EndoxPlus – der heiße Draht neu aufgelegt

von Stefan Verch

Neben den herkömmlichen bewährten Desinfektions- und Gewebeauflösungsmethoden für die Wurzelkanalbehandlung kamen in letzter Zeit diverse neue Methoden auf dem Markt, um die folgenden Unzulänglichkeiten der bewährten Methoden zu ergänzen – oder gar zu ersetzen:

  • Gewebeauflösung und Desinfektion in Nischen bei ovalen Kanälen und Isthmen
  • Vor allem im apikalen Bereich und schwer zugänglichen, nicht einsehbaren Bereichen nach Krümmungen
  • Gewebeauflösung und Desinfektion in „schwarzen“ hoch kontaminerten Kanalwandbereichen
  • Wirkung bis in die Tiefe der Dentinwand/ Tubuli hinein
  • Entfernung von Gewebe, das durch Perforationen in das Kanallumen hinein wuchert
  • Kanaltrocknung
  • Smear Layer Auflösung

Zu nennen sind die SAF Methode, Laser und Endox: letztere Methode bedient sich hochfrequenter Stromimpulse (100 – 140 ms)ähnlich den Gingivektomie Schneidegeräten, die Gewebe und Bakterien durch Hitze karbonisieren kann.

Endox wurde in den 90er Jahren von Vittorio Sacchi entwickelt und von Orangedental vertrieben.

Die Firma ENOS Swiss hat nun die Lizenzen und Patente dieses Systems rechtlich zugesprochen und bestätigt bekommen und vertreibt die Neuauflage des Systems unter dem Namen EndoxPlus.

Details sind auf der Homepage http://www.enosswiss.com abrufbar.

Das alte Endoxgerät darf und wird nicht mehr vertrieben werden; mit dem neuen EndoxPlus Gerät steht ein weiter entwickeltes, komfortableres Gerät zur Verfügung.

Es zeichnet sich aus durch:

  • um bis zu dreifach höhere Leistung gegenüber dem alten Endox Gerät
  • bessere Feinjustierungen der Impulsstärke ( Länge des Impulses, Stärke des Impulses und Ableitfähigkeit)
  • Akku Antrieb, der sicher eine Komplikation unkontrollierter 220 V Spannung des alten Gerätes im Komplikationsfall für den Körper ausschließt
  • einer angenehmeren Gerätegröße und Oberfläche

Das Gerät ist als Zusatz zu den herkömmlichen Methoden einzusetzen.

Aufgrund seiner Wärmeimpulssetzung ist es in der Lage, Gewebe und Bakterien zu zerstören und zu karbonisieren. Initial eingesetzt bei der pulpitischen Wurzelkanalbehandlung ist es in der Lage, Flare ups wirkungsvoller als herkömmliche Methoden zu minimieren.

Die bestehende Literatur bescheinigt dem alten Endox Gerät in diesen Bereichen gute Werte bei klinisch geringen Schädigungen des Dentins und des Parodonts.

Trotzdem wollte ich diese Werte nicht automatisch auf das neue Gerät übertragen sehen: ein neues Gerät ist ein Gerät, das getestet werden muß. Deswegen habe ich für die Firma eine Studie gemacht, um zunächst die Bakteriendesinfektionswirkung zu testen. Wie im Prüfprotokoll auf der Website http://www.enosswiss.com nachlesbar, habe ich dazu Zähne aufbereitet, sterilisieren lassen und dann nach Beimpfung mit EndoxPlus behandelt und vom renommierten Institut ecoscope mikrobiologisch auswerten lassen.

Das Ergebnis ist vielversprechend: die vermutete Hitzewirkung kann Bakterien gegenüber einer unbehandelten, beimpften Gruppe um bis zu 99,9 % reduzieren.

Schwachstellen dieses In – vitro – Versuches ist die möglichst genaue Imitierung klinischer Ableitungsverhältnisse, die jedoch im Versuchsaufbau durch die Leitfähigkeit von Agarmedium gewährleistet war.

Gerade in den oben genannten zusätzlichen  Indikationen  – und zwar in allen genannten – ist das Gerät für mich daher eine sinnvolle Ergänzung meines Protokolls.

