Magic Cube – hygienefähige „Tastatur“

von Hans – Willi Herrmann

Über hygienefähige Tastaturen haben wir hier bei WURZELSPITZE schon des öfteren berichtet (wen ´s  interessiert – einfach das Wort „Hygiene“ als Suchbegriff rechts oben eingeben).

Eine glatte Oberfläche ist sicherlich das in dieser Hinsicht konsequenteste und sinnvollste Konzept und der Magic Cube der koreanischen Firma Celluon setzt dieses Designprinzip der Reduktion aller möglichen Schmutznischen am radikalsten um. Handelt es sich doch hierbei um eine mittels eines roten Lasers auf die Fläche unserer Hinterkopfzeile projizierte virtuelle Tastatur.

Das ist nicht neu, das Prinzip ist schon seit  einigen Jahren in einem kommerziell verfügbaren Gerät  auf dem Markt und allein diese Tatsache kann als Indiz dafür gelten, dass in der Praxis vermutlich einige Drawbacks vorhanden sein könnten.

Die CES 2013 Anfang Januar in Las Vegas stellte die gegenwärtige Generation des Magic Cube in den Blickpunkt der Öffentlichkeit, wieder einmal berichteten Blogs und TV Sender über dieses Eingabegerät, dass einem Science Fiction- oder Agenten- Film ala „James Bond“ oder „Mission Impossible“ entliehen scheint und auf alle Technik – Begeisterten, neudeutsch Geeks, eine nicht entziehbare kindliche Faszination des Ausprobieren Wollen ausübt.

Und offensichtlich scheint  das Konzept zumindest soweit alltagstauglich, dass es für eine Anwendung wie in der Zahnarztpraxis (kurze Eingaben am Behandlungsplatz zur Behandlungsdokumentation) grundsätzlich brauchbar erscheint.

Würde mir so ein Teil irgendwo über den Weg laufen, ich würde es interessiert ausprobieren.

MC-1Letzten Freitag war es diesbezüglich soweit. Ich hatte den Kollegen Nils Widera  zu Besuch in unserer Praxis und – wie es der Zufall so will – er hatte besagten Magic Cube im Handgepäck, einen zierlichen Quader von circa 3*4*7 cm Kantenlänge. In den USB- Port des Mac eingestöpselt, wirft dieser eine 10*24 cm große virtuelle „Laser“ – Tastatur auf die Tischplatte.

Mit der man in der Tat schreiben kann. Und – im Hinblick auf die revolutionäre Andersheit des Konzeptes – überraschend gut. Hieß konkret, dass aus dem Stand in etwa die Schreibgeschwindigkeit anderer Hygiene – Tastaturen erreicht werden kann und auch die Anzahl der Schreibfehler mit diesen vergleichbar ausfällt.

Übung macht im Übrigen bei beiden Lösungen den Meister, Schnelligkeit des Schreibens und Reduktion der Schreibfehler gehen mit der Zeit positiv einher.

Als „proof of concept“ hat sich der Magic Cube definitiv bewährt.

Und auch das erfreuliche Feature einer mittels Tastendruck einschaltbaren virtuellen Maus, die mit der Fingerspitze die Funktion eines Trackballs liefert, ist grundsätzlich brauchbar, auch wenn es  an die Funktionalität einer Hardware- Maus nicht heranreicht.

Ob man den Magic Cube in  der Praxis einsetzen wird, muss daher sicherlich Jeder für sich selbst entscheiden.

Denn – vollkommen unabhängig von der Faszination des Möglichen und dem im Vergleich zu „konventionellen“ hygienefähigen Tastaturen günstigen Preis von ca. 140 Euro gibt es eine Reihe von – teilweise prinzipbedingten – Nachteilen zu akzeptieren. Mein persönliches Urteil fällt gegenwärtig zwiespältig aus. KO – Kriterien sind  das vorhandene US – Tastatur- Layout und die visuelle Qualität der Laserprojektion.

Während das gegenwärtige QWERY – Tastatur – Layout nur eine vorübergehende Erschwernis darstellt und mit Ausliefern eines alternativen QWERTZ – Layouts beseitigt werden kann, so ist die vorhandene Laser – Projektion zwar auch im Hellen gut erkennbar, aber dennoch für die Augen ein anstrengender und auf Dauer möglicherweise ermüdender Zustand. Den einen mag es stören, den anderen nicht, da hilft nur ausprobieren.

Ich werde weiterhin dieses in seiner Grundkonzeption revolutionäre Konzept im Auge behalten, sehe es an der Schwelle des Nutzbaren für unsere Einsatzzwecke.

Weitere Konzepte wie die evoMouse

oder ein Medical Keyboard sind ebenso vielversprechend. Ich werde diese ebenso wie die QWERTZ – Version des Magic Cube garantiert einer weiteren Überprüfung unterziehen, halte  persönlich aber nachwievor  in der Summe  der positiven Eigenschaften die IC Keys – Tastatur gegenwärtig für unerreicht.

