem Grund ist die Abwesenheit von Schmerz oder das Fehlen anderer augenfälliger klinischer Symptome aber auch kein Beweis für eine erfolgreiche Therapie, für zielführende Behandlungsansätze.

Leider wurde- in der Vergangenheit und wird – auch heute noch – zu oft genau so argumentierend verfahren.

„Tut nicht mehr weh, freuen wir uns, Stempel drauf, geheilt !“

In der Vergangenheit war eine solche Scheuklappen- Anschauung auch gut vertretbar. Mangels wirklicher Alternativen.
Aber genau das hat sich in den letzten 30 Jahren grundlegend geändert.

Denn der natürliche Feind der Endodontie heutzutage ist nicht länger mehr Zange und Brücke, es ist das Implantat.

Und mehr und mehr in den vergangenen 2 Jahrzehnten, in gleichem Maße in dem die Implantologie Einzug in unsere Praxen gehalten hat,  rächt sich nun diese arrogante Einstellung des „Ich habe ja mein Bestes getan und der Patient hat ja auch keine Schmerzen mehr, quod erat demonstrandum !“

Schmerzfreiheit heißt nicht Heilung.
Nimmt man dies als Kriterium, so birgt dies die  Gefahr, dass mit dem Nichtgelingen einer medioker durchgeführten Behandlung angesichts nun vorhandener „sicherer“ Alternativen eine Therapieform per se ins Abseits gestellt wird:  „Endo ? – Vergiss es- Funktioniert ja doch nicht !“

Die Endodontie – zu Recht oder Unrecht sei zunächst dahingestellt – ist im Begriff, eine Therapieform der Vergangenheit zu werden.

Dies könnte man als evolutionäre Entwicklung werten, als survival of the fittest im Sinne eines „Einfacher, sicherer, zuverlässiger“ der Wurzelkanalbehandlungs – Alternativen.

Und wenn dem so wäre, dann hätte es die Endodontie auch verdient, als – nennen wir es „intrakanaläre Goldhämmerfüllung des neuen Milleniums“- als ein als nicht mehrzeitgemäßes Therapeutikum vereinzelter, nur noch historisch bedeutsamer Wurzelkanal – Dentisten, als Fußnote der Zahnerhaltung, ein Randdasein im Kuriositätenkabinett der Zahnmedizin zu fristen.

Das Problem ist, dass wie allzuoft auch hier Äpfel mit Birnen verglichen werden.

Es gibt sie nicht „DIE Endodontie“, das universelle Abziehbild einer  Wurzelkanalbehandlung, als Blaupause des Wurzelkanal – Prototyps per se.

  • Haben wir es mit einer Erstbehandlung zu tun oder einer Revision ?
  • Ist es ein vitaler oder devitaler, möglicherweise hochgradig infizierter Zahn ?
  • Ein Traumafall ?
  • Wie alt ist der Patient ?
  • Wie ist seine medizinische Allgemeinsituation, wie der generelle Zustand seiner Zähne, der Nachbarzähne, der Antagonisten, wie die Situation des den Zahn umgebenden Knochens ?
  • Welche der unzähligen endodontischen Therapieoptionen sollte im individuellen Einzelfall der Vorzug gegeben werden ?
  • Und welchen Einfluss auf den Behandlungserfolg hat der Behandler ?
  • Wie steht es um die Fähigkeiten des Zahnarztes auf diesem schwierigen Teilgebiet, wie ist seine Ausstattung, was steht ihm an Gerätschaften und Hilfsmittel zur Verfügung, und last but not least wie schätzt er die klinische Situation ein und was ist er bereit, im konkreten Fall an Massnahmen einzusetzen ?

Fakt ist: Die endodontische Behandlung ist die schwierigste und komplizierteste Teilbehandlung im Rahmen der Zahnmedizin.

Insofern kann man es grundsätzlich keinem Behandler verdenken, wenn er sich, auf Grund negativer Erfahrungen auf diesem Gebiet und andererseits positiver Erfahrungen im Hinblick auf die Therapieoptionen „Zahnersatz“und „Implantologie“, gegen eine Wurzelkanalbehandlung entscheidet.