Geplant sind weitere In – vitro – Versuche, die dann auch die Potenz der Gewebeauflösung bis in die Tiefe der Kanalwand und die geringe Gewebeschädigung der Hartsubstanzen und des Parodonts untersuchen sollen.

Erklärung: Zwischen dem Autor und der Fa. Enos bestehen keine wirtschaftlichen Beziehungen. Die Fa. Enos hat die mikrobiologische Auswertung und die Reisekosten des Autors zur Versuchsdurchführung am Bodensee finanziert. Die Versuchsdurchführung wurde vom Autor ohne Honorar durchgeführt.

ENDOXPLUS

von Christoph Kaaden

Zuletzt haben einige technische Neuerungen wie das SAF-System oder die Ghassan Yared Technik in der endodontischen Welt für Aufmerksamkeit gesorgt.

Passend hierzu scheint die Schweizer Firma Enos diesen aktuellen Entwicklungen mit der Markteinführung von ENDOXPLUS nicht nachstehen zu wollen…

Nähere Informationen zu diesem Gerät, dass eine Sterilisation des Wurzelkanalsystems mittels Hochfrequenzimpuls verspricht finden sich in dieser Broschüre

Man darf gespannt sein…

SAF System – wer immer nur das tut ….

von Klaus Lauterbach

Auch ich habe am ersten SAF Workshop im August, in Aalen teilgenommen und war gespannt auf diese vollständig neue Art den Bakterien im Kanal zu Leibe zu rücken. Wolf Richter hatte uns die neuartige Feile in allen Details erklärt und im praktischen Teil konnte man schnell erkennen, dass es eine sehr gute Idee ist, das SAF System nur in Verbindung mit einem Workshop (der beim Systemerwerb verrechnet wird) zu verkaufen.
Die Quintessenz des Vortragvormittags war: Clean-Shape-Rinse in einem Arbeitsgang. Das SAF System bearbeitet extrem viel mehr Kanalwandfläche und reduziert Bakterien in höherem Maß als rotierende Systeme, entfernt Debris und Smearlayer (Score1) zuverlässig, erbringt das geforderte hohe Spülvolumen je Kanal, benötigt Preflaring und ist daher keinesfalls ein Einfeilensystem, es wird bei den Workshops und von den Henry Schein Mitarbeitern, zumindest in Deutschland, auch nicht so angepriesen.
Selbst langjährig erfahrene Kollegen konnten sich beim praktischen Teil nur schwer umstellen und mussten den eingefahrenen, rotierenden Behandlungsgewohnheiten Tribut zollen. Schnell war die absolut fraktursichere „Self Adjusting File“ doch abgebrochen. Stellt man allerdings 25000 Upm statt 5000 Upm am Motor ein ist dies auch kein Wunder und entspricht natürlich keineswegs den Vorgaben der Systementwickler, man wollte wohl Grenzen testen.
Nach dem Workshop am Nachmittag war dann klar, dass man das System wirklich nur nach einem guten Preflaring und schaffen eines Gleitpfades einsetzen sollte.
Wolfs Sequenz im Workshop war übrigens: K ISO 10/15, S1, K ISO 20, SAF. K NiTi ISO 30-40.

Unter folgendem Link kann man übrigens die Empfehlungen von Zvi Metzger zum SAF-System downloaden, die gerade für SAF Einsteiger sehr hilfreich sind.

Mein SAF System habe ich in der ersten Septemberwoche erhalten. Mittlerweile, ca. 70 SAF-Wurzelkanäle später, hat sich bei mir keinesfalls Ernüchterung breit gemacht. Im Gegenteil, es ist eher so, das ich immer ein gutes Gefühl habe, wenn die Feile im Kanal zum Einsatz gekommen war. Unter dem OPM sieht das alles blitzsauber aus.
Wie waren also meine Erfahrungen? Zu Aufbau und Technik des Systems wurde hier bereits alles erklärt. Zunächst kam die SAF in unserer Praxis nur in ovalen, c-förmigen und Kanälen mit Isthmen zum Einsatz. Mittlerweile wird sie routinemäßig während jeder Aufbereitung eingesetzt, auch bei runden Querschnitten.