Disclaimer
Der Magic Cube wurde mir vom Kollegen Nils Widera kostenlos für eine Woche zum Ausprobieren zur Verfügung gestellt. Nach dieser Zeit wurde das Gerät von uns zurückgesandt. Der hier niedergeschriebene Artikel gibt die persönliche Einschätzung des Autors wieder. Es gab keine Vergütung von Seiten des Herstellers oder Dritter für die Erstellung dieses Artikels.

IC Keys- Hygiene Tastatur im Praxistest

von Hans – Willi Herrmann

14 Tage lang hatte uns der Hersteller IC medical seine IC Keys- Tastatur zum Testen zur Verfügung gestellt.

Ich habe gerne mit ihr geschrieben.
Von den hygienefähigen Tastaturen ist sie mir als am angenehmsten in Erinnerung geblieben, wenngleich sie mir – aus der Erinnerung heraus – der Cleankeys – Tastatur nicht unähnlich erschien.

Viel- und Schnellschreiber wie ich werden ihre gewohnte Schreibeffizienz damit nicht erreichen können. Der fehlende Druckpunkt und die nicht vorhandenen Tastenerhebungen bringen mit sich, dass die Finger keinerlei haptische Orientierung erfahren. Blindschreiben ist also nicht und auch die akustische Rückmeldung des Tastendrucks alleine ist nicht ausreichend.  Permanenter Sichtkontakt zur Tastatur ist demnach empfehlenswert. Wer dem ohnehin bedarf, so die Rückmeldung meiner Assistentinnen, der erlebt dies nicht als Nachteil, ist  mit dem Schreibkomfort vollends zufrieden.

Was die Hygienefähigkeit angeht, so ist die Tastatur im Vergleich zu  konventionellen Konzepten unerreicht. Das wir dann doch wieder (zumindest vorübergehend) zur Melitta – Folie als Einwegabdeckung zurückgekehrt sind, ist vor allem der Tatsache geschuldet, dass bei einem Preis von netto 299 Euro das Investitionsvolumen für unsere Praxis – man verzeihe mir den nostalgischen Rückgriff – über 3500 DM beträgt. Nur die potentiell kontaminierbaren Bereiche berücksichtigt, wohlgemerkt. Würden wir auch noch Anmeldung und Büro mit diesen Tastaturen ausstatten, würde sich die Investitionssumme noch einmal deutlich erhöhen.

Dafür kann man schon einiges an Melitta – Folie kaufen und noch ein wenig länger nach Alternativen Ausschau halten, zumal, pünktlich nach gerade mal 14 Tagen der mitgelieferte fabrikneue Batteriesatz  der 2,4 Gigahertz Funktastatur aus Kapazitätsgründen seinen Geist aufgab. Für mich überraschend, wenn man bedenkt, dass die seit Jahren bei uns verwendeten Apple  – Tastaturen mit einer einzigen Batteriebestückung mehrere Monate halten,  entspricht jedoch  ziemlich exakt den vom Hersteller gemachten Angaben von 60 Stunden Betriebsdauer und ist vermutlich für die meisten Betreiber ohnehin unerheblich, da diese die Tastatur kabelbetrieben nutzen.

IC Keys „Hygienetastatur“

von Hans – Willi Herrmann


Über den Einsatz unterschiedlicher Tastaturen in der Zahnarztpraxis habe ich schon des öfteren berichtet.

Ein weiterer Zwischenbericht steht zur Veröffentlichung bereit, aber jetzt  ist mir noch folgende Alternative in die (bislang nur sprichwörtlichen) Hände gefallen.

Es handelt sich um die IC-KEYS- Tastatur. Diese ist  wasserdicht und kann lt. Aussage des Herstellers IC medical jederzeit mit Wasser und Reinigungsmitteln gereinigt und mit allen handelsüblichen Desinfektionsmitteln desinfiziert werden kann. IC-KEYS ist wasserdicht nach Schutzart IP 64.

Zur Reinigung  wird die Tastatur  über eine Tastenkombination gesperrt.

Für uns hat die Tastatur ihren Reiz in der Möglichkeit der Wireless – Anbindung, da unsere Rechner teilweise weit weg vom Behandlungszimmer stationiert sind und die Verbindung von Tastatur und Maus über mittlerweile vorsintflutliche PS2- Steckverbindungen erfolgen muss. Zur Verfügung stehende USB – Adapter funtionierten nicht dauerhaft zuverlässig, notwendige Resets der PC´s waren immer mal wieder die Folge, ein nicht akzeptabler Zustand.

Empfohlen wurde mir  die IC Keys – Tastatur durch DentalSynergie, den Deutschland- Vertrieb der WamKey -Produkte.

Ich hoffe, demnächst auch über praktische Erfahrungen berichten zu können. Der Preis wird gegenwärtig mit 299 Euro + MWS  angegeben und bewegt sich damit im Bereich der Mitbewerber.