Zumal von Seiten der Wissenschaft keine Evidenz aufgezeigt wurde, welche der vielen, so unterschiedlichen endodontischen Therapiekonzepte denn nun zu favorisieren seien.

Das allerdings wird sich in den nächsten Jahren drastisch ändern.

Mit dem DVT steht uns in der Endodontie ein Medium zur Verfügung, dass in viel viel größerem Maße als bisher den Erfolg einer Wurzelkanalbehandlung beweisen oder in Frage stellen kann.

Die Folge: In den nächsten Jahren wird uns eine apikale Aufhellung nach der anderen um die Ohren gehauen werden.

Wenn wir nicht aufpassen, sind wir auf dem Weg in einen neuen Exodontismus.

Warum dem so sein wird ?

Weil es der Wirklichkeit entspricht.

Machen wir uns doch nichts vor – die Wurzelkanalaufbereitung ist seit Einführung der rotierenden Nickel – Titan – Instrumente vor fast 20 Jahren  in einem Stadium, das als vorhersagbar handhabbar gelten kann. Und der Erfolg einer  Wurzelkanalfüllung  muss nicht an der Anzahl gefüllter  Seitenkanäle oder der Temperatur des Hitzepluggers und der Phasenkonsistenz der verwendeten Guttapercha festgemacht werden.

Soll heißen – Endodontie kann schwierig und kompliziert sein, dies ist aber keine Grundvoraussetzung in jedem Falle.

Sie muss daher auch nicht von vorneherein zum Scheitern verurteilt sein.
Wie es von verschiedenen Seiten aus ganz unterschiedlichem Antrieben heraus postuliert wird.

Es bedarf zu erfolgreichen Handhabung von Wurzelkanälen auch nicht als conditio sine qua non einer mehrjährigen postgradualen Spezialistenausbildung.

Endodontie bedeutet, auf den Kern heruntergebrochen,  die Handhabung einer bakteriellen Infektion in einem extrem schwerzugänglichen Bereich.

Und deshalb ist es  eben nicht damit getan, einzig Wurzelkanäle aufzubereiten und abzufüllen.

Das ist beileibe keine neue Erkennntis. Die endodontische Trias (Aufbereiten,Desinfizieren, Füllen)  ist uns allen seit über 100 Jahren bekannt, aber die Desinfektion wird nachwievor stiefmütterlich behandelt.

Teilweise wird ihre Notwendigkeit, negiert, teilweise wird, guten Willen zeigend, sich in skurrilen Alibi – Handlungen verkünstelt, deren nicht gesicherter Nutzen auch nicht von markigen Marketing-Claims ala „Tsunami-Endodontics“ kompensiert werden kann.

Ist ein Wurzelkanal eines devitalen Zahnes, wenn er  trocken ist, bakterienfrei ?
Genügt die Spülung mit NaOCl oder welcher anderen desinfizierenden Lösung auch immer –  aus einer dünnen Spülkanüle heraus, maximal 1 -2 mm apikal der Kanülenöffnung hinausreichend,  um eine adäquate Desinfektion zu erreichen ?

Keiner von uns kann mit Sicherheit die Antworten auf diese Fragen geben.

Demzufolge kann man im Umkehrschluss aber auch povokant die Frage stellen: Erzielen wir eine Heilung durch oder unabhängig von oder trotz unserer Massnahmen ?

Konkret, kritisch gefragt:

1. Inwieweit ist das Ergebnis der Schmerzfreiheit und einer im Zahnfilm oder OPG sichtbaren apikalen Ausheilung das Resultat eines Fließgleichgewichts, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers – unterstützt durch endodontische Massnahmen des Zahnarztes – gegenwärtig zu Gunsten des Patienten verschoben haben ?