Meine persönliche Aufbereitungssequenz kombiniert eine hohe, apikale Größe mit der perfekten Reinigung der SAF: K ISO10/15, BioRace1, BR2, SAF, BR4.
Es gibt bei der SAF natürlich keine bestimmte Aufbereitungsgröße oder Taper da sich die Feile dem Kanal anpasst. Falls nötig erfolgt ein Taper-Stepback mit Handfeilen.

Das System wurde nach kurzer Gewöhnungszeit perfekt in unseren Behandlungsablauf integriert. Der lästige Fußschalter zum Ein- und Auschalten der Pumpe steht bei der Assistenz, die auf kurzes Zeichen den Natriumhypochloritfluss startet. Das Pumpensystem wird nach jeder Behandlung mit Kochsalzlösung gespült und erst zur nächsten Behandlung wieder mit Natriumhypochlorit gefüllt.
Wie wir schon gehört haben ist es manchmal etwas Fummelei die doch recht lange Feile (zum Schaft und Arbeitsteil kommt noch der Schlauchansatzteil) bei geringer Mundöffnung im Kanal zu platzieren aber bisher konnte die Feile immer im Kanal untergebracht werden.
Das man die Feile nur mit gutem Straightline-Access benutzen kann wird dafür sorgen, dass alle Behandler einen solchen gestalten müssen, eher ein Vorteil als ein Nachteil. Die Feile verträgt wirklich wenig vertikalen Druck lässt sich aber, mit etwas Gefühl, in einem größeren, ovalen Kanal (zB. distal UK7er) recht gut an die bukale oder linguale Wand drücken. Im Frühjahr kommt die SAF mit 2,0mm Durchmesser. Dann wird die Behandlung grosslumiger oder ovaler Kanäle sicherlich erleichtert.
In keinem Behandlungsfall kam es übrigens zu einem Feilenbruch. Bei regelgerechtem Einsatz gab es nur sehr selten kleine mechanische Defekte an der Feile. (siehe Bild)
In einigen Fällen, meist gekrümmte Kanäle, gab es allerdings Schwierigkeiten die Arbeitslänge der initialen Feilen mit der SAF zu erreichen. Erst nach einem weiteren, stärkeren Preflaring konnte die Feile auf AL gebracht werden.

Bei Revisionen habe ich die SAF als Abschlussfeile eingesetzt. Bei den rotierenden Feilen bleibt gerade in der Innenkurvatur gekrümmter Wurzeln oft Füllmaterial an der Kanalwand zurück. Hier kann die Feile durch Ihr neue Technik die Kanäle effektiver reinigen.

Das System ist bisher noch nicht offiziell am Markt erhältlich, lediglich endodontisch versierte Kollegen waren zu den wenigen Workshops eingeladen bzw. einige Studiengruppen konnten sich damit vertraut machen. Nachdem vorher nur einige Opinionleader die SAF erhalten hatten war dies die zweite Stufe der sehr überlegten und bedachten Markteinführung. Verbesserungsvorschläge wie Einschaltknopf statt Fußanlasser oder Austauschbarkeit des Flüssigkeitbehälters usw. wurden nach den Workshops bereits an die Hersteller weitergeleitet. Wir sind gespannt wie schnell dies geändert wird. Nun wir die SAF also wahrscheinlich im November zur DG-Endo Jahrestagung für jedermann der einen Workshop belegt hat zu erwerben sein. Da kann wohl kaum von einer übereilten Markteinführung die Rede sein.

Ob sich die Feile auf breiter Ebene im Markt durchsetzen wird bleibt abzuwarten. Ein Vorteil ist sicher, dass man keinen Zusatzmotor benötigt. Der hohe Preis der Feile und die nötige optische Vergrößerung zur systemgerechten Benutzung wird Generalisten zunächst sicher abschrecken. Die Feile ist nur für „Single use“ konzipiert. Die Sterilisation bei 121°C übersteht die Feile auf den ersten Blick gut, bei 134°C wird aus den Kunststoffteile mit Schlauchansatz eine unbenutzbarer Klumpen.