Wenn dem so wäre, und es gibt nichts, was angesichts der Mikroanatomie des Wurzelkanals und der Submikroanatomie des Wurzeldentins grundsätzlich dagegen argumentierend angeführt werden könnte, dann ist die von uns so freudig begrüßte Heilung bakteriell infizierter Zähne nur eine Polaroid- Foto eines längerfristig in seinem Ausgang unbestimmten Prozesses, der eine Restitutio ad integrum nur suggeriert, aber vermutlich zu keiner Zeit erreicht hat.

2. Inwieweit ist die apikale Aufhellung nur eine scheinbare, nur auf den Unzulänglichkeiten des 2 D- Röntgens begründet ?

In solchen Fällen besteht die Möglichkeit, dass wir es nicht mal mit einer temporären, vielmehr mit einer vorgespiegelten Heilung zu tun haben.

Wo die Evidenz fehlt, muss der gesunde Menschenverstand her.
Und der sagt, seit dem Jahr der endodontischen Zeitenwende 1917, seit den Präparaten Walter Hess, dass es ungeachtet der großen Erfolge in der Endodontie noch viel zu tun gibt.

Und, angesichts der frustralen Erkenntnis, dass man offensichtlich in vielen Fällen nicht einmal bereit ist, dass essentiell Notwendige zu tun (sonst gäbe es nicht so viele schlechte Wurzelkanalbehandlungen)  auch getan werden muss. Grundsätzlich.

Damit die Endodontie kein Auslaufmodell wird.

Das bedeutet im ersten Schritt: Dokumentation des Status Quo, Analyse der Ist- Situation, Überprüfung unterschiedlicher Therapievarianten, vorbehaltlos.

Und hier haben wir mit dem DVT ein neues Hilfsmittel, dass es uns erlauben wird, den Erfolg unserer Behandlungen viel viel präziser, vielleicht zum ersten Mal überhaupt nachvollziehbar belegen zu können.

Darauf freue ich mich.

Das DVT ist nicht nur ein möglicher Nagel zum Sarg der Endodontie, sondern die Chance, diese Behandlungsform auf ein neues Level zu bringen. Ich bin gespannt, inwieweit sich die Endodontie dadurch in den nächsten 2 Dekaden verändern wird.

Eines muss aber klar sein. Mit dem DVT werden die Karten neu gemischt.  Und deshalb müssen auch liebgewonnene und bequeme Gewohnheiten des „Das haben wir doch immer so gemacht“  hinterfragt werden. NaOCl, CaOH2 ? Ab auf den Prüfstand. Und vermutlich fast alles andere auch.
Das ist mühsam.
Aber tun wir es nicht, werden wir verlieren.
Und die Patienten Zähne.

Die Determinanten des Erfolgs

von Steven Koppel

Es gibt viele Studien über die Dichtigkeit von Wurzelfülltechniken, es gibt Studien über die Korrelation zwischen Mißerfolg und koronalem Leackage.

Was ist jedoch verantwortlich für die biologische Heilung?

Die ausreichende Elimination der Infektionsquelle, so daß der Körper im Idealfall ein restitutio ad integrum schaffen kann.

Die erfolgreiche Desinfektion des Wurzelkanalsystems ist dabei die entscheidende Determinante, Wurzelfüllung und koronaler Verschluß eher die Verhinderer einer Reinfektion.

Auch wenn von Vertretern thermoplastischer Wurzelfülltechniken diesem Behandlungsteilschritt eine vorentscheidende Bedeutung beigemessen wird, im vorliegenden Fall fällt es nicht leicht, an die herausragende Bedeutung von Wurzelfüllungen im Hinblick auf den Behandlungserfolg zu glauben.

2010 wurde von mir  eine nekrotische Pulpa an Zahn 15 mit Parodontitis apicalis chronica entfernt; Es folgte die Wurzelkanalaufbereitung unter intermittiernder NaOCl – Spülung.