Die aktuelle Studie von Siqueira (JOE. Volume 36, Issue 11, Pages 1860-1865,) zeigt im Vergleich zu rotierenden Systemen eine 32% bessere Bakterienelimination durch das SAF System. Schade dass keine PUI in der Vergleichsgruppe eingesetzt wurde aber auch diese Studie wird es sicher bald geben.
Wir haben es nach aktueller Studienlage also in der Hand 40% mehr Kanalwand und bis zu 30% mehr Bakterienreduktion bei unserer Behandlung zu erreichen, das ist auf einem bereits hohen Behandlungsniveau durchaus bemerkenswert. Man muss sich erst an die Technik dieser Feile gewöhnen, würde man darauf verzichten, wäre das so ähnlich wie MTA nicht zu benutzen weil Diaket auch gut funktioniert. Weitere unabhängige Studien werden uns im Laufe der Zeit zeigen ob sich die aktuellen Zahlen bestätigen. In Göttingen und Mainz laufen bereits Studien, die eventuell bis zur IDS weiter wissenschaftliche Informationen liefern.

Man sollte neuen Entwicklungen immer kritisch gegenüber stehen und unabhängige Untersuchungen abwarten aber es ist sicherlich gut, dass es Querdenker wie Zvi Metzger gibt, die abseits vom Mainstream neue Ideen umsetzen.
Ganz nach dem Motto: Wer immer nur das tut was er bisher getan hat, wird immer nur das erreichen, was er bisher erreicht hat.

3 Hygiene -Updates

von Hans – Willi Herrmann

In der letzten Tagen kam (ich glaube bei Endonews) wieder einmal das Thema „Hygiene“ in den Zahnarztpraxen hoch. Nicht die Behandlung per se, sondern vielmehr die Arbeitsumgebung betreffend.

Anlass für ein paar kurze Statements zum Thema.

1.  Tastaturen

Aus unserer Erfahrung heraus gibt es nur 2 Möglichkeiten, den Hygieneaspekt einwandfrei zu bewältigen.

A –  Die Cleankeys – Tastatur, denn nur deren absolut glatte Oberfläche lässt sich einwandfrei desinfizieren.

Was nicht funktioniert, sind erhabene Tastaturen.
Ganz egal, ob die Tastatur als abwischbar und damit als desinfektionsfähig tituliert wird, ob man eine spezielle Silikonhülle über eine Cherry – Tastatur legt oder wie im Falle der in unserer Praxis getesteten Silikontastatur diese auch wirklich eine Desinfektion zulässt.

Fakt ist nämlich, dass so viele Nischen vorhanden sind, dass sich solche Tastaturen nicht einwandfrei desinfizieren lassen.  Und die Silikon- Tastatur in den Thermodesinfektor geben, werden auch nur die wenigsten machen, zumal der USB – Stecker dies nicht lange mitmachen würde.

Bleibt nur noch eine andere Möglichkeit:

B –  Frischhaltefolie über der Tastatur. Und die wird nach jedem Patient entsorgt und anschließend eine neue aufgelegt.  Positiver Nebeneffekt – Die Schreibqualität ist wie gewohnt und hervorragend.

2. Desinfektionsspender

Seit mehreren Monaten ist nun der Infrarot – Desinfektionsspender der Firma Weinmann in der Praxis in Betrieb.

Vollkommen komplikationslos.  Gefällt mir sehr gut. Nun sind  4 oder 5  Monate keine lange Zeit, aber der Baisch – Spender, den wir vorher hatten, konnte in der Zeit schon mit einigen Problemen aufwarten.

Und da war doch noch der Miscea – Spender. Der steht bei uns immer noch in der Wartesschleife. Der Grund – er kann nicht ohne nicht unerhebliche Modifikation unserer Baisch – Hinterkopfzeile (ich sage nur Blechschere oder Flex) untergebracht werden, was mich bislang von einer Inbetriebnahme abhielt, zumal von Baisch nach deren Insolvenz auch kein Support erwartet werden kann. Aber – der Einbau ist für die nächste Zukunft vorgesehen.

3. Melag B – Steri.

Wider mal eine Fehlermeldung. Eine neue, bislang unbekannte. Dreistellig, aber unter 200. War es „182“ ? Keine Ahnung. Egal, die Tür geht nicht mehr auf.