Der Zahn wurde mit einer Hypochlorit- CaOH2- Einlage versehen – und zeigte sich samt seiner Besitzerin erst ein Jahr später wieder dem Behandler. Die Besitzerin hatte keine Probleme und ließ daher andere, dazwischenliegende Termine verstreichen – sie dachte, daß der Zahn fertig behandelt sei.

Der Zahn war mit einer adhäsiven Aufbaufüllung versehen und mit Cavit und einer adhäsiven Füllung verschlossen. All dies unversehrt bei der Wiedervorstellung.

Ein Jahr später konnte nun die Wurzelkanalfüllung endlich erfolgen: auf der Röntgenkontrastaufnahme zeigte sich eine fast vollständige biologische Heilung gegenüber den Ausgangsbildern.

Welches war nun die entscheidende Determinante dieses Heilungsprozesses? Aufbaufüllung und Deckfüllung sicher nicht – und auch die medikamentöse Einlage dürfte ihre desinfizierende Wirkung bereits verloren haben und weit von einem dichten Verschluß entfernt sein, wie man ihn von  thermoplastischen Füllungen her kennt.

Infratronic – Berührungsloser Desinfektionsspender im Langzeittest

von Hans – Willi Herrmann

Vor einem Jahr habe ich hier über einen   Desinfektionsspender von Infratronic berichtet, der berührungsfrei mittels Infrarotschranke Desinfektionsmittel abgibt.

Die Empfehlung des Kollegen Andreas Mrohs für dieses Produkt und die enttäuschenden Erfahrungen, die ich mit einem anderen Produkt gemacht hatte waren Anlass für mich, das Infratronic – Gerät in unserer Praxis zu testen.

Mehr als 12 Monate später kann ich das positive Urteil von Andreas Mrohs nur bestätigen.
Das Gerät verrichtete in dieser Zeit einwandfrei seinen Dienst und darüber hinaus vollkommen wartungsfrei, nicht einmal die für den Betrieb der Lichtschranke notwendige Batterie musste zwischenzeitlich getauscht werden. Im Gegensatz dazu hatte der Baisch – Spender in dieser Zeit auf Grund von Störungen mannigfaltiger Art seinen Betrieb schon wiederholt eingestellt.

Grund für mich, an den Infratronic IT 1000 AE EURO Spender 5 Wurzelspitzen zu vergeben. Wer eine berührungsfreie Lösung für die eigene Praxis sucht, der sollte dieses Gerät in die Kaufentscheidung mit aufnehmen.

ENDOXPLUS

von Christoph Kaaden

Zuletzt haben einige technische Neuerungen wie das SAF-System oder die Ghassan Yared Technik in der endodontischen Welt für Aufmerksamkeit gesorgt.

Passend hierzu scheint die Schweizer Firma Enos diesen aktuellen Entwicklungen mit der Markteinführung von ENDOXPLUS nicht nachstehen zu wollen…

Nähere Informationen zu diesem Gerät, dass eine Sterilisation des Wurzelkanalsystems mittels Hochfrequenzimpuls verspricht finden sich in dieser Broschüre

Man darf gespannt sein…

Keywi – Hygienefähige Tastatur

von Hans – Willi Herrmann

Über hygienefähige Tastaturen haben schon des öfteren bei WURZELSPITZE berichtet, zum Beispiel hier oder hier oder da und dort.

Die ultimative Lösung gab es bislang nicht.
Aber es kommen immer mehr Produkte auf den Markt und damit steigt die Wahrscheinlichkeit, ein adäquate Tastatur zu finden, die allen oder zumindest doch den entscheidenden Kriterien genügt.

Seit Montag haben wir zum Testen die  MediBoard 2.0 Tastatur der Firma Keywi bei uns in der Praxis.

Eine signalweisse, modern anmutende USB Tastatur, die per Plug and Play sowohl mit unseren Apple-  wie auch mit Windows – Rechnern funktioniert.

Preislich konkurriert die Tastatur mit dem Cleankeys Mitbewerber. Jene ist etwas kompakter, sieht (wenngleich das immer auch Geschmacksache ist) schicker aus und weist als vollkommen flache und spaltfreie Glastastatur die wohl besten Desinfektionseigenschaften ihrer Oberfläche auf.