Der Techniker des Dentaldepots erscheint.
Wechselt ein Modul, das leicht undicht war. Der damit verbundene leichte Druckausfall führt dazu, das sich die Tür nicht mehr öffnen lässt.

„Ist das wirklich die Ursache ?“ frage ich. „Definitiv !“, antwortet der Techniker und verlässt die Praxis.

Er rollt gerade mit dem Auto von unserem Parkplatz, der Steri geht zum ersten Mal in Betrieb, es erscheint… die schon bekannte Fehlermeldung.

Anruf im Dentaldepot, Schilderung der Situation.
Der Steri wird abgeholt, er muss in die Wartung.
Sagt man.

Ich habe keine Chance, das Gegenteil zu beweisen.
Als Ersatz stellt man uns von W und H eine „Lisa“ hin.
Geht nicht viel rein, aber „sie“  ist wunderbar leise im Vergleich zum Melag.

Berlin – Untersuchung zur Aufbereitung von Wurzelkanalinstrumenten

von Hans – Willi Herrmann

Ich bin extrem irritiert.
Gerade eben habe ich das hier im Netz gefunden.
Einziger Trost: Die beiden Zahnarztpraxen in Berlin, die ich kenne, sterilisieren schon immer ihre Wurzelkanalinstrumente, so wie wir alle es an der Universität gelernt haben.

Hier das Zitat:

„Eine Untersuchung aus dem Jahre 2002 hat festgestellt, dass 81% der 129 befragten Berliner Zahnärzte Wurzelkanalinstrumente nach jedem Einsatz am Patienten der Reinigung und Desinfektion zugeführt haben; eine Sterilisation wurde anschließend nicht durchgeführt. Lediglich 10% der befragten Zahnarzte reinigten, desinzierten und sterilisierten die Wurzelkanalinstrumente nach jeder zahnärztlichen Behandlung [73].“

Zitiert aus :

Aus dem Institut für Technische Hygiene

der Medizinischen Fakultät Charite – Universitätsmedizin Berlin

DISSERTATION

Vorgaben zur manuellen Aufbereitung von

Wurzelkanalinstrumenten

zur Erlangung des akademischen Grades

Doctor medicinae dentariae (Dr. med. dent.)

vorgelegt der Medizinischen Fakultat

Charite – Universitatsmedizin Berlin

von

Min-Jung Oh

aus Taegu

B -Steris – Spontane Zuschriften

von Hans – Willi Herrmann

Das Thema „Auslandszahnersatz“ vor ein paar Wochen führte schon zu einer Reihe von Rückmeldungen, aber dass ist offensichtlich nichts gegenüber dem, was uns in der nächsten Zeit als Reaktionen auf den B -Sterilisator- Artikel von gestern bevorsteht.

Hier 4 Stimmen, die weder repräsentativ noch evidenzbasiert, aber vielleicht dennoch oder gerade deshalb sehr nahe an der Realität dran sind.

 

„Bisher hatte ich noch keinen Fehler. Nutze den B jedoch nur für die notwendig damit zu sterilisierenden Produkte.
Meiner wollte nach einem halben Jahr eine Wartung.
Weil da ein Zähler eingebaut ist, der entweder nach 2 Jahren oder 3000 Zyklen dies verlangt.
Wir hatten 600 Zyklen weg mit dem Neugerät. “

„Der ganz normale Wahnsinn!
Wir haben 2 Melag B Steris, ich bin mir aber nicht sicher, ob im letzten Jahr überhaupt an einem Tag beide funktionsfähig in der Praxis standen. Meistens war ein Leihgerät da, manchmal zwei Leihgeräte, einmal sogar ein Leihgerät für ein defektes Leihgerät ……..
Natürlich laufen die in anderen Praxen und im Depot beim Test völlig problemlos ;-) !