Demgegenüber punktet die keywi – Tastatur mit einer per se antimikrobiellen Oberfläche, von der der Hersteller verspricht, das diese leicht & schnell zu reinigen sei und Bakterien und Viren keine Chance liesse.

Die antimikrobielle Wirksamkeit wurde mit folgenden Bakterien getestet:

Staphyloccus aureus (MRSA), Escherichia coli 0157, Listeria monocytogenes, Pseudomonas aeruginosa, Salmonella enteritidis, Bacillus cereus, Streptococcus faecalis, Klebsiella pneumoniae, Aspergillus niger, Penicillium purpurogenum, Phoma violacea, Saccharmyces cerevisiae.

Die antimikrobielle Wirkung kann für 15 Jahre garantiert werden. Die Keywi PC-Tastatur ist nach IP65 spritzwassergeschützt und dadurch einfach und schnell zu reinigen.

Das Gehäuse soll  allen gängigen Desinfektionsmitteln widerstehen. Das gilt es meines Erachtens zu beweisen und so bin ich gespannt, wie die Tastatur nach einiger Zeit sich gegenüber den Desinfektionsmitteln bewähren wird.

Was ich jetzt schon sagen kann ist jedoch, dass das keywi – Mediboard 2.0 gegenüber allen bisher gestesteten  Tastaturen die besten Schreibeigenschaften aufweist.  Die Tastatur besitzt fühlbare linsenförmige Tastenkuppen. Erinnert mich ein wenig an die berühmten Braun Taschenrechner aus meiner Jugend. Die leicht erhabenen „Schreiblinsen“ gewährleisten  eine eindeutige Platzierung der Finger  beim „Blindschreiben“ und sie weisen  einen Druckpunkt auf, der eine Rückmeldung des Schreibvorganges ermöglicht.  Letzters wird zusätzlich durch ein Klickgeräusch unterstützt. Ein kapazitives Touchpad sorgt für ein taktiles Empfinden und eine einfache Bedienung – mit und ohne Schutzhandschuhe. Es liefert nicht ganz die Funktionalität einer PC – Maus, aber nach kurzer Eingewöhnung ist man in der Lage, vollkommen auf die gewohnte Maus zu verzichten. Und man  ist in der Lage, genauso schnell und sicher zu schreiben wie mit den gewohnten normalen  PC – Tastaturen.
Ein deutlicher Vorteil gegenüber den bisherigen Lösungen.

In 2 Tagen wird im Übrigen auf der MEDICA in Düsseldorf die neue Hygiene-PC-Tastatur CleanBoard vorgestellt werden. Laut keywi – Geschäftsführer Rainer Veitinger  ist es „die perfektionierte Weiterentwicklung der Produktgruppe MediBoard  und  in Form und Funktion kaum zu überbieten.“

Das klingt vielversprechend. Ich werde berichten.  Ab Dezember steht uns auch diese Tastatur zum Test zur Verfügung.

Berlin – Untersuchung zur Aufbereitung von Wurzelkanalinstrumenten

von Hans – Willi Herrmann

Ich bin extrem irritiert.
Gerade eben habe ich das hier im Netz gefunden.
Einziger Trost: Die beiden Zahnarztpraxen in Berlin, die ich kenne, sterilisieren schon immer ihre Wurzelkanalinstrumente, so wie wir alle es an der Universität gelernt haben.

Hier das Zitat:

„Eine Untersuchung aus dem Jahre 2002 hat festgestellt, dass 81% der 129 befragten Berliner Zahnärzte Wurzelkanalinstrumente nach jedem Einsatz am Patienten der Reinigung und Desinfektion zugeführt haben; eine Sterilisation wurde anschließend nicht durchgeführt. Lediglich 10% der befragten Zahnarzte reinigten, desinzierten und sterilisierten die Wurzelkanalinstrumente nach jeder zahnärztlichen Behandlung [73].“

Zitiert aus :

Aus dem Institut für Technische Hygiene

der Medizinischen Fakultät Charite – Universitätsmedizin Berlin

DISSERTATION

Vorgaben zur manuellen Aufbereitung von

Wurzelkanalinstrumenten

zur Erlangung des akademischen Grades

Doctor medicinae dentariae (Dr. med. dent.)

vorgelegt der Medizinischen Fakultat

Charite – Universitatsmedizin Berlin

von

Min-Jung Oh

aus Taegu

Berührungslose Desinfektionsspender (3)

von Hans – Willi Herrmann

Beim AGET- Treffen letzte Woche in Bad Kreuznach berichtete der Kollege Andreas Mrohs aus Neuhäusel (wir sprachen am Rande über unsere Tops und Flops des Jahres 2009, die Praxisanschaffungen betreffend)  dass er sich für seine Praxis für berührungslose Desinfektionsspender der Firma Weinmann entschieden habe.

Seine Intention vor der Kaufentscheidung: Informieren, was Anbieter von Praxismöbeln (z.B. Freuding) in ihre Schränke verbauen.
Und so sei  er auf die Firma Weinmann gestossen, die unter dem  Label Infratronic Solutions  Produkte für berührungslose Hygiene nach Richtlinien des RKI anbieten.  2008 gelang der Durchbruch auf dem internationalen Hygienemarkt mit einem berührungslosen Hygienespender mit einer Kompatibilität zu nahezu allen europäischen Seifen- und Desinfektionsmitteln.

Sein bisheriges Urteil (nach nicht ganz einem Jahr): Funktioniert – vollkommen ohne Probleme.
Und das Ganze preislich deutlich unter dem, was die bisher bei WURZELSPITZE vorgestellten Lösungen kosten. Hier geht es zur Homepage des Herstellers.

Gib AIDS keine Chance

von Oscar von Stetten

Mich hat immer wieder die empfindliche Oberfläche der ProErgo-Handgriffe gestört.

Und das diese, egal wie motiviert die Damen pflegen, über kurz oder lang unansehnliche Flecken zeigt.

Zudem die Oberfläche von Kippschaltern und Knöpfen durchbrochen wird, was eine Nischenbildung bedeutet. Da die Griffe elektronische Bauteile enthalten, fällt eine Tauchdesinfektion oder ein TD-Gang leider aus. Bei operativen Eingriffen wollte ich zudem nicht mit meinen evtl. Blut-kontaminierten Handschuhen die Griffe bedienen.

Nach mehreren Versuchen mit z.B. Mikrowellenkochbeuteln, Steri-Schläuchen, Frischhaltefolien kam mir eine andere Idee.
Fingerlinge erwiesen sich als zu klein. Es gibt aber eine andere Art von Fingerlingen, die deutlich grösser sind. Zwar nicht beim Dentaldepot zu erstehen, aber hier:  http://www.kondomotheke.de. Und zwar unter der Bezeichnung Plain-End Silke-Latex. Der Vorteil: Kein Reservoir. Damit nicht direkt als das erkennbar, was es wirklich ist: ein Kondom. Naturgummi, per Wischinfektion desinfizierbar,  kommt morgens auf den Griff, fliegt Abends wieder runter.

Der Preis?
Bei Abnahme einer 100er Packung 0,46€ pro Stück. Verschmerzbar. Neue Griffe für das ProErgo? Ich habe nicht gefragt, aber sicher deutlich mehr als die „Fingerlinge“. Meine Damen haben nach den ersten skeptischen Blicken und Gelächter die  Fingerlinge akzeptiert. Weil es die Rüstzeit für das Zimmer um sicher 2-3 Minuten senkt. Die Zeit, die sie früher mit dem peniblen Wischen der Handgriffe zu gebracht haben.

Macht es mich nun schneller, kann ich mehr Patienten behandeln. Nein, sicher nicht. Aber es entspannt meine Damen ein wenig. Und damit auch mich ;-)