PS: Als ich gestern noch mal in der Praxis war, klebte am linken (Leihsteri) ein Zettel: nicht benutzen, Fehler ich weiß-nicht-mehr-was. :-( „

 

„Wir werden auf Kosten der Industrie so was von vera…, das ist unglaublich, und die Standesvertreter kommen sich dabei noch super vor, weil jetzt ja alles so hygienisch und praxisgerecht ist.“

 

 „Wir haben seit 9.11.2005 einen bis auf den  Wasseranschluss baugleichen Melag 44B im Dauereinsatz (ca. 2500  Chargen) und das Ding läuft bisher im Großen und Ganzen wirklich  problemlos.

Ich würde  direkt im Werk anrufen, erstens weil es  theoretisch sein kann, dass mittlerweile eine  Fernzugriff ab Werk zur Fehlerdiagnose möglich ist, damals wurde  jedenfalls gerade bei Melag an dem Feature gearbeitet.

Außerdem würde ich  Unmut direkt kund tun, ich hatte 2005  bei der Netzwerkintegration einige techn. Fragen zum ftp-Zugriff auf  das Chargen-Protokoll und bin bei Melag sehr freundlich und kompetent  
beraten worden, vielleicht lässt sich in einem Telefon-Gespräch schon  der Fehler eingrenzen, so dass die Reparatur beschleunigt wird. Auf  jeden Fall weiß ich durch Gespräche mit Depot-Technikern, dass man mit  dem Melag nicht das schlechteste Gerät gekauft hat.

Ich weiss hier vor Ort mittlerweile, welches Depot ich wegen deren  Schlafmützigkeit nicht mehr anrufe für Reparaturen und finde es vom Depot etwas erklärungsbedürftig, einfach auf die große Zahl von  
zu reparierenden Steris hinzuweisen. Wenn sie das schon wissen,  sollten sie auch entsprechend reagieren (mehr Leihsteris etc.) oder  sie sind irgendwann raus aus der Stammlieferanten-Liste, so wäre es  
wenigstens bei mir.

Ich könnte eine lange Geschichte von permanenter Problemen mit dem DAC  Universal beisteuern (ich ärgere mich schon, dass ich das nicht von  Anfang an sauber protokolliert habe), ich weiss auch, dass wir damit  auch nicht die Einzigen sind, aber ich weiss auch, dass es eine Menge  Geräte gibt, die störungsfrei laufen. Da wird es schwierig, ein faires  Urteil abzugeben. „

Sterile Wattekügelchen

von Christian Danzl


So wie es aussieht hat in unserer Praxis das leidige Thema „Wattekügelchen“ ein Ende gefunden.

Bisher hatten wir das Problem, die Wattepellets sauber zu entnehmen, ohne dabei versehentlich den Spender zu kontaminieren. Wir arbeiteten mit einer Pinzette, die nur für die Entnahme von Arbeitsmaterial aus den Schubläden auf der Arbeitsfläche in einem Edelstahlköcher bereitstand. Aber das ist umständlich und eine Kreuzkontamination kann nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. 

Durch Zufall bin ich wieder auf einen Wattepelletdispenser gestoßen, den ich noch aus der Studentenzeit kannte.
Es ist der Pelletspender 4054S von Knapstein, Krefeld.

Mit  Pellets gefüllt, eingeschweisst und sterilisiert wird er bei Bedarf aus der Schublade geholt und auf dem Behandlungstray platziert.

Mit einem Preis von unter 10,- € gehört er zu den eher günstigeren Dentalartikeln und so kann man einige davon in der Schublade vorrätig halten.
Somit sind immer genügend sterile Wattekügelchen zur Hand. 

Nach Gebrauch einfach neu befüllen und ab in den Autoklaven.
Kreuzkontamination ade!


Boxenstopp

Kommt ein Patient zu uns zur Wurzelkanalbehandlung, wird eine Instrumentenbox speziell für diesen Patienten angelegt. Diese wird solange aufbewahrt, bis die Behandlung abgeschlossen ist. In unserer Praxis bewährt haben sich die Instrumentenboxen von Maillefer. Sie bieten ausreichend Platz für bis zu 36 Instrumente, erlauben eine übersichtliche Anordnung und können durch unterschiedliche Einsätze den verschiedensten Gegebenheiten angepasst werden.

Nachdem die Behandlung abgeschlossen ist, werden die Instrumente verworfen und die Boxen können nach Sterilisation für einen anderen Patienten verwendet werden.